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Europameisterschaft U19 2013 

Von Di 26. bis Ostersonntag 31. März 2013 in Ankara, Aski Sports Hall, Ivedik Mah, Yenimahalle. Refereeteam: Ewald Cejnek (AUT), Mojmir Hnilica (CZE) und Svend Arleth (DEN).
Zeitdifferenz: Die Türkei ist eine Stunde voraus. 10 Uhr dort sind 9 Uhr MEZ.         

 

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Dänemark mit sechs Medaillen erfolgreichste Nation - Deutschland mit drei Medaillen auf Rang zwei

  

Fabian Roth wie ein Sturmwind zum Europameistertitel

  

Hat mit unterschiedlichsten Spielstrategien alle seine Gegner weggeputzt: Europameister Fabian Roth, mit (v.l.) Mark Caljouw, Rhys Walker und Matthias Almer. Foto: DBV.
War mit zwei EM-Titeln die erfolgreichste Teilnehmerin in Ankara: Stefani Stoeva aus Bulgarien. Foto: badmintoneuroe.tv

Wie ein Sturmwind brauste Fabian Roth im Endspiel des Herreneinzels über seinen Gegner Mark Caljouw hinweg. Der Niederländer hatte während des ganzen Spiels keine Chance gegen den neuen deutschen Europameister. Fabian war schneller, schlug härter und spielte konsequenter. Er krönte mit diesem fulminanten Auftritt seine hervorragende Turnierleistung, die ihn über Ignas Reznikas (LTU), Jocelyn Deschamp (FRA), Mathias Mundbjerg (DEN), Kalle Koljonen (FIN*3/4) und Matthias Almer (AUT*1) bis ins Finale geführt hatte. Er begibt sich damit auf die Spuren von Marc Zwiebler. Der amtierende Europameister bei den Erwachsenen war 2003 - in Esbjerg - der letzte Deutsche, der den U19-Titel im Herreneinzel holte. Zuvor war dies 1999 in Glasgow Björn Joppien gelungen.

Herreneinzel
HF: Fabian Roth (GER) - Matthias Almer (AUT) 13:21 21:15 21:17
Mark Caljouw (NED) - Rhys Walker (ENG) 22:20 21:19
Fin.: Fabian Roth (GER) - Mark Caljouw (NED) 21:17 21:14
Dameneinzel
HF: Line Kjaersfeldt (DEN) - Neslihan Yigit (TUR) 21:14 21:8 
Stefani Stoeva (BUL) - Delphine Lansac (FRA) 21:18 21:8
Fin.: Stefani Stoeva (BUL) - Line Kjaersfeldt (DEN) 21:13 23:25 21:19
Herrendoppel
HF: Antonsen & Babic (DEN) - Antoine Lodiot & Julien Maio (FRA) 27:25 18:21 21:17
M. Christiansen & Daugard (DEN) - Johannes Pistorius & Marvin Seidel (GER) 22:20 21:16
Fin.: Kasper Antonsen & Oliver Babic (DEN) - Mathias Christiansen & David Daugard (DEN) 21:17 25:23
Damendoppel
HF: G. Stoeva & St. Stoeva (BUL) - Victoria Dergunova & Evgeniya Kosetskaya (RUS) 19:21 21:16 21:16
J. Finne-Ipsen & R. S. Hansen (DEN) - Busner Korkmaz & Ozge Toyran (TUR) 21:17 23:21
Fin.: Gabriela Stoeva & Stefani Stoeva (BUL) - Julie Finne-Ipsen & Rikke S. Hansen (DEN) 21:11 21:18
Mixed
HF: Tabeling & Myke (NED) - Kasper Antonsen & Julie Finne-Ipsen (DEN) 23:21 16:21 21:19
Daugard & Fruergaard (DEN) - Mark Lamsfuß & Franziska Volkmann (GER) 21:11 19:21 21:12
Fin.: David Daugard & Maiken Fruergaard (DEN) - Robin Tabeling & Halkema Myke (NED) 21:15 21:18. 

