Mitteilungen des 1. BC Düren

 

Liga-Zugehörigkeit: 1. Bundesliga

Homepage: www.badminton-club-dueren.de

 

 

  

  

  

Platz sechs im Visier

Von Hannes Schmitz

 

(24.03.2014) Ein erfolgreiches Wochenende für den BC Düren in der Badminton-Bundesliga: Nach dem 4:2-Heimspielerfolg gegen den PTSV Rosenheim entführten die Dürener auch im Prestigeduell gegen den TV Refrath beide Punkte aus der gegnerischen Halle. Eine starke Leistung des Damendoppels Beiwen Zhang und Ilse Vaessen legte den Grundstein für den Sieg beim Lokalrivalen, der lediglich das 2. Herreneinzel und das Mixed für sich entscheiden können. Das Gemischte Doppel war auch im Heimspiel gegen Rosenheim trotz guter Leistung nicht erfolgreich, ebenso das Herrendoppel, das nur knapp verlor, aber seine Leistungssteigerung auch beim Spiel in Refrath unter Beweis stellte. Der BC Düren untermauerte mit beiden Siegen seine Anwartschaft auf den sechsten Platz in der Liga hinten den „Großen Fünf“ und verfügt über ein ausgeglichenes Punktekonto.

  

Klassenerhalt so gut wie sicher

Von Hannes Schmitz

 

(23.03.2014) Der BC Düren hat den Klassenerhalt in der Badminton-Bundesliga nach dem 4:2-Erfolg über den PTSV Rosenheim so gut wie sicher. Sechs Punkte Abstand hat der Club auf einen Abstiegsplatz. Bei drei noch ausstehenden Spielen bleibt zwar theoretisch eine leichte Unsicherheit, doch glaubt beim BC-Vorstand niemand mehr an Abstieg, sondern man blickt mit einem befreiten Lächeln auf das fast schon erreichte Saisonziel: Platz sechs in der Tabelle.

Es war ein hartes Stück Arbeit für die Dürener, die Gäste mit einer Niederlage zurück nach Bayern zu schicken, die aber an Sympathien gewannen durch ihre Spielfreude und manche Fair Play-Geste. Spannungselemente gab es genug in dieser Partie. Das Herrendoppel wurde zu einem echten Krimi. Die Rosenheimer mit Peter Käsbauer, Deutscher Vizemeister im Herrendoppel, sowie Oliver Roth starteten als klare Favoriten ins Match und zogen schnell davon. Doch dann trumpften plötzlich wie aus dem Nichts Jürgen Koch und Koen Ridder auf Dürener Seite auf und holten Punkt für Punkt nach erstklassigen Ballwechseln und vielen technischen Raffinessen auf und verloren doch mit 19:21 den ersten Satz. Viel Spielwitz gab es auch im zweiten Durchgang – mit einem 21:14 am Ende für den BC. Der dritte Satz wurde das Spiel zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle für Akteure und Publikum. Nach dem 22:21 für die Dürener Kombination hätte man eine Stecknadel fallen hören können und anschließend die Steine der Enttäuschung. Die Rosenheimer drehten die Partie mit 24:22 noch zu ihren Gunsten. Auf dem anderen Spielfeld erlebte das Gäste-Damendoppel Isabel Herttrich und Julia Kunkel dunkle Minuten bei der klaren und schnellen 12:21, 12:21-Niederlage gegen Ilse Vaessen und Beiwen Zhang. Die Spielerin aus Singapur, die in Los Angeles lebt und im vorderen Drittel der Weltrangliste geführt wird, erteilte dann Julia Kunkel beim 21:8, 21:5 im Einzel eine Lehrstunde. Schwer tat sich Rajiv Ouseph gegen seinen Gegner David Obernosterer, der stark aufspielte. Der Dürener wirkte zunächst irgendwie abwesend und erst als er merkte, dass er im ersten Satz kurz vor dem Ende auf der Verliererstraße war, erwachte sein Kampfgeist und er holte sich den Satz noch mit 21:18. Von der Rolle war er dann aber im zweiten und verlor deutlich mit 14:21 – ein Satzverlust, der dem Engländer überhaupt nicht schmeckte. Im dritten Satz bot er ein anderes Bild und zeigte beim 21:16 seine Klasse  Erst als er den Sieg vor Augen hatte, kehrte der alte Schlendrian zurück. Den Siegpunkt in der Auseinandersetzung holte letztlich Carl Baxter mit seinem Zwei-Satz-Sieg über Hannes Käsbauer. Er nahm damit Revanche für die im Hinspiel erlittene Niederlage. Der Mann von der Insel war konzentriert und hoch motiviert beim deutlichen 21:14 und 21:9-Erfolg. Starke Szenen hatten Ilse Vaessen und Rajiv Ouseph im bedeutungslos gewordenen Mixed gegen die diesjährigen Deutschen Vizemeister Isabel Herttrich und Peter Käsbauer, die die Partie nach drei kampfbetonten Sätzen (21:16, 15:21, 21:14) für sich entschieden. Ein zufriedener BC-Vorsitzender Rolf Pütz nach Spielschluss, der auf zwei Punkte gehofft hatte. Der PTSV Rosenheim steckt nach der Niederlage im Abstiegsstrudel.

  

Sie war eine Klasse für sich: Beiwen Zhang. Fotos: Hannes Schmitz.
Sie spielten ihre Gegnerinnen beim deutlichen Zwei-Satz-Erfolg sprichwörtlich an die Wand: Ilse Vaessen (vorne) und Beiwen Zhang.
Hielten großartig mit den Deutschen Vizemeistern mit: Rajiv Ouseph und Ilse Vaessen.

