Über Badmintonmenschen - 2011

   

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BVR-Ehrenpräsident Egon Hagemann verstorben
(23.9.11) Der Landesverband Rheinland hat einen weiteren Verlust zu beklagen. Der frühere Präsident Egon Hagemann ist verstorben. Er wurde 87 Jahre alt. 1990 hatte er auf dem Verbandstag nach langjähriger Tätigkeit sein Präsidentenamt - damals noch 1. Vorsitzender - an Hans Rhein übergeben. Die Versammlung ernannte ihn zum Ehrenpräsidenten. Zum 1. Vorsitzenden gewählt worden war er 1981. Der DBV verlieh ihm 1989 die Ehrennadel für besondere Verdienste um den Badmintonsport. Der BVR ehrte den Unkeler 1979 mit der Ehrennadel in Silber und 1989 jener in Gold. Egon Hagemanns Tochter Mechtild wurde dreifache Deutsche Meisterin im Doppel und Mixed. Die Beisetzung findet am 29. September in Erpel statt. In der Würdigung seines Landesverbandes heißt es:

Wir trauern um einen stets aufrichtigen und unserem Sport verbundenen Freund und werden Egon Hagemann stets in guter Erinnerung halten.
Wir wissen, was wir ihm zu verdanken haben. Bei der Übernahme seiner Ämter als Jugendwart und Präsident war sein Hauptanliegen, Struktur in die Verbandsarbeit zu bekommen. Er richtete die Geschäftsstelle ein und verbesserte die Kommunikation mit den Vereinen durch die Einführung des "Infos". Die Jugendarbeit und ihre Finanzierung lag ihm besonders am Herzen. So suchte und fand er gute Kontakte zu den Gremien der Gruppe Südwest, zum Landessportbund und zum DBV, die seine Arbeit ebenso wie der BVR anerkannten. Der BVR ernannte ihn 1990 zum Ehrenpräsidenten.
Für den SV Unkel war er ein perfekter Turnierleiter und Ratgeber bei Turnieren, v.a. den Internationalen Ehepaarturnieren.
Egon Hagemann bleibt uns ein Vorbild. Was uns allen bleibt, sind viele schöne Erinnerungen. 

Peter Birtel 1964

Ehemaliger Deutscher Meister Peter Birtel verstorben
* 11. Dezember 1938
† 10. September 2011
(20.9.11 HR) Am 10. September verstarb im Alter von 72 Jahren Peter Birtel vom VfL Bochum. Bis Mitte der sechziger Jahre war er einer der besten Doppelspieler in Deutschland, 1963 und 1964 gewann er mit seinem Stammpartner Friedhelm Wulff jeweils die Deutsche Meisterschaft im Herrendoppel. 1965 standen die beiden sogar im Endspiel der Internationalen Deutschen Meisterschaft (heute German Open). Sie verloren damals nur gegen die Südafrikaner Parsons & Kerr. 1964 trug Peter Birtel gemeinsam mit Wulff wesentlich dazu bei, dass sein Verein VfL 48 Bochum sich bis ins Endspiel der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft vorkämpfte. Hinter MTV München wurden die Bochumer Vizemeister. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Peter Birtel 1963 Europameister der Gruppe B in München, er spielte dort im Finale gegen Österreich. Im Thomas Cup vertrat er den DBV in den Begegnungen 1963 gegen Belgien und 1964 gegen Irland.
Zur Traueranzeige und zum Kondolenzbuch bei trauer.de.

*29.7.1949 †26.8.2011

Präsident Horst Funke völlig unerwartet verstorben
(29.8.11) Wie Ralf Michaelis, Rechtswart und Vizepräsident im Badminton Verband Rheinland, mitteilte, ist BVR-Präsident Horst Funke am 26. August völlig unerwartet im Alter von nur 62 Jahren verstorben. Der Verband wird bis zu einer Neuregelung durch seine Vizepräsidenten Oliver Schönborn und Ralf Michaelis vertreten. Die Geschäftsstelle des BVR ist aufgrund des Trauerfalls in dieser und der nächsten Woche nicht besetzt.
Horst Funke war am 27. Juni 2009 zum Präsidenten gewählt worden. Seit dem 1. Dezember 2007 hatte er zuvor als Vizepräsident Geschäftsführung schon gemeinsam mit Jürgen Grommes  das vakant gewordene Präsidentenamt kommissarisch geleitet. Als Verbandsfünktionär war er seit 1989 tätig. Zunächst als Geschäftsführer, später dann als Vizepräsident Geschäftsführung. Er war Träger der Ehrennadeln in Silber und Gold. Gespielt hat er seit 1977 für den SV Unkel.
Der Landesverband hat auf bv-rheinland.de eine Kondolenzliste eingerichtet.
Nachtrag
In einer Würdigung des Badminton-Verbandes Rheinland heißt es:

