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Individual-WM 2009

Vom 10. bis 16. August in Hyderabad (Indien), GMC Balayogi Indoor Stadium, Gachibowli. 

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Die Spiele der Deutschen

Aus Hyderabad berichtet Martin Knupp

Fr 5. Tag - Viertelfinale
Julianes Energie war verbraucht
Juliane Schenk - Pi Hongyan (FRA) 21:15 15:21 19:21
Als im dritten Satz die Seiten gewechselt wurden, stand es 5:11 gegen Juliane. Ueberdeutlich trat in jener Phase zutage, 
worin sich Julis Spiel heute von dem gestrigen Superspiel gegen Wang Yihan unterschied.
Bei 4:8 hatte sie in einem Kraftakt noch einmal merklich das Tempo angezogen. Schon diese Beobachtung zeigt, dass sie vorher unter ihrem Maximum gespielt hatte. Es gelang ihr dabei auch tatsaechlich ein guter Ballwechsel, leider mit dem besseren Ende fuer Pi. In jenen Momenten schien sich unsere Deutsche Meisterin auf das zu besinnen, was sie zum Besiegen von Weltklassegegnerinnen gestern noch selbst propagiert hatte: Ihnen Entschlossenheit gegenueberzustellen und sie pausenlos unter Druck zu setzen. Den folgenden Ballwechsel zum 5:9 gewann sie auch, aber die naechsten beiden gingen wieder verloren.
Beim 5:11 ging Bundestrainer Xuyan Wang zu ihr ans Feld und versuchte, sie einmal mehr dazu zu bringen, ihre letzten Kraefte zu mobilisieren. Schon in den anderen Pausen hatte er dies versucht. Wang nach dem Spiel: "Aber sie hat mir schon im zweiten Satz gesagt, dass sie platt sei. Ich hab immer wieder gesagt, was fuer ein wichtiges Spiel dies ist und welche grosse Chance sie sich erarbeitet hat. Aber sie konnte nicht mehr zulegen."
Juliane steckte sichtbar noch das Spiel von gestern in den Knochen. Diese physische Schwaeche drueckte sich auch in ihrer Mimik und Koerpersprache aus. I
hr Gesicht strahlte in keiner Phase die herausfordernde Kampfbereitschaft des gestrigen Tages aus. Da blitzten keine Augen, da spruehten keine Funken. Selbst ihre Selbstbestaetigungsausrufe liefen im Softmodus. Sie konnte Pi nicht, wie es eigentlich notwendig gewesen waere, mit jedem ihrer Schlaege zum Reagieren zwingen. In weiten Phasen war im Gegenteil Pi die Agierende. Vor allem beim Netzspiel machte sie etliche Punkte. Juliane kam einfach nicht schnell genug nach vorne, um solche Situationen zu verhindern.
