2. Mannschafts-Weltmeisterschaft der Gehörlosen 2007 - Individualwettbewerbe
   
World Deaf Badminton Championships


Vom Di 2. bis Fr 5. Oktober 2007 in Mülheim a.d. Ruhr (Deutschland), RWE Rhein-Ruhr Sporthalle, An den Sportstätten.

 

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Modus: Hauptrunden in 32er-Feldern, Mixed 64er. In den Einzeln vorher Gruppenspiele. 
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Extraklasse: Der nun für Großbritannien startende Inder Rajeev Bagga war einst bei den "Normalos" Indischer Meister. Foto: Peter Schöler

Deutschland war auf dem Treppchen mit einmal Bronze dabei

  

Medaillen wurden auf elf Länder verteilt

      

Herreneinzel
Finale: Rajeev Bagga (GBR) - Jannich Andersen (DEN) 21:16 21:14
Im Platz 3: Rohit Bhaker (IND) - Tomas Dovydaitis (LTU) 25:23 21:14
Dameneinzel
Finale: Kristina Dovydaityte (LTU) - Olga Gurina (RUS) 21:7 21:17
Um Platz 3: JEONG Seon-Hwa (KOR) - Mari Ishii (JPN) 14:21 21:6 21:19
Herrendoppel
Finale: TEH Cheang Hock & YEO Kok Fang (MAS)  - Rajeev Bagga & Carl Sadler (GBR) 21:14 21:14 
Um Platz 3: HUANG Chung-Han & LIN Chien-Chen (TPE) - Jesper Sondergaard & Jannich Andersen (DEN) 21:12 21:16
Damendoppel
Finale: Mika Hiwatari & Mio Inoue (JPN) - Gergana Baramova & Silviya Chapkanova (BUL) 21:14 21:14
Um Platz 3: JEONG Seon-Hwa & YU Eun-Kyung (KOR) - Mari Ishii & Aiko Nozu (JPN) 21:8 21:16
Mixed
Finale: Artemy Karpov & Alena Pavlova (RUS)  - Tomas Dovydaitis  & Kristina Dovydaityte (LTU) 21:13 21:16
Um Platz 3: Oliver Witte & Saskia Fischer (GER) - SHIN Kung-Duk & JEONG Seon-Hwa (KOR) 21:14 21:17.

Siegreiche Russen waren einen Tick besser: Saskia Fischer & Oliver Witte mussten sich mit Bronze begnügen. Foto: Martin Knupp

Die Spiele der Deutschen - Viermal bis ins Viertelfinale

  

Versöhnlicher Abschluss: Oliver Witte & Saskia Fischer gewannen Bronze    

        

