Lüdinghausen erstmals Deutscher Mannschaftsmeister

Das Team des SC Union Lüdinghausen bejubelt den erstmaligen Gewinn des DM-Titels. Foto: Claudia Pauli.

Von Claudia Pauli

 

(11.05.2014) Der SC Union Lüdinghausen ist erstmals Deutscher Mannschaftsmeister im Badminton. Im Play-off-Finale am 11. Mai 2014 setzte sich das Team aus dem Münsterland in eigener Halle mit 4:2 gegen den 1. BV Mülheim durch. Nachdem die Gastgeber durch die EM-Dritte im Dameneinzel, Karin Schnaase, den entscheidenden vierten Punkt geholt hatten und damit als Gesamtsieger feststanden, gab das Duo des SC Union im parallel ausgetragenen Mixed im zweiten Satz auf.

 

Der Deutsche Rekord-Mannschaftsmeister aus dem Ruhrgebiet verpasste es damit, nach 34 Jahren wieder den Hans-Riegel-Pokal für den besten Verein in der jeweiligen Saison in Empfang zu nehmen: Zwischen 1968 und 1980 gewann der BVM 13 DM-Titel in Serie, seitdem blieb ihm der Triumph verwehrt. Die Spielzeit 2013/2014 ist für Mülheim allerdings die erfolgreichste seit mehr als 30 Jahren: Zuletzt belegte der BVM im Jahr 1981 Platz zwei. Für Lüdinghausen, das in der Saison 2002/2003 erstmals in der zur Spielzeit 1971/1972 eingeführten 1. Badminton-Bundesliga aufschlug, stand als bis dato beste Platzierung ein dritter Platz aus dem Jahr 2010 zu Buche.

 

In der Vorrunde hatten sich die Teams in Lüdinghausen 3:3 getrennt, das Rückspiel in Mülheim – am letzten Spieltag im Rahmen der Punkterunde 2013/2014 – entschied der SCU mit 4:2 für sich. Durch den Sieg gegen den zu diesem Zeitpunkt in der Tabelle führenden BVM verdrängte Lüdinghausen Mülheim noch von Tabellenplatz eins und qualifizierte sich damit direkt für das Play-off-Finale. Die Mannschaft, welche die Vorrunde als Spitzenreiter abschließt, genießt zudem im Endspiel Heimrecht.

 

Der 1. BV Mülheim musste als Tabellenzweiter den „Umweg“ über das Play-off-Halbfinale nehmen. Darin spielte das Team aus dem Ruhrgebiet gegen den Tabellendritten 1. BC Beuel 3:3 und zog aufgrund des besseren Spielverhältnisses im Vergleich zu den Bonnern ins Endspiel ein.

 

Am 11. Mai 2014 verfolgten rund 600 Zuschauer in der bis auf den letzten Platz besetzten Sporthalle des St. Antonius-Gymnasiums in Lüdinghausen das Finale und sorgten mit Fangesängen, Trommeln und Anfeuerungsrufen für eine fantastische Kulisse.

 

Die Ergebnisse im Einzelnen:

 

Play-off-Finale am Sonntag, den 11. Mai 2014 in Lüdinghausen:

SC Union Lüdinghausen – 1. BV Mülheim 4:2

 

HD: Ruud Bosch/Josche Zurwonne Marcus Ellis/Jorrit de Ruiter 16:21, 19:21 (0:1)

DD: Selena Piek/Karin Schnaase Johanna Goliszewski/Judith Meulendijks 16:21, 21:8, 24:22 (1:1)

2.HE: Yuhan Tan Alexander Roovers 21:4, 18:21, 21:7 (2:1)

1.HE: André Kurniawan Tedjono Dmytro Zavadsky 21:15, 22:20 (3:1)

DE: Karin Schnaase – Judith Meulendijks 21:16, 21:12 (4:1)

MX: Ruud Bosch/Selena Piek – Marcus Ellis/Johanna Goliszewski 18:21, 16:21 (4:2) - Aufgabe seitens des SCU beim Stand von 16:13 im zweiten Satz für Lüdinghausen.

 

Impressionen vom Play-off-Finalspiel zwischen dem SC Union Lüdinghausen und dem 1. BV Mülheim am 11. Mai 2014 in Lüdinghausen. Hier: Jubel nach Spielende und Siegerehrung. Fotos: Claudia Pauli.

