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Vertraten den DBV bei den Fusionsversammlungen von NOK und DSB: Dietrich Heppner...
..und Karl-Heinz Kerst.

Der designierte zukünftige DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst und DBV-Vize Dietrich Heppner vertraten den DBV bei den Fusionsversammlungen von DSB und NOK

  

Bei der NOK-Mitgliederversammlung wurde es äußerst knapp

  

(17.12.05) Am vergangenen Samstag wurde im Kölner Hotel Maritim die Weichen für den Zusammenschluss des Nationalen Olympischen Komitees und des Deutschen Sportbunds gestellt. Die Mitglieder der großen deutschen Sportverbände sprachen sich in zwei getrennten Versammlungen für eine Fusion aus. Unter den Delegierten waren als Vertreter des Deutschen Badminton-Verbandes DBV-Vizepräsident Dietrich Heppner und der designierte künftige DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst. badminton.de fragte Kerst nach dem Verlauf der Veranstaltung.

      

Sie beide haben unseren Präsidenten vertreten?
Professor Kespohl war beim Weltverband IBF. Der hatte zur gleichen Zeit Council-Meeting in Kuala Lumpur und da dort ebenfalls wichtige Entscheidungen anstanden, haben Dietrich Heppner ich und den Termin in Köln wahrgenommen.

Kennen Sie sich denn in der DSB- und NOK-Ebene schon aus?
Natürlich noch nicht so gut wie Herr Kespohl, der sich ja als langjähriger Präsident seit vielen Jahren in diesem Kreis bewegt. Aber er hat mich in den letzten 18 Monaten schon einige Mal zu diversen Veranstaltungen mitgenommen und so finde ich mich langsam hinein.

Nach der positiven Entscheidung für den Zusammenschluss glaubte man bei den Spitzenfunktionären des deutschen Sports sogar über die Fernsehsender ein spürbares Aufatmen zu hören…
Vor allem bei der NOK-Mitgliederversammlung war es äußerst knapp. Da hätten sogar kleinere Verbände, wie wir mit unseren drei Stimmen, eine völlig andere Entscheidung herbeiführen können. Es gab geheime Abstimmung und vorher eine kontroverse Diskussion. Vor allem die Wintersportverbände haben sich klar gegen die Fusion ausgesprochen. Und sicherlich einige der persönlichen Mitglieder des NOKs, die ja in der Regel verdiente Sportler sind. Die meisten verlieren ihren Sitz jetzt. Die zur Annahme des Antrages nötige Dreiviertel-Mehrheit betrug 107 Stimmen. 109 der anwesenden 142 Mitglieder votierten schließlich dafür. Wie gesagt, es war knapp.

      

"Kleinere Verbände, wie wir mit unseren drei Stimmen, hätten eine völlig andere Entscheidung herbeiführen können."

     

Dabei war vorher in der Presse viel mehr vom Widerstand der Landessportbünde zu lesen.
Das hat mich allerdings auch etwas gewundert. Auf dem Außerordentlichen Bundestag des DSB, der als zweite Versammlung abgehalten wurde, gab es nicht mal mehr eine Diskussion. Und eine klare Mehrheit. 481 waren nötig, 535 stimmten dann dafür.

Hat denn die Politik soviel Druck gemacht?
Offiziell natürlich nicht, da hat man immer von der Entscheidungsfreiheit des Sports gesprochen. Aber die Politik war schon sehr präsent. NRW-Ministerpräsident Rüttgers war da, Herr Westerwelle sowie NRW-Innenminister Wolf. Ich habe mit dem für Sport zuständigen Staatssekretär im NRW-Innenministerium Manfred Palmen gesprochen. Auch er betonte die Notwendigkeit der Fusion für die Zukunft des Sports und für ein erfolgreiches Zusammenwirken von Politik und Sport. 

War denn die DBV-Führung für die Fusion?
Wir hatten in diesem Sinne keinen Präsidiumsauftrag. Wir sind hingefahren mit der Absicht, uns die Argumente der beiden Seiten noch einmal anzuhören. Dabei wurde aber klar, dass nur ein Zusammenschluss die richtige Entscheidung sein kann.

Kann man die wesentlichen Gründe zusammenfassen?
Es wird mit Sicherheit keine zusätzlichen Zuwendungen für den Sport in den nächsten Jahren geben. Die vorhandenen Gelder müssen effektiver genutzt werden und dürfen nicht in den Verbandsapparaten gebunden sein. Durch die beschlossene Fusion besteht die große Chance, den bereits begonnenen Stellenabbau konsequent fortzuführen und damit zu einer Verschlankung des Verwaltungsapparats zu kommen.

Die Befürchtungen der Landessportbünde fußten ja auf der Befürchtung, dass der Breitensport zugunsten des Spitzensports deutlich weniger gefördert werden wird. Ist da was dran? Unsere Landesverbände erhalten von ihren Landessportbünden ja auch etliche Mittel.
Ich sehe eine solche Gefahr nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass beide Bereiche gleichermaßen gefördert werden, da Breitensport und Leistungssport sich gegenseitig bedingen. Auch die Rolle der Landessportbünde wird eine ganz gewichtige bleiben, und das ist gut so.

     

"Ich gehe fest davon aus, dass Breitensport und Leistungssporet gleichermaßen gefördert werden."

     

Der DBV hat also Vorteile von der neuen Konstruktion?
Ob der DBV Vorteile von der neuen Konstruktion hat, vermag ich im Moment noch nicht einzuschätzen. Jedenfalls werden die olympischen Sportverbände gestärkt, und da wir dazugehören, ist es günstig für uns.

Der Zusammenschluss ist aber noch nicht endgültig?
Formal noch nicht. Am 20. Mai 2006 in Frankfurt/Main soll sich der Deutsche Olympischen Sportbund, wie er dann heißt, konstituieren. Und die Zeit bis dahin war auch noch ein Thema.
Wie verhalten sich die beiden Präsidien von NOK und DSB in dieser Übergangszeit? Welches Beschlussverhalten zeigen sie? Diese Problematik konnte aber schnell gelöst werden, da vereinbart wurde, dass Beschlüsse von gravierender Bedeutung nur in gegenseitiger Absprache gefasst werden dürfen. Für mich eigentlich eine Selbstverständllichkeit.

Sie sind also nach der großen Entscheidung guten Mutes?
Nachdem sie nun gefallen ist, sollten wir alle poitiv nach vorne schauen und uns auf den neuen, großen Dachverband des deutschen Sports freuen.

badminton.de sagt vielen Dank für das Gespräch.

     

Lesen Sie...
... auf NOK.de:
NOK-Mitgliederversammlung stimmt Verschmelzung mit dem Deutschen Sportbund zu vom 10.12.05.
...auf dsb.de:
Fusion zwischen NOK und DSB beschlossene Sache – DSB-Bundestag stimmte zu vom 10.12.05.

 

 

badminton.de-Gespräche

► 17.12.05 Mit Karl-Heinz Kerst.
► 17.11.05 Mit Nicole Grether
► 21.8.05 Mit Xu Huaiwen.
► 10.8.05 Mit Martin Kranitz.
► 23.6.05 Mit Detlef Poste.
   

 

 


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