1. Bundesliga 2009/2010

Saisonvorschau

 

 

1. BC Beuel Top-Favorit in der Meisterschaft

Vorschau auf die Saison 2009/2010 in der 1. Bundesliga

 

(10.09.2009) Vier Monate und neun Tage nach dem spannenden Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2008/2009 zwischen dem 1. BC Bischmisheim und der SG EBT Berlin startet am kommenden Samstag (12.09.2009) die 1. Badminton-Bundesliga in die neue Saison – die insgesamt 39. seit der Einführung der Eliteklasse zu Beginn der Spielzeit 1971/1972. 

      

Der Modus

         

Wie in den Vorjahren besteht die höchste deutsche Spielklasse aus acht Mannschaften, die zunächst in einer Hauptrunde nach dem Modus Jeder gegen Jeden insgesamt 14 Partien austragen: sieben in der Hinrunde und sieben in der Rückrunde.

 

Die vier punktbesten Vereine nach der Hauptrunde qualifizieren sich für die Playoffs. Im Playoff-Halbfinale, in welchem ebenfalls ein Hin- und ein Rückspiel ausgetragen wird, treffen der Erst- und der Viertplatzierte aufeinander sowie der Hauptrunden-Dritte und der Hauptrunden-Zweite. Die beiden Sieger ermitteln dann im Playoff-Finale den Deutschen Mannschaftsmeister. Auch im Endspiel werden zwei Partien ausgetragen, sodass jedes Team einmal vor heimischem Publikum antreten kann.

     

Diejenigen Erstligisten, die nach der Hauptrunde die Plätze fünf bis acht belegen, bestreiten die Playdowns. Im Playdown-Halbfinale stehen sich der Fünft- und der Achtplatzierte sowie die Vereine auf den Rängen sechs und sieben gegenüber. In einem Hin- und einem Rückspiel werden die beiden Mannschaften ermittelt, die als Verlierer der Vorschlussrunde in einem – abermals zweiteiligen – Endspiel den Absteiger unter sich ausmachen.

          

Der Neuling und die „Mehrfachen“

 

Der TV Refrath schlägt in dieser Saison erstmals in seiner Geschichte in der Eliteklasse auf. Der Meister der 2. Bundesliga Nord der vergangenen Spielzeit setzte sich in den Relegationsspielen gegen die SG Anspach, Bester der 2. Bundesliga Süd in der Saison 2008/2009, durch.

 

Der Deutsche Mannschaftsmeister 1. BC Bischmisheim ist ebenso wie der BV Gifhorn mit zwei Teams in den beiden höchsten deutschen Spielklassen vertreten: Beide Vereine spielen mit ihrer 1. Mannschaft in der 1. Bundesliga und mit ihrer 2. Mannschaft in der 2. Bundesliga (Gifhorn im Norden, Bischmisheim im Süden).

 

Die Favoriten

         

Seit der Saison 2004/2005 stellen stets die sogenannten „großen Vier“, die SG EBT Berlin, der 1. BC Beuel, der 1. BC Bischmisheim und der FC Langenfeld, die Playoff-Teilnehmer. Während 2004/2005 der 1. BC Beuel das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft für sich entscheiden konnte, gewannen in den vergangenen vier Jahren jeweils die Saarländer vom 1. BC Bischmisheim den Titel. Auch für die Spielzeit 2009/2010 ist anzunehmen, dass wieder die genannten vier Vereine den Kampf um die Deutsche Meisterschaft unter sich ausmachen – wenngleich sicherlich speziell der „letzte“ Playoff-Platz (Tabellenrang 4) stark umkämpft sein wird. Top-Favorit auf den Titelgewinn ist – so das Ergebnis einer Umfrage unter den Teammanagern der Erstligaklubs – für die Mehrheit der Befragten der 1. BC Beuel. Sicher ist schon jetzt: Eine spannende Saison ist garantiert – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die meisten Vereine ihre Kader stark im Vergleich zum Vorjahr verändert haben.

