Huaiwen Xu - Nachrichten aus der Zeit nach ihrer Leistungssportkarriere

"Ich vermisse meine Freunde und die Fans in Europa sehr": Xu Huaiwen hat genug von Rocky Mountains und amerikanischen Hobbyspielern. Foto: privat

Xu Huaiwen Nationaltrainerin in Holland - Wie kam das zustande?  - badminton.de fragte nach

"Ich denke, mit Leistungssportlern zusammenzuarbeiten ist meine Leidenschaft"

Von Martin Knupp
(23.2.11) Am Rande der Europameisterschaft in der letzten Woche verkündete Badminton Nederland mit Stolz, dass unsere ehemalige deutsche Spitzenspielerin Xu Haiwen vom 1. April an Nationaltrainerin in den Niederlanden werden würde. badminton.de hat bei Xu Huaiwen, die im Besitz der Trainerlizenz A des DBVs ist, nachgefragt, wie es zu diesem Engagement gekommen ist. Bereitwillig gab sie Auskunft: "Ich arbeite seit anderthalb Jahren in einem Badmintonclub in Seattle wo allerdings die meisten Hobbyspieler sind. Ich trainiere ein paar gute 12 bis 22 Jahre alte Kinder. Aber deren erste Priorität ist die Schule. Das macht ein intensives Training sehr schwer. Wie ich in der Vergangenheit immer gesagt habe, ist Deutschland meine zweite Heimat geworden. Ich vermisse meine Freunde und die Fans in Europa sehr. Seattle hat mir zwar sehr gut gefallen und auch die Schule nach meinem Karriereende ist gut gelaufen. Auch viele Freunde habe ich hier gefunden. Aber irgendwie fehlt mir was. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich wusste, was ich nach der Karriere genau machen möchte und was wichtig für mich ist. Ich denke, mit Leistungssportlern zusammenzuarbeiten ist meine Leidenschaft, zumindest fühle ich zum jetzigen Zeitpunkt so."
Der Kontakt zu Badminton Nederland kam durch eine Stellenausschreibung zustande, die die Niederländer herausgegeben hatten. Huaiwen: "Durch Zufall habe ich die Anzeige für eine Nationaltrainerstelle bei Badminton Netherlands gesehen. Daraufhin habe ich mich einfach beworben. Ich habe den DBV vorher nicht kontaktiert da ich gedacht habe, dass alle jetzigen Trainerstellen schon besetzt sind."
Dennoch wusste DBV-Sportdirektor Martin Kranitz über Xu Huaiwens Bewerbung in den Niederlanden Bescheid: "Wir hatten im Vorfeld von meinem niederländischen Kollegen erfahren, dass sich Huaiwen auf die Stelle beworben hatte. Natürlich können wir uns vorstellen, dass in der Öffentlichkeit die Frage auftaucht, warum der DBV seine ehemalige Spitzenathletin den Niederländern nicht weggeschnappt hat. Aber das wollten wir zum einen nicht. Zum anderen haben wir bis Ende 2012, also bis nach den Olympischen Spielen in London, unser erfolgreich arbeitendes Leistungssportteam stehen. Und die dafür vorgesehenen Mittel sind bis dahin auch verplant. Für den Zeitraum 2013 bis 2016 werden die Karten dann aber wieder neu gemischt."
Beim niederländischen Verband ist Huaiwen zunächst bis Ende 2012 vertraglich gebunden. Sie soll den holländischen Spitzenspielern vor allem bei den großen Turnieren im Rahmen der Olympiaqualifikation helfen. Über ihre fernere Zukunft will sie sich noch nicht festlegen: "Ich möchte bis Ende nächsten Jahres eine Pause von der Uni machen. Aber ich habe vor, das Studium doch noch einmal fertig zu machen, es macht mir nämlich sehr viel Spaß. Doch ich weiß noch nicht wann. Und ich weiß auch noch nicht, ob ich ganz nach Europa zurückziehe. Ich möchte das alles jetzt noch nicht festlegen."

 

Überraschungsmeldung aus den Niederlanden
Xu Huaiwen wird holländische Nationaltrainerin
Von Klaus Hasselmann
(18.2.11) Alles andere als ein Randereignis verkündete der Niederländische Badminton-Verband am Rande der laufenden Mannschafts-EM in Amsterdam. Unsere ehemalige Superspielerin Xu Huaiwen wird holländischer "Bondscoach". Sie wird zusammen mit Bondscoach Gerben Bruijstens die niederländischen Spitzenspieler im Leistungszentrum Papendahl trainieren.
Martijn van Dooremalen, der technische Direktor von Badminton Nederland: "Wir sind überglücklich, dass wir eine derart erfahrene Ex-Topspielerin gewinnen konnten. Sie ist ein beträchtlicher Zugewinn für unsere Leistungssportteam."
Die fünffache Deutsche Meisterin und zweifache WM-Dritte lebt zurzeit noch in Seattle, wohin sie nach dem Ende der Karriere mit ihrem Mann verzogen war. Ihr Vertrag in den Niederlanden läuft vom 1. April 2011 bis zum 31. Dezember 2012.
Hier geht es zur entsprechenden
Meldung bei badminton.nl.

