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Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro
 
Vom 5. bis 21. August 2016

    


Badmintonwettbewerbe: von Do den 11. August bis Sa den 20. August 2016. 
Austragungsstätte: Riocentro - Pavilion 4. Referee: Mojmir Hnilica (CZE). 

 
Zeitdifferenz: Rio ist im August fünf Stunden zurück. 9 Uhr dort sind 14 Uhr MESZ. Zur Badmintonseite bei rio2016.com.
                        
 

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Die Olympischen Spiele 2016 "am Rande"

 

Aus Rio de Janeiro berichtet Claudia Pauli

 

 

Montag, 15. August 2016 bis Sonntag, 21. August 2016

Alle sieben Olympiateilnehmer des DBV werden auch die Schlussfeier besuchen. Diese findet am Sonntag, den 21. August um 2015 Uhr (Ortszeit) – wie die Eröffnungsfeier – im berühmten Maracanã-Stadion statt. Außerdem werden DBV-Sportdirektor Martin Kranitz und Xu Yan Wang, der Bundestrainer Herreneinzel, daran teilnehmen.

 

 

Samstag/Sonntag, 13./14. August 2016

Zwischen den einzelnen Pavilions von Riocentro können die Sportarten, die in Riocentro zur Austragung kamen, ausprobiert werden – darunter eben auch Badminton. / Sicherheit wird in Rio groß geschrieben. An allen Veranstaltungsstätten, aber auch im allgemeinen Straßenbild, ist die Força Nacional vertreten. Sie führt an den Veranstaltungsstätten auch federführend die Sicherheitskontrollen durch. Das Gepäck wird wie am Flughafen durchleuchtet, außerdem müssen, Besucher, Medienvertreter, Betreuer, Athleten etc. durch einen Scanner laufen. / Die Brasilianer haben teils ungewöhnliche Konstruktionen geschaffen, um Übergänge über stark befahrene Straßen zu ermöglichen. / Impressionen aus dem Olympischen Dorf bei Sonnenschein: U. a. gibt es einen Schönheits- und Friseursalon und einen Mini-Blumenladen sowie ein Beachvolleyballfeld. 

 

 

Fotos: Claudia Pauli.

 

 

 

Freitag, 12. August 2016

Foto: Claudia Pauli.

Die deutschen Fans unterstützten die Asse des DBV lautstark und ausdauernd. Unter ihnen befanden sich auch Jugendliche, die am Deutschen Olympischen Jugendlager teilnehmen. Zwei Heranwachsende, die bei dieser besonderen, von der Deutschen Sportjugend (dsj) in Kooperation mit der Deutschen Olympischen Akademie (DOA) unter dem Dach des DOSB veranstalteten Reise dabei sind, spielen selbst erfolgreich Badminton: Annabella Jäger (TSV Freystadt) und Alim Düzenli (PSV Gelsenkirchen).

 

 

 

Donnerstag, 11. August 2016

Da es sich bei Riocentro, wo die olympischen Badmintonwettbewerbe 2016 ausgetragen werden, um ein Kongress- und Messezentrum handelt und nicht um eine Sporthalle bzw. Veranstaltungsstätte, wie sie z. B. 2012 in London mit der Wembley Arena gegeben war, sind die Tribünen lediglich temporär aufgebaut. Von drei Seiten können die Badmintonfans auf die derzeit drei Courts blicken – und die Stimmung war bereits am 1. Veranstaltungstag größtenteils klasse.

 

 

Blick von hinten auf eine der Tribünen. Fotos: Claudia Pauli.

 

 

 

Mittwoch, 10. August 2016

Blick u. a. auf das Haus, in dem die Deutsche Olympiamannschaft im Olympischen Dorf untergebracht ist. Foto: Claudia Pauli.

Heute stand für die DBV-Asse in Rio die letzte Trainingseinheit auf den Main Courts auf dem Programm – ab dem 11. August geht es darauf für die 41 Herren, die 40 Damen sowie die jeweils 16 Herrendoppel, Damendoppel und Mixed um die olympischen Medaillen. In den Einzeldisziplinen ziehen lediglich die jeweiligen Gruppenersten in die K.-o.-Runde ein (beginnend mit dem Achtelfinale), in den Doppeldisziplinen kommen die Gruppenersten und –zweiten weiter. Im Herrendoppel, im Damendoppel und im Mixed beginnt die K.-o.-Runde entsprechend mit dem Viertelfinale.

