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Weltmeisterschaft U19 2015

BWF World Junior Championships 2015

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Vom Mi 4. bis So 15. November in Lima (Peru), Centro de Alto Rendimiento “LA VIDENA” Avenida del Aire, cuadra 8 s/n. Distrito de San Luis. Referee Team-Wettbewerb: T. M. Ponambalum (MRI ), Referee Individualturnier: Anthony Linggian (MAS).

Mannschafts-WM: Mi 4. bis So 8. November.

Individual-WM: Di 10. bis So 15. November. Meldeschluss: 20. Oktober. Fürs Setzen gelten die Weltranglisten vom 22.10. Auslosungen: Mo 9. November.

Zeitdifferenz: Peru ist 6 Stunden zurück. 9 Uhr Ortszeit sind 15 Uhr MEZ bei uns.

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Die Weltmeister U19 von Lima 2015

HE: LU Chia Hung (TPE)
DE: GOH Jin Wei (MAS)
HD: ZHENG Siwei & HE Jiting (CHN)
DD: CHEN Qingchen & JIA Yifan (CHN)
MX: ZHENG Siwei & CHEN Qingchen (CHN) 
Team: China
.

             

Jugendlicher Medaillenspiegel
Japan mit sechsmal Bronze 
  

 

Gold

Silber

Bronze

China

4

2

1

Malaysia

1

1

-

Chinese Taipei

1

-

2

Indonesien

-

1

1

Dänemark

-

1

-

Indien

-

1

-

Japan

-

-

6

Thailand

-

-

1

     

