Individual-Europameisterschaften 2012

   

Mo 16. bis Sa 21. April in Karlskrona (Schweden),
Telenor Arena, Arenavägen 19.

Zur Veranstaltungswebsite mit Infos zum Ticketverkauf. Zur Austragungsstätte. 

  

Aus Karlskrona berichtet Claudia Pauli

 

Zum Turnierverlauf

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Zu den Ergebnistableaus im Herreneinzel und Dameneinzel.

Zu den Ergebnistableaus im Herrendoppel und Damendoppel.

Zu den Ergebnistableaus im Mixed

DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst (r.) zusammen mit DBV-Sportdirektor Martin Kranitz wenige Stunden vor dem Beginn der Finalspiele beim Annual Delegates` Meeting von Badminton Europe.
Europameister Marc Zwiebler - der erst zweite im Herreneinzel aus Deutschland in der Geschichte - mit seiner Goldmedaille. Fotos: CP.

Ein Fazit von DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst

„Die Erfolge erfüllen mich mit großem Stolz“

 

Sein Gesamtfazit:

„Die letzten rund vier Jahre waren mit Sicherheit die erfolgreichsten in der Geschichte des DBV – wenngleich ein Vergleich mit der ebenfalls überaus erfolgreichen Zeit Ende der 1960er-Jahre, als erstmals Europameisterschaften ausgetragen wurden, bis Mitte der 1970er-Jahre, schwer zu ziehen ist. Schließlich hat die Sportart an sich eine bemerkenswerte Entwicklung genommen, die sich unter anderem darin zeigt, dass in mehr Nationen Badminton auf hohem Niveau ausgeübt wird und dadurch die Konkurrenz größer geworden ist. Heute ist für mich das Überraschendste und auch das Wichtigste, wie sich der DBV insgesamt entwickelt hat: Deutschland befindet sich mit Dänemark auf Augenhöhe, die Position zwei ist in Europa relativ sicher. Solche Erfolge, wie sie unter anderem bei der EM in Karlskrona von unseren Athletinnen und Athleten verzeichnet wurden, erfüllen einen als Präsidenten natürlich mit großem Stolz. Man darf aber nicht vergessen, dass sie Resultat der Entwicklungsarbeit der vergangenen 20 Jahre sind. Die Initialzündung dazu, also den Leistungssport nach vorne zu bringen, erfolgte unter dem damaligen DBV-Präsidenten Professor Dieter Kespohl. Viele Personen haben daran mitgearbeitet und der DBV hatte das Glück, das Personal zur Verfügung zu haben, um gute Konzepte zu entwerfen und diese auch umzusetzen. Dabei hat der Verband Unterstützung von verschiedenen Institutionen erhalten, die den Weg mitgegangen sind. Ohne diese wäre die Entwicklung nicht möglich gewesen. Die Erfolge sind also auch ein Mannschaftswerk!“

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Marc Zwiebler:

„Für Marc hat es mich ganz besonders gefreut. Er ist ein ganz sympathischer Zeitgenosse, der viel in seinen Sport investiert hat und immer professionell auch mit Rückschlägen umgegangen ist. Wenn man bedenkt, dass er sich vor einigen Jahren die Frage stellen musste, ob er aufgrund seiner Rückenprobleme überhaupt weiterspielen kann … Er ist nach einer Operation zurückgekommen und konnte dies nun mit einer solchen Leistung krönen. Das ist bemerkenswert!“

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Juliane Schenk:

„Bei Juliane hat nicht viel gefehlt zum Titelgewinn. Dann hätte Deutschland ebenso wie Dänemark zwei Titel gewonnen. Wenn man sich auf solch einem hohen Niveau bewegt, gehört einfach auch immer noch ein Quäntchen Glück dazu. Wer an dem Tag die bessere Form hat bzw. das eigene Rezept besser umsetzen kann, der gewinnt. Das sind minimale Unterschiede.“

 

Seine Einschätzung zur Leistung der beiden besten deutschen Herrendoppel:

„Das Herrendoppel Michael Fuchs/Oliver Roth hat mich sehr positiv überrascht. Die beiden haben eindrucksvoll gezeigt, was sie zu leisten imstande sind. Aber auch Ingo Kindervater und Johannes Schöttler muss man Respekt zollen. Wie sie sich nach der Verletzung von Johannes Schöttler präsentiert haben, war stark.“

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Sandra Marinello und Birgit Michels:

„Unser bestes Damendoppel hat aus meiner Sicht im Rahmen seiner Möglichkeiten gespielt. Es freut mich sehr für die beiden, dass sie ihre erste EM-Medaille gewinnen konnten. Nun wünsche ich ihnen, dass sie in der kommenden Woche bei den India Open ihre Chance nutzen und sich noch für die Olympischen Spiele qualifizieren. Ich würde es ihnen gönnen!“

 

Das Gespräch zeichnete Dr. Claudia Pauli auf.

 

Die Finalspiele am Samstag, 21. April 2012:

 

HE: Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Nr. 4) – Henri Hurskainen (SWE) 21:15, 21:13 (42 Min.)

DE: Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Nr. 2)Tine Baun (DEN/TV/Nr. 1) 19:21, 21:16, 19:21 (68 Min.)

HD: Michael Fuchs/Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim/Nr. 7)Mathias Boe/Carsten Mogensen (DEN/Nr. 1) 11:21, 11:21 (34 Min.)

DD: Christinna Pedersen/Kamilla Rytter Juhl (DEN/Nr. 1) – Line Damkjaer-Kruse/Marie Roepke (DEN/Nr. 3) 21:17, 24:22 (42 Min.)

MX: Robert Mateusiak/Nadiezda Zieba (POL/Nr. 7) – Mads Pieler Kolding/Julie Houmann (DEN/Nr. 8) 21:12, 24:22 (43 Min.)

 

  

  

15:46 Uhr am 21. April 2012: Marc Zwiebler ist der erste Europameister aus Deutschland im Herreneinzel nach Wolfgang Bochow im Jahr 1972.

Marc Zwiebler ist Europameister

(21.04.2012, CP) Titelgewinn für Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Setzplatz 4) im Herreneinzel, Silber für Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Setzplatz 2) im Dameneinzel und für das Herrendoppel Michael Fuchs/Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim/Setzplatz 7) sowie Bronze für das Damendoppel Sandra Marinello/Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel/Setzplatz 4): Die Individual-Europameisterschaften in Karlskrona/Schweden (16. bis 21. April 2012) avancierten für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) zur erfolgreichsten Veranstaltung dieser Art seit 40 Jahren.

 

Herreneinzel: Marc Zwiebler folgt Wolfgang Bochow

 

Den Höhepunkt markierte dabei zweifelsohne der sechsmalige Deutsche Meister Marc Zwiebler, der sich erstmals zum Europameister krönte. In seinem ersten EM-Finale setzte sich der Bronzemedaillengewinner von 2010 mit 21:15, 21:13 gegen den Schweden Henri Hurskainen durch, der unter anderem den fünfmaligen Europameister (1998, 2000, 2004, 2006 und 2010) Peter Gade aus Dänemark aus dem Turnier geworfen hatte. Marc Zwiebler ist erst der zweite Goldmedaillengewinner im Herreneinzel aus Deutschland in der Geschichte der im Jahr 1968 eingeführten Titelkämpfe. 1972, interessanterweise ebenfalls in Karlskrona, war Wolfgang Bochow Europameister in dieser Disziplin geworden.

 

Ich war natürlich vor dem Finale nervös. Es war nicht so einfach, denn ich war vom Papier her der Favorit und hatte noch nie gegen ihn verloren. Aber ich wusste, dass er hier zu Großem fähig ist. Ich bin überglücklich und kann noch nicht so ganz realisieren, was es für mich und für meine weitere Karriere bedeutet. Das ist sicherlich der größte Erfolg für mich. So etwas kommt nicht alle Tage, den Titel kann mir keiner nehmen. Vielleicht gibt dieser Titelgewinn auch den vielen Nachwuchsspielerinnen und -spielern im Deutschen Badminton-Verband den Mut und das Selbstvertrauen, dass sie etwas schaffen können. Ich möchte mich zugleich herzlich bei allen bedanken, die mich unterstützen. Allein gestern habe ich, glaube ich, rund 150 Nachrichten erhalten mit Glückwünschen“, meinte Marc Zwiebler nach dem gewonnenen EM-Endspiel.

 

Im Halbfinale hatte der 28 Jahre alte gebürtige Bonner einen 21:19, 21:15-Erfolg über den an Nummer zwei gesetzten Dänen Jan Ø. Jørgensen, den Silbermedaillengewinner von 2010, verzeichnet. In seiner Viertelfinalpartie behielt der Bundesligaspieler vom 1. BC Beuel mit 21:15, 21:19 gegenüber seinem Vereinskollegen Rajiv Ouseph aus England (Setzplatz 6), der bei der EM vor zwei Jahren wie Marc Zwiebler Platz drei belegt hatte, die Oberhand.

