BV Wesel Rot-Weiß

Landesverband Nordrhein-Westfalen

  

     

Vereinswebsite: www.bv-wesel-rotweiss.de.

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Am Samstag wird in Wesel das 50-Jährige gefeiert

  

55 Jahre Badminton in Wesel – 50 Jahre BV Wesel Rot-Weiß

  

Von Dagmar Scholten
(8.8.07) In Wesel wird in diesem Jahr das 50-jährige Vereinsjubiläum des BV Wesel Rot-Weiß gefeiert. Der BV Wesel RW gehört damit zu den ältesten Badmintonvereinen in NRW und der Bundesrepublik.
Am 11. August wird gefeiert
Ab 14 Uhr findet ein Nachmittag des Badminton statt. Der Nachwuchs spielt ein „Kuddel-Muddel-Turnier“. Bei „Badminton-on-Top“ zeigen aktuelle Top-Spielerinnen und Spieler aus Deutschland den Gästen, wie der Federball heute fliegt. Und wenn ehemalige Aktive, Freunde und Bekannte selber wieder zum Schläger greifen und ausprobieren wollen, „ob es denn noch geht“ – auch dies ist möglich. Eine Beamer-Show zeigt Bilder aus 50 Jahren Badminton in Wesel.
Die Weseler Vereinsführung wünscht sich natürlich, dass viele Freunde des Badmintonsports an diesem Tag den Weg in die Rundsporthalle finden, um sich wiederzusehen und zu klönen.
Abends soll dann richtig gefeiert werden. Ab 19 Uhr findet eine große Geburtstagsparty für alle Aktiven und Ehemaligen, für Fans, Freunde und Förderer des BV Wesel RW im Schützenhaus in der Feldmark statt. Es steht den Gästen ein Büffet für 15  € zur Verfügung.

Einzelheiten auf der eigens eingerichteten Jubiläums-Website.



