Nicole Grether tritt jetzt für Kanada an

Foto: Maike Masurat.

Von Maike Masurat

 

(10.02.2011) Gerade sind die Deutschen Meisterschaften 2011 in Bielefeld Geschichte. Die vier Tage vor Ort nehmen die ständigen Begleiter meist zum Anlass, in Erinnerungen zu schwelgen. Und bei der Gelegenheit denkt man auch immer wieder an die Auftritte von Nicole Grether.
Bei den nationalen Titelkämpfen wie auch bei Bundesligaspielen oder anderen Turnieren werden meist die neuesten Informationen der Badmintonszene ausgetauscht.
Geht man durch die jeweilige Halle, fängt man hier einen Satz auf, dort fällt ein interessantes, vielsagendes Wort, woanders bekommt man lediglich Reaktionen wie „Oh!“, „Ah“, „Echt?!“ oder „Unglaublich!“ mit. Manch einer setzt diese Wort- und Satzfetzen zu einem scheinbaren Ganzen zusammen.
So hörte man in den vergangenen Wochen an der ein oder anderen Stelle, dass Nicole Grether ihren deutschen Pass abgegeben habe und zukünftig für ein südamerikanisches Land auf Titeljagd gehe.
Ein Kurztrip führte nach Berlin, als Nicole Grether einen Zwischenstopp zum Wäschewaschen eingelegt hatte. Wenn jemand Auskunft geben konnte, dann sie.
Auf die aufgeschnappte Neuigkeit reagierte die Spielerin der SG EBT Berlin überrascht: „Zuerst einmal möchte ich klarstellen, dass ich meinen deutschen Pass niemals abgeben würde. Ich bin Deutsche und werde auch immer Deutsche bleiben.
Was allerdings stimmt ist, dass ich zukünftig nicht mehr für Deutschland, sondern für Kanada starten werde.“
Mit ihrem Weggang aus dem Leistungszentrum in Mülheim 2008 habe der DBV die Unterstützung eingestellt. Nach dieser erfolgreichen Zusammenarbeit kommt nun ein neuer Schritt der deutschen Rekordnationalspielerin, der ihr, wie sie sagte, viele Vorteile bringt.

  

Nachgefragt:

(11.02.2011, CP) DBV-Sportdirektor Martin Kranitz erläutert auf Nachfrage von badminton.de: „Nicole Grether hat den DBV um Freigabe gebeten, damit sie unter die Jurisdiktion Kanadas fallen, also von Kanada für Turniere gemeldet werden, kann. Diese Freigabe hat sie erhalten.“ Voraussetzung um zum Beispiel bei Olympischen Spielen für Kanada starten zu dürfen, ist allerdings unter anderem ein kanadischer Pass.

  

Toller Jahresabschluss - bei 25 Grad

Impressionen aus Bahrain. Fotos: privat.

Von Nicole Grether

 
(12/2010, NG) Nach meiner erfolgreichen Tour durch die Karibik, durch Florida und Kanada bin ich am 2. Advent mit einem weiteren Turniersieg aus Bahrain zurückgekehrt.
Zuvor habe ich auf dem Weg von Kanada nach Bahrain einen zweitägigen Stopp in Berlin eingelegt, um meine Mannschaft EBT Berlin in der Bundesliga zu unterstützen. Dort gelang uns ein souveräner 6:0-Auswärtssieg gegen Gifhorn und wir konnten uns nach der Hinrunde auf dem zweiten Tabellenplatz etablieren. Ich war im Einzel gegen Carola Bott und im Mixed an der Seite von Tim Dettmann erfolgreich.
Aufgrund meines Einsatzes in der Bundesliga musste ich in Bahrain auf einen Start im Einzel verzichten, da dies zeitlich nicht zu schaffen war. Ich hatte Glück, dass ich überhaupt aus Deutschland weggekommen bin, denn durch den heftigen Schneefall wurden täglich einige hundert Flüge gestrichen, während es in Bahrain 25 Grad warm war.
Die Bahrain International waren in diesem Jahr mit 125 Spielern aus über 30 Ländern  sehr gut besucht und das Turnier war wie bereits vor zwei Jahren sehr gut organisiert. Unmittelbar nach meiner Ankunft in Manama musste ich mit Charmaine Reid auch schon im Doppel ran und nach einem Freilos in der ersten Runde war unser erstes Spiel alles andere als einfach. Ich musste mich erst an die langsamen Bälle und an den Zementboden gewöhnen, doch nach anfänglichen Schwierigkeiten hatten wir das Spiel zunehmend besser im Griff und konnten gegen Cemre Fere/Ozge Bayrak (Türkei) mit 21:19 und 21:14 gewinnen.
Das Viertelfinale gegen Sabareh Kabiri/Sara Delavari Kashani aus dem Iran war dann verhältnismäßig einfach und wir erreichten durch einen lockeren Sieg das Halbfinale, in dem wir auf eine indonesisch-slowakische Paarung trafen. Wir kontrollierten das Spiel von Anfang an und auch wenn die Bälle sehr langsam waren, versuchten wir das Tempo hoch zu halten und Megawati Gustiani/Monika Fasungova zu Fehlern zu zwingen. Dies gelang uns über weite Strecken des Spiels sehr gut. Mit einem 21:10, 21-18 Sieg zogen wir dann in ein weiteres Finale eines International Challenges ein.
Darin forderten uns Dhanya Nair/Mohida Sahdev aus Indien heraus und wir wussten, dass dies kein Selbstläufer werden würde. Im ersten Satz spielten wir nicht gerade berauschend und machten es unseren Gegnern etwas zu einfach, so dass wir mit 17:20 in Rückstand gerieten. Nach vier Punkten in Folge gingen wir dann mit 21:20 in Führung und beim Satzball wurde mir doch tatsächlich ein Aufschlagfehler gegeben, da dieser angeblich zu hoch war. Es war nicht gerade das beste Timing, aber da die Aufschlagrichter während des Turniers in allen Disziplinen in jedem Spiel mindestens fünf Aufschlagfehler gaben, überraschte mich dies nicht und ich spielte konzentriert weiter. Die nächsten beiden Punkte gingen an uns und wir konnten den ersten Satz mit 23:21 für uns entscheiden. Im zweiten Satz ließen wir dann nichts mehr anbrennen, griffen besser an, suchten die Lücken und siegten mit 21:11, was uns den fünften Challenge-Sieg in diesem Jahr einbrachte.
Es war ein toller Jahresabschluss und das Jahr 2010 war mit insgesamt 22 Turniersiegen, 15 Siegen im Doppel und sieben Siegen im Einzel, überaus erfolgreich.

