Mannschafts-WM 2005

Peking - Beijing

Di 10. bis So 15. Mai

im Beijing Capital Gymnasium

    

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Die Spiele der deutschen Mannschaft in Gruppe 2

  

    Am Ende war es Platz 13

Platzierungsspiel gegen Drittplatzierten der Untergruppe 2A um Platz 13 bzw. 14:    

Taiwan eingetütet

Fr 13.5. Deutschland - Chinese-Taipei 3:0
MX: Ingo Kindervater & Kathrin Piotrowski - Tsai Chia- Hsin & Chien Yu-Chin 15:6 15:10
HE: Bjoern Joppien - Liao Sheng-Shiun 15:5 15:3
DE: Xu Huaiwen - Huang Chia-Hsin 11:8 11:9
HD: Kristof Hopp & Ingo Kindervater - Huang Shih-Chung & Chien Yu-Hsun und
DD: Juliane Schenk & Nicole Grether - Cheng Wen-Hsing & Chien Yu-Chin wurden nicht mehr gespielt.

Ein glänzender Beginn und damit eine optimale Ausgangsposition für unser Team. Denn das Herreneinzel und das Dameneinzel hat unser Team eigentlich auf der Rechnung. Obwohl Xu Huaiwen doch etwas nervös schien: "Ich weiss nicht, ich habe gegen sie noch nie gespielt."

Doch weder sie noch Björn Joppien liessen die Taiwanesen aus dem Schlägergriff. Björn spielte schnell und druckvoll und harkte das Ballverteilungsspiel seines Gegners einfach weg. Gute Vorstellung. Huaiwan hatte eine etwas hartnäckigere Gegnerin. Besonders gegen Ende geriet sie noch einmal stark unter Druck, weil die Taiwanesin sich einfach nicht geschlagen geben wollte und um jeden Ball kämpfte. Xu musste sie von 10:6 auf 10:9 herankommen lassen.

Ungewisse Minuten für Kristof Hopp und Ingo Kindervater, die sich präpariert halten mussten, fuer ihren eventuellen Einsatz. Kristofs Mutmassung nach den gewonnenen Mixed "Es kann gut sein, dass wir gar nicht mehr spielen müssen" schien plötzlich ins Wanken zu geraten. Doch Ingo behielt die Ruhe: "Selbst wenn Xu es nicht schaffen sollte - dann tüten wir sie eben ein." 

Fotos vom Spiel - Interview mit Ingo Kindervater. 

     

Untergruppe 2B:

                        

Diesmal gelang den Ukrainern die Ergebniskosmetik

Do 12.5.  Deutschland - Ukraine 4:1

HE: Bjoern Joppien - Vladislav Druzchenko 15:12 15:5
DE: Xu Huaiwen - Larissa Griga 11:7 11:1
HD: Kristof Hopp & Ingo Kindervater - Valerij Atrashchenkov & Valerij Strelzov 15:3 15:1
DD: Juliane Schenk & Nicole Grether - Elena Nozdran & Larissa Griga 15:3 15:9
MX: Ingo Kindervater & Kathrin Piotrowski - Vladislav Druzchenko & Elena Nozdran 14:17 11:15.

Fotos vom Spiel.

     

Unsere Mannschaft trat auf, als wollte sie sich den Frust von der Seele spielen. Die Ukrainer hatten sich eine für sie optimale Aufstellung ausgeknobelt. Eine halbe Stunde Pause vor dem letzten Spiel musste sogar dafür in Kauf genommen werden. Denn anders als bei der letzten WM, wo der Gruppenletzte es mit Schottland im Abstiegsspiel zu tun hatte, wartet diesmal Taiwan oder Russland. Und für die Ukraine wird es damit schwer, die Gruppe zu halten. Das Herreneinzel war gleich das Schluesselspiel. Ohne den Punkt für Druzchenko war kaum der Sieg drin. Aber Björn Joppien liess keine Zweifel aufkommen, wer Chef aus der Matte war. Wie auch in den folgenden drei Spielen hatten unsere Athleten die Ukrainer fest im Griff.

