Zur Titelseite WM U19.

Weltmeisterschaft U19 2010

World Junior Badminton Championships 2010

Individual-Wettbewerbe - Mi 21.4. bis So 25. April.

Zeitdifferenz: Mexiko ist 7 Stunden zurück, 9 Uhr dort sind 16 Uhr MEZ.

  

Zur Hauptseite.

Zur Team-EM - Übersicht.

Zu den deutschen Mannschaftsspielen.

Zum Individualturnier

Zu den Ergebnistableaus im HE-VorrundeHE  -  DE-VorrundeDE  -  HD  -  DD  -  MX. Zu den Tagesergebnissen. Zum Livescore.  

      

Die Spiele unserer Deutschen

Samstag - der Halbfinaltag
"WM war ein Erlebnis, das einige Zeit in Erinnerung bleiben wird"
Thomas Lohwieser zieht seine Turnierbilanz
Mit einem zwölften Platz im Mannschafts-Wettbewerb, drei Viertelfinalteilnahmen und der allerersten Medaille bei einer U19-WM überhaupt durch Max Schwenger und Isabel Herttrich geht die WM 2010 langsam dem Ende entgegen. Morgen folgt noch die Siegerehrung. Sie wird dann bestimmt noch einmal ein Erlebnis, das ebenso wie die ganze WM einige Zeit in der Erinnerung bleiben wird.
Das Gros des deutschen Teams trat am Samstagfrüh die Heimreise nach Deutschland an. Über Houston (Texas) werden sie am Sonntagmittag in Frankfurt am Main eintreffen. Für unsere beiden Medaillengewinner, Trainer Bernd Brückmann und für mich als Delegationsleiter beginnt die Rückreise erst am Montag. Der so nicht erwartete Erfolg im Mixed „nötigte“ uns, neue Flüge zu buchen. Ankunft des Lufthansa-Fluges aus Houston in Frankfurt wird am Dienstagfrüh um 9.15 Uhr sein.
Max & Isabel hielten ihr Halbfinale lange offen
Auch im Halbfinale gegen die Nummer eins aus China Cheng Liu & Yixin Bao waren Max und Isabel nicht chancenlos. Erneut taktisch hervorragend eingestellt hielten beide das Spiel lange offen. Die Stärken der Chinesen konnten einige Male gezielt ausgeschaltet werden, nur legten diese, als es knapp wurde, noch ein klein wenig drauf. Das 18:21 belegt, dass man auch hier recht dicht dran war. Ein wenig mehr Sicherheit bei der Aufschlagannahme und eine noch höhere Qualität der eigenen Aufschläge hätten vielleicht zum Satzgewinn geführt. Aber was sollen "hätte, wenn und aber", der Satz ging verloren.
In Satz zwei starteten die Chinesen stark, gingen gut in Führung und hielten diese bis zum Ende, auch wenn Max und Isabel noch aufkamen. Mit 15:21 ging für beide die WM 2010 zu Ende, allerdings ohne Groll über das verlorene Spiel. Denn die Freude über die Bronzemedaille und die Erkenntnis, mehrfach gegen Asiaten nicht nur mithalten, sondern sie auch schlagen zu können - und vor allen Dingen wie - überwiegen deutlich.
Das deutsche Team überzeugte
Das deutsche Team hat in Guadalajara einen hervorragenden Eindruck gemacht. Es überzeugte durch eine durchweg geschlossene Teambildung, jeder nahm in der Mannschaft zu jeder Zeit die Aufgabe wahr, die ihm gerade zugedacht war. Das war ein ganz wichtiger Garant für die positive Gestaltung des Umfeldes. Alle konnten sich dadurch ganz auf die Spiele konzentrieren.
Es hat alles geklappt im und mit der deutschen Mannschaft. Angefangen vom Hotel, das uns 14 Tage eine super Basis war sowie der Verpflegung in einer erstklassigen Qualität in Restaurants und das zu Preisen, von denen man in Deutschland nur träumen kann.  Funktioniert hat auch der für uns gestaltete flexible Transport, denn wir waren durch die Hotel-Wahl zwangsweise raus aus dem offiziellen Turnier-Transport. Sehr überwältigt waren wir von der Freundlichkeit der Mexikaner und der Herzlichkeit, mit denen uns das gesamte Hotelpersonal umsorgt hat. Der Kontakt zu den Organisatoren der WM reduzierte sich auf ein geringes Maß. Vieles funktionierte einfach "irgendwie", nicht immer perfekt, aber auch hier mit großen Hilfsbereitschaft.
