Zur Titelseite WM - Individual.

  

Individual-WM 2009

Vom 10. bis 16. August in Hyderabad (Indien), GMC Balayogi Indoor Stadium, Gachibowli. 
BWF-Turnierklassifikation: Level 1. Referee: Juniarto Suhandinata (INA).

Zur Turnierwebsite bei der BWF. Zu badmintonindia.org.
Infos über Hyderabad.

Zeitdifferenz: Hyderabad ist 3:30 Stunden voraus: 16 Uhr Ortszeit sind 12.30 Uhr bei uns.

Zu den Turniertableaus im  HE  -  DE  -  HD  -  DD  -  MX. Zu den Tagesergebnissen. Zum Livescore.

    

Aus Hyderabad berichtet Martin Knupp      

   

       

           

Die Weltmeister von Hyderabad 2009

HE: Lin Dan (CHN)
DE: Lu Lan (CHN)
HD: Cai Yun & Fu Haifeng (CHN) 
DD: Zhao Tingting & Zhang Yawen (CHN)
MX: Thomas Laybourn & Kamilla Rytter Juhl (DEN)
.

             

 

Der Medaillenspiegel
Drei Medaillen gingen nach Europa

 

 

Gold

Silber

Bronze

China

4

3

3

Dänemark 

1

-

1

Indonesien

-

1

2

Korea

-

1

1

Malaysia

-

-

2

Frankreich

-

-

1

   

               

          

      

Günter Wagner auf dem Weg zum BWF-Line Judge
Nach Hyderabad der Linien wegen
(15.8.09) Den Flug nach Hyderabad hat er selbst bezahlt, für die Unterkunft und Verpflegung sorgte der Ausrichter. Dafür durfte oder musste, je nach Gesichtspunkt, NRW-Schiedsrichterwart Günter Wagner bei der WM über die Linien wachen. Jeden Tag war er im Einsatz: „Es waren in etwa fünf Spiele pro Turniertag, dazu die Spiele im Halbfinale und Finale.“
Insgesamt waren etwa 90 Linienrichter im Einsatz, 10 davon Nichtinder. Aus Europa neben Günter noch Netty Oomes aus den Niederlanden und Lajos Csanda aus Ungarn, mit dem er auch das Zimmer teilte. 
Bei Spielen mit deutscher Beteiligung saß Günter allerdings nicht an der Linie: „Das lag aber daran, dass ich das erste Spiel von Marc gegen Cordon, für das ich eingeteilt war, getauscht hatte. Ich wollte Konflikten aus dem Weg gehen.“
Wie weit es mit der angekündigten offiziellen Zertifizierung für BWF-Line Judges ist, wusste Günter nicht so genau zu sagen: „Ich weiß nur, was ich gehört habe. Im Herbst soll es eine BWF-Council-Sitzung darüber geben. 50 Linienrichter sollen zertifiziert werden. 14 davon aus Europa, aus Deutschland sind Simon Adams und ich gemeldet. 10 sind allerdings gesetzt. Das sind jene, die bei Olympia in Peking an der Linie saßen.“
Mit Tourismus war es allerdings nicht viel in diesen Tagen: „Ich bin Samstag vor einer Woche angekommen und fliege Montag wieder heim. Ich bin noch nirgendwo in der Stadt gewesen. Man hat uns, wenn ich das so sagen darf, ‚empfohlen’, das Hotel nicht auf eigene Faust zu verlassen. Andererseits ist die Umgebung, in der die Halle und das Hotel liegen, auch nicht gerade attraktiv. Immerhin haben sie uns für den Vormittag des Endspieltages eine Stadtrundfahrt versprochen." 
Kontakt zu anderen Deutschen hat er kaum gehabt, es sind auch nicht viele vor Ort: „Und auch hier in der Halle ist es sehr schwierig, die zugeteilten Bereiche zu verlassen. Die Halle ist sehr unübersichtlich und überall stehen Sicherheitsleute, die einen nicht weiterlassen.“
Was die Organisation angeht, teilt er die Ansicht der meisten Ausländer hier: „Die Inder sind sehr freundlich und bemüht. Das Problem ist, dass jeder was zu sagen hat und keiner. Aber irgendwie läuft es dann doch immer. Man muss Geduld haben.“

Erleiden das Geschehen auf dem Feld mit: Die beiden Bundestrainer Xuyan Wang (vorne) und Jakob Hoi. Foto: Mehrshad Aschmann