       

Die acht Erstligisten in der Saison 2009/2010:

 

  • SG EBT Berlin (Vizemeister 2008/2009)
  • 1. BC Beuel (Playoff-Halbfinalist 2008/2009)
  • 1. BC Bischmisheim (Meister 2008/2009)
  • BV Gifhorn
  • VfL 93 Hamburg
  • FC Langenfeld (Playoff-Halbfinalist 2008/2009)
  • SC Union Lüdinghausen
  • TV Refrath (Aufsteiger)

 

Die Vereine im Einzelnen

 

Der 1. BC Bischmisheim erlebt ab Samstag seine erste Saison nach vielen Jahren ohne die fünfmalige Deutsche Meisterin und zweimalige WM-Dritte, Huaiwen Xu. Die heute 34-Jährige beendete im Frühsommer ihre überaus erfolgreiche Karriere und zog mit ihrem Ehemann in die USA. „Huaiwens Rücktritt wiegt schon schwer. Was das Damendoppel betrifft, so ist es ok. Olga ist nicht viel schlechter als Huaiwen es war. Aber Huaiwen hat in all den Jahren nahezu kein Spiel im Dameneinzel verloren. Und es ist natürlich sehr angenehm für ein Team, gerade in den Playoffs, wenn man weiß, dass jeweils das Dameneinzel sicher ist. Zudem konnte sie natürlich oftmals stark von ihrer Erfahrung profitieren“, sagt Joachim Tesche, einer der Teammanager der 1. Mannschaft des 1. BCB. Als klaren Anwärter auf den Titelgewinn sieht er die Saarbrücker in dieser Saison nicht: „Als Favorit? Nein! Mitfavorit? Ja! So wie Bonn aufgerüstet hat, deutet alles darauf hin, dass Bonn Titelfavorit ist. Ich sehe uns und Berlin dahinter“, so Joachim Tesche. Er ergänzt: „Wir haben viele neue und junge Spieler. Man muss schauen, wie sie mit Drucksituationen umgehen.“

 

Über die prominentesten Neuzugänge sagt Joachim Tesche: „Dieter und Johannes sind aus unserer Sicht die in der jeweiligen Disziplin kommenden Top-Stars. Sie werden kurz- oder mittelfristig die Nummer 1 in Deutschland werden. Bei Olga ist sehr angenehm, dass sie in allen drei Disziplinen startet. Wenn bei Emma mal etwas passiert, sind wir flexibel aufgestellt.“ Sowohl Dieter Domke als auch Johannes Schöttler wohnen seit mehreren Jahren in Saarbrücken, wo sie am Bundesstützpunkt der Herren trainieren. Insofern fällt für sie künftig die weite Anreise zu Heimspielen, wie es in den vorangegangenen Spielzeiten, als die Nationalspieler für die SG EBT Berlin aufschlugen, der Fall war, weg. 

 

Der 1. BC Bischmisheim empfängt in seiner ersten Liga-Partie der Saison 2009/2010 den VfL 93 Hamburg. „Auf dem Papier ist Hamburg ein sehr angenehmer Gegner zum Auftakt. Nominell stellen sie nicht die stärkste Mannschaft, sodass wir versuchen werden, mit einem Heimspielsieg in die Saison reinzukommen“, sagt Joachim Tesche.

 

Die Hanseaten sehen der Partie ebenfalls relativ entspannt entgegen: „Das ist wie beim Fußball, wenn man gegen den FC Bayern spielt: Man hat nichts zu verlieren. Für uns ist das Spiel nicht das wichtigste in der Saison. Ich denke, dass es wie im Vorjahr wieder eine Zweiteilung in der Liga geben wird, und ich zähle uns zu den unteren vier Vereinen. Gegen Lüdinghausen, Refrath etc. wird es für uns relevant“, sagt Wolfgang Wienefeld, der nach dem Rücktritt des langjährigen Teammanagers Carsten Hansen nun die Geschicke der Hamburger federführend lenkt.