  

Erfolgreich in der Karibik unterwegs

Impressionen aus Puerto Rico. Fotos: privat.

Von Nicole Grether

  

(November 2011, NG) Während die anderen deutschen Spieler bei den Super Series-Turnieren in Dänemark und Frankreich sowie den Hungarian International erfolgreich waren, nahm ich zum ersten Mal an Wettkämpfen in der Karibik teil, wo ich zuvor schon häufiger zum Urlaubmachen war. Mit schönen Erinnerungen flog ich in die Dominikanische Republik, wo die Santo Domingo Open stattfanden. Wir waren in einem All-inclusive-Hotel in Boca Chica untergebracht. Der Ort lag etwa 45 bis 60 Minuten von der Wettkampfhalle entfernt und war aufgrund seiner sehr hohen Kriminalitätsrate nicht gerade der sicherste Ort in der Karibik. Es wurde uns sogar empfohlen, bei Dunkelheit nicht alleine auf die Straßen zu gehen, woran wir uns auch hielten.

Wir ließen uns von den langen Fahrten und den widrigen Umständen (Kakerlaken, Moskitos, Stromausfall usw.) in der Halle nicht beeinträchtigen und konzentrierten uns auf unsere Spiele. Im Einzel erreichte ich das Viertelfinale ohne große Mühe und konnte auch darin Joycelyn Ko aus Kanada klar in zwei Sätzen besiegen. Im Halbfinale kam es dann wie schon in Brasilien zum Aufeinandertreffen mit Telma Santos aus Portugal. Ich spielte ein fehlerfreies Spiel und hätte es eigentlich verdient gehabt, nach gewonnenem ersten Satz beim Stand von 20:20 im zweiten die Partie für mich zu entscheiden. Doch stattdessen verlor ich knapp mit 20:22 und musste in den Entscheidungssatz. Leider unterliefen mir einige leichte Fehler, so dass meine Gegnerin immer zwei bis drei Punkte Vorsprung hatte, und am Ende musste ich mich dann mit 14:21 geschlagen geben. Es war ein Super-Spiel, in welchem ich mir absolut nichts vorwerfen konnte.

Durch die Halbfinalniederlage konnte ich mich nun voll und ganz auf das Doppel mit Charmaine Reid, welches sowieso Priorität hat. Durch ein Freilos und einer lockeren Runde gegen eine einheimische Paarung trafen wir im Halbfinale auf Grace Gao/Joyelyn Ko, die frisch gebackenen Pan American-Meister aus Kanada. Wie schon zuvor, dominierten wir das Geschehen auf dem Court und konnten auch dieses Mal in zwei relativ klaren Sätzen gewinnen und ins Finale der Santo Domingo Open einziehen. Darin wartete mit Valerie St-Jacques/Florence Lavoie eine weitere kanadische Paarung auf uns, welche sich überraschenderweise bis ins Finale durchsetzte. Auch hier diktierten wir von Beginn an den Spielverlauf und ließen unseren Gegnern keine Chance, so dass wir die Santo Domingo Open ohne Satzverlust gewinnen konnten. Beim Finale hatten wir sogar unsere eigenen Fans von der deutschen Botschaft dabei, die uns tatkräftig unterstützten und uns zum Sieg jubelten. Ein Highlight unseres Aufenthaltes war mit Sicherheit die Einladung vom deutschen Botschafter, der uns herzlich in der Botschaft empfing, und es war eine Bereicherung, neue und vor allem nette Leute kennengelernt zu haben. Auf diesem Wege noch einmal vielen Dank für die Gastfreundschaft!


Von der Dominikanischen Republik aus ging es nach acht Tagen weiter nach Puerto Rico, wo ein International Challenge in San Juan stattfand. Puerto Rico ist eines der us-amerikanischen Außengebiete, und wir konnten es kaum erwarten, zivilisierte Bedingungen anzutreffen. Wir freuten uns auf gutes Essen, saubere Restaurants und Hotelzimmer, sauberes Wasser aus den Wasserhähnen und guten Kaffee. Zwischen den beiden Turnieren hatten wir drei Tage Pause und nutzten diese, um uns etwas am Pool zu regenerieren und uns durch lockeres Training auf das anstehende Turnier vorzubereiten.

Im Einzel hatte ich bereits in meiner ersten Runde mit Valerie St-Jaques (Kanada) eine ernstzunehmende Gegnerin, und dementsprechend fokussiert ging ich dann auch ins Spiel. In der Halle herrschten Temperaturen von über 30 Grad Celsius, und es war wichtig viel zu trinken, um nicht die Konzentration zu verlieren. Es war wie erwartet ein recht ausgeglichenes Spiel, aber sobald ich ein höheres Tempo spielte, war ich im Vorteil, so dass ich jeweils mit 21:17 gewinnen konnte. Im Achtelfinale traf ich auf Sara Kvaerno aus Norwegen, gegen die ich noch nie zuvor gespielt hatte. Ich wusste, dass ich wie schon im Spiel zuvor das Tempo hoch halten musste, was mir auch recht gut gelang. Relativ deutlich konnte ich das Spiel für mich entscheiden und ins Viertelfinale einziehen, in dem ich auf Kanadas Nummer eins, Michelle Li, traf. Beim letzten Aufeinandertreffen hatte ich verloren, und mir war klar, dass dieses Match nicht einfach werden würde. Der erste Satz gestaltete sich sehr ausgeglichen, doch beim Stand von 18:18 zog sie dann leider davon und gewann mit 21:18. Im zweiten Satz versuchte sie, mich durch unfaire Aufschläge aus dem Konzept zu bringen und war damit auch erfolgreich. Es war unheimlich schwierig, ihre „geschnittenen“ Aufschläge mit einer guten Qualität anzunehmen, und da der Ausrichter keine Aufschlagrichter zur Verfügung stellen konnte, nutzte sie dies aus und war dadurch klar im Vorteil. Ich platzte innerlich vor Wut und musste mich schließlich mit 19:21 geschlagen geben. Für mich ist es unverständlich, dass Spieler mit einer unfairen Spielweise nicht bestraft werden, aber dafür verlor sie dann im Halbfinale gegen die spätere Siegerin Agnes Allegrini aus Italien, die sich ebenfalls über die Aufschläge beschwerte, aber damit auch erfolglos war.

