1. BV Mülheim zweiter Finalteilnehmer

Rund 500 Zuschauer verfolgten die Begegnung. Foto: Claudia Pauli.

Von Claudia Pauli

 

(01.05.2014) Der SC Union Lüdinghausen trifft im Endspiel um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2014 im Badminton auf den 1. BV Mülheim. Das Team aus dem Ruhrgebiet gewann im Play-off-Halbfinale am 1. Mai wie der 1. BC Beuel drei Spiele und sieben Sätze, holte aber deutlich mehr Spielpunkte als die Gäste aus dem Rheinland (262:232) und wahrte damit die Chance, erstmals seit 1980 wieder den Hans-Riegel-Pokal für den besten Verein der Saison in Empfang nehmen zu dürfen. Die Bonner gehen unterdessen als DM-Dritter in die Statistik ein. Rund 500 Zuschauer, darunter zahlreiche mitgereiste Fans des 1. BC Beuel, verfolgten die Partie in der Mülheimer RWE-Sporthalle.

 

Das Play-off-Finale wird am 11. Mai 2014 um 14.00 Uhr in Lüdinghausen ausgetragen. Der SC Union Lüdinghausen belegte nach Beendigung der Punkterunde 2013/2014 Platz eins in der Tabelle und qualifizierte sich damit direkt für das Endspiel. Das Team, das die Vorrunde als Spitzenreiter abschließt, darf das Finale zudem ausrichten. Der Verein aus dem Münsterland kann zum ersten Mal in seiner Geschichte den DM-Titel holen.  

 

Der Deutsche Rekordmannschaftsmeister 1. BV Mülheim (13 Siege in Folge in den Jahren 1968 bis 1980) hatte sich als Tabellenzweiter das Heimrecht für die Vorschlussrundenbegegnung gesichert, während der 1. BC Beuel nach den insgesamt 18 Partien Tabellenrang drei belegte. Schon in der Vorrunde agierten die aktuell leistungsstärksten Teams auf Augenhöhe: Lüdinghausen, Mülheim und Beuel wiesen zum Abschluss der Rückrunde eine identische Bilanz von jeweils 28:8 Punkten auf. Über die Rangfolge in der Tabelle entschied das Spielverhältnis.

 

In der Hinrunde hatte der BVM vor heimischem Publikum einen 4:2-Erfolg gegen den 1. BC Beuel verzeichnet, in der Rückrunde siegten die Rheinländer in Bonn mit dem gleichen Ergebnis.  

 

Die Ergebnisse im Einzelnen:

 

Play-off-Halbfinale am Donnerstag, den 1. Mai 2014 in Mülheim an der Ruhr:

1. BV Mülheim – 1. BC Beuel 3:3 (7:7 Sätze, 262:232 Spielpunkte)

 

HD: Marcus Ellis/Jorrit de Ruiter – Andreas Heinz/Ingo Kindervater 17:21, 21:23

DD: Johanna Goliszewski/Judith Meulendijks – Birgit Michels/Hannah Pohl 21:7, 21:10

1. HE: Dmytro Zavadsky – Marc Zwiebler 21:18, 21:13

2. HE: Alexander Roovers – Erik Meijs 15:21, 6:21

DE: Judith Meulendijks – Luise Heim 19:21, 21:12, 21:10

MX: Marcus Ellis/Johanna Goliszewski – Ingo Kindervater/Birgit Michels 21:13, 18:21, 19:21.

 

Die Gastgeber gingen durch den deutlichen Sieg im Damendoppel mit 1:0 in Führung. Anschließend glichen Andreas Heinz und Ingo Kindervater durch einen Erfolg im Herrendoppel zum 1:1 aus. Durch den bemerkenswerten Sieg des Ukrainers Dmytro Zavadsky über Marc Zwiebler übernahmen erneut die Mülheimer die Führung (2:1). Wenig später sorgte Erik Meijs durch einen klaren Erfolg über Alexander Roovers für den Anschluss-Punkt (2:2) aus Sicht der Rheinländer. Die Niederländerin Judith Meulendijks holte durch einen Drei-Satz-Sieg gegen die insbesondere im ersten Durchgang stark agierende, erst 18 Jahre alte Luise Heim den dritten Zähler für das Team aus dem Ruhrgebiet. Als Johanna Goliszewski und ihr englischer Mixed-Partner den ersten Satz gewonnen und den zweiten Durchgang nur knapp verloren hatten, stand der Finaleinzug für Mülheim fest: Der 1. BVM lag zu dem Zeitpunkt bei den Spielpunkten uneinholbar vorn.

 

  

Impressionen vom Play-off-Halbfinalspiel zwischen dem 1. BV Mülheim und dem 1. BC Beuel (3:3) am 1. Mai 2014. Fotos: Claudia Pauli.

Im Nachgang zum Play-off-Halbfinale haben beide beteiligten Vereine eine Pressemitteilung versendet:

  

1.  BC Beuel

 

1. BV Mülheim

 

Außerdem kann die Begegnung in Form eines Livetickers nachverfolgt werden, der unter www.sport-muelheim.de angelegt wurde.

 

Zudem hat der 1. BC Beuel von der Choreografie, welche die Fans vor Ort vor Spielbeginn zeigten, ein Video veröffentlicht. Hier geht es dorthin ...

