Individual-WM 2003 - Birmingham

28. Juli bis 3. August, National Indoor Arena

   

Zur Hauptseite Individual-WM 03.
Zu den
Spielen der Deutschen.

      

   

Viermal gab's neue Weltmeister - Der Turnierverlauf

Nach 1999 den zweiten WM-Titel im Mixed: Kim Dong-Moon (li) mit Partnerin Ra Kyung-Min.
Kämpfte sich zum Weltmeistertitel: Glänzendes Turnier für Xia Xuanze.
Konnte ihre Titel von Sevilla 2001 gegen eine in überragender Form spielende Zhang Ning nicht verteidigen: Gong Ruina.
Erst die zweite Silbermedaille für Malaysia in der Geschichte der Weltmeisterschaft: Wong Choong Hann trat in die Fußstapfen von Cheah & Yap, die 1997 in Glasgow Zweite im Herrendoppel wurden. Fotos: ©Norbert Atorf.
Niemand hatte die beiden auf der Rechnung: Sensationsweltmeister Jonas Rasmussen und Lars Paaske. Foto: Leng.

(3.8.) Die Endspiele:


Kim & Ra die ersten Titeltraeger - danach kam dreimal China und dann... - die Sensation

  

MX: KIM Dong-Moon & RA Kyung-Min KOR - ZHANG Jun & GAO Ling CHN 15:7 15:8
Der erwartete Favoritensieg. Die beiden Koreaner zeigten in Birmingham eine beeindruckende Leistung und es ist kein Paar erkennbar, dass ihnen gefaehrlich werden koennte.
Auch fuer Kim war nach dem Sieg klar, dass sie das bessere Mixed waren: "Es war keine Ueberraschung, wie gut wir waren. Wir haben auch hart gearbeitet. Und im Spiel selber waren wir in zuversichtlicher Stimmung, alles lief. Wir haetten haerteren Widerstand erwartet. Eine unserer Staerken ist die volle Konzentration auf das Match."
Dass er einen zweiten Titel aufgrund einer Rückenverletzung, die Partner Ha sich hier in Birmingham beim Training zugezogen hatte, nicht gewinnen konnte, enttaeschte Kim schon ein wenig: "Aber ich werde alles tun, um Ha wieder aufzubauen, damit wir bei den Olympische Spielen im Doppel erfolgreich sind."

     

DE: ZHANG Ning CHN - GONG Ruina CHN 11:6 11:3 (44 min)

  

HE: XIA Xuanze CHN - WONG Choong Hann MAS 15:6 13:15 15:6 (86 min)
Kein hochklassiges Spiel, es lebte vor allem von der Spannung, wer Weltmeister werden würde. Über weite Strecken gab es kaum lange Ballwechsel, dafür immer wieder leichte Fehler. Glücklicherweise gelangen den Spielern zwischendurch aber doch einige spektakuläre Aktionen, so dass die 4000 Zuschauer in der gut gefüllten Halle dann doch auf ihre Kosten kamen. Die Fangruppen aus den beiden Lagern tauchten das Spiel in die für eine dramatische Auseinandersetzung notwendige Atmosphäre. Dramatisch war es allerdings nur in der zweiten Hälfte des zweiten Satzes, als Wong aus einem 7:10-Rückstand heraus seine beste Phase hatte und über 11:13 noch zum Satzgewinn kam. Im Entscheidungssatz hielt er allerdings nur bis 6:6 mit. Obwohl Xia sich zwischendurch schon mal erschöpft auf seinen Schläger stützen musste, hatte Wong nicht mehr die Energie, seinen Gegner zu bekämpfen. Am Ende spielte er so, als hätte man ihm das Schmettern verboten. Xias Spielweise war immer wieder durch überfallartige Angriffe im Netzbereich gekennzeichnet, die es Wong kaum ermöglichten, Netzbälle zu spielen. Auf die Frage, ob er nicht auch das Gefühl habe, zu wenig angegriffen zu haben, antwortete er daher auch hinterher: „Um anzugreifen zu können, muss man den Gegner dazu bringen, dass er den Ball hochspielt. Das ist mir nicht gelungen."
Xia ein würdiger Weltmeister. Er hat das schwere Spiel gegen Jonassen gewonnen und auch seinem Gegner Wong, der vor dem Spiel aufgrund seiner bisherigen Vorstellungen bei diesem Turnier bei den neutralen Beobachtern als Favorit gehandelt worden war, wurden von ihm seine Grenzen aufgezeigt. Dies hat vor allem Xia wenig überrascht: „Ich war immer zuversichtlich zu gewinnen. Ich habe noch nie gegen ihn verloren. Der Sieg ist normal."