Dabei hatte es im ersten Satz gut angefangen. Mit schnellen Angriffsclears setzte Juli die Franzoesin unter Druck und zwang sie in die Defensive. Wang: "So hatten wir uns das auch gedacht. Und sie haette die Baelle am Netz oberhalb nehmen sollen. Das hat sie spaeter nicht mehr gemacht. Sie war einfach nicht mehr explosiv genug. Statt kontrolliert den Druck durch variable Schlaege aufbauen, hat sie versucht, ihn durch spetakulaere zu erzielen. Ich habe ihr zwischendurch gesagt: Spiel nicht so viel Risiko - Risiko ist Selbstmord. Aber sie hat es dann doch immer wieder getan, weil sie nicht mehr konnte."
Den ersten Satz gewann Juliane zwar noch, aber auch nicht wirklich ueberzeugend. Viele ihrer Punkte resultierten aus Fehlern von Pi. Immerhin schien sie es zu jenem Zeitpunkt dennoch hinzubekommen. 5:1 fuehrte sie im Zweiten, dann kam jedoch die Wende. Man sah in den folgenden Ballwechseln, wie Pi nach und nach die Initiative uebernahm. Besonders ihr Drop machte Juli zu schaffen. Von ihrem eigenen, der gestern noch eine spielbestimmende Waffe gewesen war, war heute nichts zu sehen. Und Pis Fehler verringerten sich deutlich. Sie stand aber nun auch nicht mehr unter Druck. Und selbst wenn Juli sporadisch schon mal verzweifelt versuchte, das Tempo anzuziehen, gewann sie oft die Ballwechsel.
Vergeblicher Schlussspurt
Dann jedoch, im letzten Drittel des dritten Satzes, konnte die deutsche Kolonie ploetzlich doch noch einmal den Duft der Medaille wittern. Einerlei wies war - auch ein Zittersieg ist bekanntlich ein Sieg. Von 13:18 startete Juli naemlich eine schon nicht mehr erwartete Aufholjagd. Pi wurde wieder unsicher wie im ersten Satz. Pi Drop ins Netz, Pi hinten aus, Pi Netzdrop cross ins Netz, Pi Aufschlaganname aus. Ploetzlich stand es 19 beide. Dann rettete die erfahrende Franzoesin sich mittels Griff in die Trickkiste. Eine unerwartete Aufschlagannahme brachte Juli in die ausweglose Defensive. Anschliessend zauberte sie einen Swip-Aufschlag hervor, bei dem sich Juli im Sprung nach hinten entschied, den Ball fallen zu lassen. Drin. Punkt. Aus. Am Duft der Medaille erfreuen sich die Franzoesin und ihre Landsleute.
Fazit: Dass Juliane heute der letzte Schritt zur Medaille nicht auch noch gelang, beeintraechtigt oder truebt die Superleistung von gestern und ihren insgesamt Aufmerksamkeit erregenden Auftritt hier in Hyderabad keineswegs. Als einzige Deutsche hat sie immerhin das Viertelfinale erreicht. Und als einzige Nichtchinesin hat sie eine der ins Turnier geschickten Chinesinnen besiegen können. Tine Rasmussen unterlag heute klar gegen Lu Lan 15:21 13:21 und Saina Nehwal im letzten Spiel des Tages trotz der Unterstuetzung von ein paar tausend Zuschauern gegen Wan Lin 16:21 19:21. Und auch heute hat sie in einem Marathonmatch von 63 Minuten alles gegeben, was ihr moeglich war.