  

 

Stimmen zum Play-off-Halbfinale:

 

Alexander Roovers (Spieler 1. BV Mülheim):

„Ich hatte einen super Start, dann lief´s komplett anders herum. Warum? Keine Ahnung. Das ist schade, denn man möchte ja selbst einen Punkt beisteuern. Ich habe am Anfang echt gut gespielt, eigentlich volle Kontrolle gehabt. Im zweiten Satz hat er alles besser gemacht als ich. Das war kein gutes Spiel von mir. Die Atmosphäre war super-schön, die Zuschauer haben ein spannendes Spiel gesehen. Schön, dass es für uns so ausgegangen ist. Dima (Dmytro Zavadsky; Anm. d. Red.) hat super-klasse gespielt, er hatte zuvor erst einmal gegen Marc gewonnen. Auch Judith hat eine tolle Leistung gebracht, zumal sie sich kürzlich verletzt hat und ihr etwas weh tat. Auch Marcus hat sich vor einigen Wochen verletzt und musste pausieren. Dass gerade diejenigen, denen es körperlich nicht so gut geht, das rausholen, ist aller Ehren wert.“

 

Dmytro Zavadsky (Spieler 1. BV Mülheim):

„Ich bin natürlich sehr glücklich. Gegen Marc ist es immer ein hartes Match, er ist ein sehr guter Spieler. Ich habe wirklich einen harten Kampf erwartet. Dass ich in zwei Sätzen gewinnen würde, habe ich nicht gedacht.“

 

Roland Maywald (Vorsitzender 1. BC Beuel):

„Die größte Überraschung war natürlich die Niederlage von Marc. Er hat in der Punkterunde nicht ein Spiel verloren. So etwas hatten wir vor zehn Jahren schon einmal: dass ein Spieler in der Saison alle seine Spiele gewann und ausgerechnet in den Play-offs unterlag.“

 

Der Vereinschef lobte ausdrücklich Luise Heim – insbesondere für ihr Auftreten im ersten Satz.

 

Birgit Michels (Spielerin 1. BC Beuel):

„Mülheim hat verdient gewonnen. Das war eine super Mannschaftsleistung. Wir hatten unsere Chancen, aber konnten sie nicht nutzen.“

 

Danach gefragt, inwieweit sie nach ihrer Erkrankung, die sie zum Startverzicht bei der Individual-EM Ende April gezwungen hatte, wieder fit sei, meinte Birgit Michels: „Ich war drei Wochen komplett raus, durfte keinen Sport machen. Seitdem habe ich erst einige Trainingseinheiten absolviert.“

 

Birgit Michels stand im Damendoppel ihrer Nationalmannschaftskollegin Johanna Goliszewski gegenüber, mit der sie erfolgreich bei internationalen Turnieren aufschlägt und mit der sie bereits zweimal DM-Gold gewann.

 

Marc Zwiebler (Spieler 1. BC Beuel):

„Ich weiß auch nicht, woran es im Moment liegt. Ich habe irgendwie keine Energie.“

 

Ingo Kindervater (Spieler 1. BC Beuel):

„Das Mixed war eine ziemliche Qual, weil ich mir schon im Herrendoppel den Rücken verdreht habe. Deutschland braucht einen ‚Golden Set‘, kein Punktezählen. Auch für das Publikum ist es nicht glücklich, wenn es nicht weiß, wie der Stand der Dinge ist. Wenn man ohnehin nur ein Play-off-Spiel hat und dieses unentschieden ausgeht, ist das blöd.“

 

Judith Meulendijks (Spielerin 1. BV Mülheim):

„Gut war mein Spiel nicht … Aber manchmal geht es auch nicht schön. Wenn so ein Publikum dahinter steht, bekommt man einen zusätzlichen Schub. Das ganze Spiel war für die Zuschauer gut. Wenn man die gesamte Saison sieht, stehen wir verdient im Finale. Das ist ein bisschen schon die Krönung der Saison: Wir sind wieder einen Schritt weiter als in der letzten Saison (als Mülheim Dritter wurde; Anm. d. Red.).“

 

Boris Reichel (Trainer 1. BV Mülheim):

„Wir haben nicht zuletzt durch den hohen Sieg von Dima (Dmytro Zavadsky; Anm. d. Red.) den Einzug ins Finale geschafft. Dieser war unerwartet. Mitte des ersten Satzes war mir klar, dass das Spiel von Dima kommt. Das war sehr stark von ihm. Judith hat kein schönes Spiel gemacht, aber die Sätze, die sie geholt hat, waren klar. Das Damendoppel hat hoch gewonnen, das Herrendoppel knapp verloren, insofern hatte ich nur im Hinterkopf: hoch gewonnen, knapp verloren – das muss ein ausreichender Vorsprung sein. Der Vorsprung an Punkten beträgt anderthalb Sätze. Das zeigt, wie hoch das Ergebnis im Endeffekt doch ist. Das ist das Verrückte an dieser Konstellation: Man muss um jeden Punkt kämpfen. Dass das Mixed am Ende nicht geht, war klar. Es war ein versöhnliches 3:3, aber schon irgendwie ein eindeutiger Sieg. Den Einzug ins Finale hat sich die Mannschaft verdient. Nun kommt es zur gewünschten Revanche gegen Lüdinghausen – ich bin gespannt …“

 


 

 


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