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8. Europäische Hochschulmeisterschaft im Badminton 2011

Championnat d'Europe Universitaire de Badminton

21. - 25. Juni 2011 in Kharkov (Ukraine - ukrainisch ?????? = Kharkiv), Sport Palace "Lokomotiv", Kotlova Street 90.
Veranstalter: European University Sports Association (EUSA).
Ausrichter: National Technical University “Kharkov Polytechnic Institute”. Referee: Lajos Csanda (HUN).

Zeitdifferenz: Kharkov ist eine Stunden voraus. Zur Turnierseite des Ausrichters. Über Kharkov. Zu einer Info-Broschüre des Ausrichters. Zur EM-Seite der EUSA.

     

 Zum Mannschaftswettbewerb

Zu den Individualwettbewerben

 

 

Glückwunsch an eine Europameisterin

Erste deutsche
Uni-Europameisterin
im Dameneinzel:
Kim Buss vom TV Refrath vertrat
die Universität Duisburg-Essen.
Foto: Bastian Kruse.

       

           

Die Studierenden-Europameister von Kharkov 2011

HE: Dmytro Zavadskyy (UKR)
DE: Kim Buss (GER)
HD: Vitaliy Konov & Dmytro Zavadsky (UKR)
DD: Anna Kobtseva & Olena Prus (UKR)
MX: Evgeny Dremin & Engeniya Dimova (RUS)
Team: Far Eastern Federal University Vladivostok (RUS)
.

             

 

Studentischer Medaillenspiegel:

 

Gold

Silber

Bronze

Ukraine

3

3

4

Russland

2

1

3

Deutschland

1

1

2

Frankreich

-

1

2

Schweiz

-

-

1

 

               