  

 

Mit einer "Not-Mannschaft" nach Lüdinghausen

Von Hannes Schmitz

 

(23.02.2014) Der BC Düren kämpfte zwar, stand aber im Meisterschaftsspiel der Badminton-Bundesliga gegen den SC Union Lüdinghausen auf verlorenem Posten bei der 0:6-Niederlage. Der Tabellendritte trat in stärkster Besetzung an, den Dürenern blieb ein Fähnlein der wackeren Aufrechten, die versuchten, das Beste aus der Situation zu machen. Der BC musste auf zwei Verletzte, Rajiv Ouseph und Soraya de Visch Eijbergen, verzichten und geriet plötzlich noch einmal mehr in Bedrängnis, als Jürgen Koch absagte, der während eines Turniers in Wien erkrankte. Für diesen Fall der Fälle war Teammanager Michael Pütz als Ersatzmann vorgesehen, doch auch er fiel plötzlich aus. Guter Rat war nun teuer und schnelles Handeln erforderlich, da alle Disziplinen in einer Meisterschaftspartie besetzt sein müssen. Und so wurde Achim Decker aus dem Hut gezaubert, ein Spieler der Fünften, für den kurzfristig eine Spielgenehmigung beantragt werden musste, was zum Glück ermöglicht wurde. Wegen der Aufstiegschancen der Zweiten wurde von dort kein Spieler „hoch“ geholt und auch die anderen Teams sollten ihrer Chancen im Meisterschaftsbetrieb nicht beraubt werden.

Das faire Lüdinghausener Publikum zeigte Verständnis für das Dürener Dilemma, wurde aber auch in mancherlei Hinsicht entschädigt durch einige ansprechende Spiele. Carl Baxter lieferte im Herreneinzel Yuhan Tan aus Belgien erhebliche Gegenwehr und verlor mit Pech nach drei Sätzen. Das Herrendoppel mit Carl Baxter und Koen Ridder lieferte prächtige Ballwechsel, aber keine Punkte. Auch das Mixed mit Koen Ridder und seiner Landsfrau Ilse Vaessen versuchte, gegen eines der besten Gemischten Doppel zu bestehen, doch es blieb letztlich ohne Siegchancen. Einen starken ersten Satz lieferten Ilse Vaessen und Sandra Marinello im Damendoppel ab, doch im zweiten Satz hatten die Gäste erneut das Nachsehen. Erfreulich für das Dürener Team war, dass Sandra Marinello nach berufsbedingter Pause zurückgekehrt ist und sich als Doppelspezialistin ganz in den Dienst der Mannschaft stellte und das Einzel gegen die erst kürzlich gekürte neue Deutsche Meisterin Karin Schnaase bestritt und dabei allenfalls Kondition tankte. Für den BC-Vorsitzenden Rolf Pütz war die Niederlage gegen den Dritten der Liga, der um die Play-offs spielt, kein Beinbruch. Sein Fokus ist auf den 22./23. März gerichtet, wenn am Doppelspieltag die Gegner Rosenheim zuhause und Refrath auswärts heißen. Drei Punkte  aus beiden Partien und der BC Düren kann für die nächste Bundesligasaison planen. 

 

Mannschaftsaufstellung bewährte sich

Kämpften aufopferungsvoll. Doch Ilse Vaessen und Jürgen Koch blieb eine Niederlage nicht erspart. Fotos: Hannes Schmitz.
Zeigte, was er kann: Rajiy Ouseph musste alle Register seines Könnens ziehen.
Spielte überragend im Einzel: Soraya de Visch Eijbergen.

Von Hannes Schmitz

 

(26.01.2014) Fortuna und ein Schiedsrichter waren dem BC Düren im Heimspiel gegen den 1. BC Bismischheim nicht hold. Mit 2:4 ging die Partie gegen den Deutschen Vizemeister verloren und das durchaus erreichbare Remis wurde verfehlt. Der BC-Vorsitzende Rolf Pütz war ob des Spielverlaufs zwar nicht enttäuscht und lobte die Mannschaftsleistung, doch richtig glücklich schaute er auch nicht drein. Viele in der Halle haderten mit der Leistung des Schiedsrichters. Der Mann auf dem Stuhl hatte in der Partie Carl Baxter gegen Lukas Schmidt in den entscheidenden Phasen den Durchblick verloren. Der Dürener hatte den hart umkämpften ersten Satz mit 19:21 verloren und führte im zweiten mit 18:16, als krasse Fehlentscheidungen den Engländer aus dem Rhythmus brachten und er letztlich den Satz mit 18:21 abgab. Ein paar deutliche Worte Richtung Schiedsrichterstuhl brachten ihm auch noch die Gelbe Karte ein. Überhaupt war der Unparteiische in seinen merkwürdigen Entscheidungen auch in den anderen Spielen kaum zu übertreffen. Bälle innerhalb des Feldes wurden ausgegeben oder andersherum. Ob Carl Baxter das Spiel zu seinen Gunsten hätte entscheiden können, sei dahin gestellt, meinte Rolf Pütz, der Schiedsrichter brachte ihn allerdings um seine Chance.