Diesmal wurde es noch nichts mit einem Weltmeistertitel
Trainer Xuyan Wang hat vor den Spielen seiner Schuetzlinge feuchte Haende und Magenschmerzen
(14.8.09) Seinen Anteil am erfolgreichen Abschneiden von Juliane Schenk - jede indische Zeitung hatte ihren Sieg gegen Wang Yihan in den Schlagzeilen - hat auch ihr Trainer am Bundestuetzpunkt Muelheim Xuyan Wang. Der fruehere Vereinstrainer des FC Langenfeld, der schon Oliver Pongratz und Bjoern Joppien bis an den Fuss der Weltklasse herangefuehrt hat, ist seit dem 1. Januar Bundestrainer. mit dem Verantwortungsbereich Dameneinzel. Julianes Achtelfinalspiel gegen Yihan, bei der ihr der triumphale Sieg gelang, hatte er mit unendlicher Akribie anhand von Videostudien vorbereitet. Jakob Hoi, der Bundestrainer fuers Herrendoppel, der Xuyan beim Coachen assistierte: "Ich war meistens dabei, wenn er mit Juli alles besprochen hat. Es ist unglaublich, was Xuyan gearbeitet hat. Und als wir nachher hinter dem Feld auf dem Stuhl sassen, ist genau das von der Chinesin gekommen, was er vorher herausgearbeitet und angekuendigt hatte. Es war fuer mich verblueffend, das zu sehen. Respekt fuer diese Arbeit."
Auch Juliane war nach dem Achtelfinale zufrieden mit ihrem Trainer: "Von der Vorbereitung her hat er es super gemacht. Das war eine gute Arbeit. Hat ja dann auch geklappt."
Nur mit dem von Xuyan angestrebten Weltmeistertitel hat es diesmal noch nicht ganz geklappt. "Ich will einen Weltmeister herausbringen", hatte er schon vor Jahren ehrgeizig verkuendet. Als das unter Langenfelder Vereinsbedingungen nicht moeglich war, ist er zum DBV gewechselt.
Entsprechend enttaeuscht war er nach Julianes verlorenem Viertelfinale gegen Pi. Aber er sah auch Julianes Grenzen an diesem Tag. "Ich habe versucht, sie immer wieder zu puschen, ihr zu sagen, was das fuer in eine grosse Chance ist heute. Aber sie konnte ihrem Koerper keine Energie mehr abrufen."
So wird er wohl weiter in den Stunden vor den entscheidenden Wettkaempfen mit feuchten Haenden und Magenschmerzen auf den Beginn warten. Was niemand glaubt, der ihn ruhig im Spielerblock sitzen sieht - vor den Wettkaemfen ist Xuyan extem nervoes.

Internetvideos bei badmintonfreak
Zwiebler gegen Tago
Domke gegen Lee Chong Wei
Dort ist der auf badminton.de angesprochene Ballwechsel bei 9:40 min zu sehen. Kommentator zu Dieter Domkes Spiel im 1. Satz: "Domke, 121-ranked in the world, is playing a fabulous match. He is performing above himself. Great work." 
Livebilder
WM-Spiele aus Hyderabad sollen nach einem Hinweis von Tobias Schultze auch live bei Astro Supersport gezeigt werden.
Die Halbfinals und Endspiele überträgt der chinesischen Fernsehsender cctv5, der auch im Internet zu emfangen ist.
unter: www.wwitv.com "China" auswählen und den Stream von cctv5 aktivieren.
Die Übertragung könnte es unter http://www.netzwelt.de/iptv/4-cctv5.html geben - wenns klappt.