Optimistisch: Das deutsche Team nach der Eröffnungsfeier. Foto: Dirk Oertker

Deutscher Studie hatten keinen Reisepass dabei - verhaftet und abgeschoben
Knast statt Spielfeld
Ein vielleicht nicht immer ganz ernster Rückblick von Dirk Oertker (Uni Münster)
(8.7.11) "Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen", wussten weise Leute schon im 18. Jahrhundert. Dass sie damit Recht hatten, bestätigte sich für Deutschlands Studenten bei den Europäischen Hochschulmeisterschaften in der Ukraine. Die Uni Kharkov hatte eingeladen und Europa war gekommen, um seine Meister auszuspielen. Auch wenn nicht alle deutschen Studierende mit Medaillen heimkehren konnten, so konnte doch jeder seine eigene Anekdote aus der zweitgrößten Stadt des Landes mit in die Heimat nehmen.
150 Euro Strafe und Abflug
Bereits bei der Anreise konnten die Teilnehmer der sechs deutschen Universitäten (WG Münster, Universität Saarbrücken, WG Hamburg, Uni Duisburg-Essen, TU München und Uni Mainz) aus dem gesamten Reisebürokatalog wählen. So war es als Erfolg zu werten, mit vollständiger Mannschaft bzw. vollständigen Equipment im Hotel anzukommen. Dass dies nicht immer gelang, zeigt die Geschichte der Uni Duisburg-Essen, deren dritter Mann das "luxuriöse" Vier-Sterne Hotel "Mir" aufgrund eines fehlendes Passes erst gar nicht aufsuchen konnte, sondern sich direkt für eine karge Räumlichkeit des ukrainischen Zolls am Flughafen in Kharkov entscheiden musste. Nach 24 Stunden und der Bezahlung des läppischen Entgeldes von 150 € durfte er aus seiner Zelle weiterreisen - via Türkei nach Hause versteht sich. Dagegen ist die Geschichte des französischen Teams, dessen Taschen sich gegen die Reise gen Osten entschieden und in Amsterdam auf Abholer warteten, fast schon als lächerlich zu betrachten.
Neun Stunden Nachtzug durch die Ukraine
Nun, wie sah die typische deutsche Anreise aus? Während die einen einen Abstecher mit dem Flieger nach Istanbul machten, wählten die anderen (Uni Münster) die Variante, mit dem Nachtzug von Kiew nach Kharkov zu fahren. Nach 400 Kilometern in knapp neun Stunden über Stock und Stein und keiner geschlafenen Minute kann man dankbar feststellen: Die Deutsche Bahn leistet gar nicht mal so schlechte Arbeit. Wer allerdings masochistische Adern hat, gerne mit seinem Freund Axel Schweiß bei 35 Grad unter einer Katzendecke kuschelt, gerne neun Stunden betet, dass die Strecke zumindest schon bis zu Ende mit Gleisen gelegt ist und sich fragt, ob man auch nur auf Schotter fahren kann, sollte die Fahrt im "Express" auf sich nehmen. Bei einem Kampfpreis von 12 € kann keine Bahn in Westeuropa mithalten. Wem das zu wenig abenteuerlich ist: Die Unis Mainz und Saarbrücken fuhren dieselbe Strecke auf der Rückfahrt - mit dem Bus...
Lada überall und alles
Nächstes Abenteuer: Autofahren in Kharkov. Es gibt zwei Sorten Autos in der Ukraine: Drei Prozent sind westliche Autos neuesten Typs, meist sogar hochwertiger zusammengestellt als bei uns, und 97 Prozent Ladas. Wie erkläre ich Lada am einfachsten? Okay: 4 Reifen, Lenkrad, Gas, Hupe, wahlweise Türen und Fenster, mindestens 250.000 Kilometer auf dem Tacho. Klingt gefährlich? Nein, keineswegs. Da alle Fahrer bestens ausgebildet sind, kann nichts passieren. Am Steuer gelten für den Fahrer die vier wichtigen Grundregeln: Niemals anschnallen (Gurt am besten abmontieren - Gewicht kostet schließlich Sprit), Gas und Hupe grundsätzlich zusammen benutzen, maximal in den zweiten Gang schalten und dauertelefonieren.
Kräftige Morgenspeisung
Angekommen im Hotel. Gut, es ist kein Luxus, aber das für den erfahrenen Osteuropa-Touristen kein Problem. 2* x 2* macht 4, dachte man sich wohl bei der Sternevergabe. 30 Grad plus auf dem Zimmer machen zumindest erst einmal eine Sauna überflüssig. Das Frühstück ist ungewohnt, aber nun gut: Schnitzel am morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Gleiches gilt für Hackröllchen und Reis in Massen. Hunger am Mittag oder am Abend. Chefkoch Davidoff auf der anderen Seite der Hauptstraße wartete bereits mit heimischen Delikatessen auf die hungrige Meute aus Europa.
Perfektes Ambiente in der Halle
Nun aber doch noch zum Sportlichen. Da hatte der Ausrichter ganze Arbeit geleistet: Der Sport-Palace "Lokomotiv" war perfekt hergerichtet. Fünf Spielfeldmatten, Schieds-, Aufschlag- und Linienrichter sorgten für ein angemessenes Ambiente. Dass die jungen Linienrichter in den ersten Tagen mehr an ihrer Performance des Ketchup-Songs arbeiteten, störte gar nicht so sehr - man passte sich an. Fakt ist ebenfalls, dass kein einziger deutscher Spieler in der Lage ist, einen Ball durchzuschlagen. Abhängig von Lust und Laune der Schiris durfte dann aber hin und wieder geknickt werden, oder noch mal durchgeschlagen wurden (deutlicher Unterhandschlag "and noood sooooh haaaahddd, but if you want do play ping-pong, ..." wusste ein weiser Ungar im roten Hemd). Erinnerung: Das Durchschlagen der Bälle muss nach BWF-Regeln als voller Unterhandschlag in einem deutlichen Aufwärtswinkel erfolgen, und nicht als meist praktizierter Seithandschlag in Driveform.
Kim mit erfolgreicher Taktik
Sportlich gesehen erzielte Team Germany ebenfalls beachtliche Erfolge. Kim zeigte trotz "Stahlarm" drei beeindruckende Spiele ab dem Viertelfinale und überzeugte vor allem taktisch (Nächstes Mal den zweiten Satz im Halbfinale aber bitte zu Null abgeben, okay?). Die zehn verbrauchten Matchbälle im Finale sind unter Umständen auch noch auszubauen. Zwar lediglich Silber, aber ähnlich überzeugend spielten Till und Astrid, dank derer sich Deutschlands Fankolonie stets als erstes in der Halle versammelte - es hat sich immer gelohnt.
Menschliches gab es auch
Für den zwischenmenschlichen Part fühlten sich die Deutschen wie immer natürlich auch verantwortlich. So wurde der hoteleigene Parkplatz zum Treffpunkt aller Nationen gemacht. Unsere Volunteers wurden besser kennengelernt und durch bayerische Hilfe mit den Franzosen zusammengeführt. Eben jene Volunteers von der örtlichen Uni, die uns das ein oder andere Mal aus der Patsche halfen. Aber wer geht auch schon nachts mit einer Flasche Gerstensaft (natürlich Andenken für die Heimat) durch eine Metrostation - die örtliche Polizei bzw. der örtliche Polizist freute sich daraufhin sehr über die "freiwillige" Spende von 200 "Ukraine-Dollar" (O-Ton: Alexander Roovers). Klingt nach viel Geld? Ist es dort auch - für uns sind es 20 €. So ergaben sich beispielsweise Bilder von Leuten, die wild mit einer Handvoll Scheinen wedelte, mit denen sie vermutlich in Deutschland nicht mal das Dosenpfand hätten bezahlen können.
Neue Erfahrungen
Aber um noch mal den Bogen zu spannen und kurz etwas ernster zu weden: Sicherlich eine außergewöhnliche EUBC, aber auch eine tolle, die allen Teilnehmern neue Eindrücke und Geschichten verschafft hat. Selbst wenn es vielleicht Verbesserungspunkte in der Organisation gab, waren die Verantwortlichen stets bemüht und stellten ein beeindruckendes Turnier auf die Beine. Vorurteile wurden aufgelöst, ein Land wurde neu entdeckt. So freuen sich die Studierenden bereits auf das nächste Jahr in Cordoba und die EUBC 2013 in Schweden. 