Deutscher Taifun: Juliane Schenk.
Sah kein Land mehr: Chinesin Wang Yihan. Fotos: Mehrshad Aschmann

Do - 4. Tag Achtelfinale
Juliane Schenk - WANG Yihan (CHN) 21:18 21:15
Juliane ist in der Weltspitze angekommen
In einem phantastischen Spiel warf Juliane im Achtelfinale die interne chinesische Nummer eins Wang Yihan aus dem Wettbewerb. Wang hatte bei der Mannschafts-WM immerhin alle Damenspiele fuer China gemacht.
Nur am Anfang des ersten Satzes war die Chinesin im Vorteil. Danach dominierte Juli das Spiel. Bei 14 hatte sie sie ein, bei 16:15 ging sie erstmals in Fuehrung. Sie gab sie bis zum Spielende nicht mehr ab. Auch zwei kritische Situationen ueberstand sie unbeschadet. Einmal konnte sie am Ende des ersten Satzes ins Spiel zurueckfinden, als Wang von 20:15 aus 20:18 aufholte. Und im zweiten Satz musste sie eine Entscheidung des Netzrichters verdauen. Statt 13:10 stand es nur noch 12:11, weil dieser - vermutlich als einziger in der Halle - beim Toeten am Netz eine Netzberuehrung gesehen hatte.
Beim Betrachten des Spiels hatte der Beobachter den Eindruck,
Juliane sei von einem anderen Stern. Sie deckte ihre Gegnerin mit einem Schlaghagel foermlich zu. Mit einem ungeheuren Willen und unglaublicher mentaler Power praesentierte sie der Chinesen eine Gegnerin, gegen die diese am Ende chancenlos war. Swip, Drive, Rh-Abwaertsschlage, Stop cross, Netzdrop cross - alles was im Schlagkatalog verzeichnet ist, kam zum Einatz. Und als staerkste Waffe entpuppte sich der Drop. Einerlei, ob longline oder cross geschlagen, mehrfach fuehrte er zu direkten Punkten. Wang versuchte viel, immer wieder auch von ihrer Trainerin, der zweifachen Olympiasiegerin Zhang Ning, in den Pausen neu beraten. So war unverkennbar, dass sie zu Beginn des zweiten Satzes ploetzlich vehemet das Tempo erhoehte. Sie spielte insgesamt gesehen auch keineswegs schlecht. Es gab viele lange Ballwechsel, leichte Fehler waren die Ausnahme. Juli setzte sie einfach derart unter Dauerdruck, dass sie in 25 der 35 Mnuten, die das Spiel dauerte, nur die Reagierende war.   
"Genauso muss man naemlich gegen die anscheinend uebermaechtigen Chinesinnen auftreten", erlaeuterte Juliane nach den Spiel ihre beeindruckende Leistung. "Sie muessen merken, dass ihnen eine Gegnerin gegenuebersteht, die sich den Arsch aufreisst, um zu gewinnen. Genau das hatte ich mir vorgenommen. Sie sollte um jeden ihrer Punkte mit vollem Einsatz kaempfen muessen."
Das ist unserer Deutschen Meisterin, die in der Vergangenheit bei aehnlichen Spielen gegen absolute Weltklassespielerinnen schon mal knapp scheiterte, diesmal mit Bravour gelungen. Wang hatte am Ende keine Waffen mehr. "Ich habe mir gestern und heute Bilder im Kopf ablaufen lassen, wie ich auftreten will. Habe auch noch mal mit meiner  Mentaltrainerin telefoniert, der ich bei dieser Gelegenheit fuer ihre Unterstuetzung danken moechte."
Mit dieser mentalen Staerke hat sie auch die kritische Situation im zweiten Satz, als ihr der Netzfehler angerechnet wurde, gemeistert:. "Ich hatte nicht das Gefuehl, das Netz beruehrt zu haben. Ploetzlich 12:11 statt 13:10. Was verlangt Gott dir denn da wieder ab?, hab ich bei mir gedacht. Aber ich war so auf mein Spiel fixiert - das ja gut lief - ich hab die Ruhe bewahrt und einfach weiter gespielt."
Nach dem Spiel war Juliane natuerlich von einer Journalistentraube umringt. Auf die Frage, wer ihre Vorbilder seien fuer einen solchen sensationellen Auftritt, antwortete sie: "Tine Rasmussen, die ja schon mehrere Super-Series-Turniere gegen die Chinesinnen gewann, hat mir den Spirit gegeben. Aber auch Xu Huaiwen, auch sie hat mir gezeigt, dass und wie die Chinesinnen zu schlagen sind."
   . . 

Mi - 3. Tag
Juliane im Achtelfinale
Mit strahlendem Gesicht kommentierte unsere Deutsche Meisterin Juliane Schenk ihren 21:9 21:11-Sieg gegen ihre gelegentliche Trainingsgefaehrtin Ella Diehl: "Es ist optimal gelaufen heute. Ich habe inzwischen gelernt, durch eine entsprechende Vorbereitungsphase die noetige Spannung aufzubauen, um mit voller Leistungsbereitschaft ins Spiel zu gehen. Dadurch konnte ich von Anfang an das Tempo bestimmen. Und dann konnte ich dieses Tempospiel mit der noetigen Variabilitaet, die ich mir inzwischen erarbeitet habe, auch durchhalten."
Druck wegen ihres Setzplatzes habe sie keinen verspuert, erklaerte sie auf eine entsprechende Frage. Und vor ihrer naechsten Gegnerin Wang Yihan habe sie auch keine Angst. "Im Gegenteil. Dass ich die Chinesin herausfordern darf, darauf freue ich mich. Dazu bin ich ja hier nach Hyderabad gekommen."

