DBV-Talentteams

Tobias Grosse - Teamleiter der DBV-Talentteams U 16 bis U 13. Foto: Monika Barther.

      

badminton.de sprach mit Tobias Grosse zur Umstrukturierung bei den Talentteams des DBV

    

Nachwuchsspielern soll eine Idee von Leistungssport vermittelt werden

   

(23.8.06) Mit vier Jugendländerspielen in den Altersstufen U 19, U 17 und U 15 und dem Internationalen Langenfeld Cup beginnt in dieser Woche auch für unsere Jugendlichen die Wettkampfsaison. Anlass für badminton.de zu einem Gespräch mit DBV-Jugendtrainer Tobias Grosse zur aktuelle Strukturierung der DBV-Talentteams.

   

Die Zusammensetzungen der Talentteams für die kommende Saison steht ja fest. Sind auch die Trainer endgültig benannt?
Ja, wir haben die Zuständigkeiten geordnet. Gesamtverantwortlicher für das Talentteam U 13 bis U 16 bin ich. Ich leiste die organisatorische Arbeit. Dazu bin ich Teamleiter bei U 13 und bei U 14. Teamleiter U 15 ist Sven Schüler, Teamleiter U 16 Marcus Busch. Wir verstehen uns aber ganz deutlich als "Team im Team". Die Arbeit mit den Spielern leisten in erster Linie die einzelnen Teamleiter. Darüber hinaus sind wir sehr froh, Heinz Kelzenberg und Rena Eckart weiterhin an Bord zu haben. Rena wird in U 13 mitwirken, Heinz in U 13 und U 14, insbesondere bei den Sichtungen, da er da einfach die meisten Erfahrungswerte hat.

Stephan Kuhl ist auch noch dabei. Was macht der?
Stephan war ursprünglich als Teamleiter U 14 vorgesehen, kann diese Rolle aus zeitlichen Gründen zunächst aber nicht ausüben. Er hat sich halt für eine Hochzeit in diesem Jahr entschieden - sicher auch die bessere Entscheidung. Er wird aber bei der einen oder anderen Maßnahme als Trainer schon einmal mitwirken. Geplant ist ein Einstieg als Talentteamtrainer U 14 Anfang 2007.

Warum wurden eigentlich die Talentteams umstrukturiert? Hat sich die Zusammenfassung der Jahrgänge U 16 und U 17 im ehemaligen Talentteam U 17 nicht bewährt?
Der Hintergrund war der, dass die zweitjährigen U17er frühzeitig und langfristig auf die internationalen Jugendhöhepunkte, also die EM und die WM U 19, vorbereitet werden sollen. Wenn möglich, über drei Jahre im Perspektivteam unter der Leitung von Holger Hasse und Bernd Brückmann. Deshalb hat diese Alterstufe zwangsläufig viele Kontaktpunkte zum U-19-Bereich und weniger zum U-16-Bereich, dem Jahr, in dem ja erst auf eine Fokussierung hingearbeitet werden soll.

Wie schaut das neue Konzept aus?
Hinter dem vierstufigen Talentteam von U 13 nach U 16 steckt die Idee, Talente zu finden und sie behutsam auf die Anforderungen im Nachwuchsleistungssport vorzubereiten und ihnen eine erste Idee vom Erwachsenen-Leistungssport zu vermitteln. Dabei haben die U-13- und U-14-Jahre ganz klar die Bedeutung des "Kennenlernens" des DBV und vor allem des Begriffes Leistungssport. Maßnahmen mit dem TTD bestreiten wir schwerpunktmäßig ab U 14. Im U-15-Jahr gibt es im Normalfall die ersten Höhepunkte zu erleben, mit der Deutschen Meisterschaft, bei der man oben mitspielen kann, mit dem Danish Junior Cup und dem Acht-Nationen-Turnier U 15. Wir hoffen darauf, dass unsere jungen Spieler durch solche Turniere und den internationalen Vergleich "Blut lecken" und Lust darauf bekommen, in der internationalen Spitze mitzumischen.

Und U 16 ist ein Übergangsjehr?
Das U-16-Jahr dient als Entscheidungsjahr, in dem auf eine Entscheidung der Spieler pro Leistungssport hingewirkt wird. Damit sie gut vorbereitet ins PET gehen.

