2. Bundesliga 2009/2010

Saisonvorschau

 

 

Spannung ist garantiert!

(12.09.2009) Rund sieben Monate nach Abschluss der letzten Hauptrunde in der 2. Bundesliga Nord bzw. 2. Bundesliga Süd spielen die Vereine in der zweithöchsten deutschen Spielklasse nun endlich wieder um Punkte: Die 22. Spielzeit (1. Saison: 1988/1989) startet am 12.09.2009 mit den Partien BV Wesel RW gegen BVH Dorsten (Nord) sowie SV Fischbach gegen den 1. BC Bischmisheim 2 und PTSV Rosenheim gegen den TSV Neubiberg (jeweils Süd).    

 

 

Der Modus

 

Wie in den Vorjahren bestehen die Zweiten Ligen jeweils aus acht Mannschaften, die zunächst in einer Hauptrunde nach dem Modus Jeder gegen Jeden insgesamt 14 Partien austragen: sieben in der Hinrunde und sieben in der Rückrunde.

 

Die jeweils punktbesten Vereine nach dieser Hauptrunde dürfen sich mit dem Titel „Meister der 2. Bundesliga Nord“ bzw. „Meister der 2. Bundesliga Süd“ schmücken. Sie erhalten zugleich die Chance, in das „Oberhaus“ aufzusteigen: Derjenige Verein, der in den Relegationsspielen, einem Heim- und einem Auswärtsspiel, den Gesamtsieg verbucht, darf in der kommenden Spielzeit in der 1. Bundesliga aufschlagen. 

 

Die Debütanten und die „Mehrfachen“

 

Mehrere Vereine geben in dieser Saison ihr Debüt in der 2. Bundesliga: Der TSV Trittau und der 1. BC Düren sind erstmals in ihrer Vereinsgeschichte mit einer Mannschaft in der 2. Bundesliga Nord vertreten, der 1. BC Viernheim feiert seinen Einstand in der 2. Bundesliga Süd. Im Norden ist auch der BV Gifhorn 2 ein „Neuling“ – wenngleich nicht der Verein als solcher. Zuvor spielte die 1. Mannschaft der Niedersachsen mehrere Jahre in der 2. Liga, ehe sie zur Saison 2008/2009 den Aufstieg ins Oberhaus schaffte. Gifhorn ist damit – wie auch der Deutsche Meister 1. BC Bischmisheim – mit zwei Mannschaften in den Bundesligen vertreten: Die 1. Mannschaft der jeweiligen Vereine spielt in der 1. Bundesliga, die 2. in der 2. Bundesliga.

 

Ausnahmsweise sind in der 2. Bundesliga Nord in diesem Jahr drei Aufsteiger zugegen. Dies liegt darin begründet, dass die SG EBT Berlin ihre 2. Mannschaft aus der 2. Liga Nord zurückzog und gleichzeitig auflöste und damit der TSV Trittau als Zweiter der Regionalliga Nord in der Saison 2008/2009 (hinter dem BV Gifhorn 2) nachrücken konnte.

 

 

2. Bundesliga Nord

 

2. Bundesliga Süd

BVH Dorsten

SG Anspach

1. BC Düren

1. BC Bischmisheim

BV Gifhorn

SV Fischbach

VfL Maschen

TG Hanau

1. BV Mülheim

TSV Neubiberg/Ottobrunn

TSV Trittau

TSV Neuhausen-Nymphenburg

BV Wesel RW

PTSV Rosenheim

BW Wittorf

1. BC Viernheim

 

Die wichtigsten Termine in der Saison 2009/2010

 

2. Bundesliga Nord und Süd, Hinrunde:                    12.09.2009 – 25.10.2009

2. Bundesliga Nord und Süd, Rückrunde:                 22.11.2009 – 28.02.2010

Relegationsspiele um den Aufstieg:                         27./28.03.2010                                              

 

 

Die Auftaktbegegnungen

 

Am 1. Spieltag (12./13.09.2009) stehen sich in den 2. Bundesligen folgende Mannschaften gegenüber:

 

Nord:

 

Süd

Sa 14.00 Uhr RW Wesel - BVH Dorsten
So 13.00 Uhr VfL Maschen - BW Wittorf   
So 14.00 Uhr TSV Trittau - BV Gifhorn 2
So 14.00 Uhr 1. BV Mülheim - 1. BC Düren

