7. Europameisterschaft der Altersklassen

          

Gespielt wird in sechs Altersklassen: O 35, O 40, O 45, O 50, O 55, O 60.
Termin: 16. bis 21. Mai 2006 in Amersfoort, Niederlande.

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Rückblick auf die Europameisterschaft der Altersklassen 2006 in Amersfoort

  

Deutschland mit 25 Medaillen drittstärkste Nation 

    

Von Christine Skropke in Zusammenarbeit mit Björn Janson, Jürgen Schmitz-Foster, Marlies Wessels, Ulli Handschuhmacher, Brigitte Prax und Renate Knötzsch

(15.6.06) Das deutsche Aufgebot für die 7. Europameisterschaften der Altersklassen im niederländischen Amersfoort konnte sich sehen lassen. Mit 82 Aktiven wurden nahezu alle Disziplinen in den Altersklassen von O 35 bis O 60 besetzt. Mit dabei die vielen deutschen Titelverteidiger sowie Sieger von Europameisterschaften und Weltmeisterschaften sowie viele Meister und Platzierte der diesjährigen Deutschen Meisterschaften, um sich mit Europas Elite zu messen. Das Feld war dieses Jahr noch einmal stärker geworden durch ehemalige Nationalspieler aus Holland und Polen. Erstmals hatte Badminton Europa, so die neue Bezeichnung des europäischen Badminton Verbandes, die Meisterschaften auch für die Altersklasse O 35 geöffnet und damit auch das ein oder andere bekannte Gesicht der Badmintonszene aus den 90-er Jahren wieder auf den Court gelockt. Ein Sonderantrag der europäischen „Oldies“ ermöglichte es, dass trotz des Weltverbandbeschlusses über die neue Zählweise mit Wirkung zum 1. Mai ein allerletztes Mal „bis 15“ gespielt werden durfte.

Die Tage in Amersfoort waren trotz zeitweise regnerischem Wetters und der sehr langen Abende in der Badmintonhalle sehr schön. Einige der Spieler nutzten die Spielpausen, um sich Amsterdam und die Umgebung anzusehen. Ein besonderer Dank gilt dem deutschen „Führungsteam“ um Gerd Pigola als zuständigem Vize-Präsidenten des DBV sowie Thomas Herttrich, dem Teamcaptain, und seiner Vertreterin Christine Skropke. Für das körperliche Wohlbefinden hatte das Team eine unermüdliche Gudrun Kuballa als Physiotherapeutin an der Seite, die den Spielern bei Bedarf von früh bis spät für Behandlungen von Verletzungen und den manchmal auch einfach nur altersbedingten Zipperlein gern zur Verfügung stand.