 

Um ein besseres Ergebnis brachte sich auch das Damendoppel. Soraya de Visch Eijbergen und Ilse Vaessen boten gegen Eefje Muskens und Olga Konon zunächst eine sehr gute Leistung und verloren nur knapp mit 19:21, im zweiten Durchgang beim 15:21 aber dann den Faden – ein Knackpunkt in der Begegnung. Im Stillen hatte der BC auf einen Punkt gehofft. Beachtlich schlugen sich im Herrendoppel Carl Baxter und Koen Ridder gegen das Top-Duo Michael Fuchs und Johannes Schöttler. Trotz der Zwei-Satz- Niederlage (17:21, 12:21) boten sich erste Lichtblicke in der bisher für den BC so schwachen Disziplin. Eine Paarung, die gegen andere Mannschaften auf gleichem Niveau Siegchancen hätte. Schwer tat sich auch Rajiv Ouseph, der gegen Dieter Domke drei Sätze benötigte. Erst, als dem Briten das Wasser „bis zum Halse“ zu stehen schien, erwachten die „Überlebensgeister“ und er zog vor allem im dritten Satz alle Register seines Könnens. Seinem Kontrahenten, der bis dahin gut mitgehalten hatte, überkam nach dem 21:19 und 17:21 beim 11:21 das große Staunen. In das gerieten auch die Zuschauer beim Auftritt von Soraya de Visch Eijbergen gegen die Deutsche Meisterin von 2012, Olga Konon, die im vergangenen Jahr mehrere internationale Turniere gewann und zumindest im ersten Satz von der jungen Niederländerin beim 21:12 vorgeführt wurde. Im engen zweiten Satz spielte auch wieder der Schiedsrichter mit und verteilte seine Fehlentscheidungen gleichmäßig, wobei dann die Dürenerin beim 21:19 verdient die Oberhand behielt und die Zuschauer verzückte.

 

Die Hoffnungen des BC, vielleicht im parallel verlaufenden Mixed den entscheidenden Punkt zu holen, zerschlugen sich schnell: zu viel Unsicherheit und leichte Fehler im Spiel von Ilse Vaessen und Jürgen Koch, die beim 15:21 und 16:21 zwar kämpften und manch tollen Ballwechsel lieferten. Doch meistens mit dem besseren Ende für Eefje Muskens und Michael Fuchs, ein wirklicher „Fuchs“ in dieser Disziplin und mit zahlreichen internationalen Erfolgen ausgestattet. Die Mannschaftsaufstellung, zog Rolf Pütz ein positives Fazit, habe sich bewährt. Alle hätten eine engagierte Leistung gezeigt. Dann marschierten alle unter die Dusche, zogen sich bequeme Sachen an und ab ging es in die Autos zum Spiel in Berlin.

 

Zittern wegen fehlender Spielgenehmigung

Sie sind dabei, ihre Form wieder zu finden. Zum ersten Mal bot das Mixed mit Ilse Vaessen und Jürgen Koch eine überzeugende Leistung. Foto: Hannes Schmitz.

Von Hannes Schmitz

 

(18.12.2013) Eine starke Leistung im Spiel und nervenaufreibendes Geschehen vor der Partie beim SV Fun-Ball Dortelweil, das der BC Düren mit 5:1 gewann. Mit dem Erfolg kletterten die Dürener auf Rang fünf der Badminton-Bundesliga-Tabelle und rangieren mit 11:9 Punkten noch vor dem letztjährigen Deutschen Meister SG EBT Berlin.

Vor dem Sieg flossen aber zunähst einmal viele Angstperlen beim BC-Vorsitzenden Rolf Pütz. Vollkommen überraschend meldete sich Dürens Spitzenmann Rajiv Ouseph am Tag vor der Partie verletzungsbedingt ab. Da auch schon Carl Baxter berufsbedingt fehlte, stand das Team ohne seine beiden Einzelspieler da. Auch Ersatzmann Harry Wright musste passen, so dass kein vollständiger Kader zur Verfügung stand. „Rettung“ nahte in Temuulen Ayush, der in der „Zweiten“ spielt, aber in Berlin weilte. Er erklärte sich bereit zu spielen, aber noch fehlte die Spielgenehmigung für die „Erste“, die am Spieltag erst 25 Minuten vor der Bekanntgabe der offiziellen Spielaufstellung vom Verband eintrudelte. „Wir mussten riesige Umstände auf die Kette kriegen“, formulierte es Rolf Pütz drastisch, der am Beispiel von Koen Ridder aufzählte, was Badminton-Bundesligaspieler so auf sich nehmen. Der Niederländer wohnt in Haarlem nähe Amsterdam, drei Stunden Autofahrt nach Düren, mit dem Bus nach Dortelweil, einem Stadtteil von Bad Vilbel, nach Spielende zurück in die Rurstadt und mit dem Wagen zurück nach Hause. Doch trotz der Strapazen legte Koen Ridder eine überraschend gute Spielvorstellung hin. Mit Partner Jürgen Koch gewann er das Doppel, das zum ersten Mal überzeugte, nicht nur gut spielte, sondern erste wirkliche Harmonieansätze erkennen ließ. Der Lohn: ein klarer Zwei-Satz-Sieg gegen Peter Lang und Fabian Holzer mit 21:15, 21:13. Durch das engagierte Auftreten beflügelt, schaffte Koen Ridder als Ersatzmann im Top-Einzel einen Drei-Satz-Sieg gegen den Funballer Peter Lang (21:18, 17:21, 21:15). Ein glänzendes Spiel bescheinigte Rolf Pütz Soraya de Visch Eijbergen, die ihr Einzel gegen Anika Dörr mit 21:13 und 21:8 souverän gewann und mit Blick auf Spielgestaltung wohl Einiges von Beiwen Zhang gelernt hatte, die ebenfalls fehlte. Ihre Abwesenheit fiel aber nicht ins Gewicht, da auch im Damendoppel Soraya de Visch Eijbergen und die wieder erstarkte Ilse Vaessen in der nagelneuen Sporthalle des SV Fun-Ball Dortelweil ein überragendes „Tänzchen“ aufs Parkett legten und ihre Gegnerinnen Anika Dörr/Franziska Volkmann mit 21:8 und 21:7 beherrschten. Ihre starke Leistung wiederholte Ilse Vaessen im Mixed mit Partner Jürgen Koch. Sie behielten mit 21:16 und 21:12 die Oberhand über Cisita Joity Jansen und Thomas Legleitner. Nicht weiter tragisch war die Zwei-Satz-Niederlage von Temuulen Ayush gegen Sandro Kulla mit 18:21, 15:21, der von Berlin kurzfristig anreiste und sich kurz vor Weihnachten einen Herzenswunsch erfüllen konnte – einmal in der „Ersten“ zu spielen. Angetan waren die Dürener von der neuen, mit allen technischen Raffinessen ausgestatteten Halle und vor allem aber von der Herzlichkeit des Gastgebers. „Ein Verein“, lobte Rolf Pütz, „der nicht nur einen Spieltag professionell präsentieren kann, sondern auch durch seine Herzlichkeit und sein tolles Publikum überzeugt.“