Fotos: Klaus Hasselmann

E-Book der Olympischen Jugendspiele mit Huaiwen Xu
(19.8.10, CP) Der fünfmaligen Deutschen Meisterin Huaiwen Xu ist anlässlich der 1. Olympischen Jugendspiele in der Geschichte eine große Ehre zuteil geworden: Die 35-Jährige wurde als eine von nur drei deutschen Sportlerinnen auserkoren, die den Nachwuchsathleten bei dem Großereignis als Vorbilder und Mentoren zur Seite stehen. Neben der zweimaligen Europameisterin im Dameneinzel sind dies die ehemalige Fechterin Claudia Bokel (Wermelskirchen) und die Olympiavierte im Rudern, Lenka Wech (Saarbrücken). Wie Huaiwen Xu ihre Aufgabe in Singapur beurteilt, erfahren Sie im E-Book der Olympischen Jugendspiele auf den Seiten 184 bis 189. Hier geht´s zum E-Book …

   

Xu Huaiwen nimmt als Mentorin an den Olympischen Jugendspielen 2010 in Singapore teil 
(14.8.10) Lesen Sie: Unsere Europameisterin wurde vom Weltverband als Vorbild für die Jugend ausgewählt.

Huaiwen Xu zog nach Seattle
(4.8.09, CP) Die erfolgreichste deutsche Badmintonspielerin aller Zeiten beendete im Sommer 2009 ihre Karriere und zog gemeinsam mit ihrem Ehemann in die USA, um dort ein Studium aufzunehmen. All jene, die Huaiwen Xu persönlich kennengelernt haben, werden die sympathische Sportlerin sicherlich vermissen.

 


Huaiwen Xu - Meldungen aus der Zeit ihrer glanzvollen Karriere

 

Foto: Bernd-Volker Brahms

... Bronzemedaillengewinnerin bei der WM 2005 und der WM 2006

... Europameisterin 2006 und 2008
... Deutsche Meisterin 2004, 2005, 2006, 2007 und 2008

   

(sprich: "uh-ei-wenn schüh" / Xu ist der Familienname)
Wohnort: Saarbrücken.
Geburtstag: 2. August 1975 in Guiyang (Provinz Guizhou / China)
Größe: 1,60 m / Rechtshänderin.
Verheiratet mit Bin Yang.
Beruf: Profi-Badmintonspielerin.
Vereine: 1. BC Bischmisheim (2003-2009), VfB Friedrichshafen (2000-2003).
Im September 2000 nach Deutschland gekommen, seit November 2003 deutsche Staatsbürgerin.
Erstes Länderspiel: 10.02.2004 im Uber Cup gegen Griechenland (5:0) in Presov (SVK).

Insgesamt: 64 Länderspiele (bis Juni 2009).
Beste Weltranglistenplatzierung: Dameneinzel Platz 1 am 22.6.06...


Größte Erfolge (alle als Einzelspielerin im Dameneinzel):

Dreimal Dritte bei den Chinesischen Meisterschaften 1994 bis 1996.

Dritter Platz bei den VIII Chinesischen Sport Games 1997.

Fünfmal Deutsche Meisterin (2004 bis 2008).

Bronzemedaillen WM 2005 in Anaheim und 2006 in Madrid.

Europameisterin 2006 in Den Bosch und 2008 in Herning.

2003: Siegerin bei Polish International, Finnish International, Austrian International, Cuba International, Spanish International, Scottish International, Bitburger Open Saarbrücken.

2004: HF Korea Open 5*, Olympiateilnehmerin in Athen (1/32), HF Dutch Open 2*, Finalistin German Open 2*, Siegerin Bitburger Open

2005: Finalistin Swiss Open 3*, Finalistin Thailand Open 3*, WM-Bronze, Siegerin Belgian International, Thessaloniki Open, Bitburger Open, Dutch Open 2*, Finalistin Denmark Open 5*

2006: Siegerin Swiss Open 4*, Europameisterin, Siegerin Bitburger Open 2*

2007: Finalistin German Open GP, Finalistin Russian Open GGP, 2x HF SS SUI SIN

2008: Europameisterin, HF bei den SS-Turnieren ENG, SUI.

