Nachbetrachtung

 

 

Das Erstligateam des BV Gifhorn in der Saison 2010/2011. Foto: Jasmin Krause.

BV Gifhorn

 

Hans Werner Niesner, Teammanager beim BV Gifhorn, blickt auf die Erstligaspielzeit 2010/2011 zurück. Die Mannschaft aus Niedersachsen belegte mit 5:23 Punkten Rang acht.

 

Der Badminton-Verein Gifhorn blickt auf die erfolgreichste Saison seiner Geschichte zurück. Hervorragende internationale Platzierungen von Carola Bott, gekrönt durch den Gewinn der Slovenian International am 15. Mai 2011, und Maurice Niesner, im Herrendoppel mit Till Zander, sprechen für sich. Drei DM-Bronzemedaillen (Astrid Hoffmann, Carola Bott und Maurice Niesner) sowie nationale und regionale Top-Ranglistenplatzierungen im Erwachsenen- und Jugendbereich und das generelle Abschneiden unserer Mannschaften haben uns die erfolgreichste Saison der 43-jährigen Vereinsgeschichte beschert. In der Altersklasse U17 konnte sich hier der Neuzugang in unserer 3. Mannschaft, Larina Tornow, bis auf Bundesebene nach vorn spielen.

 

Nur die 1. Mannschaft konnte im dritten Bundesliga-Jahr an vorherige Leistungen nicht anknüpfen. Durch Verletzungen und sonstiges Pech wurden wir nur Achter, konnten aber glücklicherweise wegen der zur neuen Saison erfolgten Aufstockung auf zehn Teams nicht absteigen. Herausragend waren wieder die Einzelleistungen von unserer Nummer eins, Raul Must. Allein wegen des 1. Herreneinzels lohnte sich schon der Besuch eines jeden Zuschauers. Super auch unser Neuzugang Carola Bott – und zwar nicht nur in spielerischer, sondern auch in persönlicher Hinsicht. Selten hat sich eine Top-Dame so selbstverständlich, in jeder Hinsicht, in den Dienst der Mannschaft gestellt; das dazu mit stets positiver Ausstrahlung. Wir sind stolz darauf, diese beiden, Bott und Must, halten zu können!

 

Pechvögel waren in dieser Saison Astrid Hoffmann und Maurice Niesner, die z. T. äußerst knapp und unglücklich verloren und so nicht eine so gute Bilanz erreichen konnten wie sonst. Eine gute Einstellung brachten auch Robert Franke und BVG-Nachwuchsmann Daniel Porath mit. Beide bestätigten mir, dass Sie in der Saison viel gelernt haben. Auch unsere Ersatzspielerinnen gaben Ihr Bestes!

 

Gut war für uns, dass die beiden Dienstag-Abendspiele hervorragend besucht wurden. Das gibt für die kommende Saison weiter Hoffnung auf mehr Zuschauer. Nun sind wir dabei, das Team gezielt zu ergänzen, um in der kommenden Saison wieder gut mitzuhalten. Dabei hoffen wir dann auf die noch größere Unterstützung von unseren Fans.

 

Trotz Verletzungspechs konnte unsere 2. Mannschaft am Ende der Saison einen nicht erwarteten, hervorragenden dritten Platz in der Regionalliga erreichen. Am Ende waren neben Captain Bianca Pils, Jana Bühl und Sonja Schlösser bei den Damen auch bei den Herren wieder alle dabei. Hannes Roffmann, Robert Hinsche, Benjamin Schmidt und Yannik Joop sowie Alexander Ohk als Ersatzmann konnten sich über die Top-Platzierung freuen. Das Team bleibt weiterhin zusammen. Die Wunschergänzungen kann das Team für die kommende Saison mit Linda Klasen (vom VfL Maschen) und Mirco Ewert (vom VfB/SC Peine) auch verbuchen.

 

Sensationell auch die vorzeitige Meisterschaft in der Niedersachsen-Bremen-Liga und der folgende überlegene Aufstieg unserer dritten Mannschaft in die Oberliga! Damit haben Leitwolf  Leif-Olav Zöllner, Teamcaptain Alexander Ohk,  Birgit Schlie, Larina Tornow, Dennis Friedenstag, Robin Joop und Edelreservist Peter Thiele einen weiteren Grundstein für einen Bundesliga-Unterbau à la Carte hingelegt!  In der kommenden Saison wird „die Dritte“ noch durch die Neuzugänge Yvonne Latussek und Adrian Belke verstärkt.