Freuten sich über EM-Bronze: (v.l.) Marvin Seidel & Johannes Pistorius. Foto: Thomas Lohwieser.
Sorgt täglich für Herzklopfen bei den mitfiebernden deutschen Fans: Fabian Roth. Foto: MK

Halbfinals
Fabian Roth setzt seinen Siegeszug fort
Der deutsche Teammanager Thomas Lohwieser berichtet aus Ankara
Fast unglaublich aber wahr, Fabian Roth hat nun auch den an eins gesetzten Österreicher Matthias Almer geschlagen. Erneut bestand er eine schier unvergleichliche Nervenschlacht. Fabian verstand es sehr klug, den Mitte des dritten Satzes müde werdenden Almer oft ans Netz zu holen und seine gefährlichen und variablen Angriffsbälle von der Grundlinie zu vermeiden.
Nur der Punkt zum 20:17 war leider kein so richtig herausgespielter Punkt, da der Schiedsrichter glaubte, einen Fehler von Almer gesehen zu haben (über das Netz gegriffen). Auch aus deutscher Sicht muss man sagen: in dieser entscheidenden Phase wenig Fingerspitzengefühl nach immerhin 50 Minuten in einem hochklassigem Spiel. Aber es ist so wie es ist. Fabian blieb seiner Linie auch danach treu und machte den Sieg bringenden Punkt.
Damit steht er im Endspiel. Immerhin, als "Erstjähriger" U19er im Finale einer U19-EM. Dort wartet nun der Niederländer Mark Caljouw auf ihn. Die Siege gegen den an 3/4 gesetzten Koljonen (FIN) und den an 1 gesetzten Almer sprechen für sich und werden Fabian weiter Selbstvertrauen geben. Fabelhafte Leistungen, die natürlich auch von anderen Nationen mehr als nur anerkennt werden.
Fabian Roth nach seinem Sieg: „Ich habe immer an meine Stärken und den Sieg geglaubt. Mathias wirkte im dritten Satz dann doch müde und verunsichert. Vielleicht weil er den 1. Satz deutlich gewonnen hatte, ich aber danach immer sicherer wurde.“

Bundesjugendtrainer Matthias Hütten über Fabian Roths Erfolgsspur
Fabi on Fire
Von Martin Knupp
Es war keineswegs ein leichter Weg, den Fabian Roth in Ankara zu bestreiten hatte. Als die Auslosung veröffentlicht wurde, hörte man von den Verantwortlichen doch skeptische Kommentare. Dann unterlag Fabian im letzten Gruppenspiel gegen Finnland Koljonen auch noch mit 10:21 15:21 deutlich. Doch mit seinen Siegen in den weiteren Spielen gegen die Türkei und Frankreich ging es aufwärts.
Bundesjugendtrainer Matthias Hütten nach dem schier unglaublichen 21:9 21:9-Sieg über Dänemarks Nummer zwei Mathias Mundbjerg, der in vier von sechs dänischen Mannschaftsspielen das Einzel gespielt hatte: "Der Fabi war in dem Match von Anfang an on fire und der Mundbjerg hat nur wenig auf die Reihe gekriegt. Das Ergebnis war so deutlich, dass man fast schon an eine Verletzung glauben konnte. Er war aber keineswegs verletzt. Er sagte danach selbst, dass er dem Druck nicht standgehalten habe, dem er sich erwehren musste. Fabi hat ihm überhaupt keine Chance gelassen, ins Spiel zu kommen."
Das Viertelfinalspiel gegen Finnlands Superstar Koljonen, in dem Fabian nach einem 15:20-Rückstand im zweiten Satz das eigentlich verlorene Spiel noch umbiegen konnte, wird vermutlich zur Legende werden. Matthias Hütten: "Das war ein unglaubliches Comeback. Noch dazu gegen Koljonen, der normalerweise mental ungeheuer stark ist."
Das Match im Halbfinale gegen den an eins gesetzten Österreicher Almer wurde dann von einer dritten Stärke geprägt, über die Fabian Roth offensichtlich verfügt: das Umsetzen einer erfolgreichen taktischen Spielstrategie. Matthias Hütten: "Wir wussten, dass wir unsere Chancen bekommen werden, wenn wir Matthias Almer in lange Ballwechsel zwingen. Das ist aufgegangen. Fabian hat in den entscheidenden Situationen die Ruhe bewahrt. "
Zur Gesamtentwicklung der Mannschaft sagt der Bundesjugendtrainer nicht ohne Stolz: "Wir haben mit dem Jugendjahrgang, mit dem wir jetzt hier bei der EM U19 sind, vor vier Jahren beim Acht-Nationen-Turnier U15 sogar gegen Belgien verloren. Noch vor zwei Jahren konnten wir vom Sechs-Nationen-Turnier U17 frühzeitig abreisen, weil sich niemand für die Halbfinals qualifiziert hat. Und jetzt holen die Spieler drei Medaillen. Irgendwie haben wir uns doch entwickelt..."
  

