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Hier geht es zu einer
Erwiderung der EBU zum untenstehenden Interview.

      

Schwierige Lage: DBV-Präsident Dieter Kespohl zwischen EBU und IBF.

badminton.de-Gespräch mit DBV-Präsident Dieter Kespohl zur jüngsten Entwicklung in der EBU

   

„Die von der IBF vorgetragenen Ideen sind mehr als überlegenswert“

    

(3.3.06) In der vorigen Woche schreckte ein Bericht der Europäischen Badminton Union die Szene auf in dem davon berichtet wurde, dass es Geheimpläne der IBF gäbe, die EBU zu übernehmen (vgl. Bericht EBU macht mobil vom 23.2.06). Als Teilnehmer eines Meetings in Thessaloniki war DBV-Präsident Dieter Kesophl genannt. badminton.de hat ihn zu den Umständen und Hintergründen befragt.

   

Kann man von geheimen Plänen oder einem geheimen Treffen sprechen? Schon bei den German Open in Mülheim, wo ja eine EBU-Council-Sitzung stattfand, wurde doch offen über die angeprangerten IBF-Absichten geredet. 
Dass irgendwelche Pläne geheim sind, davon ist mir auch nichts bekannt. Gleiches gilt für die Themen bei der EBU-Council-Sitzung in Mülheim, da war ich nicht dabei. Das Meeting in Thessaloniki war angebunden an ein großes europäisches Turnier, also auch nicht geheim.

Wie kam das Treffen in Thessaloniki denn zustande?
Eingeladen hatte der griechische Verbandspräsident. Es gab einen Hinweis, dass der geschäftsführende Präsident der IBF, also Punch Gunalan, teilnehmen würde. Ich war als IBF-Council-Member eingeladen.

Aber einige bedeutende Personen wie etwa EBU-Präsident Bacher waren nicht eingeladen.
Für mich war aus der Einladung nicht erkennbar, wer noch eingeladen war.

Und was waren die Themen des Treffens?
Bei dem Meeting in Thessaloniki wurde ein Plan des Development-"directors" der IBF - also Abteilung für Entwicklungshilfe, um diesen politischen Begriff zu gebrauchen - und aus diesem Plan zu folgernde Strukturen diskutiert. Der Plan sieht eine Regionalisierung vor und ist verbunden mit der Idee, dass starke Länder schwächeren helfen sollen. Beispielsweise könnten für eine Region Zentraleuropa die Länder Deutschland, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein und die Tschechische Republik zusammengefasst werden. Die dahinter stehende Idee ist zum Beispiel in Asien, Afrika und Pan-Amerika schon verwirklicht. In deren Kontinentalorganisationen gibt es Regionaldirektoren, das kann man zum Beispiel auf der ABC-Website nachlesen.

Will denn die IBF tatsächlich Tom Bacher absägen?
Es ist ein Gegenkandidat benannt. Der besagte Russe eben. Ob es eine Mehrheit für ihn geben könnte, ist offen. Aber die EBU hat wohl seine Kandidatur nicht akzeptiert, da sie von dem nicht anerkannten russischen Verband eingebracht wurde. Ich kann den Vorgang rechtlich nicht bewerten. Bulgarien hat die Kandidatur als „seconder“, wie das heißt, unterstützt. Ob das ausreicht, weiß ich auch nicht. Klar ist jedenfalls, dass die IBF mehr Einfluss gewinnen will und muss, um die Entwicklung des Badmintonsportes voranzutreiben.

Muss man aber die IBF-Eingriffe in die EBU nicht bekämpfen?
Als IBF-Counciler gehe ich mit den neuen Struktur-Überlegungen der IBF durchaus konform, obwohl ich vom Aufgabenbereich her, in den Vorgang nicht involviert bin. Ich bin ja für die IBF-Trainingscenter zuständig. Man muss zum Beispiel auch fragen, wo die 250 000 US-Dollar geblieben sind, die die IBF der EBU für 2005 mit dem Schwerpunkt "Entwicklungsaufgaben" überwiesen hat.

Welche Position hat denn der DBV?
Die vorgeschlagenen Ideen sind sehr überlegenswert. Allerdings ist die Zeit zu einer ausführlichen Diskussion bis zum EBU-Generalversammlung im April sehr kurz. Wir müssen das Thema auf unserer nächsten Prädisiumssitzung diskutieren.

badminton.de bedankt sich für das Gespräch.


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