Thomas Cup 2010
Mannschafts-WM der Herren

  

Vom 9. bis 16. Mai in Kuala Lumpur (Malaysia), Stadium Putra im National Sports Complex in Bukit Jalil. 

Zeitplan
Gruppenspiele: 9./10./11. Mai;
Viertelfinals: 12. Mai;
Halbfinals Herren: 15. Mai, Endspiel Herren: 16. Mai.

 

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Randnotizen 

Zu den deutschen Herren-Spielen

Zur Endrunde Uber Cup.

Zu den Ergebnissen bei tournamentsoftware.   

    

Chinas Herren souverän zum vierten Titelgewinn in Serie  

    Aus Kuala Lumpur berichtet Claudia Pauli 

 

  

Viertelfinals

Halbfinals

Endspiel

CHN

 

 

 

 CHN 3:0

 

KOR

 

 

 

 

CHN 3:0 

DEN

 

 

 

MAS 3:2 

 

MAS

 

 

 

 

CHN 3:0

GER

 

 

 

JPN 3:1

 

JPN

 

 

 

 

INA 3:1 

IND

 

 

 

INA 3:0 

 

INA

 

 

In der K.o.-Runde werden die Spiele beendet, wenn sie entschieden sind. Die Viertelfinalpaarungen wurden ausgelost. Immer ein Gruppenerster gegen einen -zweiten.

Zu den Ergebnissen  

So. 16. Mai - Endspiel: China - Indonesien 3:0

1.E: LIN Dan - Taufik Hidayat 21:7 21:14 
1.D: CAI Yun & FU Haifeng - Markis Kido & Hendra Setiawan 25:23 16:21 21:12 
2.E: CHEN Jin - Simon Santoso 19:21 21:17 21:7
2.D: DUO Zhendong & CHEN Xu - Nova Widianto & Alvent Yulianto Chandra und
3.E: BAO Chunlai - Dyonisius Hayom Rumbaka nicht mehr gespielt
.

 

(17.05.2010, CP) Nachdem die chinesische Delegation am Samstag, nach dem unerwartet gegen Korea verlorenen Finale um den Uber Cup (1:3), mit enttäuschten Minen das Putra Stadium verlassen hatte, konnten die Spielerinnen und Spieler aus dem „Reich der Mitte“ zumindest am Sonntag strahlen: In einem Endspiel um den Thomas Cup, bei dem die Titelverteidiger von Beginn an nur wenig Zweifel an einer Wiederholung ihrer vorangegangenen Erfolge ließen, setzten sich Chinas Badmintonasse mit 3:0 gegen jene aus Indonesien durch.

Der Olympiasieger von 2008, Lin Dan, überließ im 1. Herreneinzel seinem „Vorgänger“ Taufik Hidayat, der 2004 in Athen die Goldmedaille im Herreneinzel gewonnen hatte, gerade einmal 21 Punkte. Damit entschied Lin Dan alle fünf Partien im Rahmen des Thomas Cup 2010 in zwei Durchgängen für sich. Malaysias Superstar, der Weltranglistenerste Lee Chong Wei, hatte tags zuvor im Habfinale immerhin noch 25 Zähler verbucht.

Im 1. Doppel entschieden die amtierenden Weltmeister Cai Yun/Fu Haifeng den ersten Satz letztlich in der Verlängerung knapp für sich, nachdem sich anfangs die Olympiasieger aus Indonesien, Markis Kido und Hendra Setiawan, als das dominante Duo erwiesen hatten. Im zweiten Durchgang lagen Letztere ab einem Spielstand von 6:5 stets vorn und brachten diesen Satz sicher nach Hause.

Im entscheidenden Satz erwiesen sich jedoch wieder die Chinesen als die leistungsstärkere Paarung- und diesmal überließen sich ihren Gegnern nur 13 Zähler. 2:0 für China – noch ein Sieg fehlte zum erneuten Gewinn des Thomas Cup.

Für diesen sorgte im anschließenden 2. Herreneinzel Vize-Weltmeister Chen Jin – wenngleich er erst nach einer Stunde und 13 Minuten Spielzeit mit seinen Teamkollegen jubeln durfte.

Die Mannschaft Chinas gewann damit zum vierten Mal in Serie die prestigeträchtige Trophäe, die 1948/1948 erstmals vergeben wurde. Insgesamt waren Chinas Herren bislang achtmal erfolgreich. Indonesien verpasste hingegen seinen 13. Thomas Cup-Sieg. Zuletzt hatten sie sich im Jahr 2002 den Pokal gesichert.

  

 

Eindrücklich: die Halle am Tag der Halbfinals im Thomas Cup. Und die Aufnahmen sind nur ein Ausschnitt ...