Zusammen mit England waren wir aus der Riege der Nationen, die im offiziellen Turnierhotel wohnten, ausgeschert. Das hat sich zu hundert Prozent bewährt. Genauso sahen das die Engländer und beide Nationen würden es bei ähnlich gelagerten Verhältnissen wieder tun.
Dankesrede der Engländer im "La Pasta"
Gestern Abend trafen sich beide Nationen zufällig beim Abendessen im Restaurant „La Pasta“. Wer einmal nach Guadalajara reist und in dieser Acht- Millionen-Stadt in der Nähe sein sollte, sollte dort unbedingt essen gehen. Ein Ambiente vom Feinsten und essen satt für - aus deutscher Sicht - wenig Geld. Ohne Vorankündigung waren wir plötzlich von der Schar der Engländer  an unserem Tisch umringt. Es folgte eine Dankesrede vom Martin Andrew, dem englischen Teammanager. Er bedankte sich bei der deutschen Mannschaft für den hervorragenden gemeinsamen Aufenthalt im Hilton Hotel Guadalajara und die Freundschaft, die sich in den zwei Wochen Mexiko wieder unter Beweis gestellt hatte. Da waren wir ganz schön baff, richtig britisch, das erzeugte ein wenig Gänsehaut. Es versteht sich von selbst, dass danach meine Dankesrede an die Engländer erfolgte, noch während sie bei uns standen. Den übrigen Restaurantbesucher war das schon ein wenig fremd, aber sie ließen uns in Ruhe gewähren. So ging der letzte gemeinsame Abend der deutschen Mannschaft ganz gemütlich bei bestem Essen zu Ende.
Lob von den Schiedsrichtern
Ein großes Lob erhielt der deutsche Nachwuchs aus den Reihen der Schiedsrichter. Nicht nur, dass die deutschen Coaches für die ruhige und sachliche Arbeit am Feld besonders gelobt wurden, nein auch das Team fiel durch das geschlossene Auftreten und die nimmermüde Unterstützung der eigenen Spieler sehr positiv auf.
Mexiko wird uns allen in sehr guter Erinnerung bleiben. Bei Max und Isabel wird dieses Turnier einen besonders hohen Stellenwert einnehmen, da sind wir uns sicher. Aber auch die übrigen Viertelfinalisten Fabian und Fabienne können auf eine sehr erfolgreiche WM zurückblicken. Auch alle anderen Spieler des deutschen Teams können zufrieden sein. Jeder hat seine Sache mehr als 10.000 km von zuhause richtig gut gemacht - ein großer Dank und alle im deutschen Team. Alle haben den DBV wieder einmal richtig klasse vertreten.
Nie endender Einsatz
Stunden um Stunden verbrachten der Bundestrainer Jugend Holger Hasse und seine Trainer Bernd Brückmann und Matthias Hütten am Feld, hinter Videokameras, am PC und führten unzählige Gespräche mit den Spielern, um die Grundlagen für ein erfolgreiches Abschneiden zu schaffen. Am Ende wurde ihr nie endender Einsatz belohnt. Sie halfen den Spielern, ihr Leistungspotenzial abzurufen und die Spieler dankten es ihnen mit Siegen.
Auch Physio Rudi Allgeier mit seinen heilenden Händern musste etliche Überstunden machen, manchmal, wenn es draußen schon stockfinstere Nacht war. "Egal", sagt er dann immer, "es ist ja für die Athleten". Auch seine Arbeit war ein ganz wichtiger Baustein für den Erfolg.
Auf dieser Basis arbeiten wir seit Jahren und es macht immer wieder Spaß, mit diesen Badminton-Verrückten neue Ziele anzugehen. Und oft genug erreichen wir diese neuen Ziele auch - so wie diesmal in Mexiko: die erste Medaille für DBV-Athleten bei einer U19-WM.

