Europameisterschaft 2012
Damenteams - Die deutschen Spiele 

   

14. bis 19. Februar in Amsterdam (Niederlande).
Sporthallen Zuid, Burgerweeshuispad 54.

Vierte Ausrichtung / Europa-Vorrunde für die Thomas & Uber Cup-Finals im Mai in Wuhan/China
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Das deutsche Damenteam am 1. Veranstaltungstag mit den Trainern Boris Reichel (ganz links; Damendoppel) und Xu Yan Wang (ganz rechts; Dameneinzel). Foto: Martin Kranitz.

 

 

Deutschlands Damen sind Europameister!

Riesen-Jubel im deutschen Damenteam, nachdem dieses dem DBV erstmals einen EM-Titel beschert hat. Foto: CP.

(19.02.2012, CP) Zum sechsten Mal in Folge mit beiden Teams das WM-Ticket gelöst, erstmals einen EM-Titel geholt und zudem eine Silbermedaille gewonnen: Die Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften in Amsterdam (14. bis 19. Februar 2012) avancierte für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) zur erfolgreichsten in der Geschichte dieser Veranstaltungsform.

Dabei krönten sich die Damen des DBV nach phänomenalen Leistungen zum Europameister. Als Nummer zwei der Setzliste besiegten sie im Endspiel am Sonntag (19. Februar) den an Position eins notierten Titelverteidiger Dänemark mit 3:1. Den Siegpunkt für das deutsche Team markierte die dreimalige nationale Vizemeisterin im Dameneinzel, Karin Schnaase. Schon mit dem Einzug ins Finale hatten die deutschen Spielerinnen ein historisches Ergebnis verzeichnet: Nie zuvor erreichte eine weibliche DBV-Auswahl bei einer Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften das Endspiel. Bei den vorangegangenen drei Auflagen hatten die Spielerinnen des DBV Platz drei belegt. Im Spiel um Bronze setzten sich in diesem Jahr die Niederlande mit 3:1 gegen Russland durch. Die Gastgeber hatten in der Vorschlussrunde mit 1:3 gegen Deutschland verloren.

Auch die DBV-Herren präsentierten sich bei den Titelkämpfen in Amsterdam in hervorragender Verfassung: An Nummer zwei gesetzt, gewannen sie zum zweiten Mal nach 2006 die Silbermedaille. Einen Tag nach ihrem 3:1-Erfolg im Halbfinale über Russland (Setzplatz 4) unterlagen die deutschen Spieler in einer Neuauflage des Finals von 2006 Dänemark mit 0:3. Die Nordeuropäer holten damit bei der vierten Austragung der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften zum vierten Mal die Goldmedaille. Die deutschen Spieler können nun zwei Silber- (2006, 2012) und zwei Bronzemedaillen (2008, 2010) in ihrer Erfolgsbilanz vorweisen. Das „kleine Finale“ entschied in Amsterdam England mit 3:0 gegen Russland für sich.

Schon bei der letzten Mixed-Team-EM, der Europameisterschaft für gemischte Mannschaften (Damen und Herren bilden ein Team), durfte die DBV-Asse 2011 mit dem Gewinn der Silbermedaille einen historischen Erfolg bejubeln – und zwar genau in der Austragungsstätte, in der nun die deutschen Damen EM-Gold holten. Dank der herausragenden Leistungen der deutschen Badmintonspielerinnen und -spieler in Amsterdam qualifizierte sich der DBV zum sechsten Mal nacheinander mit beiden Teams für die Weltmeisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften. Diese wird 2012 vom 20. bis zum 27. Mai in Wuhan/China ausgetragen.

 

Karin Schnaase erzielte den entscheidenden Punkt für das deutsche Team. Foto: CP.

(19.02.2012, CP) Wie schon im Halbfinale gegen Gastgeber Niederlande musste sich die WM-Dritte Juliane Schenk im 1. Dameneinzel in zwei Sätzen geschlagen geben. Nach dem Erfolg über Tine Baun im Viertelfinale der Individual-WM im August 2011 und der Niederlage gegen die amtierende Europameisterin bei den BWF World Super Series Finals im Dezember vergangenen Jahres unterlag die Weltranglistenachte aus Deutschland auch in Amsterdam. Die dänische Weltranglistenfünfte verzeichnete damit im insgesamt neunten Aufeinandertreffen mit Juliane Schenk den siebten Sieg. „Juliane hat heute, wie gestern schon, ein wenig die Spritzigkeit gefehlt. Das mag damit zusammenhängen, dass sie zuletzt längere Zeit krank war. Tine hat sich hingegen sehr gut bewegt und Juliane eigentlich keine Chance gelassen“, meinte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz, nachdem das Team aus Dänemark mit 1:0 in Führung gegangen war.