Ihr Lichtbild wird noch lange über dem deutschen Badminton liegen...
Huaiwen Xu mit ihrer Bronzemedaille bei der WM 2006. Fotos: Bernd-Volker Brahms

Durch niemanden stand bisher Badminton so sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit wie durch Xu Huaiwen

                

Ein bedeutender Abschnitt in der deutschen Badmintongeschichte ist zu Ende

                     

Von Bernd-Volker Brahms
(30.6.09) Xu Huaiwen wird im August nicht zur Weltmeisterschaft ins indische Hyderabad fahren. Sie beendete ihre Karriere früher als ursprünglich geplant. "Ich hätte sehr gerne noch einmal mitgespielt, aber meine Knieverletzung lässt dies nicht zu", sagte die 33-Jährige am Sonntag. Gestern feierte sie in Saarbrücken in der Mensa der Landessportschule ihre Abschiedspartie. Etwa 60 Freunde waren gekommen, um ihr Lebwohl zu sagen. Morgen geht es dann mit Ehemann Bin Yang von Frankfurt aus in die USA. Zunächst ein paar Tage zu Verwandten nach Washington, dann in ihren zukünftigen Wohnort Seattle.
Bereits im Februar bei den German Open hatte sie angekündigt, dass sie in diesem Jahr mit dem Leistungssport aufhören werde. Vom DBV wäre sie noch für die WM (10.-16. August) nominiert worden, vermutlich hätte sie sogar noch einen Setzplatz bekommen, derzeit wird sie noch auf Rang zwölf der Weltrangliste geführt.
Doch jetzt will die zweifache Europameisterin, die seit 2003 einen deutschen Pass besitzt, zusammen mit ihrem Mann in den USA heimisch werden. In Seattle möchte sie BWL und Sport studieren. "Ich hatte acht sehr schöne Jahre in Deutschland und ich bin sehr dankbar für die große Unterstützung", sagte Xu Huaiwen. Es sei für sie nur sinnvoll gewesen, noch einmal bei der WM anzutreten, wenn sie fit gewesen wäre, hatte sie noch vor kurzem gesagt. Doch neben den Problemen mit dem Knie machte ihr auch der Ellenbogen des Schlagarms zu schaffen - 25 Jahren Leistungssport muss sie Tribut zollen. Ohnehin hatte sie das Training nach den Olympischen Spielen in Peking stark heruntergeschraubt. "Die Motivation ist nicht mehr da", erklärte sie bei ihrem letzten großen Auftritt bei den German Open im Februar dem deutschen Publikum.    
Von den chinesischen Trainern war Xu Huaiwen als junge Spielerin aufgrund ihrer geringen Größe von 1,60 Metern aussortiert und zur Sparringsparterin degradiert worden. Daraufhin hatte sie sich im Jahr 2000 per E-Mail an deutsche Vereine gewandt und im September des Jahres das Land verlassen, während ihre Trainingsgefährtinnen in Sydney bei den Olympischen Spielen Medaillen gewannen. Xu Huaiwen spielte zunächst für den VfB Friedrichshafen in der Bundesliga, ab 2003 wechselte sie zum 1. BC Bischmisheim, mit dem sie viermal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister wurde. Gleichzeitig wechselte sie zum Olympiastützpunkt nach Saarbrücken und trainierte dort mit den besten deutschen Männern zusammen.
Mit ihr kam ein Medaillenregen
Mit Xu Huaiwen wurde die erfolgreichste Ära in der 56-jährigen Geschichte des Deutschen Badminton-Verbandes eingeleitet. Sie gewann zweimal die Europameisterschaft (2008, 2006), kam ins WM-Halbfinale (2006, 2005), erreichte das Viertelfinale bei den Olympischen Spielen (2008) und schaffte mit der Frauen-Nationalmannschaft bei der WM zweimal den dritten Platz (2008, 2006). 64-mal streifte sie zwischen 2004 und 2009 das Trikot der Nationalmanschaft über, ihr letztes Spiel bestritt sie am 13. Mai bei der Mannschafts-WM. Beim 5:0 der deutschen Mannschaft gegen Frankreich gelang ihr dabei gegen ihre chinesische Landsfrau Pi Hongyan ein Zweisatzsieg. Es war das letzte Spiel ihrer Profikarriere.
DBV-Sportdirektor Martin Kranitz wird nicht müde zu beteuern, dass Xu Huaiwen ein Ausnahmefall für den Verband war. "Sie hat unsere Spieler mit ihrer professionellen Einstellung mitgezogen", so Kranitz. Allerdings werde der DBV künftig weiter auf eigene Talente setzen und nicht wie bei anderen Nationen üblich, Asiaten in größerer Zahl einbürgern. Er könne sich auch vorstellen, dass Xu Huaiwen als Trainerin nach Deutschland zurückkehrt: "Die Tür steht für sie offen."

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien am 2. März nebenstehender Artikel von Bernd-Volker Brahms, der sich mit Huaiwen Xus Rücktrittserklärung beschäftigt: Was kommt nach der deutschen Chinesin?
Zum besseren Lesen mit rechter Maustaste auf eigenen Rechner kopieren und mit Bildbearbeitungsprogramm betrachten.
Hier kann er aber auch bei faz.net angeschaut werden.

