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Europameisterschaft U19 2009 - Mannschaftswettbewerb

Vom 3. bis 7. April in Mailand (Italien) - 20148 Milano - Centro Sportivo XXV Aprile, Via Giovanni Cimabue, 24. Referees: Mojmir Hnilica (CZE) und Ronny de Vos (BEL)

    

Teamwettbewerb  -  Deutsche Spiele         

 

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Souveräner Gruppensieg - Viertelfinalerfolg gegen Russland - Halbfinalniederlage gegen Niederlande

  

Deutsche Mannschaft kehrt mit schöner Bronzemedaille heim

   

Das deutschen Spieler präsentierten ihr Bronzemedaillen.
Die Verleihungszeremonie. Fotos: Raphael Ronga

Halbfinale: Mo 6.4.2009 Deutschland - Niederlande 1:3

MX: Richard Domke & Fabienne Deprez - Jacco Arends & Selena Piek 15:21 16:21
HE: Nikolaj Persson - Jordy Hilbink 17:21 15:21
DE: Fabienne Deprez - Iris Tabeling 21:14 21:13
HD: Jonas Geigenberger & Andreas Heinz - Jacco Arends & Jelle Maas 14:21 19:21
DD: Carla Nelte & Franziska Burkert - Selena Piek & Iris Tabeling nicht mehr gespielt.

   

Herbeirufen des Teamgeistes.
Richard Domke.
Mixed ohne Chance.
Nikolaj Persson.
Fabienne Deprez.
Auf der Tribüne bangen die Teammitglieder mit. Fotos: Raphael Ronga

Viertelfnale Mo 6.4.2009 Deutschland - Russland 3:0

HE: Nikolaj Persson - Nikolay Matazov 21:9 21:19
DE: Fabienne Deprez - Natalia Perminova 21:12 21:10
HD: Andreas Heinz & Jonas Geigenberger - Denis Grachev & Anatoly Yartsev 21:10 21:18
DD: Carla Nelte & Franziska Burkert - Romina Gabdullina & Anastasia Chervyakova und
MX: Max Schwenger & Fabienne Deprez - Nikolay Matazov & Ksenia Polikarpova nicht mehr gespielt.

   

Nikolaj Persson machte gegen Russland sein bestes Spiel bisher
"Fabienne mit beeindruckender Vorstellung“
Von Thomas Lohwieser
Nikolaj
Erster Satz ungefährdet 21:9 gewonnen. Am Ende hatte Matazov diesen Satz aufgegeben und nur noch das Nötigste gemacht, Nikolaj hatte ihn da voll im Griff. Zweiter Satz zuerst hoch geführt 11:6, nach der Pause kam Matazov auf, enges Spiel, Nikolaj ständig in Führung – aber 15:15 Ausgleich. Dann wieder 20:16-Führung, sein Gegner kam ran 20:19. Doch erlösend das 21:19.
Das bedeutete: Deutschland führt 1:0. Riesenfreude, die ganze Anspannung fiel von Nikolaj ab, er riss die Arme hoch und wusste, welchen wichtigen Punkt er geholt hatte. Sein bestes Spiel bisher hier in Mailand.
Fabienne
Unfassbar fast: Im ersten Satz machte sie nach Zwischenstand 10:12 elf Punkte hintereinander! Daraus wurde ein ungefährdeter Sieg bis zum Ende. Keine Gefahr mehr, das Spiel zu verlieren. Eine beeindruckende Vorstellung und das gegen die an eins gesetzte im Dameneinzel.
Jonas und Andreas
Nur im zweiten Satz sah es kurz danach aus, das Spiel könnte eng werden. Aber am Ende setze sich das deutsche Spiel durch: top Vorbereitung, top Einstellung, Willen zum Sieg und Kampfgeist.
3:0 Großer Jubel
Eine Medaille ist im Gepäck. Doch der Blick geht schnell weiter. Die Niederlande mussten zwar einen Punkt gegen die Ukraine abgeben, aber das Mixed war dann der erwartete feste Punkt. Damit sind auch die Stärken unseres Halbfinalgegners ausgemacht. Deren Mixed ist hier an eins gesetzt, deren Herren- und Damendoppel jeweils an zwei.
Dennoch und trotzdem: Um 17 Uhr beginnt der Griff nach mehr als Bronze.        