Wie schon in der Woche zuvor, lag meine volle Konzentration nun auf dem Doppel, in dem wir voller Selbstvertrauen ins Turnier starteten. Aufgrund eines Freiloses und eines lockeren Viertelfinals hatte ich im Halbfinale die Chance, mich bei Michelle Li/Alex Bruce (Kanada) für meine Halbfinalniederlage im Einzel zu revanchieren. Nach einem 0:4-Rückstand waren wir plötzlich hellwach und diktierten den Spielverlauf nach Belieben. Wir waren bereit zu kämpfen und zwangen unsere Gegner durch lange Ballwechsel und ein hohes Tempo zu Fehlern, so dass wir den ersten Satz mit 21:14 gewannen. Zu Beginn des zweiten Satzes spielten wir einen ewig langen Ballwechsel, nach dem Michelle Li halb zusammenbrach und hyperventilierte. Sie bekam kaum noch Luft und musste für einige Minuten pausieren, ehe sie sich entschied, trotz Krämpfen am ganzen Körper weiterzuspielen. Das brachte allerdings nicht viel, da wir ohne Gnade weiterspielten und unser Spiel durchzogen. Wir gewannen den Satz mit 21:11 und konnten erneut ins Finale einziehen.

Darin kam es zur Wiederholung des Finals von Guatemala, wo wir Christina Aicardi/Claudia Rivero (Peru) jeweils deutlich in zwei Sätzen besiegten. Auch hier hatten wir das Spiel im Griff, setzten uns erneut deutlich mit 21:12 und 21:9 durch und konnten somit einen weiteren Turniersieg feiern.

    

  

Impressionen aus der Dominikanischen Republik, u.a. in der deutschen Botschaft von Santo Domingo (rechts). Fotos: privat.

    

   

Finalteilnahme beim Brazilian International Challenge in Sao Paulo

Impressionen aus Sao Paolo. Fotos: privat.

Von Nicole Grether

 
(Oktober 2010, NG) Nach einem durchwachsenen Start in der Bundesliga, ich musste mich mit meinem Verein EBT Berlin jeweils mit einem Unentschieden gegen Hamburg und Bischmisheim zufrieden geben, stand für mich nach Siegen bei den Guatemala International (09.-12.09.2010) und den New York City Open (17.-19.09.2010) ein weiteres internationales Turnier in Sao Paulo auf dem Programm. Da meine Südamerikareisen bislang sehr erfolgreich verliefen, wollte ich natürlich an die bisherigen Erfolge anknüpfen ...
Im Einzel nutzte ich die ersten beiden Runden gegen Brasilianerinnen, um mich an die Halle zu gewöhnen und konnte diese Spiele auch locker gewinnen. Im Viertelfinale wartete bereits mit Cee Keptura (USA) eine schwierige Aufgabe auf mich. Ich war bereit, mich dieser Herausforderung zu stellen und ging voller Kampfbereitschaft und sehr konzentriert ins Spiel. Es ist mir von Anfang an gelungen, das Spiel zu kontrollieren und das Tempo hoch zu halten, was Keptura zu Fehlern zwang. Ich feuerte mich nach jedem Punkt an und konnte schliesslich mit 21:16 und 21:15 gewinnen. Einige Stunden später, im Halbfinale, traf ich auf Telma Santos aus Portugal. Ich fühlte mich alles andere als gut, und da mich ziemlich starke Kopfschmerzen plagten, wusste ich zuerst nicht, ob ich das Spiel überstehen würde. Irgendwie stand ich total neben mir, doch statt aufzugeben habe ich mich zusammengerissen und mein Bestes versucht. Glücklicherweise konnte ich den ersten Satz mit 21:16 gewinnen. Dann ging allerdings gar nichts mehr bei mir, und ich gab den zweiten Satz mit 6:21 ab. Im dritten und entscheidenden Satz lief es dann wieder besser, und ich konnte diesen nach hart umkämpften Ballwechseln mit 21:14 gewinnen und erneut in ein Finale bei einem International Challenge einziehen.
Dort traf ich dann auf Ana Rovita aus Indonesien, welche beim Super Series-Turnier in diesem Sommer in Jakarta das Halbfinale erreichen konnte, hier aber ungesetzt war. Ich wusste, dass ich es mit einer starken Gegnerin zu tun hatte, und umso überraschter war ich, als sich das Spiel sehr ausgeglichen gestaltete. Es war kein Spiel mit langen Ballwechseln, und es wurden viele Punkte am Netz entschieden. Leider musste ich mich im ersten Satz mit 23:25 geschlagen geben, was ein wenig ungücklich war. Der zweite Satz ging dann zu Beginn recht ausgeglichen weiter, doch gegen Ende packte Rovita einige Trickschläge aus und konnte mit 14:21 gewinnen. Ich war mit meiner Einzelleistung jedenfalls mehr als zufrieden, und ich hatte ja noch eine Chance im Doppel ...
Zusammen mit Charmaine Reid konnte ich in diesem Jahr bereits schon drei Turniersiege (Kroatien, Peru, Guatemala) bei Weltranglistenturnieren verbuchen und die Chancen auf einen weiteren Sieg standen gut. Nach einer lockeren ersten Runde konnten wir im Viertelfinale eine mexikanische Paarung mit 21:8 und 21:13 besiegen und das Halbfinale erreichen. Dort trafen wir auf die beste amerikanische Paarung, Eva Lee/Paula O'Banana. Lee verletzte sich etwas zu Beginn des ersten Satzes, konnte dann aber nach einer ca. achtminütigen Pause weiterspielen. Diese Pause brachte uns allerdings etwas aus dem Konzept: Wir spielten die falsche Taktik und machten zu viele einfache Fehler, so dass wir diesen Satz mit 23:25 abgeben mussten. Irgendwie fehlte uns die nötige Energie um anzugreifen und unsere Gegner unter Druck zu setzen. Stattdessen spielten wir zu passiv und viel zu häufig aus der Abwehr heraus. Der Vorsprung unserer Gegnerinnen wurde immer größer, und der Finaleinzug rückte in weite Ferne. Wir verloren auch den zweiten Satz (14:21), und somit war für uns bei diesem Turnier im Halbfinale Endstation. Schade, aber man kann halt nicht immer gewinnen ...

