Olympische Spiele 2008 in Peking
Badminton-Wettbewerbe

      Vom 9. bis 17. August in Beijing

    

Zu den Ergebnistableaus auf der Ausrichterseite:

Herreneinzel - Dameneinzel - Herrendoppel - Damendoppel - Mixed (Achtung: nicht wegklicken, dauert u.U. etwas, bis sich Baum aufgebaut haben. Danach im orangefarbenen Kästchen zwischen den Runden hin und her schalten.)

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Zum Turnierverlauf

Für den DBV brachte Peking das erfolgreichste Olympia-Abschneiden aller Zeiten

  

Die Spiele unserer deutschen Starter:

Herreneinzel (41 Spieler im 64er-Feld)
Marc Zwiebler 
   1.Rd.: - Scott Evans (IRL) 21:18 18:21 21:19
   2.Rd.: - Andrew Smith (GBR) 16:21 21:13 21:17 
   Afin.: - LEE Hyun Il (KOR) 13:21 11:12 
Dameneinzel (47 Spielerinnen im 64er-Feld)
Huaiwen Xu
   1.Rd. frei/2.Rd. - Anu Nieminen (FIN) 21:17 21:8
   Afin.: - Tracey Hallam (GBR) 21:10 21:7
   Vfin.: - XIE Xingfang 19:21 20:22
Juliane Schenk - Maria Kristin Yulianti (INA) 21:18 13:21 20:22
Mixed (16er Feld)
Kristof Hopp & Birgit Overzier - Flandy Limpele & Vita Marissa (INA) 12:21 12:21.

Noch einmal großer TV-Auftritt von Huaiwen Xu und Marc Zwiebler
(14.8.08) Heute Abend zur besten Sendezeit um 18.30 Uhr hatten unsere beiden Stars noch einmal einen großen Fernsehauftritt. Huaiwen Xu und Marc Zwiebler waren zu Gast in ZDF-Olympiastudio bei Moderator Rudi Cerne. Dort konnten sie vor einer großen Öffentlichkeit in einem ausführlichen Gespräch ihre persönliche Olympiabilanz ziehen. Und die fiel natürlich bei beiden positiv aus. An Cernes Fragen merkte man, dass der Moderator das ebenso sah. Vor allem Huaiwens letzter Ballwechsel gegen Xie Xingfang nötigte ihm Bewunderung ab. Auf die Frage nach ihrer taktischen Einstellung vor diesem letztlich für einen Medaillengewinn entscheidenden Spiel erklärte Huaiwen: „Ich habe in der letzten Zeit vor allem auf dieses Spiel hintrainiert. Ich hatte mir überlegt, ich wollte sie müde spielen - Aber sie wurde nicht müde…“
Beide wollen noch bis zum Ende der Olympischen Spiele in Peking bleiben. Marc Zwiebler: „Ich will mir noch viele andere Sportarten anschauen. Ich habe zum Beispiel schon Hockeykarten bekommen können.“
Über die Zuschauer äußerte Xu sich betont positiv, keineswegs hätte man sie als Abtrünnige behandelt: „Wenn ich nicht gegen eine Chinesin spielte, haben sie mich sogar unterstützt. Und auch im Spiel gegen Xie waren sie sehr fair.“ Sie wird nach den Spielen zunächst ihre Eltern in Chengdu besuchen. Und anschließend noch Turniere in Asien spielen, bevor sie nach Saarbrücken zurückkehrt.
Auch DBV-Sportdirektor Martin Kranitz hatte die Möglichkeit, seine Olympia-Bilanz zu ziehen. Reporter Andreas Köstler hatte ihn zu Beginn der Übertragung des Viertelfinals zwischen Lin Dan und Peter Gade, das in voller Länge bei ZDF doku übertragen wurde, zu Gast. Noch nie zuvor hatte ein DBV-Sportler oder eine Sportlerin bei Olympischen Spielen ein Viertelfinale erreicht. Und wie man an diesen Auftritten sieht, ist das nicht unbemerkt geblieben.