3.604 Apartments im Olympischen Dorf

 
Schon von weitem ist erkennbar, welches Haus im Olympischen Dorf die insgesamt rund 450 Mitglieder zählende Deutsche Olympiamannschaft belegt. Breite Flaggen zieren die Balkone der Apartments. Insgesamt besteht das „Olympic Village“ aus 31 Hochhäusern mit je 17 Etagen. Zusammen 3.604 Apartments sind darin zu finden. Das „Team Germany“ wohnt im Haus mit der Nummer 22.
 

Dienstag, 9. August 2016

Die (An-)Spannung, aber auch die Vorfreude auf das olympische Turnier, steigt: Nur noch zwei Tage, dann stehen für die Duos Michael Fuchs/Johannes Schöttler, Johanna Goliszewski/Cara Nelte und Michael Fuchs/Birgit Michels die ersten Matches an. Marc Zwiebler und Karin Schnaase greifen erst einen Tag später erstmals ins olympische Geschehen ein. Am 9. August absolvierten die DBV-Asse eine Trainingseinheit auf den Practice Courts und eine auf den Main Courts.

 

Doppelter Umzug
 

DBV-Co-Trainer Ingo Kindervater, der bislang in einem Außenquartier des DOSB wohnte, zog inzwischen ins Olympische Dorf ein und teilt sich nun ein Zimmer mit Marc Zwiebler. Dadurch wechselte auch Mark Lamsfuß seine Unterkunft: Der 22-Jährige, der zunächst in einem Apartment ganz in der Nähe des Olympischen Dorfs wohnte, konnte den durch den Umzug von Ingo Kindervater frei gewordenen Platz im Außenquartier des DOSB übernehmen und somit zu Fabian Roth ziehen. Mark Lamsfuß und Fabian Roth fungieren in Rio als Sparringspartner.  

 

 

Montag, 8. August 2016

Nach dem Vormittagstraining, das von 8.00 bis 10.00 Uhr auf den Practice Courts durchgeführt wurde, nahm sich die deutsche „Badminton-Delegation“ Zeit für ein kleines „Fotoshooting“.

 

 

Die deutsche „Badminton-Delegation“ in Rio. V.l. (auf beiden Fotos): Holger Hasse, Xu Yan Wang, Andreas Richter, Birgit Michels, Michael Fuchs, Carla Nelte, Johannes Schöttler, Johanna Goliszewski, Marc Zwiebler, Karin Schnaase, Ingo Kindervater, Martin Kranitz. Fotos: Claudia Pauli.

 

  

Sonntag, 7. August 2016

Am 2. Trainingstag (7. August 2016) hatte Claudia Pauli die Möglichkeit, einige der deutschen Olympiateilnehmer im Badminton zu ihren ersten Eindrücken von Rio zu befragen. Auch Martin Kranitz, Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) und Teilmannschaftsleiter Badminton, schildert seine Eindrücke.

 

 

Karin Schnaase während des Trainings. Foto: Claudia Pauli.

Karin Schnaase im Interview: „Wenn man selber dabei ist, übertrifft das alles!“

Karin Schnaase ist in diesem Jahr erstmals bei Olympischen Spielen dabei. Claudia Pauli sprach mit der 31-Jährigen vom SC Union Lüdinghausen über ihre Erlebnisse in den ersten Tagen seit der Ankunft in Rio des Janeiro. Die deutschen Badmintonspieler flogen am Abend des 4. August von Frankfurt am Main per Direktflug in die Millionenstadt am Zuckerhut.

Claudia Pauli: „Karin, wie ist das ‚Erlebnis Olympia‘ für Dich?“

Karin Schnaase: „Wir sind am Freitagmorgen (5. August 2016; Anm. d. Red.) hier angekommen und allein an dem Tag ist schon so viel passiert, wir haben so viel erlebt. U. a. haben wir viele Sportler kennengelernt und das Olympische Dorf. Das alles ist so schwer in Worte zu fassen, ich bin einfach von allem überwältigt.“

Claudia Pauli: „Ihr habt auch an der Eröffnungsfeier teilgenommen. Wie war das für Dich?“
Karin Schnaase: „Im Gang, in dem wir im Stadion gewartet haben, bis wir einmarschieren durften, hat die komplette deutsche Mannschaft auf einmal angefangen, die deutsche Nationalhymne zu singen. Das war Gänsehaut pur. Überhaupt war die Eröffnungsfeier sehr emotional. Da hat man erst einmal richtig gecheckt, dass man dabei ist. Wir haben alles mitgenommen, waren bis zum Schluss da. Wir sind als eine der ersten Nationen eingelaufen und von zuhause aus haben mir ganz viele geschrieben, dass Birgit und ich ganz deutlich im Fernsehen zu sehen waren. Wir haben einfach in eine Kamera gewunken, aber es waren so viele da, dass wir gar nicht wussten, welche was zeigt. Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, hatte ich ein Dauergrinsen auf dem Gesicht …“

