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Infos zu den Deaflympics.

   

22. Deaflympics in Sofia
(Bulgarien)

     

Olympischen Spiele der Gehörlosen - Vom 26. Juli bis 4. August 2013

    

Die Spiele der Deutschen

  

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Vier Einzel, je ein Damendoppel und Mixed schafften den Sprung in die Hauptrunde

 

Oliver Witte im Achtelfinale, Saskia Fischer & Svenja Klopp im Viertelfinale

  

Herreneinzel (Hauptrunde 32er-Feld)
Oliver Witte (*6)
   - Gorazd Anastasov (MKD) 21:5 21:9
   - WANG Hui-Sheng (TPE) 21:12 21:12
   - HUANG Xibao (CHN) 21:19 8:21 14:21 (= Gruppenzweiter)
   1.Rd.: - Siriwat Mattayanumat (THA) 16:21 21:19 21:19
   Afin.: - DING Yibo (CHN) 21:16 19:21 18:21
Torsten Gottwald
   - Johnny Corcoran (IRL) 21:16 21:18
   - Mikhail Efremov (RUS*1) 4:21 4:21 (= Gruppenzweiter)
   1.Rd.: - Ignas Reznikas (LTU) 11:21 13:21
Dameneinzel (32er-Feld)
Svenja Klopp (*8)
   - TU Wen-Hsuan (TPE) 13:21 21:19 19:21
   - Gabriela Kolitsova (BUL) 21:12 15:21 21:14  
   -  Ivanna Sergiychuk (UKR) 21:12 21:9 (= Gruppenzweite)
   1.Rd.: - JIANG Jialei (CHN) 5:21 21:19 6:21
Helga Dießlin
   - Aydin Seutap (TUR) 21:3 21:13
   - Gergana Baramova (BUL*1) 5:21 6:21 (= Gruppenzweite)
   1.Rd.: - Anastasia Sedova (RUS) 8:21 12:21
Herrendoppel (16er-Feld)
Torsten Gottwald & Oliver Witte
   - Gaurav Ahluwalia & Rohit Bhaker (IND) 11:21 11:21
   - Mikhail Efremov & Artemy Karpov (RUS*1) 4:21 4:21 (= Gruppendritte)
Damendoppel (8er-Feld)
Saskia Fischer & Svenja Klopp (*3)
   - Olga Dormidontova & Anastasia Sedova (RUS) 21:12 21:17
   - JIANG Jialei & WANG Meng (CHN) 7:21 10:21
   - Gamze Aydin & Nalan Kaygin (TUR) 21:6 21:7 (= Gruppenzweite)
   Vfin.: - WANG Meng Xing & ZHANG Heng Yan (CHN) 13:21 13:21
Mixed (32er-Feld)
Oliver Witte & Saskia Fischer (*6)   
   - Serhii Dashchenko & Ivanna Sergiychuk (UKR) 21:8 21:6  
   - Eddie Susanto & Suni Venatalia (INA) 21:5 23:21 (= Gruppenerste)
   1.Rd.: -  frei / Afin.: - WU Sheng Mao & ZHANG Heng Yan (CHN) 14:21 12:21
Torsten Gottwald & Svenja Klopp
   - WANG Hui-Sheng & TU Wen-Hsuan (TPE) 7:21 14:21
   - Tomas Dovydaitis & Vaiva Zymantaite (LTU*4) 10:21 15:21 (= Gruppendritte)
Matthias Kroll & Helga Dießlin
   - Nikola Tyankov & Gabriela Kolitsova (BUL) 17:21 14:21
   - Shokhzod Gulomzoda & Olga Shtayger (RUS*3) 10:21 8:21 (= Gruppendritte).

Nur knapp gescheitert: Oliver Witte stand kurz vor dem Viertelfinaleinzug. Foto: Volker Dießlin

Dienstag - Die letzten Deutschen schieden aus 
Chinesische Phalanx zu stark für deutsche Spieler
Aus Sofia berichtet Benny Tzschoppe
Schon mit schlechten Nachrichten begann für die Badmintonspieler des DGS der Achtelfinaltag. Physiotherapeut Fabian Lange meldete sich krankheitsbedingt ab, das deutsche Team musste ohne ihn auskommen.

