Zur Titelseite Gehörlosen-Badminton.

20. Deaflympics in Melbourne (Australien)

Olympischen Spiele der Gehörlosen - Vom 5. bis 16. Januar 2005.

    

Erstmalige Durchführung 1924 in Paris. Im gleichen Jahr wurde das CISS (Comité International des Sports des Sourds - Weltsportverband der Gehörlosen) gegründet. Die Weltspiele finden immer ein Jahr nach den Olympischen Spielen der Hörenden statt. Im Jahre 2001 brachte die CISS einen Antrag beim Internationalen Olympischen Komitee ein, den Namen von „Olympischen Spielen der Gehörlosen“ in „Deaflympics“ zu ändern. Dieser Vorschlag wurde angenommen und sie werden auf eine Stufe mit Paralympics gestellt.
Die Mannschaft des Deutschen Gehörlosensportverbandes (DGS) in Melbourne hatte 180 Teilnehmer (Sportler, Trainer, Betreuer, Physiotherapeuten, Ärzte und Offizielle). Sie zählte mit Australien und USA zu den teilnehmerstärksten der 80 Nationen. Insgesamt nahmen 3500 Sportler teil.
Hier geht es zur Seite mit den Badminton-Ergebnissen von Melbourne.

                      

Die Sieger der Deaflympics 2005

HE: Rajeev Bagga (IND)
DE: Kristina Dovydaityte (LTU)
HD: Rajeev Bagga & Sandeep Dhillon (IND)
DD: Mari Ishii & Mika Hiwatari (JPN)
MX: SIN Hyun Woo & JEONG Seon Hwa (KOR) 
Team: Südkorea
.

             

 

Medaillenspiegel
Deutschland mit einer Medaille dabei
  

 

Gold

Silber

Bronze

Südkorea

2

3

-

Indien

2

-

3

Litauen

1

1

1

Japan

1

-

-

Deutschland

-

1

-

Thailand

-

1

-

Russland

-

-

2

 

               

Die Endspielergebnisse
Indischer Nationalspieler Bagga zweimal vorn
HE: Rajeev Bagga (IND) - Nattachai Unsomsri (THA) 15:7 15:8  
DE: Kristina Dovydaityte (LTU) - JEONG Seon Hwa (KOR) 11:4 11:9
HD: Rajeev Bagga & Sandeep Dhillon (IND) - LEE Tong Bong & SIN Hyun Woo (KOR) 3:15 15:13 15:9
DD: Mari Ishii & Mika Hiwatari (JPN) - PARK Hae Yeon & JEONG Seon Hwa (KOR) 15:10 15:11  
MX: SIN Hyun Woo & JEONG Seon Hwa (KOR) - Tomas Dovydaitis & Kristina Dovydaityte (LTU) 15:5 12:15 15:9.    

Die deutschen Medaillengewinner

Silber: Mannschaft.

       

Mannschaft:

     

Sensationeller Erfolg: Erstmals Silber im Mannschaftswettbewerb

 

(16.1.05) Völlig unerwartet holte sich die deutsche Badminton-Mannschaft die Silbermedaille. Der „Traum“ des Badmintonfachwartes des DGS Volker Dießlin nach einem siebten Platz 1997 in Kopenhagen und einem fünften Platz 2001 in Rom diesmal einen dritten Platz zu erreichen, erfüllte sich nicht nur - es wurde gar besser.

Niederlage in der Gruppe gegen Indien
Das 1. Gruppenspiel im Mannschaftswettbewerb wurde wie erwartet deutlich mit 5:0 gegen Neuseeland gewonnen. Eigentlich stand für das deutsche Team am Nachmittag noch ein zweites Gruppenspiel gegen Indonesien auf dem Spielplan, doch die Asiaten sind aus unbekannten Gründen (Tsunami?) nicht in der Badmintonhalle erschienen.
Am nächsten Tag wartete mit dem Team aus Indien ein starker Gegner, der dreimal Mannschaftsweltmeister war. Es verlor das Spiel gegen Indien mit 2:3 und zog als Gruppenzweiter in das Viertelfinale gegen Schweiz ein.