 

Der VfL 93 Hamburg geht mit einem nahezu unveränderten Kader im Vergleich zur Vorsaison in die neue Spielzeit. Einzig der Engländer Tom Armstrong wurde neu verpflichtet. „Aufgrund der Verletzungsprobleme von Tim Zander haben wir ihn relativ kurzfristig engagiert. Ansonsten bauen wir darauf, dass die deutschen Spieler besser werden, wenn sie viel trainieren“, sagt Wolfgang Wienefeld. Tim Zander droht nach seiner Operation vor etwa drei Wochen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls bis mindestens zum Ende des Jahres auszufallen. Schon in der Saison 2008/2009 verzeichnete der heute 23-Jährige wenige Einsätze – damals litt er unter Problemen mit einer Hand.

 

„Das wird sicherlich eine schwere Saison werden, in der wir wie in den vergangenen Jahren um den Klassenerhalt kämpfen werden. Erfreulich ist jedoch die Tatsache, dass die Finanzierung gesichert ist, und wir zum ersten Mal einen Hauptsponsor finden konnten“, meint Wolfgang Wienefeld und ergänzt: „Ich bin im Großen und Ganzen ganz guter Hoffnung. Verletzungen bei den Spielern sind ausgeblieben, und wir haben z. B. drei gute Damen. Wenn eine ausfällt, sind immer noch zwei Leistungsträgerinnen da.“ Man merke eine Aufbruchstimmung, dass sich in positiver Weise etwas im Hamburger Badmintongeschehen tue, so der Vater der Jugend-Nationalspielerin Inken Wienefeld weiter. Davon profitierten auch die Spieler.

 

Die SG EBT Berlin, Vizemeister in der Saison 2008/2009, tritt in ihrer ersten Liga-Partie der neuen Spielzeit beim TV Refrath an. Der Verein aus Nordrhein-Westfalen gibt sein Debüt in der Eliteklasse. „Ich erwarte, dass die Begegnung ein gutes Event wird. Wir treffen auf einen sportlich starken und ambitionierten Gegner, gehe aber dennoch davon aus, dass wir zum Auftakt die ersten beiden Punkte holen werden“, sagt Berlins Teammanager Manfred Kehrberg.

 

Den Abgang der Nationalspieler Dieter Domke und Johannes Schöttler empfindet Manfred Kehrberg als „schon sehr schmerzlich“: „Beide sind Spieler, die perspektivisch ein sehr großes Potenzial haben. Geschmerzt hat uns auch die Tatsache, dass die Nachwuchsspieler Carla Nelte und Johannes Szilagyi den Verein verlassen haben.“ Beide wechselten zum Aufsteiger TV Refrath und treffen damit gleich im ersten Spiel für ihren neuen Klub auf die ehemaligen Teamkollegen. „Gleichwohl haben wir ein sehr gutes Team – mit starken Damen und einem starken Neuzugang Josche Zurwonne“, beurteilt Berlins Teammanager den aktuellen Kader. Nationalspieler Josche Zurwonne stand bislang in den Diensten des Ligakonkurrenten SC Union Lüdinghausen.

 

Da der Inder Arvind Bhat (im Vorjahr übrigens für den 1. BC Bischmisheim aktiv) ein „Badminton-Deutscher“ ist, kann er bei Berlin neben dem malaysischen Star-Spieler Wong Choong Hann eingesetzt werden. Am ersten Spieltag wird der Vizemeister fast in Bestbesetzung antreten. Nicht dabei ist allerdings eben jener Wong Choong Hann. Der Weltranglistenzehnte (Stand: 03.09.2009) bestreitet derzeit noch Turniere in Asien. „Er wird im Oktober zu uns stoßen“, so Manfred Kehrberg.