O 35: Zweimal Gold – einmal Silber – dreimal Bronze

Starker Auftakt

Das Mixed lag ganz in deutschen Händen. Von den fünf gestarteten Paarungen – darunter zwei Herren mit europäischer „Damenbegleitung“ – konnten Thomas Knaack mit seiner Lebensgefährtin Heike Voigt, Björn Janson & Anja Schwarze sowie Ralf Preuss mit seiner dänischen Partnerin Hanne Bertelsen das Halbfinale erreichen. In dem rein deutschen Finale ließen sich Thomas & Heike auch durch 13(!) vergebene Satzbälle im ersten Satz gegen Björn & Anja nicht aus der Ruhe bringen. Wie bereits in den Vorrunden hatten Sie auch hier im ersten Satz das Nachsehen und erarbeiteten sich dann mit 15:3 und 15:5 am Ende verdient den Titel der Europameister. Damit konnte Thomas dann seiner Heike mit der gewonnen Goldmedaille das schönste Geschenk zum Geburtstag am Finaltag machen. Die anderen deutschen Paarungen mit Peckruhn & Dietrich sowie Schumacher & Cherniavskaya (Weißrussland) mussten sich bereits in der ersten Runde geschlagen geben.
Im Dameneinzel musste sich Judith Bienen bei ihrer ersten EM gleich der polnischen Vizemeisterin der offenen Klasse und späteren Finalisten Dorota Grzejdak chancenlos geschlagen geben. Sonja Grünewald hatte nach gewonnener erster Runde mit der an zwei gesetzten Betty Blair aus England einen zu dicken Brocken vor der Nase. Heike Voigt hatte Losglück und konnte mit einem Sieg ins Halbfinale ziehen und eine Bronzemedaille sichern. Auch sie hatte aber gegen die beeindruckende Fitness und Beweglichkeit der Polin Grzejdak nichts gegen zu setzen. Unbeeindruckt von Allem marschierte aber Christine Skropke durch das Turnier. Nach leichtem Auftaktspiel besiegte sie im Halbfinale die an zwei gesetzte Engländerin deutlich in zwei Sätzen. Das Finale nahm dann einen unerwartet klaren Verlauf für die Deutsche. Die in der 2. Bundesliga spielende Polin hatte gegen das taktische und aggressive Spiel von Christine, der im Finale fast kein Fehler unterlief, nichts gegen zu setzen. Souverän und hoch verdient wurde Christine mit 11:5 und 11:4 die erste Europameisterin in O 35.
Im Herrendoppel und Herreneinzel konnten die Deutschen leider kein Spiel gewinnen. Ein wenig Losglück hätte da sicherlich geholfen. Waldi Garus unterlag dem topgesetzten Engländer, Ralf Preuss dem späteren Finalisten (ebenfalls England) sowie Thomas Peckruhn dem späteren Halbfinalisten aus Lettland. Auch Thomas Knaack musste die internationale Erfahrung und Leistungsstärke des so überlegenen Turniersiegers dieser EM, Pavel Uvarov aus der Schweiz, anerkennen. Im HD scheiterten Preuss & Schreiber erst im dritten Satz an den späteren Finalisten aus England. Bernd Schwitzgebel konnte kurzfristig im top gesetzen schwedischen Doppel einen Ausfall ersetzen und startete an der Seite von Mats Fagerström. Sie unterlagen nach drei hart umkämpften Sätzen im Viertelfinale den Engländern Priestley & Wray, die bereits Peckruhn & Garus früh aus dem Turnier warfen.
Im Damendoppel konnten sich Bienen & Lohner gegen eine starke Paarung aus Schweden in drei Sätzen durchsetzen, mussten dann aber die Überlegenheit der amtierenden Weltmeister, unserer Deutschen Christine Skropke und ihrer weißrussischen Partnerin Vlada Cherniavskaya anerkennen. Leider verletzte sich die Weissrussin im Einzel, so dass das Halbfinale kampflos an die Polinnen Grzejdak & Haracz abgegeben werden musste, die in der Runde zuvor Wenk & Hemmer ausgeschalteten. Grünewald & Schwarze hatten das Pech, schon in der ersten Runde auf die sehr überlegenen Turniersiegerinnen aus England, die international erfahrenen Tracey Dineen & Lorraine Cole, zu treffen.

     

O 40: Gescheitert an frühen Favoriten-Begegnungen

Lospech oder Opfer einer „unglücklichen“ Auslosung?