Presseberichte in Deutschland
SR online am 11.8.09
Sport1.de am 10.8.09

Alarm zurueck
(13.8.09) Entwarnung in Sachen Schweinegrippe. Zwar nicht in Indien, wo erneut einige Todesfaelle zu beklagen sind, aber im WM-Umkreis. Die moegliche Gefaehrdung des malaysischen Teams hat sich gluecklicherweise nicht bestaetigt. Die Grippesymptone beim dem in ein Krankenhaus eingelieferten malaysischen Trainer haben sich als harmlos herausgestellt. Das erkaerte heute der Generalsekretaer der BWF Stuart Borrie. "Die moegliche Gefaehrdung durch H1N1 brachte zusaetzlichen Druck auf Offizielle und auf die malaysischen Spieler. Insofern war der negative Befund eine sehr gute Nachricht fuer uns alle."
Fuer Verwunderung sorgte gestern noch das oesterreichische Doppel Juergen Koch & Peter Zauner. Sie entschieden sich, vom Turnier zurueckzuziehen und abzureisen. Sie wuerden sich nicht sicher fuehlen in Hyderabad, liessen sie erklaeren. Es haette zudem eine entsprechende Empfehlung der oesterreichischen Botschaft und des Aussenministeriums gegeben. Der oesterreichische Coach und ein anderer Spieler sind jedoch noch vor Ort. Die BWF bedauert, dass kein Oesterreicher am Teammanagers-Meeting teilgenommen habe oder bei der BWF vorgestellig geworden sei, um Sichehreitsaspekte zu besprechen. 

Spiegel online berichtet über Marc Zwiebler
(12.8.09) Aus Anlass der WM berichtete gestern die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins SPIEGEL über unseren Deutschen Meister Marc Zwiebler. Titel der von Christian Gödecke verfassten umfangreichen zweitteiligen Personality-Storie "Schlauer Schläger - Fatater Deal mit sich selbst". Darin erfährt der Leser nicht nur, dass Marc den Spagat zwischen Bildung und Badminton schaffen will, sondern auch, warum seine Indienteilnahme fast an Ereignissen am Flughafen Hahn gescheitert wäre.
Hier kann er abgerufen werden.

Malaysischer Coach nach Fieber in Isolation
Jetzt hat die Schweinegrippe auch nach der WM gegriffen
(11.8.09) Schreckensmeldung in den Nachrichtensendungen der indischen Fernsehsender am heutigen Morgen. In der Berichterstattung über die Ausbreitung der Schweinegrippe tauchte plötzlich auch die Badminton-WM auf. Das malaysische Team sei isoliert. Bei genauerer Betrachtung des hinter den marktschreierischen Schlagzeilen stehenden Sachverhaltes ergab sich, dass ein malaysischer Coach waehrend der Nacht leichtes Fieber bekommen hatte. Da dies ein Symptom für den H1N1-Virus sein konnte, war er vom Team isoliert worden und in ein Krankenhaus zur Beobachtung gebracht worden. Die malaysischen Spieler sind von dem Vorgang allerdings nicht berührt. "Warum sollen wir sie nicht spielen lassen", erklärte Referee Suhandinata auf Nachfrage in der Halle. "Wir wissen ja noch nicht, ob es das Virus auch tatsächlich ist. Die Tests dauern zwei Tage."
Auch die Thailänder mussten heute wegen Fiebers ein Herrendoppel und ein Mixed vom Turnier zurückziehen.

Deutsche sahen keinen Grund, dem Beispiel der Englaender zu folgen
Sicherheitslage hat sich gegenueber den letzten Wochen nicht veraendert
(10.8.09) Die Sicherheitslage um die Hyderabader-WM, die nach der Abreise der Englaender gestern zum zentralen Thema wurde, hat naturgemaess auch im deutschen Lager zu ausgiebiger Aktivitaet und Beratung gefuehrt. Teammanager Martin Krantz: "Als wir gestern von der Abreise der Englaender hoerten, habe ich mich sofort mit dem Auswaertigen Amt in Bonn und mit der deutschen Botschaft in Delhi in Verbindung gesetzt. Von beiden Stellen wurde mir gesagt, dass es keine neuen Informationen ueber die Sicherheitslage geben wuerde. Dort war nichts bekannt, was die Ursache fuer den Zeitungsartikel haette sein koennen."
Dass man in Indien mit Anschlaegen rechnen muss, ist allgemein bekannt. Aber ueber eine die Badminton-WM betreffende konkrete Gefaehrdung war fuer alle mit der Problematik befassten Behoerden nichts in Erfahrung zu bringen.
Kranitz dazu: "D
ie Offiziellen von BWF und lokaler Polizei haben die in dem Artikel zitierten Gefahren nicht bestaetigt gefunden. Die zustaendigen Geheimdienste konnten nichts herausfinden. Wir hatten im Laufe des gestrigen Tages von Seiten unserer Mannschaftsleitung mehrere Gespraeche mit dem Ausrichter und dem Weltverband. Dann gab es noch das offizielle Teammanagers-Meeting, bei den alle Massnahmen offengelegt wurden. Nach meinem Eindruck haben die zustandigen Stellen ordentlich ihre Arbeit gemacht. Die BWF hatte beispielsweise schon sechs Monate vor der WM einen Sicherheitsbeauftragten eingesetzt, einen Australier, der mit dem Ausrichter ein Sicherheitskonzept erarbeitet hat. Ueber tausend Soldaten und Polizisten sind rund um die WM im Einsatz. Hotels und Sportkomplexe werden ueberwacht. Ueberall wird mehrfach kontrolliert. Es gibt also keine Veraenderung, was die Sicherheit angeht, gegenueber der Zeit vor unserer Abreise. Das hat fuer uns den Ausschlag gegeben zu bleiben."
Auch DBV-Vizepraesident Dietrich Heppner steht hinter der Entscheidung: "Wenn man solchen allgemeinen Gefahren oder Drohungen nachgiebt, kann man ueberhaupt keine sportliche Grossveranstaltung mehr durchfuhren."  