Claudia Pauli: „Hast Du Dir die Olympischen Spiele in etwa so vorgestellt, wie Du sie jetzt erlebst?“
Karin Schnaase: „Ich hatte ja von Birgit schon ziemlich viel über Olympia gehört. Aber wenn man selber dabei ist, übertrifft das alles. Es ist so unglaublich! Man ist jeden Tag total stolz, dass man es geschafft hat. Die Quali habe ich als extrem anstrengend empfunden, aber jetzt, wo man hier ist, weiß man, wofür man es gemacht hat. Es ist einfach der Wahnsinn. Ich habe hier schon viele Leute wiedergetroffen, die ich beim ‚Champion des Jahres‘ (eine Eventwoche, zu der von der Deutschen Sporthilfe eingeladen wird; Anm. d. Red.) vor drei Jahren kennengelernt habe. Viele haben damals gesagt: Wir sehen uns in Rio. Klar habe ich gehofft, dass das klappt, aber ich wusste, es würde sehr schwer werden.“

Claudia Pauli: „Deine Familie wird auch in der Halle sein, wenn Du Deine olympischen Auftritte hast …“
Karin Schnaase: „Meine Familie ist am vergangenen Samstag (6. August 2016; Anm. d. Red.) gelandet. Mein Vater hat mir direkt geschrieben, dass sie mit Carolina Marin in einem Flieger waren. Sie sind über Madrid geflogen. Meine Eltern sind hier und meine beiden Brüder mit Anhang. Mein Freund und Birgits Freund kommen am 9. August, sie müssen noch arbeiten. Alle Sieben wohnen hier zusammen in einem Apartment. Ich finde es super, dass ich dieses Erlebnis mit meiner Familie teilen kann. Wenn ich sie treffe, wird das sicherlich erneut sehr emotional – gerade wegen meines Vaters. Er wäre gerne bei Olympischen Spielen dabei gewesen, aber damals war Badminton ja noch nicht olympisch.“

Claudia Pauli: „Wie gefällt Dir das Olympische Dorf?“
Karin Schnaase: „Das ist der Hammer! Ich finde es total schön, wie es gebaut wurde – mit einem Park in der Mitte, der zum Spazierengehen einlädt, und kleinen Läden. Eben wie ein kleines Dorf. Auch einen Pool gibt es. Man findet dort alles, was man als Athlet braucht. Man trifft viele Leute, hat aber auch Platz zum Zurückziehen. Im Olympischen Dorf gibt es ein Wasserspiel – an jedem Abend steigen zu Musik Fontänen in die Höhe. Immer, wenn ich auf dem Weg zum Frühstück daran vorbei gehe, bekomme ich eine Gänsehaut.“

Claudia Pauli: „Im Vorfeld äußerten viele Sportler und Delegationsleiter Kritik an den Wohnungen im Olympischen Dorf. Ist diese aus Deiner Sicht berechtigt?“

Karin Schnaase: „Natürlich ist das Olympische Dorf sporadisch eingerichtet, aber die Wohnungen müssen ja nachher auch verkauft werden. Die Einrichtung passt zu Brasilien. Man ist ja ohnehin nicht so viel im Apartment: Wir haben viele Termine, sind viel in der Halle etc. Manche Leute sind vielleicht von Peking oder London etwas anderes gewohnt, aber wir bekommen so viel und ich bin so froh, dass ich dabei sein kann. Es ist schade, dass sich viele auf so hohem Niveau beklagen. Wir haben in unserem Zimmer Plakate aufgehängt, die wir aus der Heimat mitgebracht haben, die Betten ein wenig verschoben und alles so gestaltet, dass es uns gut geht.“

Claudia Pauli: „Teilst Du Dir im Olympischen Dorf mit Birgit Michels ein Zimmer?“