Wesel hatte viele Vereine
Badminton wurde in Wesel erstmals 1952 in der Gymnastikschule Wesel unter der Leitung von Erwin Kühler gespielt, der auch erster Kassierer im Landesverbandes Nordrhein-Westfalen war. Im Jahre 1955 trat dann der Weseler Turnverein dem Landesverband NRW bei; dieser Verein löste aber schon 1958 seine Badmintonabteilung wieder auf. Während dieser Zeit gründeten sich aber noch zwei weitere Vereine: Zunächst führte Ludwig Weise den „Evgl. Männer- und Jünglingsverein Wesel“ mit Wirkung vom 01.08.1957 unter der Mitgliedsnummer 63 in den BLV NRW und wenig später wurde der BC Wesel (ab 1959 BC Grün-Weiß Wesel) gegründet.
Aus dem „Evgl. Männer- und Jünglingsverein“ ging dann letztlich im Jahre 1962 der BV Wesel Rot-Weiß hervor. Viele, die die Badmintonszene der frühen Jahre noch kennen, werden sich daran erinnern, was es heißt, Trainings- und Spielbetrieb in einer 2-Felder-Halle abzuhalten. So erging es auch den Weseler Badminton-Vereinen. Erste Erfolge vermeldete zunächst der BC Grün-Weiß Wesel; der in der Saison 1968/69 in der Oberliga (damals höchste Spielklasse) spielte. Der BC Grün-Weiß Wesel fusionierte 1970 mit der Gymnastikschule Wesel, aber 1994 schied dann auch die Badminton-Abteilung der Gymnastikschule Wesel aus dem BLV NRW aus. 1971 wurde dann noch der BC 71 gegründet, der aber bereits 1976 seine Selbstständigkeit wieder aufgab und sich dem BV Wesel RW anschloss.
Und letztlich gründete das langjährige Mitglied des BV Wesel RW und Vater vieler Erfolge, Manfred Ziehm, nach Verlassen des BV Wesel RW, den BSC Wesel, der auch heute noch am Spielbetrieb teilnimmt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch im Weseler Turnverein und im SuS Wesel-Nord in den frühen Jahren Badminton gespielt wurde.
Erste Erfolge
Schon in den ersten Jahren legte der BV Wesel RW die Weichen für die Vereinsarbeit fest. Im Vordergrund sollte die Jugendarbeit stehen. Dort stellten sich auch die ersten Erfolge ein. Im Jahre 1971 erreichte die Jugendmannschaft den dritten Platz bei den Ju-gendmannschaftsmeisterschaften.
Den ersten Einzeltitel holte Franz Tepass 1971, der Westdeutscher Schülermeister wurde und in den darauf folgenden Jahren Mitglied der Jugendnationalmannschaft und Teilnehmer der Jugendeuropa-Meisterschaft 1975 in Kopenhagen war.
Ära Rundsporthalle begann
Eine neue Ära begann im Jahre 1972 mit der Fertigstellung der Weseler Rundsporthalle mit neun Spielfeldern. Diese Halle ist auch heute noch das Zuhause des Vereins. Die dort herrschenden optimalen Bedingungen veranlassten den Landesverband und den Deutschen Badminton-Verband, viele Landes- und Deutsche Meisterschaften dem BV Wesel RW als Ausrichter zu übertragen, so die Deutschen Jugend-Meisterschaften 1975, Deutsche Schüler- und Jugendmeisterschaften 1991, Deutsche Junioren Meisterschaften 1991, Deutsche Schüler- und Jugendmeisterschaften 1994, Deutsche Schüler- und Jugendmannschaftsmeisterschaften 2001, Deutsche Schüler- und Jugendmeisterschaften 2006.
Tradition „Rot-Weiß-Turnier“
Tradition hat auch das „Rot-Weiß-Turnier“, dass erstmals zum 10-jährigen Bestehen des BV Wesel RW – damals noch in der Niederrheinhalle – ausgetragen wurde. Für die Durchführung dieses bundesoffenen Turniers waren 35 Jahren Uschi und Hans-Dietmar Michels verantwortlich. Seit 2002 wird es nach neuen Modalitäten ausgetragen. Die Teilnehmer sorgen nicht nur für sportliche Höchstleistungen, auch die „Players-Party“ ist fester Bestandteil des Turnieres. Viele Deutsche Meisterinnen und Meister waren schon in Wesel zu Gast.
Erfolgreiche Jugend in den 70er Jahren
Sehr erfolgreich verliefen die 70ger Jahre für den Jugendbereich. Die Jugendmannschaft wurde 1974 zunächst Westdeutscher Jugendmannschaftsmeister und anschließend gegen SCU Lüdinghausen auch Deutscher Jugendmannschaftsmeister. Zum Team gehörten: Gitta Laschat, Petra Friedrich, Bärbel Terhorst, Franz Tepass, Bernhard Barannek, Norbert Hovestaedt, Klaus-Dieter Koch und Otto Tepass.
Zwei Jahre später (1976) trumpften die Schüler auf. Zunächst sicherte sich die Schülermannschaft (Ute Ellerkamp, Kerstin Gorris, Erika Bleckmann, Andreas Köllmann, Mathias Heger, Claus Swienty, Uwe Schürmann und Rolf Tenhaeff) gegen den FC Langenfeld die Westdeutsche Schülermannschaftsmeisterschaft und wurde anschließend auch Deutscher Schüler-Mannschaftsmeister. Garanten dieser Erfolge waren u.a. Mathias Heger und Rolf Tenhaeff, die 1976 Deutsche Meister im Jungendoppel wurden; zudem wurde Mathias noch Deutscher Meister im Mixed mit Rita Braaz (BG Dormagen).
1978 wurde die Jugendmannschaft nochmals Westdeutscher Meister und Deutscher Vizemeister.
Elf Rekordjahre
In den 80er Jahren verzeichnet die Nachwuchsarbeit der Rot-Weißen einen bisher nicht gebrochenen Rekord. Über einen Zeitraum von elf Jahren gewannen Spielerinnen und Spieler des Vereins über 16 nationale Titel. Dies waren Kerstin Weinbörner 8 Titel, Michael Czoik (4), Andreas Ruth (2), Holger Kampen (1) und Dirk Ruberg (1).
Seniorenbereich – seit 1980 Spitzenbadminton in Wesel
Von dieser Nachwuchsarbeit profitierte dann endlich auch der Seniorenbereich. Die 1. Mannschaft stieg im Jahr 1980 erstmals in die damalige zweithöchste NRW-Klasse – Oberliga – auf und gehörte – mit Ausnahme einiger Jahre seit 1988 der 2. Bundesliga-Nord an.
Die Krönung der Vereinsgeschichte war die Saison 2001/02. Durch den Verzicht der Südmannschaften stieg die 1. Mannschaft als Meister der 2. Bundesliga-Nord ohne Qualifikation in die 1. Bundesliga auf. Es war klar, dass dies nur ein Ausflug auf Zeit war. Aber der Vorstand wollte die Mannschaft, die die Meisterschaft errungen hatte, nicht um ihre Lorbeeren bringen, obgleich klar war, dass gegen die mächtigen Vereine der Liga, die ausländische Top-Athleten in ihren Reihen hatte, nichts zu holen war.
In Erinnerung blieb der Autorin das Auswärtsspiel bei Bayer Uerdingen (mit Rikke Olsen, Kenneth Jonassen und Simon Archer). Das Spiel begann um 15 Uhr und war um 15.45 Uhr beendet – wohlgemerkt mit alter Zählweise. Aber die Saison hat trotzdem allen Spaß gemacht.
Aktueller Rückschlag
Leider gab es nach der letzten Saison nach langer Zugehörigkeit zu den Bundesligen einen kleinen Rückschlag: Die Erste wurde in der 2. Bundesliga Nord Tabellenletzter und wird in der kommenden Saison in der Regionalliga antreten – aber sie will wieder aufsteigen. Dass es dem Verein damit ernst ist, zeigt u.a. die Verpflichtung der besten deutschen Mixedspielerin Kathrin Piotrowski.


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