Pressemitteilungen von SSW Hamburg

 

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Saison 2007/08

Das Team des SSW Hamburg zieht das Fazit seines einjährigen Gastspiels in der 2. Bundesliga Nord

2. Liga Nord - Abschlusstabelle 2007/08
1. BV Gifhorn 26:2
2. VfL Maschen 23:5
3. BVH Dorsten 15:13
4. BW Wittorf 15:13
5. TV Refrath 13:15
6. Bottroper BG 10:18
7. EBT Berlin II 10:18
8. SSW Hamburg 0:28


Mit allen Konsequenzen für ein Leben in der zweithöchsten Spielklasse entschieden


(24.5.08) Sprichwörtlich wie die Jungfrau zum Kinde kam der SSW in der Saison 2007/2008 zur Teilnahme in der 2. Badminton Bundesliga.
Soviel vorab: Zweifelsohne der größte Erfolg in der Geschichte unseres im Jahre 1991 gegründeten Vereins. Der leistungsorientierte Sport hatte zwar insbesondere im Jugendbereich von Anfang an einen hohen Stellenwert, doch hätte sich vor 16 Jahren trotzdem wohl niemand träumen lassen, dass der Club einmal mit der Bundesligateilnahme „gekrönt“ würde.
Durch den späten Rückzug des TuS Wiebelskirchen aus der 1. Liga und den damit verbundenen Veränderungen in den betroffenen unteren Ligen bekamen wir also äußerst überraschend als Regionalliga Nord-Vizemeister der Vorsaison die Möglichkeit, in die 2. Bundesliga nachzurücken.
So standen wir vor der Entscheidung pro oder contra 2. BuLi. Das Ganze dazu noch in einem sehr engen Zeitfenster, da wir für Zu-/Absage sowie namentliche Mannschaftsmeldung ganze 4 Tage Zeit hatten. Nach intensiver und lebhafter Diskussion haben wir uns schließlich mit allen Konsequenzen für ein Leben in der zweithöchsten Spielklasse entschieden. Die übrigen sozialen Kontakte wurden auf das Nötigste reduziert, Teilzeitarbeitsmodelle mit unseren Arbeitgebern ausgehandelt, Partys vermieden und die Ernährung umgestellt. Na ja, soweit ging es dann doch nicht ganz...
Hatten nichts zu verlieren
Es war uns von Anfang an bewusst, dass ohne namhafte Verstärkung - die zu diesem Zeitpunkt ja nicht mehr möglich gewesen war - ein Verbleib in der Liga nur von rein theoretischer Natur war.
Schließlich bedeutete es für den Großteil unserer Truppe zugleich die Bundesliga-Premiere (nur drei unserer Herren hatten vor einigen Jahren bereits die Luft in der „Bundesligawelt“ schnuppern dürfen). Darüber hinaus befand sich in erster Linie die Herrenriege schon eher vor dem 3. oder 4. Frühling ihrer „Karriere“. Glücklicherweise konnte der Altersdurchschnitt aber durch unsere jungen und dynamischen Mädels entscheidend gesenkt werden.
Die Vorzeichen für die Saison waren – so fanden wir zumindest – dennoch nicht so schlecht. Wir hatten rein gar nichts zu verlieren, sowie eine gewisse Erfahrung und ebenso jugendlichen Tatendrang auf unserer Seite. Außerdem dachten wir, dass das bisschen Training am Ende schon nicht schlachtentscheidend sein könne. Wie gesagt, wir dachten...
Überraschenderweise wurde das alljährliche Saisonvorbereitungs-Trainingslager in Dänemark dann aber auf einmal mit einer gewissen Ernsthaftigkeit geführt. Und man munkelt intern bis heute, dass der eine oder andere nach Jahren der „Abstinenz“ sogar den Weg zurück in ein Fitnessstudio (McFit – in diesem Falle nicht zu verwechseln mit Mc Do) gefunden habe.
Gewonnene Sätze wurden fast zu Siegen
Im Endeffekt waren wir daher alle voller Vorfreude, uns mit neuen (teilweise aber auch alten bekannten) Gegnern messen, sowie unbekannte Städte/Hallen erkunden zu dürfen.