    

Nach den Viertelfinalspielen: Fabi Roth holte 15:20-Rückstand auf

Zweimal hatten unsere im Zielsprint die Nase vorn

Von Thomas Lohwieser
Die deutsche Bilanz am vorletzten Tag der U19-EM kann sich sehen lassen. Zuerst gewannen Mark Lamsfuß & Franziska Volkmann gegen die Bulgaren Stefan Garev & Gabriela Stoeva, machten ein tolles Spiel und vermieden zur Erleichterung vieler all zu großen Nervenkitzel. Das Viertelfinale zwischen Fabian Roth & Jennifer Karnott und Robin Tabeling & Halkema Myke (NED) geriet im ersten Satz zu einer wahren Nervenschlacht. Hin und her wogte am Ende das Aufschlagrecht und die beiden Deutschen verlangten den favorisierten Niederländern alles ab. Denkbar knapp unterlagen sie im ersten Satz. Dann hatten die Niederländer das Spiel viel besser im Griff und zogen mit einem Zwei-Satz-Sieg ins Halbfinale ein.
Wahnsinnsspiel von Fabi Roth
Lars Schänzler konnte im Einzel seinen Vorjahreserfolg beim U17 Sechs-Nationen-Turnier gegen Mark Caljouw (NED) nicht wiederholen. Er musste in einer engen Phase des ersten Satzes zwei fragwürdige Linienentscheidungen gegen sich hinnehmen, fand nie zu seinem Spiel und unterlag recht deutlich in zwei Sätzen.
Ein Wahnsinnsspiel durchlebte Fabian Roth gegen Kalle Koljonen (FIN). Den ersten Satz verloren, lag er im zweiten Satz (fast) aussichtslos 15:20 hinten. Als hätte er einen Schalter gefunden, nahm er die Herausforderung noch einmal an und kämpfte sich Punkt für Punkt heran. Das Spiel ging hin und her, Satzbälle für Fabian und Matchbälle für Koljonen wechselten sich ab. Doch diesen Satz holte sich Fabian 23:21. Im dritten Satz wogte das Spiel zeitweise hin und her, doch dann begann Koljonen kurzzeitig nachzulassen, Fabian erspielte sich einen Vorsprung. Doch wer Koljonen kennt, weiß, dass er nie aufgibt und um alles bis zum Ende kämpft. Er verringerte den Abstand, dabei verletzte sich Fabian leicht und musste gar eine gelbe Karte hinnehmen. Spannung ohne Ende: Den zweiten Satz und das Spiel schon fast verloren, im dritten Satz selbst gut in Führung, die wieder schrumpfte und dann doch das verdient bessere Ende für Fabian.  Ein irres Spiel, das alles bot.
Anika Dörr & Franziska Volkmann fanden in ihrem Doppel-Viertelfinale gegen Victoria Dergunova & Evgeniya Kosetskaya (RUS) nicht zu ihrem Spiel und mussten die an 3/4 gesetzten Russinnen ins Halbfinale ziehen lassen. Nicht anders erging es Mark Byerly & Mark Lamsfuß, die gegen Kasper Antonsen & Oliver Babic (DEN) nur jeweils am Anfang der beiden Sätze das Spiel kurzzeitig offen halten konnten.
Ab und auf bei Marvin & Johannes
Das glücklichere Ende hatten hingegen Marvin Seidel & Johannes Pistorius in ihrem Viertelfinale gegen Rodion Kargaev & Alexandr Zinchenko (RUS). Nach gewonnenem 1. Satz sah es im 2. Satz beim Stand von 17:13 wirklich gut für sie aus doch dann riss der Faden. Auch hier ging er hin und her, Satzbälle und Matchbälle wechselten sich munter ab. Dann plötzlich war der Satz verloren und die Chance erst einmal dahin. Im entscheidenden Satz starteten Marvin und Johannes ganz schlecht, lagen schnell hoch zurück und kämpften sich wieder ran. Es folgte ein ständiger Führungswechsel, erst zogen dann die Russen davon, Ausgleich und die Deutschen erspielten sich durch Annahmefehler der Russen einen Vorsprung. Wieder Ausgleich zum 19:19. Nun ließen sich Marvin und Johannes das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen, sie wollten kein Déjavu zum zweiten Satz. Schnell im Angriff machten sie die beiden entscheidenden Punkte und sicherten sich die zumindest die Bronzemedaille.
Geht noch mehr?
Ob sich die drei Bronzemedaillen noch weiter veredeln lassen, werden die Halbfinalspiele am Samstag ab 10 Uhr Ankara-Zeit zeigen. In Runde 2 schlagen Fabian Roth gegen den an eins gesetzten Matthias Almer (Österreich) und Mark Lamsfuß & Franziska Volkmann gegen David Daugard & Maiken Fruergaard (DEN) auf. Am Ende wollen dann in der fünften Runde Marvin Seidel & Johannes Pistorius gegen Mathias Christiansen & David Daugard (DEN, gesetzt an 5/8) mehr als Bronze erreichen.