   

Verärgerung über schwache Leistungen

Von Hannes Schmitz

 

(15.12.2013) Das Gelbe vom Ei war es nicht, was der BC Düren im Heimspiel gegen den TSV Trittau bot. Nur ein mageres 3:3 sprang gegen den Tabellenvorletzten der Badminton-Bundesliga heraus. Durch das Remis bleibt der BC zwar fünf Punkte vor Trittau, hätte sich aber mit einem Sieg fast aller Abstiegssorgen entledigen können. Dem BC-Vorsitzenden Rolf Pütz war nach Spielende das Lächeln vergangen. 3:1 hatte sein Team vor dem 1. Herreneinzel und dem Mixed geführt und wurde dann im Gemischten Doppel regelrecht vorgeführt. Kein Bein bekamen Soraya de Visch Eijbergen und Koen Ridder gegen Jelle Maas und Annekatrin Lillie auf die Erde. Sang- und klanglos verloren sie mit 17:21 und 11:21 und ließen in ihrem Spiel aber auch alles vermissen. Das Publikum sah eine katastrophale Leistung von zwei Akteuren, die eher nebeneinander her liefen, als sich gemeinsam gegen die Niederlage zu wehren. Enttäuschung pur auch bei Rolf Pütz, der wenige Minuten zuvor noch gesehen hatte, wie Koen Ridder zum Glücksritter für die Mannschaft wurde. Völlig überraschend siegte er im 2. Herreneinzel gegen Nikolaj Persson und bot bei seinem Drei-Satz-Erfolg (21:19, 18:21, 21:15) eine couragierte Leistung. Er gab keinen Ball verloren, hechtete und schmetterte und hatte das Publikum lautstark auf seiner Seite. Umso deprimierender war, was er später bot. In die Reihe der wenig gefälligen Leistungen kann man erneut das Herrendoppel einordnen. Auch die Kombination Carl Baxter und Jürgen Koch blieb den Beweis von Bundesligatauglichkeit schuldig und ging mit 16:21 und 9:21 unter. Stark wie immer hingegen zeigte sich Beiwen Zhang, die gegen Paulien van Dooremalen mit 21:2 und 21:7 siegte. Erheblich mehr Mühe hatte das Damendoppel, das die Spielerin aus Singapur mit Soraya des Visch Eijbergen mit 21:18 und 21:12 für sich entschied. So waren letztlich alle Augen auf Carl Baxter gerichtet, der im letzten Spiel des Tages Sieg oder Remis in der Hand hatte. Der erste Satz sah noch gut aus, im zweiten offenbarte er leichte Konditionsprobleme, setzte im dritten Satz alles auf eine Karte und verlor doch. Sein Gegner Ari Trisnanto behielt mit 20:22, 21:13 und 21:18 knapp die Oberhand und holte den entscheidenden Punkt zum Remis. Das Fehlen von Dürens Nummer eins, Rajiv Ouseph, hatte sich stärker als erwartet bemerkbar gemacht. Für Rolf Pütz aber keine wirkliche Entschuldigung, der sich maßlos über die Leistungen des Herrendoppels und des Mixed ärgerte, allerdings für die schwachen Leistungen auch keine Erklärung hatte. 

 

Beiwen Zhang. Fotos: Hannes Schmitz.
Koen Ridder.
Koen Ridder und Soraya de Visch Eijbergen.
Koen Ridder und Soraya de Visch Eijbergen.
Koen Ridder und Soraya de Visch Eijbergen.
Beiwen Zhang (r.) und Soraya de Visch Eijbergen.

 

 

Weltklasse-Badminton von der frisch gebackenen Turniersiegerin

Zwischen Leichtsinn und Genie: Rajiv Ouseph bot eine elektrisierende Leistung und beanspruchte die Gefühlsskala der heimischen Zuschauer. Foto: Hannes Schmitz.
War die Entdeckung der vergangenen Saison: das Mixed Rajiv Ouseph und Ilse Vaessen. Noch ist die Niederländerin aber nach ihrer langen Verletzungspause von ihrer Bestform entfernt. Foto: Hannes Schmitz.

 

Von Hannes Schmitz

 

(03.12.2013) Prophetische Gaben scheinen den Vorsitzenden des BC Düren in der Vorweihnachtszeit zu überkommen. Auf einen 4:2-Erfolg im Heimspiel der Badminton-Bundesliga gegen den TV Refrath hatte Rolf Pütz getippt und das Remis in der Auswärtsbegegnung gegen Rosenheim einkalkuliert. Die leise Enttäuschung wegen des unnötigen Punktverlustes war aber beim ersten Aufschlag im Lokalderby verflogen. Düren konnte auf seine Bestbesetzung zurückgreifen, doch waren die Nervosität und Anspannung beim Heimteam spürbar. Die vielen Zuschauer in der Halle sahen zu Beginn der Partie zugleich zwei unterschiedlich verlaufende Doppel. Die Herren-Paarung in der Besetzung Jürgen Koch und Koen Ridder blieb blass und entfachte allenfalls im ersten Satz zeitweise einige Funken gegen Max Schwenger und Denis Nyenhuis, die aber sofort verglommen. Überdeutlich wurde, dass das Herrendoppel momentan die Schwachstelle des BC ist. Verschiedene Kombinationen wurden bisher ausprobiert, keine zündete wirklich.