 

Die SG EBT Berlin hat im Umfeld einiges im Vergleich zum Vorjahr verändert: So arbeitet der Verein mit einem neuen Ausrüster zusammen, der auch die German Juniors in den kommenden zwei Jahren unterstützen wird. Die Internationalen Deutschen Jugend-Meisterschaften wurden bereits in diesem Jahr in Berlin ausgerichtet, nachdem sie zuvor 18 Mal in Folge in Bottrop (NRW) ausgetragen worden waren. Für 2010 und 2011 hat die SG EBT Berlin den Zuschlag für die Durchführung des Turniers ebenfalls schon erhalten. Außerdem erfährt die Webseite des Vereins aktuell einen Relaunch.

 

Als eine erste Standortbestimmung sieht Manfred Kehrberg die Partie am 27.09.2009 gegen den FC Langenfeld: „Der FCL hat sich in diesem Jahr enorm verstärkt.“ Als großen Favoriten schätzt Berlins Teammanager allerdings den 1. BC Beuel ein: „Wenn die Bonner in Bestbesetzung antreten, werden sie enorm schwer zu schlagen sein. Man muss aber abwarten, inwieweit die Engländer zur Verfügung stehen. Auch Bischmisheim hat meiner Einschätzung nach gute Chancen auf den Titel, genauso wie wir. Ich denke, dass auch Gifhorn und Lüdinghausen im Kampf um die Playoffs ein Wörtchen mitreden können.“

 

Weniger hohe Ziele hat sich Berlins Gegner am 1. Spieltag, der Erstliga-Neuling TV Refrath, gesetzt: Mit einem stark veränderten Kader möchte der Klub aus Nordrhein-Westfalen den Klassenerhalt schaffen. Da Refraths langjährige Nummer eins, der Bulgare Krasimir Yankov, wegen seines Europacup-Einsatzes für einen Verein aus seiner Heimat keine Spielberechtigung für die Bundesligasaison 2009/2010 erhielt, mussten sich die Verantwortlichen um Ersatz bemühen. Teammanager Heinz Kelzenberg konnte schließlich zwei „Glücksfälle“ vermelden: Zum einen wird der 19 Jahre alte Indonesier Ian Yovi Rien für die Bergischen aufschlagen, zum anderen ist der sechs Jahre ältere Bulgare Vladimir Metodiev neu in Refrath. „Ian Yovi Rien ist nicht nur sehr, sehr spielstark, sondern auch jung. Er ist vielleicht unser Spieler der Zukunft“, sagt Heinz Kelzenberg über den Spezialisten für Herreneinzel, der darüber hinaus am etwa 60 km entfernt gelegenen Badminton-Stützpunkt in Mülheim an der Ruhr als Sparringspartner für die dort trainierenden DBV-Asse fungieren wird. Ian Yovi Rien führt in den ersten Spielen den TV Refrath an, denn der Malaysier Kay Bin Yeoh ist erst am 07.11.2009, in der Partie gegen den VfL 93 Hamburg, verfügbar. Nachdem der Ausfall von Krasimir Yankov feststand, musste sich der Aufsteiger auch im Herrendoppel verstärken. Hier kommt Vladimir Metodiev ins Spiel, der bereits viel Erfahrung bei Welt- und Europameisterschaften gesammelt hat und im Übrigen Krasimir Yankovs Doppelpartner ist.

 

Erfreulich für den TV Refrath ist gewiss auch die Tatsache, dass „Eigengewächs“ Kim Buss nach ihrer langwierigen Knieverletzung wieder fast ihre vorherige Spielstärke erreicht hat. In der vergangenen Saison konnte die Studentin die Spiele ihres Klubs nur von der Bank aus verfolgen, nun möchte sie selbst möglichst viele Punkte beisteuern. Auch Mette Stahlberg und Hanna Kölling sind in sehr guter Verfassung, „und an der Entwicklung von Carla Nelte gibt es sowieso keine Zweifel“, sagt Heinz Kelzenberg.