Die Viertelfinalergebnisse:

Herreneinzel
Fabian Roth revanchierte sich für die Niederlage im Mannschaftsspiel
Matthias Almer (AUT*1) - Justin Teeuwen (NED) 21:17 23:21
Fabian Roth (GER*5/8) - Kalle Koljonen (FIN*3/4) 17:21 23:21 21:19
Mark Caljouw (NED) - Lars Schänzler (GER) 21:15 21:9
Rhys Walker (ENG*5/8) - Adam Mendrek (CZE*2) 21:16 24:22
Dameneinzel
Keine Deutsche kam bis ins Achtelfinale
Neslihan Yigit (TUR*1) - Maja Pavlinic (CRO) 21:9 21:11
Line Kjaersfeldt (DEN*5/8) - Martina Repiska (SVK) 21:4 21:12
Stefani Stoeva (BUL*3/4) - Natalia Koch Rhode (DEN) 21:19 21:9
Delphine Lansac (FRA*5/8) - Cemre Fere (TUR) 18:21 25:23 21:17
Herrendoppel
Sieg und Niederlage
Antoine Lodiot & Julien Maio (FRA*1) - Dimitar Delchev & Stefan Garev (BUL) 21:18 12:21 21:10
Kasper Antonsen & Oliver Babic (DEN) - Mark Byerly & Mark Lamsfuß (GER*3/4) 21:15 21:16 
Johannes Pistorius & Marvin Seidel (GER) - Rodion Kargaev & Alexandr Zinchenko (RUS)  21:17 20:22 21:19
Mathias Christiansen & David Daugard (DEN*5/8) - Russell Muns & Robin Tabeling (NED*2) 21:15 21:15
Damendoppel
Volkmann & Dörr unterlagen Russinnen
Gabriela Stoeva & Stefani Stoeva (BUL*1) - Cemre Fere (5/8) & (TUR)  Neslihan Yigit (TUR*5/8) 21:16 21:18 
Victoria Dergunova & Evgeniya Kosetskaya (RUS*3/4) - Anika Dörr & Franziska Volkmann (GER) 21:17 21:15
Busner Korkmaz  & Ozge Toyran (TUR*5/8) - Olga Morozova & Natalia Rogova (RUS*3/4) 21:17 21:17 
Julie Finne:Ipsen & Rikke S. Hansen (DEN*2) - Marie Batomene (5/8) & (FRA)  Stacey Guerin (FRA*5/8) 21:23 21:11 21:14
Mixed
Lamsfuß & Volkmann erspielten sich Medaillenplatz
Kasper Antonsen & Julie Finne:Ipsen (DEN) - Alexandr Zinchenko & Olga Morozova (RUS*1) 21:14 21:18
Robin Tabeling & Halkema Myke (NED*3/4) - Fabian Roth & Jennifer Karnott (GER) 28:26 21:16
Mark Lamsfuß & Franziska Volkmann (GER*3/4) - Stefan Garev & Gabriela Stoeva (BUL) 21:15 21:15 
David Daugard & Maiken Fruergaard (DEN) - Bastian Kersaudy & Anne Tran (FRA*2) 23:25 21:15 21:17.