   

Doppelter Turniersieg in Guatemala

Nicole Grether nach der Siegerehrung in Guatemala. Fotos: privat.
Nicole Grether (l.) und Charmaine Reid auf Tahiti.

 

Von Nicole Grether

 

(September 2010, NG) Nachdem ich im August eine Wettkampfpause eingelegt und die Zeit genutzt habe, um meine Familie und meine Freunde mal wieder zu sehen, freute ich mich dennoch, als es Ende August wieder los ging. Die Reise brachte Charmaine Reid und mich dieses Mal nach Tahiti und Guatemala, und da ich weder in dem einen noch dem anderen Land vorher war, freute ich mich umso mehr, diese beiden Länder kennenzulernen.

Der Ausrichter der Tahiti International warb im Vorfeld damit, „Badminton im Paradies“ zu spielen, und da sich dies sehr reizvoll anhörte und der Ausrichter uns Unterstützung für die Reise zusagte, war für uns klar, dass wir die lange Reise auf uns nehmen würden. Von Berlin flogen wir über Paris nach Los Angeles und von dort weiter nach Papetee, wo wir nach 26 Stunden freundlich mit einer Blumenkette empfangen wurden.

Die Bilder haben definitiv nicht zu viel versprochen, und Französisch-Polynesien ist in der Tat ein wahres Paradies. Das Land besteht aus 118 Inseln, welche in fünf große Inselgruppen aufgeteilt sind. Tahiti gehrt zu den Windward Inseln und ist die größte und mit 195.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Insel des Archipels.

Das Turnier begann bereits zwei Tage nach unserer Ankunft, und schon im Training mussten wir feststellen, dass die Bedingungen in der Halle nicht einfach sein würden, da man sich an Temperaturen über 35 Grad erst einmal gewöhnen musste. In meiner ersten Runde im Einzel wurde ich dann auch schon gleich gefordert, und da ich von Anfang an so meine Probleme hatte, die etwas schweren Bälle zu kontrollieren, konnte ich meine Gegnerin nicht so unter Druck setzen, wie ich es gerne gewollt hätte. Nichts destotrotz konnte ich in zwei Sätzen Lauren Todt (USA) besiegen, die in einem Verein in Dänemark spielt, und ins Viertelfinale einziehen. Dort wartete dann auch schon mit Agnese Allegrini (Italien) die nächste schwierige Aufgabe auf mich. Meine Gegnerin dominierte von Anfang an das Spiel und stand sehr gut in der Abwehr. Und da ich keine Präzision in meinen Schlägen hatte und so ziemlich alles zu kurz spielte, rannte ich irgendwie nur hinterher. Nach verlorenem ersten Satz hoffte ich, dass es auf der anderen Seite besser laufen würde, aber meine Gegnerin war einfach einen Ticken besser und kam offensichtlich mit den Bedingungen besser klar als ich, so dass ich auch den zweiten Satz verlor und somit für mich im Viertelfinale Endstation war. Mein Ziel war nun, es im Doppel besser zu machen.

Obwohl nur acht Doppel am Start waren, hatten wir es mit Chanteur/Vaughan gleich mit einer guten Paarung zu tun. Nachdem wir den ersten Satz nach hoher Führung mit 20:22 verloren hatten, da unsere Konzentration etwas nachließ (was bei der Hitze in der Halle schon mal passieren konnte), konzentrierten wir uns in den beiden darauffolgenden Sätzen wieder besser, hatten unsere Gegnerinnen weitestgehend unter Kontrolle und konnten beide Sätze recht deutlich gewinnen. Das Halbfinale hingegen war dann gegen eine mexikanisch-neuseeländische Paarung etwas einfacher, und wir konnten ohne große Mühe in das Finale einziehen. Dort trafen wir auf die derzeit beste ozeanische Paarung, Wilson-Smith/Choo, und wir wussten, dass es unter diesen Bedingungen alles andere als einfach werden würde. Wir erwischten einen schlechten Start, kamen nicht richtig ins Spiel und mussten dann den ersten Satz recht deutlich mit 12:21 abgeben. Der zweite Satz verlief dann ausgeglichener, und beim Stande von 18:18 konnten wir drei wichtige Punkte in Folge machen und diesen gewinnen. Erneut verpassten wir zu Beginn des dritten Satzes den Einstieg ins Spiel und gerieten recht schnell mit 4:11 in Rückstand, welchem wir vergebens hinterher rannten. Die Australier spielten sehr clever und hatten mit ungefähr zehn Netzrollern auch noch das Glück auf ihrer Seite, so dass wir uns am Ende mit dem zweiten Platz zufrieden geben mussten. So ist es eben im Sport. Mal gewinnt man, und mal gewinnen die anderen.

Es war jedenfalls eine tolle Erfahrung, ein Turnier in Französisch-Polynesien zu spielen und für die professionelle Ausrichtung und vor allem die Unterstützung möchte ich mich auf diesem Wege recht herzlich bedanken.

  

Optimistisch an den Start

Von Tahiti aus ging es dann weiter nach Guatemala, wo ein weiteres internationales Turnier stattfand. Nach Peru war dies für mich mein zweiter Südamerika-Aufenthalt, und ich war froh, als wir nach über 20 Stunden in Guatemala-Stadt ankamen.

Nach einem Tag lockeren Trainings ging es dann auch schon wieder los, und ich ging in beiden Disziplinen mit voller Zuversicht und Spaß an den Start. Im Einzel konnte ich meine ersten beiden Runden locker gewinnen und ins Viertelfinale einziehen, wo ich auf Iris Wang (USA) traf. Ich kannte sie von Turnieren zuvor und wusste, dass sie sich in letzter Zeit sehr gut weiterentwickelt hatte. Sie traf im ersten Satz alles und konnte diesen auch gewinnen. Danach spielte ich ein höheres Tempo, bewegte mich besser und konnte meine Gegnerin immer mehr unter Druck setzen, so dass ich den zweiten Satz gewinnen konnte. Im entscheidenden dritten Satz spielte ich meine Taktik genauso erfolgreich und kontrolliert weiter und konnte das Spiel dann auch für mich entscheiden und ins Halbfinale einziehen.