Huaiwen Xus Medaillenträume sind geplatzt
Von Claudia Pauli
Xu Huaiwen - Xie Xingfang 19:21 20:22
Unzählige Menschen hätten es der zweimaligen Badminton-Europameisterin Huaiwen Xu (1. BC Bischmisheim) von Herzen gegönnt, wenn sie bei den Olympischen Spielen in Peking Edelmetall gewonnen hätte. Doch die Weltranglistenerste Xie Xingfang ließ die Medaillenträume der 33 Jahre alten Weltranglistenachten am heutigen Mittwoch platzen. Die zweimalige Weltmeisterin bezwang Huaiwen Xu im Viertelfinale nach 51 Minuten glücklich mit 21:19, 22:20.
„Das war ein enges Ding! Huaiwen hat super-gut gespielt, das war eine absolute Top-Leistung. Ich kann sie nur beglückwünschen zu so einem Spiel. Ich glaube, das war das beste, was ich je von ihr gesehen habe“, sagte Martin Kranitz, Sportdirektor des DBV, der die Leistung von Deutschlands Nummer 1 als „sensationell“ bezeichnete. „Beide waren nach der Partie stehend ko. Huaiwen war so nah dran und hätte eine Medaille wirklich verdient gehabt“, so der Sportdirektor.
Damit wird es 2008 kein Edelmetall für eine Spielerin aus Europa im Dameneinzel geben, nachdem im Jahr 2000 Camilla Martin (Dänemark) und vier Jahre später Mia Audina (Niederlande) jeweils die Silbermedaille gewonnen hatten.
Xie Xingfang trifft im Halbfinale auf ihre Teamkollegin Lu Lan, die Nummer 2 der Welt. Die zweite Vorschlussrundenpartie bestreiten die Olympiasiegerin von 2004, Zhang Ning (China), und Juliane Schenks Bezwingerin Maria Kristin Yulianti aus Indonesien.
Huaiwen Xu hat dennoch in Peking Großartiges geleistet: Schließlich zog sie als erste Vertreterin des DBV in der Geschichte in ein Viertelfinale eines olympischen Badmintonwettbewerbs ein! Und – wie in jeder Partie – zeigte die zweimalige WM-Dritte aus Deutschland auch gegen Xie Xingfang eine immens starke kämpferische Leistung.
Gegen die in Peking an Nummer 1 gesetzte Xie Xingfang gelang Huaiwen Xu im Beijing University of Technology Gymnasium ein hervorragender Start. Zwischenzeitlich hatte sie sich im ersten Satz einen Vorsprung von fünf Punkten (11:6, 12:7) erkämpft. Doch ihre chinesische Gegnerin arbeitete sich sukzessive heran und übernahm mit dem 16:15 erstmals selbst die Führung. Die Schlussphase des ersten Durchgangs war an Spannung kaum zu überbieten: 18:17 aus Sicht von Xie Xingfang, dann 19:17, 19:18, 20:18, 20:19 – und schließlich der Punkt für die zweimalige Weltmeisterin zum 21:19.
Auch im zweiten Satz lag Huaiwen Xu, die im Mai mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet wurde, teilweise vier Punkte vor (9:5). Doch Xie Xingfang machte ihren Rückstand, lautstark angefeuert von den zahlreichen chinesischen Fans, zunächst wieder wett (9:9). Huaiwen Xu ließ sich davon allerdings nicht beirren und erarbeitete sich erneut einen kleinen Vorsprung (u. a. 12:10, 14:12) – den Xie Xingfang abermals zunichte machte und wiederum selbst in Führung ging (14:14, 16:14). Aber die Deutsche Meisterin kämpfte hervorragend: 15:16 aus Huaiwen Xus Perspektive, dann 16:16, 16:17, 17:17, 17:18, 18:18 – knapper geht es nicht. In der Schlussphase hatte Xie Xingfang letztlich mehr Glück: 19:18, 19:19, 20:19, 20:20, 21:20 – und diesen zweiten Matchball nutzte die Asiatin zum Einzug in die Runde der letzten vier Damen. Für Xie Xingfang war es im neunten Aufeinandertreffen mit Huaiwen Xu der neunte Sieg.