Erfolgreicher Auftakt: Fabian Roth & Jenny Karnott kamen in die dritten Runde. Foto: Matthias Hütten

Nach den Achtelfinalspielen
Besser als vor zwei Jahren - siebenmal rein ins Viertelfinale
Von Thomas Lohwieser
Um 17 Uhr am Dienstag ging es mit dem Individualturnier los. Unsere beiden Damendoppel sorgten für einen guten Auftakt.
Der Mittwoch begann um 9.30 Uhr. Punkt zehn füllte sich die Halle wieder mit Schülern, die erneut für eine tolle Stimmung sorgen. Ihre Aufmerksamkeit hatte dabei vor allem das Spielfeld von badmintoneurope.tv. Dort spielte ein türkisches Mixed gegen ein dänisches – und gewann den ersten Satz. Die kleinen türkischen Kehlen glühten und man hörte tausendfach „Türkiye“. Das beeindruckt schon und erzeugt ein wenig Gänsehaut. Leider reichte die Unterstützung am Ende nicht.
Fahrdienst ist optimiert
Die türkische Flexibilität hatte ich ja schon lobend erwähnt. Der Bustransfer wurde soweit es geht optimiert, auch wenn es abends ein wenig eng wird in den letzten Bussen in Richtung der Hotels. Und die Busse fahren pünktlich, man kann sich also darauf verlassen. Gute Voraussetzungen für das Individualturnier. Die Halle selbst bietet leider nicht so viel. Außer Tee, Cola und Fanta gibt es nicht viel zu kaufen. Kaffee (sicherlich typisch deutsch) sucht man leider vergeblich. Und auch Rückzugsbereiche, damit Spieler und Trainer ab und zu mal ein wenig Ruhe finden, sind nicht vorhanden. Dafür herrschen inzwischen auch dank der steigenden Außentemperaturen zumeist angenehme Temperaturen.
Informationen zu bekommen hingegen ist nicht immer so einfach. Wenn man sein eigenes Info-Fach findet, ist es meist leer. Entweder weil eine andere Nation sich bedient hat oder aber weil gar nichts drin lag, denn auch andere Nationen müssen sich Informationen oftmals persönlich abholen. Aber auch das wird sich sicherlich noch bessern. Die türkischen Organisatoren sind sehr bemüht und spricht man sie an, bekommt man immer eine Antwort. Gastfreundschaft wird durchaus groß geschrieben. Und alle Probleme lassen sich nie lösen, damit müssen - so wie wir auch - alle Gäste leben, egal ob man bei einer EM oder WM ist, das ist nun einmal so.
U17er im Herreneinzel erstaunlich stark