  

   

    

    

    

     

Keine Vertragsverlängerung mit dem 1. BC Bischmisheim
Huaiwen Xu beendet nach der Saison ihre Karriere
Von Pascal Blum
(24.2.09) Die zweimalige Europameisterin Huaiwen Xu vom 1. BC Bischmisheim beendet nach der Saison ihre erfolgreiche Karriere. Die 33-Jahre alte gebürtige Chinesin wird ihren Vertrag beim dreifachen Deutschen Mannschaftsmeister definitiv nicht verlängern. Das Aushängeschild des Deutschen Badminton-Verbandes zieht sich nach den Play-off-Spielen um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft langsam aus dem Badmintonsport zurück. Vielleicht spielt sie noch vereinzelt ein paar Turniere, doch in der zweiten Jahreshälfte wird sie ihre Karriere endgültig ausklingen lassen. „Ich werde schauen, wie es mir bis zum August geht. Bin ich körperlich fit, fahre ich vielleicht auch noch mit zur WM nach Indien, die vom 10. bis 16. August in Hyderabad stattfindet. Danach höre ich aber definitiv mit dem Badminton auf“, sagt die fünffache Deutsche Meisterin. Und Xu weiter: „Ich möchte mit dem BCB jetzt noch den Titel verteidigen, das ist mir sehr wichtig. Da werde ich mich noch Mal voll reinhängen, denn diesen Team-Erfolg will ich auf jeden Fall noch mitnehmen.“
Traurig über die Entscheidung, aber voller Dank für das Geleistete, äußerte sich Bischmisheims Teammanager und Vorstandsmitglied Thomas Tesche: „Wir bedauern Huaiwens Entscheidung zutiefst, da wir gehofft hatten, sie auch nach der Beendigung ihrer internationalen Karriere langfristig an das Saarland binden zu können. Es war eine großartige Zusammenarbeit über all die Jahre, die durch tolle gemeinsame Erfolge gekrönt wurden. Wir hoffen, mit einer erfolgreichen Titelverteidigung in der Bundesliga einen goldenen Schlusspunkt dieser Erfolgsgeschichte 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim und Huaiwen Xu setzen zu können. Der Verein wünscht Huaiwen auf jeden Fall alles Gute für ihre weitere Zukunft!“
Keine Trainerin - Huaiwen will sich um privaten Werdegang kümmern
Maximal vier Spiele wird Huaiwen Xu also noch das Trikot der Saarländer tragen, danach neigt sich die erfolgreichste Karriere im deutschen Badmintonsport langsam dem Ende zu. Nach dem Leistungssport möchte sich Xu nur noch um ihren privaten Werdegang kümmern. „Ich bin nicht nur körperlich müde, auch in meinem Kopf bin ich einfach nur ausgelaugt. Ich kann mich nur noch schwer motivieren“, sagt sie. Einen Job als Trainerin, in dem viele Badmintonspieler in Deutschland sie gern sehen würden, schließt sie aus.
Die aktuell Weltranglisten-Neunte und kann in all den Jahren auf etliche Erfolge zurück blicken: 2004 nahm Huaiwen Xu für Deutschland an den Olympischen Sommerspielen in Athen teil. Zum Auftakt des Jahres 2006 gewann sie das Dameneinzel der Swiss Open in Basel, das drittwichtigste europäische Grand-Prix-Turnier. In der wöchentlich aktualisierten Weltrangliste vom 22. Juni 2006 belegte sie als erste Spielerin in der Geschichte des DBV den 1. Platz. Im gleichen Jahr wurde sie auch Sportlerin des Jahres im Saarland. Ferner holte die sympathische Spielerin 2006 und 2008 mit der Nationalmannschaft der Damen jeweils WM-Bronze sowie 2006 und 2008 jeweils EM-Bronze. Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, bei denen sie an Position sieben gesetzt war, verlor sie im Viertelfinale knapp mit 21:19 und 22:20 gegen die an Position 1 gesetzte und Weltranglisten-Erste Xie Xingfang. Damit ist sie die erste für den DBV spielende Starterin, die bei Olympischen Spielen ein Viertelfinale erreicht hat. Im vergangenen Jahr wurde sie von Innenminister Wolfgang Schäuble mit dem Silbernen Lorbeerblatt geehrt - der höchsten deutschen Auszeichnung für sportliche Leistungen.

Bei  FOCUS online werden Huaiwen die Daumen gedrückt
(30.7.08) Nachdem die Printausgabe des Wochenmagazins FOCUS schon ausführlich über Xu Huaiwen berichtet hatte (siehe untere Meldung vom 29.5.08), erschien jetzt auch mit Datum 25. Juli ein Bericht bei Focus online. Titel "Daumen drücken für Huaiwen". Das meldet Johannes Bilo aus Langenfeld. Als Grundlage diente ein dpa-Bericht.
Hier kann der Artikel bei Focus online abgerufen werden. Auch der Artikel der Printausgabe ist jetzt online verfügbar (s.u.). 