Karin Schnaase: „Ja! Irgendwie schließt sich hier der Kreis. Ich habe damals zusammen mit Birgit in Mülheim mit Badminton angefangen. Das war noch bevor wir in die Grundschule kamen. Von da an waren wir immer zusammen auf Turnieren, es ist im Laufe der Zeit eine richtig gute Freundschaft entstanden. Eine Zeit lang haben Birgit und ich auch in Mülheim gewohnt, ehe wir uns irgendwann jeder eine eigene Wohnung genommen haben. Ich habe von Birgit alles mitbekommen und sie hat von mir alles mitbekommen. Besonders viel habe ich natürlich mitbekommen, wenn sie bei den Olympischen Spielen war. Parallelen gibt es auch, weil wir ja beide eigentlich schon aufgehört hatten, dann aber beide wieder angefangen haben. Wir hatten gemeinsam einen großen Traum: Wir wollten unser letztes großes Turnier zusammenspielen – eben bei Olympia. Wir teilen uns ein Apartment mit Holger und Xu Yan und mit Johanna und Carla. Jedes Doppelzimmer hat ein eigenes Bad. Ich versuche hier in Rio, möglichst vieles mit Birgit zusammen zu machen. Daher haben wir auch unsere Familien zusammen in ein Apartment ‚gepackt‘. So können wir alles besser organisieren. Birgit kennt sich ja schon aus bei Olympia – es ist schön, sie an der Seite zu haben. Wir haben übrigens beide im linken Ohr in einem Ohrloch das ‚Unendlich-Zeichen‘. Es ähnelt ein bisschen den Olympischen Ringen und bedeutet für uns zusätzliche Motivation.“

Claudia Pauli: „Machst Du Dir Gedanken über die Sicherheit?“

Karin Schnaase: „Wir sind im Olympischen Dorf vollkommen abgeschirmt. Man bekommt von außen nichts mit. Ich habe mich bislang zu keiner Zeit unsicher gefühlt.“

Claudia Pauli: „Am Tag nach der Eröffnungsfeier ging es gleich mit dem Training los ...“
Karin Schnaase: „Es ist gut, dass am 6. August das Training angefangen hat, damit man in die Wettkampfstimmung kommt. Die Eröffnungsfeier hat mich noch einmal mehr motiviert!“  
 

Marc Zwiebler beim ersten Training auf den Main Courts. Foto: Claudia Pauli.

Marc Zwiebler im Interview: „Ich bin fit!“

Marc Zwiebler ist in diesem Jahr bereits zum dritten Mal bei Olympischen Spielen dabei: Sein Olympia-Debüt feierte der heute 32-Jährige 2008 in Peking, vier Jahre später qualifizierte er sich auch für das olympische Badmintonturnier in London. Im Gespräch mit Claudia Pauli zieht der amtierende EM-Dritte im Herreneinzel einen Vergleich zu den bisherigen beiden Veranstaltungen:

Claudia Pauli: „Marc, was fällt Dir hier in Rio besonders positiv auf?“

Marc Zwiebler: „Das Dorf ist schön gemacht. Wir sind eine große Truppe, größer als jemals zuvor. Und: Halle und Training sind fußläufig zu erreichen. In Peking und in London war beides weit weg: In London waren wir 1,5 bis 2 Stunden unterwegs, in Peking mehr als eine Stunde. Hier kann man zwischendurch schnell ‚nach Hause‘, etwas essen etc.“

Claudia Pauli: „In den früheren Jahren starteten die Badmintonwettbewerbe ja bereits am Tag nach der Eröffnungsfeier, sodass Du nie an der Zeremonie teilnehmen konntest. Diesmal warst Du – mit den anderen deutschen Badmintonassen – dabei, oder?“
Marc Zwiebler: „Ja, wir waren alle da. Für mich war es ein Novum, die Eröffnungsfeier live zu sehen. Es war schon anstrengend, so lange zu stehen, aber das muss man mitnehmen. Ich habe es genossen.“

Claudia Pauli: „Sicherlich seid Ihr bereits beim Aufstellen in den ‚Katakomben‘ des Stadions mit deutschen Athleten aus anderen Sportarten in Kontakt gekommen, oder?“
Marc Zwiebler: „Die anderen vielleicht etwas mehr als ich. Aber es ist schön, dass ich ein paar Leute aus der deutschen Olympiamannschaft schon von diversen Veranstaltungen kenne.“

Claudia Pauli: „Wie zufrieden bist Du mit Deiner Auslosung für das olympische Badmintonturnier?“
Marc Zwiebler: „Die Auslosung ist ganz ok., sie hätte besser, aber auch schlechter sein können. Nicht ganz so glücklich ist es, dass ich gleich im ersten Spiel gegen den Iren spielen muss. Somit ist das erste Spiel schon das ‚Finale‘. Scott Evans steht zwar in der Weltrangliste hinter dem Brasilianer, aber er ist nominell besser als er. Ich bin jedenfalls fit.“  
 

Johannes Schöttler beim Training auf den Main Courts. Foto: Claudia Pauli.