Die Zusammensetzung der diesjährigen Viertelfinalspiele im Herreneinzel weist eine Besonderheit auf: vier der acht Spieler sind in ihrer Altersklasse U19 erstjährig, d.h., sie spielten in der Vergangenheit noch in U17. Je zwei kommen aus Deutschland (Fabian Roth und Lars Schänzler) und den Niederlanden (Justin Teeuwen und Mark Caljouw). Beim U17 Sechs-Nationen-Turnier vor einem Jahr in Schweden dominierten sie ihre Disziplin. Lediglich Fabian Roth musste an 3/4 gesetzt schon in Runde eins überraschend ausscheiden. Am Ende gewann damals Lars Schänzler im Finale gegen Mark Caljouw. Nun treffen beide im Viertelfinale aufeinander. Nur ein Blick in die Archive dürfte klären, ob in der Vergangenheit überhaupt schon einmal vier Erstjährige U19er im Viertelfinale einer U19-EM im Herreneinzel gestanden haben.
Steigerung gegenüber Vantaa
Riesenfreude bei den Spielern der deutschen Mannschaft, nachdem sowohl im Herreneinzel, Herrendoppel und Gemischten Doppel jeweils zwei Spieler bzw. Paarungen und im Damendoppel eine Paarung ins Viertelfinale eingezogen sind. Waren es 2011 im finnischen Vantaa noch fünf Viertelfinalteilnahmen sind es hier in Ankara sogar sieben. Die Viertelfinals beginnen dieses Jahr aufgrund einer kurzfristigen Entscheidung von Badminton Europe leider erst um 17 Uhr (statt wie „üblich“ um 16 Uhr), die Gründe sind unbekannt. Die deutschen Spieler sind sicherlich wieder sehr gut vorbereitet. Keiner dürfte so viel Videomaterial haben wie wir, immerhin waren in der Regel vier Kameras im Einsatz, zeitweise sogar mit der Ersatzkamera fünf. Die Badminton-Mediathek wächst weiter, ist eminent wichtig und wird ständig genutzt.
Byerly & Lamsfuß belasteten deutsche Nerven
Die Spannung war schon in den Achtelfinalspielen recht groß, wie man an mehreren Spielverläufen erkennen kann. Den Spannungsbogen (und die Nerven) am ärgsten belasteten sicherlich Mark Byerly & Mark Lamsfuß in ihrem absoluten Last-Minute-Finnish im Herrendoppel gegen ihre Schweizer Gegner. Dicht gefolgt von Anika Dörr & Franziska Volkmann gegen das starke dänische Paar. Hingegen ließen Marvin Seidel & Johannes Pistorius in ihrem famosen dritten Satz gegen die beiden Franzosen nichts anbrennen.
Bestechend, wie zum Teil nach „schwierigen“ Spielverläufen Matches am Ende gedreht und vor allem gewonnen werden konnten. Diese letztendlich mentale Stärke – zwar nicht im ganzen Spiel – dann jedoch zum richtigen Zeitpunkt, war ein ganz wichtiger Punkt bei unseren Spielern. Nicht besonders hilfreich waren wieder einmal umstrittene Linienrichterentscheidungen, die leider das ein oder andere Mal zu sehen waren.