Anschließend hatte die dänische Mannschaft zu keiner Zeit eine Möglichkeit, das Spiel für sich zu entscheiden – als nämlich Olga Konon einmal mehr eine souveräne Leistung bot. 23 Punkte überließ die 22 Jahre alte Olympiateilnehmerin von 2008 ihrer Gegnerin – und das, obwohl die gebürtige Weißrussin immer noch mit Problemen an ihrem im Herbst 2011 operierten Knie zu kämpfen hat. „Mein Knie wird von Zeit zu Zeit dick. Hier ist der Boden sehr hart, das merke ich“, so Olga Konon. Durch ihre Verletzung musste sie mehrere Wochen pausieren und verpasste unter anderem einige hoch dotierte Turniere, bei denen sie die Chance gehabt hätte, viele Punkte für die Weltrangliste einzufahren. An die Olympiaqualifikation denkt die Jugend-Europameisterin von 2007 im Damendoppel daher nach eigener Aussage nicht bewusst. „Für mich ist es am wichtigsten gesund zu bleiben“, meint Olga Konon. Mit ihren Auftritten bei der EM in Amsterdam zeigte sie sich durchaus zufrieden. „Ich bin aufgrund meiner Knieprobleme nicht 100-prozentig fit und konnte in der vergangenen Woche nicht viel trainieren. Ich bin sehr stolz, dass ich Deutschland hier repräsentieren kann und freue mich immer, wenn ich für das Team einen Punkt erzielen kann.“ Im Finale gegen Dänemark glich sie durch ihren Sieg zum 1:1 aus.

Was für ein Krimi entwickelte sich anschließend, im 2. Damendoppel: An der Seite von Birgit Michels spielte diesmal Juliane Schenk, die in der 1. Bundesliga auch regelmäßig erfolgreich in dieser Disziplin aktiv ist. Doch im ersten Satz lief das Spiel absolut nicht für die Deutschen, die Däninnen waren ihnen weit überlegen. Doch ab dem Seitenwechsel präsentierte sich das neu formierte Duo in immer stärkerer Verfassung, zeigte tolle Aktionen und hatte schließlich die Vorteile auf seiner Seite. Hatten die Teamkolleginnen dem Ende des ersten Durchgangs beinahe schon die Hoffnung aufgegeben, dass sich die Begegnung noch positiv für das deutsche Team entwickeln würde, gestaltete sich der Jubel auf der Tribüne mit zunehmendem Spielverlauf umso ausgeprägter. Im dritten Satz lagen Birgit Michels und Juliane Schenk mit Ausnahme des Beginns die ganze Zeit vorn – und verzeichneten nach einer Spielzeit von 55 Minuten unter frenetischem Beifall der deutschen Delegation den zwischenzeitlich kaum für möglich gehaltenen Punktgewinn zum 2:1. Eine fantastische Leistung und ein bemerkenswerter Spielverlauf, der sich – insbesondere mit den ihn begleitenden Emotionen – schwer in Worte fassen lässt.

Während Sandra Marinello am Ende des ersten Satzes des 2. Damendoppels mit sorgenvollem Gesichtsausdruck meinte: „Ich habe kein gutes Gefühl“, gab sich Olga Konon unmittelbar nach ihrem Spiel, als sie auf dem Hallenboden saß und ihr lädiertes Knie kühlte, optimistisch: „Ich habe das Vertrauen, dass wir das schaffen. Und im Hinblick auf mein Knie hoffe ich, dass wir vorher gewonnen haben, so dass ich nicht mehr spielen muss …“. Der EM-Neuling für Deutschland sollte recht behalten: Karin Schnaase, die dreimalige Deutsche Vizemeisterin im Dameneinzel und seit vielen Jahren eine feste Größe in der deutschen Nationalmannschaft, bot im 3. Dameneinzel eine überaus konzentrierte und engagierte Leistung – immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass sie gewissermaßen gewinnen musste, damit Deutschland eine Chance auf den Gesamtsieg haben würde. Denn allen Beteiligten war von vorneherein klar, dass das 1. Damendoppel vermutlich verloren gehen würde. Und Karin Schnaase hielt dem Druck stand! Als die 27-Jährige, die am Anreisetag zur EM Geburtstag feiern durfte, den ersten Titelgewinn für den DBV bei einer Europameisterschaft perfekt gemacht hatte, stürmten ihre Teamkolleginnen das Spielfeld, warfen sich auf sie und konnten ihr Glück kaum fassen. Gesänge, kräftige Umarmungen, Gratulationen – auch von den zahlreichen Eltern der Spielerinnen, die den Weg nach Amsterdam gefunden hatten – eine Sektdusche: Der Jubel kannte kaum Grenzen. Auch bei der anschließenden Siegerehrung feierte das deutsche Team ausgelassen den Sieg. Schon 2006, bei der ersten EM dieser Art, hatten die DBV-Damen Dänemark bezwungen: Damals allerdings im Spiel um Platz drei.