Aus Vorsicht vor möglichen Terroranschlägen

Englischer Verband hat seine Spieler von der WM zurückgezogen

(9.8.09) Schweinegrippe und Angst vor Terroranschlägen sind die beherrschenden Themen hier in Hyderabad.

Zunächst meldete der indische Nachrichtensender TIMES NOW, dass heute der englische Verband seine Spieler vom Turnier zurückgezogen habe. Anlass seien Terrorwarnungen gegeben, über die eine Zeitung berichtet habe. In sich andauernd wiederholenden Bildern von trainierenden Spielern, Taschenkontrollen und exzerzierenden Soldaten nahm in einer ersten Reaktionen Indiens Top-Star Saina Nehwal Stellung. Sie bedauerte die Absage und hält die Entscheidung der BAoE für eine Überreaktion.

Im Fall der Schweinegrippe hat es nach Pressemeldungen inzwischen den vierten Toten in Indien gegeben. Bei der Einreise mussten alle Passagiere einen Fragebogen ausfüllen, ob sie sich fiebrig fühlen. Auch der Sitz im Flugzeug wurde abgefragt, um spätere Nachbarschaften ermitteln zu können. Außer einer Abstempelung durch medizinische Kräfte am Fughafen, und Einsammeln dieser Erklärung gab es allerdings keine weiteren diesbezüglichen Einreiseformalitäten.

In den Einzeln waren die Engländer zwar ohne Chancen, im Herrendoppel und Mixed gehörten sie mit Nathan Robertson und Anthony Clark jedoch zum erweiterten Favoritenkreis. Von der Absage profitieren naturgemäß die Gegner der Engländer. Unter ihnen auch unsere Deutschen Kristof Hopp & Johannes Schöttler, die nun in der ersten Runde ein Freilos haben.
BWF beruhigt erneut
Am Nachmittag gab die BWF dann eine Pressekonferenz zum Rückzug der Engländer. Dort erläuterten COO Thomas Lund und andere Offizielle noch einmal die gestrige Postion, an der sich nichts geändert habe. Darum herrsche auch wenig Verständnis über die Maßnahme der Engländer, wenngleich man sie natürlich akzeptiere. Auf einem Meeting der Teammanager seien die Sicherheitsaspekte in allen Einzelheten angesprochen worden. Von einem Rückzug eines anderen Landes seí bisher nichts bekannt.

Hier zur Stellungnahme der BWF bei badmintoninternational.org.

Nach Zeitungsbericht über Terrorwarnungen

Weltverband erklärt: WM ist sicher

(9.9.08) In einer Presseerklärung hat die BWF gestern zur Sicherheitslage Stellung genommen. Ausgangspunkt der aufgekommenen Unruhe war ein Zeitungsrtikel in der Times Of India, in der ein Zusammenhang zwischen Terrordrohungen und der Badminton-WM hergestellt worden waren. Ein solcher Zusammenhang wird jedoch von den Verantwortlichen bei Polizei, Ausrichter und BWF verneint. Die  Warnungen hätten sich allgemein auf denkbare Anschläge am Unabhängigkeitstag am 15. August bezogen. Nach BWF-Einschätzung sei die Veranstaltung in Hyderabad sicher.

Hier kann die Presseinformation bei badmintoninternational.org abgerufen werden.  

Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV

© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.