Tago hatte Marc im Griff
Keine Chancen hatte dagegen Marc Zwiebler im Match gegen den japanischen Senkrechtstarter Kenicho Tago. Das 15:21 10:21 war so klar, wie es die Zahlen ausdruecken. Schon im ersten Satz nahm das Unheil seinen Lauf. Das Spiel hatte viele kurze Ballwechsel, vor allem auch dadurch, dass der Japaner sobald der Ball hoch gespielt wurde, ihn mit einem toedlichen Smash versenkte. Diesem Smash war Marc nicht gewachsen. Es war zu erkennen, dass er zwar verzweifelt versuchte, den Ball flach zu halten, aber es gelang nicht immer. Der Japaner war sehr schnell und nutzte gnadenlos alle sich bietenden Chancen. Im zweiten Satz aenderte sich da Bild nicht. Die Hoffnung der kleinen deutschen Kolonie auf eine Wende erfuellte sich nicht. Marc selbst fand keine Waffe, mit der er den Japaner in Bedraengnis bringen konnte. Seine eigenen Smash wurde alle abgefangen, er probierte es mit Spiel am Netz, mit flachem Spiel, mit Finten, nichts fuehrte zum Erfolg. Immer wenn er mal einen Hoffnung bringenden Punkt machte,gelangen Tago anschliessend drei. Fuer die gesamte Dauer des Spiels konnte er dem Druck des Japaner nicht widerstehen. Ein eigener Smash ins Netz beendete Marcs diesjaehrige WM-Vorstellung. 
"Tago hat sehr, sehr gut gespielt", analysierte er hinterher die Begegnung. "Aber ich habe es ihm auch leicht gemacht. Er hat viele Dinge getan, die ich nicht erwartet hatte, hat auch taktisch anders gespielt als in frueheren Begegnngen oder auch in der gestern. Dann hat er ueberhaupt keine Fehler gemacht. Und sein Angriff war stark, besonders im ersten Satz, wo ich gegen den Wind spielen musste. Dadurch waren meine Baelle manchmal zu kurz und seine Smash sehr schnell. Ein paarmal dachte ich, ich sei dran an ihm, aber ich konnte nur einmal eine laengere Serie von Punkten machen. Ich haette vielleicht das Tempo rausnehmen sollen und zwischendurch auf Ballverteilen spielen sollen, um besser in die Ballwechsel zu kommen." 
 

Michael Fuchs & Ingo Kindervater - FANG Chieh Min & LEE Sheng Mu (TPE) 21:23 14:21

Keine Revanche für Fuchs & Kindervater
Eigentlich wollte sie Revanche nehmen fuer die Niederlage gegen die Taiwanesen Lee & Fang bei der Mannschaftsweltmeisterschaft. Aber es gelang nicht. Der erste Satz ging in die Verlaengerung, aber dann unterliefen Michael Fuchs zwei Fehler. Zunaechst setzte er einen Aufschlag ins Netz, anschliessend einen abwaerts gespielten Ball aus dem Mittelfeld. Im zweiten Satz fuehrten sie 10:7, mussten dann aber die Ueberlegenheit ihrer Gegner anerkennen. Sie fanden keine wirksame Waffe mehr, um zu Punkten zu kommen. Immer wieder gerietn sie in die Defensve.
Der fuer die Doppel zuständige Bundestrainer Jakob Hoi: "Wir hatten uns gut auf unsere Gegner vorbereitet und uns auch Chancen ausgerechnet zu gewinnen. Darum bin ich natuerlich enttaeuscht, genauso wie die Jungs auch. Unsere Spieler machen noch zu viel technische Fehler. Die Spieler der besseren Doppel haben ein feineres Ballgefuehl, weil sie mehr Trainingsstunden im Arm haben. Aber trotz dieser technischen Fehler haben wir total mitgehalten. Das bedeutet, wir machen auch Boden gut. Was die Spieler noch lernen muessen: schnell zu spielen und clever. Mit clever meine ich, dass in Situationen, in denen ich merke, darin sind die anderen besser - in diesem Spiel war es die schnelle, flache Drive-Situation - dann muss ich nicht damit weitermachen, sondern ich muss was anderes tun. Ich muss den Jungs aber auch sagen, wo sie gut waren. Aufschlagannahme hat gut geklappt, da sind wir in Perioden sogar Spitze. Michael hat das sehr gut gemacht. Auch hinten war er gut. Mittelfeld nicht so. Ingo hat as Netzspieler gut gearbetet, manchmal im Mittelfeld zu schnell gespielt."    

