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Individual-WM 2005 - Anaheim

Vom 15. bis 21. August im Arrowhead Pond  
 

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Hier gibt es die Tagesmatches im Überblick. Zum Livescore-Service.

   

      

Spektakulärer Höhepunkt im letzten Spiel - Der Turnierverlauf

Endspielergebnisse

HE: Taufik Hidayat (INA) - Lin Dan (CHN) 15:3 15:7 (38 min)
DE: Xie Xingfang (CHN) - Zhang Ning (CHN) 11:8 9:11 11:3 (50 min)
HD: Tony Gunawan & Howard Bach (USA) - Candra Wijaya & Sigit Budiarto (INA) 15:11 10:15 15:11 (74 min)
DD: Yang Wei & Zhang Jiewen (CHN) - Gao Ling & Huang Sui (CHN) 17:16 15:7 (55 min, bereits Sa)
MX: Nova Widianto & Lilyana Natsir (INA) - Xie Zhongbo & Zhang Yawen (CHN) 13:15 15:8 15:2 (84 min).

       

Damentitel nach China
Olympiasieger Hidayat nun auch Weltmeister
Der Weltranglistenerste Lin Dan muss weiter auf seinen ersten ganz großen Einzeltitel warten. Zwar hat er die chinesische Mannschaft als Nummer eins zum Thomas-Cup-Sieg und zum Gewinn der Mannschafts-WM geführt, doch bei der WM 2003 ist er im Achtelfinale am späteren Sieger Xia Xuanze gescheitert und bei Olympia gleich in der ersten Runde an dem Singapurer Susilo. Diesmal hat es wieder nicht geklappt. Im Finale musste er sich Olympiasieger Taufik Hidayat beugen. Der hatte es dabei nicht einmal sonderlich schwer, denn im ersten Satz fand Lin sich offensichtlich nicht mit den Bedingungen auf dem Feld zurecht und im zweiten lief es nur in der ersten Satzhälfte besser. Taufik gelang, was Gade im Halbfinale nicht gelungen war. Er konnte den Ball weitgehend flach halten und somit den gefährlichen Schmetterbällen entgehen. So weist  die Matchstatistik am Ende auch 18 versenkte Schmetterbälle von Hidayat auf, denen nur halb so viele von Lin Dan gegenüber standen. Taufik Hidayat ist nun der erste Herreneinzelspieler, der zugleich Olympiasieger und Weltmeister ist.
Im Dameneinzel war die zuvor bereits Susi Susanti 1992 und ’93 sowie Zhang Ning 1993 und ’94 gelungen. Olympiasiegerin Zhang konnte ihren Titel von Birmingham jedoch nicht verteidigen.
Der Sieg von Xie Xingfang ist andererseits keine Überraschung, da sie schon in den vergangenen Monaten oftmals die Beste der chinesischen Damen war.
Auch, dass der Damendoppeltitel an China ging, überrascht niemanden. Hier war nur von Interesse, wer gewinnen würde. Die Olympiasiegerinnen setzten sich am Ende durch. Für die unterlegende Gao Ling wurde also nichts daraus, ihren drei Weltmeistertiteln einen weiteren hinzuzuzufügen und in die Hall of fame des Badminton aufzusteigen. Im Mixed, wo sie als Favoritin gestartet war, unterlag sie mit Partner Zhang Jun im Viertelfiinale überraschend gegen die Thailänder Prapakamol & Thungthongkam.
So konnten die Indonensier Nova Widianto & Lilyana Natsir den Titel einfahren. Die übrigen drei Paarungen waren allesamt nicht als Favoriten gehandelt worden. Mit den Thailändern Sudket Prapakamol & Saralee Thungthongkam und den Neuseeländern Daniel Shirley & Sara Runesten-Petersen gewannen sogar Sportler aus Ländern Medaillen, denen das zuvor in 25 Jahren WM-Geschichte nie gelungen war. 