Der Vorstand des BVR hat die Nachricht vom Tode von Horst Funke mit großer Trauer und Betroffenheit aufgenommen. Horst hat mit seinem eindrucksvollen Wirken und seiner Persönlichkeit die Menschen stets besonders beeindruckt: unaufgeregt, geradlinig, mit einem klaren Blick auf die Menschen und das Leben. So hat Horst Funke in unvergesslicher Weise den rheinischen Charakter verkörpert.
Horst Funke war von 1989 bis zu seinem Tod ehrenamtlich in führender Funktion (Geschäftsführer, Pressewart, Vizepräsident Geschäftsführung und zuletzt als Präsident) für den BVR tätig.
Mit Horst Funke haben wir unseren Präsidenten und Freund verloren. Wir erinnern uns alle an die vielen schönen Momente, die er uns beschert hat. Sein Wirken, seine menschliche Größe sind uns Auftrag und Verpflichtung. Wir werden ihn stets als warmherzigen, humorvollen und lebensfreudigen Menschen in Erinnerung behalten.
 

Foto: Leung

Passauer Neue Presse berichtete über DBV-Physiotherapeuten Rudi Allgeier
(11.6.11) Seit 1992 ist Rudi Allgeier als "Physio" für den DBV tätig. Meist ist er mit den verschiedenen Jugend-Nationalmannschaften unterwegs. Aber nicht nur - so betreut er beispielsweise auch gelegentlich unsere Elitespieler, so wie in den beiden kommenden Wochen bei den Super-Series-Turnieren in Singapore und Indonesien.  
Bei der U19-Nationalmannschaft war er denach also ach auch bei den großen Erfolgen dabei, so wie jetzt in Finnland, als das Team zum isgedamt viertenmal Mannschaftsgold gewann.
Der 55-Jährige betreibt ansonsten im oberbayerischen Marktl im Landkreis Altötting eine Praxis für Physiotherapie. Da ist es kein Wunder, dass er die b berühmten "gesegneten Hände" hat, die Physiotheraten nachgesagt werden. Ist Marktl doch der Geburtsort von Joseph Aloisius Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI.
Lesen Sie Ein Simbacher pflegt den goldenen Badminton-Nachwuchs.   

Dieter Schramm (re) errang zwischen 1959 und 1961 vier Deutsche Meistertitel, zwei im Doppel und zwei im Mixed: drei davon mit mit seinen Vereinskameraden vom BC Düsseldorf Eckart Paatsch (li) und Ute Seelbach. Foto: privat.

Der Düsseldorfer bestritt sechs Länderspiele
Mehrfacher Deutscher Meister Dieter Schramm verstorben
(26.5.11 HR) Am 19. Mai verstarb im Alter von 71 Jahren Dieter Schramm vom BC Düsseldorf.
Anfang der sechziger Jahre war er einer der erfolgreichsten im deutschen Badmintonsport. 1959 Deutscher Meister im Herrendoppel mit Eckart Paatsch und 1960 mit Klaus Dültgen. Das Gemischte Doppel gewann er mit Ute Seelbach 1960 und 1961, zudem wurde er 1960 Vizemeister im Herreneinzel. Sechs Deutsche Meistertitel gewann er von 1955 bis 1958 in der damaligen Jugendklasse U18, und insgesamt wurde er in U18 und bei den Aktiven auch sechsmal Westdeutscher Meister.
Auf internationaler  Ebene bestritt er sechs Länderspiele für Deutschland und stand dabei 1962 in der siegreichen Helvetia-Cup-Mannschaft, welche damals erstmals die Europameisterschaft der Leistungsgruppe B gewann.