 

Wenn wir dann für die 1., die 2. und die 3. Mannschaft erstmals je drei starke Damen plus der guten Herren melden können, sind wir natürlich insgesamt besser besetzt als je zuvor. Wir freuen uns schon auf die kommende Saison, in der wir auch mit der 1. und 2. Mannschaft nicht mehr als „NBV-Team Gifhorn“ starten werden. Nach verwirrenden neuen Bezeichnungen im NBV-Kaderbereich, die zu Verwechslungen mit unserem Team führen können, entschieden wir uns, nach zehn Jahren (im Einverständnis mit dem NBV-Vorstand) zu diesem Schritt. Wir kehren stattdessen zu den offiziellen Bezeichnungen "BV Gifhorn-I" und "BV Gifhorn-II" zurück.

 

badminton.de: „Vielen Dank für diese ausführliche Einschätzung und alles Gute für die kommende Spielzeit!“

 

 

1. BC Beuel

 

Andreas Kruse, Pressewart beim 1. BC Beuel, blickt auf die Erstligaspielzeit 2010/2011 zurück. Die Mannschaft aus Bonn wurde wie im Vorjahr Deutscher Vizemeister.

 

"Mit dem Bundesliga-Finale am vergangenen Wochenende endete nun auch für den 1. BC Beuel die Spielzeit 2010/2011. Gestartet mit vielen Neuerungen im Regelwerk, war es für die meisten Bundesligateams eine Saison des Übergangs, da auch kein Team absteigen konnte, weil in der kommenden Saison die höchste deutsche Spielklasse von acht auf zehn Mannschaften aufgestockt wird.

  

Das Ziel des Beueler Teams vor der Saison, die Play-offs zu erreichen, konnte ohne Schwierigkeiten erreicht werden. Noch mehr als in den Jahren zuvor wurde der Eindruck einer Zweiklassen-Gesellschaft vermittelt: oben die drei großen B’s, Berlin, Bischmisheim und Beuel, und die anderen Teams in beliebiger Reihenfolge nachrangig sortiert.

 

Bereits im Januar war es nur noch die Frage, ob man sich am Ende der Hauptrunde Platz eins, zwei oder drei sichern würde. Der letztendlich resultierende zweite Platz hatte zur Folge, dass man im einzigen Halbfinale des Zweitplatzierten gegen den Dritten der Hauptrunde, den Vorjahresmeister 1. BC Bischmisheim, vor eigenem Publikum um den Finaleinzug spielen konnte.

In einem spektakulären Halbfinalspiel, das bis zum Ende von atemberaubender Spannung geprägt war, gewann der 1. BC Beuel schließlich mit 4:2.

 

Das gerade zurückliegende Finalspiel gegen die SG EBT Berlin wurde in der Höhe vielleicht etwas unglücklich, aber dem Saisonverlauf Rechnung tragend, verloren. Zu dominierend war das Team aus der Hauptstadt in dieser Saison und hat verdient seinen ersten Meistertitel eingefahren.

 

Trainer Marc Hannes äußerte sich dennoch insgesamt zufrieden: „Wir haben im Vergleich zu Berlin und Bischmisheim einen deutlich geringeren Etat vorzuweisen und spielen dennoch seit Jahren mit beiden Teams auf Augenhöhe. Schon mit dem gewonnenen Halbfinale gegen Bischmisheim konnte man nicht unbedingt rechnen. Jetzt gegen Berlin verloren zu haben ist zwar schade, aber sie waren diese Saison das stärkste Team und haben verdient ihren ersten Meistertitel gewonnen.“

 

Es bleibt die Frage danach, was die Regeländerungen an Vor- und Nachteilen gehabt haben und im Ausblick auf die kommende Saison haben werden:

 

·         Die Verringerung der Spielanzahl von acht auf sechs Spiele pro Begegnung wurde weitgehend positiv aufgefasst. Marathonbegegnungen von vier bis fünf Stunden gehören endgültig der Vergangenheit an. Ein Spiel dauerte im Durchschnitt zwei bis drei Stunden, was sicherlich auch für die Zuschauer ausreichend ist.

 

·         Allerdings dürfte die Aufstockung der Liga von acht auf zehn Teams im nächsten Jahr zu erheblichen organisatorischen Schwierigkeiten führen, worunter sicherlich die Qualität der Begegnungen zu leiden hat. Denn 18 anstatt 14 Spieltage für eine Mannschaft pro Spielzeit in einem Sport, der grundlegend als Individualsport konzipiert ist, bringt Terminkonflikte mit sich. Da die Spitzenakteure 30 bis 35 Wochen auf internationalen Turnieren weilen und parallel zur kommenden Saison auch noch die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele in London 2012 läuft, sind hier Kollisionen vorprogrammiert.