Die deutschen Mailand-Fahrer vor dem Spiel gegen Estland: (v.l.) vorne Lisa Heidenreich, Isabel Herttrich, Alina Hammes, Fabienne Deprez, Carla Nelte, Max Schwenger, Andreas Heinz, Physiotherapeut Rudi Allgeier, (hinten) Teammanager Thomas Lohwieser, Bernd Brückmann, Jonas Geigenberger, Inken Wienefeld, Nikolaj Persson, Fabian Holzer, Richard Domke, Franziska Burkert, Matthias Hütten, Holger Hasse. Foto: DBV

Die deutschen Spiele in Gruppe 7:

   

Fr 3.4.2009 Deutschland - Estland 4:1

MX: Max Schwenger & Isabel Herttrich - Kristjan Kaljurand & Kertu Margus 21:10 21:11
HE: Richard Domke - Ingmar Seidelberg 18:21 21:18 20:22     
DE: Fabienne Deprez - Laura Vana 21:10 21:17
HD: Jonas Geigenberger & Andreas Heinz - Kristjan Kaljurand & Kristjan Taherand 21:12 21:13 
DD: Carla Nelte & Franziska Burkert - Kertu Margus & Gerda Teder 21:4 21:8.

Außerdem Polen - Island 4:1

  

Sa 4.4.2009 Deutschland - Island 5:0

HE: Nikolaj Persson - Kari Gunnarsson 15:21 21:16 21:18 
DE: Lisa Heidenreich - Rakel Johannesdottir 21:11 21:6 
HD: Max Schwenger & Fabian Holzer - Kari Gunnarsson & Egill Gudlaugsson 21:8 21:13
DD: Inken Wienefeld & Carla Nelte - Sunna Osp Runolfsdottir & Elin Thora Eliasdottir 21:10 21:9
MX: Richard Domke & Fabienne Deprez - Kjartan Palsson & Rakel Johannesdottir 21:7 21:7.

Außerdem Polen - Estland 4:1 

  

So 5.4.2009 Deutschland - Polen 5:0

MX: HE: Nikolaj Persson - Adrian Dziolko 21:17 22:24 21:14
DE: Lisa Heidenreich - Martyna Poprzeczko 21:9 19:21 22:20
HD: Andreas Heinz & Jonas Geigenberger - Jacek Kolumbajew & Patryk Szymoniak 21:17 21:12
DD: Carla Nelte & Franziska Burkert - Magdalena Galek & Katarzyna Macedonska 21:18 21:9
MX: Richard Domke & Fabienne Deprez - Adrian Dziolko &  Aneta Wojtkowska 23:21 21:18.

Außerdem Estland - Island 3:2

  

Endstand Gruppe 7:

1. Deutschland 3:0, 2. Polen 2:1, 3. Estland 1:2, 4. Island 0:3.

Der deutsche Teammanager Thomas Lohwieser schrieb nach dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Polen

  

"Der Kampf gegen Russland wird angenommen"

   