Im Dameneinzel vertraten Petra Teichmann, Uschi Herttrich und Elke Nijsse-Drews, ehemalige Bundesligaspielerin, die Farben Deutschlands. Uschi musste sich leider gleich im ersten Spiel die spätere Finalistin Jeanette van der Werff aus den Niederlanden entgegen stellen und Petra, als amtierende aber leider ungesetzte Vize-Europameisterin, hatte es mit der Europameisterin aus Dänemark, Lone Knudsen, zu tun. Nachdem sie im dritten Satz noch klar in Führung gehen konnte, verlor sie dennoch die Linie und musste sich mit 7:11 am Ende geschlagen geben. Elke hielt sich gut und verlor im zweiten Spiel gegen die frühere schwedische Nationalspielerin Jeannette Kuhl, die auch in Deutschland bekannt ist aus ihrer Bundesligazeit in Heiligenwald.
Auch im Herreneinzel konnte kein Setzplatz für Deutschland durchgesetzt werden, so dass der Deutsche Meister Bernd Schwitzgebel gegen seinen ehemaligen Vereinskollegen und späteren Finalisten Kim Brodersen aus Dänemark schon im zweiten Spiel die doch größere Erfahrung des Dänen anerkennen musste. Karsten Grossgebauer verlor gegen den Engländer Jon Austin. Detlef Reinhard kam gleich gegen den später deutlich überlegenen Europameister Jacek Hankiewicz aus Polen, der auch heute noch sehr erfolgreich in Hamburg in der 2. Bundesliga aktiv ist. Nur der kurzfristig nachnominierte Udo Lehmann, der Bronzemedaillengewinner der letzten Europameisterschaften, spielte sich Runde für Runde durch. Erst im Halbfinale hatte er gegen Kim Brodersen dann aber deutlich das nachsehen. Einen Rekord allerdings kann Roland für sich buchen - sein Spiel um den Einzug ins Viertelfinale gegen den Finnen Heiki Vaisanen war mit 146 Minuten das längste Spiel des gesamten Turniers.
Im Herrendoppel trafen Schumacher & Janson nach einem leichten Sieg in der ersten Runde gegen Engländer dann auf die an 1 gesetzten dänischen Meister und konnten sich mit 12:15 und 7:15 teuer verkaufen. Bunn & Schneider mussten sich nach einem guten Auftaktsieg gegen Polen dem hohen Tempo der Dänen Christensen &  Brodersen geschlagen geben. Reinhard &  Benz, die kurzfristig zusammengestellte Ersatzpaarung, kam leider gleich gegen die an 2 gesetzten Engländer unter die Räder. Die an 3/4 gesetzten Schmitz-Foster &  Lehmann konnten in einem spannenden Auftaktmatch die dänische Paarung Kraemer & Larssen in drei Sätzen bezwingen. Dann aber mussten sie die international Erfahrung der späteren Europameister aus Polen Dolhan & Hankiewicz im Viertelfinale mit 8 und 7 Punkten anerkennen.
Im Damendoppel verloren Herttrich & Ulrich gleich im ersten Spiel in drei Sätzen gegen eine niederländische Kombination, während Elke Nijsse-Drews mit Zufallspartnerin Hanne Bertelsen aus Dänemark sich gegen die deutschen Damen Lang & Zadworny durchsetzten, dann aber an Däninnen scheiterten. Pech hatte wiederum Petra Teichmann mit Schwägerin Angela Michalowsky, die nach einem Sieg in der ersten Runde gegen die Topgesetzten und späteren Europameisterinnen Koldsoe & Knudsen aus Dänemark hauchdünn mit 13 und 13 ausschieden.
Im Mixed kamen unsere Weltmeister von 2004, das Ehepaar Herttrich, bis in das Viertelfinale, wo gegen die neuen Europameister Koldsoe & Christensen diesmal Endstation war. Lang & Grossgebauer sowie Dieris-Wierichs & Wanders verloren gleich ihr erstes Spiel, nur Teichmann & Schmitz-Foster marschierten gegen Engländer und Dänen durch bis ins Halbfinale, und fanden erst in der polnischen Paarung Dolhan & Haracz mit 12 und 12 ihre Meister.

   

O 45: Marlies Wessels holte sich noch Bronze im Einzel

Zweimal Silber für Heidi Bender

In der Altersklasse O 45 waren die Medaillen leider dünn gesät. Heidi Bender brachte es in gewohnter Manier auf zwei Finalteilnahmen, eine im Dameneinzel und eine im Damendoppel mit Petra Dieris-Wierichs. Beide Male konnte aber die jeweils auf 1 gesetzte Swetlana Zilberman aus Israel, im Doppel an der Seite der Bulgarin Diana Koleva, die Goldmedaille gewinnen.
Im Einzel konnte Heidi nicht in ihr Spiel finden und verlor recht „genervt“ mit 0:11 und 1:11. Im Doppel waren Heidi und Petra wie ihre Gegnerinnen ohne Satzverlust ins Endspiel gekommen. Es entstand ein Spiel mit langen und spannenden Ballwechseln. Vielleicht wäre ein dritter Satz möglich gewesen, doch am Ende konnten sie sich nicht durchsetzen. Die Sicherheit und Ausdauer vor allem von Swetlana und deren stoische Ruhe war faszinierend, für die Gegnerinnen aber wohl eher frustrierend.
Die dritte und letzte Medaille in dieser Altersstufe gewann Marlies Wessels. Sie hatte zunächst das Glück, dass nach einem deutschen Protest die Auslosung aufgrund eines Fehlers noch einmal geändert werden musste und somit ihre neue Gegnerin, die an 3/4 gesetzte Dänin Debbie Lynch war. Die ihr gut bekannte Dänin konnte aber aus Verletzungsgründen nicht starten. Im Viertelfinale traf Marlies dann auf Maureen Kleijwegt-Oskam aus den Niederlanden. Sie konnte nach verlorenem 1. Satz und 6-10-Rückstand im 2. Satz das Blatt noch wenden und das Spiel für sich entscheiden. Im Halbfinale war aber gegen Heidi Bender Endstation für Marlies. Marion Zadworny musste sich im Viertelfinale der Engländerin Linda Wood mit 8:11 und 7:11 geschlagen geben.
Leider ohne Medaille blieb auch Thomas Herttrich. Er unterlag im Einzel nach deutlichen Siegen gegen den Engländer Moseley und den Schweden Gillenbjork im Viertelfinale dem späteren Sieger Smirnov aus Russland. Als einziger hatte er ihm einen Satz abnehmen können und es blieb nach 15:4 und 12:13-Zwischenstand lange offen. Er hätte es verdient gehabt, im Endspiel zu stehen. Im Herrendoppel mit Partner Friedhelm Fricke kam das Aus schon in der zweiten Runde gegen die späteren Finalisten Ulrich & Tolman aus Dänemark. Nur Dietmar Hechler mit seinem „zugelosten“ slowakischen Partner Budinsky erreichte das Viertelfinale.
Im Mixed gab es aus deutscher Sicht in O 45 ein schwaches Ergebnis. Nur Habersang & Schneider konnten ein Spiel gegen eine finnische Paarung gewinnen. In der nächsten Runde waren die russischen Silbermedaillengewinner Koloskow & Silberman für sie eine Nummer zu groß und warfen sie aus dem Rennen.