 

·         Ein mindestens genauso großes organisatorisches Problem sind die Dienstagsspieltage. Ausländische Spieler unter der Woche aus dem Training von ihren Trainern oder Verbänden freigestellt zu bekommen, war schon in der vergangenen Saison eine Schwierigkeit. Auch für die deutschen Spieler war ein Spieltag unter der Woche teilweise stressiger als am Wochenende. So zum Beispiel dann, wenn man am Dienstagsabend nach Spielende noch aus einer Entfernung von über 500 Kilometern zurück zu seinem Stützpunkt gelangen muss, wo am kommenden Morgen das Training stattfindet. Ebenso ist der Aufwand für die Vereine und ehrenamtlichen Helfer nicht unerheblich, wenn diese von der Arbeit kommend direkt Auf- und Abbau realisieren müssen.

 

·         Positiv ist sicherlich, dass alle Teams jetzt danach streben, möglichst weit vorne zu stehen, wenn es um Play-off Plätze geht. Der Tatsache geschuldet, dass nur noch ein Spiel ausgetragen wird, und wenn dies dann vor heimischem Publikum ist, bringt es doch einen erheblichen Vorteil mit sich.

 

Zusammenfassend betrachtet, wird wohl gerade die kommende Saison mit der erhöhten Doppelbelastung (Olympia und Bundesliga) darüber entscheiden, welche Neuerungen sich dauerhaft etablieren können. Diesem Verlauf entsprechend, bestehen auch Auswirkungen auf die dauerhafte Qualität der Akteure in der Bundesliga. Gibt es zukünftig eine von Europas bestbesetzten Ligen in Deutschland? Oder zeigt die Entwicklung Richtung „Amateursport“ für Mannschaftswettbewerbe und Individualwettbewerbe werden das einzige Aushängeschild des Profibadminton?"

 

badminton.de: „Vielen Dank für diese ausführliche Einschätzung und alles Gute für die kommende Spielzeit!“

 

  

PTSV Rosenheim

 

 

Mit zwei Siegen (gegen den VfL 93 Hamburg und beim SC Union Lüdinghausen), sechs Unentschieden und sechs Niederlagen verzeichnete Aufsteiger PTSV Rosenheim am Ende der Spielzeit 2010/2011 eine Bilanz von 10:18 Punkten und belegte damit in der Tabelle der 1. Bundesliga Platz fünf. Wie die Verantwortlichen der Mannschaft aus Bayern dieses Abschneiden einschätzen, erfahren Sie nachfolgend:  

 

Rena Eckart, Abteilungsleiterin Badminton beim PTSV Rosenheim:

 

 

„Wir haben unsere hochgesteckten Ziele erreicht. Die sportliche Leistung und das Ergebnis können sich sehen lassen. Die Etablierung dieser 1. Bundesliga hier im Süden Deutschlands ist gelungen. Wir sind froh über die wirklich gute Präsentation unserer Heimspiele. Regelmäßig waren durchschnittlich 200 Zuschauer zu Gast.

 

Hervorragend war die Arbeit unseres Heimspiel-Orgateams. Hier sind Mitdenker und Anpacker am Werk. Man spürt sehr deutlich, es geht um das gemeinsame Ziel, qualitativ hochwertige Rahmenbedingungen für die Wettkämpfe zu schaffen und alles dafür zu tun, damit die Zuschauer Badminton als wertvolles Event erleben, zu dem sie gern wiederkommen.

 

Mit den Sponsoren und privaten Geldgebern an unserer Seite können wir von einem weitaus professionelleren Schritt in Sachen Marketing sprechen, als es noch im Jahr davor der Fall war. Rosenheim ist um ein sportliches Event reicher geworden. Die Marke „Badminton“ konnte in der Stadt und auch im Umland einen großen Schritt auf der „Statusleiter“ nach oben klettern.

 

Unsere Arbeit trägt im Bayerischen Badminton-Verband und insbesondere im Bezirk Oberbayern dazu bei, dass die heimischen Vorbilder und Idole für unseren Bayern-Nachwuchs nicht ausgehen, aber auch dass viele bayerische Vereine durch den Spitzensport vor der eigenen Haustür ihre Motivation und Gemeinschaft behalten, ja sogar neu ankurbeln.

 

Ich möchte an dieser Stelle allen, die zum Gelingen beigetragen haben, herzlich danken. Ich freue mich auf die neue Saison - schau’n wir mal, an welcher Qualitätsschraube wir noch drehen können.“

 

(Quelle: www.badminton-ptsv-rosenheim.de).

 

Neben dieser Einschätzung finden Sie auf der Vereinshomepage unter www.badminton-ptsv-rosenheim.de noch zahlreiche weitere Stimmen. Hier geht´s direkt dorthin … Auch Video-Interviews sind dort zu finden.  

 


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