     

Phantastischer Abschluss: Herrendoppel an die USA
Vom Entwicklungshelfer zum Weltmeister
Hier gibt es Fotos und weitere Infos.
Eine Geschichte für sich ist der Ausgang des Herrendoppels. Der Sieg eines amerikanischen Doppels ist als Sensation anzusehen, selbst wenn man berücksichtigt, dass einer der beiden ein eingebürgter indonesischer Top-Spieler ist. Tony Gunawan war 2000 Olympiasieger mit Candra Wijaya und 2001 in Sevilla Weltmeister mit Halim Haryanto. Danach ging er in die USA um zu studieren, wie es offiziell hieß. Gleichzeitig erhielt er aber das Angebot, als Spielertrainer tätig zu sein. Dieses Angebot nahm er auch an. Er trainert beim Orange County Club in Anaheim, wo auch Bach spielt. Bei kleineren internationalen Turnieren trat er auch immer mal an, mehrmals gewann er bei seinem Heimat-Grand-Prix US Open im Doppel und Mixed.

Erst nach den Olympischen Spielen von Athen, für die sich sein jetziger Partner Howard Bach mit Kevin Han qualifiziert hatte, spielten die beiden regelmäßiger international. Als einziger Erfolg gelang ihnen allerdings der Sieg bei den Dutch Open im Oktober 2004, einem Zwei-Sterne-Turnier.
Dass der 30-Jährige (Halbfinalist Alven: "Our senior") sich und seinen Partner derart in Form bringen konnte, hier in Anaheim den Titel zu gewinnen, war für alle Beteiligten völlig überraschend. Sogar für Gunawan selber kam der Erfolg unerwartet. „Ich wollte ein wenig Badminton in den USA promoten, dass wir hier gewinnen würden, hätte ich nie erwartet“, erklärte er in der Pressekonferenz nach dem Sieg.
Schon im Turnierverlauf hatte sie allerdings aufhorchen lassen. Sie schlugen nacheinander die besten Malaysier, dann Eriksen & Lundgaard und im Halbfinale die zweitbesten Indonesier Hadiyanto & Alven. Vor allem Gunawans Netzspiel wurde in höchsten Tönen sogar von seinem Gegnern gepriesen. Und Bach wuchs über sich hinaus. Er übernahme nach Gunawans Vorbereitung die Rolle des Versenkers: „I just had to do my job at the back.“
Leidtragende dieser rasanten Formsteigerung waren im Finale die Indonesier Wiyaja & Bugiarto, denen wie schon in Birmingham 2003 erneut nur die Vizeweltmeisterschaft blieb. Sie lagen im Entscheidungssatz zwar bis 11:9 noch vorn, doch unter dem fanatischen Anfeuerungsrufen der Zuschauer gelang den Amerikanern ein fulminanter Schlussspurt und nachdem sie gleich den ersten Matchball verwandeln konnten, versank die Halle in einem Freudentaumel.
Es war die erste WM-Medaille im Badminton für die USA. Damit muss die Liste der Medaillen gewinnenden Länder in diesem Jahr gleich um vier Nationen erweitert werden, denn außerdem kommen noch Deutschland, Neuseeland und Thailand hinzu. Die drei Letztgenannten stehen damit in der WM-Bilanz, was die Medaillen angeht, in einer Reihe mit den führenden Badminton-Nationen Dänemark und Korea, für die diese WM mehr oder weniger ein Desaster war. Für die Engländer reichte es nicht einmal für ein Halbfinale, nachdem Mixed-Spezialist Nathan Robertson sich unmittelbar vor Turnierbeginn beim Training verletzt hatte.

       

Plansoll übererfüllt: Entwicklungshelfer Tony Gunawan (li) wollte Badminton in den USA promoten und wurde der erste amerikanische Weltmeister.