Auch Chef-Bundestrainer Jakob Høi strahlte nun vollends. Wenige Stunden, nachdem die deutschen Herren mit dem Gewinn der Silbermedaille ihren Setzplatz bestätigt hatten, gelang ihren Teamkolleginnen – ebenfalls an Position zwei notiert – gegen den topgesetzten Titelverteidiger der große Coup. Die herausragenden Leistungen der beiden DBV-Mannschaften zeigen einmal mehr, dass sich der Badmintonsport in Deutschland auf einem überaus guten Weg befindet. Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren durch professionelles Arbeiten nicht nur als Nummer zwei in Europa etabliert, sondern die Spielerinnen und Spieler des DBV bewiesen in Amsterdam abermals, dass die dänischen Asse – oftmals als „Badminton-Übermacht“ auf dem hiesigen Kontinent bezeichnet – keineswegs über eine „Garantie“ auf Titel- und Medaillengewinne verfügen – erst recht nicht, wenn sie sich mit den DBV-Assen auseinandersetzen müssen.

„Hinter uns liegt wahrlich eine erfolgreiche Woche“, meinte Dietrich Heppner, der für den Leistungssport zuständige Vizepräsident im DBV, angetan. Und was speziell die deutschen Damen betrifft, so sollten sie sich bei Großereignissen in der Zukunft wohl wieder die Fingernägel mit goldenem Nagellack lackieren ... 

  

 

Im Finale den topgesetzten Titelverteidiger besiegt

(19.02.2012, CP) Das deutsche Team wurde für das Finale stark umgestellt. Sowohl Juliane Schenk als auch Olga Konon bestreiten nicht nur ein Einzel, sondern auch ein Doppel - allerdings nicht gemeinsam. In der Bundesliga schlagen die beiden Damen für ihre jeweiligen Vereine - die SG EBT Berlin und den 1. BC Bischmisheim - auch stets sehr erfolgreich im Doppel auf. Getrennt treten im EM-Endspiel Sandra Marinello und Birgit Michels auf, die sich Anfang Februar zum vierten Mal in Folge zusammen die Goldmedaille bei den Deutschen Meisterschaften gesichert hatten.

 

Finale, So. 19.02.2012, 15.00 Uhr: Dänemark - Deutschland 1:3

1.E: Tine Baun - Juliane Schenk 21:12, 21:17 (1:0), 31 Min.

2.E: Karina Jorgensen - Olga Konon 13:21, 10:21 (1:1), 27 Min.

2.D: Line Damkjaer Kruse/Marie Roepke - Birgit Michels/Juliane Schenk 21:9, 17:21, 16:21 (1:2), 55 Min.

3.E: Line Kjaersfeldt - Karin Schnaase 21:23, 18:21 (1:3), 38 Min.

1.D: Christinna Pedersen/Kamilla Rytter Juhl - Olga Konon/Sandra Marinello nicht mehr ausgetragen 

 

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Johanna Goliszewski (l.) und Juliane Schenk. Fotos: CP.
Johanna Goliszewski (l.) und Juliane Schenk.
Juliane Schenk zuvor im Dameneinzel.

Beide Mannschaften treffen im Finale auf Titelverteidiger Dänemark

DBV-Teams spielen um den EM-Titel

(18.02.2012, CP) Erneut die WM-Teilnahme gesichert, den erstmaligen Titelgewinn auf kontinentaler Ebene vor Augen und für die Damen schon jetzt ein historischer Erfolg: Deutschlands Badmintonasse präsentieren sich bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (14. bis 19. Februar 2012 in Amsterdam/Niederlande) weiterhin in Top-Form – beide Teams erreichten das Finale.