 

Als „David gegen Goliath“ bezeichnet Teammanager Heinz Kelzenberg die Auftaktbegegnung gegen Berlin, wobei er den Gastgeber als klaren Außenseiter sieht. Hinzu kommt, dass den Aufsteiger Personalprobleme plagen. So laboriert z. B. Teamkapitän Danny Schwarz an einer leichten Rückverletzung und fällt vermutlich für die Partie aus. Am 12.09.2009 wird das jüngste Refrather Team aller Zeiten an dem Start gehen: Der Altersdurchschnitt beträgt 22 Jahre.

 

Für den BV Gifhorn, der ein Jahr vor dem TV Refrath sein Debüt in der Eliteklasse gab und dann sogar gleich an den Playoffs „schnupperte“, ist der Weggang von Polens Nationalspielerin Olga Konon ein „harter Schlag“, wie Hans Werner Niesner, Teammanager der Niedersachsen, auf Nachfrage sagte. Für den Damenbereich neu verpflichtet wurde Anita Raj Kaur aus Malaysia. Maurice Niesner, Sohn von Hans Werner Niesner und selbst für den Bundesligisten „am Ball“, entdeckte die Asiatin bei einem Turnier in Schweden und war direkt von ihrer Leistung überzeugt. Die Kontaktaufnahme mündete schließlich in der Vertragsunterzeichnung. Anita Raj Kaur, die in England wohnt und studiert, ist sowohl im Einzel als auch im Doppel einsetzbar.

 

Für das Damendoppel und das Mixed konnten die Niedersachsen die niederländische Nationalspielerin Paulien van Dooremalen gewinnen. „Somit hoffen wir, auf der Damenseite konkurrenzfähig zu sein. Da Astrid Hoffmann sich gerade in ihrem Studienabschluss befindet, wird sie nicht ganz so oft zur Verfügung stehen“, meint Hans Werner Niesner.

 

Im Herrenbereich gestaltete sich die Situation für den BV Gifhorn ähnlich wie bei den Damen: Der leistungsstarke Engländer Rajiv Ouseph verließ den Verein in Richtung eines Ligakonkurrenten. „Rajiv wollte gerne mit Carl Baxter gemeinsam in Bonn spielen. Beide sind gut befreundet“, zeigte Hans Werner Niesner Verständnis für die Entscheidung des Spezialisten für Herreneinzel. Im Herrendoppel und im Mixed wird der Niederländer Jürgen Wouters den Kader der Niedersachsen verstärken. „An eins und zwei sind wir für das, was wir erreichen wollen, nämlich den Klassenerhalt, gut besetzt. Gegen die Konkurrenz um die Plätze vier, fünf müssten wir einigermaßen bestehen können“, lautet das Gesamtfazit des Teammanagers.

 

Zum Auftakt muss der BV Gifhorn, der mit seiner 2. Mannschaft in der 2. Bundesliga Nord und damit wie der 1. BC Bischmisheim mit zwei Teams in den beiden höchsten deutschen Spielklassen vertreten ist, beim letztjährigen Playoff-Halbfinalisten FC Langenfeld antreten. „In Langenfeld ein 4:4 zu erreichen, wäre schon gut“, so Hans Werner Niesner. In der zweiten Partie geht es für den BV Gifhorn auswärts gegen den Titelverteidiger. „Da werden wir wohl keine Überraschung landen können wie im letzten Jahr“, sagte Gifhorns Teammanager in Anspielung auf das beinahe sensationelle 4:4 in der Saison 2008/2009 gegen den 1. BC Bischmisheim – ebenfalls auswärts und ebenfalls am 2. Spieltag. „Wir haben einen ganz schweren Start erwischt und hoffen, ab dem 3. Spieltag mitspielen zu können“, meint Hans Werner Niesner.