 

DD: GAO Ling & HUANG Sui CHN - WEI Yili & ZHAO Tingting CHN 15:8 15:11 (63 min)

  

HD: Lars Paaske & Jonas Rasmussen DEN - Sigit Budiarto & Candra Wijaya INA 15:7 13:15 15:13.
Selbst die eingefleischten Dänemarkfans hatte einen Sieg ihres Doppels nicht unbedingt auf der Rechnung. Doch Paaske & Rasmussen schafften es, in die Fußstapfen von Steen Fladberg & Jesper Helledie zu treten, die 1983 in Kopenhagen völlig überraschend den Doppeltitel geholt hatten. Für Supermacht Indonesien blieb es bei einer Silbermedaille.

  

       

       

      

          

Seine Zeit wird erst noch kommen: Bao Chunlais Widerstand gegen Xia Xuanze hielt sich in Grenzen. Foto: ©Norbert Atorf.

(2.8.) Die Halbfinalergebnisse:

   

Dänemark spielt sich einmal ins Finale. Dazu: einmal Malaysia, einmal Indonesien, einmal Korea und... - sechsmal China

Entgegen sonstiger Erfahrung, dass die Halbfinalspiele den Hoehepunkt eines Turniers bilden, ging es bei dieser WM eher ruhig zu. Wong hatte mit dem noch sichtlich ermuedeten Shon keine Muehe. Den Eindrueck, hatte auch der Sieger: "Seine Beinarbeit war sehr langsam." Zum bevorstehenden Finale bemerkte er hintergruendig: "Obwohl es fuer einen malysischen Spieler ein grosser Erfolg ist, ins Finale einer WM zu kommen, ist fuer mich die Veranstaltung noch nicht beendet." Bao Chunlai hielt sich im Spiel gegen Xia merklich zurueck.
Fuer ein wenig Nervenkitzel sorgten zwischendurch Budiarto & Wijaya, die laeppsch anfingen und auch im Zweiten schon 2:8 zuruecklagen. Mia Audina war ohne Chancen, und auch Rasmussen & Olssen konnten ihre chinesischen Gegner nicht mehr als einmal in die Verlaengerung zwingen. Zumindestens Jonas Rasmussen hielt sich schadlos, indem er das Herrendoppelfinale erreichte. Deshalb muss er jetzt seine Freundin einfliegen lassen: "Ich habe es ihr versprochen. Keine Ahnung, was es mich kostet." Fuer Rikke Olsen bleibt es bei zweimal Bronze.
Damit haben die europaeischen Zuschauer morgen wenigstens einmal Gelegenheit, ein wenig mitzuzittern.

 

Herreneinzel
WONG Choong Hann MAS - SHON Seung-Mo KOR 15:4 15:5 (47 min)
XIA Xuanze CHN - Bao Chunlai CHN 15:11 15:7(46 min)
Dameneinzel
GONG Ruina CHN - Zhou Mi CHN 11:2 11:4
ZHANG Ning CHN - Mia Audina NED 11:7 11:0
Herrendoppel
Lars Paaske & Jonas Rasmussen DEN - SANG Yang & ZHENG Bo CHN 15:6 15:8
Sigit Budiarto & Candra Wijaya INA - CAI Fu & FU Haifeng CHN 6:15 15:10 15:9
Damendoppel
WEI Yili & ZHAO Tingting CHN - Seiko Yamada & Shizuka Yamamoto JPN 15:9 15:11
GAO Ling & HUANG Sui CHN - Ann-Lou Jörgensen & Rikke Olsen DEN 15:5 15:2
Mixed
ZHANG Jun & GAO Ling CHN - Jonas Rasmussen & Rikke Olsen DEN 15:3 17:15
KIM Dong-Moon & RA Kyung-Min KOR - CHEN Qiqiu & ZHAO Tingting CHN 15:7 15:5.