Schafften die historische erste deutsche Medaille bei einer Jugend-WM: Max Schwenger & Isabell Herttrich, hier bei der U19-WM 2009. Foto: Edwin Leung

Freitag - Viertelfinals
Welch ein Tag - Am Ende gab es auch noch die erste deutsche WM-Medaille
Dass unser Nachwuchs bei einer U19-Weltmeisterschaft viermal das Viertelfinale erreichte, war schon ein bisher nie dagewesener Erfolg. Dann setzten sie aber sogar noch einen drauf und Max Schwenger & Isabel Herttrich schafften den Einzug ins Halbfinale und haben damit eine Bronzemdaille sicher. Es ist die erste für Deutschland, seit die U19-WM 199 eingeführt wurde.
Die übrigen drei Viertelfinalspiele gingen verloren, wobei das Herrendoppel noch am nächsten am Sieg dran war. Insgesamt hatten sie acht Satzbälle, sechs im ersten und zwei im zweiten Satz. Fabienne holte gegen die Weltmeisterin des Vorjahres im ersten Satz einen 8:19-Rückstand noch bis 19:20 auf.
Max Schwenger & Isabel Herttrich - TEO Ee Yi & LAI Shevon Jemie (MAS) 21:15 21:16
Fabienne Deprez - Ratchanok Intanon (THA) 19:21 7:21
Max Schwenger & Fabian Holzer - TEO Ee Yi & Nelson Wei Keat HEG (MAS) 23:25 20:22
Fabienne Deprez & Isabel Herttrich - CHOI Hye In & LEE So Hee 19:21 14:21.
Halbfinalgegner von Max & Isabel sind die an eins gesetzten Chinesen Liu Cheng & Bao Yixin.

