Deutsche Meisterschaft 2004 in Bielefeld

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Leserbriefe zur Diskussion um eine Neuauslosung im Damendoppel

   

Zum DM-Bericht von Martin Knupp Erst verlor er – doch dann gewann der Sport wieder
(3.2.04) nimmt Arno Schley (Vorsitzender des TuS Wiebelskirchen - Foto) wie folgt Stellung
Derzeit scheine ich ja wohl die Probleme und Missverständnisse anzuziehen "wie das Licht die Motten". Zum Kommentar wegen der "Auslosungsgeschichte" will ich doch ein paar Anmerkungen machen.
Es gab und gibt mit Sicherheit gute sportliche Gründe für eine Neuauslosung. Es gab und gibt aber ebenso gute sportliche Gründe dagegen. Dazu hatte ich zwei einfache Fragen gestellt:
1) Wie oft haben in den letzten 10, 20, 30 Jahren Setzlisten "nicht gestimmt"?
2) Wie oft wurde in den letzten 10, 20, 30 Jahren bei einer DEM der Aktiven eine Neuauslosung durchgeführt?
Die Antworten von einem der schon so lange dabei ist und es wissen muss:
zu 1) "Zig-Mal".
zu 2) "Nicht ein Mal".
(Anmerkung: Wie oft haben sich in der Vergangenheit "meine" Spieler über "falsche Setzlisten" beschwert... Ich habe den Spielern dann immer gesagt, dass man das halt zu akzeptieren habe).
Es hat auch gute Gründe, warum die Auslosung zu einer "Deutschen" 14 Tage vorher gemacht wird und es hat auch gute Gründe, warum diese Auslosung öffentlich ist.
Also: Aus diesen o.g. ebenfalls sportlichen Gründen habe ich meine Meinung (und damit die Meinung meines Vereins) zu dieser evtl. Neuauslosung geäußert. Ich habe weder Einspruch eingelegt noch mit irgendetwas gedroht.
Wer hat denn in dieser Sache Fehler gemacht? Wer hat das Recht, eine Neuauslosung anzusetzen? Warum hat man es dann nicht gemacht?
Nach der Entwicklung in dieser Sache kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, man ist dankbar dafür, dass man einen "Sündenbock" gefunden hat.
Etwas Fairness auch mir gegenüber hätte ich mir da schon gewünscht.
Zur Sache "Antrag Friedrichshafen in der BLVV": Ich habe selbst dafür gestimmt und plädiert, dass dieser Dringlichkeitsantrag zugelassen wird, damit wir über die Sache sprechen können. Am Ende dieser Aussprache hat dann der VfB Friedrichshafen seinen Antrag zurückgezogen. Das gehört dann auch zum Gesamtbild!
 

      

Im DM-Bericht Erst verlor er – doch dann... steckt ein logischer Fehler
(4.2.04) meint Axel Theobald aus Neustadt an der Weinstraße
Zum Kommentar vom 3.2. zum Verhalten von Arno Schley möchte ich eine Kleinigkeit anmerken. Es steckt nämlich m.E. ein logischer Fehler in der Argumentation.
Einerseits werfen Sie Herrn Schley Unfairness vor, weil er die Einhaltung dieses ominösen Paragraphen 27 vorschlug und die Neuauslosung damit mehr oder minder verhindert hat.
Andererseits schreiben Sie weiter unten unter dem Motto "Aber es gab auch Licht in der Dämmerung", dass "die Tagungsrunde der Landesverbandspräsidenten ... es als unsinnig ansah, dem betreffenden Paragraphen der Spielordnung zukünftig aufblähende Erläuterungen beizufügen unter all welchen Umständen man eventuell vom Grundsatz der Nicht-Neuauslosung abweichen können sollte."
Wenn ich Sie richtig verstehe, stimmen Sie dem Beschluss dieser Tagungsrunde also zu, dass dieser Paragraph genau in dieser Form und ohne Ausnahmeregelung sinnvoll ist!
Wenn Sie dies aber so meinen, warum kritisieren Sie dann die Einhaltung des Paragraphen bzw. jemanden, der darauf hinweist bzw. diese einfordert???
Ich war nicht selbst dabei, von daher kann ich nur das interpretieren, was ich z.B. im Internet lese. Aufgrund dessen erachte ich es aber als nicht so unwahrscheinlich, dass Herr Schley am Ende wohl doch nicht der einzige war, der diesen Paragraphen und dessen Einhaltung für sinnvoll hielt.
Wie Herr Schley in seiner Stellungnahme geschrieben hat: "Warum hat man es dann nicht gemacht?" Zuständig war ja wohl der Spielausschuss, nicht wahr? Und nicht Herr Schley und nicht Herr Kespohl.
Vielleicht hat man dort (m.E. richtigerweise und abweichend von Ihrem Grundtenor) aber auch gedacht: Wenn es eine eindeutige Regelung für genau diesen Fall gibt (die ja auch noch im Nachhinein bestätigt wurde), warum sollte man sie dann nicht auch einhalten? Und zwar unabhängig davon, wer nun betroffen ist oder nicht.
Wie gesagt, in diesem Sinne verstehe ich Ihre Kritik nicht! Es ist immer einfach, von außen zu kritisieren, wenn man nicht selbst in der Position ist, dann auch entscheiden und diese Entscheidung vertreten zu müssen.
Anmerkung: In der Präsidentenrunde herrschte durchaus die Meinung, gegen eine Neuauslosung wäre auch entgegen dem Wortlaut der Turnierordnung in diesem Fall nichts einzuwenden gewesen, wenn dies das zuständige Gremium entschieden hätte. Nur wollte man aus einer Einzelfallabweichung nicht gleich eine Litanei von Fallbeschreibungen entwickeln, mit denen alle denkbaren Abweichungsgründe für die Zukunft beschrieben werden sollten.