 

Ein „ganz heißer Favorit“ auf den Titelgewinn ist nach Einschätzung des früheren Bundestrainers (1984 – 1988) der 1. BC Beuel: „Wie die sich verstärkt haben, ist ja fast schon kriminell! Wenn alle spielen, sind sie wahnsinnig stark. Wenn man alleine schon das Herreneinzel und –doppel anschaut!“

 

Als einen „unbequemen Gegner“ bezeichnet Andreas Wölk, neben dem siebenmaligen Deutschen Meister im Herreneinzel, Björn Joppien, hauptverantwortlicher Trainer der 1. Mannschaft des FC Langenfeld und gemeinsam mit Mike Joppien Mannschaftskapitän, den BV Gifhorn. „Der Verein hat den Abgang einiger Leistungsträger zu verkraften, sich aber aus meiner Sicht angemessen verstärkt. Gifhorn ist für mich neben den Top-Favoriten Bischmisheim und Beuel eine Mannschaft, die mit Berlin, Lüdinghausen und uns um den Einzug in die Playoffs kämpfen wird. Gifhorn hat im letzten Jahr gezeigt, dass sie eine Bereicherung für die Liga sind. Aber natürlich wollen wir gewinnen und unseren Heimvorteil nutzen. Schauen wir mal, ob es hinhaut. Es wird nicht einfach werden“, so Andreas Wölk.

 

Entsprechend beurteilt der 30-Jährige, der selbst auch in der 1. Mannschaft aufschlägt, gleich das Auftaktspiel als erste wichtige Standortbestimmung. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich gerade unsere Doppel zu Beginn der Saison sehr schwer tun. Gegen Gifhorn können wir uns solche Startprobleme nicht erlauben. Allerdings haben wir ohnehin ein sehr schweres Auftaktprogramm. Wir starten gegen Gifhorn, dann folgen drei Auswärtsspiele hintereinander in Berlin, Bischmisheim und Beuel. Wenn wir aus diesen drei Spielen den ein oder anderen Punkt mitnehmen können, dürfen wir sehr zufrieden sein.“ Gegen Gifhorn wird der FC Langenfeld komplett antreten – mit Ausnahme natürlich von Kathrin Wanhoff, die Ende August Töchterchen Joelle zur Welt brachte.

 

Der FC Langenfeld, im Vorjahr Playoff-Halbfinalist, leitete mit der Verjüngung des Kaders einen „Umbruch auf Raten“ ein: Während der Verein in den vergangenen Jahren auf seinen bewährten Stammkader um die Meistermannschaft von 2004 baute, werden in der kommenden Saison nicht nur neue, sondern auch jüngere Gesichter zum Einsatz kommen. So rückt z. B. nach dem Weggang des Routiniers Thorsten Hukriede (zum Zweitligisten BV Wesel RW) der 20-jährige Philipp Wachenfeld aus der 2. Mannschaft fest in den Kader der 1. Mannschaft auf. Vom PTSV Rosenheim aus der 2. Bundesliga Süd kam Tschechiens Nummer 3, der 22 Jahre junge Pavel Florian, ins Rheinland. Neu im Team ist ferner die Finnin Noora Virta, die den FCL bei den Damen ergänzt und somit den Abgang von Aileen Rößler (zum Zweitligisten 1. BV Mülheim) kompensiert. 

 

Zwar befinden sich in den Brüdern Mike und Björn Joppien, dem Polen Przemek Wacha, Andreas Wölk und Kathrin Wanhoff noch fünf Spieler aus der Meistermannschaft von vor fünfeinhalb Jahren im Kader, allerdings werden z. B. Kathrin Wanhoff (aufgrund der Geburt ihrer Tochter) und Andreas Wölk (wegen eines Auslandsaufenthaltes ab Januar 2010) nur begrenzt zur Verfügung stehen.

 

Für Philipp Wachenfeld geht es in seiner ersten Saison als Stammspieler in der Bundesliga vor allem darum, möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Er wird vorrangig im Doppel zum Einsatz kommen. Weiterhin die Nummer 1 im Team ist Przemek Wacha. Ebenso unangefochten bleibt Björn Joppien die Nummer 2. Dessen älterer Bruder Mike wird nach dem Abgang von Thorsten Hukriede nun regelmäßig ins Mixed rücken.