Johannes Schöttler absolvierte nach der EM ein intensives Reha-Programm  

Johannes Schöttler bestritt zuletzt Ende April/Anfang Mai ein Turnier – die Individual-Europameisterschaften in Frankreich. Danach durchlief der 31-Jährige ein rund achtwöchiges, intensives Rehabilitationsprogramm. „Ich war viel Schwimmen und extrem viel im Kraftraum“, so der gebürtige Hamburger, der für den Deutschen Mannschaftsmeister 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim in der 1. Badminton-Bundesliga aufschlägt. „Danach habe ich erst wieder mit Badminton begonnen“, sagt der 68-malige deutsche Nationalspieler, der sich nach eigener Aussage gut fühlt.  

Sie seien an den ersten Tagen seit ihrer Ankunft in Rio „viel unterwegs“ gewesen, berichtet Johannes Schöttler. „Es dauert alles lang und wir wissen noch nicht so genau, wie die Transporte fahren.“ Am Sonntag (7. August) z. B. standen für die Olympiateilnehmer des DBV zwei Trainingseinheiten auf dem Programm, mittags nahmen sie einen Medientermin wahr und darüber hinaus lagen weitere Termine an.

Wie Marc Zwiebler beurteilt auch Johannes Schöttler die Tatsache, dass die Badmintonspieler den Weg zur Wettkampf- und zur Trainingsstätte zu Fuß zurücklegen können, positiv. „Das ist super! Vom Haus bis hierher sind es rund 20 bis 25 Minuten. Dabei ist der Weg innerhalb des Dorfs am weitesten. Vom Ausgang des Dorfs bis zur Halle sind es nur 5 Minuten“, so der mehrmalige Deutsche Meister, der sich in Rio mit seinem Doppelpartner Michael Fuchs ein Zimmer teilt.

Im gleichen Apartment wohnen Marc Zwiebler sowie DBV-Sportdirektor Martin Kranitz und Andreas Richter. Letzterer ist bei den Spielen der XXXI. Olympiade allerdings nicht als Chef-Physiotherapeut des DBV vor Ort, sondern er ist – im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) – für die gesamte deutsche Mannschaft als Physiotherapeut und Masseur zuständig. Als sechstes „WG-Mitglied“ wird wohl noch Co-Trainer Ingo Kindervater in das Apartment einziehen, der zunächst in einem Außenquartier des DOSB wohnte. In den Zimmern im Olympischen Dorf gibt es übrigens, wie Johannes Schöttler erzählt, einen sogenannten ‚Olympic Channel‘ im Fernsehen. „Auf dem können wir alles gucken – ohne Kommentar.“

Das Dorf sei von „außen sehr schön“, so der Routinier, der sein olympisches Debüt 2012 in London gab – mit Ingo Kindervater im Herrendoppel. „Das ist eine schöne Anlage, sie gefällt mir richtig gut.“ Zwar seien die Gebäude günstig gebaut und auch „nicht so richtig sauber“, aber es funktioniere alles. „2012 war das Olympische Dorf auch schlicht gehalten, allerdings ein bisschen hochwertiger“, zieht Johannes Schöttler einen Vergleich zu Olympia vor vier Jahren. „Hier hat jedes Haus einen Pool und einen eigenen Bereich draußen. Das ist ganz nett und gab es in der Form in London nicht.“

Zufrieden zeigt sich Johannes Schöttler zudem mit der olympischen Wettkampfstätte. „Die Organisatoren haben schon ganz gut etwas rausgeholt im Vergleich zu November vergangenen Jahres, als die Tribünen noch nicht da waren.“ Ende 2015 waren die YONEX Brasil Open in genau der Veranstaltungsstätte – Pavilion 4 von Riocentro in der Zone Barra – ausgetragen worden, wo nun das olympische Turnier stattfindet. „Das könnte schon eine ganz nette Stimmung werden“, blickt Johannes Schöttler auf den insgesamt zehntägigen Wettbewerb voraus.

Die Teilnahme an der Eröffnungsfeier hat sich nach Aussage von Johannes Schöttler „gelohnt“ – auch wenn der Abend anstrengend gewesen sei, weil sie sehr viel stehen mussten. „Von der Show, vom Einmarsch und von der Entzündung der Fackel war ich schon sehr beeindruckt.“ Dadurch, dass Deutschland sehr früh einzog, „hatten wir einen guten Platz zum Gucken“, so der 31-Jährige.
 

