Europameisterschaften 2004

   

Vom 16. bis 19. April in Genève/Genf (Schweiz)

  
Mannschaftswettbewerb
Im Modus gab es eine Neuerung. Gespielt wurde nicht mehr wie bisher in den Leistungsgruppen 1 und 2 mit Auf- und Abstieg zwischen beiden. Stattdessen wurden alle 16 für die Endrunde qualifizierten Mannschaften in vier Vorrunden-Gruppen eingeteilt. Die Gruppensieger spielten dann den Europameister aus, die Platzierten jeweils die Plätze. Die letzten Drei müssen sich über den Helvetia Cup (= B-EM) neu qualifizieren.

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Europameister wurde Dänemark vor den Niederlanden

  

Deutschland besiegte England im Spiel um Platz drei

   

Spiel um Platz drei: Deutschland - England 3:2

MX: Kristof Hopp & Kathrin Piotrowski – Nathan Robertson & Gail Emms 3:15 7:15

Eine Niederlage, die kein Beinbruch ist. Die deutschen Erwartungen bauen auf DE, HE und DD. Der erste Satz lief gegen das englische Weltklassemixed völlig an unseren beiden vorbei, im zweiten gelangen ihnen aber etliche gleichwertige Ballwechsel. Also, liebe Badmintonfreunde in Deutschland - Bronze ist nicht gefährdet.
DE: Xu Huaiwen - Tracey Hallam 11:0 11:1
Xu Wut über den Verlauf des gestrigen Spieles bekam Hallam zu spüren. Erst kurz vor dem Ende gelang der Engländerin ein Punkt, den sie mit einem Jubelschrei registrierte. Das Bronzeschiff ist auf Kurs. 
HE: Björn Joppien – Andrew South 15:8 15:3
Björn souverän und zuverlässig. Nun ist mit 2:1 die Plattform hergestellt. Jetzt kann der dritte Punkt geholt werden.
HD: Thomas Tesche & Ingo Kindervater – Antony Clark & Robert Blair 1:15 17:15 7:15
Der Berichterstatter in Panik - und nicht wegen des Spiels. Mitten im Doppel ist plötzlich die Seite nicht mehr aufrufbar. Emergency Call beim Provider. Glücklicherweise arbeitet auch nach Buroschluss noch jemand. Kapazitätsprobleme in einer Telefonleitung... Unglaublich. Ausgerechnet vor dem grössten Erfolg des deutschen Badminton seit 32 Jahren
DD: Nicole Grether & Juliane Schenk - Gail Emms & Ella Tripp 15:7 15:10
Ein spektakuläres Doppel beendete die diesjährige Mannschafts-Europameisterschaft. Während auf dem Nachbarfeld Dänemark fast unbeachtet die Niederlande abfertigte, spielten Juliane und Nicole eines der grandiosesten Spiele ihrer Karriere. Nicoles lädierter Arm war vergessen, die nur durchwachsenen Leistungen in den ersten Spielen, besonders das schwache Spiel gestern gegen die Niederländerinnen, spielten keine Rolle mehr. Der erste Satz ging glatt. Im zweiten boten die Engländerinnen aber Paroli und führten über 2:5, 4:7, 8:10. Ein Spiel auf hohem Niveau, viele ellenlange Ballwechsel waren zu sehen. Dann aber der deutsche Schlusspurt. Mit teilweise spektakulären Ballwechseln und mutvollen Spiel zwangen unsere beiden die Engländerinnen am Ende in die Knie. Spielerischer Höhepunkt waren zwei cross geschlagene Netzbälle, mit der Rückhand von Juliane mit der Vorhand von Nicole, die deutlich machten, dass man den Sieg nicht von den Engländerinnen durch Fehler geschenkt haben wollte, sondern die Punkte selbst zu erarbeiten bereit war. Grenzenloser Jubel, Gruppentänze, Küsse und Umarmungen. Der deutsche Aufstieg auf der Erfolgsleiter ist nach dem zweimaligen Gewinn der Mannschafteuropameisterschaft bei der Jugend und der zweimaligen Qualifikation der Damen- und Herrenteams für die Endrunde der Mannschafts-WM (Thomas- /Uber Cup) durch einen weiteren glänzenden Baustein sichtbar gemacht worden.