   

Siegerehrung im Herreneinzel - nach 40 Jahren wieder mit einem deutschen Spieler auf dem obersten Podest. Fotos: CP.
V.l.: Henri Hurskainen, Marc Zwiebler, Jan Ø. Jørgensen, Viktor Axelsen.
Juliane Schenk gewann zum zweiten Mal in Folge EM-Silber. Foto: CP.

 

Dameneinzel: Sechste EM-Medaille für Juliane Schenk

Juliane Schenk wiederholte unterdessen ihren Erfolg von 2010, indem sie im Dameneinzel die Silbermedaille gewann. In einer begeisternden Finalpartie über 68 Minuten, zugleich die Neuauflage des Finals von vor zwei Jahren, unterlag die amtierende WM-Dritte der topgesetzten Titelverteidigerin Tine Baun aus Dänemark mit 19:21, 21:16, 19:21. Damit sind nach wie vor Irmgard Latz (1968) und Huaiwen Xu (2006 und 2008) die einzigen Spielerinnen, die bei Individual-Europameisterschaften für den DBV die Goldmedaille gewinnen konnten.

 

Das war ein Weltklasse-Spiel und zu allen Seiten offen. Tine ist erneut eine würdige Europameisterin. Ich habe trotzdem bis zum Schluss daran geglaubt, dass ich es schaffen kann. Ich denke, es war ein fantastisches Spiel für die Zuschauer und ich bin stolz auf das, was gelaufen ist“, zog Juliane Schenk unmittelbar nach dem zweiten EM-Finale in ihrer Karriere ein Fazit. 2010 hatte sich die inzwischen 29-Jährige mit einem ganz ähnlichen Ergebnis geschlagen geben müssen: Damals kürte sich Tine Baun durch einen 21:19, 14:21, 21:18-Erfolg erstmals zur Europameisterin.

 

Juliane Schenk gewann 2012 bereits ihre insgesamt sechste Medaille bei Individual-Europameisterschaften im Erwachsenenbereich nach Silber 2010 im Dameneinzel, Bronze 2008 und 2006 im Dameneinzel, Silber 2006 im Damendoppel und Bronze 2004 im Damendoppel sicher. Entsprechend holte sie zum vierten Mal in Folge bei Titelkämpfen dieser Art Edelmetall im Dameneinzel – eine bemerkenswerte Leistung!

 

In der Vorschlussrunde hatte die Sportsoldatin der Bundeswehr einen deutlichen Sieg (21:13, 21:10) über die Niederländerin Yao Jie (Setzplatz 5), die Europameisterin von 2002 und zweimalige EM-Dritte (2004 und 2006), verzeichnet. Ihre Viertelfinalpartie gegen die Schweizerin Sabrina Jaquet entschied Juliane Schenk mit 21:18, 21:15 für sich.

 

V.l.: Juliane Schenk, Tine Baun, Linda Zechiri. Es fehlte bei der Siegerehrung: Yao Jie. Fotos: CP.
Über 68 Minuten lieferten sich Juliane Schnk und Tine Baun eine Partie auf Weltklasse-Niveau.
Michael Fuchs (hinten) und Oliver Roth in ihrem ersten EM-Finale. Fotos: CP.
V.l.: Michael Fuchs, Oliver Roth, Mathias Boe, Carsten Mogensen, Rasmus Bonde, Anders Kristiansen.
Michael Fuchs (l.) und Oliver Roth verzichneten in Karlskrona ihren größten Erfolg bislang.

 

Herrendoppel: Fantastische EM für Michael Fuchs und Oliver Roth

Grandios präsentierten sich auch Michael Fuchs und Oliver Roth in Karlskrona: Als Nummer sieben der Setzliste im Herrendoppel mussten sich die Deutschen Vizemeister erst im Finale dem an Position eins notierten Duo Mathias Boe/Carsten Mogensen geschlagen geben (11:21, 11:21). Michael Fuchs, der bei der EM vor zwei Jahren zusammen mit Ingo Kindervater Dritter in dieser Disziplin geworden war, verzeichnete ebenso wie Oliver Roth mit dem Gewinn der Silbermedaille den größten Erfolg in seiner Karriere.

 

Die Leistung der Weltranglisten-26. aus Deutschland ist umso bemerkenswerter, bedenkt man, dass der 25 Jahre alte Oliver Roth in diesem Jahr erstmals an Individual-Europameisterschaften im Erwachsenenbereich teilnahm. Nach den Titelgewinnen durch Willi Braun und Roland Maywald in den Jahren 1972 und 1974 sorgten Michael Fuchs und Oliver Roth mit dem zweiten Platz für das beste Abschneiden eines deutschen Herrendoppels bei Titelkämpfen dieser Art. Die Weltranglistendritten aus Dänemark gewannen unterdessen nach Silber 2006 und 2010 erstmals den EM-Titel.

 

Unmittelbar nach der Siegerehrung meinte Oliver Roth: „Ich hätte gerne noch länger gespielt und vor allen Dingen besser!“ Sein Doppelpartner Michael Fuchs erläuterte: „Es war schwierig heute. Die Dänen haben nicht zugelassen, dass wir eine bessere Leistung zeigen. Sie haben solch eine hohe Qualität in den ersten Ballwechseln, dass wir kaum in die Ballwechsel hineingekommen sind. In jedem Fall mussten wir für jeden Punkt unglaublich hart arbeiten. Dafür war heute aber einfach nicht mehr genug Energie übrig.“

 

Michael Fuchs und Oliver Roth hatten sich in einem hochklassigen Viertelfinalspiel mit 21:16, 13:21, 23:21 gegen die Polen Adam Cwalina und Michal Logosz (Setzplatz 4) durchgesetzt. In der Vorschlussrunde ließen die Deutschen einen 21:18, 17:21, 21:14-Erfolg über die Dänen Rasmus Bonde/Anders Kristiansen folgen.

 

  

V.l.: Marie Roepke, Line Damkjaer-Kruse, Christinna Pedersen, Kamilla Rytter Juhl, Nina Vislova, Valeri Sorokina, Sandra Marinello, Birgit Michels. Fotos: CP.
Sandra Marinello und Birgit Michels mit ihrer Bronzemedaille - ihrem ersten Edelmetall bei Titelkämpfen dieser Art.

Damendoppel: Erstes Edelmetall für Sandra Marinello und Birgit Michels

Neben der Goldmedaille und den zwei Silbermedaillen gewann der DBV in Karlskrona zudem einmal Bronze: Die Deutschen Meisterinnen im Damendoppel, Sandra Marinello und Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel/Nr. 4), erreichten nach überzeugenden Leistungen das Halbfinale und durften sich damit über ihr erstes Edelmetall bei Individual-Europameisterschaften im Erwachsenenbereich freuen. In der Runde der besten vier Paarungen erwiesen sich die topgesetzten Däninnen Christinna Pedersen und Kamilla Rytter Juhl als an diesem Tag zu stark für die DBV-Asse: Mit 11:21, 11:21 mussten sich Sandra Marinello und Birgit Michels den Weltranglistensechsten, die am Samstag auch erstmals den Titel gewannen, geschlagen geben.

 

Überaus positive Gesamtbilanz

Drei EM-Finals mit deutscher Beteiligung gab es zuvor zuletzt vor 40 Jahren: Bei den kontinentalen Titelkämpfen 1972 gewann der DBV zwei Goldmedaillen (durch Wolfgang Bochow im Herreneinzel und durch Willi Braun und Roland Maywald im Herrendoppel), einmal Silber (durch Wolfgang Bochow und Marie-Luise Wackerow im Mixed) sowie zweimal Bronze (durch Wolfgang Bochow und Gerhard Kucki im Herrendoppel sowie durch Roland Maywald und Brigitte Steden im Mixed).

 

„Ich bin super-zufrieden, dass wir die Goldmedaille, zweimal Silber und einmal Bronze gewonnen haben. Vorher hatte ich als Ziel ausgegeben, dass wir in allen Disziplinen eine Medaille holen wollen. Hätte ich aber vorher gewusst, dass wir mit solch einem Medaillenspiegel nach Hause fahren, hätte ich gesagt, dass ich auch damit zufrieden bin. Ich schaue zudem immer auf die Leistungen unserer Spielerinnen und Spieler. Und diese waren wirklich gut“, meinte Chef-Bundestrainer Jakob Høi.