Tritt sie ins Camillas Fussstapfen als Weltmeisterin? - Zhang Ning aus China liess die Dänin laufen.
Da konnte auch Trainer Jens Meibum nicht helfen: Ex-Weltmeisterin Camilla Martin auf dem Weg zu einem "Nuller".
An Xia Xuanze nach grossem Kampf gescheitert: Kenneth Jonassen aus Daenemark. Fotos: © Norbert Atorf

(1.8.) Die Viertelfinalspiele:

  

Das Match of the Day lieferte Kenneth Jonassen - doch dann warf Shon den Favoriten Chen Hong raus

Kim & Ra souveraen, aber auch Rasmussen & Olsen noch dabei. Roslin Hashim ist raus, fuehrte nur kurzfristig 9:6 im Zweiten. Bao schickte ihn mit ansatzlosen Schlaegen auch dann noch durch die Ecken, als er am Ende des Satzes mit hoechsten Tempo gegen die Niederlage ankaempfte. Mit Kuncoro ist auch der letzte Indonesier im Einzel raus. Gegner Wong: "Im ersten Satz war ich zunaechst zu uebereifrig. Ich musste mich erst beruhigen. Nach dem Gewinn des ersten Satzes war ich entspannter und konnte mehr riskieren."
Die klare Niederlage von Audina & Jonathans laesst Grether & Schenks Niederlage in milderen Licht erscheinen. Fuer Sigit & Candra scheint der Weg nach dem Ausfall der Koreaner frei zu sein. Camilla Martin wurde von Zhang Ling regelrecht auseinander genommen. Mia Audina dagegen behauptet sich im Einzel, im Doppel mit Jonathans ist sie raus. Rikke Olsen ist zweimal im Halbfinale, Jonas Rasmussen auch.
Um 23 Uhr wurde dann unversehens in die vom langen Tagesprogramm allgemein ermuedete NIA noch von der Sensation des Tages wachgeruettelt: Im letzten Siel des Tages schied Favorit Chen Hong. Er fuehrte aufgrund seines druckvollen Angriffsspiels sicher, liess sich dann aber doch noch das Spiel aus der Hand nehmen. 13:8 lag er im zweiten Satz vorn, spielte danach zu sorglos und Shon, eher ein Defensivspieler, kam immer besser ins Spiels. Ueber diese unerwartete Wende, so erklaerte es jedenfalls nach dem Spiel Chinas Chefcoach Li Yongbo, war Chen so verwirrt, dass er auch im dritten Satz nicht mehr zielgerichtet denken konnte.
Fuer Shon Seung-Mo (23), der als bisherigen groessten Erfolg den zweiten Platz bei den Korea Open 2002 aufzuweisen hatte, war es nach eigenem Bekunden der groesste Sieg seiner Karriere. Als Grundlage fuer den Sieg sah er die sorgfaeltigen Videoanalysen an, die man im koreanischen Lager von Chen Hongs Spiel betrieben habe: "Daraus haben wir ersehen, dass er sehr stark im genauen Netzspiel ist. Deshalb hatte ich mir als Taktik zurechtgelegt, die Baelle beim Netzspiel etwas weiter von der Netzkante zu spielen."

  

Herreneinzel
SHON Seung-Mo KOR - CHEN Hong CHN 5:15 17:14 15:9 (84 min)
WONG Choong Hann MAS - Sony Dwi Kuncoro INA 15:8 15:5 (45min)
Bao Chunlai CHN - Roslin Hashim MAS 15:7 15:10 (47 min)
XIA Xuanze CHN - Kenneth Jonassen DEN 17:14 12:15 15:10 (95 min)
Dameneinzel
Zhou Mi CHN - WANG Chen HKG 11:6 5:11 11:4 (50 min)
GONG Ruina CHN - XIE Xingfang CHN 13:11 11:4 (43 min)
Mia Audina NED - Kanako Yonekura JPN 11:5 11:0 (29 min)
ZHANG Ning CHN - Camilla Martin DEN 11:6 11:0 (22 min)
Herrendoppel
SANG Yang & ZHENG Bo CHN - CHAN Chong Ming & CHEW Choon Eng MAS 7:15 15:3 15:11
Lars Paaske & Jonas Rasmussen DEN - Tesana Panvisvas & Pramote Teerawiwatana THA 15:2 15:12 (40 min)
CAI Fu & FU Haifeng CHN - Jens Eriksen & Martin Lundgaard Hansen DEN 15:13 15:8 (55 min)
Sigit Budiarto & Candra Wijaya INA - CHENG Rui & WANG Wei CHN 15:3 15:3 (23 min)
Damendoppel
WEI Yili & ZHAO Tingting CHN - Jo NOVITA & Lita NURLITA INA 15:3 15:10 (45 min)
Seiko Yamada & Shizuka Yamamoto JPN - Mia Audina & Lotte Jonathans-Bruil NED 15:9 15:8 (48 min)
GAO Ling & HUANG Sui CHN - YANG Wei & ZHANG Jiewen CHN 15:11 15:3 (64 min)
Ann-Lou Jörgensen & Rikke Olsen DEN - Chikako Nakayama & Keiko Yoshitomi JPN 15:2 8:15 15:7 (82 min)
Mixed
ZHANG Jun & GAO Ling CHN - KIM Yong-Hyun & LEE Hyo-Jung KOR 15:6 15:1 (24 min)
Jonas Rasmussen & Rikke Olsen DEN - Anggun Nugroho & Eny Widiowati INA 15:1 15:7 (27 min)
CHEN Qiqiu & ZHAO Tingting CHN - Nathan Robertson & Gail Emms ENG 15:11 15:9 (53 min)
KIM Dong-Moon & RA Kyung-Min KOR - Lars Paaske & Pernille Harder DEN 15:8 15:1 (27 min)