Huaiwen verabschiedete sich vom olympischen Badmintonturnier mit einem spektakulären Ballwechsel
Xu Huaiwen - Xie Xingfang 19:21 20:22
(13.8.08) Wie befürchtet, langte es nicht ganz für Huaiwen gegen die zweifache Weltmeisterin und Weltranglistenerste. Schade, dass sie von den vier Top-Gesetzten ausgerechnet Xie zugelost bekommen hatte. Aber unsere Europameisterin verabschiedete sich mit einem glänzenden Spiel, das bei 20:21 in einem spektakulären Ballwechsel gipfelte. Er hat das Zeug, auf ewig in youtube bestaunt zu werden. Keine der beiden Spielerinnen gab nach und beide waren so konzentriert, dass kein Ball verschlagen wurde. Schließlich endete er, weil Huaiwen einfach nicht mehr konnte. Zu einen Vorhand Drop cross lief sie von der Grundlinie nicht mehr hin. Ein würdiges Ende ihrer Olympiateilnahme, die ihr persönlich, aber auch dem deutschen Badminton in den vergangenen Monaten ein Höchstmaß an öffentlicher Aufmerksamkeit und Ansehen gebracht haben.
Für den DBV ist die Peking-Bilanz erfreulich. Noch nie zuvor bei Olympischen Spielen erreichte jemand ein Viertelfinale.

Hopp & Overzier unterliegen Limpele & Marissa - „Aus“ im Achtelfinale für Marc Zwiebler
Von Claudia Pauli
Kristof Hopp & Birgit Overzier - Flandy Limpele & Vita Marissa (INA) 12:21 12:21
Nach erfolgter Auslosung im Mixed war klar, dass auf die Deutschen Vizemeister Kristof Hopp & Birgit Overzier (1. BC Bischmisheim/1. BC Beuel) gleich zum Auftakt eine sehr schwere Aufgabe warten würde: Im Feld der 16 Paarungen mussten sich die Weltranglisten-13. aus Deutschland mit den in Peking an Position 3 notierten Weltranglistendritten, Flandy Limpele & Vita Marissa aus Indonesien, auseinandersetzen. Den bislang einzigen Vergleich hatten die Asiaten im November 2007 bei den French Open, einem Super-Series-Turnier, allerdings nur knapp mit 21:23 21:10 21:18 gegen Kristof Hopp & Birgit Overzier gewonnen. Keine Frage, dass die beiden Deutschen, die 2008 erstmals bei Olympia dabei sind, hoch motiviert in die Partie gingen.
In Peking entschieden Flandy Limpele & Vita Marissa die Achtelfinalpartie gegen Kristof Hopp & Birgit Overzier dann jedoch deutlicher für sich: Mit 21:12 21:12 bezwang das indonesische Duo die Gewinner der Bitburger SaarLorLux Badminton Open 2007 aus Deutschland. Nach 27 Minuten verwandelten die WM-Dritten von 2007 ihren zweiten Matchball und zogen damit ins Viertelfinale des olympischen Badmintonturniers ein. Dennoch dürfen der 30 Jahre alte Kristof Hopp und seine sieben Jahre jüngere Mixed-Partnerin Birgit Overzier zufrieden sein. Das Duo bietet seit vielen Monaten gute Leistungen und beweist kontinuierlich, dass es zu den besten Paarungen der Welt in dieser Disziplin zählt.
Lee zu stark für Marc
Vorher war bereits der Deutsche Meister Marc Zwiebler im Herreneinzel ausgeschieden. Damit ruhen die Hoffnungen des DBV ab sofort einzig auf der zweimaligen Europameisterin Huaiwen Xu, die am Mittwoch die Chance hat, das Halbfinale im Dameneinzel zu erreichen.
Er hat gekämpft, doch der Weltranglistenzehnte Hyun Il Lee war im Beijing University of Technology Gymnasium zu stark für Marc Zwiebler: Der Deutsche Meister im Herreneinzel ist nach einer 13:21, 11:21-Niederlage gegen den Koreaner im Achtelfinale des olympischen Badmintonturniers ausgeschieden.