Freitag - Achtelfinals 
Unser Nachwuch im mexikanischen Rausch - Vier von fünf Achtelfinalisten spazierten ins Viertelfinale

Erster Kracher des Tages war der Mixedsieg von Max Schwenger & Isabel Herttrich über die Koreaner Choi & Park.

Max: Es war ein Hammerspiel und ein riesen Erfolg für uns. Unser Ziel, in das Viertelfinale im Mixed zu kommen, haben wir erreicht. Das Spiel bot alles, erfreulicherweise mehr Höhen als Tiefen und wir haben sehr gut zusammengespielt, uns gegenseitig stark gemacht. Die Taktik konnte von Beginn an befolgt werden - es einfach nur geil. Es wäre ein Traum, auch noch das Viertelfinale gegen Teo & Lai zu gewinnen. Wenn wir so spielen wie eben haben wir durchaus eine Außenseiterchance.
Isabel: Ich finde es einfach nur klasse. Ansonsten kann ich mich Max nur anschließen, wir waren auch in diesem Spiel wieder ein super Team.

Damit haben beide das Viertelfinale gegen die ungesetzten Ee Yi Teo & Shevon Jemie Lai aus Malaysia erreicht, die sich im ersten Achtel ins Viertelfinale spielen konnten. Die an 3/4 gesetzten Chinesen Li & Xia schieden zuvor gegen Lin & Yee aus Taiwan aus, die ihrerseits im Achtelfinale gegen Teo & Lai (MAS) unterlagen.
Das zweite Viertelfinale holte Fabienne Deprez
Am Ende drohte es noch einmal spannend zu werden beim Dreisatz-Erfolg gegen die ungesetzte Indonesierin Augustianti. Aber es gelang Fabienne dann doch, ihre hohe 11:3-Führung im dritten Satz nach Hause zu bringen, nachdem ihre Gegnerin über 18:7, 19:14 und 20:14 doch noch einmal aufkam. Damit steht sie im Viertelfinale des Einzels und muss gegen die an eins gesetzte Thailänderin Intanon spielen. Intanon ist Titelverteidigerin, sie hatte im November 2009 bei der WM in Malaysia gewonnen.

Fabienne: Ich kann es gar nicht glauben. Nachdem ich den zweiten Satz verloren hatte, dachte ich schon, es ist Feierabend, den die Kondition schwindet dann doch irgendwann. Aber dann konnte ich im dritten Satz schnell 11:3 in Führung gehen und das gab mir wieder Sicherheit. Am Ende hatte ich noch einmal ein Zitterhändchen, spielte einige Bälle unnötig ins Aus. Zwei lange Ballwechsel konnte ich mit Kampf für mich entscheiden und das war dann entscheidend.

Viertelfinale Nummer drei im zweifachen Schlussspurt
Ein glatter Zweisatz-Erfolg über Middelburg & Muns (NED) brachte Max Schwenger & Fabian Holzer ins Viertelfinale des Herrendoppels. In beiden Sätzen lagen sie kurz vor Ende zurück. Zuerst machten sie aus einem 14:18 ein 21:19 und im zweiten Satz holten sie einen 14:17 Rückstand auf, um dann wieder 21:19 zu gewinnen. Im Viertelfinale warten nun die an 3/4 gesetzten Malayen Nelson Wie Keat Heg & Ee Yi Teo auf die beiden Bayern. Max spielt damit zweimal Viertelfinale und beide Male gegen Teo.

Fabian Holzer: Das ist mein bisher größter Erfolg. Ich bin so froh, dass alles so gut gelaufen ist, gerade nach meinem Pech bei der letzten WM, wo ich krank wurde. Das muss ich erst einmal sacken lassen, viel Zeit habe ich dafür leider nicht. Auch im Viertelfinale werde ich mit Max mein Bestes geben, Chancen sind immer da, und die wollen wir nutzen.