Zauberhafter Auftritt im Aktuellen Sportstudio
Huaiwen kam aus dem Nebel
(20.7.08 MK) Einen gelungenen Auftritt hatte Huaiwen Xu gestern Abend im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Nachdem Moderator Wolf-Dieter Poschmann sich mit der Ruderin Kathrin Boron unterhalten hatte, kündigte er unsere Olympiateilnehmerin an. Die ZDF-Leute hatten ihr einen showreifen Auftritt inszeniert: Nachdem sich zwei Türhälften aufgeschoben hatten, sah der Zuschauer zunächst nur dichten Nebel aus dem Huaiwen - wie aus einer fernen Welt kommend - heraussschritt. Mit Charme, Klugheit und der ihr eigenen Fröhlichkeit beantwortete sie dann die Fragen nach ihrem guten Deutsch, nach ihrer Übersiedlung nach Friedrichshafen und der späteren Einbürgerung. Sicher umschiffte sie auch die unvermeitlichen Klippen Kindertraining, Tibet und Menschenrechte. Für die Leser der vielen Interviews, die sie in den letzten Monaten gegeben hatte, war vielleicht nur die Antwort verblüffend, dass sie den Unterschied zwischen den Ländern China und Deutschland am Ende als gar nicht so groß erlebt hätte, wie sie sich ihn vorher ausgemalt habe.
Höchst angenehm, dass Poschmann sich den obligatorischen Moderatoren-Hinweis verkniff, Badminton sei mit dem Federball im Garten nicht zu vergleichen und dass die Redaktion auf den Aufbau eines Netzes verzichtet hatte, an dem Huaiwen ein paar Schläge spielen musste. Nur beim Torwandschießen musste Huaiwen passen. Am Ende freute sie sich darüber, dass sie überhaupt die Wand getroffen hatte. Beim "typisch chinesischen" Glückskeksziehen (Xu: "Nur für Touristen - Das hab ich noch nie in China gesehen") erwischte sie den Spruch: Der Wohlstand klopft an deine Tür. "Ist doch gut, oder?", freute sie sich.
Auf der Sportstudioseite des ZDF ist die in der ZDF-Mediathek gespeicherte Videoaufzeichnung abzurufen. -  Teil 2.

  

Xu Huaiwen erhielt Einladung ins Aktuelle Sportstudio des ZDF
Medialer Ritterschlag für unsere zweifache Europameisterin
Von Pascal Blum
(18.7.08) So eine Einladung bekommt man nicht alle Tage. Anfang der Woche klingelte bei Bischmisheims Pressesprecher Pascal Blum das Telefon. An der anderen Leitung - der ehemalige Chef der ZDF-Hauptredaktion Sport, Wolf-Dieter Poschmann. Seine Frage: Ob Huaiwen Xu am kommenden Samstag als Studiogast ins „aktuelle sportstudio“ kommen könne? Schnell wurde der Kontakt zu der Spielerin des BC Saarbrücken-Bischmisheim hergestellt. Trotz stressiger Olympiavorbereitung und dem damit verbundenen engen Terminplan ließ sich die erste deutsche WM-Medaillengewinnerin nicht lange Bitten. So heißt es für alle Badminton-Fans am nächsten Samstag, 19 Juli um 22.45 Uhr: Huaiwen gucken im ZDF.
Durch die Sendung führt Wolf-Dieter Poschmann selbst. Um 21 Uhr muss Huaiwen Xu spätestens in Mainz eintreffen. Ob die zweifache Europameisterin nun der erste Gast aus dem Badmintonsport bei der seit 1963 existierenden Sendung ist, wusste auch beim ZDF keiner genau zu sagen. Die Vermutung der TV-Macher vom Lerchenberg lautete: „Ja, wahrscheinlich schon!“ Besser wissen dies sicher die Vollblut-Statistiker. So oder so - für die 32-jährige Saarländerin ist dies neben der Auszeichnung mit dem Silberneren Lorbeerblatt die nächste hohe Anerkennung für ihre gezeigten Leistungen.
Hier gibt es Informationen zur Sendung bei zdf.de. Dort kann auch noch einmal das Video (1:40 min) aus der Nachrichtensendung vom 7.5.08 (siehe untere Meldung) abgerufen werden. Eine Wiederholung der Sendung gibt es um 1.45 Uhr bei 3SAT. 
Vorherige Besuche im Sportstudio.