Impressionen aus Lima
Über herzliche Aufnahme und improvisationsfähige Gastgeber
Der deutsche Teammanager Thomas Lohwieser schildert seine Eindrücke aus der peruanischen Hauptstadt
(6.11.15) Der norwegische Forschungsreisende Thor Heyerdahl beschrieb Lima in der Mitte des 20. Jahrhunderts als eine moderne Stadt mit einer halben Million Einwohner, die auf einer grünen Ebene am Fuße einer Bergwüste liegt. Nach seinen Eindrücken sei Lima ein Stück moderne Riviera oder ein wenig Kalifornien mit einem Schuss altspanischer Architektur.
Gegensätze und Widersprüche
Seit den Eindrücken von Heyerdahl hat sich die Stadt ein wenig verändert. Inzwischen leben zehn Millionen Menschen in Lima und den angrenzenden Ballungsräumen. Überall findet man historische Bauten, gleich nebenan renovierungsbedürftige Häuser und nur wenige Ecken weiter modernste Architektur. Eine Stadt der Gegensätze und Widersprüche. Aber auch eine Stadt mit herzlichen Menschen, mit viel Lebensfreude und oftmals chaotischen Autofahrern.
Das deutsche Team wohnt im reizvollen Stadtteil Miraflores. Unser Hotel - das Dazzler - liegt nur 500 m von den Klippen entfernt, die Lima vom Südpazifik trennen. Lima ist zwar eine Stadt am Meer, liegt jedoch zumeist bis 80 m über dem Meeresspiegel. Kluge Köpfe ließen die Klippen unbebaut, so dass sich nun entlang der Klippen eine herrliche Parklandschaft entwickelt. Dorthin kann man sich zurückziehen, auch wenn sich der unbeschreibliche Straßenverkehr nicht allzuweit stetig durch die Straßen quält.
Gewöhnungsbedürftige Verkehrsstrategie
Wer jemals über die Verkehrsverhältnisse in deutschen Großstädten geflucht hat, sollte erleben, was sich hier in Lima abspielt. Egal ob Auto-, Bus-, Taxi- oder Motorradfahrer, scheinbar hat hier jeder nur das Ziel, Erster zu sein und immer Recht zu haben. An Kreuzungen spielen sich unglaubliche Szenen ab - abbiegen aus der vierten Spur ist durchaus üblich, dann müssen eben alle anderen warten. Wer am schnellsten ist, gewinnt, so scheint es. Und man hält auch einfach mal so an, um sich am Straßenrand eine Zeitung zu kaufen, die anderen dahinter können ja warten. Einfädeln bei Verengungen, kein Problem, aber nach peruanischen Regeln. Auf großen Straßen verkommen Fahrbahnmarkierungen sowieso nur zur sinnloser Malerei auf dem Asphalt, frei nach dem Motto, auf vier Spuren passen auch sieben Autos nebeneinander. Gefährlich wird es für Fußgänger, denn Autos, Busse etc. haben bzw. nehmen sich immer ihr vermeintliches Recht. Da kann schon einmal ein aus der dritten Spur abbiegender Busfahrer einen Fußgänger übersehen, einerlei ob der Grün hat oder nicht. Der Klügere gibt nach. Fahrradfahrer sucht man im Straßenverkehr im Übrigen vergeblich. Das ist mit Sicherheit die beste Überlebensstrategie.
Aber der - aus europäischer Sicht - absolut chaotische Verkehr funktioniert. Alle kommen irgendwie vorwärts. Nur dauert es sehr lange. Klar, 10 Millionen Menschen müssen auch irgendwie bewegt werden. Nur leider wirkt sich das ganz massiv auf die Lebensumstände in Lima aus. Überall verstopfte Straßen und eine Luft, die vollgepumpt ist mit Abgasen. Kein Wunder, dass Erkrankungen der Atemwege hier sehr häufig anzutreffen sind. Ein wenig Linderung verschafft in Küstennähe eine leichte Brise.
Herzliches Willkommen
Gleich am ersten Tag spürten wir als Gäste in diesem Land, dass wir willkommen sind. Überall wurden wir herzlich begrüßt und aufgenommen. Recht schnell ergaben sich Kontakte zu Peruanern, die vor vielen Jahren selbst aus Deutschland ausgewandert waren oder deren Eltern diesen Weg irgendwann einmal wählten. Man spürte richtig, dass sie sich freuten, die deutsche U19-Mannschaft in Peru, wodurch auch immer, ein wenig zu unterstützen.
Das Organisationsteam dieser ersten Badminton-WM auf südamerikanischem Boden hat eine große Zahl an Mitarbeiter und Helfer gewinnen können. Sie sind überall anzutreffen, in den ersten Tagen wirkt ihr Handeln ab und zu jedoch noch ein wenig unkoordiniert. Aber sie stehen immer zur Verfügung und versuchen, Fragen und Probleme zu lösen.
Und das ist nicht immer einfach bei einer WM mit der Rekordbeteiligung von 39 Nationen am Mannschaftsturnier. Da die Nationen in Lima auf etliche Hotels verteilt sind, keine leichte Aufgabe. Schon am ersten offiziellen Trainingstag stellte sich das Transportproblem in dieser an Autos erstickenden Stadt als das größte Problem überhaupt dar. Es funktionierte recht wenig bis nichts und alle hatten größte Befürchtungen, dass der erste Wettkampftag im Transport-Desaster endet. Entsprechend gab es auch dezente bis deutliche Hinweise an die Peruaner und die BWF.
Renovierter Shuttle-Service
Doch auch die peruanische Organisatoren spürten, dass da irgendetwas ganz gewaltig schief zu laufen drohte. Und sie handelten: In einer - im wahrsten Sinne des Wortes - Nacht- und Nebelaktion wurde der komplette Bus-Shuttle-Plan über Bord geworfen und die bis dahin georderten Busse ausrangiert. Der zunächst ausgegebene Bus-Shuttle-Plan auf den Müll geworfen und völlig überraschend standen für uns am Morgen zwei Kleinbusse mit Fahrern vor der Tür. Sie fahren uns nun nach unseren Bedürfnissen während des Mannschaftsturniers vom Hotel in die Halle und zurück. Über Nacht haben die peruanischen Organisatoren es geschafft, den Nationen fast 60 Kleinbusse zur Verfügung stellen, um so dem erwarteten Chaos zu entgehen. Das ist ihnen mit Bravour gelungen. So etwas macht Eindruck.
Blick für mehr Gelassenheit
Diese sehr positiven Erfahrungen der ersten Tage lassen auf eine weitere gute Entwicklung dieser WM hoffen. Uns geht es gut, wir haben uns sehr schnell eingelebt. Die Gegebenheiten vor Ort trugen ihren Teil dazu bei. Der Supermarkt liegt nur 200 Meter vom Hotel entfernt, gute Restaurants (u.a. Italiener/Pizzeria) sind in wenigen Gehminuten zu erreichen. Und die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen hilft, über manche Dinge hinweg zu schauen. Man bekommt wieder den Blick für ein wenig mehr Gelassenheit. Das tut dem verwöhnten Europäer ganz gut. Die Welt dreht sich nicht um uns in Europa. Das ist eine Erfahrung, die ich auf nahezu jeder WM in den letzten Jahrzehnten gemacht habe. Doch oftmals geht diese Erkenntnis im anschließenden Alltagstrott und dem leider unvermeidlichen Bürostress nach und nach wieder verloren - leider.

Blick vom Hoteldach Richtung Pazifik.
Steilküste mit bis zu 80 Meter hohen Klippen. Fotos: Lohwieser
Mannschaftsbesprechung auf dem Hotelflur. Foto: Lohwieser