Camillas Abgang mit null Punkten 

Wie Zhang Ning mit Camilla Martin umsprang, das war schon bemerkenswert: Sie war der Dänin läuferisch und auch von der Athletik her deutlich überlegen. Jeder Schlag wurde mit einem ungeheuren Tempo in eine andere Ecke gespielt  Dazu machte sie nur wenige Fehler. 3:2 führte Camilla, sie kam danach noch einmal von 2:8 auf 6:8 heran, als ihr einige messerscharfe Stoppbälle gelangen. Aber insgesamt war das taktische Konzept, das Spiel über die Rückhandecke aufzubauen, angesichts der Dynamik der Chinesin fruchtlos. Nach schnellen 22 Minuten war alles vorbei.

"Das war meine letzte Weltmeisterschaft" - Lesen Sie, was Camilla nach dem Spiel sagte.

    

Selbst Nicole Grether war beeindruckt vom Jonassen-Match gegen Xia

Kenneth Jonassen spielte sich die Seele aus dem Leib gegen Xia Xuanze. Aber es half nichts, nach 95 Minuten waren drei hartumkämpfte Sätze zu Ende und der Chinese hatte die Nase vorn. Die deutsche Nationalspielerin Nicole Grether, die nun wahrlich schon etliche Spiele in ihrem Badmintonleben gesehen hat, schwärmte hinter: „Boh, war das ein Superspiel. Ich bin froh, dass ich noch hier geblieben bin und es angeschaut habe.“
Nacheinander waren die beiden dänischen Medaillenhoffnungen zerstoben, denn Camilla hatte zuvor auf dem gleichen Court gespielt. Im Unterschied zu Camilla forderte Kenneth aber seinem Gegner das letzte ab. Mehrfach wankte Xia im dritten Satz, raffte sich aber mit der chinesentypischen Energieleistung immer wieder zu explosiven Ballwechseln auf. Dazu war der Däne, der in früheren Phasen des Spiels auch durch brillante Jumpsmash geglänzt hatte, nicht mehr in der Lage. Zwei Matchbälle konnte Kenneth noch abwehren, aber für sein Punktekonto konnte er nichts mehr tun. Am Ende gab es unter dem tobenden Jubel der Zuschauer eine innige Umarmung. Schade, dass das Match kein Endspiel war. 

Nach den Achtelfinals:

     