Fabian Roth im Interview: „Auch eine Motivation für Tokio 2020“

Claudia Pauli: „Fabian, Du musstest zuletzt viele Monate aufgrund einer Verletzung an der Hüfte pausieren. Nun bist Du als Sparringspartner bei Olympia dabei. Wann hast Du davon erfahren und wie hast Du Dich dabei gefühlt?“
Fabian Roth: „Ich habe vor ca. zwei Monaten davon erfahren. Das alles mitzubekommen, ist eine unheimlich coole Sache. Heute z. B. haben wir einen Tag Eintritt ins Olympische Dorf. Ich habe mich sehr darüber gefreut, mit nach Rio fahren zu dürfen. Das ist in jedem Fall auch eine Motivation für Tokio 2020.“

Claudia Pauli: „Wie geht es Dir gesundheitlich?“
Fabian Roth: „Ich habe Anfang Mai das OK bekommen, langsam wieder einzusteigen. Ich habe das Training langsam gesteigert und bin seit zwei Monaten nun wieder komplett im Training – unter voller Belastung. Einen Wettkampf habe ich noch nicht bestritten, aber ich hoffe, zur neuen Saison einzusteigen – vielleicht in Belgien.“  

Claudia Pauli: „Wie sieht Dein Tagesablauf in etwa aus?“
Fabian Roth: „Ich bin am 4. August mit den Olympiateilnehmern mitgekommen und bei jedem Training dabei. Meistens findet zweimal am Tag Training statt. Wenn das Turnier begonnen hat, findet kein Training mehr statt. Dann werde ich noch zwei bis drei Tage zuschauen dürfen, am 13. oder 14. August fliege ich zurück.“

Claudia Pauli: „Als Sparringspartner darfst Du ja nicht im Olympischen Dorf wohnen. Wo bist Du untergebracht?“
Fabian Roth: „Ich wohne in einem Außenquartier des DOSB, ca. 15 km von der Halle entfernt. Der Transfer ist noch ein bisschen chaotisch – er dauert rund eine Stunde. Meistens bin ich bei Mark Lamsfuß. Er hat ja eine Wohnung, die nur fußläufig von der Halle entfernt ist. Dort können wir uns auch verpflegen.“

Claudia Pauli: „Hast Du evtl. auch die Möglichkeit, Dir Wettkämpfe in anderen Sportarten anzuschauen?“
Fabian Roth: „Ich werde es versuchen, aber manchmal ist es schwer, an Karten zu kommen.“

Claudia Pauli: „Hast Du auch die Eröffnungsfeier angeschaut?“
Fabian Roth: „Ja, wir haben sie im ‚Deutschen Haus‘ im Fernsehen verfolgt. Das war sehr schön.“
 

Mark Lamsfuß (r.) spielt im Training mit Marc Zwiebler Doppel gegen Michael Fuchs und Johannes Schöttler. Foto: Claudia Pauli.

Mark Lamsfuß im Interview: „Ich bin sehr stolz!“

Mark Lamsfuß wurde die Ehre zuteil, als Sparringspartner mit nach Rio zu reisen. Im Gespräch mit Claudia Pauli erzählt der 22-Jährige, wie es im in Rio ergeht.

Claudia Pauli: „Wie hast Du reagiert, als Du erfahren hast, dass Du als Sparringspartner mit nach Rio reisen darfst?“

Mark Lamsfuß: „Das war super und ist eine einmalige Chance! Ich bin sehr stolz und es bedeutet für mich zusätzliche Motivation für Tokio. Da will ich unbedingt hin!“

Claudia Pauli: „Als Sparringspartner bist Du ja nicht offizielles Mitglied der Deutschen Olympiamannschaft und darfst entsprechend nicht im Olympischen Dorf wohnen. Wo hast Du hier in Rio Quartier bezogen?“

Mark Lamsfuß: „Derzeit wohne ich etwa 15 Minuten zu Fuß von der Trainingshalle entfernt. Eventuell habe ich aber die Möglichkeit, zu Fabi zu ziehen.“ (Anm. d. Red.: Fabian Roth wohnt in einem sogenannten „Außenquartier“ des DOSB. Da Mark Lamsfuß erst deutlich später als Sparringspartner nominiert wurde als Fabian Roth, konnte er dort nicht mehr untergebracht werden)

Claudia Pauli: „Was machst Du zwischen den Trainingseinheiten bzw. davor und danach? Ihr habt in den Tagen bis zu Turnierbeginn ja manchmal zwei Einheiten pro Tag und manchmal nur eine.“
Mark Lamsfuß: „Zwischendurch bin ich in der Wohnung, gehe einkaufen, koche mir etwas in der Wohnung etc. Heute hatten wir zudem einen Besucher-Pass für das Olympische Dorf. Ggf. können wir uns auch Tickets für andere Sportarten besorgen.“
 

Martin Kranitz. Foto: Claudia Pauli.