Impressionen vom Play-off-Finalspiel zwischen dem SC Union Lüdinghausen und dem 1. BV Mülheim am 11. Mai 2014 in Lüdinghausen. Hier: Herrendoppel. Fotos: Claudia Pauli.

Impressionen vom Play-off-Finalspiel zwischen dem SC Union Lüdinghausen und dem 1. BV Mülheim am 11. Mai 2014 in Lüdinghausen. Hier: Damendoppel. Fotos: Claudia Pauli.

Das Endspiel im Liveticker

Die Medien-Agentur RuhrText aus Mülheim an der Ruhr hat anlässlich des Play-off-Finals zwischen dem SC Union Lüdinghausen und dem 1. BV Mülheim am 11. Mai 2014 einen Liveticker angeboten. Darüber erhalten alle Badmintonfans die Möglichkeit, das Geschehen auf den Spielfeldern im Detail nachzuverfolgen: Speziell im Damendoppel und im 1. Herreneinzel gab es mitunter extrem spannende Phasen. Der Liveticker ist unter www.sport-muelheim.de zu finden. Dort sind auch zahlreiche Fotos vom Endspiel um den Hans-Riegel-Pokal eingestellt.

  

Stimmen zum Play-off-Finale

zusammengestellt von Claudia Pauli

 

Johanna Goliszewski (Spielerin 1. BV Mülheim) zum Damendoppel:

„Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht sollen sein. Ich habe die letzten beiden Bälle ins Netz gehauen. Vielleicht hätte ich da weniger Risiko spielen sollen. Wären die beiden Bälle rüber gegangen, hätten wir 24:22 gewonnen.“

 

Judith Meulendijks (Spielerin 1. BV Mülheim) zum Damendoppel:

„Wir haben top gespielt, es hätte auch für uns ausgehen können. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir verloren haben, aber wir haben klasse gespielt. Wir geben immer 100 Prozent.“

 

Judith Meulendijks (Spielerin 1. BV Mülheim) zum Dameneinzel und zum Gesamtergebnis:

„Karin spielt so gut in letzter Zeit. Es ist außerdem schwierig für mich, wenn ich – wie heute – so lange vorher Doppel spiele. Wir haben verloren, aber wird sind trotzdem richtig stolz.“

 

Josche Zurwonne (Spieler SC Union Lüdinghausen):

„Das war eine tolle Saison. Dass rund 600 Leute so nah am Feld waren, war einmalig. Ich hatte manchmal das Gefühl, sie stehen mit im Feld. Für das Team ist der Gewinn des Titels natürlich super.“

 

Boris Reichel (Trainer 1. BV Mülheim):

„Dass wir jetzt zum dritten Mal Matchbälle vergeben haben, ist hart. Die Niederlage ist bitter, das ist ganz klar. Aber so ist das im Sport: Da, wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. Aber wir haben nach dem dritten Jahr, in dem wir wieder in der 1. Bundesliga spielen, den zweiten Platz belegt. Wenn das kein gutes Resultat ist! Aber die Enttäuschung gilt es nur erst einmal zu verdauen.“

 

Karin Schnaase (Spielerin SC Union Lüdinghausen), an die heimischen Fans gerichtet:

„Ihr habt einen Riesen-Anteil daran, dass wir heute gewonnen haben! Danke für die tolle Unterstützung während der gesamten Saison!“

 

Karin Schnaase (Spielerin SC Union Lüdinghausen), an die heimischen Fans gerichtet:

„Ich habe schon innerlich gemerkt, dass heute etwas anders ist. Aber sobald ich im Spiel bin, kann ich diese Gefühle komplett ablegen. Das ist mein Vorteil. Die Fans im Hintergrund zu haben, Christoph (Karin Schnaases Bruder; Anm. d. Red.) als Coach – das sind alles Aspekte, die beruhigen. Ich will den Leuten zeigen, was ich kann. Und das gelingt mir mit zunehmendem Alter immer besser.“

 

Ulrich Schaaf (Präsident des Badminton-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen):

„Das war ein tolles Spiel!“

 

Michael Schnaase (Teammanager SC Union Lüdinghausen):

„Besser kann eine Saison nicht zu Ende gehen … Natürlich sind wir super glücklich. Vor der Saison hätten wir damit nicht gerechnet. Allein ins Finale zu kommen, ist schon toll. Wir wussten, dass die meisten Spiele heute 50:50-Spiele sein würden. In Mülheim haben wir beide Doppel verloren, daher wollten wir heute eines gewinnen. Als wir das Damendoppel für uns entschieden hatten, stiegen unsere Chancen. Als beide Herreneinzel gewonnen wurden, womit wir ein wenig gerechnet hatten, sah es gut aus. Wir haben ein bisschen auf das Dameneinzel gesetzt, dass das entscheiden würde. Das Mixed war zeitgleich auf dem Weg, den zweiten Satz zu gewinnen.“