   

O 50: „Fifty Plüss“ – wie die Hallensprecherin anzusagen pflegte

Zwei sehr überraschende Bronzemedaillen für Deutschland

Im Dameneinzel traten für das deutsche Team Marie-Luise Schulta-Jansen, Edeltraud Schmidt und Dorothea Schenk an. Edeltraut verlor in der ersten Spielrunde gegen die Schwedin Gunnel Bengtsson und Doro knapp in drei Sätzen gegen die Dänin Ann-Lise Pedersen. Nachdem Marie-Luise sich in der ersten Runde gegen die Engländerin Anita Harris durchsetzen konnte, musste Sie in der zweiten Runde gegen die an 2 gesetzte Schottin Christine Black spielen. Nach einem spannenden Dreisatz-Spiel unterlag die Deutsche dann der späteren Vize-Europameisterin.
Das Herreneinzel wurde durch den starken Dänen Claus B. Andersen diktiert. Pech für Miles Eggers, der im zweiten Spiel auf ihn traf und in zwei Sätzen verlor. Ulli Handschuhmacher konnte sein druckvolles Spiel nicht finden und musste sich in der ersten Runde gegen den Engländer John Molyneux geschlagen geben. Dietmar Hechler konnte sich in der ersten Runde gegen den Finnen Seppo Jormanainen durchsetzen, verlor aber dann gegen den Niederländer Hans Reith. Erfried Michalowsky sollte die „Kohlen aus dem Feuer holen“. Nach eindrucksvollen, spannenden Dreisatzspielen gegen den Tschechen Lubomir Tetur und den Engländer Tony Drury hatte er das Achtelfinale erreicht. Hier scheiterte er dann nach äußerst knappem ersten, aber deutlichem zweiten Satz an der Souveränität des Schweden Christer Forsgren.
Im Herrendoppel gab es dann die erste Medaille für das deutsche Team. Miles Eggers und Bernd Wessels errangen die Bronzemedaille, nachdem Sie gegen die tschechische Paarung Vorel & Tetur gegen das an zwei gesetzte starke dänische Doppel Jepsen & Fahrenholz deutlich in zwei Sätzen gewinnen konnten. Im Halbfinale wurden sie von den international bekannten Lokalmatadoren Uun Santosa und Rob Ridder erwartet, die schon zuvor die deutsche 55+-Paarung Günter Prenzel & Claus-Peter Lienig aus dem Rennen geworfen hatten. Dabei hatten die Deutschen einen guten Start mit Siegen über die Schweden Wiegardt &  Ingedahl und die Finnen Lappalainen & Mielonen. Eher unzufrieden mit ihrer Leistung war die an 3 gesetzte deutsche Paarung Peter „Larry“ Wolters & Ulli Handschuhmacher. Eine bereits länger andauernde Knieverletzung von Larry behinderte gegen die dänische Paarung Skovrup & Mikkelsen und der Sieg musste im dritten Satz an die Skandinavier abgetreten werden. Klaus-Michael Becker konnte kurzfristig noch mit dem niederländischen Micky van Asdonck im Doppel einsteigen, verlor aber in der ersten Runde gegen die rein niederländische Paarung Willems & Noya.
Die einzige deutsche Paarung im Damendoppel in der Altersklasse O 50 mit Marie-Luise Schulta-Jansen & Edeltraut Schmidt mussten sich in einem hart umkämpften Spiel ihren dänischen Gegnerinnen Guldborg & Garhoj geschlagen geben.
Das Mixed wurde für Doro Schenk & Ulli Handschuhmacher der größte Triumph ihrer langen Badminton-Karriere. Sie zogen nach drei gewonnenen Spielen ins Halbfinale ein, verloren aber dort gegen die späteren Europameister Baker & Hamblett aus England. Die Bronzemedaille wurde aber trotzdem hinreichend gefeiert. Angela & Erfried Michalowsky, in diesem Turnier die Topgesetzten, wurden von allen für den Gesamtsieg favorisiert. Leider hinderte aber eine noch nicht ganz abgeklungene Fußverletzung von Angela die beiden, zu bekannter Stärke aufzulaufen. Sie verloren bereits in ihrem ersten Spiel gegen das englische Spitzenpaarung und die Bezwinger von Ulli & Doro, Baker & Hamblett. Die dritten Starter waren Edeltraut Schmidt & Larry Wolters. Nach erfolgreichem Auftaktspiel gegen die Finnen Soini & Mielonen verloren Sie in der zweiten Runde gegen das englische Mixed Dallow & Emptage, die ihren Setzplatz zwei eindrucksvoll unter Beweis stellen konnten.