  

Achtelfnale: Marc ohne Chance gegen Lee Hyun-Il
Marc Zwiebler – Lee Hyun-Il 13:21 12:21
Lee war in diesem Duell zweier Linkshänder überlegen. Er ließ Marc laufen. Mit einem Angriffsdrop in Marcs linke Netzecke beendete er den ersten Satz zum 21:13. Auch im zweiten Satz gelangen Marc noch etliche gute Ballwechsel. Aber auch hier beendete ein Cross-Ball, diesmal ein Vorhand-Smash, den Satz: 21:12. Damit kann Marc bei seiner ersten Olympiateilnahme nach zwei Siegen das Erreichen des Achtelfinales in seine Erfolgsbilanz eintragen.

3. Wettkampfta Mo 11.8.2008

  

Marc Zwiebler brauchte lange - doch dann hatte er sein Konzept gefunden
Marc Zwiebler - Andrew Smith (ENG) 16:21 21:13 21:17
Marc versetzte die deutschen Zuschauer zu nachtschlafender Zeit in Angst und Schrecken. Es sah zunächst so aus, als hätte er keine Chance gegen den Engänder. Smith legte los wie die Feuerwehr und Marc fand kein Rezept. Englands Nummer eins kam immer wieder mit seinen Angrifffen durch, Marc gelangen keine längeren Ballwechsel. Öfters verschätzte er sich bei Linienbällen. Auch im zweiten Satz sah es zunächst nicht anders aus. Erst beim 5:8 gelang mit dem Gewinn einiger Aufschlagphasen die Wende. Erste Führung bei 9:8. Dann aber war der Bann gebrochen. Smith wurde erkennbar langsamer, Marc dirigierte die Ballwechsel. Das Erschrecken der Zuschauer wich Erleichterung.
Der Brite schien sein Pulver verschossen zu haben, auch im dritten Satz fand er die Explosivität nicht mehr zurück. Marc führte 12:3. Die Sicherheit war jedoch trügerisch. Schritt für Schritt kam Smith noch einmal bis auf 16:14 heran. Doch Marc konnte noch einmal anziehen. Bei 18:14 hörte man seinen erleichterten Schrei, denn er hatte auch gemerkt, dass es noch einmal hätte kippen können. Mit einem Smash auf den Körper von Smith beendete er das Match.
Das Spiel wurde um 4.30 Uhr original bei ZDFdoku übertragen. Reporter war Andreas Köstler. Um 5.45 Uhr gab es dann im ARD Hauptprogramm eine Ausstrahlung des dritten Satzes.
Nächster Gegner ist der Koreaner Lee Hyun-Il, der 15:21 21:14 21:19 gegen Kenneth Jonassen gewann.
Das ging ratzfax
Xu Huaiwen - Tracey Hallam 21:10 21:7
Gerade mal 12 Minuten pro Satz benötigte unsere Deutsche Meisterin. Was Hallam auch anstellte, Huaiwen war in allen Belangen überlegen. Zwar versuchte die Engländerin immer wieder, ein wirkungsvolles Spiel aufzuziehen, aber Huaiwen hielt locker mit. Sie spielte nahezu fehlerfrei und hatte sichtliche Freude am Verlauf des Matches. Immerhin konnte sie Körner sparen, denn im Viertelfinale gegen Xie Xingfang wird sie jedes Gramm brauchen. Das Spiel wurde im Hauptprogramm der ARD um dreieihalb Stunden zeitversetzt in voller Länge übertragen.

2. Wettkampftag
Peking-Premiere gelungen - Klare Sache für Huaiwen Xu
Runde der letzten 32: XU Huaiwen (GER) - Anu Nieminen (FIN) 21:17 21:8
Als Gesetzte hatte Xu Huaiwen in der ersten Runde Freilos. Nach dem Sieg in ihrem Auftaktmatch gegen Anu Nieminen steht sie damit im Achtelfinale. Gegnerin dort ist die Engländerin Tracey Hallam.
Nur im ersten Satz hatte unsere Deutsche Meisterin ein kleine Phase der Unaufmerksamkeit. Der Finnin gelang es, einen 13:15-Rückstand in eine 16:15-Führung zu verwandeln. Doch dann war Xu wieder voll da und machte fünf Punkte hintereinander.
Die Fernsehzuschauer in Deutschland konnten das Spiel miterleben. Das ZDF übertrug im Hauptprogramm ab 14.30 Uhr den 2. Satz. Reporter war Martin Wolf. Ab 15.15 Uhr gab es bei ZDFInfo das ganze Spiel zeitversetzt. Reporter war hier Andreas Köstler.
Hier gibt es die Match-Statistik