Dass es schwer werden würde, davon konnte der Betreuerstab um Teamchef Volker Dießlin ausgehen. Die Auslosung hatte dem deutschen Team leider nicht viel Glück gebracht. So musste Oliver Witte gegen den im Vorfeld sehr stark eingeschätzten Chinesen Yibo Ding sein Achtelfinale bestreiten. Allen war klar, wenn Olli die Leistung vom Vortag nochmal abrufen könnte, würde es ein offener Schlagabtausch werden.
Oliver steckte Vortagsspiel noch in den Knochen
Unter den Augen von DGS-Sportdirektorin Sabine Grajewski zeigte Oliver einen starken Kampf und gestaltete das Spiel lange Zeit offen. Nach gewonnenem ersten Satz verlor Oliver den zweiten Satz unglücklich. Im dritten Satz konnte er eine 9:7 Führung nicht verteidigen und verlor denkbar knapp und unglücklich mit 18:21.
„Ich war vom Vortag geistig und körperlich ein wenig ausgelaugt. Ich glaube, wenn ich mein bestes Badminton gespielt hätte, dann hätte ich es schaffen können. Am Ende haben mir relativ leichte Fehler den Sieg gekostet“, so Oliver Witte unmittelbar nach dem Spiel. Bei einem Sieg hätte auf Witte der nächste Chinese Zhang gewartet. „Meiner Einschätzung nach hat Zhang sogar eine gute Chance auf den Turniersieg, eine wirklich schlechte Auslosung. Aber wer Gold holen will muss nunmal alle schlagen“ so Trainer Benjamin Tzschoppe mit einem Lächeln.
Zu wenige gute Aktionen im Damendoppel
Pech hatten auch „unsere Mädels“ Saskia Fischer und Svenja Klopp. Im Viertelfinale mussten sie ebenfalls gegen China ran. Mit 13:21 und 13:21 blieben auch sie chancenlos, obwohl sie zwischendurch aufblitzen ließen, dass sie auch dort mitspielen können.
„Es fehlt einfach die Konstanz, wir sind mal gut für zwei oder drei gute Aktionen, machen aber dann zu viele Fehler, die die Chinesen nicht machen“ erklärte Britta Tzschoppe die Niederlage. Das Trainerehepaar ist sich aber einig: „China wird im Damendoppel wahrscheinlich eine Goldmedaille holen. Es könnte auch auf ein rein chinesische Finale hinauslaufen. Auch hier mussten wir sehr früh im Turnier gegen China spielen. Aber Auslosung ist nun mal Auslosung oder wie man im Ruhrgebiet sagt: Wir sind hier nicht bei 'Wünsch dir was', sondern bei 'So is et'!“.
Nur noch Zuschauer
Für Deutschland sind damit die diesjährigen Deaflympics ohne Medaille beendet. „Die Halbfinals und Finals im Badminton am Freitag gucken wir uns natürlich an. Am Donnerstag wollen wir uns auch nochmal andere Sportarten anschauen. Morgen früh fahren wir erst zum Tennis, dann unterstützen wir unsere Handballer im Kampf um Edelmetall“, erklärt Volker Dießlin den Ablauf der nächsten Tage.

Gecoacht wird schriftlich: Britta Tzschoppe weist Saskia Fischer (li) und Svenja Klopp den Weg. Physio Fabian Lange schaut zu.
Gewannen ihre Gruppe: Oliver Witte & Saskia Fischer. Fotos: Volker Dießlin