Sa 14.00 Uhr SV Fischbach - 1. BC Bischmisheim 2
Sa 15.00 Uhr PTSV Rosenheim - TSV Neubiberg  
So 14.00 Uhr TG Hanau - SG Anspach
So 14.00 Uhr 1. BC Viernheim - TSV Neuhausen

 

Die Favoriten

 

In der 2. Bundesliga Nord werden den Vereinen 1. BV Mülheim, BW Wittorf und VfL Maschen die größten Chancen zugesprochen, nach der Hauptrunde die Tabelle anzuführen und damit die Relegationsspiele bestreiten zu dürfen. Im Süden wird primär zwischen dem PTSV Rosenheim und der SG Anspach (Südmeister des Vorjahres) ein Rennen um Platz 1 in der Liga erwartet, jedoch wird dabei voraussichtlich auch der TSV Neubiberg/Ottobrunn „ein Wörtchen mitreden“.

 

 

Die Vereine im Einzelnen – 2. Bundesliga Nord

 

Einen Mittelfeldplatz strebt der BVH Dorsten an, Fünftplatzierter in der Saison 2008/2009. Der 1961 gegründete Verein aus Nordrhein-Westfalen verstärkte sich mit der Niederländerin Lotte Jonathans, wohingegen Monja Bölter und Jens Ehlert zu Eintracht Südring Berlin wechselten. Für den BVH Dorsten ist die anstehende Spielzeit die insgesamt sechste in der zweihöchsten deutschen Spielklasse.

 

Ebenfalls im Tabellenmittelfeld möchte sich der 1. BC Düren am Ende der Saison wiederfinden. Beim Meister der Regionalliga West in der vergangenen Spielzeit schlagen unter anderem die leistungsstarken Damen Sandra Marinello, Deutsche Meisterin 2009 im Damendoppel, und Lisa Heidenreich, amtierende Deutsche Meisterin im Dameneinzel U19, auf. Als „harten Brocken“ bezeichnet der Verein aus Nordrhein-Westfalen seinen diesjährigen Auftaktgegner: In seinem ersten Spiel in der 2. Bundesliga muss der 1. BC Düren beim 1. BV Mülheim – ebenfalls ein NRW-Verein – antreten, der von mehreren Ligakonkurrenten als Anwärter auf den Meistertitel im Norden eingeschätzt wird. „Als Vorjahres-Vierter stellt der 1. BV Mülheim mit Sicherheit einen Härtetest für unsere Erstvertretung dar“, so die Verantwortlichen aus Düren.

 

Die 2. Mannschaft des BV Gifhorn ist wie der 1. BC Düren ein Neuling in der Liga: Als Meister der Regionalliga Nord in der Saison 2008/2009 stiegen die Niedersachsen, die auch in der 1. Bundesliga vertreten sind, jüngst in die zweithöchste deutsche Spielklasse auf. Ziel des Vereins um den ehemaligen Bundestrainer Hans Werner Niesner, der als Teammanager die Geschicke des BV Gifhorn lenkt, ist der Klassenerhalt.

 

Der VfL Maschen hingegen, der von einigen anderen Zweitligisten als heiße(ste)r Kandidat für den Aufstieg in die Eliteklasse gehandelt wird, peilt einen Platz im oberen Tabellendrittel an. Der Drittplatzierte des Vorjahres hat sich unter anderem mit der englischen Nationalspielerin Sarah Walker und der Deutschen Vizemeisterin im Mixed U15 von 2007, Corinne Beutler, verstärkt. Die 17-Jährige ist eine der größten niedersächsischen Nachwuchshoffnungen. Die ersten beiden Partien der  Saison 2009/2010 haben es für den VfL Maschen schon in sich: Zum Auftakt empfangen die Niedersachsen den letztjährigen Nord-Vizemeister, Blau-Weiss Wittorf, anschließend muss Maschen beim 1. BV Mülheim antreten. Bedauerlich für den VfL: Aufgrund von Fußproblemen kann Neuzugang Sarah Walker derzeit nicht eingesetzt werden. Dennoch blickt Teammanager Michael Heins der ersten Begegnung in der neuen Spielzeit zuversichtlich entgegen: „Wir können erstmals seit Jahren im Auftaktspiel annähernd in Bestbesetzung antreten. Das ist natürlich sehr schön! Es wird eine sehr enge Partie werden und wir hoffen, am Ende mit einem Unentschieden die Halle verlassen zu können. Sehr gespannt sind wir darauf, wie unser neuformiertes Damendoppel Cooper/Beutler zurecht kommen wird.“