Bundestrainer Detlef Poste war erleichtert: "Deren Chancen waren schon durch Björns Sieg zunichte gemacht. Er hat gut und clever gespielt, Druzchenko viel bewegt. Dann kamen die zwei erwarteten Siege und damit war das Spiel entschieden. Auch das Damendoppel zeigte aufsteigende Form. Das Mixed war dann zäh. Aber sie hatten es auch mit einem Spitzenmixed zu tun. Unsere haben phasenweise taktisch immer mal wieder nicht klug gespielt. Und am Schluss hatten sie Schwierigkeiten, die letzte Energie und höchste Konzentration zu mobilisieren. Aber heute bin ich natürlich zufrieden."

   

     

Hopp & Piotrowski gestalteten die klare Niederlage gegen Japan ertraeglicher

Mi 11.5.05 Deutschland - Japan 1:4

HE: Björn Joppien - Shoji Sato 8:15 10:15
DE: Xu Huaiwen - Eriko Hirose 8:11 8:11
HD: Kristof Hopp & Ingo Kindervater - Keita Masuda & Tadashi Ohtsuka 10:15 5:15
DD: Juliane Schenk & Nicole Grether - Kumiko Ogura & Reiko Shiota 10:15 4:15
MX: Kristof Hopp & Kathrin Piotrowski - Keita Masuda & Tomomi Matsuda 15:11 15:4.

Fotos vom Spiel.

     

Herreneinzel 8:15 10:15

Björn konnte erneut keine grosse Form zeigen. Der Japaner beschäftigte ihn immer wieder und gab Björn kaum Gelegenheit, sein steiles Spiel aus dem Hinterfeld einzusetzen. Und wenn er mal die Chance hatte, griff er viel zu zögerlich an. Unser Ex-Meister spielte zu langsam und unsicher, um seinem Gegner Paroli zu bieten. Beim Anspiel des gegnerischen Hinterfeldes machte er immer wieder Fehler und traf häufig das Feld nicht. Auch das Netzspiel gelang nicht wie gewünscht. Aus 7:3 wurde nach und nach im zweiten Satz ueber 7:9 nach vierzig Minuten ein 10:13-Rückstand.

Dameneinzel 8:11 8:11

Auch Huaiwen hatte Probleme damit, dass ihre Gegnerin unheimlich schnell auf den Beinen war. Im zweiten Satz handelte sie sich gar einen 0:7-Rückstand ein. In einer furiosen Aufholjagd, konnte dann sogar noch 8:7 in Führung gehen. Aber Hirose hatte den besseren Schlussspurt.

Xu Huaiwen nach dem Spiel: "Dass ich verloren habe am Schluss, war ich selber schuld. Ich war nicht mehr geduldig genug. Ich habe gegen sie noch nicht die richtige Taktik gefunden. Bei den All England hatte ich zu langsam gespielt und verloren. Sie macht dann keine Fehler. Diesmal hatte mein Trainer mir gesagt, ich soll schnell spielen. Aber ich hatte das Gefuehl, sie spielt dann noch schneller. Als ich aufgeholt habe im zweiten Satz habe ich das mit Tempowechseln geschafft. Mal schneller, mal langsamer. Ich habe immer das Gefühl, gegen sie gewinnen zu können. Ich muss mir noch mal Videos unserer Spiele genau anschauen, um die Ballwechsel zu studieren."

Herrendoppel 10:15 5:15

Auch unsere Herren im Doppel hatten sich mit beeindruckender asiatischer Schnelligkeit auseinanderzusetzen. Druck wird durch Tempospiel ausgeübt. Dazu kommen teilweise brilliante  Abwehrfähigkeiten der sich immer wieder gegenseitig anfeuernden Japaner. Bei dem Versuch, den Ball flach zu halten, landeten die Bälle unserer Spieler häufig im Netz. Damit ist das Match verloren, Japan ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden.

Damendoppel 10:15 4:15

Bei 4:9 im zweiten Satz war mal ein Ballwechsel zu sehen, wie er sein sollte - und üblich ist - im Damendoppel auf Weltklasseniveau: Er nahm kein Ende. Der Ball flog und flog herüber und hinüber. Bestimmt wurde er von unsere beiden. Sie entschieden, wohin der Shuttle seine Richtung nahm. Die Japanerinnen waren ausschliesslich damit beschäftigt, jeden dieser Bälle zu erreichen. Und erfolgreich abgeschlossen wurde die Zelebrierung auch noch. Doch was unmittelbar danach folgte, war eher kennzeichnden fuer das Spiel. Beide Aufschlaege wurden schon in der Aufschlagphase vergeben. Auch die nächsten beiden, die sich unsere wieder erkämpft hatten, gingen in der Aufschlagphase verloren. So hatten über 0:6, 2:7, 4:12 die Japanerinnen am Ende 15 Punkte und unsere beiden nur vier eingesammelt.