   

EM 04 - Nicole Grether (li) & Juliane Schenk nach dem Sieg über England.Daumen rauf für unser EM-Team: "Gretel" Grether (li) und "Juli" Schenk.

   

   

 

       

Erhielten das  EM 04 - Ingo Kindervater (li) & Thomas TescheVertrauen der deutschen Trainer: Ingo Kindervater (li) & Thomas Tesche spielten gegen England das Herrendoppel.  

 

       

  

  

      

Endspiel 19.4.: Dänemark - Niederlande 3:0
HE: Peter Gade - Eric Pang 15:7 15:1
DE: Camilla Martin - Karina de Wit 11:7 11:5
HD: Jonas Rasmussen & Lars Paaske - Gerben Bruijstens & Tijs Creemers 15:5 15:6
DD: Rikke Olsen & Ann-Lou Jörgensen - Lotte Bruil & Karina de Wit und MX: Jens Eriksen & Mette Schjoldager - Tijs Creemers & Mia Audina nicht mehr gespielt. 

        

   

Halbfinale I 18.4.: Deutschland – Niederlande 0:3

DD: Nicole Grether & Juliane Schenk – Mia Audina & Lotte Jonathans-Bruil 6:15 8:15

Nur Mitte des zweiten Satzes kam Freude im deutschen Lager auf, als unsere beiden von 1:7 bis zum 5:8 viele ausgeglichene Ballwechsel lieferten. Ansonsten dominierten die Holländerinnen das Spiel. Vor allem mit flachen schnellen Bällen kamen unsere Damen nicht zurecht. Nur wenn der Ball weite Wege flog und Bewegung im Spiel war, sahen sie gut aus.

HE: Jens Roch – Dicky Palyama 15:11 5:15 9:15

Glànzender erster Satz von Jens. Und auch der Start in den Dritten gelang vorzüglich. 7:3 führte er und auch noch 9:6. Danach mutierte das Spiel aber zur Nervenschlacht. Fast nur noch Netzaktionen und Aufschlagphasen. Und da fand Jens nicht mehr die nötige Konzentration. Dicky hatte fast immer das bessere Ende für sich. Wurde doch mal hoch gespielt, hatte der Holländer auch noch den durchschlagskràftigeren Smash. Macht aber nichts - damit haben die Hollànder ihre beiden Punkte. Jetzt ist Halbzeit.

DE: Xu Huaiwen – Yao Jie 11:4 6:11 0:11

Apropos Halbzeit. Sicher gestaltete Xu den ersten Satz und sicher führte sie 4:0 im zweiten. Dann war hier Halbzeit. Yao kam immer besser ins Spiel, spielte einige sehr genaue Netzbälle, und auch aus der hinteren Vorhandecke gelangen ihr gute Aktionen. Xu entglitt zunehmend die Matchkontrolle. Die Hoffnung auf einen Neuaufbau im dritten Satz war vergebens. Im Gegenteil. Sie war nun völlig von der Rolle, fand kein Konzept mehr überhaupt einen Punkt zu machen. Yao dagegen zwang sie immer wieder durch steile Bälle in die Knie. Nun also geht es gegen England im Bronze.

HD: Kristof Hopp & Thomas Tesche - Tijs Creemers & Gerben Bruijstens und
MX: Björn Siegemund & Nicol Pitro – Chris Bruil & Lotte Bruil nicht mehr gespielt.

      

EM 04 - Xu Huaiwen ©DickhäuserAb Mitte des zweiten Satzes fiel ihr nichts mehr ein: Die Deutsche Meisterin Xu Huaiwen enttäuschte gegen Holland. Huaiwen war noch einen Tag später ratlos: "Ich weiss auch nicht, was passiert ist. Jie hat ihr Spiel ein wenig umgestellt. Hat langsamer gespielt und mehr den Ball gehalten. Dann kam plötzlich ihr Netzspiel gut. Und ich wusste nachher nicht mehr was ich machen sollte - Es war Sch..." Foto: @Michael Dickhäuser.