Erster Wettkampftag Sa 9.08.2008

 

 

Marc Zwiebler war Gast im Olympiastudio des ZDF
(10.8.08) Marc Zwiebler war nach seinem Erstrundensieg gegen den Iren Scott Evans (21:19 im Dritten) gestern Abend ins ZDF-Olympiastudio im deutschen Haus in Peking eingeladen worden, das im Rahmen des ZDF-Sportstudios übertragen wurde. Moderatorin war Katrin Müller-Hohenstein.
Dort berichtete er, dass er den Schluss von Julianes Spiel miterlebt hatte ("Ich habe mit gefiebert und mit gelitten") und später in seinem Spiel an die vergleichbare Situation gedacht habe, als er selbst auch 15:18 im dritten Satz im Rückstand lag. Vor seinem nächsten Gegner Andrew Smith zeigte er zwar Respekt, gab sich allerdings zuversichtlich. Den für ihn spielfreien Sonntag will er nutzen, um ein wenig zu trainieren und seiner Mutter und seiner Schwester, die beide in Peking weilten ("Badminton ist ausverkauft. Sie hatten nur noch Karten bekommen für die oberste Ecke der Halle") mit Hilfe einer Gastakkreditierung das olympische Dorf zu zeigen. Die Spiele selber, erklärte Marc, seien so, wie er sie sich erträumt habe. Auch das Leben im olympischen Dorf habe ihn beeindruckt. "Man sieht viele interessante Menschen aus allen Nationen. Es macht Spass in der Mensa zu sitzen und Leute anzuschauen, groß, klein, dick, dünn, alles läuft an einem vorbei..."
Der 4:48 Minuten-Beitrag ist in der ZDF-Mediathek anzuschauen Dort oben rechts ins Fenster INHALT Zwiebler oder Badminton eingeben.
Hier gibt es Fotos von Marcs Spiel.



Fotos: Matthias Hütten

Zittersieg für Marc, tragisches Ende für Juliane
Matthias Hütten berichtet aus Peking
Unterschiedlicher hätte der erste Badmintontag kaum beginnen können. Während Juliane Schenk nach einer Klasseleistung mit 20:22 gegen die Indonesierin Yulianti den Kürzeren zog, gewann Marc Zwiebler mit einem Zittersieg gegen den Iren Scott Evans.
Der erste Olympiatag hätte für die deutschen Badminton-Asse so gut beginnen können: In einem hochklassigen Spiel kämpften Juliane und Kristin Yulianti um jeden Punkt und bei 20:19-Führung im dritten Satz sah es so aus, als ob Juliane das bessere Ende auf ihrer Seite haben könnte. In dem Spiel, das eigentlich keine Verliererin verdient hatte, zog aber Yulianti noch einmal den Kopf aus der Schlinge und gewann in der Verlängerung. Auch wenn die Leistung stimmte, war dieses aus deutscher Sicht ein enttäuschendes Ende.
Auch Marc hatte bereits in der Morning-Session seinen ersten Auftritt. Nachdem der Spielbeginn nach einem klaren Sieg für Marc aussah, kämpfte sich der Ire Scott Evans immer mehr in das Spiel hinein. Marc haderte zunehmend mit sich, konnte den ersten Satz aufgrund seiner Anfangsführung aber über die Runden bringen. Ab dem zweiten Satz fightet Evans unter der Anfeuerung von irischen Schlachtenbummlern um jeden Punkt und Marc verlor zunehmend an Vertrauen. Auch im dritten Satz sah es nicht nach einer Besserung aus. Marc schaffte kaum direkte Punktgewinne und war auf Fehler seines Kontrahenten angewiesen, die zum Ende des Matches dann auch kamen. Unter dem lauten Jubel der mitgereisten deutschen Fans zog Marc letztendlich in die zweite Runde ein. Das einzige was am Ende zählt: Gewonnen ist gewonnen!
Die Stimmung in der Halle war durchwachsen. Die Tribünen waren in Abwesenheit der chinesischen Volkshelden nur halbgefüllt. Auszunehmen waren die Spiele von Marc und Juli, bei denen es die deutsche Anhängerschaft immer wieder schaffte, Stimmung in dem Sportkomplex zu entfachen.