DBV-Sportdirektor Martin Kranitz: „Jedes Dorf hat seinen eigenen Charakter“

Martin Kranitz, der Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV), ist mit der Situation in Rio insgesamt sehr zufrieden, wie er Claudia Pauli im Gespräch erläutert.

Claudia Pauli: „An den ersten Tagen ‚hakte‘ es mitunter organisatorisch an einigen Stellen. Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht?“
Martin Kranitz: „Aus unserer Sicht klappt organisatorisch alles. Wir haben es aber natürlich auch einfach: Vom Olympischen Dorf bis zu Riocentro sind es knapp 100 m … Es ist ein Riesen-Vorteil, dass wir nicht auf das Transportsystem angewiesen sind. Die Sportler haben so viele Termine und bei Olympischen Spielen gibt es so viele Dinge, die zu beachten sind. Da ist es sehr hilfreich, dass wir nicht noch jeweils eine Stunde Busfahrt haben.“

Claudia Pauli: „Wie gestaltet sich das Olympische Dorf im Vergleich zum Olympischen Dorf z. B. in London und in Peking?“
Martin Kranitz: „Man will eigentlich gar keinen Vergleich ziehen. Bei den Ausrichtern handelt es sich jeweils um ganz andere Länder und andere Lebensweisen bzw. Strukturen. Aus meiner Sicht ist es auch gut so, dass jedes Dorf seinen eigenen Charakter hat – das ist das Schöne daran.

Claudia Pauli: „Wie gefällt Ihnen die Wettkampf- und Trainingsstätte?“
Martin Kranitz: „Die Halle sieht sehr ordentlich aus und wir finden einen hohen Standard vor – z. B. in Bezug auf die Practice Courts.“

Claudia Pauli: „Johannes Schöttler, den ja schon längerer Zeit Hüftprobleme beeinträchtigen, macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Wie ist der Stand diesbezüglich?“
Martin Kranitz: „Johannes hat sich richtig gut entwickelt. Die medizinische/physiotherapeutische Abteilung – das Betreuerteam in Saarbrücken und DBV-Physiotherapeut Andi Richter, bei dem Johannes eine Woche war – hat sehr gute Arbeit geleistet! Es war genau richtig, Johannes nach der EM rauszunehmen.“

Claudia Pauli: „Sie sprachen es schon an: Die Sportler haben bei Olympischen Spielen teilweise einen regelrechten Terminstress …“
Martin Kranitz: „Ja, hier ist so viel zu organisieren, dass es m. E. gar nicht ohne Teilmannschaftsleiter geht. Es ist unbedingt notwendig, dass einer diese Dinge fängt und sich nicht z. B. die Trainer auch noch damit beschäftigen müssen. Der DOSB benennt daher auch lange vorher Teilmannschaftsleiter, damit das alles funktioniert. Wichtig ist es daher, eine gute Mischung zwischen Be- und Entlastung zu finden und nicht zu viele Termine zu legen. Viele Sportler haben ja auch ihre Familie da – auch da gilt es, nicht zu überpacen.“

Claudia Pauli: „Die Spieler erzählten, sie müssten nach der Trainingseinheit gleich los – um Kopfhörer abzuholen …“
Martin Kranitz: „Olympische Spiele sind natürlich auch eine PR-Maschine. Das ist eine clevere Strategie von Unternehmen: Wenn jeder Athlet mit einem Kopfhörer der Firma x oder einem neuen Smartphone der Firma y rumläuft, ist das hervorragende Werbung. So haben z. B. alle Olympiateilnehmer ein Smartphone geschenkt bekommen.“
  