Halbfinals, Fr., 14.05.2010

China – Malaysia 3:0

Indonesien - Japan 3:1

 

Klare Angelegenheit im Duell der Superstars

(14.05.2010, CP) Welch immenser Druck hat auf ihm gelastet: Gewissermaßen die gesamte Nation hoffte, dass Lee Chong Wei im Halbfinale des Thomas Cup zwischen Gastgeber Malaysia und Titelverteidiger China das 1. Herreneinzel gewinnen würde. Selbst die Taxifahrer meinten, als das Gespräch auf die Team-WM im Badminton kam: „Wenn wir das 1. Einzel gewinnen, ist alles möglich!“ Das Duell der Superstars war am Freitagabend ab 19.00 Uhr Ortszeit im Putra Stadium von Kuala Lumpur angesagt: Auf der einen Seite der Lokalmatador und Weltranglistenerste, Lee Chong Wei, auf der anderen der Olympiasieger, Weltranglistenzweite und amtierende Weltmeister, Lin Dan aus China. Mehr als 16.000 Zuschauer in der Halle, hunderte davor, die sich um große Bildschirmen versammelten, um „Public Viewing“ zu betreiben, weitere an Fernsehern in den eigenen vier Wänden oder in Bars erwarteten speziell diese Begegnung mit Spannung. Doch schon früh mussten die Fans Malaysias erkennen, dass Lee Chong Wei keine Chance gegen seinen chinesischen Kontrahenten haben würde. Lin Dan dominierte den ersten Satz über weite Strecken, auch wenn Lee Chong Wei zum Ende noch einmal näher rankommen konnte. Mit 17:21 verlor der Malaysier den Auftaktdurchgang, der sich schon bei so vielen Turnieren  mit dem zweiten Platz begnügen musste, weil Lin Dan noch eine Spur besser war als er selbst. Im zweiten Satz gab es gar keinen Zweifel mehr daran, wer das Spiel gewinnen würde. Lin Dan überließ seinem Gegenüber gerade einmal acht Punkte und brachte den Titelverteidiger, der seinen vierten Thomas Cup-Sieg in Folge anstrebt, folglich mit 1:0 in Führung. Lin Dan, seine Rolle als Top-Star sichtlich genießend, zog sich nach verwandeltem Matchball in Sekundenbruchteilen das gelbe Trikot aus und zeigte dem Publikum jubelnd seinen durchtrainierten Oberkörper. Der enttäuschte Lee Chong Wei wurde von seinen Fans mit „Lee Chong Wei“-Sprechchören vom Thomas Cup im eigenen Land verabschiedet – für sie war er trotz der deutlichen Niederlage der Gewinner. Auch wenn die Chancen, den Einzug ins Finale zu schaffen, für die Gastgeber aufgrund des Rückstandes schwanden, so blieb für sie dennoch die Hoffnung, dass ihre anderen Spieler die scheinbar übermächtigen Chinesen würden bezwingen können.

Doch auch das Herrendoppel Koo Kien Keat/Tan Boon Heong, immerhin in der Weltrangliste an Nummer eins, musste sich gegen Cai Yun und Fu Haifeng in zwei Sätzen geschlagen geben. Die amtierenden Weltmeister und Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2008 in ihrer Heimat benötigten gerade einmal 36 Minuten, um China bei den Thomas und Uber Cup-Finals 2010 mit 2:0 in Führung zu bringen.

Viele Zuschauer hatten bereits die Hoffnung auf die Wende aufgegeben und den Heimweg angetreten, ebenso hatte sich die Zahl derer, die vor der Halle gemeinsam die Spiele am Fernsehen verfolgten, schon arg dezimiert, als Wong Choong Hann und Chen Jin, die Nummer 13 der Weltrangliste im Herreneinzel und der drittbeste Spieler der Welt, zum 2. Herreneinzel aufgerufen wurden. 41 Minuten später stand der erneute Finaleinzug für den Titelverteidiger fest - mit 3:0. Der Lokalmatador, der in der 1. Bundesliga für den DM-Dritten SG EBT Berlin aufschlägt, konnte in zwei Sätzen zusammen nur 23 Punkte erzielen.

 

Starker Sho Sasaki holt den Ehrenpunkt für Japan

Im zweiten Halbfinale, das bereits am frühen Nachmittag (Ortszeit) ausgetragen worden war, setzte sich Indonesien mit 3:1 gegen Japan durch, das am Mittwoch im Viertelfinale die Träume der deutschen Herren von der ersten WM-Medaille zunichte gemacht hatte. Hier war es erneut insbesondere Sho Sasaki, der auf Seiten der Japaner zu überzeugen wusste. Er gewann im 2. Herreneinzel auch gegen Simon Santoso und blieb damit im gesamten Turnierverlauf ungeschlagen. Nach seinem Sieg im ersten Vorrundenspiel gegen Ifraimu Jinkam aus Nigeria bezwang Sho Sasaki im zweiten Gruppenspiel Wong Choong Hann und anschließend im Viertelfinale Bischmisheims Dieter Domke.