Taufik raus - Jonasson der letzte Europäer

(31.7.) Nach seinem Sieg über Ng Wei ist Kenneth Jonassen der letzte Europäer im Herreneinzel.
Dass Anders Boesen gegen Wong unterlag, kam nicht unerwartet. Dennoch hatte sich Wong vorher Sorgen gemacht: "Es war erheblich leichter, als ich erwartet hatte. Aber ich war heute in der Lage, mich völlig in mein Spiel zu versenken und alle leichten Fehler zu vermeiden." 
Nicht ganz so erwartet war allerdings der Sieg von Joppien-Bezwinger Bao Chunlai gegen Indonesiens Nummer eins Hidayat, gegen der er im März noch verloren hatte. Vor allem die Höhe zeigt, dass er in der damals verordneten Klausur, die ihm einen Setzplatz kostete,  gehörig gearbeitet hat. "Ich wollte weiter nichts als kämpfen, so gut es ging"; erklärte er nach dem Sieg. "Aber als ich den ersten Satz gewonnen hatte, wusste ich, diesmal würde alles okay gehen, solange ich konzentriert bleiben konnte." Natürlich erinnerte er sich an das verlorene Match bei der Mannschafts-WM: "Das war die Revanche. Taufik ist einer der Spieler, den die Chinesen am meisten fürchten. Nun ist er aus dem Turnier raus."
Indonesiens Hoffnungen ruhen nun auf Kuncoro. Er muss gegen Wong spielen. Das einzige Match das die beiden schon gegeneinander hatten, hat er gewonnen.
Roslin Hashim kam auch weiter. Aber erst nach einem Hammerspiel. 103 Minuten benötigte er, ehe er Koreas Helden von Eindhoven bezwungen hatte. Lee hatte bei der Mannschafts-WM im Endspiel Chen Hong bezwungen und war damit zum Matchwinner geworden. Dabei machte es sich Roslin selbst schwer, denn im zweiten Satz führte er bereits 13:6. Nach dem Spiel dann große Worte in Erinnerung an den gestrigen Bruderkampf: "Ich widme diesen Sieg meinem Bruder, auch er hätte heute gegen Lee gewonnnen," erklärte er feierlich. "Als ich im zweiten Satz so hoch führte, begann ich plötzlich an den Sieg zu denken. Dadurch habe ich eine Menge Fehler gemacht. Im dritten Satz habe ich dann gesehen, dass mein Gegner müde ausschaute. Da ich mich als der fittere Spieler fühlte, habe ich um jeden Punkt gekämpft."

   

Die Achtelfinalergebnisse
CHEN Hong CHN - Hidetaka Yamada JPN 15:7 15:9
SHON Seung-Mo KOR - Agus Hariyanto HKG 8:15 15:2 15:2
WONG Choong Hann MAS - Anders Boesen DEN 15:6 15:6
Sony Dwi Kuncoro INA - Ronald Susilo SIN 15:9 15:13
Roslin Hashim MAS - LEE Hyun-Il KOR 15:10 13:15 17:14
Bao Chunlai CHN - Taufik Hidayat INA 15:9 15:4
XIA Xuanze CHN - LIN Dan CHN 15:10 15:3
Kenneth Jonassen DEN - NG Wei HKG 15:8 17:16
Bei den Damen sind noch vier Chinesinnen und eine Hongkong-Chinesin drin. Camilla Martin hatte mit Tatiana Vattier, Yuli Marfuah und Anu Weckström noch keine schwierige Gegnerin. Jetzt kommt mit Zhang Ning allerdings die Bewährungsprobe für die Weltmeisterin von 1999. Doch die Dänin freut sich darauf: "Zwar sind chinesische Spielerinnen immer schwierig zu spielen, aber ich bin ganz entspannt. Auf die Frage; welche ihrer chinesischen Gegnerinnen sie überhaupt für die Beste halte, nennt sie allerdings die Namen von zwei Zurückgetretenen: Gong Zhizhao und davor noch Ye Zhaoying. Eines kann schon gesagt werden. Nicht alle Medaillen gehen nach China. Denn der Sieger des Spiels Audina gegen Yonekura kommt aufs Treppchen.

   

Bei Hashims geht Alter vor Schönheit
(30.7.) Kurz und erstaunlich schmerzlos ging der malaysische Bruderkampf zwischen Roslin und Hafiz Hashim vorüber: 15:11 15:8
Was Hafiz gegenüber seinem älteren Bruder an Gegenwehr auf’s Feld brachte, ließ in dem zuschauenden Ingo Kindervater die Frage aufkommen, ob das Ergebnis vielleicht abgesprochen sei.
Es wurde also nichts mit der Wiederholung des All-England-Sieges in der NIA in Birmingham. Aber Hafiz hat ja danach auch erklärt, nun wolle er Olympiasieger werden.
Damit ist der Geheimfavorit vieler Wetter raus. Sieger Roslin war in Malaysia in letzter Zeit eigentlich nicht allererste Wahl. Wong Choong Hann, Lee Tseun Seng und Hafiz hatten das bessere Image.
Roslin nach dem Sieg: „Ich bin gluecklich, aber gleichzeitig auch traurig, dass mein Bruder nun raus ist. Ich habe versucht nicht daran zu denken, dass es mein Bruder ist, gegen den ich spiele. Da ich mit ihm trainiere weiss ich, dass er nur siebzig bis achtzig Prozent seiner Leistung gebracht hat."
Der Geschlagene Hafiz denkt an die Familie: „Ich bin enttaeuscht nach der Niederlage. Aber gleichzeitig auch stolz, dass mein Bruder es bis in die dritte Runde bei der Weltmeisterschaft geschafft hat."