Ganz anders bei den Damen. Spielten in Rosenheim noch Ilse Vaessen und Soraya de Vish Eijbergen gut auf, so kam gegen die Refrather Beiwen Zhang für Vaessen zum Einsatz. Eine Paarung, die auch gegen die Großen der Bundesliga schon erfolgreich auftrumpfte. Das Schlüsselspiel der gesamten Partie. Ein Sieg gegen die starken Refratherinnen Chloe Magee und Carla Nelte und die Ampel stand auf Grün für den Gastgeber. Vor allem die Spielerin aus Singapur tat sich am Anfang schwer. Die Bewegungen waren noch nicht flüssig, die vergangenen, anstrengenden Tage steckten ihr noch in den Knochen. In Wales hatte sie ein Turnier bestritten, am Samstag in Cardiff noch das Halbfinale und das Finale mit einem Sieg für sich entschieden. Später mit dem letzten Bus von Cardiff nach London, Übernachtung und am nächsten Morgen früh mit dem Flieger nach Düsseldorf und von dort in die Halle. Müde war sie zu Beginn, doch sie kam immer besser ins Spiel und die beiden besiegten letztlich ihre Gegnerinnen deutlich mit 21:14 und 21:17.

Das Herrendoppel verabschiedete sich auf dem Nebenfeld mit einer 17:21- und 11:21-Niederlage. Ein tolles Herreneinzel erlebten die Zuschauer zwischen Rajiv Ouseph und Richard Domke. Ein paar Weltklasse-Schläge des Düreners, immer dann, wenn es für ihn eng wurde, und der Gast hatte schließlich mit 19:21 und 17:21 das Nachsehen. Badminton „von einem anderen Stern“ bot dann Beiwen Zhang in ihrem Einzel gegen Chloe Magee, die zu den stärksten Bundesligaspielerinnen zählt. Doch die Irin hatte nicht den Hauch einer Chance und schaute mehr als einmal fassungslos drein, wenn sie nicht wusste, wie ihr geschah. Für die Refratherin war es eine Lehrstunde in Sachen Weltklasse-Badminton. Davon war Carl Baxter im 2. Herreneinzel gegen Lars Schänzer doch ein erhebliches Stück entfernt. Obwohl er sichtlich unter Konditionsproblemen litt, reichte es zu einem 21:15 und 21:14 gegen Lars Schänzer. Der Sieg für den BC Düren stand fest, das abschließende Mixed war ohne Bedeutung. Allenfalls für Ilse Vaessen, der man deutlich anmerkte, dass sie nach ihrer langwierigen Verletzung und Spielpause noch weit von ihrer in der vergangenen Saison gezeigten Leistung entfernt ist und ihr Spielpraxis fehlt. Aber auch Rajiv Ouseph schien im dritten Satz nicht mehr bedingungslos motiviert, so dass Max Schwenger und Carla Nelte einen Punkt beim 21:16, 19:21, 21:8 mit nach Refrath nehmen konnten. Mit dem Sieg festigte der BC seinen sechsten Tabellenplatz und stellte damit seinen Vorsitzenden zufrieden, der glücklich ob des Erfolges und der tollen Zuschauerkulisse in die Runde blickte.

  

Punktverlust kam nicht ganz unerwartet

Spielte ein starkes Einzel und wird immer besser: Die junge Niederländerin Soraya de Visch Eijbergen. Foto: Hannes Schmitz.

 

Von Hannes Schmitz

 

(02.12.2013) Leise Enttäuschung schwang schon mit im Team vom BC Düren auf der Rückfahrt von Rosenheim. Nur ein Punkt im Gepäck des Badminton-Bundesligisten nach dem 3:3 beim PSTV. Schon vor dem letzten Herreneinzel hatten die Gäste das Remis sicher und schienen auf der Erfolgsstraße zu sein. Doch erste Ernüchterung nach dem ersten Satz, den der sonst so zuverlässige Carl Baxter mit 11:21 gegen den Rosenheimer Hannes Käsbauer verlor. Doch dann schien sich der Engländer gefangen zu haben und begann, dem Bayern einen großartigen Kampf zu liefern und gewann mit 21:18. Im dritten Satz stand die Halle Kopf. Hin und her wogte die Partie, mal hatte der Dürener, dann wieder der PSTVer die Nase vorne und behielt sie dort zum Schluss. 20:22 musste sich der Mann von der Insel geschlagen geben, und so mancher im Team des BC war nach der Begegnung, nach dieser unglücklichen Niederlage, „reif für die Insel“. Der BC-Vorsitzende Rolf Pütz atmete tief durch. So ganz unerwartet kam für ihn der Punktverlust nicht. Der Gastgeber war stark und die Dürener waren in manchen Partien schwach. Die Achillesferse bleibt, so die Erkenntnis, das Herrendoppel. Die Kombination Koen Ridder/Jürgen Koch überzeugte auch nicht im zweiten Versuch des Zusammenspiels und blieb in zwei Sätzen (17:21, 11:21) gegen Peter Käsbauer und Oliver Roth auf der Strecke. Anders das Damendoppel mit Ilse Vaessen und Soraya de Visch Eijbergen, das seine Partei souverän gestaltete und beim 21:14 und 21:10 nichts anbrennen ließ. Überzeugend war Letztere auch in ihrem Einzel. Die junge Niederländerin bewies eindrucksvoll, dass sie auf dem Sprung nach oben ist. 21:15 und 21:12 siegte sie gegen Julia Kunkel. Stärker eingeschätzt hatte man das Gemischte Doppel. Aber die niederländische Kombination auf Dürener Seite, Koen Ridder/Ilse Vaessen, harmonierte nicht besonders und hatte beim 15:21 und 12:21 keine Chance. Allerdings zählt das Rosenheimer Mixed mit Isabel Herttrich und  Peter Käsbauer zu den stärksten in der Bundesliga. Dennoch hatte man etwas mehr von der Dürener Paarung erwartet. Souverän wie immer und eine Bank für den BC war Rajiv Ouseph, der seinem Gegner David Obernosterer beim 21:15 und 21:11 keine Chance ließ. Der BC Düren bleibt nach der Partie Tabellensechster, konnte aber den Abstand auf Rosenheim, ein direkter Konkurrent um den Klassenverbleib, nicht vergrößern.