Sonntag - Badmintonteam auf Kurs
Die ersten Tickets für die K.-o.-Runde wurden gelöst
Helga Dießlin war die erste, die am Sonntagmorgen auf die Felder musste. Ohne Druck, aber mit dem Wissen, dass ein Sieg direkt die Qualifikation zur K.-o.-Runde bedeutet startete sie in das Match. Im ersten Satz erteilte Helga ihrer türkischen Gegnerin eine Lehrstunde und siegte deutlich mit 21:3, im zweiten Satz fand ihre Konkurrentin besser ins Spiel, blieb aber letztlich mit 21:9 auch ohne Chance. Ein toller Erfolg für Helga, die dann völlig ohne Druck gegen die Topgesetze Bulgarin Baramova um den Gruppensieg kämpfen kann.
Zwei Mixed-Niederlagen
Im Anschluss folgte das Mixed von Torsten Gottwald & Svenja Klopp. Gegen die im Vorfeld sehr stark eingeschätzte Paarung aus Taiwan blieb man erwartungsgemäß ohne Chance. Lediglich der zweite Satz konnte mit 14:21 ein wenig enger gestaltet werden. Weiter ging es mit dem Mixed Dießlin & Kroll gegen die Lokalmatadoren Tyankov & Kolitsova. Matthias & Helga, beide zwar nicht in ihrer Lieblingsdisziplin unterwegs, machten ihre Sache jedoch sehr gut, die große Überraschung blieb aber aus. Sie verloren das Spiel mit 17:21 und 14:21.
Olli und Svenja souverän
Das mit Spannung erwartete Einzel zwischen Oliver Witte und seinem Konkurrenten aus Taiwan konnte Olli souverän mit 21:12 und 21:12 für sich entscheiden. Ein wichtiger Sieg, der auch die vorzeitige Qualifikation für die K.-o.-Runde bedeutete. Einen großen Kampf um das Weiterkommen lieferte sich auch Svenja Klopp gegen ihre bulgarische Gegnerin Kolitsova. Svenja, die bis dahin noch nicht so richtig im Turnier angekommen war, gelang in dieser wichtigen Partie der endgültige Befreiungsschlag. Nach zunächst gutem Beginn entschied Svenja den ersten Satz knapp mit 21:18 für sich. Der zweite Satz ging nach nicht so gutem Spiel klar an Kolitsova. Der dritte Satz musste also die Entscheidung bringen. Svenja erwischte wiederum einen guten Start und setze sich am Ende mit 21:15 durch. Mit einem zu erwartenden Sieg gegen Sergiychuk könnte Svenja sogar noch Gruppensiegerin werden.
Dameneinzel Coach Britta Tzschoppe: „Manchmal ist es beim Badminton wie bei einem Stürmer im Fußball, der 500 Minuten nicht getroffen hat und dadurch immer mehr Druck verspürt. Wenn er dann das Tor macht, läuft alles wieder wie von alleine. Bei Svenja war es heute ähnlich, durch den wichtigen Sieg konnte sie auch mental einen Befreiungsschlag landen und kann nun endlich ihre Topleistung abrufen.“
Auch Torsten Gottwald weiter
Ein ebenfalls gutes Spiel machte Torsten Gottwald gegen seinen Gegner aus Irland. 21:16 und 21:18 bedeutete auch die vorzeitige Qualifikation für die K.-o.-Runde. In den letzten drei Spielen blieb das deutsche Team leider chancenlos. So mussten sowohl Gottwald &Witte im Herrendoppel, als auch Kroll im Herreneinzel, als auch Fischer & Klopp im Damendoppel ihren Gegnern gratulieren. Alle Spieler zeigten jedoch ansprechende Leistungen, die Hoffnung auf den weiteren Wettbewerb geben. 

               

Samstag - Erfolgreicher Turnierstart

Drei Siege und eine Niederlage

Drei von vier Spielen gewonnen, eine ganz knappe Niederlage im Dameneinzel von Svenja Klopp. Gewiss hätte es schlechter laufen können für die Badmintonspieler am ersten Wettkampftag.
Das schwierige erste Spiel bestritt das Topmixed Saskia Fischer & Oliver Witte. Nach anfänglicher Nervosität konnte das Spiel gegen die ukrainische Paarung Dashenko & Sergiychuk souverän mit 21:8 21:6 gewonnen werden. Vor allem Saskia Fischer zeigte, in diesem Spiel, dass das Mixed zu ihren ganz besonderen Stärken gehört.
Svenjas Kampfgeist nicht belohnt
Weiter ging es im Dameneinzel mit einer schweren Aufgabe für Svenja Klopp. Hier musste das deutsche Team die einzige Niederlage des Tages hinnehmen. Einer sichtlich angespannte Svenja fehlte nach tollem Spiel am Ende leider das berühmte Quäntchen Glück, so dass sie mit 13:21 21:19 und 19:21 ihrer Gegnerin Wen-Hsunan Tu aus Taiwan gratulieren musst. Zu erwähnen gilt Svenjas Kampfgeist in diesem Spiel. Sie konnte im dritten Satz zweimal einen hohen Rückstand (3:11 und 14:19) egalisieren. Schade, dass es am Ende dann doch nicht gereicht hat. Der Spielmodus gibt allerdings noch Hoffnung auf die K.-o.-Runde.
Damendoppel nahm schwierige Hürde
Souverän agierte anschließend Oliver Witte, der seinem mazedonischen Gegner mit 21:5 und 21:9 aus der Halle fegte. Im nun folgenden Damendoppel hatten Saskia & Svenja die bereits die Chance auf eine Vorentscheidung in Gruppe B um das Weiterkommen. Gegen die stark eingeschätzten Russinnen Dormidontova & Sedova musste ein Sieg her. Alle vier Akteure agierten zunächst sehr nervös, starke Phasen gegen Ende des ersten und des zweiten Satzes genügten jedoch, um den wichtigen Sieg mit 21:12 21:17 einzufahren.
Besuch bei den Volleyballern
Ein weiteres Deaflympicshighlight folgte anschließend, denn das Badmintonteam machte sich geschlossen auf, um das Volleyballteam der Männer gegen den Gastgeber Bulgarien zu unterstützen.