 

Als ersten Anwärter auf den Hans-Riegel-Pokal für den besten Verein der Saison sieht der FC Langenfeld den „Nachbarn“ 1. BC Beuel. Diese Einschätzung teilt der SC Union Lüdinghausen, der sein erstes Ligaspiel der Saison 2009/2010 eben gegen jenen Favoriten absolvieren muss. „Hier ist natürlich die Frage, ob alle da sind“, so Lüdinghausens Teammanager Michael Schnaase. Der 51-malige Nationalspieler ist froh, dass alle Mannschaftsmitglieder fit sind und auch die mehrmalige WM- und EM-Teilnehmerin Carina Mette nach ihren langwierigen Rückenproblemen „wieder soweit“ ist. „Sie ist gerade im Damendoppel eine Verstärkung uns“, meint Michael Schnaase. Bei den Herren verließ das Lüdinghauser „Eigengewächs“ Josche Zurwonne den Verein in Richtung des Ligakonkurrenten SG EBT Berlin. „Für ihn bieten sich dort sportlich bessere Perspektiven, das muss man akzeptieren“, so Michael Schnaase.

 

„Sicherlich für uns auf Anhieb eine Verstärkung“ ist nach Einschätzung des siebenmaligen Deutschen Meisters im Herreneinzel der Ukrainer Vladislav Druzhchenko: „Mit ihm haben wir noch größere Möglichkeiten im Herrenbereich. Er ist vor allem in allen Disziplinen einsetzbar“, so Michael Schnaase über den Ukrainer, der in früheren Jahren auch schon für den 1. BC Bischmisheim in der 1. Bundesliga aufschlug.

 

Der 1. BC Beuel, obwohl von der Mehrheit der Ligakonkurrenten als Favorit auf den Titelgewinn gehandelt, übernimmt selbst diese Rolle nicht. Nach Aussage von Aneke Hannes, Pressewartin der Bonner, sind Bischmisheim und Berlin die heißesten Titelanwärter. „Der FC Langenfeld befindet sich derzeit im Umbruch. Hier muss man sehen, wie sich die Neuen einfügen. Aber der Verein ist auf keinen Fall zu unterschätzen“, so Aneke Hannes weiter. „Für uns ist das Erreichen des Halbfinals das erste Ziel. Man hat in den letzten Jahren gesehen, dass die Karten in den Playoffs neu gemischt werden. Im Vorjahr sind wir als Tabellenerster nach der Hauptrunde im Halbfinale knapp gegen Berlin gescheitert. In den Playoffs entscheidet häufig einfach auch die Tagesform“, sagt die Ehefrau des Beueler Teammanagers und hauptverantwortlichen Trainers, Marc Hannes.

 

Die Voraussetzungen, am Ende der Spielzeit 2009/2010 ganz vorne mitzumischen, sind bei den Bonnern hervorragend: So verstärkte sich der Klub aus Nordrhein-Westfalen z. B. mit dem englischen Weltklassespieler Anthony Clark. Der amtierende Europameister im Mixed und Vize-Weltmeister im Herrendoppel von 2006 betritt beim 1. BC Beuel allerdings kein Neuland: Bereits von 2003 bis 2005 schlug er in der Bundesliga für Bonn auf und half 2005 mit, den Meistertitel zu gewinnen. „Er war unser Wunschkandidat für Doppel und Mixed. Wir haben mit ihm gute Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht“, sagt Aneke Hannes. Neben Clark konnte dessen Landsmann Rajiv Ouseph, der - wie bereits erwähnt - in der Vorsaison für den Beueler Ligakonkurrenten BV Gifhorn im Einsatz war, verpflichtet werden. Der Weltranglisten-25. im Herreneinzel (Stand: 03.09.2009) soll an Nummer 2 hinter dem dreimaligen Deutschen Meister Marc Zwiebler spielen. Auch für den Damenbereich wurde der 1. BC Beuel in England fündig: Heather Olver wird im Doppel und Mixed eingesetzt werden und soll vor allem Elizabeth Cann entlasten, die sich dadurch voll auf das Dameneinzel konzentrieren kann.