Claudia Pauli: „Als Sparringspartner sind Fabian Roth und Mark Lamsfuß in Rio dabei. Wo wohnen diese beiden Spieler? Sie dürfen ja, weil  sie keine Mitglieder der Deutschen Olympiamannschaft sind, nicht im Olympischen Dorf wohnen.“
Martin Kranitz: „Fabi ist in einem sogenannten ‚Außenquartier‘ des DOSB untergebracht. Mark hat ein Apartment ganz in der Nähe von Riocentro. Ursprünglich war Ingo Kindervater als zweiter Sparringspartner vorgesehen. Dann aber haben wir erfahren, dass der DOSB an Ingo ebenfalls eine Trainer-Akkreditierung vergeben würde. Dass der DOSB uns die Möglichkeit zugestanden hat, drei Trainer mitzunehmen, hat uns sehr gefreut. So sind offiziell drei Trainer für Olympia akkreditiert: Holger Hasse, Xu Yan Wang und eben Ingo Kindervater. Die zusätzliche Akkreditierung für Ingo haben wir gerne und dankend angenommen. Dadurch wurde bei den Sparringspartnern ein Platz frei. Wir dürfen grundsätzlich zwei mitnehmen. Da wir erst sehr spät erfahren haben, dass wir eine zusätzliche Trainerakkreditierung erhalten, konnten wir Mark nicht mehr im Außenquartier unterbringen.“
 

Die Wettkampfhalle an einem der ersten Trainingstage. Foto: Claudia Pauli.

Wie ist der Wind?

Bei der ersten Trainingsmöglichkeit auf den Main Courts spürten die Aktiven Wind in der Halle, konnten diesen aber noch nicht so recht „einordnen“: „Wir haben alle noch nicht so genau rausbekommen, wie er ist. Das kann aber auch an jedem Tag anders sein – je nach Außentemperatur z. B.“, sagt etwa Karin Schnaase. Auch die Zuschauerzahl spiele in Bezug auf die Belüftung eine Rolle. Beim Training fiel zudem auf, dass die beiden Außencourts – aufgebaut waren insgesamt drei Spielfelder – etwas schlechter beleuchtet waren als der Center Court. Möglicherweise wird sich dies im Hinblick auf das Turnier aber noch ändern.   
 

Testen der Wettkampfcourts

 

Am Sonntag, den 7. August bot sich für die Athleten des DBV erstmals die Möglichkeit, die Wettkampfcourts zu testen. Im Pavilion 4 von Riocentro – einem Konferenz- und Messezentrum ganz in der Nähe des Olympic Park und gleich neben dem Olympischen Dorf – sind für die ersten Wettkampftage drei Courts vorgesehen. Diese lagen auch schon zu Trainingszwecken aus. Während der Trainingseinheiten wurde seitens der Wettkampf-Organisation noch viel verkabelt, getestet (Anzeigen, Kameraeinstellungen etc.), aufgebaut und "hin und her gerückt".
  

Impressionen vom Training am 7. August 2016 in der Wettkampfhalle. Fotos: Claudia Pauli. Für die Darstellung wurden komprimierte Fotos verwendet.

Samstag, 6. August 2016

Während in vielen anderen Sportarten bereits die ersten Wettkämpfe ausgetragen wurden, stand für die DBV-Asse die erste Trainingseinheit auf dem Programm. Das Training wurde in derselben Halle durchgeführt wie ab dem 11. August der Wettkampf – teilweise sogar auf den Wettkampfcourts. Alle Nationen erhielten bis zu Turnierbeginn 3 x 1 Stunde die Möglichkeit, gewissermaßen „unter realen Bedingungen“ zu trainieren. Die anderen Trainingseinheiten erfolgten auf speziellen Practice Courts. Am Samstag ging es für die deutsche Mannschaft in die Trainingshalle.
 

Freitag, 5. August 2016

Das Olympiateam des DBV landete am frühen Morgen in der brasilianischen Millionenstadt und bezog seine Zimmer im Olympischen Dorf. Die insgesamt zwei Apartments der DBV-Asse befinden sich im 16. Stock jenes Hauses, in dem die Deutsche Olympiamannschaft während der Spiele der XXXI. Olympiade beheimatet ist. Abends nahmen die Athleten des DBV an der mehrstündigen Eröffnungsfeier im berühmten Maracanã-Stadion teil. Das Stadion fasst bei Fußballspielen knapp 79.000 Zuschauer, bei der Eröffnungsfeier konnte es mit rund 70.000 Sportfans besetzt werden.
 

Donnerstag, 4. August 2016

Die Olympiateilnehmer des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) haben sich am Abend per Direktflug von Frankfurt am Main nach Rio de Janeiro auf den Weg nach Brasilien gemacht. Der Flug dauerte etwas mehr als zwölf Stunden.
 


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