 

Er fuhr fort: „Marc hat im Halbfinale und Finale sehr diszipliniert, kontrolliert und fokussiert gespielt. Er hat einen Super-Plan gehabt und diesen auch durchgezogen. Hier gilt ein großer Dank auch seinen Trainern.“

 

Nach Aussage von Jakob Høi bot auch Juliane Schenk eine „Super-Leistung. Sie hat in unglaublich hohes Tempo gespielt und einmal mehr gezeigt, dass sie mit der Weltspitze auf Augenhöhe spielen kann. Es war cool, was sie heute, im Finale, für eine Leistung geboten hat. Es tut mir leid für sie, dass sie letztlich nicht gewonnen hat. Wenn man während des Spiels das Gefühl hat, dass ein Sieg möglich ist, tut es umso mehr weh, wenn es dann nicht klappt.“

 

Im Zusammenhang mit dem Finale im Herrendoppel meinte der Chef-Coach: „Die Dänen waren einfach besser, sie müssen so ein Spiel gewinnen. Michael und Olli haben 100 Prozent bis ins Finale geleistet. Heute waren sie ein bisschen angespannt und haben etwas vorsichtig gespielt, das war leider kein so gutes Spiel von ihnen. Aber ich zolle den Jungs absoluten Respekt. Die Dänen haben eine Weltklasse-Abwehr und Michael und Olli konnten nur versuchen mitzumachen.“

 

Abschließend war es Jakob Høi wichtig, „Danke“ zu sagen: „Ich möchte mich herzlich beim Trainer- und Betreuerteam für die Unterstützung während der EM-Woche bedanken. Es waren lange Arbeitstage und der Wechsel zwischen den einzelnen Disziplinen klappte hervorragend!“

  

Drei EM-Finals mit deutscher Beteiligung

(20.04.2012, CP) Bei den Individual-Europameisterschaften in Karlskrona/Schweden (16. bis 21. April 2012) haben am Samstag (21. April 2012) in drei Disziplinen Aktive des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) die Möglichkeit, den EM-Titel zu gewinnen: Sowohl die WM-Dritte im Dameneinzel, Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Nr. 2), als auch der sechsmalige Deutsche Meister im Herreneinzel, Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Nr. 4), und die Deutschen Vizemeister im Herrendoppel, Michael Fuchs und Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim/Nr. 7), erreichten am Freitag nach einer starken Vorstellung im Halbfinale das Endspiel.

 

Während die amtierende Vize-Europameisterin Juliane Schenk ihr zweites EM-Finale nach 2010 bestreitet, spielen Marc Zwiebler und das Duo Michael Fuchs/Oliver Roth erstmals bei Titelkämpfen dieser Art um die Goldmedaille. Oliver Roth hat damit gleich bei seiner ersten Teilnahme an Individual-Europameisterschaften im Erwachsenenbereich die Chance auf den Turniersieg.

 

Drei EM-Finals mit deutscher Beteiligung gab es zuletzt vor 40 Jahren: Bei den kontinentalen Titelkämpfen 1972 gewann der DBV zwei Goldmedaillen (durch Wolfgang Bochow im Herreneinzel und durch Willi Braun und Roland Maywald im Herrendoppel), einmal Silber (durch Wolfgang Bochow und Marie-Luise Wackerow im Mixed) sowie zweimal Bronze (durch Wolfgang Bochow und Gerhard Kucki im Herrendoppel sowie durch Roland Maywald und Brigitte Steden im Mixed). Interessanterweise wurden die Europameisterschaften auch damals in Karlskrona ausgetragen.

 

Die Weltranglistenachte Juliane Schenk trifft im diesjährigen Endspiel – einer Neuauflage des Finals von 2010 – auf die an Nummer eins gesetzte Titelverteidigerin Tine Baun aus Dänemark. Der letztmalige EM-Dritte Marc Zwiebler steht dem Schweden Henri Hurskainen gegenüber, der unter anderem den fünfmaligen Europameister Peter Gade aus Dänemark, zugleich Titelverteidiger und Topgesetzter, aus dem Turnier warf. Michael Fuchs und Oliver Roth dürfen sich mit den an Position eins notierten Dänen Mathias Boe/Carsten Mogensen messen. Die Finalspiele beginnen am Samstag um 14.00 Uhr.

 

Während Juliane Schenk in der Vorschlussrunde die Niederländerin Yao Jie (Setzplatz 5), die Europameisterin von 2002 und zweimalige EM-Dritte (2004 und 2006), mit 21:13, 21:10 besiegte, verzeichnete Marc Zwiebler einen 21:19, 21:15-Erfolg über den an Nummer zwei gesetzten Silbermedaillengewinner von 2010, Jan Ø. Jørgensen aus Dänemark. Michael Fuchs und Oliver Roth setzten sich mit 21:18, 17:21, 21:14 gegen dessen Landsleute Rasmus Bonde/Anders Kristiansen durch.

 

Über den Gewinn der Bronzemedaille und damit über ihr erstes Edelmetall bei Individual-Europameisterschaften dürfen sich die Deutschen Meisterinnen im Damendoppel, Sandra Marinello und Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel/Nr. 4), freuen. Sie mussten bei ihrer 11:21, 11:21-Niederlage im Halbfinale die Überlegenheit ihrer topgesetzten Gegnerinnen Christinna Pedersen und Kamilla Rytter Juhl aus Dänemark an diesem Tag anerkennen. Da der dritte Platz bei den Titelkämpfen nicht ausgespielt wird, hatten die DBV-Asse bereits mit dem Einzug in die Vorschlussrunde Edelmetall sicher.

 

„Von Anfang bis Ende war das eine sehr gute, eine sehr konzentrierte und beherzte Leistung von mir. Ich bin froh, dass ich heute so befreit aufspielen und mein Spiel durchziehen konnte. Yao Jie ist eine gute Spielerin, mit guten technischen Fähigkeiten, und mir hat das Match viel Freude bereitet“, sagte Juliane Schenk unmittelbar nach dem Zwei-Satz-Erfolg im Halbfinale. Im Hinblick auf das Endspiel meinte die Sportsoldatin der Bundeswehr: „Ich werde mein Bestes geben und freue mich auf morgen. Ich hoffe, dass wir beide eine gute Leistung bringen!

 

Ich habe heute zum ersten Mal seit langer Zeit gegen ihn meine Taktik beibehalten. Es ist mir gelungen, seine Stärken rauszunehmen, nachdem ich ihm beim letzten Aufeinandertreffen, bei der Team-EM in Amsterdam, immer in seine Stärken gespielt habe. Ich habe heute gut gespielt, es hat Spaß gemacht. Aber ich bin noch nicht zufrieden, ich will noch kein Resümee ziehen. Morgen gegen Henri Hurskainen bietet sich eine Chance, wie sie vielleicht nicht wiederkommt. Aber er steht nicht umsonst im Finale – schließlich hat er zwei der besten Dänen geschlagen. Er hat in diesem Turnier eine herausragende Leistung geboten. Ich freue mich sehr für ihn, dass er das vor eigenem Publikum geschafft hat. Ich habe bislang noch nie gegen ihn verloren, aber auch das heißt nichts. Er wird viel Unterstützung vom Publikum erfahren. Ich freue mich in jedem Fall auf morgen und probiere es“, meinte der Weltranglisten-16. Marc Zwiebler, nachdem er erstmals bei Individual-Europameisterschaften ins Finale eingezogen war. Die vorangegangenen drei Vergleiche mit dem derzeit in der Weltrangliste auf Position 13 geführten Jan Ø. Jørgensen hatte der „Spieler des Jahres 2011“ jeweils in zwei Sätzen verloren.

 

Michael Fuchs, der bei der EM vor zwei Jahren gemeinsam mit Ingo Kindervater die Bronzemedaille gewonnen hatte, konnte – ebenso wie sein Doppelpartner Oliver Roth – unmittelbar nach dem gewonnenen Halbfinalmatch seine Freude über den herausragenden Erfolg nur schwer in Worte fassen. „Das ist unglaublich. Wir haben gut angefangen, sind gut ins Spiel gekommen, bevor wir in der Mitte des zweiten Satzes ein bisschen zu passiv geworden sind. Im dritten Satz lief es von Anfang an wieder ganz gut. Wir haben dann eine Serie gestartet, waren weg und haben es durchgezogen“, zog der 29 Jahre alte Michael Fuchs freudestrahlend ein kurzes Fazit. Michael Fuchs/Oliver Roth und Rasmus Bonde/Anders Kristiansen standen sich in Karlskrona erstmals bei einem Turnier gegenüber.

 

Wir sind gar nicht richtig ins Spiel gekommen. Die Däninnen haben unglaublich viel Tempo gemacht, womit wir nicht zurecht gekommen sind. Dann kann man gegen sie eigentlich nicht gewinnen“, meinte Birgit Michels zu der Niederlage gegen die Weltranglistensechsten.

   

Die Spiele (alles Halbfinals) mit deutscher Beteiligung am Freitag, 20. April 2012:

 

HE: Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Nr. 4) – Jan Ø. Jørgensen (DEN/Nr. 2) 21:19, 21:15 (48 Min.)

DE: Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Nr. 2) – Yao Jie (NED/Nr. 5) 21:13, 21:10 (34 Min.)

HD: Michael Fuchs/Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim/Nr. 7) – Rasmus Bonde/Anders Kristiansen (DEN) 21:18, 17:21, 21:14 (62 Min.)

DD: Sandra Marinello/Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel/Nr. 4)Christinna Pedersen/Kamilla Rytter Juhl (DEN/Nr. 1) 11:21, 11:21 (31 Min.)