 

Gelungenes Comeback von Ilse Vaessen

Zogen sich im Mixed trotz der Niederlage gegen Birgit Michels und Marc Zwiebler achtbar aus der Affäre: Ilse Vaessen, die ihr Comeback feierte, und Jürgen Koch. Foto: Hannes Schmitz.

 

Von Hannes Schmitz

 

(06.11.2013) Keine deutliche Abfuhr für den stark ersatzgeschwächten BC Düren im Meisterschaftsspiel der Badminton-Bundesliga beim 1. BC Bonn-Beuel, sondern eine 2:4-Niederlage, die aus Dürener Sicht schmerzt. Nur knapp schrammten die Gäste an einem Remis vorbei. Das Team ohne Vier kämpfte aufopferungsvoll und voller Leidenschaft und zog sich, so der Vorsitzende Rolf Pütz, „achtbar aus der Affäre“. Bestes Beispiel für enorme Einsatzbereitschaft war Harry Wright, der nach einem Jahr Pause auf der Insel an die Rur zurückkehrte. Im Herrendoppel lieferte er zusammen mit Jürgen Koch eine „Sahnevorstellung“ ab. Mit viel Pech schlitterten die Beiden an einer faustdicken Überraschung vorbei, als sie dem Gastgeber-Doppel Chan Kwong Beng/Andreas Heinz nur knapp mit 21:23 und 20:22 unterlagen. Die rund 300 Zuschauer, darunter viele BC- Anhänger, sahen ein begeisterndes Spiel, das hin und her wogte und in dem die malaysisch-deutsche Kombination das glücklichere Ende für sich hatte.

 

Im Damendoppel drehten die Dürenerinnen den Spieß um. In einem hochklassigen Spiel bezwangen Soraya de Visch Eijbergen und Ilse Vaessen die Beueler Damen Hannah Pohl/Birgit Michels mit 16:21, 21:10, 19:21. Vor allem Ilse Vaessen war nach dem Spiel erleichtert, hatte sie doch nach mehrmonatiger Verletzungspause ein gutes Comeback gegeben und eine erste Belastungsprobe bestanden. Nach dem Mixed, das sie zusammen mit Jürgen Koch gegen Birgit Michels und Europameister Marc Zwiebler chancenlos bestritt, sah die Welt ein wenig anders aus. Nicht so sehr die deutliche 10:21, 10:21-Niederlage schmerzte, sondern vor allem das Knie, das stark angeschwollen war und sofort mit Eis gekühlt wurde. Bange Blicke bei Rolf Pütz, der hoffte, dass seine Spielerin sich nicht übernommen hatte. Ihr Spiel war nach der Wettkampfpause schon auf einem beachtlichen Stand, aber von der Bestform noch ein Stück entfernt.

 

Diese wiederum demonstrierte Soraya de Visch Eijbergen, die das Doppel stark prägte und in ihrem Einzel ihre Gegnerin Luise Heim beim 21:4 und 21:11 förmlich an die Wand spielte. Da fand sich auch Michael Pütz, der Teammanager des BC Düren, wieder, der wegen der Personalsorgen aufs Spielfeld musste und beim 5:21 und 8:21 gegen Max Weißkirchen nicht den Hauch einer Chance hatte. Dennoch blieb Michael Pütz fröhlich. Er ist es gewohnt und trägt es als Bundesliga-Schiedsrichter mit Fassung, wenn er zum „Spielball“ wird, wenn beim BC Not am Mann ist. Chancenlos war im 1. Herreneinzel ebenfalls Harry Wright gewesen. Obwohl sich der Brite hingebungsvoll und mit ungeheurem Kampfeswillen gegen eine Niederlage stemmte, hatte er mit 10:21, 15:21 das Nachsehen gegen den Malaysier Chan Kwong Beng. Insgesamt war Rolf Pütz mit dem Auftreten seines Teams in der Erwin-Kranz-Halle zufrieden. „Wenn man es durch die Dürener Brille betrachtet, haben wir mit Pech verloren, objektiv gesehen hat 1. BC Beuel aber verdient dieses Lokalderby gewonnen.“

   

Düren besiegt Dortelweil mit 5:1

Sie zeigten die beste Leistung des Abends und gewannen klar das Mixed: Sandra Marinello und Jürgen Koch. Fotos: Hannes Schmitz.
Sandra Marinello und Beiwen Zhang boten im Damendoppel eine solide Leistung mit "Luft nach oben".

