Zum Bericht über den DBV-Verbandstag 2006 in Gera "Nach 18-jähriger Regentschaft...".

 

Verabschiedung von Präsident Prof. Dieter Kespohl beim DBV-Verbandstag 2006 in Gera

Zwei langjährige Weggefährten: Henning Krösche (re) wurde Dieter Kespohls Nachfolger als Präsident des Landesverbandes Rheinhessen-Pfalz, als dieser 1988 zum DBV-Präsidenten gewählt wurde.

        

Als Vertreter der Landesverbände hielt Dr. Henning Krösche, der Präsident des Landesverbandes Rheinhessen-Pfalz, die Verabschiedungs- und Würdigungsrede für Dieter Kespohl

   

"Es ist Dir gelungen, den Deutschen Badminton-Verband in die vorderste Reihe der Badmintonnationen in Europa zu bringen und auch weltweit erfolgreich zu sein"

    

Lieber Dieter,

wenn man so lange wie Du in Amt und Würden war, ist es nicht einfach, jemanden zu finden, der nur annähernd in der Lage ist, Deine Arbeit und alle Deine Erfolge zu kennen und zu würdigen. Ich möchte es trotzdem versuchen, weil wir viele Jahre eng zusammen gearbeitet haben und ich einiges aus nächster Nähe miterleben konnte.

Wir sind etwa gleich alt und auch fast gleichzeitig aus dem Norden in die Pfalz gekommen. Du aus Berlin, ich aus Niedersachsen. Im Norden sind wir uns noch nicht über den Weg gelaufen, weil wir beide nicht zur allerersten Deutschen Leistungsspitze gehörten und damals die Gruppen noch nicht den Stellenwert hatten wie heute. In der Pfalz angekommen haben wir uns dann bei den Senioren viele ausgeglichene und packende Kämpfe geliefert, Du für den 1. PBC Neustadt, ich für Post Ludwigshafen.
Du hast dann sehr früh Deine Vorstellungen bezüglich Leistungssport-Entwicklung im Badminton umgesetzt und die Trainerlaufbahn eingeschlagen. Du warst als A-Trainer und ab 1977 als Lehrwart im Badminton-Verband Pfalz aktiv.
Das war damals neu in der Pfalz und ich erinnere mich noch gut, wie Du Deinen Kader-Leuten - einer meiner Söhne gehörte auch dazu - bei den Lehrgängen Hausaufgaben mitgegeben hast, über deren Erfüllung sie wöchentlich in einem Brief an Dich Bericht zu erstatten hatten.
Sehr früh hast Du dann auch begonnen, mit einem Modellversuch am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern gemeinsam mit dem damaligen Schulleiter Dr. Zink für die Internatsschüler Badminton als Leistungsfach einzuführen. Du hast dafür unter anderem Deine Mittagspause geopfert, um den jungen Sportlern schon während des Tages ein qualifiziertes Training zu bieten. Das Interesse an dieser neuen Trainingsmöglichkeit im Rahmen einer normalen Schulausbildung war groß und aus ganz Deutschland kamen junge Sportler nach Kaiserslautern.
Im Jahre 1979 hast Du dann als Vorsitzender des Badminton-Verbandes Rheinhessen-Pfalz diese Aktivitäten verstärkt fortgeführt, der Leistungssport wurde sozusagen zu Deinem Markenzeichen.
Als Erfolge aus dieser Zeit seien genannt: die Deutschen Mannschafts-Meisterschaften durch den TV Mainz-Zahlbach von 1984 bis 1987 und viele nationale und internationale Einzelmeistertitel von "Deinen" jungen Sportlern aus der Pfalz.
Aus der Kaderschmiede Heinrich-Heine-Gymnasium kamen in dieser Zeit so klangvolle Namen wie Katrin Schmidt, Guido Schänzler, Stephan Kuhl, Michael Helber und Uwe Ossenbrink und in neuerer Zeit dann Jens Roch und Dieter Domke.
Im Jahre 1988 wurdest Du dann in Schwäbisch Gmünd zum Präsidenten des DBVs gewählt und hast natürlich auch hier die Jugendarbeit und den Leistungssport zu einer Deiner Hauptaufgaben gemacht.
Mit dieser Zielvorgabe ist es Dir gelungen, den Deutschen Badminton-Verband in die vorderste Reihe der Badmintonnationen in Europa zu bringen und auch weltweit erfolgreich zu sein.
Im Einzelnen muss ich das hier in diesem Kreis sicher nicht ausführen, da viele hier Anwesende Dich in dieser Zeit von damals bis heute erfolgreich begleitet haben und die einzelnen Erfolge gut kennen.

Aber auch der Breitensport kam offenbar in dieser Zeit nicht zu kurz, denn in den Jahren Deiner Amtszeit als Präsident des Deutschen Badminton-Verbandes stiegen die Mitgliederzahlen des DBV von ca. 110.000 auf mehr als 200.000 an - wie auch immer gezählt. Damit rückte der Badmintonsport aus dem Image als Mauerblümchen nach Mitgliedern in die Mitte der Fachverbände im DSB vor und steht heute gleichberechtigt bzw. sogar vor vielen traditionsreichen und schon viel länger in Deutschland etablierten Sportarten.
Eines möchte ich als einer der Verbandsfürsten aus dieser Zeit noch anmerken: Wir haben versucht, Dich in Deinem Vorhaben immer zu unterstützen, auch wenn das oft wegen der fehlenden Finanzmittel nicht ganz einfach war.
Ich denke da zum Beispiel an den Verbandstag in Hamburg, als wir den Haushalt Punkt für Punkt durchgegangen sind, um hier und da noch Einsparungen zum Haushaltsausgleich vorzunehmen.
Immer aktuell und das bis heute war zum Beispiel auch das Thema Mitgliedsbeiträge der Landesverbände an den DBV. Ich hoffe, dass wir das zum Ende Deiner Amtszeit auch noch erfolgreich lösen können.
Wir waren sicher in mancher Hinsicht Dir oft keine einfachen Partner. Aber ich glaube, dass inzwischen, spätestens nach der Einführung der regelmäßigen Gespräche zwischen DBV-Vorstand und Landesverbandsvorsitzenden, eine gute Arbeitsplattform geschaffen ist, die auch für Deinen Nachfolger eine verlässliche Basis zur Zusammenarbeit bietet.
Lieber Dieter, Du schneidest mit Deinem Ausscheiden beim DBV nicht die Verbindung zu uns ab. Du wirst als Council-Mitglied bei der IBF weiter tätig sein und hier unter anderem die weltweite Trainerausbildung im Auge behalten, also versuchen jetzt weltweit den Leistungssport im Badminton noch weiter voranzubringen.
Wir danken Dir für Deine langjährige, erfolgreiche Tätigkeit als Präsident des DBV und wünschen Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Deinen zukünftigen Aufgaben in der IBF.
Als Dankeschön für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit wollen wir Verbandspräsidenten Dir ein kleines Erinnerungsgeschenk machen. Wir hoffen, dass es Dir gefällt.
Der Präsident des Landesverbandes Niedersachen, Herr Kindervater, wird es Dir jetzt übergeben.


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