 

 

Die Titelkämpfe im Live-Stream

(20.04.2012, CP) Der europäische Badminton-Verband Badminton Europe bietet im Internet unter www.badmintoneurope.tv Video-Interviews und Live-Streaming von den Titelkämpfen in Schweden an. Heute werden unter anderem die Spiele von Juliane Schenk und Marc Zwiebler live übertragen

  

Die EM in den Medien (Beispiele)

(02.05.2012, CP) Wie Manuel Rösler von Badminton Europe mitteilte, hat der europäische Badminton-Verband auf seinem YouTube-Kanal nun die Endspiele im Herreneinzel und im Dameneinzel bei der Individual-EM 2012, an denen Marc Zwiebler und Juliane Schenk beteiligt waren, hochgeladen.

  

(20.04.2012, CP) Der Sport-Informations-Dienst (SID) berichtet über den Einzug von Juliane Schenk und Marc Zwiebler ins Halbfinale. Unter anderem veröffentlichte die ZEIT in ihrem Online-Auftritt diese Nachricht. Hier geht´s dorthin …

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet über den Einzug der DBV-Asse ins Viertelfinale. Unter anderem veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung in ihrem Online-Auftritt diese Nachricht. Hier geht´s dorthin …

 

Chef-Bundestrainer Jakob Høi (r.) zusammen mit Boris Reichel, Bundestrainer Damendoppel, beim Coaching. Fotos: CP.
Sandra Marinello (l.) und Birgit Michels.
Oliver Roth.
Ingo Kindervater.
Dieter Domke.

Interview mit Chef-Bundestrainer Jakob Høi nach dem Tag der Viertelfinalspiele:

 

Sein Gesamtfazit:Mit dem gestrigen Tag ist ein ambivalentes Gefühl verbunden.Wir haben sieben Chancen gehabt, das Halbfinale zu erreichen. Ich hatte vor der EM als Ziel ausgegeben, dass wir in jeder Disziplin eine Medaille gewinnen wollen. Wir haben das Ziel nicht erreicht, aber dennoch etwas Gutes gemacht. Bis jetzt haben wir eine gute EM gespielt – und sie ist noch nicht zuende … Wir wussten von Anfang an, dass es im Mixed sehr schwierig werden würde. Wir waren gestern aber nicht ohne Chance.

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Juliane Schenk im Dameneinzel:Juliane geht jedes Spiel sehr professionell an. Sie hat auch gestern wieder mit viel Geduld agiert und ihren Plan durchgezogen. Im Spiel gegen Yao Jie ist sie erneut die Favoritin.“

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Dieter Domke im Herreneinzel:Dass Dieter verloren hat, ist ok. Er hat ein gutes Turnier gespielt. Es fehlt ihm noch an Sicherheit im Spiel, er hat viele Dinge aber auch sehr gut gemacht – zum Beispiel hat er mit Mut und Ruhe gespielt und mit einer viel geringeren Fehlerquote als noch vor einiger Zeit. Für ihn habe ich nur Lob und Respekt übrig. Ich freue mich insbesondere, dass er nach seinem Sieg gegen Hans-Kristian Vittinghus noch einen klaren Sieg gegen Vladimir Malkov verzeichnet hat. Gegen Viktor Axelsen zu verlieren, ist ok.“

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Sandra Marinello und Birgit Michels im Damendoppel:Ich freue mich tierisch. Endlich haben sie eine Medaille gewonnen. Leider haben sie spät in der Olympiaqualifikation eine positive Formkurve gezeigt. Aber diese haben sie hier bestätigt. Sie haben gezeigt, dass sie in Europa oben dran sind. Im zweiten Satz haben sie gegen de Schwedinnen ganz klar demonstriert: Wir sind die besseren!

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Marc Zwiebler im Herreneinzel:Marc hat gestern sein bestes Spiel im Verlauf der EM gespielt. Er hat Lockerheit, Geduld, Vertrauen in seinen Plan und in sein Spiel sowie einen guten Fokus bewiesen. In dieser Form habe ich das bei ihm noch nicht bei ihm gesehen. Er ist das Spiel gegen Rajiv Ouseph mit viel Respekt angegangen und hat Extra-Spannung und Extra-Energie gefunden. Das hat er gut gemacht!

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Ingo Kindervater und Johannes Schöttler im Herrendoppel:Man muss die Vorgeschichte kennen, um die Leistung der beiden einzuschätzen. Dies war richtig klasse! Natürlich sind wir super-enttäuscht, dass sie ihr Spiel verloren haben. Die Chance für eine EM-Medaille war da. Aber sie haben gestern insgesamt eine positive Bilanz aufgewiesen, viele Dinge richtig gut gemacht und besser gespielt, als lange Zeit vorher. Dann aber verlieren wir doch … Das bedeutet, dass die Gegner in besonderer Weise agiert haben. Im dritten Satz lagen wir in Führung. Ingo und Johannes haben die richtige Strategie gehabt, doch leider haben dann einige Dinge nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Plötzlich kam Unsicherheit auf. Ich bin dennoch stolz darauf, was Ingo und Johannes zusammengeschafft haben. Drei Wochen konnten sie aufgrund der Verletzung von Johannes nicht zusammen trainieren. Johannes hat eine prima Leistung geboten und Ingo hat sehr viel Verantwortung im Spiel übernommen, das war bemerkenswert. Es tut mir so leid für die zwei. Sie hätten eine EM-Medaille verdient gehabt – gerade auch wegen ihrer Leistung in den vergangenen 18 Monaten. Ich drücke nun die Daumen, dass es normal weitergeht und sie dann für Olympia qualifiziert sind.“

 

Seine Einschätzung zur Leistung von Michael Fuchs und Oliver Roth im Herrendoppel:Vor fast genau einem Jahr haben sie in Marokko gegen die Polen hoch gewonnen. Danach haben Adam Cwalina und Michal Logosz jedoch eine unglaubliche Leistungssteigerung verzeichnet. Sie haben viele Turniere gewonnen, viele Erfolge gehabt und viele Spiele gespielt. Sie sind für Olympia sicher. Das Spiel gestern war knapp. Michael und Olli haben viel Respekt gehabt, auch ein bisschen Nervosität und Überspannung waren zu bemerken. Es bedeutet immer Stress, gegen zwei große und physisch stärkere Gegner zu spielen. Es ist absolut ein Super-Erfolg für Michael und Olli, dass sie zu den Top 4 in Europa zählen! Ich freue mich tierisch für die beiden! Gestern, das war ein hartes Spiel – physisch wie mental. Nun können sie frei spielen und genießen.“

 

Sein Fazit zu anderen deutschen Akteuren:Positiv sind auch die Leistungen von Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski im Mixed, von Peter Käsbauer und Josche Zurwonne im Herrendoppel, von Johanna Goliszewski und Carla Nelte im Damendoppel und von Lukas Schmidt im Herreneinzel zu bewerten. Lukas hat knapp gegen den Schweden Henri Hurskainen verloren, der im Viertelfinale Peter Gade besiegt hat. Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski haben drei Sätze gegen die EM-Dritten von 2010 gespielt, Karin Schnaase hat Pi Hongyan geschlagen. Auch Johanna Goliszewski und Carla Nelte haben eine Steigerung verzeichnet.

 

Das Gespräch zeichnete Dr. Claudia Pauli auf.

 

  

 

Die Spiele (alles Viertelfinals) mit deutscher Beteiligung am Donnerstag, 19. April 2012:

 

HE: Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Nr. 4) – Rajiv Ouseph (ENG/Nr. 6) 21:15, 21:19 (40 Min.)

HE: Dieter Domke (1. BC Bischmisheim) – Viktor Axelsen (DEN/Nr. 7) 17:21, 14:21 (30 Min.)

DE: Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Nr. 2) – Sabrina Jaquet (SUI), 21:18, 21:15 (39 Min.)

HD: Ingo Kindervater/Johannes Schöttler (1. BC Beuel/1. BC Bischmisheim/Nr. 3) – Chris Adcock/Andrew Ellis (ENG/Nr. 6) 17:21, 21:16, 19:21 (62 Min.)

HD: Michael Fuchs/Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim/Nr. 7) – Adam Cwalina/Michal Logosz (POL/Nr. 4) 21:16, 13:21, 23:21 (63 Min.) 

DD: Sandra Marinello/Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel/Nr. 4) – Emelie Lennartsson/Emma Wengberg (SWE/Nr. 7) 23:21, 21:11 (40 Min.)

MX: Michael Fuchs/Birgit Michels (1. BC Bischmisheim/1. BC Beuel/Nr. 5) – Thomas Laybourn/Kamilla Rytter Juhl (DEN/Nr. 2) 18:21, 14:21 (31 Min.)

  

Marc Zwiebler. Fotos: CP.
Juliane Schenk.
Michael Fuchs (r.) und Oliver Roth.
Johannes Schöttler.
Birgit Michels.
Sandra Marinello.
Durch einen Zwei-Satz-Erfolg über Emelie Lennartsson (l.) und die für den 1. BC Bischmisheim in der 1. Bundesliga aufschlagende Emma Wengberg (beide Schweden) gewannen Sandra Marinello und Birgit Michels ihre erste EM-Medaille.
Michael Fuchs und Birgit Michels.

