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EBU meldet sich zum Kespohl-Interview zu Wort 

  

"Was für Europa das Beste ist, sollten auch weiterhin wir Europäer entscheiden"

   

(16.3.06) Zum badminton.de-Gespräch mit DBV-Präsident Dieter Kespohl vom 3.3.06 zur jüngsten Entwicklung in der EBU 
„Die von der IBF vorgetragenen Ideen sind mehr als überlegenswert“ 
ging bei badminton.de folgende Erwiderung von Seiten der EBU ein. Verfasst wurde sie von Horst Kullnigg, dem Finanzdirektor des EBU-Councils „im Auftrage des EBU-Councils“.

     

 

Nach Bekanntwerden der von EBU-Generalsekretär Agerbak versandten Mail ging bei badminton.de folgendes Schreiben von DBV-Präsident Dieter Kespohl ein:

       

"Die E-Mail des Generalsekretärs der EBU, Brian Agerbak, mit der vom Council-Mitglied Horst Kullnigg verfassten Erwiderung auf unser auf der Website veröffentlichtes Gespräch vom 03.03.2006 habe ich zur Kenntnis genommen und bitte darum, den Text ungekürzt zu veröffentlichen.
Die Erwiderung zeigt sehr deutlich die zwischen der EBU und mir bestehende unterschiedliche Auffassung darüber, welche Grundlage Inhalte von für die Öffentlichkeit bestimmte Informationen, News, Interviews usw. haben sollten.
Ich habe mich bei meinen Aussagen in unserem Gespräch auf offizielle und nachvollziehbare Tatsachen gestützt und nicht auf Vermutungen, Meinungen vom "Hörensagen", in kleinen Gesprächskreisen geäußerte Bemerkungen oder Ähnliches. Die in der Erwiderung der EBU enthaltenen Andeutungen, Mutmaßungen, Gerüchte und persönlichen Einschätzungen werde ich an dieser Stelle nicht kommentieren.
Allerdings muss ich einräumen, dass ich mich bei der in unserem Gespräch enthaltenen kurzen Frage nach dem Einsatz der für Entwicklungsaufgaben bestimmten 250 000 USD an die oben aufgestellten Regeln selbst nicht gehalten habe, Diese Frage war nämlich auch nur gerüchteweise an mich herangetragen worden. Dafür entschuldige ich mich bei den Verantwortlichen in der EBU.
Die Bewertung aller anderen Einlassungen in der Erwiderung überlasse ich den Leserinnen und Lesern."

1. Zu behaupten, das Meeting wäre nicht geheim gewesen, entspricht wohl nicht den Tatsachen. Das Meeting wurde vor Beginn des europäischen Turniers veranstaltet, und die Ausrichter haben alles versucht, das EBU Council von dem Hotel, wo das Meeting stattfand, fernzuhalten.Es ist völlig unverständlich, wie ein Vergleich mit einer Council Sitzung versucht wird. Ganz viele Gespräche wurden zwischen EBU Council Mitgliedern und Herrn Kespohl in Mülheim geführt, so daß er ganz genau wußte, was die Gesprächsthemen in der Council Sitzung waren und er auch die Meinungen der EBU zur politischen Situation kannte. Obwohl EBU Council Mitglieder ganz offen Herrn Kespohl ihre Meinung äußerten, hat er so getan, als wüßte er nichts von den Plänen von Punch Gunalan. War das wirklich so?
2. Die EBU hat keine Einladung erhalten, hat aber auf Anfrage auch keinen Mitgliedsverbänden von einer Teilnahme abgeraten. Vielleicht hätte Herr Kespohl mit der EBU Kontakt aufnehmen können, als er zu einem Meeting eingeladen wurde, bei dem es um die Entwicklung von Badminton in Europa gehen sollte.

3. Einige andere Mitgliedsländer haben die Frage gestellt ob die EBU beteiligt wäre und haben entschieden nicht zu kommen als ihnen bewußt wurde, daß das Meeting ohne Wissen der EBU angesetzt wurde. Vielleicht hätte der DBV auch einige Fragen stellen müssen, damit man genau wußte, worauf man sich einließ. 

4. Kommen bei Herrn Kespohl nicht Zweifel auf, wenn er von einem IBF Meeting zur Neuorganisation von Badminton in Europa hört, das veranstaltet wird ohne die EBU mit einzubeziehen? Die Einladung kam zwar aus Griechenland aber es war wohl jedem klar, wer der eigentliche Veranstalter war. Wenn die Idee einer Regionalisierung Europas so gut ist, warum muß dann geheim darüber gesprochen werden, warum setzt man dieses Thema dann nicht einfach auf die Tagesordnung der jährlichen EBU Generalversammlung? Einigkeit und Verständnis füreinander in Europa und die Umsetzung von Ideen erzielt man ja nicht bei geheimen Meetings sondern durch eine offene Debatte, wo alle sich äußern können.

5. Momentan gibt es ja Probleme genug in unserem Weltverband. Glaubt Herr Kespohl wirklich, daß mehr IBF Einfluß in Europa so viel Gutes mit sich bringen wird? Die IBF kann und soll den Badminton-Sport vorantreiben, politische Kontrolle über Europa ist hierfür wohl nicht notwendig.
Was für Europa das beste ist, sollten jedoch auch weiterhin wir Europäer entscheiden.

6. Es ist unverständlich und eigentlich beschämend, daß ein IBF Mitglied überhaupt so ein Fragezeichen setzen kann. Wenn Herrn Kespohl ein Problem hat herauszufinden, wie das Entwicklungsgeld gebraucht worden ist, hat er ja verschiedene Möglichkeiten zur Klärung. Erstens wäre es wohl sinnvoll, wenn er sich einmal die EBU Accounts anschauen würde. Sie sind vor seinem Gespräch mit badminton.de veröffentlich worden. Zweitens könnte er wohl im IBF Büro nachfragen, ob er die zwei halbjährigen Reports zu sehen bekomme könnte, die die EBU an die IBF geschickt hat. Drittens könnte er bei der EBU direkt nachfragen, aber es ist offensichtlich wichtiger, eine negative Aussage über die EBU zu machen, als die richtige Antwort auf die offene Frage zu finden.
7. Ob die Ideen überlegenswert sind müssen alle EBU Mitgliedsverbände für sich selbst entscheiden. Die EBU hat bisher keine Diskussion über eine Regionalisierung von Europa geführt. Wenn diese von den EBU Mitgliedern gewünscht wird, wird es sie selbstverständlich geben. Noch wurden keine Argumente genannt, warum eine Regionalisierung besser für Europa sein sollte und keine Details wurden gegeben, wie man diese vornehmen sollte. Auch die Frage sei erlaubt, warum plötzlich alles so schnell gehen sollte, wenn bisher noch niemand das Thema an die EBU herangetragen hat? Wenn die Regionalisierung Europas wirklich von Vorteil ist, dann laßt es uns doch richtig angehen und nicht in aller Eile nur weil die IBF die politische Kontrolle haben möchte!


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