Fabienne & Isabel stürmen ins vierte Viertelfinale
Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf. Auch unser Damendoppel Fabienne Deprez & Isabel Herttrich war nicht aufzuhalten. Mit 21:18 und 22:20 bezwangen sie Fang Yu Lee & Yu Lun Wu (TPE). In beiden Sätzen lagen sie anfangs hoch zurück. Mit Kampf und gutem taktischen Spiel kamen sie beide Male wieder zurück. So konnten sie den Verlust des zweiten Satzes doch noch vermeiden. Im Viertelfinale treffen sie auf das beste koreanische Doppel Hye In Choi & So Hee Lee. Sie gewannen im März 2010 bei den German Junior in Berlin. Damals hatten sie im Halbfinale Isabel Herttrich & Inken Wienefeld in zwei Sätzen besiegt. 
Fabienne und Isabel stehen damit ebenso wie Max Schwenger jeweils in zwei  Viertelfinals.

Nach der Qualifikation für die Olympischen Jugendspiele nun ein WM-Viertelfinale: Fabienne Deprez ist unter den besten Nachwuchsspielern der Welt voll dabei. Foto: Edwin Leung.

Die Ergebnisse der deutschen Starter:

Viermal Viertelfinale      

Herreneinzel (112 Starter im 128er-Feld)
Max Schwenger
   1.Rd.: - Alan Sanchez (MEX) 21:7 21:9
   2.Rd.: - Andrew Harrison (CAN) 21:15 21:13
   3.Rd.: - HA Young Woong (KOR) 7:21 10:21 
Peter Lang - 1.Rd. frei /2.Rd.: - YUXIANG Huauh (CHN) 18:21 15:21
Kai Schäfer - Denis Grachev (RUS) 19:21 16:21
Raphael Beck - Boonyakorn Thumphanichwong (THA) 17:21 13:21
Dameneinzel (93 Starterinnen im 128er-Feld)
Fabienne Deprez (*5/8) 
   1.Rd. frei / 2. Rd.: - CHEONG Hui Min (SIN) 21:10 21:12
   3.Rd.: - Özge Bayrak (TUR) 21:11 21:8
   Afin.: - Novalia Agustianti (INA) 21:11 17:21 21:15 
   Vfin.: - Ratchanok Intanon (THA) 19:21 7:21
Kira Kattenbeck - 1.Rd. frei / 2. Rd.: - CHEAH Sonia Su Ya (MAS) 8:21 4:21
Isabel Herttrich - 1.Rd. frei / 2. Rd.: -  Sapsiree Taerattanachai (THA) 16:21 11:21
Herrendoppel (54 Paare im 64er-Feld)
Max Schwenger & Fabian Holzer 
   1.Rd. frei/2.Rd.: Dilshan Umayangana KARIYAWASAM & Chirantaka Minimuthu KUKULAGE (SRI) 21:13 21:17
   Afin.: - Jim Middleburg & Russell Muns (NED) 21:19 21:19
   Vfin.: - TEO Ee Yi & Nelson Wei Keat HEG (MAS) 23:25 20:22 
Raphael Beck & Peter Lang
   1.Rd. - Heymard HUMBLERS SAMAYAO & Jonathan SOLIS RIVAS (GUA) 21:11 21:14
   2.Rd.: - Jun Bong Chan & JUNG Ki Hwa 21:18 13:21 24:26 
Damendoppel (45 Paare im 64er-Feld)
Fabienne Deprez & Isabel Herttrich (*5/8) 
   1.Rd. frei/2.Rd.: - Celine Juel & Mette Poulsen (DEN) 21:17 21:12   
   Afin.: - LEE Fang Yu & WU Yu Lun (TPE) 21:18 22:20
   Vfin.: - CHOI Hye In & LEE So Hee 19:21 14:21 
Kira Kattenbeck & Alexandra Mathis (AUT)*
   1.Rd.: - Aileen Chiñas & Tania Nuñez (MEX) 21:2 21:12 
   2.Rd.: - Lena Bonnie & Sarina Kohlfürst (AUT) 28:30 21:18 21:19
   Afin.: - Anastasia Chervyakova & Maria Korobeyinkova (RUS) 10:21 13:21 
Lena Bonnie & Sarina Kohlfürst (AUT) - 1.Rd. frei /2.Rd.: - Kira Kattenbeck & Alexandra Mathis (AUT) 30:28 18:21 19:21
Mixed (81 Paare im 128er-Feld)
Max Schwenger & Isabel Herttrich (*9/16)
   1.Rd. frei /2.Rd.: - Pablo AGUILAR FERRAND & Luz Maria ZORNOZA ROCA REY  (PER) 21:14 21:10
   3.Rd.: - HSIEH Ping Hsuan & CHIANG Mei Hui (TPE) 18:21 21:14 21:15
   Afin.: - CHOI Seung Il & PARK So Young (KOR) 21:14 14:21 21:18
   Vfin.: - TEO Ee Yi & LAI Shevon Jemie (MAS) 21:15 21:16
   Hfin.: - Liu Cheng & Bao Yixin 18:21 15:21 
Raphael Beck & Lena Bonnie
   1.Rd. frei / 2.Rd.: - Alan Sanchez & Aileen Chiñas 21:13 21:15 
   3.Rd.: Mathew Nottingham & Helena Lewczynska (ENG) 14:21 13:21
Peter Lang & Kira Kattenbeck
   1.Rd. frei/ 2. Rd.: - Gonzalo DUANY CONROY & Karel MARCENARO SILVA (PER) 21:13 21:14
   3.Rd.: - SONG Ziwei & TANG Jinhua (CHN) 15:21 11:21 
Fabian Holzer & Fabienne Deprez - 1.Rd. frei7 2.Rd. - OW Yao Han & LAI Pei Jing (MAS *2) 15:21 16:21.