Vier EM-Medaillen für den DBV

(19.04.2012, CP) Hervorragende Bilanz für den DBV bei den Individual-Europameisterschaften in Karlskrona/Schweden (16. bis 21. April 2012): Die Badmintonasse aus Deutschland gewannen insgesamt vier Medaillen und damit so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Sowohl Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Setzplatz 4) im Herreneinzel als auch Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Setzplatz 2) im Dameneinzel, das Herrendoppel Michael Fuchs/Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim/Setzplatz 7) und das Damendoppel Sandra Marinello/Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel/Setzplatz 4) erreichten am Donnerstag (19. April 2012) durch einen Sieg im Viertelfinale die Vorschlussrunde, womit die Badmintonasse Edelmetall sicher haben. Der dritte Platz wird bei der Individual-EM nicht ausgespielt.

 

In der Geschichte von Titelkämpfen dieser Art gelang es Spielern bzw. Spielerinnen und Paarungen aus Deutschland lediglich bei drei Austragungen zuvor, vier oder mehr Medaillen zu gewinnen: 1968, bei der Premieren-Veranstaltung, holten sie ebenso fünfmal Edelmetall wie 1972, 1970 gingen vier Medaillen an Aktive des DBV. Während Juliane Schenk 2012 bereits ihre sechste Medaille bei Individual-Europameistermeisterschaften gewann und Marc Zwiebler genauso wie Michael Fuchs seine zweite, freuten sich Oliver Roth, Sandra Marinello und Birgit Michels über ihr erstes Edelmetall bei diesem Großereignis.

 

Dagegen schieden der Deutsche Vizemeister im Herreneinzel, Dieter Domke (1. BC Bischmisheim), die Deutschen Meister im Herrendoppel, Ingo Kindervater und Johannes Schöttler (1. BC Beuel/1. BC Bischmisheim/Setzplatz 3), sowie die nationalen Titelträger im Mixed, Michael Fuchs und Birgit Michels (1. BC Bischmisheim/1. BC Beuel/Setzplatz 5), – trotz starker kämpferischer Leistungen – in der Runde der besten Acht aus.

 

Herreneinzel

 

Der sechsmalige Deutsche Meister Marc Zwiebler wird wie von den Individual-Europameisterschaften 2010 im englischen Manchester eine Medaille mit nach Hause bringen. Als amtierender EM-Dritter gewann der Bundesligaspieler vom 1. BC Beuel sein Viertelfinalmatch gegen seinen Vereinskollegen Rajiv Ouseph (Setzplatz 6) mit 21:15, 21:19. Der Engländer hatte bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren ebenfalls das Halbfinale erreicht und folglich Bronze geholt.

 

Der Weltranglisten-16. Marc Zwiebler spielt nun am Freitag (20. April 2012) gegen den an Nummer zwei gesetzten Vize-Europameister Jan Ø. Jørgensen (Weltranglistenplatz 13) um den Einzug in sein erstes Finale bei Individual-Europameisterschaften. „Das war ein sehr gutes Spiel, mit vielen guten Ballwechseln. Ich bin sehr glücklich, dass ich gewonnen habe, vor allem in zwei Sätzen. Ich habe meinen Setzplatz erfüllt und habe noch genug Energie übrig, um vielleicht ins Finale zu kommen“, meinte der gebürtige Bonner.

 

In der anderen Vorschlussrundenpartie treffen der amtierende Vize-Weltmeister der Jugend, Viktor Axelsen, und Lokalmatador Henri Hurskainen aufeinander. Das dänische Talent Viktor Axelsen behielt im Viertelfinale mit 21:17, 21:14 gegenüber dem Deutschen Vizemeister Dieter Domke die Oberhand, der bei den Titelkämpfen in Karlskrona speziell in der zweiten Runde und im Achtelfinale starke Leistungen gezeigt hatte. Geradezu sensationell warf der Schwede Henri Hurskainen in der Runde der besten acht Herren den fünfmaligen Europameister Peter Gade (1998, 2000, 2004, 2006 und 2010) aus dem Turnier (21:19, 12:21, 21:19). Während der Däne damit von den letzten kontinentalen Titelkämpfen in seiner Karriere ohne Edelmetall im Gepäck nach Hause fahren muss, wurde der Überraschungs-Halbfinalist aus dem EM-Gastgeberland vom Publikum mit stehenden Ovationen für seine erste Medaille bei Individual-Europameisterschaften gefeiert. 

 

Dameneinzel

 

Die Weltranglistenachte Juliane Schenk hat unterdessen ihre sechste Medaille bei Individual-Europameisterschaften im Erwachsenenbereich nach Silber 2010 im Dameneinzel, Bronze 2008 und 2006 im Dameneinzel, Silber 2006 im Damendoppel und Bronze 2004 im Damendoppel sicher. Entsprechend gewinnt sie 2012 zum vierten Mal in Folge bei Titelkämpfen dieser Art Edelmetall im Dameneinzel. In ihrer Viertelfinalpartie besiegte die 29 Jahre alte Sportsoldatin der Bundeswehr als Nummer zwei der Setzliste die Schweizerin Sabrina Jaquet mit 21:18, 21:15. „Das war durchaus eine gute Leistung von mir. Ich habe mir zweimal ein gutes Poster erspielt, es gab aber auch zwei bis drei kleinere Phasen, in denen sie alles getroffen und sehr clever gespielt hat und in denen ich auf der Hut sein musste. Sie hat ein sehr gutes Turnier gespielt“, zog die WM-Dritte aus Deutschland ein Fazit.

 

Nächste Gegnerin der gebürtigen Krefelderin, die am Badminton-Spitzensportzentrum in Mülheim an der Ruhr trainiert und auch in der Stadt im Ruhrgebiet wohnt, ist die Niederländerin Yao Jie (Setzplatz 5). Die Weltranglisten-18. behielt in einem hart umkämpften Match über 67 Minuten mit 18:21, 22:20, 21:14 die Oberhand gegenüber Petya Nedelcheva aus Bulgarien (Setzplatz 3). „Für Yao Jie geht es um die letzten Punkte für London. Sie ist eine unglaublich erfahrene Spielerin und hat technisch unglaublich viel drauf. Das wird eine schöne Herausforderung. Natürlich hat man den Wunsch, dem Halbfinale noch etwas draufzusetzen. Nun werde ich mich erst einmal gut pflegen lassen und Kraft tanken“, blickte Juliane Schenk auf den Freitag voraus. Xu Yan Wang, Bundestrainer Dameneinzel, meinte: „Sie hat ihre Sache gegen die Schweizerin gut gemacht. Der Sieg war zu keiner Zeit in Gefahr. Yao Jie ist sehr routiniert, aber Juliane hat auf jeden Fall sehr gute Chancen, gegen sie zu gewinnen. Die letzten beiden Vergleiche hat sie für sich entschieden.“ Die zweite Halbfinalpartie bestreiten die topgesetzte Titelverteidigerin Tine Baun aus Dänemark, die sich mit der spanischen Nachwuchsspielerin Carolina Marin (Setzplatz 6) ein enges Match lieferte (21:7, 11:21, 21:18), und Petya Nedelchevas Nationalmannschaftskollegin Linda Zechiri (Setzplatz 7).  

 

Herrendoppel

 

Mit einem Freudenschrei von Michael Fuchs fand das Geschehen auf den Spielfeldern in der Telenor Arena von Karlskrona am dritten Veranstaltungstag sein Ende. Nachdem sich der 29-Jährige gemeinsam mit Oliver Roth mit 21:16, 13:21, 23:21 gegen die Polen Adam Cwalina und Michal Logosz (Setzplatz 4) durchgesetzt hatte, kannte der Jubel speziell bei Michael Fuchs keine Grenzen. Der gebürtige Würzburger gewann damit seine zweite EM-Medaille nach Bronze im Jahr 2010 an der Seite von Ingo Kindervater, während Oliver Roth gleich bei seinem Debüt bei Individual-Europameisterschaften im Erwachsenenbereich an der Siegerehrung teilnehmen darf. Im Halbfinale am Freitag treffen die Deutschen Vizemeister auf die ungesetzten Dänen Rasmus Bonde/Anders Kristiansen.

 

Der neuerliche Einzug in die EM-Vorschlussrunde war hingegen Ingo Kindervater nicht vergönnt. An der Seite von Johannes Schöttler musste sich der 33-Jährige im Viertelfinale mit 17:21, 21:16, 19:21 den Engländern Chris Adcock und Andrew Ellis (Setzplatz 6) geschlagen geben. Während Johannes Schöttler, der noch an den Folgen eines Außenbandrisses im rechten Fuß laboriert, den Gewinn seiner ersten Medaille bei Titelkämpfen dieser Art verpasste, hätte Ingo Kindervater im Falle eines Sieges sein drittes Edelmetall gewonnen. Bevor der Sportsoldat der Bundeswehr zusammen mit Michael Fuchs Bronze holte, erreichte er bereits 2008 gemeinsam mit Kristof Hopp im Herrendoppel das Halbfinale.