Herreneinzel (32er-Feld)
Oliver Witte (*7)
   1.Rd. - Tsung-Ting Lin (TPE) 21:10 21:4
   Afin.: - Daisuke Miyazaki (JPN) 21:8 21:10
   Vfin.: - Rajeev Bagga (GBR) 9:21 14:21
Rainer Gebauer
   1.Rd.: - Nikola Tyankov (BUL) 21:6 21:9
   Afin.: - Rohit Bhaker 12:21 8:21
Jens Bischoff - Rohit Bhaker (IND) 5:21 6:21
Michael Behrendt - Artemy Karpov (RUS) 8:21 4:21
Dameneinzel (32er-Feld)
Svenja Klopp (*5)
   1.Rd.: - Viktorija Novik (LTU) 21:15 21:12
   Afin.: - Sakia Fischer (GER 21:8 21:13
   Vfin.: - Mari Ishii (JPN) 12:21 14:21
Helga Diesslin (*6)
   1.Rd. - Lill-Beate Ulstein (NOR) 21:13 21:13
   Afin.: - Mari Ishii (JPN) 7:21 7:21
Saskia Fischer
   1.Rd.: - Olive Brennan (IRL) 21:11 21:12
   Afin.: - Svenja Klopp (GER) 8:21 13:21
Elke Gerstner - Anastasia Sedova (RUS) 18:21 19:21
Herrendoppel (32er-Feld)
Rainer Gebauer & Oliver Witte
   1.Rd.: - Azrian Abdul Rahman & Kah Fei Wong (MAS) 21:18 21:12
   Afin.: Jun Nakanishi & Daisuke Miyazaki (JPN) 21:14 19:21 11:21
Michael Behrendt & Jens Bischoff - John Kelly & James Lawlor (IRL) 17:21 23:21 17:21
Damendoppel (32er-Feld)
Saskia Fischer & Svenja Klopp
   1.Rd.: - Mazihan Mustapha & Norsyamila Noordin (MAS) 21:5 21:5
   Afin.: - Nicola Reynolds & Janet Thomson (GBR) o.K.
   Vfin.: - Mika Hiwatari & Mio Inoue (JPN) 21:18 23:25 15:21
Helga Diesslin & Elke Gerstner (*2)  - 1.Rd. frei / Afin.: Gergana Baramova & Silviya Chapkanova (BUL) 25:27 20:22
Mixed (64er-Feld)
Oliver Witte & Saskia Fischer (*2)
   1.Rd.: o.K./ 2.Rd.: - Cheang Hock Teh & Chia Ling Teoh (MAS) 21:8 21:12
   Afin.: - Robert Gravogl  & Katrin Neudolt (AUT) 21:15 21:13
   Vfin.: - Jun Nakanishi & Mika Hiwatari (JPN) 21:8 21:10
   Hfin.: - Artemy Karpov & Alena Pavlova (RUS) 14:21 21:17 17:21
   Um Platz drei: - JEONG Seon Hwa & SHIN Kung-Duk (KOR) 21:14 21:17
Rainer Gebauer & Svenja Klopp (*8)
   - Chung-Han Huang & Chin-Yueh Lin (TPE) o.K.
   - Daisuke Miyazaki & Mio Inoue 7:21 11:21 
Jens Bischoff & Elke Gerstner - Geon Yong No & Eun-Kyung Yu (KOR) 16:21 24:26
Michael Behrendt & Helga Diesslin - Takeshi Katsuta & Mari Ishii (JPN) 15:21 12:21