Einen Tag nach ihrem 3:2-Sieg im Viertelfinale gegen Gastgeber Niederlande (Setzplatz 5) gewann die an Position zwei notierte Herren-Auswahl des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) am Samstag (18. Februar 2012) ihre Halbfinalpartie gegen Russland (Setzplatz 4) mit 3:1. Im Endspiel treffen die deutschen Badmintonasse am Sonntag (10.30 Uhr) auf den topgesetzten Titelverteidiger Dänemark, der sein Vorschlussrundenduell mit England (Setzplatz 3) mit 3:0 für sich entschied. Damit kommt es zur Neuauflage des Finals von 2006, als bei der Premiere der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften die Spieler des DBV ebenfalls Dänemark gegenüberstanden und letztlich die Silbermedaille gewannen. Bei den darauffolgenden Austragungen, in den Jahren 2008 und 2010, belegten die deutschen Herren Rang drei.

Die Damen aus Deutschland stehen 2012 sogar erstmals bei Titelkämpfen dieser Art im Finale, bei den vorangegangenen drei Auflagen holten sie Bronze. In Amsterdam bezwangen die Spielerinnen des DBV, die wie ihre Nationalmannschaftskollegen an Nummer zwei gesetzt sind, im Halbfinale Gastgeber Niederlande (Setzplatz 3) mit 3:1. Im Endspiel am Sonntag (15.00 Uhr) treffen auch die deutschen Damen auf Dänemark, Nummer eins der Setzliste und zugleich Titelverteidiger. Ihre Viertelfinalbegegnung mit Frankreich (Setzplatz 7) hatten die DBV-Asse mit 3:0 für sich entschieden. Seit dem Viertelfinale werden die Begegnungen beendet, sobald eine Mannschaft in drei Matches siegreich war.

Dank der herausragenden Leistungen der deutschen Badmintonspielerinnen und -spieler in Amsterdam qualifizierte sich der DBV zum sechsten Mal nacheinander mit beiden Teams für die Weltmeisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften. Diese wird 2012 vom 20. bis zum 27. Mai in Wuhan/China ausgetragen.

 

Der Halbfinaltag hatte für die deutschen Damen anders als erwartet begonnen: Die WM-Dritte Juliane Schenk musste sich im 1. Dameneinzel der an diesem Tag überragend agierenden Judith Meulendijks in zwei Sätzen geschlagen geben. „Judith hat heute ihre absolute Top-Leistung abgerufen, sie hat wirklich super gespielt“, meinte Jakob Høi. Die Weltranglistenachte Juliane Schenk hingegen war nach Einschätzung des Chef-Bundestrainers langsamer auf den Beinen als sonst. So brachte die Weltranglisten-52. aus den Niederlanden, die in den vergangenen Monaten mitunter mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte und über eine längere Zeit keine Turniere bestreiten konnte, die Gastgeber unter dem großen Jubel ihrer Teammitglieder und der Zuschauer mit 1:0 in Führung. Judith Meulendijks war nach dem Sieg verständlicherweise ebenfalls überglücklich, gab sich aber zugleich realistisch: „Deutschland hat in der Breite so ein starkes Team, dass es für uns sehr, sehr schwer werden wird, die Begegnung zu gewinnen. Die Deutschen sind eindeutig favorisiert“, meinte die Niederländerin, die häufig am Badminton-Spitzensportzentrum in Mülheim an der Ruhr gemeinsam mit einem Großteil der deutschen Damen trainiert.

Mit einer genau passenden Mischung aus Konzentration und Lockerheit gingen anschließend die Deutschen Meisterinnen Sandra Marinello und Birgit Michels das 1. Damendoppel an, das kurzfristig auf Seiten der Niederländerinnern eine Personalveränderung erfahren hatte: Iris Tabeling, die an der Seite von Selena Piek – Mitglied des Erstligakaders des aktuellen Tabellenzweiten SC Union Lüdinghausen – zum Einsatz kommen sollte, verletzte sich beim Einspielen. Für sie sprang Ilse Vaessen ein, die den deutschen Bundesligafans aus den Begegnungen des BV Wesel Rot-Weiss bekannt ist. „Das Spiel hat voll Spaß gemacht. Wir waren überhaupt nicht angespannt, obwohl man denken sollte, dass wir nach der Niederlage von Juli Druck hätten empfinden müssen. Aber wir hatten uns vorher darauf eingestellt, dass es ein 50:50-Spiel werden würde und unseres das einzige von den fünf Spielen sein würde, das auch verloren gehen könnte. Wir sind es daher locker angegangen – und dieser Plan ist aufgegangen“, meinte Sandra Marinello und machte danach lachend auf ihre goldlackierten Fingernägel aufmerksam machte: Wir haben uns alle die Fingernägel lackiert, um zu zeigen: The german ladies go for gold!“

Diesem Ziel einen Schritt näher brachte nachfolgend Olga Konon die deutsche Mannschaft. Sie dominierte das Geschehen beinahe nach Belieben und sorgte binnen 24 Minuten für die erstmalige Führung der deutschen Mannschaft in der Vorschlussrundenpartie.