Typische Architektur im Herzen Kharkovs
Volle Tribünen bei der Eröffnung. Fotos. Dirk Oertker
Ansprechendes Ambiente in der Halle.
In Kharkov hat Lenin überlebt.
Begrüßungsansprache: Der EUSA-Delegierte Dinos Pavlou aus Zypern bedankt sich für die Einladung.
Begrüßungsgabe: Brot und Salz.
Athleteneid: Nationalspielerin Elena Prus (UKR) verspricht Fairness.
Teilnehmer: Es nehmen Athleten aus acht Ländern teil. Fotos: Kruse

Bastian Kruse berichtet von der Eröffnungsfeier

  

Brot und Salz als Willkommensgruß für die Gäste von 23 Universitäten

  

The Opening Ceremony of the 8th European Universities Badminton Championship took place on the 21st of June 2011 in Kharkov -Ukraine in the Lokomotive Sports Hall.
The Ceremony was attended by the Vice Governor of Kharkov Mr. Yevgeniy Savin, the General Secretary of the Students Sports Union of Ukraine Mr. Valentyn Gavrylko and many citizens of Kharkov.
On behalf of the Organizing Committee participants were welcomed by the Chief of Sports in Kharkov Region Mr. Dmitriy Perepilica who expressed the appreciation of the city to EUSA for trusting them to organize the championship and offered all the guests the traditional gift of bread and salt.
EUSA Delegate Dinos Pavlou, member of EC welcomed all participants and wished all  the best for the athletes and officials who came to test their skills and abilities. He also thanked the Organizing Committee for all their contribution and efforts to organize this championship within only 5 months. He also thanked the authorities of Kharkov for their symbolic gift of “Bread and Salt” that he offered to EUSA, symbol of friendship and brotherhood.
The competition is organized by the Students Sports Union of Ukraine with contribution of the National Technical University of Kharkov and the Kharkov Badminton Federation with their main representatives Gennadiy Makhnovskiy and Georgiy Natarov.
Since 2009 the Kharkov Badminton Federation cooperates closely with the Ukrainian Badminton Federation in the very successful organization of the Kharkov International Open.
EUSA Executive Committee is represented by Dinos Pavlou and the Technical Delegate is Bastian Kruse. They will make sure that the event will go smoothly and without problems. The Competition will host 15 mixed teams from as many as 23 universities from 8 countries.  
The title of European Universities Team Champion will not be defended this year by University of Lodz – Poland as they do not participate.