 

Frank Thiemann (Vorsitzender 1. BV Mülheim):

„Wir können trotzdem super stolz sein auf die Leistung der Mannschaft. Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, wir werden Zweiter, hätte ich das nicht geglaubt. Und es war wieder eine Steigerung: Im letzten Jahr sind wir Dritter geworden. Dass wir so knapp verloren haben, ist natürlich schade. Ich denke, wenn wir das Damendoppel gewonnen hätten, hätte es anders ausgehen können. Auch bei Dima (Dmytro Zavadsky; Anm. d. Red.) ist es etwas unglücklich gelaufen. Die Zuschauerunterstützung war natürlich allein schon hinsichtlich der Quantität auf SCU-Seite. Wir haben von Lüdinghausen 80 Karten bekommen, es waren insgesamt rund 90 Mülheimer Fans da. Die 90 haben die Mannschaft gut unterstützt. Es war eine tolle Saison, wir können stolz darauf sein.“

 

Bernd Schäfers (Teammanager 1. BV Mülheim):

„Lüdinghausen war im Endeffekt heute stärker. Aber das Damendoppel hätte auch anders ausgehen können. Wer weiß, wie dann die weitere Folge gewesen wäre. Wir waren eine Einheit, das haben wir bis zum Schluss gezeigt. Und: Im dritten Jahr der Wieder-Zugehörigkeit zum Oberhaus Deutscher Vizemeister zu werden, ist auch nicht schlecht … Darauf lässt sich gut aufbauen.“

    

Impressionen vom Play-off-Finalspiel zwischen dem SC Union Lüdinghausen und dem 1. BV Mülheim am 11. Mai 2014 in Lüdinghausen. Hier: 1. Herreneinzel. Fotos: Claudia Pauli.

Impressionen vom Play-off-Finalspiel zwischen dem SC Union Lüdinghausen und dem 1. BV Mülheim am 11. Mai 2014 in Lüdinghausen. Hier: 2. Herreneinzel. Fotos: Claudia Pauli.

Medienberichte zum Play-off-Finale

 

„Lokalzeit Münsterland" berichtete über das Play-off-Finale

(12.05.2014, CP) Der Westdeutsche Rundfunk war mit einem Team in der Sporthalle des St. Antonius Gymnasiums zugegen und fasste für die "Lokalzeit Münsterland" das Finale zusammen. In der Sendung vom 12. Mai 2014 beginnt der Bericht bei ca. 3:39 Minuten.

 

„Damendoppel ist der Knackpunkt" - Nachbericht in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zum Play-off-Finale online

(12.05.2014, CP) Marcus Lemke hat die Geschehnisse beim Play-off-Finale 2014 zwischen dem SC Union Lüdinghausen und dem 1. BV Mülheim für die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", Lokalsport Mülheim, zusammengefasst. Der BVM bestritt seine erfolgreichste Saison seit 1981: Vor 13 Jahren wurde der Deutsche Rekordmannschaftsmeister zum zuvor letzten Mal Zweiter.

 

„Party bis weit nach Mitternacht" - Nachbericht in den Westfälischen Nachrichten zum Play-off-Finale online

(12.05.2014, CP) Ralf Aumüller erläutert in den "Westfälischen Nachrichten" unter anderem die Schwierigkeiten, die sich für den SC Union Lüdinghausen im Zusammenhang mit der Organisation des Play-off-Finals um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft ergaben. Dank großer Unterstützung in vielen Bereichen und zahlreicher engagierter Helfer gerade auch am Finaltag konnte der Verein das Endspiel "stemmen".

 

Frenetische Fans peitschen Union zum Titel" - Nachbericht in den Westfälischen Nachrichten zum Play-off-Finale online

(12.05.2014, CP) Ralf Aumüller berichtet für die "Westfälischen Nachrichten" vom historischen Triumph des SC Union Lüdinghausen. Der Verein aus dem Münsterland sicherte sich am 11. Mai 2014 durch einen 4:2-Erfolg in eigener Halle gegen den 1. BV Mülheim erstmals den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters.

 


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