Christel Bernst im Jahr 2000. Foto: MK

Mehr als 50 Jahre im und für den Badmintonsport aktiv
Ehemalige Breitensportverantwortliche Christel Bernst verstorben
(23.5.11 MK) Nach langer schwerer Krankheit verstarb am 17. Mai im Alter von 68 Jahren Christel Bernst. Mehr als 50 Jahre prägte sie den Thüringer Badmintonsport mit. Im Alter von 17 Jahren begann sie 1959 ihre sportliche Laufbahn bei der BSG Lokomotive Erfurt. In den folgenden Jahrzehnten war sie maßgebend an den Erfolgen der Sektion Federball beteiligt, war Vorstands- und Ehrenmitglied des ESV Lokomotive Erfurt und über 40 Jahre Abteilungsleiterin der Sektion Badminton. Zudem war sie 20 Jahre im Bezirksfachausschuss Erfurt engagiert. Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Thüringer Badminton-Verbandes. Im TBV bekleidete sie viele Jahre das Amt der Altersklassenbeauftragten und war verantwortlich für den Breitensport.
Als Trainerin leitete sie trotz ihrer schweren Erkrankung immer noch das Nachwuchstraining in ihrem Verein. Sie wurde sechsmal DDR-Meisterin in den Altersklassen im Mixed und Damendoppel. Nach 1990 war sie mehrfach Südwestdeutsche Meisterin und erfolgreiche Teilnehmerin an Deutschen Altersklassenmeisterschaften. TBV-Präsident Volkmar Burgold: "Christels Leben war der Badmintonsport. Sie hinterlässt eine große Lücke im Thüringer Badmintonsport. Wir werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren und sie in guter Erinnerung behalten."
Die Trauerfeier findet am 6. Juni in Erfurt statt.
Siehe auch Ein Leben für den Badmintonsport bei badminton-thueringen.de.

* 06. Mai 1933 - - † 29. April 2011 Foto: MK

Der Niedersachse war 18 Jahre Sportwart der Gruppe Nord
Badmintonfunktionär Horst Lüddecke verstorben
(29.4.11 MK) Wie der Niedersächsische Badminton-Verband mitteilt, ist am 29. April Horst Lüddecke aus Salzgitter verstorben. Er war - neben anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten - lange Jahre Sportwart des NBV und Obmann der Gruppe Nord. Im DBV war er bis Februar diesen Jahres Beisitzer im Verbandsgericht, eine Tätigkeit, die er über 25 Jahre ausübte. 2006 wurde ihm wegen seiner großen Verdienste um den Badmintonsport die DBV-Ehrenplakette verliehen. In einer Würdigung schreibt Jürgen Seide, 1. Vorsitzender der Badmintonabteilung von Horst Lüddeckes Verein SC Salzgitter Sportfreunde, unter anderem:
"Sport war immer ein fester Bestandteil im Leben von Horst Lüddecke. 1959 tauchte erstmals sein Name in den Analen vom SV Sportfreunde Salzgitter auf, damals war die Sportart Fußball noch sein Favorit. Im Mai 1966 nahm Horst erstmalig am Badmintontraining teil. – Der Urknall!
Die Sportart hatte ihn gepackt. Bereits ein Jahr später bekleidete er das Amt des Schiedsrichter-Obmannes des Niedersächsischen Badminton-Verbandes (NBV).
Knapp drei Jahre später, im Januar 1970, übernahm er das wohl zeitintensivste Amt im NBV: Sportwart. Über 15 Jahre führte er diese Aufgaben in Perfektion aus, natürlich mit der grandiosen Unterstützung durch seine Ehefrau Ingrid, die das Amt der Frauenwartin zu dieser Zeit bekleidete.
In den anschließenden acht Jahren, also bis Juni 1993, setzte er mit großem Engagement seine Erfahrungen für das Amt des 2. Vorsitzenden im NBV ein. Von 1980 bis 2011 war er Beisitzer des Verbandsgerichtes des Deutschen Badminton-Verbandes. Das Amt des Obmannes der Gruppe Nord (Sportwart der norddeutschen Bundesländer) bekleidete er in den Jahren 1988 bis 2006. Die Kreisfachschaft Salzgitter führte er von 1981 bis 2009. Seit 1981 leitete er die Badmintonabteilung unseres Vereins und so ganz nebenbei nahm er auch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden im Hauptverein SC Salzgitter wahr.
Horst hat zwar erst im späten Alter mit dem Badmintonsport angefangen, doch durch Ehrgeiz und vorbildlichen Trainingsfleiß kann er im Altersklassenbereich eine zweistellige Anzahl von Deutschen Meistertiteln, dutzende von Titeln auf norddeutscher und niedersächsischer Ebene vorweisen.
Von seiner Stadt erhielt er den „Ehrenbrief der Stadt Salzgitter“, die höchste Auszeichnung die ein Sportler von der Stadt erhalten kann."