 

Eine starke Veränderung hat der Kader des 1. BV Mülheim im Vergleich zum Vorjahr erfahren: In dem Chinesen Wen Yue vom 1. BC Beuel, dem Indonesier Taufik Hidayat Akbar sowie Benjamin Wanhoff (vorher BV Wesel RW) und Aileen Rößler (vorher FC Langenfeld) holte der Tabellenvierte der letzten Spielzeit gleich mehrere Leistungsträger an die Ruhr, welche die bewährte Truppe um die ehemaligen Nationalspielerinnen Petra Reichel (geb. Overzier) und Michaela Peiffer sowie BVM-„Eigengewächs“ Alexander Roovers unterstützen sollen. Dennoch stapeln die Verantwortlichen beim 1. BVM tief: Ausgegebenes Ziel ist der Klassenerhalt.

 

Diesen möchte auch der TSV Trittau in seiner ersten Saison in der 2. Bundesliga Nord schaffen. Als Vizemeister der Regionalliga Nord in der vergangenen Spielzeit (hinter dem BV Gifhorn 2) durften die Schleswig-Holsteiner in die zweithöchste deutsche Spielklasse aufrücken, da die SG EBT Berlin ihre 2. Mannschaft vor Meldeschluss aus eben jener Liga zurückzog und gleichzeitig auflöste. Jüngster Spieler im Kader des TSV Trittau ist der 18 Jahre alte Jugend-Nationalspieler Nikolaj Persson, der bei den U19-Länderspielen im August gegen Dänemark mit Siegen über zwei der derzeit besten europäischen Nachwuchsasse beeindruckte.

 

Zwei Jahre älter als Nikolaj Persson ist der Youngster im Team des BV Wesel Rot-Weiss: Andreas Witte wurde im Juni 20. Neben dem Nachwuchsspieler befinden sich auch in diesem Jahr viele routinierte Kräfte im Kader des Vereins aus Nordrhein-Westfalen. So z. B. Michaela Hukriede, die 2008 Vize-Europameisterin im Mixed der Altersklasse O35 geworden war. Nachdem der BV Wesel als Tabellensiebter der Saison 2008/2009 nur aufgrund glücklicher Konstellationen in der Liga verbleiben durfte (der TV Refrath stieg in die 1. Bundesliga auf, es gab jedoch aufgrund des Rückzugs des SV Fortuna Regensburg mitten in der Saison keinen Absteiger), strebt der Verein in der kommenden Spielzeit einen gesicherten Mittelfeldplatz an.

 

Blau-Weiss Wittorf hingegen verpasste in der vergangenen Spielzeit mit der besten jemals erreichten Punktzahl nur knapp die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Nord und damit die Qualifikation für die Relegation. In der anstehenden Spielzeit setzt der Verein aus Schleswig-Holstein, in dessen Team sich unter anderem Nationalspielerin Annekatrin Lillie, die amtierende Deutsche Meisterin im Mixed, befindet, auf Kontinuität: Einziger Neuzugang ist der 20 Jahre alte englische Nachwuchsspieler Arthur Cheung, der vor allem im Einzel eine starke Alternative darstellen soll. Philipp Knoll dagegen beendete seine sportliche Karriere. Für Wittorf stehen zunächst drei Auswärtsspiele an, darunter die sicherlich schon wegweisenden Partien beim VfL Maschen und in Mülheim an der Ruhr.

 

Die Vereine im Einzelnen – 2. Bundesliga Süd

 

In den letzten Jahren war die SG Anspach am Ende der Saison stets ganz vorne mit dabei: Platz 2 in der Saison 2006/2007, Tabellendritter 2007/2008 – und im Vorjahr freute man sich in Hessen über den Gewinn des Meistertitels in der 2. Bundesliga Süd. Doch der Aufstieg blieb der Mannschaft um Badminton-Abteilungsleiter Georg Komma verwehrt: In der Relegation unterlag die SG Anspach dem Nordmeister TV Refrath. „Möglichst lange im vorderen Drittel mitzuspielen“ lautet das Ziel für die anstehende Spielzeit, in der Franklin Wahab seine einmalige Bilanz weiter ausbauen möchte: Der 35-Jährige bestritt seit 1993 226 Partien in Folge für den Verein in einer der beiden höchsten deutschen Spielklassen.