Johannes Schöttler & Kristof Hopp - HE Hanbin & SHEN Ye (CHN) 26:24 16:21 17:21

Hopp & Schoettler nervenstaerker als ihre chinesischen Gegner
Der erste Satz ging nicht nur dem am Spielfeldrand zuschauenden DBV-Vizepraesidenten Dietrich Heppner an die Nerven. Fuenf Matchbaelle konnte uns Paar abwehren, dann gab es auch von den neutralen Zuschauern, die das Spiel verfolgten, stuermischen Beifall. Mit 26:24 wurden die Chinesen auf die andere Feldseite geschickt.
Doch es blieb bei dem Satzgewinn. He & Shen erhoehen das Tempo, spielten jetzt aggressiver und waren am Netz erfolgreicher. Unsere beiden gingen aber keineswegs unter, immerhin erreichten sie 16 und 17 Punkte.
Bundestrainer Hoi: "Unsere Vorbereitung im Heimtraining war ja eigentlich auf Robertson & Clark ausgerichtet, die nach der Auslosung unsere ersten Gegner haetten sein sollen. Wir haben die Chinesen gestern noch im Video angeschaut und uns einen Plan gemacht. Nicht so detailliert zwar, wie der fuer die Englaender,aber er hat dennoch funktioniert. Das hat man im ersten Satz gesehen. Aufschlag und Annahme waren gut. Die Spieler haben gut kommuniziert. Danach haben die Chinesen allerdings ihr Spiel geaendert. Sie lieben eigentlich das schnelle und flache Spiel. Das haben sie immer noch gemacht, aber jetzt haben sie nicht mehr so hart gespielt, sondern haeufiger kurz hinters Netz. Dadurch entstand mehr Spiel am Netz. Und da haben sie jetzt viel besser aufgepasst. Im ersten Satz hatten unsere naemlich die Herrschaft am Netz. Die ging jetzt verloren. Im dritten Satz waren wir bis zum 8:9 beieinander. Dann haben wir Fehler gemacht und es stand 8:14. In der 2. Haelfte war es dann wieder ausgeglichen. Das war wieder gut."
Auf ein Fazit angesprochen, erklaerte der Daene, der seit 1. Mai in Diensten des DBV steht: "Ich als Trainer lerne auch, wenn wir spielen. Heute haben wir gegen Spieler verloren, die in der Beinarbeit noch schneller sind, ebenso mit dem Schlaeger. Mein Ziel ist es, dass wir solche Spieler zukuenftig schlagen."  

Die Spiele unserer Deutschen:

  

Herreneinzel (64 Teilnehmer im 64er-Feld)
Marc Zwiebler
   1.Rd.: - Kevin Cordon (GUA) 21:15 21:11
   2.Rd.: - Kenichi Tago (JPN) 15:21 10:21 
Dieter Domke - LEE Chong Wei (MAS*1) 14:21 10:21
Dameneinzel (57 Teilnehmerinnen im 64er-Feld)
Juliane Schenk (*11)
   1.Rd.: - Aditi Mutatkar (IND) 21:8 21:12
   2.Rd.: - Ella Diehl (RUS) 21:9 21:11 
   Afin.: - WANG Yihan (CHN) Do 4. Spiel nach 10.30 Uhr MESZ
Herrendoppel (50 Paare im 64er-Feld)
Michael Fuchs & Ingo Kindervater
   1.Rd.: - Baptiste Careme & Labar Ronan (FRA) 21:8 21:16
   2.Rd.: - FANG Chieh Min & LEE Sheng Mu (TPE) 21:23 14:21 
Johannes Schöttler & Kristof Hopp
   1.Rd.: - Anthony Clark & Nathan Robertson (ENG) o.K./wo
   2.Rd.: - HE Hanbin & SHEN Ye (CHN) 26:24 16:21 17:21
Mixed (47 Paare im 64er-Feld)
Johannes Schöttler & Birgit Overzier
   1.Rd.: - Henry Tam & Donna Haliday (NZL) 21:15 21:8
   2.Rd.: - Yohan Hadikusuma Wiratama & CHAU Hoi Wah (HKG) 19:21 24:26.