*Die deutsch-österreichische Paarung beruht auf langfristiger Absprache.

Donnerstag - zweiter Turniertag
Fünfmal deutsche Beteiligung an den Achtelfinals
Von Thomas Lohwieser
Am Freitag, dem dritten Tag der Individualwettbewerbe, wenn die Achtel- und Viertelfinals gespielt werden, ist Deutschland noch fünfmal dabei. Bereits um 9 Uhr Ortszeit müssen Max Schwenger & Isabel Herttrich gegen die favorisierten und höher gesetzten Choi & Park (5/8) auf die Matte. Zu früher Mittagsstunde warten wir dann auf das Achtelfinalspiel von Fabienne Deprez gegen Augustianti (INA). Max Schwenger & Fabian Holzer spielt ab 13.15 Uhr gegen die Niederländer Middelburg & Muns. Den Abschluss der Achtelfinals bilden anschließend Deprez & Herttrich sowie Kattenbeck & Mathis.
Die Viertelfinalspiele sollen nach Angaben der Referees direkt im Anschluss an die letzten Achtelfinals beginnen. Sie werden sich bis etwa neun Uhr am Abend hinziehen.
Für Schwenger & Herttrich kann noch etwas drin sein 
Mit einem Dreisatz-Erfolg gegen Hsieh & Chiang (TPE) erreichten Max Schwenger & Isabel Herttrich im Gemischten Doppel die Runde der letzten 16. In allen drei Sätzen boten sie wieder eine solide und taktisch hervorragende Leistung. Die beiden sind an 9/16 gesetzt und treffen nun auf die 5/8 gesetzten Seung Il Choi & So Yung Park (KOR), die bei den German Junior 2010 im Mixed in Runde drei an Emil Holst & Ditte Strunge Larsen (DEN) gescheitert waren. Auch hier kann bei konzentriertem Spiel etwas drin sein.
Raphael Beck & Lena Bonnie und Peter Lang & Kira Kattenbeck gewannen ihre Erstrundenspiele und schieden in Runde zwei gegen Nottingham & Lewczynska (ENG, 9/16 gesetzt) bzw. Song & Tang (CHN, 3/4 gesetzt) aus. Ein sehr gutes Spiel machten Fabian Holzer & Fabienne Deprez gegen due an zwei gesetzten Malayen Ow & Lai.
Aschewolke zermürbte Europa Nummer Olympiafavorit
Es hat auch schon die ersten kleineren Überraschungen gegeben. So verabschiedeten sich schon einige chinesische Herren aus der Konkurrenz. Besonders zu erwähnen ist jedoch aus europäischer Sicht das Ergebnis eines Spieles in der zweiten Runde des Herreneinzels: Kasper Lehikoinen (FIN), Halbfinalist der EM 2009 in Mailand und Sieger des europäischen Quali-Turniers für die Youth Olympic Games 2010 in Singapore verlor sein allererstes Spiel dieser WM am gestrigen Mittwoch gegen Emre Lale aus der Türkei glatt in zwei Sätzen. Wahrscheinlich
wäre unter normalen Umständen das Ergebnis ein anderes gewesen. Lehikoinen war ein Opfer der Situation am europäischen Himmel, denn seine Anreise aus Finnland nach Mexiko dauerte geschlagene 72 Stunden, wie er einigen deutschen Spielern erzählte. Zuerst per Bahn bis nach Spanien und dann ab Madrid mit dem Flugzeug. Er konnte nicht früher anreisen, da er zuvor bei der EM in Manchester spielte. Die Tortur brachte ihn um eine gute Platzierung bei seiner letzten Jugend-WM. Das soll natürlich den Erfolg von Lale (Jahrgang 1993) nicht schmälern, denn der gehört zur Garde der stark aufkommenden Spieler aus der Türkei, auf die man bei der kommenden EM 2011 in Finnland in jeder Beziehung gut aufpassen muss.
Fabienne hoch konzentriert
Max Schwenger’s Gegner im Einzel unter den letzten 32 war kein geringerer als der bei German Junior 2010 an eins gesetzte Koreaner Young Woong Ha. Der war in Berlin bis ins Halbfinale gekommen und dort dem neuen dänischen Jungstart Viktor Axelsen unterlegen. Max versuchte das Spiel offen zu gestalten, jedoch spielte der Koreaner sehr sicher. Im Hinblick auf die noch bevorstehenden Spiele im Doppel und Mixed, die durchaus einen Einzug ins Viertelfinale möglich machen könnten, spielte Max nicht bis zum Umfallen. Das wäre bei dem bereits zurückliegenden und noch bevorstehenden Programm unklug gewesen.
Hoch motiviert und konzentriert schalte Fabienne Deprez Özge Bayrak (TUR) glatt und ungefährdet in zwei Sätzen aus. Sie hat es nun unter den letzten Sechzehn mit der ungesetzten Augustianti (INA) zu tun, die zuvor in drei Sätzen die an 9/16 gesetzte Thailänderin Nipatsant ausgeschaltet hatte. Wenn Fabienne weiter die gezeigten Leistungen abrufen kann, ist auch hier ein Erfolg möglich.
Rückreiseprobleme wegen Erfolg
Probleme bereitet einigen im übrigen der Zeitplan des morgigen Freitags. Die Franzosen haben die Rückreise für den späten Freitagnachmitag geplant, ausgehend von früheren Zeitplänen einer Jugend-WM und den Erwartungen bzw. Erfahrungen mit den eigenen Spielern in den vergangenen Jahren. Frankreich muss nun ein Achtelfinale im Herrendoppel spielen, allerdings gegen die an eins gesetzten Koreaner. Sie haben nun versucht, das Spiel nach vorne zu verlegen, um den geplanten Abflug über Mexico-City nach Paris noch zu erreichen. Mal schauen, ob der Referee sich zugunsten Frankreichs Notfall entscheidet oder am Zeitplan festhält.
Sicherlich kann es allen so gehen, die ihre Rückreise „vorzeitig“ geplant haben. Mal abgesehen von der französischen Erwartungshaltung, die man sicherlich auch positiver hätte einschätzen können, kommen in diesem Jahr jedoch gleich mehrere Aspekte zusammen, die alles noch komplizierter machen.
Geheimsache Olympiaqualifikation
Die BWF hatte bis zum Managers Meeting für das Individualturnier am Montag dieser Woche aus dem Zeitplan insgesamt eine kleine Geheimsache gemacht und „vergessen“ (?), Informationen für die Qualifikationsspiele zu den Olympischen Jugendspielen herauszugeben. Für einige noch verbleibende Plätze im Starterfeld von Singapore spielen die Ausgeschiedenen im Herren- und im Dameneinzel ab der Runde der letzten 32 noch eine Platzierungsrangfolge aus. Diese Spiele sind natürlich für die betroffenen Nationen ein wichtiger Aspekt für die Reiseplanung.
Zudem hat die Platzierungsrunde Auswirkungen auf die Spiele des Hauptturniers. Man muss eine recht hohe Zahl an Platzierungsspielen noch am Freitag, Samstag und gar Sonntag unterbringen. Warum man unter diesem Aspekt hier nur auf sechs Feldern spielt und nicht, wie sonst üblich auf acht, ist ein weiteres Rätsel.
Für den Fall, dass die Franzosen umbuchen müssen, stehen die nächste Flüge erst am kommenden Mittwoch zur Verfügung - dank des Chaos im europäischen Flugverkehr. Auch unsere englischen Kollegen schlagen sich mit ähnlichen Problemen herum.
Uns selbst könnte es ebenfalls ereilen, falls deutsche Spieler das Halbfinale im Hauptturnier erreichen. Mal schauen, ob es uns „erwischt“ - dann wären wir es mal, die nicht "weltmeisterschaftswürdig" vorbereitet wären
.