Halbfinalergebnisse

Herreneinzel:
Lin Dan (CHN) - Peter Gade (DEN) 15:9 13:15 15:11
Taufik Hidayat (INA) - Lee Chong Wei (MAS) 15:3 15:12
Dameneinzel:
Zhang Ning (CHN) - Xu Huaiwen (GER) 11:7 11:9
Xie Xingfang (CHN) - Cheng Shao-Chieh (TPE) 2:11 11:5 11:6 
Herrendoppel:
Tony Gunawan & Howard Bach (USA) - Luluk Hadiyanto & Yulianto Alven (INA) 15:9 15:13
Candra Wijaya & Sigit Budiarto (INA) - CHAN Chong Ming & KOO Kien Keat (MAS) 15:9 15:11
Damendoppel (Fr):
Yang Wei & Zhang Jiewen (CHN) - Lee Kyung-Won & Lee Hyo-Jung (KOR) 15:4 15:3
Gao Ling & Huang Sui (CHN) - Zhang Dan & Zhang Yawen (CHN) 15:5 15:8
Mixed:
Xie Zhongbo & Zhang Yawen (CHN) - Daniel A Shirley & Sara Runesten-Petersen (NZL) 15:8 15:8
Nova Widianto & Lilyana Natsir (INA) - Sudket Prapakamol & Saralee Thungthongkam (THA) 15:9 3:15 15:10.

 

Für Gade langte es gegen Lin Dan nur zum Satzgewinn

Chinesen witterten Schiedsrichter-Komplott

Von Cecelia Lau
Von helle Aufregung im chinesischen Lager sorgte eine Aufschlagrichterentscheidung im Halbfinale zwischen Lin Dan und Peter Gade. Als Lin Dan im zweiten Satz zwei Punkte vom 11:14 auf 13:14 aufgeholt hatte und mit entsprechender Hochstimmung zum Ausgleich aufschlug, wurde ihm aus heiterem Himmel sein folgender Rückhand-Aufschlag als fehlerhaft abgeschiedst. Das regte vor allem Chinas Chefcoach Li Yongbo auf, der sogleich einen Protest startete. Denn Gade nutzte die unverhoffte Chance und holte sich gegen den irritierten Lin den Satz. In der Fünf-Minuten-Pause begann Li Yongbo eine heftige Diskussion mit Referee Torsten Berg.
Die Komplott-Theorie war schnell gestrickt: Der Aufschlagrichter war ein Indonesier – was schon mal ein Unding sei - der Referee ein Däne. Letzterer hätte natürlich ein naturgegebenes Interesse daran, dass Gade gewinnen würde. Ersterer, dass Hidayats Finalgegner nicht der gefährliche Lin Dan sein solle, sondern der als ungefährlicher eingeschätzte Gade.
Für Chinas Presse eine schöne Story. Die China News agency ließ in der Aufarbeitung genüsslich noch einen internationalen Referee, „der ungenannt bleiben wollte“, zu Wort kommen. Der erklärte dann auch, dass, wenn beide Partner sich kämpfenderweise dem Matchpunkt näherten, es völlig unüblich sei, besonders im Einzel, plötzlich einen Auschlagfehler anzuzeigen.
In der Pressekonferenz nach dem Spiel wollte sich Lin Dan nicht zu dem Aufschlagrichter äußern. Gade gestand, dass er nicht glücklich über ihn gewesen sei. Lin Dans Sieg bezeichnete der Däne als verdient. „Er hat äußergewöhnlich gut gespielt. Er ist in guter Form und sehr schnell. Ich habe mein Bestes gegeben. Es ist bedauerlich, aber ich habe das WM-Finale wieder mal verpasst.“
1999 war Gade im Halbfinale an Fung Permadi gescheitert, 2001 verlor er das Endspiel gegen Hendrawan, 2003 schied er nach langer Verletzungsphase bereits in der ersten Runde gegen Kuncoro aus. Der durchaus beeindruckenden WM-Sammlung des Dänen wird nun eine Bronzemedaille hinzugefügt. Zum Favoriten fürs Finale erklärte Gade dann Lin Dan: „Es wird zwar ein enges Spiel, aber Lin Dan hat Vorteile in der Schnelligkeit.“

    

           

Viertelfinalergebnisse (Freitag)

Herreneinzel:
Lin Dan (CHN) - Lee Hyun Il (KOR) 5:15 15:7 15:8
Peter Gade (DEN) - Chen Hong (CHN) 15:13 15:4
Lee Chong Wei (MAS) - Bao Chunlai (CHN) 15:5 15:7
Taufik Hidayat (INA) - Kenneth Jonassen (DEN) 3:15 15:10 15:7