  

 

  

  

   

                 

 

 

 

  

 

Halbfinale II 18.4.: Dänemark - England 3:0
MX: Jens Eriksen & Mette Schjoldager - Robert Balir & Nathalie Munt 15:5 15:11
HE: Peter Gade - Andrew South 15:4 15:8
DD: Rikke Olsen & Ann-Lou Jörgensen - Joanne Wright & Ella Tripp 15:2 15:9
DE: Camilla Martin - Julia Mann und HD: Jonas Rasmussen & Lars Paaske - Nathan Robertson & Anthony Clark nicht mehr gespielt.

      

Die Gruppenspiele:

 

Gruppe A
Dänemark 3:0
Polen 2:1
Finnland 1:2
Tschechien 0:3

16.4.
16.4.
16.4.
16.4.
17.4.
17.4

DEN - CZE
FIN - POL
DEN - POL
FIN - CZE
DEN - FIN
POL - CZE

5:0
1:4
5:0
3:2
5:0
5:0

 

 

Gruppe B
England 3:0
Russland 2:1
Wales 1:2
Slovenien 0:3 

16.4.
16.4.
16.4.
16.4.
17.4.
17.4.

ENG - SLO
RUS - WAL
ENG - WAL
RUS - SLO
ENG - RUS
WAL - SLO

5:0
5:0
3:2
4:1
4:1
5:0

 

Gruppe C
Niederlande 3:0
Frankreich 2:1
Ukraine 1:2
Bulgarien 0:3

16.4.
16.4.
17.4.
17.4.
17.4.
17.4.

NED - FRA
BUL - UKR
NED - BUL
UKR - FRA
BUL - FRA
NED - UKR

4:1
1:4
4:1
1:4
1:4
5:0

 

Gruppe D
Deutschland 3:0
Schweden 2:1
Schottland 1:2
Spanien 0:3




16.4.
16.4.
17.4.
17.4.
17.4.
17.4.

GER - SCO
SWE - ESP
GER - ESP
SWE - SCO
GER - SWE
ESP - SCO

5:0
5:0
5:0
5:0
3:1
0:5

     

EM 04 - Björn Joppien ©DickhäuserSicherer Gruppensieg - Auch schwierige Aufgabe gegen Schweden gut gelöst

  

Deutschland - Schweden 4:1
17.4. in Genf - EM-Gruppenspiel

MX: Björn Siegemund & Nicol Pitro - Frederik Bergström & Johanna Persson 15:7 7:15 15:13

75 Minuten quälte unser Mixed die Nerven der Mannschaftskameraden und Zuschauer. Nach dem 11:9 gelang 17 Ballwechsel kein Punkt mehr während nach und nach die Schweden auf 13:11 davonzogen. Dann gelang doch noch die Wende. Drei sehenswerte Drive-Bälle von "Siggi" brachten Deutschland noch wieder heran. Am Ende siegte deutsche Nervenstärke.
Xu Huaiwen - Marina Andrievskaya 11:4 11:2
Lachelnd kam Huaiwen vom Feld, nicht nur wegen des glatten Sieges, sondern weil sie sich noch immer über einen Not-Netzball amüsierte, den sie Mitte des zweiten Satzes aus auswegloser Lage gespielt hatte und der zu ihrer Verblüffung den Weg über das Netz gefunden hatte. 2:0 - durchatmen bei der deutschen Mannschaft.  
HE: Björn Joppien - Per-Henrik Croona 15:6 15:9
Nur Anfang des zweiten Satzes hatte Björn (Foto rechts) eine unkonzentrierte Phase. Doch den 1:6-Rückstand hatte er bei 9 beide wieder aufgeholt. Der dritte Punkt der Sieg. Das Halbfinale ist erreicht.
HD: Ingo Kindervater & Thomas Tesche - Frederik Bergström & Henrik Andersson 15:17 15:6 11:15
Thomas ersetzt den ursprünglich vorgesehenen Björn Siegemund, der geschont werden soll.
DD: Nicole Grether & Juliane Schenk - Marina Andrievskaya & Johanna Persson 17:14 15:13.