Huaiwen Xu erhielt das Silberne Lorbeerblatt aus den Händen von Bundesinnenminister Schäuble
Nach der Ehrung gab es im Hilton ein Galadiner
(4.6.08) Es war eine große Zeremonie, bei der unsere zweifache Europameisterin Huaiwen Xu mit dem Silbernen Lorbeerblatt geehrt wurde. Am 28. Mai waren die ausgezeichneten Athleten nebst Begleitung ins Hotel Hilton nach Berlin geladen. Die höchste staatliche Auszeichnung für Sportler wurde in Stellvertretung von Bundespräsident Horst Köhler vom für den Sport zuständigen Innenminister Wolfgang Schäuble vorgenommen. Geehrt wurden mehrfache Medaillengewinner bei Welt- oder Europameisterschaften aus nichtolympischen und olympischen Sportarten. Bei den olympischen Sportarten gehörten neben Huaiwen noch der Turner Fabian Hambüchen und von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung unter anderen Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum, Marcus Ehning und Isabell Werth zu den Ausgezeichneten. Box-Weltmeisterin Regina Halmich wurde für ihre Pionierleistung im Frauen-Boxen geehrt.
Dass nicht nur der sportliche Erfolg allein, sondern auch Persönlichkeit und Auftreten gewürdigt werden, darauf wies Minister Schäuble in seiner Laudatio hin: "Sie haben unser Land als Botschafter des Sports hervorragend vertreten und durch ihren Einsatz zentrale sportpolitische Ziele der Bundesregierung wie Toleranz, Fair Play und den entschlossenen Kampf gegen Doping mit Leben erfüllt."
Huaiwen wurde begleitet von ihrem Ehemann Bin Yan. Außerdem waren DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst und Sportdirektor Martin Kranitz unter den geladenen Gästen. Nach den Ehrungen gab es für die Gäste dann ein Galadiner. Und natürlich Interviews. "Seit ich 2000 nach Deutschland gekommen bin, ist die Popularität von Badminton schon viel besser geworden", sagte Huaiwen in eine Kamera der ARD. Moderator der zweieinhalbstündigen Veranstaltung war ZDF-Moderator Wolf-Dieter Poschmann.
Hier kann bei sport.ard.de ein zweiminütiges Video über die Verleihung angeschaut werden.
Zu einem Bericht über die Verleihung auf der Website des 1. BC Bischmisheim.

Glückwünsche vom Minister. Foto: Bundesbildstelle
Strahlten ebenfalls mit: Huaiwens Ehemann Bin Yang... Fotos: DBV
...DBV-Präsident Karl- Heinz Kerst (re) und Sportdirektor Martin Kranitz.

Große Berichte im Focus und in der Süddeutschen
Medienstar Xu Huaiwen weiterhin in allen Blättern
(29.5.08) Unsere Deutsche Meisterin, Europameisterin und Olympiateilnehmerin Xu Huaiwen erfreut sich auch weiterhin höchsten Medieninteresses. In dieser Woche berichten gleich zwei bedeutende deutsche Blätter über sie und ihr Schicksal. Zunächst gibt es im Wochenmagazin FOCUS (Ausgabe Nr. 22 vom 26. Mai) einen Artikel. Darauf weist Manfred Giehl, Beisitzer im Referat für Schiedsrichterwesen hin. Auf den Seiten 158/59 berichtet David Mayer unter dem Titel "Comeback in Peking - Deutschlands große Olympia-Hoffnung kommt ausgerechnet aus China".
Alexander Strafner vom Kirchheimer SC meldet, dass in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (29. Mai) ein einseitiges Interview mit Xu Huaiwen abgedruckt ist. Dort erzählt sie ausführlich über ihre chinesische Heimat. Es kann auch online abgerufen werden: "Kritik haben wir in China nicht gelernt". Interviewer war Thomas Hahn.

