Relegationsspiele, 27./28.03.2010

         

Chance auf eine „doppelte Spielzeit“ in der Eliteklasse

    

(26.03.2010) In der zweithöchsten deutschen Spielklasse steigt an diesem Wochenende bereits das große Finale: Der 1. BV Mülheim als Meister der 2. Bundesliga Nord und Südmeister PTSV Rosenheim spielen im Rahmen der Relegation um den Aufstieg in die Eliteklasse. Beide Mannschaften hatten sich nach 14 Spieltagen souverän die Spitzenposition in ihrer Liga gesichert: Die Innstädter verfügten am Ende über sechs Punkte mehr auf dem Konto als der Zweitplatzierte, der SV Fischbach. Zwölf Siege und nur eine Niederlage verbuchten die Bayern in der Spielzeit 2009/2010 - einzig Aufsteiger 1. BC Viernheim war es gelungen, den Rosenheimern Minuspunkte zuzufügen. Das Team aus der Ruhrstadt verzeichnete in der Hauptrunde einen Minuspunkt mehr als der PTSV, blieb dafür aber ungeschlagen: Sowohl die starken Liga-Neulinge 1. BC Düren und TSV Trittau als auch der BV Wesel Rot-Weiss schafften gegen den Deutschen Rekord-Mannschaftsmeister (13 Titelgewinne in Serie von 1968 bis 1980) ein 4:4. Mülheim lag letztlich fünf Zähler vor dem BW Wittorf, der auf Rang zwei kam. 

 

Erwartet werden enge Matches – schließlich stehen auf beiden Seiten ambitionierte Akteure im Aufgebot. Für den 1. BV Mülheim beispielsweise erwies sich die Verpflichtung von Taufiq Hidayat Akbar zur Saison 2009/2010 als Glücksgriff. Der in Mailand lebende Indonesier ist sowohl im Herreneinzel als auch im Herrendoppel – an der Seite seines Landsmannes, des erfahrenen Doppel- und Mixed-Spezialisten Dharma Gunawi – ein wichtiger „Punktelieferant“ für das Team von Trainer Boris Reichel. Durchweg gute Leistungen zeigte auch BVM-„Eigengewächs“ Alexander Roovers, der in der Punktrunde ebenso wie Taufiq Hidayat Akbar im Einzel und im Doppel zum Einsatz kam. Bei den Damen ist die frühere Nationalspielerin und WM-Dritte von 2006, Petra Reichel (geborene Overzier), „eine Bank“ - und das sowohl im Dameneinzel als auch zusammen mit Doppelpartnerin Aileen Rößler, die wie Teamkollege Taufiq Hidayat Akbar im Sommer an die Ruhr gekommen war.

 

Für Rosenheim sind gleich mehrere talentierte Nachwuchsspieler im Einsatz: Neben Peter Käsbauer und Oliver Roth, die 2009 zusammen Europäische Hochschulmeister im Herrendoppel wurden und bei den Deutschen Meisterschaften 2010 die Bronzemedaille in dieser Disziplin gewannen, präsentierten sich z. B. Hannes Käsbauer und Lukas Schmidt während der Saison in sehr guter Verfassung. Andererseits können die Bayern stets auf die erfahrene Nicol Bittner (geborene Pitro) zählen, die zweimalige Olympiateilnehmerin, aktuelle Deutsche Vizemeisterin im Damendoppel (zusammen mit Karen Neumann vom VfL 93 Hamburg) und amtierende DM-Dritte im Mixed (an der Seite von Michael Fuchs vom 1. BC Bischmisheim).

 

„Die Chancen für den Aufstieg würde ich auf 50:50 beziffern. Alle Teammitglieder sind hochmotiviert, und besonders die Herren können aufgrund der in den letzten Wochen bei ihren internationalen Einsätzen gezeigten Leistungsstärke mit Selbstvertrauen und Optimismus in diese Begegnungen gehen“, meint Rosenheims Coach Manfred Ernst.

 

Der PTSV hatte vor zwei Jahren schon einmal die Möglichkeit, ins Oberhaus aufzusteigen: Damals verzichtete Südmeister TSV Neubiberg/Ottobrunn auf die Teilnahme an der Relegation und machte den Weg frei für Vizemeister Rosenheim. Darin unterlagen die Bayern jedoch dem BV Gifhorn, der sich in der Saison 2007/2008 im Norden gegen die Konkurrenz durchgesetzt hatte. Während Rosenheim bislang nur eine Spielzeit in der Eliteklasse vertreten war (gleich in der ersten Saison 1971/1972; damals noch als „PSV Rosenheim“), sind die Mülheimer diesbezüglich deutlich erfahrener: Der Verein zählte von 1971/1972 bis 1981/1982 sowie 1988/1989 und 1990/1991 zu den besten Vereinsmannschaften Deutschlands.

 

Rosenheim belegte in der 2. Bundesliga Süd zuvor die Ränge drei (2006/2007), zwei (2007/2008) und abermals zwei (2008/2009), der 1. BVM wurde im Vorjahr Vierter und war davor mehr als zehn Jahre lang kein Mitglied der zweithöchsten deutschen Spielklasse.

 

„Vor dem Hintergrund, dass die 1. Bundesliga ab der übernächsten Spielzeit von acht auf zehn Mannschaften aufgestockt werden soll, und es somit im nächsten Jahr keinen Absteiger geben wird, wäre der Aufstieg zum jetzigen Zeitpunkt natürlich besonders wichtig“, sagt Alexander Roovers, der 1. Vorsitzende des 1. BV Mülheim.

 

Der Gewinner der Relegationsspiele könnte also – sofern der am 13.03.2010 von der Bundesliga-Vollversammlung vorläufig gefasste Beschluss realisiert wird – gleich für mindestens zwei Spielzeiten im Badminton-Oberhaus planen!

 

 

Die nächsten Partien

 

In den Relegationsspielen (27./28.03.2010) stehen sich folgende Mannschaften gegenüber:

 

27.03.10  14.00 Uhr  PTSV Rosenheim – 1. BV Mülheim  

28.03.10  14.00 Uhr  1. BV Mülheim - PTSV Rosenheim                                        

 

       


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