 

 

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EM 04 - Björn Siegemund & Nicol Pitro ©DickhäuserBjörn Siegemund & Nicol Pitro erkämpften gegen Schweden den psychologisch wichtigen ersten Punkt.  Björn nach dem Spiel: "Ich bin jetzt total platt, vom Kopf her leer. Sowas macht einen alt. Das ist einfach dieses Knappe. Da bist du ein wenig vor, dann aber passieren wieder ein, zwei Fehler. Ich brauch dann ein paar Stunden, um wieder aufzutanken. Sonst war es aber gut. Die Schweden haben gespielt was sie konnten, wir auch. Bei 8:6 Seitenwechsel im Dritten war ich guten Mutes. Doch dann zwei Annahmefehler und sie waren wieder dran". Fotos: @Michael Dickhäuser.

 

 

 

Deutschland - Spanien 5:0

17.4. in Genf - EM-Gruppenspiel

MX: Björn Siegemund & Nicol Pitro - Carlos Longo & Yoana Martinez 15:4 15:3

HE: Jens Roch - Rafael Fernandez 15:2 15:7

Petra Overzier - Lucia Tavera 11:1 11:0

Kristof Hopp & Thomas Tesche - Nicolas Escartin & Marcos Tatay 15:3 15:9

Nicole Grether & Juliane Schenk - Patricia Perez & Anabel Chafer 15:2 15:6

Deutschland – Schottland 5:0 

16.4. in Genf – EM-Gruppenspiel

MX: Kristof Hopp & Kathrin Piotrowski – Graeme Smith & Kirsteen McEwan 15:12 15:5

Im zweiten Satz waren unsere beiden hoch überlegen und spielten souverän.

HE: Björn Joppien – Craig Goddard 15:4 15:1

Hallengewöhnungsspiel für unseren Deutschen Meister.

DE: Juliane Schenk – Susan Hughes 11:9 11:2

Juliane fightete sich im ersten Satz aus 5:8-Rückstand noch zum Gewinn. Dieser Kraftakt reichte gleich für den zweiten Satz mit.

HD: Björn Siegemund & Ingo Kindervater – Graig Robertson & David Gilmour 15:6 15:5

DD: Nicole Grether & Juliane Schenk – Kirsteen McEwan & Yuan Wemyss 15:11 15:13.

 

EM04 - Hopp & Piotrowski _ DickhäuserLösten die schwere Aufgabe des Auftaktspiels mit Bravour: Kathrin Piotrowski & Kristof Hopp. Kristof: "Anfangs waren wir zwar etwas nervös, aber dann haben wir unser Spiel gefunden und es wurde letztendlich ein glatter Sieg. Fotos: @Michael Dickhäuser.

   

    

  

   

        

    

 

EM 04 - Juliane Schenk _ Dickhäuser

Deutschlands Frauenpower gibt den Trainern die Qual der Wahl: Juliane Schenk durfte im ersten Spiel das Einzel spielen und holte den dritten Punkt gegen Schottland.

 

 

 

 

 

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

 

 

 

Endrunden der unteren Mannschaften

Spanien, Slovenien, Tschechien müssen sich neu qualifizieren

Die Gruppensieger spielten um die Plätze eins bis vier (siehe oben). Die Gruppenzweiten um fünf bis acht usw. Jeder Platz wurde ausgespielt. Die Teams auf den Plätzen 14 bis 16 müssen sich beim nächsten Helvetia Cup (= Europameisterschaft B) neu qualifizieren. Die Wettkämpfe sind beendet, sobald entschieden sind.

    

Finalrunde der Zweitplatzierten um die Plätze fünf bis acht

Halbfinals: Polen - Schweden 3:2 und Russland - Frankreich 3:2

Um Platz 5: Polen - Russland 3:0

Um Platz 7: Schweden - Frankreich 3:0

Finalrunde der Drittplatzierten um die Plätze neun bis zwölf

Halbfinals: Ukraine - Finnland 3:1 und Schottland - Wales 3:1

Um Platz 9: Ukraine - Schottland 3:0

Um Platz 11: Wales - Finnland 3:2

Finalrunde der Viertplatzierten um die Plätze dreizehn bis sechszehn

Halbfinals: Bulgarien - Tschechien 3:1 und Spanien - Slovenien 3:1

Um Platz 13: Bulgarien - Spanien 3:0

Um Platz 15: Slovenien - Tschechien 3:1.

 


© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.