Dort kam es wie schon in Tahiti zum Aufeinandertreffen mit Lauren Todt (USA). Auch dieses Mal behielt ich die Oberhand und konnte das Spiel - nach hart umkämpften Ballwechseln - in zwei knappen Sätzen gewinnen. Nach vier gewonnen Spielen stand ich nun im Finale, wo Rena Wang, eine weitere Amerikanerin, den Versuch startete mich zu besiegen. Dies gelang ihr dann allerdings nicht, da ich super-klar und fokussiert war und sie mit meinen Angriffsschlägen zu sehr unter Druck setzte. Nach meinem 21:13 und 21:12 Sieg war ich sehr glücklich und stolz, ein weiteres Turnier in meiner Laufbahn gewonnen zu haben. Und 40 Minuten später hatte ich dann noch eine weitere Chance, mit Charmaine Reid den Doppeltitel zu gewinnen.

Die ersten Runden verliefen wenig spektakulär, und auf dem Weg ins Finale besiegten wir eine amerikanische, spanische und kanadische Paarung ziemlich souverän. Wie bereits bei den Peru International im April trafen wir im Finale auf die beste peruanische Paarung, Rivero/Aicardi. Wir ließen den beiden absolut keine Chance, griffen ziemlich clever an und zwangen unsere Gegner zu Fehlern. Am Ende lautete das Ergebnis 21:4 und 21:8, und ich konnte einen doppelten Triumph in Guatemala feiern.

Liebe Grüße,

Nicole

  

Zu den Ergebnissen bei den Tahiti Internatonal …

Zu den Ergebnissen bei den Guatemala International …

  

Turniernotizen aus Nordamerika

Nicole Grether (jeweils links) und Charmaine Reid in Montreal (oben) bzw. Los Angeles. Fotos: privat.

(03.05.2010, NG) „Nach den beiden Turniersiegen in New York und Lima spielte ich mich in einen Rausch und konnte sowohl die Li-Ning LABC Open in El Monte/Los Angeles im Einzel und Doppel als auch die Atwater Canadian International in Montreal im Doppel gewinnen.

Voller Selbstvertrauen und Kampfgeist gingen wir (Nicole Grether und Charmaine Reid, d. Red.) bei den LABC Open ungesetzt an den Start und konnten viele ehemalige asiatische Topspieler besiegen, von denen sehr viele in den USA leben und als Coach tätig sind. Auch wenn im Dameneinzel und Damendoppel nicht viele Spieler gemeldet hatten und wir im Gruppenmodus gespielt haben, so war doch jedes Spiel hart umkämpft und jeder hätte das Turnier gewinnen können, da die Spielstärke sehr ausgeglichen war.
Ich war sehr glücklich, dass es mir erneut gelungen ist in beiden Disziplinen zu gewinnen, was mit viel Kampf und Durchhaltevermögen verbunden war. Jeden Punkt musste ich mir hart erkämpfen und mir war klar, dass man nichts geschenkt bekommt.

 
Nach Los Angeles stand eine Woche Training in Calgary auf dem Programm, was nach drei Turnieren sehr gut tat und vor allem etwas Abwechslung mit sich brachte.

 
Mit neuer Energie und Turniersiegen in der Tasche ging es nach Montreal, wo über das erste Mai-Wochenende die Canadian International im Atwater Club stattfanden. Im Einzel konnte ich mich im Achtelfinale gegen Phyllis Chan aus Kanada in zwei Sätzen durchsetzten und im Viertelfinale kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Hitomi Oka aus Japan, welche ich in Kroatien besiegen konnte. Dieses Mal hatte allerdings die Japanerin das bessere Ende für sich und ich musste mich nach 70 Minuten in drei hart umkämpften Sätzen  mit 21:18, 16:21, 15:21 geschlagen geben. Auch eine 11:6-Führung im dritten Satz reichte leider nicht aus, um die Japanerin zu stoppen. Doch so konnte ich mich voll und ganz auf das Doppel mit Charmaine Reid konzentrieren, wo im Viertelfinale bereits eine schwierige Aufgabe auf uns wartete.
An eins gesetzt, starteten wir mit einem Freilos in das Turnier, in welchem wir uns im Viertelfinale, unserer ersten Runde, mit Melody Liang und Xuelian Jiang auseinander setzten. Letztere war über acht Jahre Mitglied in der chinesischen Nationalmannschaft  und gewann Medaillen bei Weltmeisterschaften. Da wir bereits bei den US Open vor zwei Jahren verloren, wussten wir, was auf uns zukommt und gingen sehr konzentriert ins Spiel. Unsere Taktik ging auf und wir konnten in zwei Sätzen gewinnen und in das Halbfinale einziehen. Dort spielten wir gegen Kana Ito/Hitomi Oka aus Japan, so dass ich die Chance hatte, mich für die Niederlage im Einzel zu revanchieren. Dieses Spiel sorgte für Gesprächsstoff und ich werde es so schnell nicht vergessen: Gespielt wurde auf zwei Feldern, und während auf dem anderen Feld zwei Herrendoppel und ein Damendoppel gespielt wurden, waren wir immer noch zu Gange. Wir benötigten sage und schreibe 94 Minuten, um unsere Gegner aus Japan mit 21:18, 19:21, 21:14 niederzukämpfen. Dies war jedenfalls ein unglaubliches Spiel, was durch extrem lange Ballwechsel und wenige Fehler geprägt war.
Trotz des langen Spiels fühlen wir uns am Finaltag sehr gut und blickten voller Zuversicht dem Finale entgegen. Nachdem wir uns aufgewärmt hatten und bereit waren, wurde leider bekannt gegeben, dass das Finale aufgrund einer Verletzung bei einer unserer Gegnerinnen nicht stattfinden würde. Schade, ich hätte sehr gerne gespielt, aber wir hatten uns den Sieg definitiv am Vorabend mehr als verdient.
Es freut mich sehr, dass ich zusammen mit Charmaine ein weiteres Turnier gewinnen und meine Siegesserie fortsetzten konnte.
Wir werden noch einige Tage in Montreal bleiben und im Atwater Club trainieren, ehe es Mitte dieser Woche weiter nach Boston geht, wo am Wochenende die Boston Open stattfinden.“

 

Weitere Berichte von der 106-maligen Nationalspielerin finden Sie auf Nicole Grethers persönlicher Homepage unter www.nicole-grether.de.