 

  

 

Viertelfinals, Mi., 12.05.2010

Etwa 10.000 Zuschauer im Putra Stadium feierten am späten Mittwochabend Hashim Mohd Hafiz, der durch seinen Zweisatzerfolg über den Dänen Joachim Persson für Gastgeber Malaysia zum "Matchwinner" avancierte.

In der Neuauflage einer Vorrundenbegegnung setzten sich erneut China und Indonesien gegen ihre Kontrahenten durch.

 

China – Korea 3:0

Malaysia - Dänemark 3:2

Japan - Deutschland 3:1

Indonesien - Indien 3:0

 

Kuriose Auslosung

(12.05.2010, CP) Die Auslosung, die am Dienstagabend – begleitet von mehreren Dutzend Fotografen und Pressevertretern – im Innenraum der Halle feierlich vorgenommen wurde, bescherte China im Viertelfinale den gleichen Gegner wie im zweiten Vorrundenspiel: Korea. Da keine der beiden Nationen in der Runde der besten acht Mannschaften ihre Aufstellung im Vergleich zum Vorrundenmatch veränderte, kommt es am Mittwoch zur exakten Wiederholung der Partie vom Vortag. Am Dienstag hatte Titelverteidiger China einen 4:1-Erfolg verbucht. DBV-Sportdirektor hatte an den ersten Turniertagen bereits geäußert, dass das Auslosungsprinzip aus seiner Sicht überdacht werden sollte. „Es könnte durchaus sein, dass wir im Viertelfinale erneut gegen Dänemark spielen. Die Auslosung sieht nicht vor, dass man in der ersten K.o.-Runde auf jeden Fall auf eine Mannschaft trifft, gegen die man zuvor nicht gespielt hat. Man muss sich das mal vorstellen: Da reist man mehr als 10.000 km, um in der Vorrunde gegen zwei europäische Teams anzutreten – und möglicherweise im Viertelfinale erneut.“ Glücklicherweise traf dieser Fall bei den deutschen Herren nicht ein: Sie bekamen ja bekanntlich Japan als nächsten Gegner zugelost. In die gleiche Situation wie China und Korea kamen allerdings Indien und Indonesien: Auch diese beiden Nationen standen sich bereits in der Vorrunde gegenüber. Am Montag hatte sich Indonesien mit 4:1 durchgesetzt.

 

             

Das Putra Stadium fasst mehr als 16.000 Zuschauer. Links: Ein Blick in die Halle am Vormittag, vor Beginn der ersten Spiele der Vorrunde. Rechts: Am Viertelfinaltag wohnten etwa 12.000 Badmintonfans den Spielen bei.

 

  

Die Gruppenspiele

Deutsche Gruppe: Dänemark souverän an der Spitze

Japan gewann das hart umkämpfte und von den Zuschauern lautstark begleitete letzte Gruppenspiel gegen Gastgeber Malaysia mit 3:2.

 

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Gruppe D

1. China 2:0

1. Japan 2:0

1. Dänemark 2:0

1. Indonesien 2:0

2. Südkorea 1:1

2. Malaysia 1:1

2. Deutschland 1:1

2. Indien 1:1

3. Peru 0:2

3. Nigeria 0:2

3. Polen 0:2

3. Australien 0:2

A: CHN - PER 5:0 / KOR - PER 5:0 / CHN - KOR 4:1

Zu den Detailergebnissen.
B: MAS - NGR 5:0 o.K. / JPN - NGR 5:0 / MAS - JPN 2:3

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C: DEN - POL 5:0 / GER - POL 5:0 / DEN - GER 4:1
Zu den Detailergebnissen.
D: INA - AUS 5:0 / INA - IND 4:1 / IND - AUS 4:1.
Zu den Detailergebnissen.

Jugend-Weltmeister dabei

(09.05.2010, CP) Weiteres tolles Erlebnis für Dänemarks große Nachwuchshoffnung Viktor Axelsen: Der frisch gebackene Jugend-Weltmeister wurde für das Aufgebot des Team-Europameisters für den Thomas Cup nachnominiert, als Reservespieler Hans Kristian Vittinghus kurz vor Beginn der Titelkämpfe ausfiel. Viktor Axelsen ist der erste Jugend-Weltmeister im Herreneinzel in der Geschichte, der aus Europa stammt. Auch zum deutschen Team zählt eine Spielerin, die erst Mitte April erfolgreich bei den U19-Weltmeisterschaften aufschlug: Fabienne Deprez erreichte in Mexiko sowohl im Dameneinzel als auch im Damendoppel das Viertelfinale und war in Malaysia – ebenso wie schon bei der Team-EM in Warschau – wichtiger Bestandteil der Mannschaft der "Großen".      

 

 


Olympiasieger Lin Dan (China). Fotos: Dr. Claudia Pauli.
Der koreanische Weltranglisten-13. Park Sung Hwan.

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