 

Damendoppel

 

Überglücklich zeigten sich Sandra Marinello und Birgit Michels nach ihrem 23:21, 21:11-Erfolg im Viertelfinale über die von den Zuschauern lautstark angefeuerten Schwedinnen Emelie Lennartsson/Emma Wengberg (Setzplatz 7) und dem damit verbundenen Medaillengewinn. Beide holten damit erstmals bei Individual-Europameisterschaften Edelmetall. „Wir freuen uns unheimlich. Im ersten Satz waren wir etwas nervös und haben nicht unser bestes Badminton gespielt. Im zweiten haben wir uns stark gesteigert“, meinte Birgit Michels, die zugleich darauf hinwies, dass der Einzug in die Vorschlussrunde für die Deutschen Meisterinnen auch im Hinblick auf die Weltrangliste von großer Bedeutung ist. Schließlich werden bei den Titelkämpfen in Karlskrona die Punkte dafür analog zu Grand Prix Gold-Turnieren – wie beispielsweise die YONEX German Open in Mülheim an der Ruhr eines sind – vergeben. Mit dem Erreichen des Halbfinals sind Sandra Marinello und Birgit Michels somit 4.900 Zähler gewiss. Am Freitag müssen sich die 28 und 27 Jahre alten Athletinnen mit den topgesetzten Däninnen Christinna Pedersen/Kamilla Rytter Juhl auseinandersetzen, die bei der EM bislang überaus souverän agierten. „Sie sind favorisiert, sie haben in den vergangenen Wochen wirklich sehr gut gespielt“, meinte Birgit Michels. Im zweiten Halbfinale stehen sich die Titelverteidigerinnen Valeri Sorokina/Nina Vislova aus Russland (Setzplatz 2) und Line Damkjaer Kruse/Marie Roepke aus Dänemark (Setzplatz 3) gegenüber.

 

Mixed

 

Im Mixed hatten sich Birgit Michels und Michael Fuchs wenige Stunden vor ihren Triumphen im Damen- bzw. Herrendoppel gemeinsam den an Nummer zwei gesetzten Titelverteidigern Thomas Laybourn/Kamilla Rytter Juhl geschlagen geben müssen. Die Weltmeister von 2009 aus Dänemark verwandelten nach einer Spielzeit von 31 Minuten ihren zweiten Matchball zum 21:18, 21:14-Sieg über die an Position fünf notierten Deutschen Meister. Im Halbfinale treffen die Gewinner der YONEX German Open 2012 auf ihre in Karlskrona an Nummer acht gesetzten Landsleute Mads Pieler Kolding/Julie Houmann, die sich ihre erste Medaille bei Individual-Europameisterschaften sicherten. „Gegen Thomas Laybourn und Kamilla Rytter Juhl ist es immer schwer, ins Spiel rein zu finden. Sie gehen ein sehr hohes Tempo. Wenn wir in den Ballwechseln drin waren, war es ganz ok., dann haben wir ganz gut mitgehalten. Sie haben in letzter Zeit sehr gut gespielt, das muss man anerkennen“, meinte Birgit Michels nach der Partie. Die dänischen Weltranglistensechsten verzeichneten im vierten Aufeinandertreffen mit den aktuellen Weltranglisten-17. aus Deutschland den zweiten Erfolg. Aus den letzten beiden Vergleichen zuvor waren Birgit Michels und Michael Fuchs siegreich hervorgegangen. „Die Dänen waren die Favoriten, sie haben eine positive Formkurve in den vergangenen Monaten. Vom Tempo her haben wir heute gut mitgemacht, aber wir haben ohne Druck technische und taktische Fehler gemacht, wohingegen die Fehlerquote der Dänen sehr gering war. Zwischendurch haben Birgit und Michael gute Aktionen gezeigt, aber die Leistung am Schluss ist eine Enttäuschung. Sie können besser spielen“, zog Chef-Bundestrainer Jakob Høi ein Fazit.

 

Sandra Marinello (l.) und Birgit Michels nach ihrem souveränen Sieg im Achtelfinale. Fotos: CP.
Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski.
Michael Fuchs und Birgit Michels.
Sandra Marinello (l.) und Birgit Michels.
Nathan Robertson, Weltmeister von 2006 im Mixed, und Jenny Wallwork.
Birgit Michels.
Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski.
Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski.
Sergey Lunev und Evgenia Dimova.

DBV in allen Disziplinen auf Medaillenkurs

 (18.04.2012, CP) Für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) verlaufen die Individual-Europameisterschaften in Karlskrona/Schweden (16. bis 21. April 2012) weiter sehr erfreulich: In allen Disziplinen stehen Aktive aus Deutschland im Viertelfinale und spielen damit in ihrem nächsten Match um Edelmetall. Wer ins Halbfinale einzieht, erhält in jedem Fall eine Medaille, ein „kleines Finale“ um Platz drei wird bei den Titelkämpfen nicht ausgetragen. Insgesamt finden sieben Viertelfinalpartien mit deutscher Beteiligung statt: Im Herreneinzel vertreten Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Nr. 4) und Dieter Domke (1. BC Bischmisheim) den DBV, im Dameneinzel steht Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Nr. 2) in der Runde der besten Acht. Im Herrendoppel zogen Ingo Kindervater und Johannes Schöttler (1. BC Beuel/1. BC Bischmisheim/Nr. 3) sowie Michael Fuchs und Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim/Nr. 7) ins Viertelfinale ein, im Damendoppel Sandra Marinello und Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel/Nr. 4) und im Mixed Michael Fuchs und Birgit Michels (1. BC Bischmisheim/1. BC Beuel/Nr. 5).

 

Es läuft bislang alles nach Plan“, zog DBV-Sportdirektor Martin Kranitz am zweiten Veranstaltungstag ein positives Fazit und freute sich zudem über den „Überraschungs-Viertelfinalisten“ Dieter Domke: „Dieters Sieg über Hans-Kristian Vittinghus war zweifelsohne eines der Highlights am heutigen Tage. Der Däne ist immerhin Weltranglisten-14., zudem geht es für ihn noch um das Olympiaticket. Das war ein sehr erfreulicher Sieg!“

 

Herreneinzel

Der amtierende EM-Dritte Marc Zwiebler erreichte am Mittwoch (18. April 2012) durch einen 21:19, 24:22-Erfolg im Achtelfinale über den für den BV Gifhorn in der 1. Bundesliga aufschlagenden Esten Raul Must die Runde der besten acht Herren. Darin trifft der sechsmalige Deutsche Meister am Donnerstag auf seinen an Nummer sechs gesetzten Vereinskollegen Rajiv Ouseph aus England. In seinem Spiel aus der zweiten Runde hatte sich der Weltranglisten-16. aus Deutschland mit 21:19, 21:12 gegen den Tschechen Petr Koukal durchgesetzt.

 

Hervorragend präsentierte sich am Mittwoch der Deutsche Vizemeister Dieter Domke in der Telenor Arena in Karlskrona: Am Vormittag warf der 25-Jährige zunächst den an Position drei notierten Dänen Hans-Kristian Vittinghus mit einem 21:15, 21:14-Sieg aus dem Turnier, im anschließenden Achtelfinale behielt Dieter Domke bei seinem 21:9, 21:13-Erfolg deutlich gegenüber dem Russen Vladimir Malkov die Oberhand.

 

Ganz spannend wird es nun zu sehen sein, wie er mit der Situation umgeht: Als Underdog konnte Dieter in der zweiten Runde viel befreiter aufspielen. Jetzt hat er im Grunde die Favoritenrolle inne“, sagte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz am Mittwoch zwischen den beiden Partien des Sportsoldaten der Bundeswehr. Doch Dieter Domke überzeugte auch im Abendspiel auf der ganzen Linie. „Dieter hat seine Sache sehr gut gemacht. Er ist anfangs ein bisschen nervös gewesen und es gab einige Phasen, in denen Vladimir Malkov nah rangekommen ist. Aber Dieter ist ruhig geblieben und hat sein Spiel durchgezogen“, lobte Jeroen van Dijk, Bundestrainer Herreneinzel, seinen Schützling. In der Runde der besten acht Herren bekommt es der Vize-Europameister der Jugend von 2005 mit dem amtierenden Vize-Weltmeister der Jugend, Viktor Axelsen, zu tun. Das dänische Talent ist bei den diesjährigen Individual-Europameisterschaften an Nummer sieben gesetzt.  

 

Dameneinzel

Im Dameneinzel steht Vize-Europameisterin Juliane Schenk nach ihrem souveränen 21:8, 21:8-Erfolg im Achtelfinale über die Ukrainerin Natalya Voytsekh in der nächsten Runde der Schweizerin Sabrina Jaquet gegenüber. Ihr Auftaktmatch, eine Partie aus der zweiten Runde, hatte die WM-Dritte aus Deutschland am Mittwochvormittag mit 21:18, 21:13 gegen Line Kjaersfeldt aus Dänemark gewonnen.