Juliane Schenk verzeichnete anschließend ihren zweiten Auftritt an diesem Samstag: Anders als in den vorangegangenen Begegnungen stellten die Trainer die 29-Jährige, die sich 2004 im Dameneinzel und im Damendoppel für Olympia qualifiziert hatte, auch im Doppel auf. Nach der Niederlage im Einzel wollte die Sportsoldatin der Bundeswehr nun erst recht alles daran setzen, um einen Punktgewinn zu verzeichnen. Und dies gelang: Mit Johanna Goliszewski, amtierende Deutsche Vizemeisterin in dieser Disziplin (zusammen mit Carla Nelte), harmonierte Juliane Schenk auf dem Spielfeld sehr gut, obwohl beide normalerweise nie zusammen spielen. „Das war super – dabei haben wir schon ganz lange nicht mehr gemeinsam auf dem Feld gestanden“, meinte Goliszewski nach dem Erfolg in zwei Sätzen und dem damit verbundenen Finaleinzug bei der EM strahlend.

So hatten wenige Stunden nach den Herren des DBV auch die Damen Grund zum Jubeln – auch deshalb, weil sie mit dem Erreichen des Endspiels einen historischen Erfolg bei Titelkämpfen dieser Art verzeichneten.

 

 

Gegen die Gastgeber den Einzug ins Finale perfekt gemacht

 

Halbfinale, Sa. 18.02.2012, 18.00 Uhr: Niederlande - Deutschland 1:3

1.E: Judith Meulendijks - Juliane Schenk 21:17, 21:19 (1:0), 39 Min.

1.D: Lotte Jonathans/Paulien Van Dooremalen - Sandra Marinello/Birgit Michels 19:21, 18:21 (1:1), 44 Min.

2.E: Patty Stolzenbach - Olga Konon 14:21, 6:21 (1:2), 24 Min.

2.D: Selena Piek/Ilse Vaessen - Johanna Goliszewski/Juliane Schenk 17:21, 13:21 (1:3), 30 Min. 

3.E: Soraya De Visch Eibergen - Karin Schnaase nicht mehr ausgetragen 

 

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Videos vom Halbfinaltag

 

Einmarsch und Vorstellung der Mannschaften aus Deutschland und aus den Niederlanden. Zum Video ... 

   

Riesen-Jubel im deutschen Team, nachdem Johanna Goliszewski und Juliane Schenk den Finaleinzug perfekt gemacht haben. Zum Video ...

  

Die deutschen Damen feiern, als der Finaleinzug - ein historischer Erfolg bei Titelkämpfen dieser Art - feststeht. Zum Video ...

 

 

 

Im Schnelldurchgang ins Halbfinale

 

Viertelfinale, Fr. 17.02.2012, 19.00 Uhr: Frankreich - Deutschland 0:3

1.E: Pi Hongyan - Juliane Schenk 14:21, 15:21 (0:1), 39 Min.

1.D: Audrey Fontaine/Emilie Lefel - Sandra Marinello/Birgit Michels 9:21, 10:21 (0:2), 23 Min.

2.E: Perrine Lebuhanic - Olga Konon 8:21, 17:21 (0:3), 24 Min.

2.D: Lorraine Baumann/Lea Palermo - Johanna Goliszewski/Carla Nelte nicht mehr ausgetragen

3.E: Delphine Lansac - Karin Schnaase nicht mehr ausgetragen

 

Sandra Marinello (vorne) und Birgit Michels. Fotos: CP.
Die Trainer Yu Yan Wang (Dameneinzel) und Boris Reichel (Damendoppel).
Olga Konon.

Deutschlands Damen Frankreich deutlich überlegen

(17.02.2012, CP) Die deutschen Teams haben bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften das Halbfinale erreicht und nehmen damit weiter Kurs auf den Gewinn einer Medaille. In den Viertelfinalspielen bezwangen am Freitag zunächst die Herren des DBV Gastgeber Niederlande (Setzplatz 5) mit 3:2. Anschließend verzeichneten die deutschen Damen, die ebenso wie ihre Nationalmannschaftskollegen bei den Titelkämpfen an Position zwei notiert sind, einen souveränen 3:0-Erfolg über Frankreich (Setzplatz 7). Ab dem Viertelfinale werden die Begegnungen beendet, sobald eine Mannschaft in drei Matches siegreich war.

