Nachrichten von der IBF - Der Zählweisenkrieg 2000 bis 2003

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  Meldungen 2003      

     

Ab 5. Mai gilt auch in Deutschland wieder die traditionelle Zählweise mit DD und Mixed bis 15
(3.4.03) Mit Datum vom 2. April 2003 hat der DBV seinen Landesverbänden und den Vereinen Folgendes zur Kenntnis gegeben:

Regeländerungen zum 5. Mai 2003 - Rückkehr zur traditionellen Zählweise

Unser internationaler Dachverband IBF hat am 22. März in Eindhoven beschlossen, die im Vorjahr in Guangzhou verabschiedete Änderung bei den Badmintonregeln wieder aufzuheben, da das Zustandekommen unrechtmäßig war. Damit wird die traditionelle Zählweise wieder in Kraft gesetzt. International wird der Beschluss zum 15. April 2003 gültig. Für den Bereich des DBV hat das Präsidium am 31. März 2003 beschlossen, ihn nach der letzten der noch ausstehenden Deutschen Meisterschaften der Saison 2002/03 (Mannschaften U 15 / U 19 vom 2. bis 4. Mai) in Kraft zu setzen.
Damit gehören sowohl die Verkürzung der Satzdauer bei Damendoppel und Mixed auf 11 Punkte, als auch "Experimente" mit Zählweisen wie »Drei Gewinnsätze bis sieben« (auch »5x7« genannt) der Vergangenheit an. Stattdessen gilt:

Dauer der Sätze

Herreneinzel, Herrendoppel, Damendoppel und Mixed bis 15 Punkte. Verlängerungsmöglichkeit der rückschlagenden Partei bei 14 beide um drei Punkte, im Fall einer Verlängerung wird dann bis 17 Punkte gespielt. In einem dritten (Entscheidungs-)Satz werden die Seiten beim Erreichen von 8 Punkten gewechselt.Dameneinzel bis 11 Punkte. Verlängerungsmöglichkeit der rückschlagenden Partei bei 10 beide um drei Punkte, im Fall einer Verlängerung wird dann bis 13 Punkte gespielt. In einem dritten (Entscheidungs-)Satz werden die Seiten beim Erreichen von 6 Punkten gewechselt.Das Dameneinzel behält also seinen Sonderstatus. Gespielt wird in allen Disziplinen auf zwei Gewinnsätze (»Best of three«).

In Bezug auf das Coaching (Beraten/Betreuen) hat sich nichts verändert. Zwischen dem 1. und 2. Satz ist eine Pause von 90 Sekunden zugelassen. Ein Coachen (d.h., ein Gespräch mit Trainer oder Betreuer) wird in den ersten 70 Sekunden dieses Zeitraums gestattet. Es hat nach dem Seitenwechsel auf der neuen Feldseite zu erfolgen. Die enge Umgebung des Feldes darf bei diesem Seitenwechsel nicht verlassen werden. (Ausnahme: Es wird vom Schiedsrichter die Erlaubnis dazu gegeben). Zwischen dem zweiten und einem eventuellen dritten Satz kann eine Pause von 5 Minuten genommen werden. In ihr ist ein Verlassen der engen Umgebung des Feldes gestattet.

Von Montag, den 5. Mai 2003 an, wird diese Zählweise für alle Spiele bei Turnieren und Mannschaftswettkämpfen in allen Ligen und Leistungsklassen gültig. Die genaue Formulierung des Textes wird vom DBV-Ausschuss für das Schiedsrichterwesen erstellt und in die nächste Ausgabe der Amtlichen Spielregeln eingearbeitet.
gez. Kespohl (Präsident)

          

Außerordentliche Mitgliedsversammlung der IBF ruderte zurück - Martin Knupp berichtet