Die höchste Schiedsrichterstufe bei Badminton Europe ist erreicht
Hans-Joachim Ontyd aus Vlotho ist jetzt "Certificated Umpire" bei BE
(24.4.11 MK) Während der Europameisterschaft der Jugend in Vantaa hat er die entsprechende Prüfung bestanden. Damit ist für ihn die höchste Umpire-Lizenzstufe von Badminton Europe erreicht.
Das BE-Council muss die Entscheidung bzw. den Vorschlag der Prüfer allerdings noch bestätigen.
Zum Verzeichnis unserer internationalen Schiedsrichter.

"Ich vermisse meine Freunde und die Fans in Europa sehr": Xu Huaiwen hat genug von Rocky Mountains und amerikanischen Hobbyspielern. Foto: privat

Xu Huaiwen Nationaltrainerin in Holland - Wie kam das zustande?  - badminton.de fragte nach

"Ich denke, mit Leistungssportlern zusammenzuarbeiten ist meine Leidenschaft"

Von Martin Knupp
(23.2.11) Am Rande der Europameisterschaft in der letzten Woche verkündete Badminton Nederland mit Stolz, dass unsere ehemalige deutsche Spitzenspielerin Xu Haiwen vom 1. April an Nationaltrainerin in den Niederlanden werden würde. badminton.de hat bei Xu Huaiwen, die im Besitz der Trainerlizenz A des DBVs ist, nachgefragt, wie es zu diesem Engagement gekommen ist. Bereitwillig gab sie Auskunft: "Ich arbeite seit anderthalb Jahren in einem Badmintonclub in Seattle wo allerdings die meisten Hobbyspieler sind. Ich trainiere ein paar gute 12 bis 22 Jahre alte Kinder. Aber deren erste Priorität ist die Schule. Das macht ein intensives Training sehr schwer. Wie ich in der Vergangenheit immer gesagt habe, ist Deutschland meine zweite Heimat geworden. Ich vermisse meine Freunde und die Fans in Europa sehr. Seattle hat mir zwar sehr gut gefallen und auch die Schule nach meinem Karriereende ist gut gelaufen. Auch viele Freunde habe ich hier gefunden. Aber irgendwie fehlt mir was. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich wusste, was ich nach der Karriere genau machen möchte und was wichtig für mich ist. Ich denke, mit Leistungssportlern zusammenzuarbeiten ist meine Leidenschaft, zumindest fühle ich zum jetzigen Zeitpunkt so."
Der Kontakt zu Badminton Nederland kam durch eine Stellenausschreibung zustande, die die Niederländer herausgegeben hatten. Huaiwen: "Durch Zufall habe ich die Anzeige für eine Nationaltrainerstelle bei Badminton Netherlands gesehen. Daraufhin habe ich mich einfach beworben. Ich habe den DBV vorher nicht kontaktiert da ich gedacht habe, dass alle jetzigen Trainerstellen schon besetzt sind."
Dennoch wusste DBV-Sportdirektor Martin Kranitz über Xu Huaiwens Bewerbung in den Niederlanden Bescheid: "Wir hatten im Vorfeld von meinem niederländischen Kollegen erfahren, dass sich Huaiwen auf die Stelle beworben hatte. Natürlich können wir uns vorstellen, dass in der Öffentlichkeit die Frage auftaucht, warum der DBV seine ehemalige Spitzenathletin den Niederländern nicht weggeschnappt hat. Aber das wollten wir zum einen nicht. Zum anderen haben wir bis Ende 2012, also bis nach den Olympischen Spielen in London, unser erfolgreich arbeitendes Leistungssportteam stehen. Und die dafür vorgesehenen Mittel sind bis dahin auch verplant. Für den Zeitraum 2013 bis 2016 werden die Karten dann aber wieder neu gemischt."
Beim niederländischen Verband ist Huaiwen zunächst bis Ende 2012 vertraglich gebunden. Sie soll den holländischen Spitzenspielern vor allem bei den großen Turnieren im Rahmen der Olympiaqualifikation helfen. Über ihre fernere Zukunft will sie sich noch nicht festlegen: "Ich möchte bis Ende nächsten Jahres eine Pause von der Uni machen. Aber ich habe vor, das Studium doch noch einmal fertig zu machen, es macht mir nämlich sehr viel Spaß. Doch ich weiß noch nicht wann. Und ich weiß auch noch nicht, ob ich ganz nach Europa zurückziehe. Ich möchte das alles jetzt noch nicht festlegen."