 

Von Hannes Schmitz

 

(09.10.2013) Obwohl ersatzgeschwächt, dominierte der BC Düren in der Badminton-Bundesliga die Begegnung gegen den Tabellenletzten, den SV Fun-Ball Dortelweil, beim 5:1-Erfolg in eigener Halle. Lediglich das 2. Herreneinzel ging verloren. Koen Ridder, so wurde deutlich, ist Doppel- und Mixed-Spezialist und als Einzelspieler nur eine Notlösung. Da Rajiv Ouseph Verbandsaufgaben zu erfüllen hatte und fehlte, musste Koen Ridder ran, der zwar keinen Ball verloren gab, aber dennoch gegen Sebastian Schöttler in zwei Sätzen (15:21, 12:21) den Kürzeren zog. Sicher und souverän behauptete sich im 1. Herreneinzel Carl Baxter bei seinem 21:11, 21:15-Erfolg über Kai Schäfer.

Erst nach einer etwas längeren Pause kam es zu den Einzeln, da beide Dürener Spieler auch das Herrendoppel bestritten, das sich zu einem Krimi entwickelte und das Publikum durch die Gefühlshölle schickte. Mit Mühe und Not brachten Koen Ridder und Carl Baxter die Partie beim 21:19, 21:18 gegen Peter Lang/Fabian Holzer unter Dach und Fach und waren nach ihrem Erfolg zunächst einmal platt. Nicht sonderlich überzeugend war das Spiel der Beiden, die Abstimmung fehlte – mit der Folge von unnötigen Ballverlusten. Noch hat der BC keine glückliche Hand bei der Zusammensetzung des Herrendoppels gefunden, da in den jüngsten Begegnungen keine Zusammenstellung wirklich überzeugte. „Für die nächsten Partien haben wir uns auf die Besetzung Koen Ridder/Carl Baxter festgelegt“, berichtete Clubchef Rolf Pütz, der zufrieden war, dass sich das Team nun mit ausgeglichenem Punktestand im Mittelfeld der Liga-Tabelle aufhält.

Mit dazu beigetragen hatte Beiwen Zhang, die in ihrem Einzel trotz des klaren 21:9, 21:12 gegen Annika Dörr nicht in ihr sonst flüssiges Spiel fand. Schon in der ersten Partie im Damendoppel mit Sandra Marinello brauchten beide Anlaufzeit, um ihr Spiel mal gerade so mit 21:15 und 21:18 nach Hause zu fahren. „Nerven zerfetzend“, empfand Rolf Pütz die beiden Doppel, bei denen sowohl die „Einheimischen“ als auch die Gäste für Stimmung und rasanten Trommelwirbel sorgten. Das beste Spiel des Abends lieferten Sandra Marinello und Jürgen Koch im Mixed beim 21:8 und 21:10 gegen Franziska Volkmann/Thomas Legleitner ab.

   

Drei Punkte für Düren

Soraya de Visch Eijbergen (r.) und Beiwen Zhang. Foto: 1. BC Düren.

 

Von Hannes Schmitz

 

(29.09.2013) Ein Traumwochenende für den BC Düren beim Doppelspieltag in der Badminton-Bundesliga: Der bisherige Tabellenletzte der Liga spielte wie entfesselt auf und siegte beim mehrmaligen Deutschen Meister und aktuellen Vizemeister 1. BC Bischmisheim mit 4:2 und erreichte in eigener Halle gegen den Deutschen Meister SG EBT Berlin ein hochverdientes Remis.

Als einen „historischen Sieg“ wertet der BC-Vorsitzende Rolf Pütz den Erfolg an der Saar. In Bestbesetzung waren die Dürener angetreten und machten ziemlich schnell klar, dass ihnen der Sinn nicht nach einer weiteren „Klatsche“ stand. Zwar hatten Koen Ridder und Carl Baxter das Nachsehen gegen eines der besten deutschen Doppel, Michael Fuchs und Johannes Schöttler. Doch auf dem Nebenfeld setzten Soraya de Visch Eijbergen und der US-Import Beiwen Zhang im Damendoppel deutliche Ausrufezeichen beim 21:11- und 21:17-Erfolg. Konzentriert und hoch motiviert griff Dürens Nummer eins, Rajiv Ouseph,  nach der jüngsten Niederlage in Mülheim zum Schläger und schlug in einer soliden Partie Dieter Domke mit 21:15 und 21:17. Der 21:16- und 21:13-Erfolg von Beiwen Zhang über die ehemalige Dürener Spielerin Lisa Heidenreich ließ einen Schluss über ihre Leistungsstärke nicht wirklich zu, weil ihre Gegnerin allenfalls ein solides Spiel bot. Im Mixed blieb die Dürener Paarung Koen Ridder/Soraya de Visch Eijbergen beim 12:21, 16:21 gegen Michael Fuchs/Eefje Muskens unter ihren Möglichkeiten. Im letzten Spiel der Partie ging es im 2. Herreneinzel zwischen dem Favoriten Lukas Schmidt und Carl Baxter um Sieg oder Remis. Und der Dürener wuchs über sich hinaus, zeigte seine wohl beste Begegnung im Dürener Dress, gab keinen Ball verloren, kämpfte wie ein Löwe. Den ersten Satz verlor er mit 17:21, den zweiten gewann er 21:17. Und im dritten Satz tobte die Halle. Hin und her ging es – mit dem glücklichen 23:21-Ende für Carl Baxter und dem ersten Sieg gegen einen der „großen Vier“.

