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Individual-WM 2005 - Anaheim

Vom 15. bis 21. August im Arrowhead Pond  
 

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Ein historischer Moment für den DBV - WM-Bronzemedaille für Xu Huaiwen

     

Nach dem Medaillengewinn sprach badminton.de mit Xu Huaiwen

   

„Das Training ist manchmal sauhart für mich“

   

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch. Wie fühlt frau sich, mit einer Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft?

Sehr froh. Ich bin zufrieden mit mir. Und auch stolz. Das harte Training im Sommer hat sich gelohnt. Aber nun bin ich müde, nicht körperlich, aber im Kopf. Ich hatte mich so stark mit all meinen Gedanken auf das Turnier fokussiert.

Du hattest dir im Laufe der Zeit Setzplatz sechs erkämpft. Hast du nach der Auslosung gedacht, dass du eine Medaille gewinnen könntest?
Ja, das habe ich schon gedacht. Aber ich wusste natürlich, dass die Chancen gegen Pi Hongyan fünfzig zu fünfzig stehen. Ich habe oft gegen sie auch verloren. Zuletzt in Thailand im dritten Satz nur in der Verlängerung knapp gewonnen.

Aber das Spiel ging dann deutlich an dich.
Ich hatte viel Selbstvertrauen. Und eine positive Haltung. Denn wir hatten gut trainiert, viel härter als früher. Ich bin ganz locker aufs Feld gegangen und habe gar nicht so viel nachgedacht.

Wer das Spiel gegen Pi gesehen hat, hat erlebt, dass du viel angegriffen hast. Hattest du dir diese Taktik zurechtgelegt?
Eigentlich nicht. Ich konnte deshalb viel angreifen, weil sie oft zu kurz gespielt hat. Im ersten Satz hat sie vorsichtig geschlagen, damit ihre Bälle mit dem Wind hinten nicht ausgingen. Dadurch kamen viele zu kurz und ich konnte angreifen. Im Zweiten waren ihre dann zu kurz, weil sie gegen den Wind spielen musste. Da konnte ich wieder draufhauen. Sie war wohl nervös, hat auch langsamer gespielt als sonst.

Und das Halbfinale gegen Zhang Ning, warum reichte es da nicht zum Sieg?
Tja, sie ist gut. Doch meine Chance war da. Aber in der Erfahrung ist sie besser als ich. Es war schon ein Unterschied zwischen Pi und Zhang Ning. Im Wettkampf hatte ich vorher auch noch nie gegen sie gespielt. Von Technik und Kondition ist sie aber nicht besser als ich, glaube ich.

Tatsächlich? Du glaubst nicht, dass sie noch etwas fitter ist als du?
Nein, glaube ich nicht. Sie hat mehr Erfahrung auf diesem ganz hohen Niveau, hat viel mehr Spiele dort gemacht. Aber ich bin jetzt auch fit. Wir machen jetzt in Saarbrücken auch unser physisches Training immer betreut. Ich muss alles mitmachen. Das ist manchmal sauhart für mich. Ich bin ja schon dreissig. Aber ich trainiere immer mit den Jungs. Ich mache alles mit. Es hat mir viel geholfen. Es dauerte früher immer so lange, in einem Ballwechsel einen Punkt zu holen. Jetzt fühle ich mich besser auf dem Feld, da geht es schneller mit den Punkten.

Hast du denn Kontakt zu den chinesischen Spielerinnen, viele kennst du ja aus der früheren Zeit? Redet ihr miteinander?
So - so. Aber gerade mit Zhang Ning habe ich guten Kontakt. Wir mailen sogar miteinander.

Machte es dir nicht auch Freude, den chinesischen Trainern, die dich ja nicht weiter fördern wollten weil du zu klein warst, zu zeigen, dass du doch gut geworden bist?
Ja natürlich! Ich möchte auch noch weiter herausfinden, wie gut ich noch werden kann.

Was machst du als nächstes?
Die deutschen Mannschaft ist ja gleich nach dem Halbfinaltag wieder zurück geflogen. Nach der Siegerehrung bleibe ich noch zwei Tage für Verwandtenbesuch hier in den USA. Dann fliege ich nach Deutschland zurück.  Mein nächste Turnier ist dann Griechenland Open Ende September.

badminton.de sagt vielen Dank und noch mal im Namen aller deutschen Badmintonfreunde herzliche Glückwunsch.
  

2005 die besten vier Badmintonspielerinnen der Welt: Zhang Ning, Xie Xingfang, Cheng Shao-Chieh und Xu Huaiwen.

Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV
FOTOS AUS ANAHEIM VON EDWIN LEUNG (Klickbig)






Belohnung harter Trainingsarbeit für Xu Huaiwen: Triumphmarsch zur Medaillenvergabe.

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