 

Überraschungsmeldung aus den Niederlanden
Xu Huaiwen wird holländische Nationaltrainerin
Von Klaus Hasselmann
(18.2.11) Alles andere als ein Randereignis verkündete der Niederländische Badminton-Verband am Rande der laufenden Mannschafts-EM in Amsterdam. Unsere ehemalige Superspielerin Xu Huaiwen wird holländischer "Bondscoach". Sie wird zusammen mit Bondscoach Gerben Bruijstens die niederländischen Spitzenspieler im Leistungszentrum Papendahl trainieren.
Martijn van Dooremalen, der technische Direktor von Badminton Nederland: "Wir sind überglücklich, dass wir eine derart erfahrene Ex-Topspielerin gewinnen konnten. Sie ist ein beträchtlicher Zugewinn für unsere Leistungssportteam."
Die fünffache Deutsche Meisterin und zweifache WM-Dritte lebt zurzeit noch in Seattle, wohin sie nach dem Ende der Karriere mit ihrem Mann verzogen war. Ihr Vertrag in den Niederlanden läuft vom 1. April 2011 bis zum 31. Dezember 2012.
Hier geht es zur entsprechenden
Meldung bei badminton.nl.

Foto: Maike Masurat.

Hat die Berlinerin Chancen für eine erneute Olympiateilnahme?
Nicole Grether tritt jetzt für Kanada an
Von Maike Masurat
(10.02.2011) Gerade sind die Deutschen Meisterschaften 2011 in Bielefeld Geschichte. Die vier Tage vor Ort nehmen die ständigen Begleiter meist zum Anlass, in Erinnerungen zu schwelgen. Und bei der Gelegenheit denkt man auch immer wieder an die Auftritte von Nicole Grether.
Bei den nationalen Titelkämpfen wie auch bei Bundesligaspielen oder anderen Turnieren werden meist die neuesten Informationen der Badmintonszene ausgetauscht.
Geht man durch die jeweilige Halle, fängt man hier einen Satz auf, dort fällt ein interessantes, vielsagendes Wort, woanders bekommt man lediglich Reaktionen wie „Oh!“, „Ah“, „Echt?!“ oder „Unglaublich!“ mit. Manch einer setzt diese Wort- und Satzfetzen zu einem scheinbaren Ganzen zusammen.
So hörte man in den vergangenen Wochen an der ein oder anderen Stelle, dass Nicole Grether ihren deutschen Pass abgegeben habe und zukünftig für ein südamerikanisches Land auf Titeljagd gehe.
Ein Kurztrip führte nach Berlin, als Nicole Grether einen Zwischenstopp zum Wäschewaschen eingelegt hatte. Wenn jemand Auskunft geben konnte, dann sie.
Auf die aufgeschnappte Neuigkeit reagierte die Spielerin der SG EBT Berlin überrascht: „Zuerst einmal möchte ich klarstellen, dass ich meinen deutschen Pass niemals abgeben würde. Ich bin Deutsche und werde auch immer Deutsche bleiben.
Was allerdings stimmt ist, dass ich zukünftig nicht mehr für Deutschland, sondern für Kanada starten werde.“
Mit ihrem Weggang aus dem Leistungszentrum in Mülheim 2008 habe der DBV die Unterstützung eingestellt. Nach dieser erfolgreichen Zusammenarbeit kommt nun ein neuer Schritt der deutschen Rekordnationalspielerin, der ihr, wie sie sagte, viele Vorteile bringt.
Nachgefragt:
(11.02.2011, CP) DBV-Sportdirektor Martin Kranitz erläutert auf Nachfrage von badminton.de: „Nicole Grether hat den DBV um Freigabe gebeten, damit sie unter die Jurisdiktion Kanadas fallen, also von Kanada für Turniere gemeldet werden, kann. Diese Freigabe hat sie erhalten.“ Voraussetzung um zum Beispiel bei Olympischen Spielen für Kanada starten zu dürfen, ist allerdings unter anderem ein kanadischer Pass.

  


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