Ausblick auf Sonntag
„Morgen ist ein sehr wichtiger Tag, es geht bei vielen Spielen um die Wurst“ so die Prognose von Trainerin Britta Tzschoppe für den morgigen Wettkampftag. Wie recht sie hat, zeigt ein Blick aufs Turniertableau: Oliver Witte könnte mit einem Sieg im Herreneinzel bereits vorzeitig in die K.-o.-Runde einziehen. Helga Dießlin muss gegen ihre türkische Konkurrentin gewinnen, um sich eine Chance auf die K.-o.-Runde zu erhalten. Saskia Fischer & Svenja Klopp würden sich bei einem Sieg gegen die starke chinesische Konkurrenz vorzeitig den Gruppensieg sichern. Die Debütanten Torsten Gottwald und Matthias Kroll greifen ebenfalls ins Turniergeschehen ein. „Es wird bestimmt für alle Beteiligten ein sehr anstrengender Tag, aber wir sind froh, dass die Deaflympics nun richtig angefangen haben“ so Coach Benjamin Tzschoppe.

Betreuen das Deflympics-Badmintonteam: (v.l) Physiotherapeut Fabian Lange und die Trainer Benny und Britta Tzschoppe. Foto: Volker Dießlin

Freitag - Morgen beginnen die Wettkämpfe

Deutsches Badmintonteam ist „on Fire“

(26.7.13) Nicht nur aufgrund der hier in Sofia herrschenden sommerlichen Temperaturen kann man sagen, dass das Badmintonteam „heiß“ auf den morgen beginnenden Wettkampf ist.
Teamwettbewerb wurde Olympiamodus geopfert
Die ersten Trainingseindrücke vom deutschen Team waren sehr positiv. Die Halle lässt sich gut bespielen, die Spieler, Trainer und Betreuer freuen sich auf den Turnierstart. Einziger Wermutstropfen: der seit Jahren etablierte Teamwettbewerb findet erstmalig bei diesen Deaflympics nicht mehr statt. Dafür gibt es in allen Disziplinen eine kurze Gruppenphase bevor man in die K.-o.-Runde der besten 16 einzieht. Hier wurde der Badmintonwettbewerb an den Durchführungsmodus der olympischen Spiele der Hörenden angepasst. Schade, denn der Teamwettbewerb gehörte in der Vergangenheit auch aufgrund des besonderen Teamspirits im deutschen Team immer zu unseren Stärken.
Starke Aisiaten sind zu erwarten
Im Training konnten das Trainerteam Britta und Benjamin Tzschoppe beobachten, dass die Konkurrenz wahrscheinlich sehr stark sein wird. „Wir haben gestern in der Halle zusammen mit den Asiaten trainiert, die sind schon durch die Bank weg sehr gut und eine sehr schwere Aufgabe für unsere Spieler“ so die Einschätzung von Britta Tzschoppe nach den zwei Trainingseinheiten. Nichts desto Trotz müssen sich unsere Spieler auch vor den besten Nationen nicht verstecken. „Wir sind zwar in keiner Disziplin in der Favoritenrolle, unsere Besten können aber durchaus oben mitspielen. Am Ende entscheidet womöglich die Tagesform über Sieg und Niederlage“ so die Einschätzung von Benjamin Tzschoppe. Die aussichtsreichsten Medaillenchancen haben sicherlich Olli Witte im Herreneinzel und im Mixed zusammen mit Saskia Fischer sowie Svenja Klopp mit Saskia Fischer im Damendoppel. Ihr Debüt bei den Deaflympics feiern Matthias Kroll im Mixed zusammen mit der Deaflympicsveteranin Helga Dießlin, sowie Torsten Gottwald im Doppel mit dem ebenfalls erfahrenden Olli Witte. Alle drei gehen auch noch im Einzel an den Start.
Trainerteam in Flitterwochen
Als Trainerteam sind Benny und Britta (geborene Schocke) Tzschoppe aus Dinslaken dabei. Die beiden sind frisch verheiratet. „Viele Paare fliegen in die Flitterwochen und verschlafen auf den Malediven den Tag am Strand. Wir hingegen haben eine unvergessliche und aufregenden Zeit mit einem tollen Team hier in Sofia bei den Deaflympics. Flitterwochen für Badmintonverrückte“, sagt das Ehepaar lächelnd. Benny war schon vor vier Jahre bei den Deaflympics in Taipei im deutschen Trainerteam.


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