Zurück zu den Wurzeln - Die traditionelle Zählweise kehrt zurück

(22.3.03) Die Prozedur im Dorint Hotel in Eindhoven dauerte heute Vormittag nicht einmal zehn Minuten. Dann war mit überwältigender Mehrheit bei nur einer Gegenstimme die Entscheidung von Guangzhou (siehe Meldung vom 19.5.2002) außer Kraft gesetzt. Dass Damendoppel und Mixed bis 11 Punkte gespielt werden, wird damit eine nicht einmal einjährige Episode im Badmintonsport. Da angesichts dieser Entscheidung der englische Verband seinen zweiten Antrag (siehe Meldung vom 27.1.03), drei Gewinnsätze bis neun Punkte zu spielen, aufgrund der nach wie vor vorhandenen asiatischen Ablehnung zurückzog, blieb der IBF eine erneute Gräben vertiefende Konfrontation erspart.Die europäische Hoffnung, dass ein IBF-Vollversammlung in Europa vielleicht eine Verschiebung der Abstimmungsmehrheiten bewirken würde, konnten sich die Befürworter einer Zählweisenänderung rasch abschminken. Das asiatische Netzwerk hatte funktioniert. Delegierte von 90 Länder waren vertreten, die EBU verfügt überhaupt nur über 47 Mitgliedsverbände.International wird die traditionelle Zählweise (Herreneinzel, Herrendoppel, Damendoppel, Mixed bis 15, Dameneinzel bis 11) ab 15. April, also rechtzeitig vor der am 1. Mai beginnenden Olympiaqualifikation, wieder in Kraft gesetzt. Wann der Wechsel im Bereich des DBV gültig wird, muss das DBV-Präsidium noch entscheiden. Die Außerordentliche Mitgliederversamlung war vom englischen Verband initiiert worden. Unterstützt hatte den Antrag 29 europäische Nationen. Hauptbegründung war, dass der beschlossene Antrag von Guangzhou nicht rechtmäßig zustande gekommen sei. Das Council, das von der Vollversammlung angesichts der Verfahrenheit der Situation mit der endgültigen Entscheidung beauftragt worden war, habe schließlich einen Kompromiss verabschiedet, der gar nicht in den ursprüngichen Anträgen zur Debatte gestanden habe. Damit hätte es seine Kompetenzen überschritten. Dieser Argumentation folgten jetzt die Delegierten von Eindhoven und kippten den Beschluss. Damit bleibt die vorherige Zählweise in Kraft.Die vorherige Zählweise war nicht - wie mancherorts vermutet werden könnte - drei Gewinnsätze bis sieben („5x7“). Diese Zählweise war nie die „offizielle“. Sie war nur zu Testzwecken in manchen Wettbewerben benutzt worden und nach Ablauf der Testphase nicht übernommen worden.(3.4.) Hinweis: Im Bereich des DBV wurde der Beschluss nach Abschluss an die letzten Deutschen Meisterschaft der Saison 2002/03 ab dem 5. Mai 2003 in Kraft gesetzt.

       

Englische Meisterschaften werden nach alter Zählweise gespielt
(29.1.03) Jetzt geht der englische Badmintonverband (BA of E) - nachdem er schon erfolgreich eine Außerordentliche Mitgliederversammlung der IBF initiiert hatte - voll auf Konfrontationskurs zum Weltverband. Wie Thomas Kobrow von der Nachrichtenagentur Bloomberg mitteilt, werden die am kommenden Wochenende anstehenden Englischen Meisterschaften nicht nach den derzeit gültigen Regeln ausgetragen, sondern nach den "traditionellen". Sportdirektor Baddeley: "Die BA of E hat die neue ungerechte und unvernünftige Zählweise nicht übernommen..." Hier die Meldung:
Diskussion um Zählweise wieder entfacht

       

Außerordentliche Mitgliedsversammlung der IBF erzwungen
(27.1.03) Auf Initiative des Englischen Badmintonverbandes ist eine Außerordentliche Mitgliederversammlung der IBF (EGM) erzwungen worden. Während der turnusmäßige Termin für die nächste Vollversammlung (AGM) im Mai bei der Individual-WM liegt, brachten die Engländer jetzt das notwendige Sechstel der Mitgliederländer zusammen, die für einen früheren Termin votierten. Gedacht ist an die Mannschaftsweltmeisterschaft vom 18. bis 23. März 2003 in Eindhoven.
Einziger Zweck des EGM soll die Wiederaufnahme der Diskussion um die Zählweise sein. Hauptargument der Engländer: Durch die Reduzierung der Punktezahlen auf elf im Damendoppel und Mixed würden die Frauen diskrimiert (siehe Meldung unten vom 12.9.02).
Auch der DBV hat dem Antrag auf Einberufung eines EGM zugestimmt. DBV-
Präsident Kespohl sieht aber die Zweischneidigkeit. Er warnt in seinem Schreiben den englischen Sportdirektor Steve Baddeley ausdrücklich, dass eine Argumentation, die die Diskriminierung der Frauen in den Vordergrund rücke, in letzter Konsequenz dazu führen könnte, dass auch die Frauenspiele alle bis 15 Punkte durchgeführt werden würden. Kespohl: "Natürlich ist die jetzt gültige Zählweise nicht die, die wir wollten. Wir wissen aber nicht, was wir bekommen, wenn sie - aus welchen Gründen auch immer - für ungültig erklärt wird."
Dass die europäische Wunschzählweise »3 Gewinnsätze bis 7 oder bis 9« bei einem EGM eingeführt wird, ist angesichts der Mehrheitsverhältnisse und der dogmatischen Haltung der Asiaten in der IBF höchst unwahrscheinlich. Allenfalls könnte der Beschluss von Guangzhou vom Mai 2002 gekippt werden. Sei es, dass die Engländer mit ihrem Diskriminierungsargument durchdringen, sei es aus formalrechtlichen Gründen. Der diesbezügliche Ansatz: Nicht die zuständige IBF-Hauptversammlung habe entschieden, sondern unzulässigerweise das IBF-Council. Dieses sei zwar von der Hauptversammlung beauftragt worden, hatte dann aber einen Kompromiss beschlossen, der zuvor niemals als Möglichkeit zur Debatte gestanden habe.