Mixed 15:11 15:4

Eine gute Vorstellung unseres "Vorjahresmixed". Beide spielten schnell und angriffsstark. Kathrin wie man sie kennt: mutvoll im Vorderfeld und glaenzend in der Abwehr. Kristof kann mit seinen variablen Angriffsbällen aus dem Hinterfeld im Mixed offensichtlich bessere Wirkungen erzielen als im Doppel.

Bundestrainer Detlef Poste nach dem Spiel: "Japan war heute zu stark. Besonders in den Einzeln und im Damendoppel haben sie sehr sicher und sehr konstant auf hohem Temponiveau gespielt. Das koennen wir uns als Vorbild nehmen..."

Im anderen Gruppenspiel besiegte Singapore die Ukraine mit 5:0.

    

Vorschau:

Marc Zwieblers Einsatz im Herreneinzel, an den der Bundestrainer fuer dieses Spiel gedacht hatte, kam nicht in Frage, weil der Beueler seit gestern von einem Fieber befallen ist. Er konnte nicht einmal zum Zuschauen in die Halle mitkommen. Der Wechsel im Mixed zu Kristof Hopp liegt darin begruendet, dass Ingo Kindervater nicht in allen Spielen zweimal antreten soll. Das Mixed Hopp & Piotrowski, das bis zur letzten Saison ohnehin durchaus erfolgreich zusammenspielte, verdient daher Vertrauen.

Poste: "Mal schauen, wie die Mannschaft die Niederlage von gestern weggesteckt hat. Das Spiel gegen Japan ist vermutlich das Schwerste in der Gruppe."

   

    

Deutschland startete mit Niederlage in die WM     

Di 10.5. Deutschland - Singapore 2:3

MX: Ingo Kindervater & Kathrin Piotrowski - Hendri Saputra & Jiang Yanmei 17:14 8:15 15:5

HE: Bjoern Joppien - Ronald Susilo 13:15 6:15

DE: Xu Huaiwen - Li Li 11:5 11:7

HD: Kristof Hopp & Ingo Kindervater - Hendra Wijaya & Lee Kendrick 15:12 9:15 7:15

DD: Juliane Schenk & Nicole Grether - Jiang Yanmei & Liu Fan Frances 9:15 4:15.

Fotos vom Spiel.

      

Mixed 17:14 8:15 15:5

Zweimal hallte Ingos Jubelschrei durch die Halle. Zum erstenmal nach dem 17:14 im Ersten. Dann wieder um 10:31 Ortszeit. Da war der dritte Satz gewonnen.
Nur der Zweite ging den Deutschen daneben. Nach 2:0-Führung mussten sie ihre Gegner auf 2:11 davonziehen lassen. Die Konzentration war verloren gegangen, es gelang in dieser Phase nicht, den Ball konsequent flach zu halten. Zwar gestalteten sie danach das Spiel noch etwas ausgeglichener, doch der Vorsprung ihrer Gegner reichte aus.
Bange Minuten also für die Beobachter, denn das Mixed war eigentlich einer der Punkte, der für Deutschland gewonnen werden mussten. Sicher nicht das schwierigste der fuenf Spiele.
Im Entscheidungssatz legten unsere dann los wie die Feuerwehr. Bis zum 6:0 wurden die Singapuri ueberrannt. Danach zwei verschenkten eigenen Aufschläge. Gefahr? Nein. Durch einen Netzroller von Kathrin gelang ein Seitenwechsel mit reiner Weste.
Es ging erfreulich weiter. Bis 12:0 gelang es konsequent, den Ball flach zu halten. Danach gaben sie die Spielweise kurzfristig auf. Ein Nachlassen der Anspannung war zu beobachten. Den Singapuri gelangen fünf Punkte. Wieder brachte ein Netzroller von Kathrin den Umschwung. Und kurz danach sah man Ingo jubelnd vor einem ins Seitenaus fliegenden Ball in die Knie sinken. Blendender Auftakt.