Was ist PET?
Das Perspektivteam U 17 bis U19, das frühere Talentteam U 19.

Wie viele Spieler sind jetzt in den einzelnen Teams?
Im U-13-Team haben wir nach wie vor die Idee eines breiten Einstiegs. Zurzeit haben wir dementsprechend 21 Kinder nominiert, 17 aus dem Jahrgang ’94 und vier aus dem Jahrgang ’95. Mit dem Übergang zu U 14 wird erstmals verschlankt. In dieser Saison sind zwölf Spieler dabei, bei U 15 dreizehn. In das U-16-Team sind vorerst acht Spieler berufen worden. U 14 und U 15 ergeben zusammen die 25 Spieler, die vorher im TTD I waren. Diese Gesantzahl gilt für diese beiden Jahrgänge zusammen weiterhin aufgrund der Finanzierung durch die Landesverbände. Insgesamt gibt es aber für U 13 und U 16 keine festen Zahlen, wobei wir sicher 24 bei U 13 und 8 bei U 16 nicht überschreiten werden.

Wann gibt es die nächsten Möglichkeiten für Spieler, sich sichten zu lassen?
Auch 2007 finden wieder Dezentrale Sichtungen zur Aufnahme ins TTD U 13 statt, die rechtzeitig ausgeschrieben werden. Für U 14 wird es wie schon in diesem Jahr keine Dezentralen Sichtungen mehr geben. Wir arbeiten auf einen leicht früheren Einstieg in das Talentteam und damit in den Leistungssport hin. Die 94er aus dem jetzigen TTD U 13 werden 2007 direkt bei der U-14-Sichtung dabei sein. Zusätzlich ist Platz für Quereinsteiger.

Es besteht also die Chance, noch in die Talentteams aufgenommen zu werden, auch wenn man nicht gleich bei U 13 dabei war?
Wichtig ist auf alle Fälle die Info, dass der Einstieg in das Talentteam jährlich möglich ist. Dezentrale, große Sichtungen gibt es zwar nur in U 13, aber wir möchten immer wieder betonen, dass die Türen offen sind. Der Quereinstieg ist definitiv möglich, das hat auch in diesem Jahr die U-16-Sichtung wieder bewiesen. Immerhin sind vier von acht Spielern vorher nicht TTD-Mitglied gewesen. Auf der anderen Seite kann es aber auch passieren, dass man nach nur einem Jahr Förderung das Talentteam auch wieder verlassen muss.

Gibt es eigentlich Wettkampfmaßnahmen für den U-13-Bereich?
Noch für diesen Oktober ist ein U-13-Wettkampf innerhalb des TTD in Jena geplant, um den Vergleich zu fördern, da es bisher ja keine überregionalen U-13-Ranglisten gibt. Was nichts daran ändert, dass es bei dem Ansatz bleibt, die Perspektive zu bewerten und nicht die aktuelle Leistungsstärke. Das Turnier soll lediglich dem Vergleich und damit dem Erfahrungsgewinn dienen. Außerdem wollen wir in der Zeit zwischen Oktober und Mai, wo die U-14-Sichtung stattfindet, noch eine Maßnahme anbieten und prüfen derzeit die Finanzierung.

Reichen eigentlich die bisherigen Maßnahmen zur Talentfindung aus?
Die müssen wir in der Tat ausweiten. Wenn man ehrlich ist, muss man doch zugeben, dass die Talentfindung in den Vereinen und Landesverbänden in vielen Fällen häufig von Zufällen abhängig ist und ein wenig Glückssache. Eine systematische Talentsuche existiert sicher nur selten. Wir haben uns auf die Talentteam-Fahne geschrieben, genau in diesem Bereich aktiv zu werden und wollen so etwas wie eine „Talentoffensive“ starten.

Was heißt das? Gibt es schon konkrete Ideen?
Wir haben auf dem Leistungssport-Workshop im April in Jena die Idee eines „Talent-Scouts“ in Leben gerufen. Speziell ausgebildete Trainer in den Landesverbänden, die eine kleine Auszeichnung durch den DBV erhalten und die Aufgabe haben, an ausgewählten Standorten in ihren Landesverbänden auf die Suche nach Talenten zu gehen. Den Gedanken müssen wir noch weiterentwickeln.

badminton.de bedankt sich für das Gespräch und wünscht viel Erfolg.


© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.