   

Di - Zweiter Tag
Johannes Schöttler & Birgit Overzier im Mixed knapp gescheitert
Es gibt leichte Gegner und unüberwindbar gute - dazu dann solche, die auf dem gleichen Leistungsplateau spielen. Und sie zu besiegen, besonders bei einer Weltmeisterschaft, bringen Sportler voran. Johannes Schöttler & Birgit Overzier ist dies heute gegen die Hongkong-Chinesen Yohan Hadikusuma Wiratama & Chau Hoi Wah nicht gelungen. Sie hielten das Spiel lange offen, waren vom Ergebnis her immer dicht dran an ihren Gegnern. Doch am Ende verloren sie doch knapp mit 19:21 24:26. Im zweiten Satz mussten unsere beiden nach 19:16-Führung den Ausgleich hinnehmen. Danach hatten sie noch viermal die Chance, den Satz zuzumachen. Entsprechend die Niedergeschlagenheit nachher. Johannes: "Sehr ärgerlich! Ich bin schon enttäuscht. Vom Gefühl her war mehr drin."
Auch Birgit war nicht sehr gesprächig. "Wir haben ein paar leichte Fehler gemacht. Eigentlich haben wir uns gut gefühlt. Ich war extra drei Wochen in Saarbrücken und wir haben gemeinsam Mixed trainiert."
Einige Aufschlagfehler, die ihr unterliefen wollte sie nicht als Grund für die Niederlage akzeptieren: "Nee, die Aufschläge waren nicht schlecht, vielleicht ein, zwei Fehler zuviel."
Auch die vermeintlich zu aggressive Aufschlagannahme des Hongkong-Herrn, die im Spiel zu Reklamationen geführt hatte, wollte Johannes nicht überbewerten: "Es kam uns schon so vor, aber verloren haben wir deshalb nicht."

Marc gewöhnte sich an die Halle
Beim ersten Auftritt unseres Deutschen Meisters Marc Zwiebler war allgemein ein Sieg über den Guatemalteken Kevin Cordon erwartet worden. So kam es dann auch. 21:15 21:11 hieß es am Ende. Dennoch war Marc erleichert: "Das erste Spiel ist immer schwierig. Man muss sich erst auf die Optik und Akustik in einer solchen Riesenhalle enstellen. Wir haben hier kaum trainieren können. Zweimal zwei Stunden stand uns ein Feld zur Verfügung - für die ganze Mannschaft. Mein Gegner hatte zuletzt gute Ergebnisse erzielt. In Neuseeland hatte er gegen den Engländer Andrew Smith, gegen den ich auch schon verloren hab, nur 21:23 im dritten Satz verloren. Doch heute hatte er offensichtlich mit der Umgebung mehr Probleme als ich."  
Sein nächster Gegner Tago flösst ihm doch einigen Respekt ein. Der Japaner hatte heute in drei Sätzen gegen Joachim Persson aus Dänemark gewonnen. "Eigentlich hätte ich lieber gegen Persson gespielt. Wir sind gut befreundet und dann wäre wenigstens einer von uns beiden weiter. Zudem hab ich vor kurzem noch in drei Sätzen gegen ihn gewonnen. Bei einem dreiwöchigen Trainingslager, zu dem mich die Dänen eingeladen hatten. Mal sehen wie es morgen wird..."
Das Spiel war das letzte des Abends in einer nahezu leeren Halle. Dass er anschließend auch noch zur Dopingkontrolle musste, begeisterte Marc daher nicht gerade.

