Zur Titelseite Gehörlosen-Badminton.

6. Europameisterschaften der Gehörlosen 2010
vom 21. bis 28. August in Sofia (Bulgarien), Sofia Sports Hall.

Zu European Deaf Sport Organization. Zur Turnierwebsite.

Nehmen ihr Europameisterschaftsgold entgegen: Helga Dießling & Svenja Klopp (v.l.). Foto: DGS

Individualwettbewerb:


Zu den Ergebnistableaus im HE - DE - HD - DD - MX.
Hier gibt es Fotos (2 MB).

   

Das Gehörlosen-Team brachte eine Gold– und drei Bronzemedaillen mit heim

            

Svenja Klopp & Helga Dießling gewannen im Damendoppel

          

Von Badminton-Verbandsfachwart Volker Dießlin
Oliver Witte und Svenja Klopp verloren im Einzel ihre Halbfinalspiele. Oliver unterlag dem späteren Sieger Artemy Karpov (RUS) mit 13:21 8:21, Svenja gegen die Litauerin Kristina Dovydaityte, die ebenfalls Europameisterin wurde, mit 8:21 11:21. Beide gewannen also eine Bronzemedaille. Oliver & Svenja holten auch im Mixed Bronze. Sie verloren im Halbfinale gegen die neuen Titelträger Artemy Karpov & Olga Shtayger (RUS) 18:21 21:17 13:21.
Halbfinalsieg war Schlüssel zum Gold
Im Damendoppel-Halbfinale kam es zu einem sehr spannenden Spiel zwischen Svenja Klopp & Helga Dießling und den Russinen Yana Gerasimova & Olga Shtayger. Mit 13:21 ging der erste Satz ziemlich bald in die Binsen, im zweiten Satz mussten Svenja & Helga viel abwehren, um nicht der Bronzemedaille vorlieb nehmen zu müssen. Aber plötzlich lief es, vor allem dank einer unglaublichen Aufschlag- und Abwehrserie, in der sie viele Punkte hintereinander holten. Der Satz wurde mit 21:16 gewonnen. Der dritte Satz begann vielversprechend. Svenja & Helga legten echt super los und gewannen ihn am Ende auch mit 21:16.
Die Finalgegnerinnen Gergana Baramova & Silviya Chapkunova aus Bulgarien konnten aus Verletzungsgründen nicht antreten, so dass das deutsche Doppel überglücklich gewann.
Bleibt festzuhalten, dass die deutsche Mannschaft mit einer goldenen und drei bronzenen Medaillen erfolgreich abschloss. Allerdings sollte der Blick auch nach vorne gehen. Schon bei der WM 2009 in Taiwan merkten wir, dass gerade die Osteuropäer viel professioneller im Gehörlosen-Sport arbeitet als wir. Dennoch sprechen wir dem deutschen Team ein großes Kompliment aus. 

      

Nach den Vorrunden
Team Deutschland erreichte viermal das Halbfinale
Benny Tzschoppe berichtet
Über einen sehr erfolgreichen Tag kann sich der Trainer- und Betreuerstab der Deutschen Gehörlosen Badmintonnationalmannschaft freuen.
Gleich viermal klappte am 6. Tag der Europameisterschaften in Sofia der Sprung unter die besten vier. "Vier Bronzemedallien haben wir nun sicher, wir wollen aber gerne aus Bronze noch Silber oder Gold machen", freut sich Cheftrainer Dominik Miltner über den Erfolg.
Einen tollen Start in den Tag bescherte das Damendoppel Svenja Klopp & Helga Dießling. Sie ließen im ihren Viertelfinale gegen Bulgarien nichts anbrennen und feierten mit einem klaren Erfolg in zwei Sätzen den Einzug unter die besten vier. "So kann es weitergehen!" freut sich Teammanager Volker Dießling über den Erfolg.
Das Herrendoppel mit Olli Witte & Jens Bischoff hatte leider weniger Glück und mußte nach der Gruppenphase die Segel genauso streichen wie die Kombination Torsten Gottwald & Michael Löw. "Olli & Jens hatten eine sehr schwere Gruppe und Torsten & Michi konnten hier sehr wertvolle Erfahrungen sammeln. Trotzdem sind wir uns bewußt, dass wir gerade im Herrendoppelbereich aufpassen müssen den Anschluss an andere Nationen nicht zu verlieren" so das nüchterne Urteil von Herrentrainer Benjamin Tzschoppe nach dem Spiel. Es sollte die einzige kleine Enttäuschung an diesem Tag bleiben.
Teaminternes Duell im Dameneinzel
Nun ging es Schlag auf Schlag. Helga Dießling und Svenja Klopp unterstrichen ihre gute Form auch im Dameneinzel und schafften souverän den Einzug ins Viertelfinale, wo sie aufeinander trafen. Das teaminterne Duell entschied erwartungsgemäß Svenja für sich. Helga zeigte in diesem Einzel aber wieder mal eine gute Moral. Von "Stallorder" konnte bei diesem tollen Kampf wirklich keine Rede sein.
Weiter zu dem tollen Erfolg wollte natürlich auch Oliver Witte beitragen. Er unterstrich seine Medaillenambitionen mit zwei klaren Siegen in der K.o.-Runde. Besonders hervorzuheben der Sieg im Viertelfinale gegen Dauskurtas, wo Olli die Erfahrungen aus dem knappen Einzel im Teamwettkampf (Sieg erst 21:19 im dritten Satz) hervorragend umsetzte und überraschend souverän mit 21:16 und 21:11 gewann.
Im Vorfeld mit auf der Rechnung bei der Vergabe von Medaillen musste man auch das Mixed Witte & Klopp haben. Beide nahmen das gute Gefühl nach der knappen Niederlage gegen das Topmixed aus Litauen mit in den Individualwettkampf und spielten sich souverän ins Halbfinale.
Auch jenseits der Halbfinale kann das Trainergespann nur positives berichten. Michael Löw, bei seinem ersten internationalen Auftritt, schaffte direkt den Sprung in K.o.-Runde und musste sich hier dem späteren Gegner von Olli, Dauskurtas, geschlagen geben. Aber auch an dem Mixed Gottwald & Fritz hatte Trainer Miltner seine Freude: "Ich freue mich immer, wenn Coachinganweisungen umgesetzt werden und man merkt, dass die Spieler was verändern. Das ist heute insbesondere dem Mixed Torsten & Irmi sehr gut gelungen."
In den Halbfinals ist noch mehr drin
Morgen will das deutsche Badmintonteam dann versuchen das Ziel des Trainerstabs umzusetzen und aus der ein oder anderen Bronzemedaille noch ein anderes Edelmetall machen. Gerade in den Teamkapitän Witte werden dabei große Hoffnungen gesetzt: "Olli muss zwar gegen Karpov (RUS), den Goldmedalliengewinner der letzten Deaflympics ran, aber wenn Olli erstmal im Halbfinale steht, dann ist von Bronze bis Gold alles möglich."