Erst zum sechsmal ging die renommierte deutsche Sportlerauszeichnung an einen Badmintonsportler
Europameisterin Huaiwen Xu mit dem Silbernen Loorbeerblatt ausgezeichnet
Von Claudia Pauli
(26.5.08) Große Anerkennung für Badminton-Europameisterin Huaiwen Xu: Die zweimalige Goldmedaillengewinnerin im Dameneinzel bei der Individual-EM erhält die höchste deutsche Auszeichnung für sportliche Leistungen, das „Silberne Lorbeerblatt“. Die Aushändigung des Ehrenzeichens erfolgt am 28.05.2008 im Rahmen einer größeren Veranstaltung in Berlin, bei der mehr als 100 Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet werden, durch den Bundesminister des Inneren, Dr. Wolfgang Schäuble.
Die aktuelle Weltranglistenachte (Stand: 22.05.2008) gewann in ihrer Paradedisziplin unter anderem zweimal WM-Bronze (2005, 2006), zweimal EM-Gold (2006, 2008) und wurde fünfmal in Serie Deutsche Meisterin (2004-2008). Ferner holte die sympathische Spielerin 2006 und 2008 mit der Nationalmannschaft der Damen jeweils WM-Bronze sowie 2006 und 2008 jeweils EM-Bronze.
Darüber hinaus bestritt die 32-Jährige, die in Peking an ihren zweiten Olympischen Spielen teilnimmt, bereits mehr als 50 Länderspiele für Deutschland.
„Die Auszeichnung ist eine große Ehre für mich. Ich hätte dies vorher nicht erwartet. Die Auszeichnung wird mich in meiner Karriere sicherlich weiterbringen“, sagte Huaiwen Xu, die sich durch ihre offene und freundliche Persönlichkeit auszeichnet und ein Vorbild unter anderem in puncto Leistungswillen und professionellem Verhalten in Training und Wettkampf ist.
Den Präsidenten des DBV, Karl-Heinz Kerst (Kleve), erfüllt die Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes an Huaiwen Xu ebenfalls mit großem Stolz: „Diese Auszeichnung an eine verdiente und tadellose Sportlerin ist indirekt auch eine Anerkennung der hervorragenden Leistungssportarbeit im Deutschen Badminton-Verband, für die das gesamte Team verantwortlich ist. Deshalb dürfen sich auch alle Mannschaftskolleginnen und -kollegen sowie der gesamte Betreuerstab ganz herzlich mit Huaiwen über diese Ehrung freuen. Ich fahre mit viel Freude nach Berlin und erwarte dort eine stilvolle und emotionale Feierstunde, die allen Beteiligten sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird“, sagte Karl-Heinz Kerst.
Vor Huaiwen Xu, die Anfang Mai zum dritten Mal in Folge mit dem 1. BC Bischmisheim die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gewann, erhielten bislang fünf Spieler/innen des DBV das Silberne Lorbeerblatt: die Europameister Irmgard Gerlatzka (geb. Latz), Dr. Wolfgang Bochow, Roland Maywald und Willy Braun sowie die mehrmalige Vize-Europameisterin Marieluise Zizmann (geb. Wackerow).

Das Silberne Lorbeerblatt 
.
..wird für herausragende sportliche Leistungen verliehen. Bei der Wertung der Leistungen wird ein strenger internationaler Maßstab angelegt. Darüber hinaus muss der sportlichen Leistung eine vorbildliche menschliche und charakterliche Haltung des bzw. der Auszuzeichnenden entsprechen. Der Bundespräsident verleiht das Ehrenzeichen auf Antrag des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) oder des Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Das Silberne Lorbeerblatt wurde am 23.06.1950 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet.


Kurzbericht über Xu Huaiwen in Nachrichtensendung heute
(7.5.08) Das ZDF sendete heute im Sportblock der 15-Uhr-Nachrichtensendung einen Beitrag über unsere Olympiateilnehmerin Huaiwen Xu, der als filmische Illustration des Berichtes von Bernd-Volker Brahms vom 22. April auf der Internetseite des ZDF (siehe untere Meldung vom 29.4.08) angesehen werden kann.
Huaiwen berichtete im O-Ton über ihre Ausmusterung in China, und darüber, dass sie sich sehr darauf freue, in Peking zu spielen, wo sie auch noch Fans habe. Aufgenommen waren die Sequenzen am Olympiastützpunkt in Saarbrücken. Garniert wurden sie mit Spielszenen von der Deutschen Meisterschaft in Bielefeld.
Mühe hatte Moderator Rudi Cerne mit dem Aussprechen von Huaiwens Namen. In der Abmoderation gab er sich aber optimistisch: "Bis Peking kriegen wir das hin."
Hier kann der Bericht von ZDF.de als Video heruntergeladen werden: Badminton-Ass Xu: Zu klein für China.

 

Internetseite von ZDFsport sieht Xu "Auf dem Weg nach Peking"
(29.4.08) Auf der Internetseite des Zweiten Deutschen Fernsehens erschien im Rahmen der Reihe "Auf dem Weg nach Peking" am 22. April ein Beitrag über Xu Huaiwen unter dem Titel "In China noch eine Rechnung offen - Bei Olympia will Xu über sich hinauswachsen". Autor ist Bernd-Volker Brahms. Hier ist er abzurufen.

Rheinische Post berichtete über Olympiakandidatin Xu
(5.3.08) Die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post berichtete am 4. März in ihrem Hauptsportteil in der Reihe "Blickpunkt Olympia" in einem großen Beitrag über Xu Huaiwen und ihre Beziehung zu China. Hier kann der Beitrag
"Die Rückkehr der Verstoßenen" als pdf-Datei heruntergeladen werden. Autorin ist Stefanie Sandmeier.

Zum 1. September 2007 Wechsel von Babolat nach Yonex
(26.10.07) Die Firma Yonex teilt mit, dass die Deutsche Meisterin und zweifache Weltmeisterschaftsdritte Xu Huaiwen jetzt mit Yonex einen Ausstattervertrag abgeschlossen hat. Lesen Sie: WM-Bronzemedaillengewinnerin Xu Huaiwen jetzt bei Yonex. 