Herreneinzel
Leicht nervöser Anfang von Nikolaj im ersten Satz. Dann gut ins Spiel gekommen und die Ballwechsel beherrscht. Im zweite Satz 11:8 Führung - dann aber konnte er nach der Pause den Faden nicht wieder aufnehmen. Hat 15:20 zurückgelegen, sich auf 20:20 herangekämpft, das Spiel wogte hin und her, zweimal geführt, am Ende 22:24. Satz unnötig verloren. Im dritten Satz hat er dann wieder zur alten Stärke zurückgefunden, Spiel wieder dominiert und letztendlich recht hoch, vor allen Dingen verdient und mit Kampf gewonnen.
Dameneinzel
Im ersten Satz das erwartet leichte Spiel. Lisa lief niemals Gefahr, diesen Satz zu verlieren, 21:9. Der zweite Satz zeigte leider ein anders Bild, viele Fehler, verloren gegangener Spielfluss, warum = ??? 19:21.
Dritter Satz, das hieß Dramatik pur. Lisa lag ständig zurück. Erst zum 20:20 konnte sie ausgleichen, ihre erste Führung dann zum 21:20. Das Drama nahm seinen Lauf - aus polnischer Sicht. Denn der nächste Aufschlag brachte die Entscheidung: 22:20
Bundesjugendtrainer Holger Hasse formulierte es drastisch: „Lisa hat in ihrem Einzel gezeigt, dass man aus Sch… doch Gold machen kann.“
Damit 2:0 Führung, nur noch ein Punkt aus drei Spielen. Mal schauen, was wird.
Herrendoppel
Andreas und Jonas ließen nichts anbrennen. Locker, souverän und mit dem Willen zum Sieg brachten sie das Spiel in zwei Sätzen locker nach Hause, auch wenn es im ersten Satz zumindest dem Ergebnis nach nicht danach aussah.
Damendoppel und Mixed
Hier hatten Carla Nelte & Franziska Burkert keine Probleme und schafften das 4:0 im lockeren Stil. Nur der erste Satz dauerte etwas länger, jedoch täuscht das Satzergebnis über die Überlegenheit unserer Mädels hinweg. Das polnische Mixed leistete Richard Domke & Fabienne Deprez noch ein bisschen Gegenwehr aber so richtig glaubten sie nicht mehr an den Ehrenpunkt.
Herausforderung bestanden
Das letzte Spiel war ein Spiegelbild des gesamten Spiels. Erhobenen Hauptes hielten unsere Spieler immer wieder gegen, kämpften sich in schwierigen Situationen wieder heran und gaben nicht auf. Dieser Kampfgeist war die Basis für das erfolgreiche Beenden der Gruppenphase. Es ist zwar nur der Gruppensieg, der aber gelang mit der erhofften Lockerheit und auch Dominanz.
Russland tat sich im parallel laufenden Entscheidungspiel um ihren Gruppensieg gegen die Schweiz recht schwer. Das 3:0 nach drei Spielen täuscht ein wenig. Aber auch unser Sieg gegen die Polen war durchaus nicht ohne. Denn ohne Kampf wären das HE (das Schlüsselspiel) und auch das DE (völlig unnötig spannend) nicht gewonnen worden. Nach den ersten Pflichtübungen gegen Estland und Island zeigte das gesamte Team heute, dass es die Herausforderung angenommen hat. (Was sollte ein Team auch sonst bei einer EM zeigen!) Und die Arbeit des Trainerteams wurde belohnt. Stundenlang wurden Spiele und Gegner analysiert und die Spieler auf ihre Spiele vorbereitet. Das konnten diese dann auch abrufen bzw. sich zumindest in den entscheidenden Phasen des Spiels darauf besinnen.
Spielreihenfolge kommt gegen Russland große Bedeutung zu
Das Viertelfinale gegen Russland wird ein ganz hartes Spiel. Deren starken Damen Natalia Perminova und Romina Gabdullina bekamen im Individualturnier die Setzplätze eins und zwei. Auch das Damendoppel ist an eins gesetzt. Nicht ganz unbedeutend wird die Spielreihenfolge sein, denn es ist Schluss, sobald ein Team drei Siege errungen hat. Wir werden uns auf das Spiel genau so vorbereiten wie auf alle anderen auch. Der Kampf wird angenommen.
Geburtstagskind Andreas Heinz
Im übrigen: Der Gruppensieg war für Andreas Heinz ein schönes Geburtstagsgeschenk – er wird heute 18 Jahre alt. Er selbst bat darum, wenig Trubel um seine Volljährigkeit zu machen, er wollte sich voll auf sein Spiel und das Spiel des Teams konzentrieren. Das tat er auch. Nach dem Spiel brachte die Mannschaft ihm ein Ständchen, auch wenn die Stimmen durch die tolle Anfeuerung von der Tribüne ein wenig ramponiert waren.
Enge Halle
Naturgemäß sind wir nach dem Spiel gegen Polen ein bisschen schlapp. Die Halle ist sehr klein, eng und laut. Sechs Felder passen rein, die Tribüne hat auf jeder Seite gerade mal drei Reihen, einige Bereiche sind sogar noch abgesperrt. Da bleibt kein Bereich, um sich zurückzuziehen. Lediglich die Cafeteria und der Eingangsbereich stehen noch zur Verfügung. Die Farbe in der Halle ist inzwischen trocken, bis Donnerstag wurde noch gewerkelt. Die Eröffnung der EM diente mehr oder weniger auch zur Eröffnung der Halle, die für 20 Jahre dem italienischen Verband zur Verfügung steht. Es ist eine umgebaute Bowlinghalle, den Boden hat man um ein paar Meter abgesenkt, links und rechts an den Kopfenden wurden Nebenräume angebaut. Ohne Frage eine sehr schöne Halle, nach unserer Auffassung aber für eine EM einiges zu klein. Bislang waren immer nur die Nationen anwesend, die gerade spielen mussten. Sobald aber die Teams der nächsten Spielrunde auch in der Halle drängten, wurde es dezent gesagt, eng wie in einer Sardinenbüchse. Überlebt haben wir alle, nur war es alles andere als komfortabel. Oder sind wir einfach verwöhnt? Andererseits kann man fragen: Sollten bei einer EM nicht optimale Bedingungen herrschen? Immerhin erleben die U19-Spieler in aller Regel hier die Krönung ihrer Jugend-Laufbahn. Und die Spieler stehen nun einmal im Mittelpunkt. Na ja, am Ende heißt es vermutlich wieder: die Deutschen meckern. Dennoch sollte es erlaubt sein, kritische Anmerkungen zu machen.


Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV

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