Herreneinzel 13:15 6:15
Bis zum 3:12 brauchte Susilo nicht mehr zu tun, als den Ball im Spiel zu halten. Bjoern machte die Fehler. Doch dann hatte unsere Ex-Meister zu seinem Spiel gefunden. Seine gefährlichen steilen Drops kamen präzise und durch schnelles Spiel setzte er Susilo immer wieder unter Druck. Bei 13:14 raufte sein Gegner sich sogar sichtbar die Haare, als er einen harten Drive all nur ins Aus returnieren konnte. Doch gleich danach spielte Bjoern selbst einen Ball hinter die Grundlinie und den folgenden Ballwechsel nutzte Susilo um den Satz zu retten.
Bis 5:5 im zweiten Satz konnte Bjoern sein gutes Spiel fortsetzen. Doch dann machte im sichtbar das erhoehte Tempo des Gegners zu schaffen. Er konnte nur noch regieren und kaum noch selbst agieren. 

Dameneinzel 11:5 11:7
Nur der Beginn fiel Huaiwen schwer. 0:4-Rueckstand. Doch die Deutsche Meisterin ist mittlerweile mental so stabil, dass sie solche Rueckstaende wegstecken kann. Vor dem spiel darauf angesprochen, dass sie bei den Japan Open einen Satz gegen Li verloren habe, erklärte sie nur: "Da war der Wind in der Halle. Daran musste ich mich erst gewoehnen. Heute will ich gewinnen."
Im weiteren Verlauf des Spiels spielte sie dann wie gewohnt. Schnell auf den Beinen und druckvoll. Aber auch taktisch variabel. Im zweiten Satz setzte sie gelegentlich serienweise ihrer Gegnerin den Ball meterhoch an die Grundlinie. Nur im Mittelteil kam Li ein wenig auf, als sie bis 7:6 heran kam. Doch Huaiwens Matchkontrolle hielt. Deutschland fuehrt. Jetzt muss noch eines der Doppel stechen.

Herrendoppel 15:12 9:15 7:15
Merkwuediger Verlauf im Herrendoppel. Im ersten Satz gewannen unsere noch trotz hohen Rueckstandes. Im Zweiten aber wieder Rueckstand. Diesmal reichte die Aufholjagd nicht. Auch im dritten Satz kamen sie nur schwer ins Spiel. Beim Seitenwechsel 5:8. Ab 6:9 gelangen dann zwar noch einige attraktive Ballwechsel, aber die Singapuri hatten fast immer das bessere Ende fuer sich und holten die Punkte. Vor allem Ingo versenkte, wenn er im Vorderfeld agierte, etliche Male den Ball im Netz.

Damendoppel 9:15 4:15
Auch das Damendoppel bekam die notwendigen dreissig Punkte nicht zusammen. Nur der Start gelang über 5:0 und 9:6, danach dominierten ihre Gegnerinnen. Es gab zwar auch im zweiten Satz - das Match war mittlerweile das einzige auf den sieben Feldern, das noch andauerte - etliche laengere Ballwechsel, aber es entstand nie der Eindruck, unsere seien tatsaechlich auf Punktejagd. Die beiden fanden einfach kein Rezept, standen viel zu haeufig in der Defensive. 3:9, 3:11 - die Singapurianerinnen blieben deutlich vorn.
Damit ist das erste WM-Spiel verloren.
DBV-Präsident Kespohl, frisch in die IBF-Führungsetage gewaehlt, nach dem Anschauen der letzten Spiele: "Ich kam aus meiner ersten schweren IBF-Sitzung, wollte mich an den Spielen unserer Mannschaft erfreuen und erholen... Natuerlich wusste ich, es war ein schweres Spiel... - aber die Erholung fiel aus..."
Auch Bundestrainer Detlef Poste hatte nur eine Halbzeit lang Freude: "Bis zum 2:1 und 1:0 im Herrendoppel haben wir es gut hinbekommen. Dann aber sind wir wohl unter der Möglichkeit des Sieges verkrampft. Es sah plötzlich steif aus, man spielte deutlich unter dem normalen Bewegungsablauf. Es ist schade, unsere Doppel konnten heute an dieser Stelle die Verantwortung nicht uebernehmen. Denn auch unser Damendoppel spielte nur bis zum 9:6 im ersten Satz auf Normalniveau. Danach war es wie ausgeschaltet."

   

Im zweiten Spiel der Gruppe siegte Japan gegen die Ukraine mit 5:0. 

  


Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV
Das Auftaktspiel gegen Singapore eroeffneten...
...Ingo Kindervater & Kathrin Piotrowski...
...mit einem Sieg. Fotos: Edwin Leung.

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