Die Spiele unserer Deutschen:

 

Drei bestritten den langen Weg in die Medaillenränge erfolgreich

  

Herreneinzel (72 Starter im 128er-Feld)
Fabian Roth (*5/8) 
   1.Rd. frei / 2. Rd.: Ignas Reznikas (LTU) 21:4 21:5
   3.Rd.: - Jocelyn Deschamp (FRA) 21:19 21:10
   Afin.:  - Mathias Mundbjerg (DEN) 21:9 21:9
   Vfin.: - Kalle Koljonen (FIN*3/4) 17:21 23:21 21:19
   Hfin.: - Matthias Almer (AUT*1) 13:21 21:15 21:17
   Fin.:   - Mark Caljouw (NED)
Lars Schänzler 
   1.Rd. frei / 2.Rd.: - Carl Jacob Nilsson (SWE*5/8) 17:21 21:16 21:8
   3. Rd.: - Dimitar Delchev (BUL) 16:21 21:14 21:7
   Afin.:   - Kirill Boyarskiy (RUS) 21:12 21:15
   Vfin.:  - Mark Caljouw (FRA) 15:21 9:21
Mark Byerly 
   1.Rd. frei / 2.Rd.: - Jonathan Dolan (IRL*5/8) 16:21 14:21
Dameneinzel (71 Starterinnen)
Luise Heim 
   1.Rd. frei / 2. Rd.: - Ebru Yazgan (TUR) 21:18 21:18
   3. Rd: - Lucie Cerna (CZE *5/8) 17:21 15:21
Anika Dörr 
   1.Rd. frei / 2.Rd.: - Aimee Moran (WAL) 13:21 21:19 21:18
   3.Rd.: - Marie Batomene (FRA) 12:21 21:15 14:21
Theresa Wurm 
   1.Rd. frei / 2. Rd.: - Jenny Moore (ENG) 21:18 18:21 21:17
   3.Rd.: - Martina Repiska (SVK) 16:21 18:21
Herrendoppel (51 Paare im 64er-Feld)
Johannes Pistorius & Marvin Seidel 
   1.Rd.: - Pirmin Klotzner & Thomas Mair (ITA) 21:16 25:23
   2.Rd.: - Lilian Mihaylov & Vladimir Shishkov (BUL) 21:11 21:16
   Afin.: - Jordan Corvee & Bastian Kersaudy (FRA*3/4) 21:17 16:21 21:13
   Vfin.: - Rodion Kargaev & Alexandr Zinchenko (RUS)  21:17 20:22 21:19
   Hfin.: -  Mathias Christiansen & David Daugard (DEN*5/8) 20:22 16:21
Mark Byerly & Mark Lamsfuß (*3/4) 
   1.Rd. frei / 2.Rd.: - Kirill Boyarskiy & Andrey Dolotov (RUS) 21:15 21:17
   Afin.: - Mathias Bonny & Oliver Schaller (SUI) 21:19 20:2 23:21
   Vfin.: - Kasper Antonse & Oliver Babic (DEN) 15:21 16:21
Damendoppel (50 Paare im 64er-Feld)
Anika Dörr & Franziska Volkmann 
   1.Rd.: - Magdalena Lajdova & Denisa Sikalova (CZE) 21:4 21:8
   2.Rd.: - Halkema Myke & Manon Sibbald (NED*5/8) 18:21 21:18 21:9
   Afin.:  - Maiken Fruergaard & Isabella Nielsen (DEN) 15:21 21:15 21:19
   Vfin.: - Victoria Dergunova & Evgeniya Kosetskaya (RUS*3/4) 17:21 15:21
Lara Käpplein & Jennifer Karnott
   1.Rd.: - Jenny Moore & Victoria Williams (ENG) 21:17 21:15
   2.Rd.: - Julie Finne-Ipsen & Rikke S. Hansen (DEN*2) 21:17 7:21 17:21
Mixed (69 Paare)
Mark Lamsfuß & Franziska Volkmann (*3/4) 
   1. Rd. frei / 2. Rd.: - Mathias Christiansen & Rikke S. Hansen (DEN) 21:10 21:14
   3. Rd.: - Mehmet Ali Kurt & Ozge Toyran (TUR) 18:21 21:13 21:12
   Afin.: - Adam Hall & Heather Macpherson (SCO) 21:17 14:21 21:15
   Vfin.: - Stefan Garev & Gabriela Stoeva (BUL) 21:15 21:15
   Hfin.: - David Daugard & Maiken Fruergaard (DEN) 11:21 21:19 12:21
Fabian Roth & Jennifer Karnott (*9/16) 
   1. Rd. frei / 2. Rd.: - Miodrag Kalicanin & Natasa Pavlovic (SRB) 21:10 21:9
   3.Rd.: Jonathan Marcus Forsberg & Julia Ahlstrand (SWE) 21:13 21:13
   Afin.: - Jocelyn Deschamp & Stacey Guerin (FRA) 25:23 21:9
   Vfin.: - Robin Tabeling & Halkema Myke (NED*3/4) 26:28 16:21
Marvin Seidel & Lara Käpplein 
   1.Rd. frei / 2.Rd.: - George Nicolaou & Eleni Christodoulou (CYP) 21:12 21:13
   3.Rd.: - Mitja Semrov & Kaja Stankovic (SLO) 21:13 21:10
   Afin.: - Alexandr Zinchenko & Olga Morozova (RUS*1) 22:20 18:21 18:21.


Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV

Siegerehrung im...

...Herrendoppel: (v.l.) Mathias Christiansen, David Daugard, Kasper Antonsen, Oliver Babic, Julien Maio, Antoine Lodiot, Marvin Seidel, Johannes Pistorius. Foto: Thomas Lohwieser

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