Damendoppel entschied im Halbfinale gegen Litauen
Nach einem deutlichen 5:0 Sieg im Mannschaftswettbewerb gegen Schweiz zog die deutsche Mannschaft ins Halbfinale.
Ein spannendes Halbfinale gegen Litauen brachte den Einzug ins Finale. Klar und souverän gewann Oliver Witte das erste Einzelspiel in diesem Halbfinale in zwei Sätzen. Das zweite Spiel mit Svenja Klopp und das Herrendoppel mit Rainer Gebauer & Michael Thomas verloren glatt in zwei Sätzen. Da man ja von einem sicheren Sieg im Mixed ausging, war das Damendoppel das entscheidende Match.
Den ersten Satz brachten Saskia Fischer &  Svenja Klopp locker nach Hause. Das gab Hoffnung. Aber im zweiten Satz waren die Litauerinnen sehr stark, führten schnell und der Satz musste mit 8:15 abgegeben werden. Die Spannung unter den zahlreichen Zuschauern, darunter Frau Freitag vom Sportausschuss des Deutschen Bundestages, stieg. Schnell führten die Litauerinnen mit 7:3. Dann kämpften sich die deutschen Damen auf 7:7 heran, erhöhten auf 8:7 und punkteten bis zum 13:8 bei eigenem Aufschlag souverän. Doch dann kam der Aufschlagverlust und die Zuschauer zitterten mit den Spielerinnen. Den Litauerinnen gelang
jedoch kein Punkt und nach Aufschlagwechsel wurde der Sieg mit 15:9 eingefahren. Das folgende Mixed war nur reine Formsache und ging mit 2:0 an Deutschland.

Auch in Finale gegen Korea entschied das Damendoppel
Nun warteten im Finale die haushohen Favoriten aus Korea. Oliver Witte konnte jedoch seine stärke Leistung aus dem Halbfinale nochmals steigern und das erste Spiel mit 2:1 Sätzen gewinnen. Wie erwartet gingen Dameneinzel und Herrendoppel an die Koreaner. Im Damendoppel keimte dann wieder Hoffnung auf, da der erste Satz an Deutschland ging. Den zweiten Satz gewannen jedoch die Koreanerinnen, obwohl die deutschen Damen mit 7:3 führten und bei 14:12 sogar Matchball hatten. Der Satz ging dann mit 17:14 an Korea und auch den folgenden entscheidenden Satz gewannen die Koreanerinnen.
Dadurch führte Korea mit 3:1. Das abschließende Mixed wurde von der deutschen Paarung sicher in zwei Sätzen gewonnen.
Endstand in den Gruppen
Gruppe A: 1. Korea 2. Russland 3. China  4. Südafrika           
Gruppe B: 1. Indien  2. Deutschland  3. Neuseeland  
Gruppe C: 1. Schweiz  2. Großbritannien  3. Bulgarien   
Gruppe D: 1. Litauen 2. Japan 3. Australien 

Hauptrunde
Viertelfinals: Korea - Japan  3:2 / Indien - Großbritannien 4:1 / Deutschland - Schweiz 5:0 / Litauen - Russland 4:1  
Halbfinals:  Korea - Indien  4:1 und Deutschland - Litauen 3:2
Um den dritten Platz: Indien - Litauen  3:2
Finale: Südkorea - Deutschland  3:2

Für Deutschland spielten: Oliver Witte (TSV Blau Weiß Röhrsdorf), Rainer Gebauer (TSG Heilbronn), Michael Thomas (TuS Zetel), Svenja Klopp (SV Bokhorst), Saskia Fischer (Eidelstedter SV), Helga Dießlin (FT 1844-Freiburg) und Elke Gerstner (STC Blau-Weiß Solingen).

    

    

Individualwettbewerbe:

     

Mehr als Viertelfinals waren nicht drin

     

Alle drei Herren konnten sich durch überzeugende Spiele in der Vorrunde für das Hauptfeld qualifizieren. In der 1. Hauptrunde war dann jedoch Michael Thomas gegen Choi (Korea) 1:15 1:15
bzw. für Rainer Gebauer gegen Dhillon (Indien) 5:15 2:15 Endstation. Und Oliver Witte gewann unter aufmerksamer Beobachtung von MdB Klaus Riegert sicher gegen Loon (Malaysia) 15:2 15:0. Auch für Oliver Witte war jedoch im Achtelfinale der Auftritt im Einzel beendet, nachdem er gegen Woo (Korea)
zum Ende des zweiten Satzes sechs Matchbälle nicht verwenden konnte, verlor er das Spiel unglücklich mit 17:15 15:17 7:15.