Brachte Lee Chong Wei zeitweise ans Laufen: Dieter Domke mit seinem Trainer Jeroen van Dijk. Fotos: Mehrshad Aschmann

Mo - 1. Tag

Drei deutsche Auftaktsiege

Fuer die deutschen WM-Teilnehmer gab es einen schoenen Auftakt. Drei Siege am ersten Tag sorgten fuer eine gute Stimmung, die auch durch die Niederlage von Dieter Domke nicht getruebt wurden. Den Auftakt machten Johannes Schöttler & Birgit Overzier, die die Neuseelaender Henry Tam & Donna Haliday nicht ganz unerwartet mit 21:15 21:8 klar schlugen. 
Dieter Domke gegen die Nummer eins
Die deutsche Nummer zwei stand gegen den Weltranglistenersten Lee Chong Wei auf verlorenem Posten. Er zeigte aber eine beachtliche Leistung. Hoehepunkt des Spiels war ein ellenlanger Ballwechsel bei 12:18 im ersten Satz, der zu allgemeinen Beifall in der Halle fuerte. Dieter war dauernd im Angriff, Lee aber brachte zunaechst alles zurueck, hechtete dabei zum Teil ueber das Feld. Doch am Ende gab es den dreizehnten Punkt fuer den Deutschen.
"Ich habe noch nie bisher gegen einen Spieler gespielt, der so viele Baelle zurueck gebracht hat", erklarte Dieter dann auch nach dem Spiel bewundernd. "Ich hab gesehen, dass ich durchaus mitspielen kann, aber um wirklich Chancen zu habe, bin ich nicht fit genug. Ich trainiere nach meinem Schienbeinbruch erst seit funf Wochen wieder voll. Darum bin ich sehr froh, dass ich hier ueberhaupt voll und ohne Schmerzen spielen kann. Aber am Ende war ich doch platt."  

Juliane sicher gegen Inderin Mutatkar
Als unsere Deutsche Meisterin Juliane Schenk bei der Verteilung der Auslosung sah, dass ihre Gegnerin die Inderin Aditi Mutatkar war, hatte sie doch Respekt: "Ich hatte gegen sie im letzten Jahr bei den Bitburger Open verloren und sie spielte ja immerhin vor heimischen Pubikum, ich musste also aufpassen", beschrieb sie die Situation vor dem Match. Aber dann schaffte sie doch einen souveraenen Sieg. "Wie es aber dann gelaufen ist, da bin ich doch sehr zufrieden. Auf der Asientour in Juni lief es schon gut, ich hab mich Stueck fuer Stueck gesteigert. Und auf die WM habe ich mich wahnsinnig gefreut. Ich wollte mich fuer meine Trainingsarbeit belohnen und mich mit der Weltelite messen. Und heute konnte ich eine gute Form zeigen. Taktisch habe ich auch zufriedenstellend gespielt. Gegen eine quirlige, laufstarke Gegnerin bin ich ruhig geblieben. Mittwoch geht es jetzt gegen Ella Diehl, mit der ich in Muelheim ja haeufig trainiere. Wir kennen unsere Spieweise also gut. Ich weiss, dass ich von Nullnull an ackern muss. Geschenkt bekomme ich gegen sie nichts."     

Kamen gut insTurnier: Mchael Fuchs (l) & Ingo Kindervater.

Fuchs & Kindervater spielten sich warm
Parallel zu Dieter Domke standen auch Ingo Kindervater & Michael Fuchs auf dem Feld. Sie erledigten ihre Aufgabe gegen die Franzosen 
Careme & Ronan mit 21:8 21:16 ohne Probleme. "Der erste Satz war so hoch, das wir uns im zweiten schon zusammenreissen mussten, um nicht zurueckzuschalten", erklaerte Ingo Kindervater nach dem Sieg. "Es waren angenehme Gegner, um ins Turnier reinzukommen."
Die Chancen gegen die Taiwanesen, die hoechstwahrscheinlich in der zweiten Runde kommen - deren Sieg morgen gegen ihre Schweizer Gegner vorausgesetzt - betrachtet Ingo als 40:60. "Bei der Mannschafts-WM haben wir gegen sie im dritten Satz verloren. Diesmal wollen wir sie natuerlich schlagen." Michael Fuchs unterstreicht den Optimismus: "Wir haben stark trainiert. Mit Jakob Hoi haben wir ja seit dem 1. Mai einen neuen Bundestrainer fuer uns Doppelspieler. Das laeuft ausgezeichnet. Wir haben uns voll reingehangen beim Training. Wir sind fit und gesund und wollen Revanche."  

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