Auch die Partie gegen Berlin in der Dürener Halle stand auf des Messers Schneide. Erst im Mixed gelang den Hauptstädtern ein glückliches Remis. Der Auftakt der Partie verhieß nichts Gutes für den Gastgeber. Das Herrendoppel mit Koen Ridder und Rajiv Ouseph kam gegen Robert Blair/Jacco Arends überhaupt nicht ins Spiel und verlor deutlich mit 14:21, 12:21. Auf dem anderen Feld wurde das Dürener Damendoppel im ersten Satz mit 13:21 abgezogen. Was dann kam, war geradezu sensationell. Soraya de Visch Eijbergen und Beiwen Zhang harmonierten immer besser und überraschten die Berlinerinnen Lotte Jonathans/Linda Zetchiri mit einem unglaublichen Schlagrepertoire. 21:15 und 21:12 endeten die beiden nächsten Durchgänge für den BC, der Morgenluft witterte. Rajiv Ouseph enttäuschte in seinem Einzel beim Zwei-Satz-Sieg (21:15, 21:12)  über Ville Lang nicht. Keine „Schnecke“ hingegen bekam Carl Baxter gegen Kenneth Jonassen (13:21, 6:21). Das Vorabend-Match in Bischmisheim steckte ihm noch in den Knochen. Dann aber trumpfte Beiwen Zhang in ihrem Einzel auf, zeigte Badminton auf Weltklasse-Niveau gegen die Europameisterschaftsdritte Linda Zetchiri, die beim 21:12, 21:8 nicht den Hauch einer Chance hatte. Das Spiel der Amerikanerin aus Las Vegas war der Höhepunkt der Meisterschaftsbegegnung. Solch eine Spielauffassung und Ausführung hatte man in der Dürener Halle noch nicht gesehen. Dass das Mixed verloren ging, war einfach nur Pech. Das Publikum tat sein Bestes, die Mitspieler zitterten an der Seitenlinie, doch es half nicht. Den ersten Satz verloren Ridder/Eijbergen, im zweiten wurde es ganz eng. Die Chance zum Satzgewinn bestand, doch es sollte nicht sein. Jacco Arends und Lotte Jonathans waren letztlich mehr als heilfroh, ihre Partie beim 21:17 und 24:22 nach Hause zu bringen. Dennoch ein toller Erfolg für den BC Düren, der nun den siebten Tabellenplatz belegt.

   

Sie könnte eine „Prinzessin“ in der Dürener Badminton-Szene werden: Soraya des Visch Eijbergen, deren Verpflichtung BC Vorsitzender Rolf Pütz, Teammanager Michael Pütz und Daniel Böttke vom Stadtcenter jetzt bekannt gaben. Foto: Schmitz.

Von Hannes Schmitz

 

(28.06.2013) Rolf Pütz, Vorsitzender des 1. BC Düren, strahlte mit seinem Sohn Michael, der Teammanager der Bundesligamannschaft ist, um die Wette. Beiden scheint bei der Zusammenstellung des Teams für die kommende Bundesligasaison ein besonderer Coup gelungen zu sein. Sie verpflichteten mit Soraya de Visch Eijbergen DAS Talent im niederländischen Badmintonsport. Anfang des Jahres wurde die 20-Jährige bei einer Sportgala in Den Haag zum „Sporttalent des Jahres 2012“ gewählt und ist nach Umstrukturierungen im niederländischen Verband als einzige Kaderspielerin in der Disziplin Dameneinzel übrig geblieben.

Das vergangene Jahr war überhaupt sehr erfolgreich für die hübsche Holländerin, die in Arnheim lebt und in Papendrecht geboren wurde. Sie gewann die niederländische Meisterschaft im Dameneinzel U19 zum zweiten Mal in Folge und siegte bei den Dutch Juniors in dieser Disziplin. Daneben wurde sie mit ihrem bisherigen Verein BC DKC Den Haag Vizemeister in der niederländischen Eredivisie (1. Liga) und blieb dabei in der gesamten Saison im Dameneinzel ungeschlagen.

Anfang dieses Jahres erreichte sie zunächst den dritten Platz bei den niederländischen Meisterschaften O19 im Dameneinzel und stellte dann auch ihre Doppelqualitäten unter Beweis. Mit ihrer Doppelpartnerin Alida Chen gewann sie die Slovenia International 2013 im Damendoppel und belegte in der Woche darauf bei den Hellas International 2013 den zweiten Platz im Damendoppel und den dritten Platz im Dameneinzel.

„Soraya überzeugt durch ihr dynamisches Spiel, ihre Schnelligkeit und ihren Kampfwillen“, so Teammanager Michael Pütz, dem die neue Spielerin bereits vor zwei Jahren bei den German Junior in Berlin aufgefallen ist. Schon damals hatte er vor seinem geistigen Auge die Angel nach Soraya de Visch Eijbergen ausgeworfen. Mit der Unterzeichnung des Vertrages im Stadtcenter, das die Patenschaft für die junge Spielerin übernommen hat, wurde nun der „Fang“ an Land gezogen. Wie Daniel Böttke, der Manager des Kaufhauses, erläuterte, werde damit auch ein neuer Weg des Sponsoring in der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem 1. BC Düren beschritten.

Durchaus bewusst ist sich die neue Nr. 1 der Dürener über die hohen Erwartungen, die an sie geknüpft werden. Doch sie kennt auch ihre Spielstärke und stellt ihr Licht keinesfalls unter den Scheffel. Sie weiß, mit welchen Konkurrentinnen sie sich auseinandersetzen muss. Aber den Wechsel in die deutsche Bundesliga wollte sie, um als junger Profi Erfahrung zu sammeln und sich sportlich weiterzuentwickeln. Schon jetzt lobt sie das familiäre Umfeld bei dem Club, dem sie sich auch deswegen anschloss, weil ihre Landsfrau Ilse Vaessen an der Rur spielt. Und aus sportlicher Sicht konnte die Verpflichtung für den BC besser nicht sein, erläuterte Rolf Pütz, weil im Damenbereich nun verschiedene Optionen denkbar sind.

  


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