Peter Lang & Raphael Beck lieferte Kampf bis auf Messers Schneide
Das erste Spiel im Doppel war für Max Schwenger & Fabian Holzer kein Problem. Im zweiten Satz verhinderte die Spielweise der beiden Spieler aus Sri Lanka, dass ein richtiger Spielfluss aufkam.
Eine Überraschung hatten Peter Lang & Raphael Beck auf dem Schläger. Sie gewannen den ersten Satz gegen Jun & Jung (KOR) mit 21:19, kamen aber in Satz zwei nicht mehr so gut ins Spiel (13:21). Auch der dritte Satz fing für unsere beiden nicht gut an, sie lagen schnell zurück. Das zog sich hin bis 14:20. Dann begann eine schon fast heroische Aufholjagd. Punkt für Punkt sammelten sie bis zum 20:20. Matchbälle wechselten sich auf beiden Seiten ab, es war ein Kampf bis auf Messers Schneide. Das glückliche Ende hatten dann leider die beiden Koreaner, die mit 26:24 das Spiel glücklich nach Hause brachten.
Die Auslosung bescherte im Damendoppel europäische Paarungen. Fabienne Deprez & Isabel Herttrich (5/8 gesetzt) konnten durch einen deutlichen Zweisatz-Sieg gegen Celine Juel & Mette Poulsen (DEN) ins Achtelfinale einziehen. Das gemischte deutsch-österreichische Aufeinandertreffen entschieden Kira Kattenbeck & Alexandra Mathis knapp in drei Sätzen für sich.
Unruhige Stunden wegen Rückflugplanungen 
Bundestrainer Jugend Holger Hasse ist heute bereits aus familiären Gründen wieder nach Deutschland abgereist. Das war so geplant. Ihm kommt somit die unvorhergesehene Aufgabe zu, nach dem Luftverkehrschaos in Europa die wieder aufgelebten Flugverbindungen über den Atlantik zu prüfen. Und er wird aus der Ferne mitfiebern, ob nach den zwei Achtelfinalteilnahmen 2009 in Alor Setar (Malaysia), diesmal aus den fünf Achtelfinals vielleicht sogar eine Viertelfinalteilnahme wird. Die Chancen lassen die Hoffnung jedenfalls zu.
Die verantwortlichen Teamleitungen jener Nationen, die von dem Flugverkehrschaos betroffen waren oder sind, hatten in den letzten Tagen einiges zu tun und etliche unruhige Stunden. Nicht anders erging es auch der deutschen Mannschaft. Weil niemand voraussehen konnte, was am Abflugtag auf uns zukommen würde, mussten die verschiedensten Szenarien angedacht werden. Und eine verlässliche Planung war und ist dabei nicht möglich. Diese Ungewissheit beunruhigt doch, zumal ein Teammanager nicht alleine unterwegs ist, sondern 13 weitere Personen nach Hause bringen muss.
Erfreulich, dass das ganze Hin und Her, das wir hier dank Internet und CNN umfassend miterleben konnten, auf die Spieler absolut keinen Einfluss hatte. Die weitere Entwicklung auf sich zukommen zu lassen, war für sie der richtige Weg.
Im Hintergrund wurde mehr als genug telefoniert, wurden E-Mails versandt, täglich über verschiedene Quellen Informationen eingeholt und Alternativen diskutiert. An dieser Stelle sei all denen gedankt, die die deutsche Teamleitung aus der Heimat mit Informationen versorgten, um uns die Bewältigung dieser doch bislang einmaligen Situation ein wenig zu erleichtern. Wir hoffen jetzt, dass bis Samstag, unserem Tag der Abreise, alles weiter in geordneten Bahnen verlaufen wird. Nach aktuellen Informationen wird unser Flug mit Continental Airlines von Houston pünktlich nach Frankfurt starten. Einzige Ausnahme würden eventuelle deutsche Halbfinalteilnehmer darstellen - auf die wir natürlich insgeheim hoffen. Doch für einen solchen Fall organisatorische Lösungen zu finden, das wär eine lohnenswerte Aufgabe.

  