 

„Ich denke, dass wir eine ganz homogene Gruppe haben. Der Kader ist jetzt deutlich größer, was die Belastung für die einzelnen Spieler reduziert. Wir werden die Leute so einsetzen, dass alle auf die notwendigen acht Einsätze in der Hauptrunde kommen, damit sie in den Playoffs spielberechtigt sind. Im Halbfinale und Finale könnten wir dann in Top-Besetzung antreten“, erläutert Aneke Hannes. Alle Spieler seien fit und hätten sich auf den Turnieren in den vergangenen Wochen größtenteils gut verkauft. Marc Zwiebler z. B. gewann eine Woche vor dem Bundesligastart noch die Belgian International. „Alle sind hochmotiviert und freuen sich, dass es wieder los geht“, meint Aneke Hannes. Übrigens nehmen die Bonner seit langer Zeit erstmals wieder eine Saison ohne Asiaten im Kader in Angriff.

 

        

Die deutschen Stars

 

Die besten deutschen Badmintonspielerinnen und –spieler schlagen alle in einer der Bundesligen auf, die Mehrheit von ihnen in der Eliteklasse. So ist z. B. die WM-Viertelfinalistin im Dameneinzel, Juliane Schenk, für die SG EBT Berlin im Einsatz, während der Deutsche Meister im Herreneinzel, Marc Zwiebler, ebenso wie die Olympiateilnehmerin Birgit Overzier und der EM-Dritte im Herrendoppel, Ingo Kindervater, beim 1. BC Beuel unter Vertrag steht. Die Doppel- und Mixed-Spezialisten Kristof Hopp, Michael Fuchs und Johannes Schöttler spielen in der Saison 2009/2010 für den 1. BC Bischmisheim, Gleiches gilt für den Vizeeuropameister der Jugend von 2005 und WM-Teilnehmer 2009, Dieter Domke. Aber auch einige internationale Top-Leute gehen in der 1. Bundesliga auf Punktejagd, so z. B. der malaysische Weltranglistenzehnte im Herreneinzel, Wong Choong Hann, oder der Inder Chetan Anand (13./beide SG EBT Berlin).

 

 

Die wichtigsten Termine in der Saison 2009/2010

 

1. Bundesliga, Hinrunde: 12.09.2009 – 29.11.2009

1. Bundesliga, Rückrunde: 12.12.2009 – 28.02.2010

Playoff-Halbfinale: 27./28.03.2010                

Playdown-Halbfinale: 27./28.03.2010

Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft: 24./25.04.2010

Playdown-Finale um den Abstieg: 24./25.04.2010

 

 

Die Auftaktbegegnungen

      

Am 1. Spieltag (12.09.2009) stehen sich in der 1. Bundesliga folgende Mannschaften gegenüber:

 

TV Refrath - SG EBT Berlin (Beginn 15.00 Uhr)

FC Langenfeld - BV Gifhorn (Beginn 15.00 Uhr)

1. BC Beuel - SCU Lüdinghausen (Beginn 14.00 Uhr)

1. BC Bischmisheim - VfL 93 Hamburg (Beginn 14.00 Uhr).

 

    

Rückblick: Kampf um den Titel in der Saison 2008/2009

     

Finale: 1. BC Bischmisheim – SG EBT Berlin

Halbfinals: SG EBT Berlin – 1. BC Beuel  und 1. BC Bischmisheim – FC Langenfeld

 

Stand nach der Hauptrunde:

 

  1. 1. BC Beuel

  2. 1. BC Bischmisheim

  3. FC Langenfeld

  4. SG EBT Berlin

  5. BV Gifhorn

  6. SC Union Lüdinghausen

  7. VfL 93 Hamburg

  8. SV Fortuna Regensburg (zurückgezogen)

 

 

 

 


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