Yvonne Lis Einsatz ist gefährdet
Unsere WM-Teilnehmer sind in gut in Lima angekommen
(2.11.15) Der deutsche Teamchchef Thomas Lohwieser meldet aus Lima, dass die U19-Nationalmannschaft den Flug nach Peru gut hinter sich gebracht hat und das Training aufgenommen hat: "Wir sind alle gut angekommen. Der Flug über Paris war okay, nur das Umsteigen in Paris war sehr aufwändig und extrem zeitraubend. Charles de Gaulle ist ein völlig unübersichtlicher, verbauter Flughafen. Aber im Vergleich zu unserem BER immerhin in Betrieb.
Alle sind guter Dinge, auch das Gepäck ist komplett da. Unser Hotel ist sehr gut. Alle Menschen hier sind extrem hilfsbereit. Abgeholt wurden wir von zwei Mitarbeitern, die sehr gut deutsch sprechen. Sie studieren auf Dolmetscher. Durch sie konnten wir schon am ersten Abend auf der Busfahrt ins Hotel Pizzas bestellen. Die waren dann nach dem Einchecken auch gleich da. Die anschließende Nachtruhe haben alle nach 20-stündiger Anreise herbeigesehnt.
Um 16 Uhr Ortszeit fand am Samstag bereits unser erstes Training statt. Am Sonntag folgten zwei Einheiten."
Sorgen bereitet der Gesundheitszustand von Yvonne Li. Unsere U17-Europameisterin musste bei den beiden Vorbereitungsländerspielen gegen Frankreich wegen Knieproblemen pausieren. Dazu Bundesjugendtrainer Matthias Hütten: "Yvonne ist hier bei der Mannschaft dabei. Ob sie auch eingesetzt werden kann, wird erst direkt vor dem Turnier entschieden."
Erster Turniertag ist am Mittwoch, Deutschland muss dann gegen Kolumbien und Ungarn spielen.

WM ist kein Neuland für ihn: Bjarne Geiss war schon im Vorjahr dabei. Foto: MK
Für sie ist dagegen eine WM Neuland: die 16-jährige Annika Schreiber aus Sachsen. Foto: Monika Barther

Die deutschen Nominierungen

Drei haben schon WM-Erfahrung

(19.10.15) Bundesjugendtrainer Matthias Hütten hat folgende zehn Nachwuchsspieler ins deutsche WM-Aufgebot für Lima benannt:

Geiss, Bjarne (Jg. '97, Blau-Weiß Wittorf SLH)
Hammes, Felix (Jg. '99, SV Fischbach RHP)
Li, Yvonne (Jg. '98, SCU Lüdinghausen NRW)
Petrikowski, Judith (Jg. '98, BC Phönix Hövelhof NRW)
Plützer, Runa (Jg. '99, TV Refrath NRW)
Schreiber, Annika (Jg. '99, BC Stollberg SAC)
Voigt, Julian (Jg. '98, BC Hohenlimburg NRW)
Völker, Jan Colin (Jg. '98, Blau-Weiß Wittorf SLH)
Wang, Simon (Jg. '97, 1. BC Bischmisheim SAA)
Wilson, Miranda (Jg. '00, SG Schorndorf BAW).

Nach den Regularien des Weltverbandes BWF müssen die Teilnehmer unter 19 Jahre alt sein und zwar während des ganzen Kalenderjahres 2015. Das bedeutet, der Geburtsjahrgang muss 1997 oder später sein. Drei Aktive waren schon Vorjahr im malaysischen Alor Setar dabei: Bjarne Geiss, Yvonne Li und Judith Petrikowski haben also schon WM-Erfahrung gesammelt. Für Yvonne Li ist es sogar schon die dritte U19-WM. Sie stand schon 2013 in Bangkok im Aufgebot. Bundesjugendtrainer Matthias Hütten: "Wir haben uns bei der Nominierung auch davon leiten lassen, dass die BWF ab 1. Januar 2016 die Jahrgangsregelungen für alle Jugendturniere geändert hat. Die Jugendlichen verbleiben künftig kürzer in der Jugend. Daher haben wir Jüngere mitgenommen."
Als Trainer fährt neben Matthias Hütten noch der Bundestrainer für Talententwicklung Dirk Nötzel mit nach Peru. Physiotherapeut ist Rudi Allgeier. Teamchef ist DBV-Jugendwart Thomas Lohwieser. 
Der Abflug erfolgt am 30. Oktober von Frankfurt aus über Paris. Die Rückkehr über Amsterdam ist für den 15. November vorgesehen.
Zur Vorbereitung finden zwei Länderspiele gegen Frankreich und ein Kurzlehrgang statt. Zunächst wird am 27. Oktober in Tauberbischofsheim gespielt, dann am 28. Oktober in Plettenberg. Von dort erfolgt die Weiterreise zum Lehrgang nach Frankfurt.
Für die Individualwettbewerbe in Lima wurden gemeldet:

HE (3 Startplätze): Simon Wang, Felix Hammes, Jan Colin Völker;
DE (3) Yvonne Li, Annika Schreiber, Miranda Wilson;
HD (2) Bjarne Geiss & Jan Colin Völker, Julian Voigt & Felix Hammes;
DD (2): Yvonne Li & Judith Petrikowski, Runa Plützer & Annika Schreiber;
MX (3): Bjarne Geiss & Judith Petrikowski, Jan Colin Völker & Runa Plützer, Julian Voigt & Miranda Wilson.

Startplätze im Individualturnier 
Deutschland war bei der WM 2014 Elfter.

Member Associations entering a team in the World Junior Team Championships but not placed 1-8 are allowed to enter maximum:
Men’s singles 3 players
Women’s singles 3 players
Men’s doubles 4 players
Women’s doubles 4 players
Mixed doubles 6 players

Rahmendaten: Siehe oben im Seitenkopf.

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