    

Ex-Weltmeister Peter Rasmussen...
(30.7.) ...der ja in Glasgow 1997 Titelträger aus der zweiten Reihe heraus wurde, konnte diesen Coup in Birmingham nicht wiederholen. Der Ungesetzte tat sich schon gegen den Inder Kanetkar schwer, indem er in den dritten Satz musste. Gegen Ronald Susilo aus Singapore reichte es dann nicht mehr. 5:4 führte er noch im dritten Satz, doch schon wenig später hieß es 5:15. Jetzt ruhen die dänischen Hoffnungen noch auf Anders Boesen, der Dicky Palyama schlug und Jonassen..

   

Koreas Doppelsterne im Wurmloch verschwunden
(30.7.) Innerhalb von zwei Stunden gingen den Koreanern zwei sichere Medaillenkandidaten verloren. Zunaechst musste Ha Tae-Kwon das Doppel mit Kim Dong-Moon nach verlorenem ersten Satz gegen Yulianto Alven & Hadiyanto Luluk aus Indonesien wegen einer Rueckenverletzung aufgeben. Kurze Zeit spaeter traten Lee Dong-Soo & Yoo Yong-Sung, die nach Kim & Ha an Platz zwei Gesetzten gar nicht erst an. Grund war hier eine Ellbogenverletzung von Yoo.

   

Bruderkampf im Hause Hashim
(29.7.) Nachdem beide ihren Erstrundenmatches unbeschadet ueberstanden haben, kommt es unter den letzten 32 zum Duell der beiden malaysischen Brueder Hafiz und Roslin Hashim. Hafiz gilt als Mitfavorit, da er im Februar in gleicher Halle die All England gewonnen hat. "Ich liebe Turniere in Birmingham", erklaert der 20-Jaehrige daher nicht unerwartet. "Ich habe beste Erinnerungen an den All-England-Sieg. Aber mein Bruder wird genauso fighten wie ich.
Erst einmal sind sich die beiden Brueder bei einem offiziellen Turnier gegenueber gestanden. Im Semifinale der Dutch Open 2000 gewann der aeltere Bruder Roslin mit 15:8 15:6.

      

Gade kein Vorbild für Kenneth Jonassen
(29.7.) Einen Kampf bis auf Messer lieferten sich der an zwei gesetzte Kenneth Jonassen und der Malysier Lee Tsuen Seng beriets in der ersten Runde. In keiner Phase des Spiels war erkennbar, wer gesetztt und wer ungesetzt war.

Jeder Satz war im Lärm zahlreicher Zuschauer bis zum Ende dramatisch und lange sah es so aus, als könnte nach Gade auch der zweite Top-Däne die erste Runde nicht überstehen. Den ersten Satz verlor Jonassen in der Verlängerung 15:17. Den zweiten riss er - trotzdem dass Lee ein 11:7 in einer glaenzenden Serie noch ausglich - mit 15:11 aus dem Feuer. 

7:8 gegen Jonassen beim Seitenwechsel im dritten Satz. 10:9-Führung. Eine Feldwischunterbrechung brachte ihm in der Folge zwei Punkte. 12:9. Ein ins Aus gedrückter Ball von Lee ergab den dreizehnten Punkt. Mit perfektem Netzspiel holte sich Lee den Aufschlag zurück.

Mit Zauberdrop antwortete Jonassen seinerseits.

Ein Swip aus der Rückhandecke am Netz in die Vorhandecke des Linkshänders Lee brachte den 14 Punkt.

Ein Netzfehler gab Lee noch mal das Aufschlagrecht. Dessen Stopversuch beim Flachspielen landete im Netz. Und dann ein urwaldtaugliches Jaaaa und eine erleichterte Umarmung, als nach einem Drive-Duell Lee den Ball nicht mehr traf. Ein Herzklopfspiel für alle dänischen Fans wurde von den Zuschauern mit langem Beifall belohnt.
"Boody Hell - das war knapp", stoehnte Jonassen nach dem Match. "Ich hatte ein hartes Match erwartet, aber kein solches. Es gab sieben oder acht schwerste Gegner in der ersten Runde, und Lee war mit Sicherheit einer davon."