 

Herrendoppel

Ingo Kindervater und Johannes Schöttler ließen bei ihrem 21:12, 21:11-Erfolg im Achtelfinale des Herrendoppel-Wettbewerbs ihren österreichischen Kontrahenten David Obernosterer/Roman Zirnwald zu keiner Zeit eine Chance auf den Sieg und treffen nun auf die an Position sechs notierten Engländer Chris Adcock und Andrew Ellis. Michael Fuchs und Oliver Roth revanchierten sich mit ihrem 21:17, 21:13-Sieg bei Jacco Arends und Jelle Maas für die Drei-Satz-Niederlage, die ihnen die Niederländer bei der EM für Herren- und für Damennationalmannschaften im Februar in Amsterdam zugefügt hatten. Im Viertelfinale wartet mit den Polen Adam Cwalina und Michal Logosz die Nummer vier der Setzliste der Individual-EM auf die Deutschen Vizemeister.

 

Michael und Oliver haben gegen die Niederländer Einiges besser gemacht als bei der EM in Amsterdam. Das war ein klarer Sieg, klarer als erwartet, und ist sehr positiv“, meinte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz und fügte hinzu: „Ich freue mich auf das Viertelfinale gegen die Polen!

 

Damendoppel

Im Damendoppel verzeichneten die Deutschen Meisterinnen Sandra Marinello und Birgit Michels am Mittwoch zunächst einen 21:14, 21:7-Erfolg über Aija Pope und Ieva Pope aus Lettland, anschließend gewannen sie ähnlich klar gegen das türkische Duo Ozge Bayrak/Neslihan Yigit (21:10, 21:12). Im Viertelfinale treffen die an Nummer vier gesetzten DBV-Asse auf die an Position sieben notierten Schwedinnen Emelie Lennartsson und Emma Wengberg.

 

Mixed

Birgit Michels hat auch im Mixed nach wie vor die Chance, eine Medaille zu gewinnen. Gemeinsam mit Michael Fuchs, der folglich ebenso wie die „Spielerin des Jahres 2011“ in zwei Disziplinen im Viertelfinale steht, setzte sich die 27-Jährige am Mittwoch sowohl gegen das ukrainische Duo Gennadiy Natarov/Yuliya Kazarinova (23:21, 21:13) als auch gegen Sergey Lunev und Evgenia Dimova aus Russland (21:13, 21:9) durch. Ein sportlicher „Leckerbissen“ verspricht das anstehende Viertelfinalspiel der Deutschen Meister zu werden: Darin stehen diese den bei der EM an Position zwei notierten Weltranglistensechsten Thomas Laybourn/Kamilla Rytter Juhl gegenüber. Die Dänen gewannen Anfang März bei den YONEX German Open in Mülheim an der Ruhr den Titel und erreichten eine Woche später bei den All England Open in Birmingham das Finale.

 

Klasse Vorstellung von Karin Schnaase

Beendet ist das Turnier hingegen – trotz durchaus guter Leistungen – für den DM-Dritten im Herreneinzel, Lukas Schmidt (1. BC Bischmisheim), die Deutsche Vizemeisterin im Dameneinzel, Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen), die Deutschen Vizemeister im Mixed, Johannes Schöttler/Sandra Marinello (1. BC Bischmisheim/1. BC Düren), und die DM-Dritten in dieser Disziplin, Peter Käsbauer/Johanna Goliszewski (PTSV Rosenheim/1. BV Mülheim).

 

Speziell für Karin Schnaase bedeutete der Mittwoch ein Wechselbad der Gefühle: Am Vormittag hatte die 27-Jährige nach ihrer bemerkenswerten Leistung (Sieg mit 21:9, 21:18) im Spiel gegen die an Nummer vier gesetzte Französin Pi Hongyan, die WM-Dritte von 2009 und EM-Dritte von 2008 und 2010, Grund zum Jubeln. Das war super von Karin“, freute sich DBV-Sportdirektor Martin Kranitz mit der Europameisterin mit dem deutschen Damenteam. Am Abend musste Karin Schnaase ihre Achtelfinalpartie gegen die Tschechin Kristina Gavnholt im zweiten Satz verletzungsbedingt abbrechen, nachdem ihre Gegnerin sie unbeabsichtigt mit einem Ball nahe am Auge getroffen hatte.

 

Auch Johannes Schöttler und Sandra Marinello konnten ihr Achtelfinalmatch nicht zuende spielen: Bei Johannes Schöttler, der in den vergangenen Wochen mit den Folgen eines Außenbandrisses zu kämpfen hatte, traten große Probleme am Fuß auf, so dass ein Spielabbruch notwendig wurde.

 

Gegen Abend ist es ohnehin immer schlechter, aber nachdem ich heute ja schon zuvor zwei Spiele bestritten hatte, bereitete der Fuß erst recht Probleme. Ich hoffe, dass mich unser Physiotherapeut Andreas Richter für das Herrendoppel morgen fit machen kann“, meinte Johannes Schöttler. Der 27-Jährige hatte den Außenbandriss vor rund vier Wochen im Training erlitten, als er beim Springen über Hürden mit dem rechten Fuß unglücklich auf einer Hürde landete. „Ich habe praktisch erst am vergangenen Mittwoch zum ersten Mal danach wieder trainiert – aber natürlich auch nicht so wie normalerweise“, erläutert Johannes Schöttler und fügt hinzu: „Ich habe zwar keine richtigen Schmerzen, aber laufe ganz vorsichtig.“ Im Moment erhält der gebürtige Hamburger, der seit mehreren Jahren in Saarbrücken wohnt und am dortigen Bundesstützpunkt der Herren trainiert, jeden Tag Physiotherapie und macht zudem eine intensive Rehabilitation.

 

Lukas Schmidt musste sich dem Schweden Henri Hurskainen nach einer Spielzeit von 53 Minuten mit 20:22, 21:15, 17:21 geschlagen geben. „Das war ein knappes Spiel. Entscheidend war der Anfang des dritten Satzes, als Lukas relativ weit zurück fiel. Er ist zwar noch einmal rangekommen, aber am Ende hat es nicht gereicht. Er hat zu viele Fehler gemacht“, analysierte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz die Zweitrundenpartie des gebürtigen Regensburgers, der – ebenso wie Johanna Goliszewski, Peter Käsbauer, Carla Nelte, Oliver Roth und Josche Zurwonne erstmals bei Individual-Europameisterschaften aufschlug und sich immerhin über den Gewinn eines Matches freuen durfte.  

  

Die Spiele der deutschen EM-Starterinnen und –Starter:

(die Namen der noch im Turnier befindlichen Spieler/innen bzw. Paarungen sind fett markiert)

  

Herreneinzel (59 Starter im 64er-Feld)

Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Nr. 4)
1. Rd.: Freilos

2. Rd.: Petr Koukal (CZE) 21:19, 21:12 (39 Min.)

Achtelfinale: Raul Must (EST) 21:19, 24:22 (48 Min.)

Viertelfinale: Rajiv Ouseph (ENG/Nr. 6) 21:15, 21:19 (40 Min.)

Halbfinale: Jan Ø. Jørgensen (DEN/Nr. 2) 21:19, 21:15 (48 Min.)

Finale: Henri Hurskainen (SWE) 21:15, 21:13 (42 Min.)

Damit gewinnt Marc Zwiebler GOLD.

 

Dieter Domke (1. BC Bischmisheim)
1. Rd.: Alistair Casey (SCO) 21:18, 21:12 (25 Min.)

2. Rd.: Hans-Kristian Vittinghus (DEN/Nr. 3) 21:15, 21:14 (27 Min.)

Achtelfinale: Vladimir Malkov (RUS) 21:9, 21:13 (25 Min.)

Viertelfinale: Viktor Axelsen (DEN/Nr. 7) 17:21, 14:21 (30 Min.)

 

Lukas Schmidt (1. BC Bischmisheim)

1. Rd.: Henrik Toth (HUN) 21:7, 21:18 (25 Min.)

2. Rd.: Henri Hurskainen (SWE) 20:22, 21:15, 17:21 (53 Min.)

  

Dameneinzel (56 Starterinnen im 64er-Feld)

Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Nr. 2)
1. Rd.: Freilos

2. Rd.: Line Kjaersfeldt (DEN) 21:18, 21:13 (32 Min.)

Achtelfinale: Natalya Voytsekh (UKR) 21:8, 21:8 (21 Min.)

Viertelfinale: Sabrina Jaquet (SUI) 21:18, 21:15 (39 Min.)

Halbfinale: Yao Jie (NED/Nr. 5) 21:13, 21:10 (34 Min.)

Finale: Tine Baun (DEN/TV/Nr. 1) 19:21, 21:16, 19:21 (68 Min.)

Damit gewinnt Juliane Schenk SILBER.

   

Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen)
1. Rd.: Akvile Stapusaityte (LTU) 21:11, 21:14 (30 Min.)

2. Rd.: Pi Hongyan (FRA/Nr. 4) 21:9, 21:18 (34 Min.)

Achtelfinale: Kristina Gavnholt (CZE) 11:21, 14:18 (39 Min.) - Aufgabe Karin Schnaase wg. Verletzung am Auge

 

Herrendoppel (41 Paare im 64er-Feld)

Ingo Kindervater/Johannes Schöttler (1. BC Beuel/1. BC Bischmisheim/Nr. 3)
1. Rd.: Freilos

2. Rd.: Laurent Constantin/Sebastien Vincent (FRA) 21:16, 21:12 (25 Min.)

Achtelfinale: David Obernosterer/Roman Zirnwald (AUT) 21:12, 21:11 (20 Min.)