Nach der langen Vorgeschichte nun auch ein paar Zeilen zum sportlichen Teil der abgelaufen Saison – ohne aber zu sehr auf einzelne Ergebnisse eingehen zu wollen.
Durch die Tatsache, dass so mancher Konkurrent seine Meldung mit europäischen Spitzenspielern verstärkt hatte, verschoben sich von Beginn an die Prioritäten. Unser Ziel war es zuerst einmal, gute und anspruchsvolle Spiele zu haben.
Und somit fühlten sich gewonnene Sätze auch manches Mal fast so an wie siegreiche Spiele. Insofern sind wir mit der Saisonausbeute von insgesamt 17 gewonnenen Spielen und 57 Sätzen im Nachhinein durchaus zufrieden, auch wenn es am Ende dann doch leider nicht für einen einzigen Punktgewinn gereicht hat.
Im Endeffekt haben wir uns schon darüber gefreut, dass wir manches Mal ganz knapp davor waren, die entscheidenden Spiele zu gewinnen. Auch wenn dann evtl. doch das letzte Quäntchen Glück fehlte. Schließlich waren jedenfalls bei allen von uns nur wirklich wenige Spiele dabei, die weniger amüsant waren.
Fans hielten die Stange
Wenn wir nun ein Fazit ziehen wollen, so fällt dies trotz des letzten Tabellenplatzes durchweg positiv aus. Vor allem hat uns der deutlich „professionellere“ Rahmen bei den Punktspielen gefallen. Worüber sich auch insbesondere unsere „Fans“ gefreut haben dürften, die trotz aller Niederlagen immer wieder gerne und zahlreich erschienen sind. Wobei wir uns bis heute fragen, ob es wirklich an den Spielen lag oder dann doch aufgrund des reizvollen „Drumherums“ in Form von Cafeteria, Plauderei und ein bisschen Badminton nebenbei. In Spielerkreisen diskutierte man sogar, ob manch ein Doppelaufschlag nicht doch eher aufgrund des hohen Geräuschpegels, und nicht so sehr wegen der eigenen Unfähigkeit unglücklich im Netz gelandet ist.
Grundsätzlich waren auch die Spielansetzungen um 14 Uhr organisatorisch deutlich besser umzusetzen, als in der Regionalliga mit den späten Samstags- und frühen Sonntagsspielen. Aus unserer Sicht wäre es daher eigentlich wünschenswert, diese Regelung in allen überregionalen Ligen einzuführen.
Stimmung hat nicht gelitten
Doch am allerwichtigsten ist zu erwähnen, dass die Stimmung in der Mannschaft und im gesamten Verein trotz des erwarteten Wiederabstiegs nie gelitten hat, so dass wir auch in der kommenden Saison voraussichtlich in gleicher Besetzung antreten werden.
Obwohl wir an dieser Stelle auch nicht verschweigen wollen, dass in manch knappen Spielen durchaus das Gefühl aufkommen konnte, die eigene Mannschaft würde insgeheim den Gegner anfeuern, nur um auf dem Heimweg dem verbalen „Triumphzug“ einiger Mannschaftskameraden über ein weiteres gewonnenes Spiel zu entgehen.
Wir haben uns jedenfalls bei allen Spielen - ob zuhause oder auswärts - immer wohl gefühlt und waren sicherlich nicht nur als Punktelieferant ein gern gesehener Gast.
Kurzum, wir würden in einer ähnlichen Situation hundertprozentig dieselbe Entscheidung treffen und das Abenteuer erneut wagen. Es ist also immer mit uns zu rechnen...

Sie spielten für die SSW eine Saison in der 2. Bundesliga: (v. l.) Kirstin Töllner, Stephan Schütt, Sarah Schran, Christian Barthel, Eva Schramm, Alex Schulz, Timo Waschke, Sebastian Schulz. Foto: SSW Hamburg

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