Der Tag der Finalspiele
Die letzte Medaillenchance wurde genutzt
Von Katja Kluttig
Nur noch eine Chance auf eine Medaille bei dieser Weltmeisterschaft hatte die deutsche Mannschaft nach den Niederlagen am Donnerstag. Das eingespielte Mixed Saskia Fischer & Oliver Witte stand im Halbfinale. Hier trafen sie auf das russische Paar Alena Pavlova und Artemy Karpov.
Der erste Satz war schon schwer, unnötige Fehler vergrößerten den Vorsprung der Russen stetig und der Satz ging 14:21 verloren. Im zweiten Satz konnten die Deutschen sich dann herankämpfen und beim 21:17 dachten viele Zuschauer, der Knoten sei geplatzt und die Endspielteilnahme sicher. Doch dann ging der Ball zu häufig ins Aus oder ins Netz und der Druck machte beiden Spielern zusehens zu schaffen. Letztendlich verlor das deutsche Mixed 17:21 und konnte nur noch auf den dritten Platz hoffen.
Der sollte es dann am Ende auch werden. Das „kleinen Finale“ war für die meisten Besucher der Rhein-Ruhr Sporthalle gegenüber dem Endspiel naturgemäß das interessantere Spiel,
da es um die letzte Medaillenchance der deutschen Mannschaft ging. Saskia Fischer & Oliver Witte spielten gegen die jungen Koreaner Seon-Hwa Jeong & Kyung-Duk Shin und konnten endlich ihr Spiel bis zum Ende durchziehen. Mit 21:14 und 21:17 gelang ihnen ein deutlicher Sieg.
Mixed: Wiederholung aus dem Team-Finale
Wie schon im Mannschaftsfinale, standen sich auch im Mixed Russland und Litauen gegenüber. Alena Pavlova & Artemy Karpov waren in beeindruckender Form und setzten die Geschwister Dovydaityte & Dovydaitis von Anfang an unter Druck. Ein klarer Sieg unter zwanzig Minuten 21:13 und 21:16 war das verdiente Ergebnis.
Dameneinzel: Dramatisches Spiel um Platz drei
Im Dameneinzel gab es die nächste litauisch-russische Begegnung. Die an 1 gesetzte Litauerin Kristina Dovydaityte traf auf die Drittgesetzte Olga Gurina, die während des gesamten Turniers großartig in Form war. Im ersten Satz hatte sie der Litauerin wenig entgegenzusetzen und verlor mit 7:21. Anschließend holte sie auf und kämpfte weiter, scheiterte am Ende aber doch an der Souveränität von Dovydaityte. Es reichte nur für ein 17:21 im zweiten Satz.
Auch hier war das Spiel um den dritten Platz das spannendere. Titelverteidigerin Seon-Hwa Jeong und die an vier gesetzte Japanerin Mari Ishii. Jeong waren Enttäuschung und Erschöpfung deutlich anzumerken. Nach drei Halbfinals und dem Spiel um Platz drei im Mixed, die sie alle verloren hatte, war sie am Ende ihrer Kräfte. Der erste Satz ging 14:21 verloren und es sah so aus, als ob sie eine weitere Niederlage wegstecken müsste. Doch dann konnte sie im zweiten Satz einen deutlichen Vorsprung herausspielen und gewann 21:6. Auch die Japanerin war angeschlagen, ging nicht mehr zu jedem Ball und musste ein paar Mal um Verschnaufpausen bitten. Im dritten Satz schenkten die beiden sich nichts, um jeden Punkt wurde gerungen. Entsprechend knapp ging es nach Nerven aufreibenden 44 Minuten aus, diesmal zu Gunsten der Koreanerin mit 21:19.
Herreneinzel: Wer sonst als Bagga...
Alte Rivalen trafen im Herreneinzel aufeinander. Rajeev Bagga und Jannich Andersen standen im Endspiel und wieder einmal ging Bagga als Sieger vom Platz. Trotzdem wirkte das Spiel auf beiden Seiten nicht verbissen, sondern eher gut gelaunt. Mit einem 16:21 und 14:21 bewies Andersen auf jeden Fall, dass er kein leichter Gegner für Bagga ist.
Das Spiel um den dritten Platz war hier enger. Der erste Satz ging erst 25:23 an den an drei gesetzten Inder Rohit Bhaker. Sein Gegner Tomas Dovydaitis aus Litauen, versuchte es seiner Schwester gleichzutun. Im zweiten Satz zeigte er jedoch zunehmend Schwächen und verlor schließlich 14:21.
Damendoppel: Titel an Japanerinnen
Mika Hiwatari & Mio Inoue setzten sich deutlich gegen die verbissen kämpfenden Bulgarinnen Gergana Baramova & Silviya Chapkanova durch. Mit einem 21:14 und 21:14 errangen sie eine klare Entscheidung.
Das „kleine Finale“ in dieser Disziplin wurde Asien intern ausgefochten. Die Koreanerin Seon-Hwa Jeong, die noch von ihrem Sieg im vorherigen Spiel beflügelt schien, konnte mit ihrer Partnerin Eun-Kyung Yu erneut Mari Ishii aus Japan, die hier mit Aiko Nozu zusammen antrat, überzeugend mit 21:8 und 21:16 schlagen.
Herrendoppel: Malaysier The & Yeo ausgebufft
Das Herrendoppel-Finale bestritten Großbritannien und Malaysia. Rajeev Bagga trat mit Carl Sadler an und viele im Publikum rechneten nach dem großen Erfolg Baggas in den vorherigen Spielen mit einem klaren Sieg der Briten. Aber Cheang Hock Teh & Kok Fang Yeo spielten ein ausgebufftes Doppel bei dem es auch Yeo ein ums andere Mal gelang, Bagga einen Ball vor die Füße zu schmettern. Das verdiente, und für manche überraschende Ergebnis war 21:14 und 21:14 für Malaysia.
Auch im Spiel um den dritten Platz triumphierte im Herrendoppel Asien über Europa. Ebenfalls ein wenig überraschend konnten die beiden Taiwanesen Chung-Han Huang & Chien-Chen Lin die Dänen Jesper Sondergaard & Jannich Andersen schlagen.