Viertelfinale: Chris Adcock/Andrew Ellis (ENG/Nr. 6) 17:21, 21:16, 19:21 (62 Min.) 

 

Michael Fuchs/Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim/Nr. 7)
1. Rd.: Freilos

2. Rd.: Anders Skaarup Rasmussen/Kim Astrup Sorensen (DEN) 18:21, 21:12, 21:19 (59 Min.)

Achtelfinale: Jacco Arends/Jelle Maas (NED) 21:17, 21:13 (31 Min.)

Viertelfinale: Adam Cwalina/Michal Logosz (POL/Nr. 4) 21:16, 13:21, 23:21 (63 Min.)

Halbfinale: Rasmus Bonde/Anders Kristiansen (DEN) 21:18, 17:21, 21:14 (62 Min.)

Damit gewinnen Michael Fuchs und Oliver Roth SILBER.

Peter Käsbauer/Josche Zurwonne (PTSV Rosenheim/SC Union Lüdinghausen)
1. Rd.: Freilos

2. Rd.: Jürgen Koch/Peter Zauner (AUT) 8:21, 23:21, 24:26 (64 Min.)

 

Damendoppel (34 Paare im 64er-Feld)

Sandra Marinello/Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel/Nr. 4)

1. Rd.: Freilos

2. Rd.: Aija Pope/Ieva Pope (LAT) 21:14, 21:7 (17 Min.)

Achtelfinale: Ozge Bayrak/Neslihan Yigit (TUR) 21:10, 21:12 (21 Min.)

Viertelfinale: Emelie Lennartsson/Emma Wengberg (SWE/Nr. 7) 23:21, 21:11 (40 Min.)

Halbfinale: Christinna Pedersen/Kamilla Rytter Juhl (DEN/Nr. 1) 11:21, 11:21

Damit gewinnen Sandra Marinello und Birgit Michels BRONZE.

  
Johanna Goliszewski/Carla Nelte (1. BV Mülheim/TV Refrath)
1. Rd.: Kamila Augustyn/Agnieszka Wojtkowska (POL), 16:21, 17:21 (32 Min.)

    

Mixed (37 Paare im 64er-Feld)

Michael Fuchs/Birgit Michels (1. BC Bischmisheim/1. BC Beuel/Nr. 5)
1. Rd.: Freilos

2. Rd.: Gennadiy Natarov/Yuliya Kazarinova (UKR) 23:21, 21:13 (26 Min.)

Achtelfinale: Sergey Lunev/Evgenia Dimova (RUS) 21:13, 21:9 (22 Min.)

Viertelfinale: Thomas Laybourn/Kamilla Rytter Juhl (DEN/Nr. 2) 18:21, 14:21 (31 Min.)

 

Johannes Schöttler/Sandra Marinello (1. BC Bischmisheim/1. BC Düren)
1. Rd.: Jonathan Nordh/Louise Eriksson (SWE) 21:18, 14:21, 21:14 (46 Min.)

2. Rd.: Jose Vicente Martinez/Sandra Chirlaque (ESP) 21:16, 24:22 (24 Min.)

Achtelfinale: Robert Mateusiak/Nadiezda Zieba (POL/Nr. 7) 6:11 (5 Min.) - Aufgabe GER wg. Fußproblemen bei Johannes Schöttler

 

Peter Käsbauer/Johanna Goliszewski (PTSV Rosenheim/1. BV Mülheim)
1. Rd.: Donatas Narvilas/Gerda Voijtechovskaja (LTU) 21:11, 21:5 (17 Min.)

2. Rd.: Roman Zirnwald/Elisabeth Baldauf (AUT) 21:19, 21:16 (32 Min.)

Achtelfinale: Nathan Robertson/Jenny Wallwork (ENG/Nr. 6) 18:21, 21:15, 10:21 (46 Min.)

  

Acht Siege zu EM-Beginn

(17.04.2012, CP) Erfreulicher Auftakt für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) bei den Individual-Europameisterschaften in Karlskrona/Schweden (16. bis 21. April 2012): In acht von zehn Partien mit deutscher Beteiligung ging am Dienstag (17. April 2012) der Sieg an die Badmintonasse des DBV.

 

Im Herreneinzel gewann der Deutsche Vizemeister Dieter Domke (1. BC Bischmisheim) ebenso sein Erstrundenmatch wie der DM-Dritte Lukas Schmidt (1. BC Bischmisheim), während im Dameneinzel die Deutsche Vizemeisterin Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen) nach einem Zwei-Satz-Erfolg zum Auftakt in Runde zwei steht.

 

Im Herrendoppel erreichten sowohl die an Nummer drei gesetzten Deutschen Meister Ingo Kindervater/Johannes Schöttler (1. BC Beuel/1. BC Bischmisheim) als auch die an Position sieben notierten nationalen Vizemeister Michael Fuchs/Oliver Roth (1. BC Bischmisheim/PTSV Rosenheim) das Achtelfinale. Im Damendoppel machten die Deutschen Meisterinnen Sandra Marinello und Birgit Michels (1. BC Düren/1. BC Beuel) als Nummer vier der Setzliste ebenfalls den Einzug ins Achtelfinale perfekt.

 

Zuvor hatte Sandra Marinello bereits an der Seite von Johannes Schöttler im Mixed die zweite Runde erreicht. Dies gelang auch den DM-Dritten Peter Käsbauer und Johanna Goliszewski (PTSV Rosenheim/1. BV Mülheim). Johanna Goliszewski musste sich allerdings wenige Stunden zuvor, in der ersten Runde des Damendoppel-Wettbewerbs, gemeinsam mit Carla Nelte (TV Refrath) dem polnischen Duo Kamila Augustyn/Agnieszka Wojtkowska geschlagen geben. Auch Johanna Goliszewskis Spielpartner Peter Käsbauer verlor seine andere Partie: In einem speziell im dritten Durchgang extrem spannenden Match aus der zweiten Runde des Herrendoppel-Wettbewerbs unterlag der 24-Jährige zusammen mit Josche Zurwonne (SC Union Lüdinghausen) den Österreichern Jürgen Koch und Peter Zauner letztlich mit 8:21, 23:21, 24:26.

 

Nach dem klar verlorenen ersten Satz haben wir uns im zweiten reingekämpft und sogar mehrere Matchbälle unserer Gegner abgewehrt. Im dritten hatten wir dann selbst mehrere. Eigentlich hätten wir gewinnen müssen. Wir haben am Ende dann aber zu viele leichte Fehler gemacht“, meinte Peter Käsbauer enttäuscht. DBV-Sportdirektor Martin Kranitz zufolge hätte das deutsche Duo den Sieg verdient gehabt. „Das war letztlich schade!“ Zur Partie von Johanna Goliszewski und Carla Nelte meinte er: „Sie haben nicht ihr bestes Badminton gezeigt.“

 

Damit dürfen von sechs Aktiven des DBV, die in Karlskrona ihr Debüt bei Individual-Europameisterschaften im Erwachsenenbereich geben, lediglich zwei keine weitere EM-Partie bestreiten: Carla Nelte und Josche Zurwonne. Johanna Goliszewski, Peter Käsbauer, Oliver Roth und Lukas Schmidt hingegen ist am Mittwoch (18. April 2012) ein neuerlicher Auftritt vergönnt. Auch Johannes Schöttler hatte am Dienstag in besonderem Maße Grund zur Freude: Der 27-Jährige, der mit zwei Siegen in die EM startete, musste zuletzt aufgrund einer Fußverletzung mehrere Wochen pausieren. Kurz vor Beginn der Titelkämpfe war noch unklar, inwieweit er einsatzfähig sein würde.

 

Unsere schwedischen Gegner kenne ich nicht. Aber da Johannes mit seiner Verletzung, einem Außenbandabriss, zu kämpfen hatte, müssen wir sehen, was geht. Im Doppel sind wir an Nummer vier gesetzt und spielen gegen Lettinnen. Wir erhoffen uns ein gutes und klares Auftaktspiel“, meinte Sandra Marinello vor dem EM-Auftakt. Während die 28-Jährige im Mixed zusammen mit Johannes Schöttler drei Sätze benötigte um weiterzukommen, dominierte Sandra Marinello gemeinsam mit Birgit Michels die Partie im Damendoppel von Beginn an.  

 

Der amtierende EM-Dritte im Herreneinzel, Marc Zwiebler (1. BC Beuel/Nr. 4), greift ebenso wie die Vize-Europameisterin im Dameneinzel, Juliane Schenk (SG EBT Berlin/Nr. 2), und die Deutschen Meister im Mixed, Michael Fuchs/Birgit Michels (1. BC Bischmisheim/1. BC Beuel/Nr. 5), am Mittwoch erstmals ins EM-Geschehen ein.

 


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