   

In der nächsten Woche beginnt in Kharkov die Studierenden-EM

Exzellente Ausrichtung ist zu erwarten 

Ein Vorbericht von Bastian Kruse
(14.6.11) Die achte Edition der European Universities Championship (EUC) im Badminton, welche durch die National Technical University “Kharkov Polytechnical Institute” ausgerichtet werden, finden vom 21. bis 25. Juni in Kharkov in der Ukraine statt.
Die ukrainischen Freunde haben dankenswerterweise die Ausrichtung der Veranstaltung von der Universität von Thessaloniki übernommen, die im Dezember wegen der griechischen Finanzkrise von der Ausrichtung zurücktreten mussten.
16 Teams kämpfen um den Mannschaftstitel
Am Dienstag und Mittwoch werden 16 Universitäten aus ganz Europa um den Mannschaftstitel kämpfen. Unglücklicherweise gab es späte Abmeldungen unserer Stammgäste aus England und Polen. Daher ist die organisierende Uni, das Kharkov Polytechnical Institute, an dem die meisten ukrainischen Nationalspieler studieren und trainieren, der klare Turnierfavorit.

Die deutsche Equipe im Mannschaftswettbewerb setzt sich zusammen aus vier Universitäten, den Bronzemedaillengewinnern des letzten Jahres, der Uni Saarbrücken, der TU München, der Uni Duisburg-Essen und den Newcomern der Uni Münster. Der Mannschaftswettbewerb wird zunächst in 4er-Gruppen, danach im K.-o.-System ausgespielt.
Ab Donnerstag Individualwettbewerbe
Anschließend findet von Donnerstag bis Samstag der Individual-Wettbewerb in den fünf Disziplinen Herren- und Dameneinzel, Herren- und Damendoppel sowie Mixed statt. Diese Wettbewerbe werden ebenfalls im K.-o-System ausgespielt. Hier werden zusätzliche deutsche Starter von der Uni  Hamburg und Mainz starten, darunter solche etablierten Spieler wie Sebastian Schöttler, Till Zander, Astrid Hoffmann und Mona Reich.

Das Organisationskomitee richtet seit zwei Jahren erfolgreich die Ukrainian International Open aus, so dass uns eine exzellente Ausrichtung der Veranstaltung erwartet.  

 

Umsonst designed: Thessalonikis Logo nach Rückzug Muster ohne Wert.

Uni-EM findet in der Ukraine statt
Universität Kharkov sprang als Ausrichter ein
(14.2.11) Nachdem Thessaloniki die Ausrichtung der diesjährigen Uni-Europameisterschaft zurückgegeben hatte, gelang es Bastian Kruse, dem EUSA-Chairman für Badminton, die ukrainische Universität Kharkov dafür zu gewinnen, ihre für 2013 angedachte Bewerbung auf 2011 vorzuziehen. 
Kharkov ist in der internationalen Turnierszene bekannt geworden, seit dort 2009 erstmals ein ukrainisches Turnier im Rahmen des BE-Circuits ausgerichtet wurde. 2010 wurde dabei das Preisgeld sogar von 5000 auf 15 000 US-Dollar erhöht. 

    

Thessaloniki trat zurück
Finanzkrise verhindert EM-Austragung in Griechenland
(10.12.10) Nach Mitteilung von Bastian Kruse, Chairman Badminton beim internationalen Verband EUSA, musste die als Ausrichter für 2011 vorgesehene Universität von Thessoloniki in Griechenland die Ausrichtung der Uni-EM 2011 zurückgeben. Kruse: "Wie man uns mitteilte, sind massive Budgetkürzungen von 40 Prozent im Zuge der griechischen Finanzkrise der Grund. Die EUC 2011 wird bis zum 15. Januar erneut ausgeschrieben, mal sehen ob sich was tut..."

 

Der Sport Palace Lokomotive ist von den Kharkov International bekannt,...
...einem 15 000-Dollar-Turnier im BE-Circuit, das alljährlich im September ausgetragen wird. Fotos: EUSA
International erfahrener Referee: der Ungar Lajos Csanda bei der Arbeit. Foto: Kruse

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