Dameneinzel:
Zhang Ning (CHN) - Kaori Mori (JPN) 11:4 11:6
Xu Huaiwen (GER) - Pi Hongyan (FRA) 11:3 11:2
Cheng Shao-Chieh (TPE) - Wang Chen (HGK) 11:9 5:11 11:6
Xie Xingfang (CHN) - Tracy Hallam (ENG) 11:3 11:1

Herrendoppel:
Tony Gunawan & Howard Bach (USA) - Jens Eriksen & Martin Lundgaard Hansen (DEN) 15:9 15:10 
Luluk Hadiyanto & Yulianto Alven (INA) - Jae Sung Jung & Jae Jin Lee (KOR) 15:5 12:15 15:7
CHAN Chong Ming & KOO Kien Keat (MAS) - Flandi Limpele & Eng Hian (INA) 6:15 15:12 15:10
Candra Wijaya & Sigit Budiarto (INA) - Lars Paaske & Jonas Rasmussen 15:10 11:15 15:9

Damendoppel (gespielt am Do):
Wei Yang Wei (CHN) & Zhang Jiewen - Gail Emms & Donna Kellogg (ENG) 15:7 15:10
Lee Kyung-Won & Lee Hyo-Jung - Pei Tty Wong & Eei Hui Chin (MAS) 15:6 15:5
Zhang Dan & Zhang Yawen (CHN) - Wei Yili & Zhao Tingting (CHN) 15:8 15:9
Gao Ling & Huang Sui (CHN) - Saralee Thungthongkam & Sathinee Chankrachangwong (THA) 15:3 15:4 

Mixed:
Daniel A Shirley & Sara Runesten-Petersen (NZL) - Lee Jae-Jin & Lee Hyo-Jung (KOR) 15:11 15:13
Xie Zhongbo & Zhang Yawen (CHN) - Chen Qiqiu & Zhao Tingting (CHN) 6:15 17:14 15:2
Nova Widianto & Lilyana Natsir (INA) - Frederik Bergström & Johanna Persson (SWE) 15:6 15:6 
Sudket Prapakamol & Saralee Thungthongkam (THA) - Zhang Jun &  Gao Ling (CHN) 10:15 15:7 15:11.

    


Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV
FOTOS AUS ANAHEIM VON EDWIN LEUNG (Klickbig)
SensationsweltmeisterTony Gunawan (li) & Howard Bach.
Siegerehrung im Doppel Herren: (v.l.) Sigit Budiarto, Candra Wijaya, Tony Gunawan, Howard Bach, Luluk Hadiyanto, Yulianto Alven, Koo Kien Keat und Chan Chong Ming.
Nie zuvor wurde ein Olympiasieger im Herreneinzel auch Weltmeister: dies gelang jetzt erstmals Taufik Hidajat.
Die Medaillengewinner im Herreneinzel: (v.l.) Lin Dan, Taufik Hidayat, Peter Gade, Lee Chong Wei.
Holte sich schöne Entschädigung für entgangene Olympiateilnahme: Xie Xingfang.
Zeigte den Chinesen, dass auch kleine Leute große Leistungen bringen können: Xu Huaiwen mit Bronzemedaille.
Mixed-Sieger Nova Widianto (li) & Lilyana Natsir.
Siegerehrung im Mixed: (v.l.) Xie Zhongbo, Zhang Yawen, Nova Widianto, Lilyana Natsir, Saralee Thungthongkam, Sudket Prapakamol, Daniel Shirley, Sara Runesten-Petersen (NZL).
Siegerehrung im Damendoppel mit sechs Chinesinnen und zwei Koreanerinnen: (v.l.) Huang Sui, Gao Ling, Yang Wei, Zhang Jiewan, Zhang Yawen, Zhang Dan, Lee Hyo-Jung and Lee Kyung-Won.
Die Olympiasiegerinnen wurden auch Weltmeisterinnen: Yang Wei (li) und Zhang Jiewan.

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