Ausbildung zum KidsCoach

Immer mehr Kinder finden schon in sehr jungen Jahren den Weg zum Badminton. Als Folge dieser positiven Entwicklung müssen die Vereinsangebote und die Trainingsgestaltung auf die besonderen Bedingungen von Kindern in der Altersstufe 6 bis 10 Jahren angepasst werden.
Um Vereinen, Eltern, Lehrern, aber auch Trainern und Betreuern, die bereits in der Jugendarbeit tätig sind, in diesbezüglich Hilfestellung zu geben, wurde vom Lehrausschuss des Deutschen Badminton-Verbandes die Ausbildung zum "KidsCoach" ins Leben gerufen.

Die Idee
Eltern
Das Angebot richtet sich zunächst einmal an Eltern, die selber schon als Übungsleiter oder als Helfer im Training tätig sind oder Eltern, die die Entwicklung ihres Badminton interessierten Kindes aktiv unterstützen möchten. Solche Eltern - vor allem dann, wenn sie selbst keine Badmintonspieler sind oder gewesen sind - müssen unter Umständen von den Vereinsverantwortlichen erst einmal angesprochen und gewonnen werden.
Vielfach bleiben Eltern beim Training ihrer Jüngsten vor Ort, also können Vereinsverantwortliche sie durchaus animieren, selbst mitzumachen und mit ihren und anderen Kindern "zu schlagen und zu spielen". 
Gruppenleiter oder Jugendwarte
Auch mit dem Training befasste Vereinsfunktionäre (z.B. Jugendwarte), die keine Trainerlizenz haben und auch nicht erwerben wollen, sind eine Zielgruppe. Hierunter fallen auch Vereinsführer, die in ihrem Verein ein Angebot für Kinder installieren möchten.
Lehrer
Lehrer, die Wissen über die Trainingsgestaltung in der Sportart Badminton erhalten wollen oder die Anregungen für das Schulbadminton suchen, sind ebenfalls herzlich willkommen. Hier sind die Vereinsmitarbeiter, die an der Schnittstelle Verein-Schule wirken, gefordert, entsprechende Einladungen auszusprechen.
Jugendliche
Das Ausbildungsangebot richtet sich auch an Jugendliche mit entsprechender Reife, die Spaß an der Betreuung von Kindern haben, die aber noch nicht die Altersgrenze von 18 Jahren für den Erwerb der C-Trainer-Lizenz erreicht haben. Angesprochen sind z.B. auch die in einigen Landesverbänden ausgebildeten "Juniortrainer" oder "Schülermentoren".  

 

Ausbildungsverlauf
Die Ausbildung gliedert sich in zwei Teile.

Orientierungswochenende/Orientierungstag
Zunächst sollen im Rahmen einer Orientierungsveranstaltung Interessenten gewonnen werden. Die Teilnehmer bekommen dabei Informationen vielfältiger Art zur Gestaltung von Training mit Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren. Diese Veranstaltung soll von den ausrichtenden Landesverbänden möglichst dezentral abgehalten und kostengünstig gestaltet werden. Angeboten werden könnte sie überall dort, wo größere Kindergruppen existieren. Die Gewinnung von Eltern für die Mitarbeit steht in dieser ersten Phase vor dem Ziel, sie gleich lernzieldiszipliniert ausbilden zu wollen.

Zwei Aufbau-Wochenenden
Wer nach einer solchen Orientierungsveranstaltung Spaß daran gefunden hat, sich etwas intensiver mit dem Training von Kindern zu beschäftigen, kann dies an zwei Aufbauwochenenden tun. Diese schließen mit einer kleinen Prüfung ab. Wer daran teilnimmt und sie besteht, erhält vom jeweiligen Landesverband die Lizenz "Trainerassistent - KidsCoach". 
Ein kluger Weg dürfte es sein, dass ein Landesverband zunächst mehrere Orientierungsveranstaltungen in den Vereinen/Stützpunkten seiner Region durchführt. Die dabei gewonnenen Interessenten könnten dann zentral weiter ausgebildet werden.

Ausbildungsinhalte
Auszug aus den Inhalten die in der Ausbildung vermittelt werden:

• Möglichkeiten der Einbindung von Eltern und Helfern ins Vereinstraining
• Auf Kindertraining angepasste Übungs- und Spielformen
• Angeleitetes Training in frühen Jahren
• Inhalte einer Grundausbildung für 6- bis 10-Jährige
• Spezielle Anforderungen an Trainer und Vereine bei der Einführung von Kindergruppen
• Grundlegende Schlagtechniken
• Einführung in spieltaktisches Handeln
• Spezialisierung von Übungsleitern.

          

Träger der Ausbildung
Die Ausbildung wird ab dem Jahr 2013 von den Landesverbänden durchgeführt. Federführend sind dort jeweils die Lehrwarte.

Einstieg
Damit die Schwelle zum Einstieg niedrig gehalten wird, sollen Orientierungsveranstaltungen möglichst dezentral und zahlreich abgehalten werden. Überall dort, wo Kindergruppen existieren, sollten Eltern dafür gewonnen werden, einen Tag oder sogar ein Wochenende - eventuell mit ihren Kindern - in der Halle zu verbringen. Die Landesverbände sollten die Durchführung solcher Maßnahmen als Investition sehen und sie möglichst von Kosten für die Teilnehmer freihalten.

Fortsetzung
Inwieweit sich aus solchen Einstiegsveranstaltungen Teilnehmer für die beiden Aufbau-Wochenenden ergeben und wie häufig und wo diese angeboten werden, müssen je nach Verlauf der Orientierungsveranstaltungen die Verantwortlichen der Landesverbände entscheiden. Hier sind die Bedingungen in großstädtischen Regionen (Ruhrgebiet, Hamburg...) bekanntermaßen völlig unterschiedlich gegenüber solchen Gegenden, in denen unter Umständen weite Wege zurückgelegt werden müssen bzw. Hotelübernachtungen anfallen (Niedersachsen, Bayern...). 
Empfehlung
Die Landesverbände sind jedenfalls gut beraten, wenn sie die organisatorische Schwelle für die KidsCoach-Ausbildung so niedrig wie möglich ansetzen.

 


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