In der Vorschlussrunde treffen die Spieler des DBV am Samstag (14.00 Uhr) auf Russland (Setzplatz 4), die deutschen Damen stehen ebenfalls morgen (18.00 Uhr) der Mannschaft aus den Niederlanden (Setzplatz 3) gegenüber. Damit kommt es auch bei den Spielerinnen zum Duell mit den Gastgebern. Die Niederländerinnen hatten sich in ihrer Viertelfinalpartie mit 3:2 gegen die Schweiz durchgesetzt. 

Mit dem Einzug in die Runde der besten Vier haben die Mannschaften noch keine Medaille sicher, da bei der EM für Damen- und für Herrennationalmannschaften – anders als bei den meisten Großereignissen im Badminton – der dritte Platz ausgespielt wird. 2010 in Warschau hatten beide DBV-Auswahlen Bronze geholt.

 

Die WM-Dritte Juliane Schenk verbuchte am Freitagabend eine gelungene Generalprobe für die YONEX German Open Badminton Championships (28. Februar bis 4. März 2012 in Mülheim an der Ruhr/Nordrhein-Westfalen): Denn bei dem mit 120.000,- US-Dollar dotierten Turnier trifft die 29-Jährige in der ersten Runde des Dameneinzelwettbewerbs auf Pi Hongyan, gegen die sie auch in Amsterdam antreten musste. Bei ihrem 21:14, 21:15-Erfolg gegen die Nummer 23 der Weltrangliste hatte die Weltranglistenachte aus Deutschland zu keiner Zeit Mühe.

Noch weniger Punkte als die Sportsoldatin der Bundeswehr überließen anschließend die Deutschen Meisterinnen im Damendoppel, Sandra Marinello und Birgit Michels, ihren Gegnerinnen. „Es ist immer gut, wenn Juli vorlegt, dann können mit einem guten Gefühl auf das Feld gehen. Wir haben gut gespielt, gut durchgezogen und sind sehr glücklich über den Einzug ins Halbfinale“, zog Birgit Michels ein Fazit.

Die frisch gebackene Deutsche Meisterin im Dameneinzel, Olga Konon, machte schließlich den Sieg für die deutsche Mannschaft in souveräner Manier perfekt.

Johanna Goliszewski, die ebenso wie Carla Nelte und Karin Schnaase auf einen Einsatz am Freitagabend verzichten musste, nachdem ihre Teamkolleginnen im „Schnelldurchgang“ für das Weiterkommen gesorgt hatten und sowohl das 2. Damendoppel als auch das 3. Dameneinzel nicht mehr ausgetragen wurden, meinte: „Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben, das ist wichtiger als wenn ich noch hätte spielen dürfen.“

 

Sandra Marinello (l.) und Birgit Michels. Foto: CP.

  

 

Vorrunde, Gruppe 2, 2. Spiel, Do. 16.02.2012, 10.00 Uhr: Deutschland - Weißrussland 4:1

1.E: Juliane Schenk - Alesia Zaitsava 21:11, 9:21, 21:8

2.E: Karin Schnaase - Anastasiya Cherniavskaya 21:8, 21:2

3.E: Fabienne Deprez - Alena Ziaziulchyk 21:12, 21:3

2.D: Isabel Herttrich/Carla Nelte - Vlada Cherniavskaya/Alesia Zaitsava 21:8, 18:21, 19:21

1.D: Sandra Marinello/Birgit Michels - Anastasiya Cherniavskaya/Alena Ziaziulchyk 21:10, 21:6  

 

(16.02.2012, CP) Die deutschen Teams haben bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (14. bis 19. Februar 2012 in Amsterdam/Niederlande) die Vorrunde auf Platz eins in ihrer jeweiligen Gruppe abgeschlossen und sich damit für das Viertelfinale qualifiziert. Darin treffen die Spieler des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) am Freitag (17. Februar 2012, 14.00 Uhr) auf die Niederlande (Setzplatz 5), während die deutschen Spielerinnen Frankreich (Setzplatz 7; 19.00 Uhr) gegenüberstehen. Die DBV-Teams sind bei den Titelkämpfen an Position zwei notiert.