      

DM-Bericht Erst verlor er – doch dann... hat Klarheit gegeben
(5.2.04) für Bernd Siegemund aus Berlin
Es ist doch sehr verwunderlich, dass der Bericht von Herrn Knupp kritisiert wird. Der Bericht muss in jedem Fall positiv gewertet werden, denn er hat dem Besucher der DM und dem Leser im Internet Klarheit gegeben, Klarheit nicht nur über einen "eigenartigen" Vorgang, sondern auch über fehlende Zivilcourage, Unterwürfigkeit, Paragraphenhörigkeit und Mangel an Verantwortungsbereitschaft bei Verantwortlichen im Badminton-Verband. Die Ausnahme ist Herr Poste, der seinen Fehler zugegeben hat und nichts zu beschönigen oder zu entschuldigen suchte; bravo, solche Vorbilder braucht die Jugend.
Herr Theobald hat bedauerlicherweise den Gedankengang von Herrn Knupp nicht verstanden. Er vermischt, was nicht zu vermischen ist, der Vorfall und der Paragraph sind doch zwei völlig verschiedene Dinge - aber auch unser verehrter Bundespräsident hat solchen Fehler gemacht. Eine in sich korrekte Regel erlangt keine Gültigkeit, wenn sie nicht entsprechend den Vorgaben, Regeln, Gesetzen entstanden ist; dies ist auf den besagten Fall anzuwenden. 
In seinem Kommentar formuliert Herr Schley, "ich scheine anzuziehen", er erkennt offensichtlich immer noch nicht, dass er die Diskussion verursacht hat. Seine Erklärungen, warum er überhaupt das Thema angesprochen hat, sind  peinlich; ihr macht etwas falsch, aber ich erhebe keinen Einspruch, ihr verstoßt gegen § 27, aber von mir müsst ihr nichts befürchten. Auf gewisse Mängel aufmerksam zu machen, wäre auch nach dem Turnier möglich gewesen. Es bleibt der fade Beigeschmack trotz aller Beteuerungen, dass Herr Schley  eine Neu-Auslosung verhindern wollte. Wie soll der Hinweis auf seine Verhaltensweise seinen Spielern gegenüber bei früheren Auslosungen verstanden werden? Was hat dies mit dem Fall zu tun? Wird nunmehr Herr Schley alles anders machen, seinen Spielern etwas anderes sagen? Was früher nicht war (Neu-Auslosungen), darf heute nicht sein? Eine eigenartige Form des sportlich fairen Umgangs.
Der Zulassung eines Antrages zuzustimmen erfordert keinen Mut. Eine Verhaltensweise zu bedauern, schon eher, geschweige denn ein Amt vorab niederzulegen, aber dazu muss man sich erst einmal eines Fehlers bewusst werden. Dies gelingt Herrn Schley offensichtlich nicht. Herr Schley machte sich selbst zum Sündenbock und sollte soviel Courage haben auch dazu zu stehen.

       

Auf Sprichwörter hören
(6.2.04) rät Marlies Fritsch aus Telgte
Von den Regelungen im Badmintonsport habe ich so viel Ahnung wie vom Innenleben meines Computers... Bei der wortgewaltigen Debatte um eine Neuauslosung ja oder nein, fiel mir allerdings spontan das Sprichwort "Ausnahmen bestätigen die Regel" ein.
Beispiele aus dem Alltag, dass man grundsätzlich richtige Gebote unter gewissen Umständen doch mal übertreten muss und eine Fünf gerade sein lässt, gäbe es reichlich. Doch für Kritiker hinken alle Beispiele, und das führt dann zu neuen Debatten. Außerdem fiel mir noch ein, dass in der Kürze die Würze liegt, und dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.
Ich wünsche viel Spaß beim Debattieren. 

 


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