 

Einen Platz zwischen 3 und 6 am Ende der Saison strebt der 1. BC Bischmisheim mit seiner 2. Mannschaft an. Im Vorjahr, als die 1. Mannschaft zum vierten Mal in Folge den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters gewann, erreichte man Tabellenrang fünf. Zum Auftakt müssen die Saarländer beim SV Fischbach antreten, der in der abgelaufenen Saison als Aufsteiger mit Platz 4 überzeugte.

 

Der dem Landesverband Rheinhessen-Pfalz angehörige Verein setzt auch in der Spielzeit 2009/2010 auf den Nachwuchs: Das Durchschnittsalter des Kaders beträgt ca. 19 Jahre. Fast alle Spielerinnen und Spieler der Zweitligamannschaft sind reine „Eigengewächse“. „Sie bekommen beim SV Fischbach die Möglichkeit, sich auf recht hoher nationaler Ebene zu beweisen und zu entwickeln“, sagt Teammanager Edgar Hammes. Der Deutsche Mannschaftsmeister von 2008 in der Altersklasse U19 hat sich zum Ziel gesetzt, auch in der Saison 2010/2011 in der zweithöchsten deutschen Spielklasse aufzuschlagen.

 

Den Klassenerhalt zu schaffen hat sich auch die TG Hanau, Meister der Regionalliga Mitte in der vergangenen Saison und damit einer der beiden Aufsteiger in die 2. Bundesliga Süd, vorgenommen. Verstärkt haben sich die Hessen mit Michael Helber (SG Post/Süd Regensburg), Natascha Thomé (SV Fortuna Regensburg) und dem Indonesier Yong Yudianto (vereinslos), die gemeinsam mit den bewährten Kräften möglichst viele Punkte einfahren sollen. Zum Auftakt empfängt das Team um den EM-Dritten im Herrendoppel U19, Andreas Heinz, gleich einen der Favoriten auf den Gewinn des Meistertitels: Hanau hat am 12.09.2009 die SG Anspach zu Gast.

 

Gute Chancen, am Ende der Saison vorne „mitzumischen“, hat gewiss auch der TSV Neubiberg/Ottobrunn, der nach eigenen Angaben einen Platz in der oberen Tabellenhälfte anstrebt. Drei Neuzugänge verzeichnen die Bayern für die aktuelle Spielzeit, unter anderem den bisherigen Gifhorner Jan-Patrick Helmchen, der seinen Lebensmittelpunkt nach der Beendigung seines Studiums (Politikwissenschaften) nach Speyer verlagerte. Aufgrund seines sehr guten Verhältnisses zum Team aus Neubiberg entschied er sich, das Angebot der Neubiberger anzunehmen und in der anstehenden Spielzeit im Süden der Bundesrepublik auf Punktejagd zu gehen. Zum Auftakt steht den Bayern ein Landesverbands-internes Duell bevor, das durchaus schon richtungsweisend sein kann: In der ersten Partie muss der TSV Neubiberg/Ottobrunn beim PTSV Rosenheim antreten.

 

Der „Aufstieg in die 1. Bundesliga“ ist das erklärte Ziel des PTSV Rosenheim, der bereits in der Saison 2007/2008 am Oberhaus „schnupperte“: Nachdem der TSV Neubiberg/Ottobrunn als Südmeister auf die Aufstiegsspiele zur 1. Bundesliga verzichtet hatte, traten die zweitplatzierten Rosenheimer in der Relegation an. Die Bayern mussten sich jedoch dem BV Gifhorn, damals Meister der 2. Bundesliga Nord, geschlagen geben. Auch in der letzten Spielzeit belegte Rosenheim nach der Hauptrunde Platz zwei, diesmal hinter der SG Anspach. Für die Bayern schlagen unter anderem die Europäischen Hochschulmeister von 2009 im Herrendoppel, Peter Käsbauer und Oliver Roth, und die zweimalige Olympiateilnehmerin Nicol Bittner (geb. Pitro) auf.   

 

Weniger ambitioniert nimmt der TSV Neuhausen-Nymphenburg


© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.