 

  

Zwei Badmintonladies genießen die Welt: Nicole mit ihrer kanadischen Partnerin Charmaine Reid bei den Macao Open. Foto: Edwin Leung.
Zurück in der Heimat: Nicole mit EBT-Chef Manfred Kehrberg und DBV-Jugendausschuss-Mitglied Andreas Kuhaupt bei der Siegerehrung des U17-15 Ranglistenturniers am vorletzten Wochenende in Berlin. Foto: Volkmar Kehrberg.

Nicole Grether ist nach großer Asientour wieder im Lande

"Ich fühle mich nach wie vor fit und leistungsfähig"

(6.11.08) Wochenlang weilte Nicole Grether bei den großen Turnieren in Asien. Zurzeit ist sie aber wieder in ihrer Wahlheimat Berlin, wo sie für ihren Verein EBT Berlin in der Bundesliga antritt. Florian Münch vom Sportnetzwerk funpool sprach mit der 33-Jährigen, die nach ihrer Achillessehnenverletzung vom November 2007, die sie aller Olympiachancen beraubte, im Turniergeschehen wieder Fuß gefasst hat.

    

Nicole, schön, dass du wieder richtig aktiv im Badmintongeschehen dabei bist. Sind nach deinen schweren Verletzungen noch Probleme vorhanden oder gehst du wieder wie vor deiner Verletzung auf’s Feld?
Ich bin sehr glücklich, dass ich meine Verletzung so gut überstanden habe und wieder Badminton auf internationalem Niveau spielen kann. Das tägliche Schuften in der Reha hat sich bezahlt gemacht, so dass ich im Juni bereits wieder mein erstes internationales Turnier bestreiten konnte. Anfangs war es ein komisches Gefühl, aber nach einigen Spielen hat sich dies dann gelegt. Natürlich höre ich nach wie vor auf Signale meines Körpers und werde vorsichtig, wenn es im Fuß mal etwas zwickt.
Dein Bundesligaeinstand für EBT lässt bisher nichts zu wünschen übrig. Zwei Spiele im Mixed und zwei Spiele im Doppel noch ohne Satzverlust überstanden, was erwartest du nun von den Spielen gegen Regensburg und Hamburg am kommenden Wochenende?
Aufgrund der Turniere in Asien konnte ich EBT bei den ersten drei Bundesligaspielen nicht zur Verfügung stehen, so dass ich mein Comeback erst Mitte Oktober feiern konnte. Es war erfreulich erfolgreich. Nach fast einem Jahr ein toller Einstand für mich. Ich hoffe natürlich, dass es am Wochenende gegen Regensburg und Hamburg so weitergeht.
Am Samstag gegen Regensburg tretet ihr ausnahmsweise nicht in der gewohnten Samariterstraße an, sondern in der Hausburgstraße
. Ist das nun weniger Heimvorteil als sonst?
Ich habe noch nie in der Hausburgstraße gespielt und hoffe natürlich, dass die Halle gut ist, damit wir auch dort Topleistungen abrufen können. Ehrlich gesagt, würde ich lieber im gewohnten Umfeld spielen. Aber ich bin mir sicher, dass unsere Fans uns wie immer kräftig unterstützen werden, damit wir auch in einer fremden Halle erfolgreich sind.
Nach deiner Verletzung wurdest du nicht mehr für den deutschen Kader nominiert. Man sieht aber, dass du wieder auf internationalen Turnieren aktiv bist. Wie kam es zu dieser Entwicklung und wie lange möchtest du noch auf internationalem Toplevel mitspielen?
Ursprünglich war geplant, dass ich der Nationalmannschaft noch bis Peking zur Verfügung stehen werde. Durch meine Verletzung war dann leider schon früher Schluss und ich bin Mitte Mai wieder zurück nach Berlin gezogen. Der Deutsche Badminton-Verband hat auch nicht gezögert und mich bereits im Juli aus dem Bundeskader genommen, obwohl sie gesehen haben, dass ich bereits im Juni mit meiner kanadischen Doppelpartnerin Turniere bestritten habe.
Ich fühle mich nach wie vor fit und leistungsfähig und sehe momentan noch keinen Grund aufzuhören, zumal ich mich auch schon wieder unter die Top 25 der Welt vorgespielt habe. Neben den Turnieren besuchen wir weltweit Schulen und geben unsere Erfahrungen weiter, was bislang sehr gut ankam und auch für mich was Neues und gleichzeitig eine neue Herausforderung ist.
Nach einem Saisonstart, der eher durchwachsen war, steht EBT nach dem fünften Spieltag erstmals auf einem Playoffplatz. In voller Besetzung muss man EBT zu den Favoriten zählen. Was unterscheidet euch von den letzten Jahren in der Bundesliga und was hilft euch, den Titel endlich nach Berlin zu holen?
Gleich zum Saisonauftakt hatten wir es mit den stärksten Mannschaften zu tun und ich finde, dass sich EBT ohne Bestbesetzung sehr gut geschlagen hat. Dies sollte motivieren und zeigen, dass wir durchaus in der Lage sind, mit unserer Mannschaft den Titel an die Spree zu holen. Wir sind in dieser Saison ausgeglichener. Es wirkt alles sehr harmonisch und es macht Spaß für diese Mannschaft zu spielen. Wenn die Stimmung so gut bleibt und alle verletzungsfrei bleiben, dann bin ich mir sicher, dass wir am Ende ganz oben stehen werden.
Vielen Dank. Wir wünschen dir alles Gute für die nächsten Turniere und vor allem, dass du fit bleibst.

Nicole Grether - Rekordnationalspielerin des DBV

Mit der Bronzemedaille bei der EM 2004.
In voller Action bei der Uber-Cup-Endrunde in Japan 2006. Foto: Edwin Leung.