Bei den Damen konnte sich Helga Dießlin in ihrer starken Vorrundengruppe nicht durchsetzen. Sie zeigte jedoch gegen die Turnierfavoriten Park (Korea) bei Ihrer 9:11 und 4:11-Niederlage eine ansprechende Leistung. Elke Gerstner, Saskia Fischer und Svenja Klopp qualifizierten sich jeweils für das Hauptfeld. Hier
trafen Saskia Fischer und Svenja Klopp leider in einer rein deutschen Paarung aufeinander, wobei Svenja mit 11:4 und 11:3 die Oberhand behielt. Auch im Achtelfinale konnte sie sich durch eine überzeugende Leistung gegen Wang (China) mit 11:9 11:1 durchsetzen. Im Viertelfinale gegen Gurina (Russland) fand
sie leider nicht zu ihren Spiel und verpasste die Chance auf den Einzug in das Halbfinale mit 1:11 und 3:11 recht deutlich. Elke Gerstner gewann in der 1. Hauptrunde gegen Brunner (Schweiz) 11:8 11:7. Im Achtelfinale war es wiederum die Koreanerin Park, welche in diesem Falle Elke mit 2:11 und 3:11 die Grenzen aufzeigte.

Deutsche Doppel stachen nicht
Das einzige deutsche Herrendoppel, Oliver Witte & Rainer Gebauer, konnten in ihrem Erstrundenspiel gegen das indische Doppel Bhaker & Muchal einen überraschend klaren Sieg mit 15:12 15:8 herausspielen. Nachdem sie kampflos ins Viertelfinale eingezogen waren, erwies sich die russische Paarung Karpov & Efremov für Oliver und Rainer als unbezwingbar (6:15 7:15).
Bei den Damen hatte die deutsche Mannschaft zwei Eisen im Feuer. Das nominell erste Doppel Svenja Klopp & Saskia Fischer hatte eine sehr schwere Auslosung erwischt. Bereits im Achtelfinale mussten gegen Ishi & Hiwatari aus Japan die Medaillenhoffnungen begraben werden. Nach verlorenem ersten Satz (10:15) zeigten Svenja und Saskia im zweiten Durchgang eine hervorragende Leistung und konnten diesen mit 15:2 für sich entscheiden. Leider riss das Spiel nach dem Seitenwechsel ab und der dritte Satz wurde mit 3:15 abgegeben. Helga Dießlin & Elke Gerstner standen durch mehrere Absagen bereits im Viertelfinale. Hier standen die Routiniers der sehr jungen Paarung Pavlova & Pavlova aus Russland gegenüber. Elke und Helga konnten nur zu Beginn der Partie ihre gewohnte Leistung aufbringen und verloren schließlich klar mit 4:15 und 5:15 gegen die Schwestern.

Europameister im Mixed mussten Medaillenhoffnungen begraben
Größte Hoffnungen ruhten auf den amtierenden Europameisterin Saskia Fischer & Oliver Witte, die im Mannschaftswettbewerb herausragendes Badminton gezeigt hatten. An Platz vier gesetzt, wartete auf beide im Achtelfinale mit dem besten japanischen Mixed Koboni & Hiwatari ein starker Gegner. In einer von Nervosität geprägten Partie konnten sich Oliver und Saskia letztlich sicher mit 15:7 15:9 durchsetzen. Doch im Viertelfinale platzte gegen Karpov & Padlova (Russland) der Traum von einer Medaille. In einem zerfahrenden Spiel fand vor allem Oliver nie zu seiner gewohnten Linie. Durch zahlreiche eigene Fehler wurde das konsequent und druckvoll spielende russische Mixed immer wieder aufgebaut. Die Enttäuschung über die unerwartete 11:15 15:8 10:15-Niederlage stand allen Beteiligten lange ins Gesicht geschrieben.
Die anderen deutschen Ergebnisse:
Michael Thomas & Helga Dießlin
   2. Rd.: - Nakanishi & Haga (JPN)  5:15 17:16 5:15
Rainer Gebauer & Svenja Klopp 
  
1.Rd.: - O´Dwyer & Taylor (AUS) 15:7 15:11  1. Runde
   Afin.: - Ramanuiam & Baga (Indien)  15:8  15:8  Achtelfinale
   Vfin.: - Ishi & Akiyama (Japan)  5:15 4:15

Die Trainer Katrin Grastat und Christof Breuer sprachen dem deutschen Team ein großes Kompliment aus. Trotz stärkster Konkurrenz aus Asien konnte durch eine geschlossene
Mannschaftsleistung völlig unerwartet die Silbermedaille errungen werden. Ein besonderer Dank ging auch an Fachwart und „Mann für alle Fälle“ Volker Dießlin und die Physiotherapeuten Anne Schneider und Heiner Brinkmann.

 

 

Zu den 
Deaflympics 2009

 

 


© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.