„Ehrenpunkt“ für die Gegner im 2. Damendoppel

Die deutschen Damen setzten sich einen Tag nach ihrem 5:0-Auftakterfolg gegen Zypern am Donnerstag im Spiel um den Gruppensieg mit 4:1 gegen Weißrussland durch. Dabei unterlagen die EM-Dritten von 2010 einzig im 2. Damendoppel knapp der gegnerischen Mannschaft. Chef-Bundestrainer Jakob Høi meinte zu der Partie der 19 und 21 Jahre alten deutschen Nachwuchshoffnungen Isabel Herttrich und Carla Nelte: „Im ersten Satz haben sie gut agiert, im zweiten waren sie etwas zu langsam und haben auch mehr Fehler gemacht als zu Beginn. Im dritten Satz waren Isabel und Carla zu nervös. Trotz einer 17:12-Führung ist es ihnen nicht gelungen, das Spiel zu gewinnen. Ihre Gegnerinnen haben am Ende wieder Aufwind genommen.“ 

Sandra Marinello und Birgit Michels nach 15 Minuten „fertig“

Auch im entscheidenden Spiel um den Gruppensieg, gegen die Mannschaft Weißrusslands, hatten die deutschen Damen bereits nach drei Matches den Sieg perfekt gemacht. Während Karin Schnaase ihrer Gegnerin gerade einmal zehn Punkte überließ und sie damit die „teaminterne" Bestmarke für diese Partie aufstellte, siegten Sandra Marinello und Birgit Michels in der kürzesten Zeit: Sie standen nur 15 Minuten auf dem Spielfeld. Karin Schnaase war 17 Minuten lang aktiv, während Fabienne Deprez sich gemäß der offiziellen Statistik 18 Minuten mit ihrer weißrussischen Gegnerin maß. Das - von der Punkteverteilung her - engste aller fünf Matches war nicht das längste: Isabel Herttrich und Carla Nelte kämpften 38 Minuten um den Sieg, den sie letztlich knapp verpassten, Juliane Schenk stand bei ihrem Drei-Satz-Erfolg über die im Ranking des Badminton-Weltverbandes 108 Plätze hinter ihr geführte Alesia Zaitsava (Weltranglistenplatz 116) 42 Minuten auf dem Court.

Juliane Schenk nähert sich der „100“

Die Vize-Europameisterin aus Deutschland bestritt am Donnerstag ihr 90. Länderspiel. In der „ewigen Bestenliste“ rangiert sie damit auf Platz zwei hinter Rekord-Nationalspielerin Nicole Grether (106). „Der zweite Satz war von Beginn etwas zu langsam von Juliane, ihre Gegnerin hat allerdings auch sehr sicher gespielt. Im dritten Satz war das Tempo viel höher, da hatte Alesia Zaitsava keine Chance“, analysierte DBV-Sportdirektor die Partie der Weltranglistenachten.

Olga Konon geschont

Die gebürtige Weißrussin Olga Konon, die im Juni 2011 den deutschen Pass erhalten hatte, war gegen ihre früheren Teamkolleginnen nicht im Einsatz. „Nach den Deutschen Meisterschaften in Bielefeld ist Olgas Knie, an dem sie im vergangenen Herbst operiert worden war, im Training dick geworden. Um das Knie nicht zu stark zu belasten, haben wir sie heute draußen gelassen“, erläuterte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz. Die 22-Jährige musste Ende 2011 lange aufgrund ihrer Kniebeschwerden pausieren und verpasste dadurch unter anderem die Teilnahme an mehreren hoch dotierten Turnieren – was gerade auch im Hinblick auf die noch bis Ende April laufende Olympiaqualifikation schade für die ambitionierte Nachwuchsspielerin war. Im Bundesligaspiel ihres Vereins 1. BC Bischmisheim gegen den BV Gifhorn am 11. Februar verspürte Olga Konon nach dem Damendoppel Schmerzen in dem betreffenden Knie, so dass sie auf das Dameneinzel verzichtete.

Zwei „geschenkte“ Matches

Die Herren des DBV, die bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren in Warschau ebenfalls die Bronzemedaille geholt hatten, gewannen auch ihre zweite Vorrundenpartie gegen Irland mit 5:0. Tags zuvor hatten sie bereits gegen Israel einen 5:0-Kantersieg verzeichnet. Im Aufeinandertreffen mit Irland gingen allerdings zwei Spiele an das deutsche Team, ohne dass ein Ballwechsel ausgetragen wurde.

Ab sofort im K.o.-System

Mit dem Viertelfinale beginnt in Amsterdam die K.o.-Runde. Von da an sind auch bei den deutschen Mannschaften weitaus engere Begegnungen mit der Konkurrenz zu erwarten, als es in der Vorrunde der Fall war. Die Teams, die bei der EM eine Medaille gewinnen, sind automatisch für die Weltmeisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (20. bis 27. Mai 2012 in Wuhan/China) qualifiziert. Dabei wird, anders als bei den meisten Großereignissen im Badminton, der dritte Platz ausgespielt.