Mannschaftswettbewerb:

 

Endstand: 1. Russland, 2. Litauen, 3. Bulgarien, 4. Türkei, 5. Deutschland, 6. Ukraine, 7. Großbritannien, 8. Griechenland.

Zu den vollständigen Team-Ergebnissen.

   

Deutschland verpasste als Gruppendritter das Halbfinale

         

Von Benny Tzschoppe
(24.8.10) Auch in diesem Jahr steht für die Badmintonspieler des deutschen Gehörlosen-Badmintons wieder ein internationales Topevent an. Das Team um Oliver Witte und Svenja Klopp muss sich bei der Europameisterschaft in Sofia beweisen.
„Wir wollen natürlich möglichst viele Medaillen im Individualwettbewerb und im Teamwettkampf holen, aber auch die Integration von hoffnungsvollen Nachwuchstalenten ist für uns in diesem Turnier eine Zielsetzung“, so Chefbundestrainer Dominik Miltner vor dem Turnier zu den angestrebten Zielen in Sofia. Dies macht sich auch in der Nominierung bemerkbar. So wurden zu den erfahrenden Spielern Oliver Witte, Jens Bischoff, Helga Dießling und Svenja Klopp auch Spieler nominiert, die ihr Debüt für Deutschland feiern. Torsten Gottwald, Michael Löw und Irmengard Fritz durften in Sofia erstmal internationale Erfahrungen sammeln.
Beim Teamwettbewerb hatte man ein wenig Lospech. Deutschland wurde in die Fünfergruppe zusammen mit Grossbritanien, Österreich, Bulgarien und Litauen gelost. Nach einem 3:2-Sieg gegen Grossbritanien, einer 1:4-Niederlage gegen Bulgarien und einem anschließenden 3:2 gegen Österreich, musste man gegen den Mitfavoriten Litauen gewinnen, um noch Chancen auf das Halbfinale zu haben. Leider reichte es trotz tollem Kampf gegen Litauen nicht zum Sieg. Das beim Stande von 2:2 am Ende entscheidene Mixed von Oliver Witte & Svenja Klopp musste sich knapp im dritten Satz gegen das Topmixed aus Litauen geschlagen eben. Es blieb leider der dritte Platz in der Gruppe und somit Spiel um Platz 5 gegen die Ukraine. Dort konnten sich dann auch die „Neulinge“ beweisen. Irmengard Fritz im Doppel mit Svenja Klopp und Michael Löw – an seinem achtzehnten Geburtstag – ebenfalls im Doppel mit Oliver Witte steuerten beim ihrem Länderspieldebüt zwei Zähler zum ungefährdeten 3:0 Sieg gegen die Ukraine bei.
„Mit dem fünften Platz können wir bei der Auslosung zufrieden sein, mehr war leider nicht drin", resümierte Dominik Miltner den Teamwettbewerb. "Wir hoffen, dass es beim Individualwettbewerb ein wenig besser läuft und wir dort die ein oder andere Medaille mit nach Deutschland bringen können.“
Vorschau Individualwettbewerb
Morgen startet der Individualwettbewerb mit den Herren- und Dameneinzeln. Besonders Oliver Witte im Herreneinzel, Svenja Klopp im Dameneinzel, Svenja und Helga Dießling im Damendoppel und Olli und Svenja im Mixed zählen zu den deutschen Medaillenhoffnungen.


© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.