    

O 55: Fünf Medaillen - Gold für die Brüder Michalowsky

Krimi-Spiel um Finaleinzug für Prax & Prax

Auch die Oldies der Altersklasse O55 wollten zum guten Abschneiden der deutschen Mannschaft beitragen. Die wichtigsten Hoffnungsträger waren hierbei die erfolgsverwöhnten Brüder Erfried und Edgar Michalowsky aus Greifswald. Diese Hoffnungen sollten nicht getäuscht werden. Während Prax & Fratzer bereits in der ersten und Ehrler & Sautter in der zweiten Runde gegen gesetzte Engländer passen mussten, ließen sich die Zwillingsbrüder vor allem in ihrer Paradedisziplin, dem Herrendoppel – an 1 gesetzt - nicht die „Butter vom Brot“ nehmen. Entmutigen ließen sie sich auch nicht dadurch, dass sie mit als letzte gegen 20 Uhr zum Finale gegen Gardner & Emptage (England) antreten mussten. Sie machten ihr Meisterstück im dritten Satz mit 15:6 und vergoldeten einmal mehr ihre Karriere.

Nur Edgar war es vergönnt, neben Otto Sautter, Claus-Peter Lienig und Günther Joppien in O 55 auch Einzel spielen zu können, während sein Zwillingsbruder Erfried in O 50 an den Start gehen musste. Edgar und Otto schafften den Einzug ins Halbfinale, wobei Otto schon vom ersten Spiel an mit einer Muskelverletzung zu kämpfen hatte und dann leider aufgeben musste. Edgar kämpfte tapfer, zeigte sich aber auch mit der Bronzemedaille zufrieden, da sein Bezwinger, Terje Dag Osthassel (Norwegen), gerade als Europameister aus O 50 nachgerückt war und seinen Titel auch hier in eindrucksvoller Form bestätigen konnte.

Bis auf Helga Peek, die in Runde 1 vom Fehlen der Favoritin Gartner (Schweden) profitierte und dann gegen die spätere Finalistin unterlag, mussten im Dameneinzel alle übrigen Spielerinnen eine unglückliche Auslosung beklagen. Die amtierende Deutsche Meisterin, Gabriele Berge, ließ sich durch eine demonstrierte Verletzung ihrer Gegnerin stark verunsichern und vergab ihre Siegchancen gegen die spätere Dritte. Renate Becker musste gegen eine weitere spätere Bronzemedaillengewinnerin antreten und Monika Regineri verlor sehr unglücklich gegen die spätere Überraschungs-Europameisterin Jessy Havelaar aus den Niederlanden.

Pech hatten auch die amtierenden Deutschen Damendoppel-Meisterinnen, Heidi Menacher und Gabriele Berge. Sie verloren in Runde eins gegen die späteren Europameisterinnen. Peek & Becker erreichten die zweite Runde und Regineri & Prax kamen durch glatte Siege über Holm & Firth (Dänemark/England) und die amtierenden Vize-Europameisterinnen Hansen & Sterlie (Dänemark) ins Halbfinale und sicherten sich so die Bronzemedaille. Von den Engländerinnen Whittaker & Rimmer wurden sie allerdings im Halbfinale schlichtweg „überrannt“.