Mittwoch - erster Turniertag 
Max Schwenger und Fabienne Deprez im Einzel unter den letzten 32
Von Thomas Lohwieser
Im Herreneinzel spielte sich Max Schwenger als einziger Deutscher unter die letzten 32. Nach einem klaren Erfolg gegen Sanchez (MEX) bezwang er Harrison (CAN) und spielt nun gegen den Korenaer Ha Young Woong, der den an 5/8 gesetzten Chinesen Cai Ruiqing ausgeschaltet hat. Mit einem Chinesen hatte es auch Peter Lang zu tun. Nach einer Freirunde musste er gegen den an 1 gesetzten Huauh Yuxiang antreten und er machte seine Sache sehr gut. Trotz der zu erwartenden Übermacht schaffte es Peter, das Spiel doch phasenweise recht offen zu gestalten und seine Chancen zu suchen. Kai Schäfer (gegen Grachev RUS) und Raphael Beck (gegen Thumphanichwong THA) schieden in ihrem ersten Spiel jeweils aus.
Fabienne Deprez spielte bei ihrem Start ins Einzelturnier gegen Cheong (SIN) locker auf und kam ungefährdet unter die letzten 32, in der 1. Runde hatte sie frei. Sie hat es in Runde drei nun mit Özge Bayrak (TUR) zu tun. Kira Kattenbeck war gegen Cheah (MAS) leider ebenso chancenlos wie Isabel Herttrich gegen die 3/4 gesetzte Thailänderin Taerattanachel.
Da die BWF es aufgrund der bestehenden Regularien nicht zuließ, nach dem Ausfall von Alina Hammes und der Nachnominierung von Kira Kattenbeck die gemeldeten Doppelkonstellationen zu ändern, spielt Kira als Alina-Hammes-Ersatz mit Alexandra Mathis aus Österreich. Dies beruhte auf einer im Zuge der ursprünglichen Nominierung getroffenen Absprache. Beide kamen in die 2. Runde, ihre Gegnerinnen aus Mexiko waren chancenlos. Die übrigen Damendoppel müssen ebenso wie die Herrendoppel und alle Mixed erst am zweiten Turniertag aufs Feld.
Beamerunterstützte erste Auslosung war für die Katz
Das Glück stand uns bei der Auslosung in den Einzeln nicht unbedingt zur Seite. An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass es die Verantwortlichen des Weltverbandes (erneut) nicht geschafft haben, in einem einzigen Durchgang die Auslosungen für alle fünf Disziplinen hinzubekommen. Sowohl das Herren- wie auch das Dameneinzel enthielten Fehler. Die Nummern eins und zwei einer Nation waren nicht in verschiedene Hälften gelost worden. Niemand konnte
erklären, warum das schon wieder passierte. Die fast einstündige Live-Auslosung mit PC und Beamer war für diese Disziplinen für die Katz. Dabei wäre die Auslosung aus deutscher Sicht eine bessere gewesen. Jedoch hatte sie nur kurze Zeit Bestand, bis man die extrem ärgerlichen Fehler bemerkte. Daraufhin gab es dann am Dienstag eine neue Auslosung für die Einzel.
Statt des aufwändigen Procederes, die Auslosung für alle sichtbar live vorzunehmen, sollte sie lieber rechtzeitig und fehlerfrei vorliegen, und zwar für alle verfügbar in gedruckter Form. Es kam nämlich noch hinzu, dass nach der Auslosung nicht mal alle eine Kopie bekommen konnten, da der Toner für den Kopierer aufgebraucht war. Und der Zeitplan bzw. die genauen Spielansetzungen waren auch noch nicht bekannt. Macht ja nichts, es geht ja nur um eine Weltmeisterschaft.
Damit setzte die 2010er-Auslosung leider die Reihe der wenig gelungenen Veranstaltungen dieser Art fort. Immerhin dauerte sie diesmal nur zwei Stunden, im vergangenen Jahre waren es aufgrund fehlerhafter Dateneingaben noch drei gewesen. Dafür kannte man diesmal allerdings nur drei der fünf Tableaus. 
Pflichten offensichtlich nur für andere
Nichtsdestotrotz wies die BWF den Regeln folgend auf alle möglichen Pflichten hin, denen die Spieler und Coaches beim Turnier zu folgen haben. Ohne Zweifel geschieht dies zu Recht. Wann aber schaffen es die Verantwortlichen der BWF endlich einmal selbst, sich an ihre eigenen Vorgaben zu halten?
Mit dem zuständigen Vizepräsidenten der BWF, Mr. Paisan Rangsikitpho (USA), konnte man das Thema vor Ort leider nicht mehr erörtern, da er nach seiner freudigen Begrüßungsrede und dem Lob, das alles so toll organisiert sei und einer Diskussion um Setzplätze im Dameneinzel nicht mehr anwesend war. 
Zum Abschluss soll noch klargestellt werden, dass der mexikanische Ausrichter mit dieser erneuten BWF-Panne nichts zu tun hat.

Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV
Umbuchen wegen Über-raschungserfolg: Einige Mitglieder der deutschen WM-Delegation mussten den Aufenthalt in Mexico wegen des unerwarteten Medaillengewinns verlän-gern (v.l.) Teammanager Thomas Lohwieser, Max Schwenger, isabel Herttrich, Trainer Bernd Brückmann.
Fairplay-Auszeichnung für Max & Isabel. Unmittelbar nach dem ersten Finalspiel gab es noch eine Überraschung für unsere Bronzemedaillengewinner Max Schwenger und Isabel Herttrich. Sie wurden mit einer Urkunde für die Art und Weise geehrt, wie sie bei dieser WM aufgetreten sind. Belohnt wurde ihr positives und faires Verhalten während ihrer Spiele. Die Schiedsrichter hatten einige Spieler für diese Auszeichnung nominiert und die Verantwortlichen der Turnierorganisation hatten dann die endgültige Auswahl vorgenommen. Für Max und Isabell kam die Ehrung unerwartet. Sie mussten plötzlich noch vorne treten und erhielten sie überreicht.

© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.