Marc hat Evans nach hartem Kampf bezwungen: "Das erste Spiel in einem Turnier ist immer hart für mich", erklärte er dazu im Sportstudio. Foto: Edwin Leung

Mit zwei Schmetterbällen besiegelte Juliane ihr Schicksal

Juliane Schenk - Maria Kristin Yulianti 21:18 13:21 20:22
Ein Sieg gegen Indonesiens Nummer eins war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Umso schmerzlicher die Niederlage nach 69 Minuten. Im dritten Satz verlief das Match lange ausgeglichen. Bei 14:12 hatte Juliane sogar eine kleine Führung herausgearbeitet. Die verwandelte sich dann allerdings in ein 14:16, nachdem Juli einen Ball an der Grundlinie fallen ließ, der drin war. Marias Führung blieb bis 16:18. Dann kam Juli zurück und führte selbst wieder 19:18. Spätestens jetzt hatten alle deutschen Fans, die in der Nacht zwischen drei und vier am Fernseher saßen und das Hauptprogramm der ARD schauten, Herzklopfen. Juliane schlug einen Ball hinten aus. 19:19. Nach einer guten Attacke mit erfolgreichem nachfolgenden Reindrücken des Balles 20:19. Dann aber war ein Rückhand-Unterhandclear cr zu kurz. Maria versenkte ihn mit Links-vom Kopf Smash. Die beiden letzten Punkte bekam die Indonesierin dann geschenkt. Zunächst schmettere Juliane eine Aufschlagannahme ins Netz und danach setzte sie einen Smash an Marias Vorhandseite ins Aus.
Bleibt ihr nur der schwache Trost, dass sie den allerersten Aufschlag des olympischen Badmintonturniers hatte machen dürfen.
Hier ist der Verlauf des Spiels auf der Olympiawebsite nachzulesen.
Marc behielt die Nerven
Marc Zwiebler - Scott Evans (IRL) 21:18 18:21 21:19
Nicht weniger spannend machte es für die heimischen Fernsehzuschauer Marc Zwiebler, der den vermeintlich leichteren Gegner hatte. Er hatte im Unterschied zu Juliane nach 54 Minuten allerdings das bessere Ende für sich. Dabei zeigte er wieder einmal seine Nervenstärke. Er führte 14:12 geriet dann aber 15:18 in Rückstand. Tolle vier Punkte in Folge brachten ihm wiederum die Führung. Evans glich zwar noch mal zum 19:19 aus, doch Marc behlelt die Nerven. Wie groß seine Anspannung war, konnte man erkennen, als er nach einer Konterabwehr, die der Ire ins Aus gesetzt hatte, erleichtert auf die Knie sank.

Zum Verlauf des Spiels

Hier kann der Matchball von Marc Spiels angeschaut werden.
ARD-Kommentator war Andreas Köstler, dem man anhörte, dass er sich sehr sorgfältig auf die Übertragungen vorbereitet hatte.

Erste Gegnerin von Juliane Schenk: Indonesiens Nummer eins Maria Kristin Yulianti. Foto: MK
Erste Gegnerin für Huaiwen Xu: Finnlands Nummer eins Anu Nieminen ist keine ganz so hartge Nuss. Foto: Bernd-Volker Brahms

Juliane Schenk eröffnet das olympische Badmintonturnier
(4.8.08 BVB) Der Weltverband hat heute den Spielplan für das olympische Badmintonturnier bekannt gegeben.
Juliane hat die Ehre, das erste Spiel des Turniers am Samstag um 9 Uhr (3 Uhr MESZ) zu bestreiten. Das dürfte somit bei ZDF doku zu sehen sein. Es folgt Marc Zwiebler um 10.45 (4.45 Uhr MEZ). Xu Huaiwen greift am Sonntag um 20 Uhr (14 Uhr MESZ) ins Geschehen ein. Kristof und Birgit spielen erst am Dienstag um 18.50 Uhr (MEZ 12.50 Uhr).
Der olympische Spielplan (Excel-Datei).

Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV

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