Die große Überraschung wurde die Silbermedaille im Mixed für Dieter und Brigitte Prax. Das Unkeler Ehepaar steigerte sich von Spiel zu Spiel und gewann im Halbfinale gegen die Dänen Fals & Menö, die bereits zuvor die an zwei gesetzten Gardner & Whittaker aus dem Turnier werfen konnten. Das Halbfinale bot alles, was ein Mixed an Spannung bieten kann. In einem einstündigen Spiel setzten sich Dieter & Brigitte dank eines tollen Coachings von Christine Skropke mit 17:16 im dritten Satz durch. Im Finale boten sie erst im zweiten Satz den Favoriten Evans & Rimmre (England) Paroli, und gaben sich stolz mit der Vize-Europameisterschaft zufrieden. Die anderen deutschen Paare scheiterten spätestens in der zweiten Runde.


O 60: Die erfolgreichsten „Oldies“ im deutschen Team

Die Gruppe O 60 holte acht Medaillen

Drei deutsche Dameneinzel sowie drei deutsche Herreneinzel in den Halbfinals – das beeindruckte ganz Europa.
Die größte Überraschung aber war sicherlich der Sieg von Renate Gabriel im Dameneinzel über Renate Knötzsch mit 13:11, 8:11, 11:9. Während es bei Gabriel super lief – ihr gelang einfach alles – spielte Knötzsch nicht in der gewohnten und erwarteten Weise. Ihre „berüchtigten“ Drops wollten einfach nicht gelingen und wenn dann doch, wusste Renate Gabriel jederzeit eine Antwort darauf. Möglicherweise hätte sich das Blatt im dritten Satz noch wenden können, wenn der Hamburgerin Knötzsch beim Stand von 4:4 nicht ein unbedachtes Wort entschlüpfte wäre… - dafür gab’s die gelbe Karte vom Schiedsrichter. Damit war die Konzentration dahin und der Sieg ging – dieses Mal – nach Bremen. Heidi Menacher erreichte den dritten Platz. Im Halbfinale verlor sie gegen Renate Gabriel mit 1:11 und 6:11.

Das Damendoppel gewannen Renate Gabriel und Renate Knötzsch gegen die Engländerinnen Goodall & Andrew mit 15:12 und 15:9. Beide Paarungen kannten sich gut, war man doch in Kanada erst bei den World Master Games aufeinander getroffen – die Begegnung endete auch dort mit einem Sieg für die Deutschen. Doch besonderer Stolz erfüllte die beiden Renates bei ihrem Halbfinalsieg in zwei Sätzen über die dänischen „Angstgegnerinnen“ Steenberg Garbrecht, gegen die man doch bei der EM in Spanien 2004 noch verloren hatte.

Hans Schumacher, diesmal nur im Herreneinzel angetreten, konnte das Finale erreichen und war mit der gewonnenen Silbermedaille hoch zufrieden. Er selbst hatte aufgrund seiner immer noch nicht voll auskurierten Knieverletzung nicht damit gerechnet. Das Endspiel gegen den Dänen Kirkebye verlor Hans mit 8:15 und 10:15. Die im Einzel sowie Herrendoppel Drittplazierten Dietmar Unser und Günter Kreuder waren mit dem Verlauf des Turniers und in beiden Disziplinen erreichten Plätzen zufrieden. Beide mussten verletzungsbedingt das Halbfinale im Einzel kampflos abgeben. Im Viertelfinale schieden das Doppel Kaltenmeier & Pigola und die Mixed Kaltenmeier & Klaar und Unser & Gabriel aus.
Sportsgeist erwies Rita Gerst, die zum Damendoppel mit Christel Klaar mit dem Zug aus Fürstenwalde angereist war. Leider gab es bereits in der ersten Runde das Aus gegen die beiden Endspielteilnehmerinnen Goodall & Andrew. Beryl Goodall schaltete in der ersten Runde auch im Dameneinzel die deutsche Roswitha Schneller mit 11:1 und 11:4 aus.

  

Medaillen für Deutschland nach Altersklassen:
AK     G  S   B
35+   2   1   3
40+   0   0   2
45+   0   2   1
50+   0   0   2
55+   1   1   3
60+   2   2   4



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