Damit endete die offizielle zweite Badminton-Weltmeisterschaft der Gehörlosen. Ein Schiedsrichter bemerkte positiv, dass für fünf Disziplinen auch fünf verschiedene Nationalhymnen gespielt werden mussten. Elf von 21 teilnehmenden Nationen nehmen Medaillen mit nach Hause, darunter, dank der Bronzemedaille von Saskia Fischer &nd Oliver Witte, auch die Deutschen.

Ohne Chancen gegen Titelverteidiger Bagga: Oliver Witte aus Düsseldorf. Foto: Peter Schöler

Nach den Viertelfinalbegegnungen
Enttäuschungen -- und eine kleine Hoffnung
Von Katja Kluttig
Heute begannen die Ausscheidungsspiele im Mixed-Wettbewerb. Deutschland hatte gleich drei Paarungen am Start, die alle - zum Teil allerdings mit Freilosen - in die dritte Runde kamen. Helga Dießlin & Michael Behrendt scheiterten hier an dem starken Mixed aus Japan, Mari Ishii & Takeshi Katsuta und Svenja Klopp & Rainer Gebauer ebenfalls an einem japanischen Paar, Mio Inoue & Daisuke Miyazaki. Sie lieferten den Zuschauern ein spannendes Match und wieder eines, das bis zum Ende eng blieb aber unglücklich verloren wurde (10:21 21:14 19:21).
Das stärkste deutsche Mixed, Saskia Fischer & Oliver Witte schlug erfolgreich zwei Mixed aus Malaysia und Österreich und traf dann ebenfalls auf eine japanische Paarung. Gegen Mika Hiwatari & Jun Nakanishi behielten aber diesmal die Deutschen die Oberhand und zogen mit einem überzeugenden 21:11 und 21:19 ins Halbfinale ein.
Schwerer Stand für Deutsche im Einzel
Im Viertelfinale hatten die beiden letzten Deutschen einen schweren Stand. Svenja Klopp traf auf die an vier Gesetzte Mari Ishii aus Japan, die noch kein Spiel in diesem Turnier verloren hatte. Es sah von Anfang an nicht gut aus. Zwar konnte Svenja einige Male zeigen, dass sie zumindest zur europäischen Spitze gehört, aber ganz überzeugen konnte sie in diesem Match nie. Mit 12:21 und 14:21 musste sie sich geschlagen geben.
Noch schwerer hatte es Oliver Witte, der auf Rajeev Bagga traf. Das „Wunder von Mülheim“, auf das einige deutsche Zuschauer noch gehofft hatten, blieb aus. Er schlug sich tapfer und konnte dem Publikum ein paar schöne Szenen bieten, aber mit 9:21 und 14:21 blieb er chancenlos.
Europameisterinnen ohne Medaille
Kurzen Prozess hatten die amtierenden Europameisterinnen im Doppel Saskia Fischer & Svenja Klopp mit den Malaysierinnen Mazihan Mustapha & Norsyamila Noordin in der ersten Runde gemacht und die dritte Runde kampflos erreicht, da die Britinnen aus Verletzungsgründen nicht antreten konnten. Im Viertelfinale trafen sie wieder mal auf Japan und konnten leider auch in diesem Match nicht viel gegen die Ostasiatinnen ausrichten. Mit 13:21 und 17:21 zerschlug sich leider auch hier die Medaillenhoffnung.
Jetzt sind alle Augen auf das Mixed gerichtet. Oliver Witte und Saskia Fischer tragen die Last der letzten Medaillenhoffnung.


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