Vier Siege in Folge
(16.10.05) Im Herbst 2005 gelang Xu Huaiwen eine Serie von vier Turniersiegen in Belgien, Thessaloniki, Saarbrücken und Niederlande hintereinander. badminton.de sprach mit ihr nach dem Sieg bei den Dutch Open. „Ich war so kaputt, ich dachte, ich schaff das nicht“

    

Xu holte die erste Weltmeisterschaftsmedaille für Deutschland
(21.8.05) Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2005 in Anaheim sprach badminton.de mit Xu Huaiwen
„Das Training ist manchmal sauhart für mich“.

Endspielniederlage bei den Thailand Open 2005
(3.4.05) badminton.de deckte die die wahren Gründe für Xu Huaiwens Finalniederlage beim thailändischen Drei-Sterne-Grand-Prix auf: Das qualvolle Finale der Huaiwen in Bangkok. 

    

Xu nimmt mit der deutschen Frauenmannschaft an der Uber-Cup-Finalrunde teil
(13.5.04) Aus Anlass der Uber-Cup-Finalrunde in Jakarta berichtete DIE WELT am 12. Mai über Xu Huaiwens Weg von China nach Deutschland, von ihrer erfolgreichen Rückkehr ins internationale Rampenlicht nach vierjähriger Pause und von ihrer Bedeutung für das deutsche Team. Autor ist Christian Putsch. Chinas Kleinste, Deutschlands Größte.

  

Herrscht wieder Frieden im Land?
(27.2.04) Die Berliner Morgenpost nahm für den Vorbericht zum Play-down-Halbfinale EBT Berlin gegen Ludwigshafen Xu Huaiwens Einbürgung als Aufhänger. Autorin Doreen Mechsner titelt:
Erfolg importiert - Die Chinesin Huaiwen Xu soll das deutsche Badminton-Team nach vorne spielen.

Vertritt jetzt Deutschland: Xu Huaiwen, hier bei den Hongkong Open 2003. Foto: ©Edwin Leung.

Xu Huaiwen fand über E-Mail-Kontakte den Weg nach Deutschland

"Im chinesischen Trainingscamp war ich sehr unzufrieden"

(1.2.04) badminton.de sprach mit Deutschlands Neuzugang nach ihrem Titelgewinn bei der Deutschen Meisterschaft 2004 in Bielefeld.
Wie war das Gefühl bei der ersten Deutschen Meisterschaft?
Ich war sehr aufgeregt. Petra hat sehr gut gespielt. Sie hat ein hohes Potenzial. Ich gratuliere ihr.
Bevor du nach Deutschland kamst, warst du Mitglied der chinesischen Nationalmannschaft?

Ich war im chinesischen nationalen Trainingscamp 1996 bis 1998. Und vorher schon mal ein Vierteljahr. Pi Hongyan, die heute in Frankreich spielt, war mit mir da.
Wer war zur damaligen Zeit bei den Damen die Beste?
Das war Ye Zhaoying, die war Weltmeisterin 1995 und danach noch mal. Und meine Trainerin war Li Lingwei, die war früher auch Weltmeisterin. Sie ist heute auch nicht mehr da. Ist Funktionärin.
Aber zur Nationalmannschaft hast du dennoch nicht gehört?
Es war schwer. Ich war daher auch sehr unzufrieden. Ich habe für meinen Trainingseinsatz keine Belohnung bekommen. Ich durfte nicht mit zu internationalen Turnieren. Ich glaube, ich war den Trainern zu klein. Ich bin nur 160 und die wollen große Spielerinnen.
Hast du daneben noch eine Ausbildung oder Schule gemacht?
Ich durfte nichts tun. Musste den ganzen Tag nur trainieren. Ich war am Ende total unzufrieden. Ich durfte nicht spielen und auch nichts lernen.
Und dann hast du aufgehört?
Auch das ist nicht einfach. Ich musste sehr diplomatisch sein, weil Chefcoach Li Yongbo sehr viel Macht im chinesischen Badminton hat. Aber dann wurde ich verletzt und bin zurück in meine Provinz.
Wie bist du dann nach Deutschland gekommen?
Ich habe einfach viele E-Mails an deutsche Vereine geschickt. Und so ist der Kontakt zu Friedrichshafen kommen. Dort bin ich 2000 hingekommen und habe in der 1. Bundesliga gspielt, bis sie im vorigen Jahr leider kein Geld mehr hatten.
Jetzt bist du Deutsche geworden?
Als sich mir die Chance geboten hat, hab ich das gemacht. Ich freue mich für Deutschland zu spielen und so viele gute Plätze zu holen, wie es geht. Immer wenn ich Zeit habe, lerne ich weiter Deutsch. Ich will bald auch den Führerschein machen. Einen chinesischen hab ich schon. Leider muss ich in diesen Monaten viel trainieren.
Wer ist in Europa noch vor dir?
Ich glaube nicht mehr viele. Yao Jie habe ich geschlagen. Pi jetzt auch. Ich muss nur noch viel fitter werden.


© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.