Letzte Aktualisierung: 11/2008

      

Geburtstag: 17.10.1974 in Schopfheim (Baden Württemberg).
Wohnort: Berlin. Zweitwohnsitz Mülheim an der Ruhr.
Verein: EBT Berlin (seit 2003), vorher SC Bayer 05 Uerdingen (1996-2003), SSV Heiligenwald (1992-96), BC Brombach.
Badminton gelernt: TSG Schopfheim.
Beruf: Ausgebildete Reisekauffrau. Seit Mai 2001 bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Potsdam.
Länderspiele: Erstes am 21.1.1994 in Saverne gegen Frankreich (4:1). Am 23.11.2004 (2:3 gegen England in Portsmouth) wurde sie mit 76 Länderspielen Rekordnationalspielerin des DBV. Stand 2/07: 101.
Website: Seit Jahresbeginn 2002 präsentiert sich Nicole auf einer eigenen Website www.nicole-grether.de. Sie war damals die erste unserer Asse. Dort kann alles Wissenswerte nachgelesen werden. Es gibt auch ein Kontaktlink.
  

Größte Erfolge
Deutsche Meisterschaften: 1993 DD (mit Sandra Beißel), 1997 DE, 1999 DD (mit Karen Stechmann), 2001 DE und DD (mit Nicol Pitro), 2002 DD (mit Pitro), 2004, 2005, 2006 und 2007 DD (mit Juliane Schenk).
Mannschaftsmeister mit Heiligenwald 1996, mit Uerdingen 1998, 2002 und '03.
Teilnehmerin an den Olympischen Spielen von Sydney 2000 und Athen 2004.
Bronzemedaille bei Europameisterschaft 2002 im Doppel (mit Pitro)
Bronzemedaillen bei der EM 2004 im Doppel (mit Schenk) und in der Mannschaft.
2005: Siegerin DD bei Dutch International, Belgian International, Bitburger Open, Norwegian International
2006: WM-Bronze und EM-Bronze mit der Uber-Cup-Frauenmannschaft. Silbermedaille bei EM im DD (mit Schenk) Siegerin im DD (mit Schenk) bei Dutch International.
2007: Siegerin DD (mit Schenk) bei Spanish Open.
Zur ausführlichen
Chronologie ihrer Erfolge.

Den Krankenhausaufenthalt hat sie mittlerweile bereits hinter sich: Nicole Grether. Foto: privat.

Nach Achillessehnenoperation
Nicole Grether aus dem Krankenhaus entlassen
(22.11.07) Operation gut verlaufen – aber mindestens drei Monate Pause. Das ist der Sachstand nach Nicole Grethers Achillessehnenriss vom vergangenen Samstag in Oslo. Heute wurde unsere Rekordnationalspielerin aus dem Essener Alfried-Krupp-Krankenhaus entlassen. „Die Sehne war komplett durch“, berichtet Nicole. „Aber kein glatter Abriss, sondern pferdeschweifartig war sie zerfasert - so haben es mir die Ärzte jedenfalls erklärt.“
Gleichzeitig wurde bei der Operation ein Überbein beseitigt, das sich neben der Sehne an der linken Ferse gebildet hatte. Es hatte Nicole schon seit einiger Zeit Beschwerden verursacht: „Seit Juni hatte ich Schmerzen deswegen, war auch in Behandlung. Aber eine Operation scheut man dann doch, weil sie einen viele Wochen aus dem Verkehr zieht, und das mitten in der Olympiaquali. Zuletzt hatte ich Stoßwellentherapie und hab eine Spritze bekommen. In Langenfeld hab ich am vorletzten Samstag noch mit meiner EBT-Mannschaft Bundesliga spielt. Im Doppel ging es schmerzfrei, im Mixed hab ich aber wieder was gespürt. Doch gerade in der Tagen vor Norwegen hatte ich keine Schmerzen. Dann war es so, dass ich am Freitagabend in Oslo zusätzlich noch krank wurde, spürte Gliederschmerzen. Ich hab dann am Samstag doch gespielt, fühlte mich allerdings in dem Spiel auf dem Feld nie wohl. Wollte sogar vor dem zweiten Satz aufgeben, hab dann aber gesagt - ziehs durch...“
Doch darüber nachzugrübeln, was gewesen wäre wenn, ist nicht Nicoles Art: „Was hilft das auch? Da schau ich lieber nach vorn. Natürlich würde ich gern in Peking dabei sein. Und ich schreibe die Teilnahme auch noch nicht ganz ab. Klar, es sind jetzt erst einmal drei Monate Pause. Aber andererseits sind im März und April noch viele Turniere und Juliane und ich haben ein solides Punktepolster beisammen. Mal sehen, was wird. Ich bin jedenfalls zuversichtlich.“
Für alle Badmintonfreunde, die Nicole Genesungswünsche senden möchten – hier ihre E-Mail-Adresse: n_grether @ hotmail.com.

    

Schock bei den Norwegen International
Achillessehnenriss bei Nicole Grether
(17.11.07) Das Endergebnis im Viertelfinalspiel des Damendoppels bei den
Norwegian International im Ergebnisdienst der Ausrichterwebsite ließ schon nichts Gutes vermuten.
Nicole Grether & Juliane Schenk - Line Damkjær Kruse & Marie Røpke (DEN) 18:21 18:20 Aufgabe,
konnte ja nur eine Verletzung bei einer unserer Spielerinnen bedeuten. Wenig später meldete Bundestrainer Detlef Poste dann die bittere Erklärung: "Leider ist beim heutigen Viertelfinalspiel im Damendoppel eine traurige Sache passiert. Nicole Grether hat sich beim Stand von 18:21, 18:20 die Achillessehne gerissen. Sie wird morgen nach Deutschland fliegen und möglichst schnell operiert. Genaueres wissen wir also nächste Woche."
Bleibt zu hoffen, dass diese Verletzung nicht das Aus für Olympia bedeutet oder gar das Ende der Karriere von Deutschlands Rekordnationalspielerin. Die 33-jährige Berlinerin war im Sommer letzten Jahres eigens zum Olympiastützpunkt nach Mülheim an der Ruhr gezogen, um die Qualifikation für ihre dritten Olympischen Spiele in Angriff zu nehmen. Und die Chancen dazu standen bei einer derzeitigen Weltranglistenplatzierung von Grether & Schenk als Nummer 13 nicht schlecht.

Nicoles Hunderstes: Die Glückwünsche des DBV überbrachte Vizepräsident Dietrich Heppner. Foto: Ulrich Raithel.