 

Die 19 Jahre alte Isabel Herttrich (VfL 93 Hamburg) verzeichnete bei ihrem EM-Debüt im Erwachsenenbereich einen Sieg. Foto: CP.

Vorrunde, Gruppe 2, 1. Spiel, Mi. 15.02.2012, 14.00 Uhr: Deutschland - Zypern 5:0

1.E: Juliane Schenk - Stella Knekna 21:12, 21:15

2.E: Olga Konon - Dometia Ioannou 21:4, 21:11

3.E: Fabienne Deprez - Stefany Pinchary 21:9, 21:7

1.D: Johanna Goliszewski/Carla Nelte - Maria Avraamidou/Stella Knekna 21:9, 21:12

2.D: Isabel Herttrich/Karin Schnaase - Dometia Ioannou/Stefany Pinchary 21:12, 21:10

 

(15.02.2012, CP) Die deutschen Damen sind erwartungsgemäß mit einem klaren Auftaktsieg in die Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (14. bis 19. Februar 2012 in Amsterdam/Niederlande) gestartet. Als Nummer zwei der Setzliste gewann die Auswahl des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) am Mittwoch (15. Februar 2012) ihr erstes Spiel gegen Zypern mit 5:0.

Während die gebürtige Weißrussin Olga Konon (1. BC Bischmisheim), die im Juni 2011 den deutschen Pass erhalten hatte, darin ihren ersten Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft verzeichnete, bestritt Isabel Herttrich (VfL 93 Hamburg) erstmals bei einer EM im Erwachsenenbereich ein Match.

Die Siege fuhren die Damen des DBV im Schnelldurchgang ein: Fabienne Deprez benötigte gerade einmal 16 Minuten, um ihren Erfolg perfekt zu machen, Olga Konon stand 19 Minuten auf dem Court, Isabel Herttrich und Karin Schnaase durften nach 20 Minuten jubeln und Juliane Schenk hatte nach 21 Minuten die 1:0-Führung für Deutschland unter Dach und Fach gebracht. Einzig Johanna Goliszewski und Carla Nelte spielten mehr als eine halbe Stunde (36 Min.). 

Horst Rosenstock, der DBV-Präsidiumsbeauftragte für „Bibliothek/Archivwesen im DBV“ bzw. für „Ehrungen im DBV“, hält weitere interessante Informationen zu der Partie am 15. Februar bereit: Isabel Herttrich bestritt ihr fünftes Länderspiel und gab zugleich ihr Debüt im Uber Cup.   

Im zweiten und zugleich letzten Vorrundenduell in der Gruppe 2 treffen die deutschen Spielerinnen am Donnerstag (16. Februar 2012, 10.00 Uhr) auf Weißrussland, das sich am Dienstag mit 3:2 gegen Zypern durchgesetzt hatte und somit ebenfalls einen Sieg vorweisen kann. Das Viertelfinale erreichen einzig die Gruppenersten.

 

Die Begegnungen in der Gruppe 2:

14.02.2012, 10.15 Uhr: Zypern - Weißrussland 2:3

15.02.2012, 14.00 Uhr: Deutschland (2) - Zypern 5:0

16.02.2012, 10.00 Uhr: Deutschland (2) - Weißrussland 4:1

Endstand: 1. Deutschland 2:0, 2. Weißrussland 1:1, 3. Zypern 0:2.

Damit ist Deutschland für das Viertelfinale qualifiziert. Gegner darin ist die Mannschaft aus Frankreich als Punktbester der Gruppe 7.

  

 

  

  

Olga Konon stand in der Partie gegen Zypern erstmals für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Spielfeld. Fotos: Martin Kranitz.
Fabienne Deprez zählte schon 2010 zur DBV-Auswahl, die in Warschau Bronze gewann.
Immer mit Spaß bei der Sache: die deutschen Damen und Herren.

  

 

Das deutsche Damenteam 2012 mit den Trainern Xu Yan Wang (links, Bundestrainer Dameneinzel) und Boris Reichel (Bundestrainer Damendoppel). V.l.: Juliane Schenk, Karin Schnaase, Olga Konon, Sandra Marinello, Fabienne Deprez, Johanna Goliszewski, Isabel Herttrich, Birgit Michels, Carla Nelte. Foto: CP.

© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.