         

Peter Gade machte trotz Sonderbetreuung schnellen Abgang
(28.7.) Kein Einspielen für Dänemarks Superstar Peter Gade, der nach langer Verletzung von der IBF mit einer Wildcard zugelassen werden musste, da er gegenüber den anderen dänischen Einzelcracks zu niedrig in der Weltrangliste platziert war. Gleich im ersten Spiel wartete mit Sony Dwi Kuncoro ein harter Brocken. Der Indonesier war immerhin in letzten Jahr überraschend Asienmeister geworden. Andererseits hatte Gade ihn bei der Mannschafts-WM zweimal zu sieben geschlagen.

Gade wurde eigens für die WM vom Ex-Champion Morten Frost trainiert, der sein Engagement als Nationaltrainer Südafrikas für zweimal zehn Tage unterbrach, um Gade vorzubereiten. Das hatte naturgemäß in Dänemark zu Irritationen geführt. Engagiert wurde Frost nicht vom dänischen Verband sondern vom Team Denmark, der Geldbeschaffungsgesellschaft für den Topsport. Cheftrainer Steen Petersen sah nicht gut aus. Auf die Frage der sich auf den Vorgang stürzenden Presse, ob er sich vorstellen könnte, Nationaltrainer zu werden, antwortete Frost überdies mit einem Ja. Und auch den zum gleichen Thema befragten Spielern kam ein dänisches Ja über die Zunge. Dazu muss man wissen, dass Frost vor Jahren schon mal Nationalcoach in Dänemark war und im Streit geschieden ist. Auch sein anschließendes Engagement in Malaysia war nicht gerade ruhmbehaftet.

Im ersten Satz ließ Gade es routiniert angehen. Er vermied unnötiges Risiko und hielt den Ball im Spiel. Es gab etliche längere Ballwechsel. Aber die meisten gingen zugunsten Kuncoros aus: 9:5 für ihn. Bei 9:6 schien die Spielstandsanzeige kaputt zu sein. Minutenlang sprangen die Zahlen nicht weiter. Das Spiel wogte hin und her, doch Gade kam nicht heran. Im Gegenteil. 9:13 gegen ihn. Der Däne versuchte noch, das Tempo anzuziehen, doch auch Kuncoro legte zu. Er spielte eine kluge Mischung aus Ballhalten und Überfallattacken. Fast jeden Angriff, den der Asienmeister ansetzte, konnte er auch durchbringen. Den letzten Ball des Satzes versenkte Gade bei einem Smash im Netz 11:15

Dann kam Guru Morten und redete ihm gut zu. Am Ende sogar ein beruhigendes Drücken des Oberarms. Es schien tatsächlich etwas zu bewirken. Gade begann mit sichtlich mehr Tempo. Doch sein Gegenüber hielt sofort dagegen und hetzte seinerseits Gade durch viele schnelle Cross-Bälle gehörig durch Feld.
0:4 / 3:4 / 4:6 / 6:6 ...
Bei Gades Aufholjagd schien Kuncoro müder zu werden. Seine Körpersprache war fpür einige Minuten die eines Trauermeisters. Außerdem streute Gade seinerseits vermehrt Attacken ein. Doch nach dem Gleichstand tanzte Kuncoro wieder. Zwei Smashüberfälle 6:8. Und Gade kam nicht weiter mit seiner Punktesammlung. Wenn er sich die Taktik zurecht gelegt haben sollte, seinen Gegner zunächst müde zu spielen, so hätte er jetzt die Wende herbeiführen müssen... Aber der Indonesier hielt auch in der Schlussphase locker mit. 6:15. Nach 66 Minuten war das Experiment Frost gescheitert.
“Ich habe heute gegen einen aggressiveren, schnelleren Gegner verloren, der wenige Fehler gemacht hat“; erklärte Gade, vor zwei Jahren noch Vizeweltmeister von Sevilla, nach dem Spiel. „Ich hab gut gespielt heute, aber nicht gut genug. Manchmal passiert so etwas – so ist Badminton. Ich habe einen langen, harten Weg an die Spitze zurückzulegen nach meiner Verletzung. Aber ich nehme Badminton noch hundertprozentig ernst und ich glaube daran, dass ich es doch noch schaffen kann.“


© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.