Rundes Jubiläum: Nicoles hundertstes Länderspiel
(7.2.07) Rekordnationalspielerin war Nicole Grether ja schon seit 2004. Jetzt stellte sie einen runden Rekord auf. Beim Länderspiel gegen Tschechien am 6. Februar 2007 in Erlangen feierte sie die hundertste Berufung in die Nationalmannschaft. DBV-Vizepräsident Dietrich Heppner führte die Ehrung durch. Und die anwesenden 1200 Zuschauer bildeten eine prächtige Kulisse dazu. Mit zwei Siegen im Mixed und Doppel trug Nicole zum 5:0-Erfolg der deutschen Mannschaft bei. Hier kann der historische Spielbericht aufgerufen werden (pdf).

Nicole Grether zum Rückrundenauftakt der 1. Liga
(29.12.06) Aus Anlass des Rückrundenauftaktes der 1. Bundesliga befragte Florian Münch vom Berliner Sportnetzwerk "funpool" EBTs Starspielerin Nicole Grether über die Chancen ihrer Mannschaft in der Bundesliga, ihre persönlichen sportlichen Zielsetzungen und ihre bisherige Karriere: "Mein großes Ziel ist es, den Titel nach Berlin zu holen".

Umzug nach Mülheim vollzogen - Wohnung ist eingerichtet
(18.8.06) Nach dem Umzug von Berlin nach Mülheim gründete Nicole Grether mit Jugendeuropameisterin Janet Köhler (19) eine Wohngemeinschaft. Die ganze Meldung gibt's unter Badmintonmenschen: Frauen-WG als Motivationsquelle für Leistungssteigerung.

         

Nicole gab ihren Wechsel von Berlin zum Bundesstützpunkt nach Mülheim bekannt
(17.11.05) Nach der WM in Los Angeles im September führten Bundestrainer Detlef Poste und Nicole Grether ein grundlegendes Gespräch über die sportlichen Perspektiven unserer Rekordnationalspielerin im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Damals machte der Bundestrainer noch einmal sein Bestreben deutlich, es sei zum Erreichen des erklärten Ziels, bis 2007/08 mit den DBV-Athletinnen und -athleten in die Weltspitze vorzudringen, unbedingt notwendig, dass alle Kaderathleten gemeinsam an den Bundesstützpunkten trainieren. Diesem Wunsch ist Nicole Grether jetzt gefolgt. Sie wird nach Abschluss der laufenden Saison von Berlin nach Mülheim umziehen. Damit kann zukünftig auch unser zurzeit bestes Damendoppel Grether & Schenk täglich gemeinsam am „Damenstützpunkt“ trainieren und die Olympiaqualifikation für Peking in Angriff nehmen. Sehr zur Freude des Bundestrainers...
Lesen Sie die ganze Meldung und ein badminton.de-Interview mit Nicole
"Man muss mit den besten Spielern bereits im Training zusammenarbeiten".

    

"Nach einer genialen Leistung konnten wir verdient gewinnen"
(7.11.05) Lesen Sie was Nicole auf ihrer Website zum Sieg bei den Norwegian International schreibt.

  

Nicole Grether schon seit einem Jahr Rekordnationalspielerin im DBV
(10.11.05) Mit ihrer 76. Berufung in die Nationalmannschaft übertraf sie am 23. November 2004 im Länderspiel gegen England in Porthmouth (2:3) Michael Keck, der 75 Einsätze verzeichnet.   

Nicole Grether und Juliane Schenk spielten in Weltauswahl
(29.9.04) Eine schöne Anerkennung gab es für unser deutsches Spitzendoppel, das sich international mittlerweile einen guten Ruf erspielt hat. Die beiden erhielten vom Chinesischen Badminton-Verband eine Einladung zu einem Schaukampf, in dem Chinas Damen gegen den Rest der Welt ("World Women's Best Team") antraten. Austragungsort war
Shenzhen, eine Stadt mit gigantischem industriellen Wachstum nördlich von Hongkong in der Provinz Guangdong. Im vergangenen Juni, nach dem Gewinn des Thomas Cups hatten die BA China und der Sponsor schon einmal einen ähnlichen Schaukampf ausgetragen. Damals gewannen Chinas Herren gegen ein Team Malaysias.
Gespielt wurde im Uber-Cup-Modus, also drei Einzel und zwei Doppel. Auf chinesischer Seite waren die
Medaillengewinnerinnen von Athen am Start. Sponsor war Hop Ching Star Housig Estate, der viel Publicity für die Veranstaltung machte und auch eine Übertragung im Shenzhen TV organisierte.

China – Weltauswahl 5:0
28.9.2004 in Shenzhen
Gong Ruina - Mia Audina (NED) 11:9 11:1
Zhou Mi -  Kanako Yonekura (JPN) 11:2 11:3
YangWei & Zhang Jiewen - Nicole Grether & Juliane Schenk (GER) 15:1 15:3
Zhang Ning - Camilla Martin (DEN) 11:7 11:3
Gao Ling & Huang Sui - Mia Audina & Lotte Bruil (NED) 15:7 15:1.
Gesamtdauer des Spiels: 2:40 Stunden.

Olympische Spiele Athen: "Nach 83 Minuten mussten wir den Däninnen den Vorrang lassen"
(20.8.04) Lesen Sie, was Nicole über ihre
Erlebnisse in Athen berichtet. Im Doppel erreichte sie mit Juliane Schenk das Achtelfinale. Dort schieden die beiden gegen die Däninnen Olsen & Jörgensen 13:15 17:16 15:5 aus.
Lesen Sie über
Juliane Schenks Olympiaeindrücke.

Freundschaftspflege für Nicole (re) und Juliane Schenk nach Wettkampfende...
...mit Fußballeuropameister und Griechenkönig Otto Rehhagel.
...mit den koreanischen Olympiasiegern im Doppel Ha Tae-Kwon (li) und Kim Dong-Moon.
...mit einem Besuch bei den Fußballfrauen, die Bronze gewannen.

Männer durften beim Turnier nicht in die Halle

(27.2.04) Lesen Sie, was Nicole bei ihrer Turnierteilnahme bei den Iran International Anfang Februar in Teheran erlebte. Dort war und ist es Männern strengstens untersagt, die Spiele der Frauen zu verfolgen. Sie berichtet darüber auf ihrer Website.


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