ENGLISH STICK TO TRADITIONAL RULES
English badminton officials are set to stick to the game's traditional scoring system for this weekend's National Championships at Burgess Hill.
The Badminton Association of England have been at odds with the nternational Badminton Federation over the introduction of shorter games for women's matches.
Under new IBF rules, women's matches are to consist of three games of up to 11 points whilst men will continue to score to 15. The BA of E have already forced the IBF to hold an extraordinary general meeting over the issue in Eindhoven in March.
BA of E chief executive Stephen Baddeley said: ``The BA of E have not adopted the new, inequitable and nonsensical scoring system and have retained the traditional scoring system within our regulations. The nationals will be played according to our regulations.''
Torsten Berg, chairman of the IBF's administration committee, has however hit out at the English authority's decision. He said: ``If the BA of E go on and play mixed doubles and women's doubles to 15 it is not badminton. I suppose it could be called 'old-fashioned badminton', according to the ancient laws.''

 

  Meldungen 2002

Es rumort weiter nach der Regeländerung zur 15/11er-Zählweise
Einige Länder fassen Klage gegen IBF wegen Frauendiskriminierung ins Auge
(12.9.02) Seit 1. August ist die Zählweise in Kraft, demzufolge das Damendoppel und das Mixed bis 11 statt bis 15 Punkten gespielt werden. Wie Thomas Kobrow vom schleswig-holsteinischen Verein Kaltenkirchener TS ("Den mussuu smedddärn") jetzt entdeckte, hat die Nachrichtenagentur AFP (Agence France Press) am 8. September in einem Bericht verbreitet, dass Canada, England, Australia und New Zealand eine Klage beim International Court of Arbitration for Sport in Lausanne zumindestens ins Auge fassen. Vor einer endgültigen Entscheidung, will man aber noch weitere Antworten der IBF abwarten.

Hier der AFP-Bericht vom 2002-09-08 08:20:
IBF accused of discriminating against women
LONDON, Sept 8 (AFP) - The International Badminton Federation (IBF) has been accused making an "attack" on the womens game" which could bring a challenge to the governing body at the International Court of Arbitration for Sport in Lausanne, it emerged Sunday.
The risk of a split between Asia and Europe has also arisen after the IBF council voted for a third different scoring system on the world circuit in little more than a year.
A letter of protest from the European Badminton Union (EBU) and a threat from Canada, England, Australia and New Zealand to take the IBF to court are now being considered by the IBFs executive committee in Bangkok.
"Its a bombshell," claimed Stephen Baddeley, the chief executive of the Badminton Association of England. "The IBF has adopted a new scoring system which is untried, untested, and unacceptable."
After a decision on the scoring was deferred at the IBF annual meeting, its president, Korn Dabbaransi of Thailand, is said to have insisted upon it being taken by the IBF council.
The EBU, which is also disappointed about format changes to the Sudirman Cup world team championships, cites allegations from its member associations that whatever Asia says goes. They claim IBF decisions were taken without consultation.
They are also concerned about the effect upon the womens game and upon badmintons Olympic future of the new scoring system, which has reverted to traditional 15-up for mens events but imposed 11-up upon womens singles and doubles and mixed doubles.
"An argument is often heard (from European countries) that the new scoring is a serious and unwelcome attack on the womens game, which will not serve badminton in an Olympic context," says a letter of protest signed by the EBUs Danish president Torsten Berg. "The image of badminton as a sport equally challenging for men and women is in jeopardy."
The EBU letter asks that the arguments in favour of the new scoring be made known by the IBF as well as for an undertaking that there be consultations before future major changes in the game.
Canada, England, Australia and New Zealand, have agreed to wait for the response of the IBF executive committee before proceeding with their challenge, based on the legality of the IBFs decision-making "Its three months since the new scoring was decided on and announced (in Guangzhou in May)," said IBF chief executive Neil Cameron.
"It has been used for more than a month in international sanctioned events, including Grand Prix tournaments, and we have advised the International Olympic committee that it will be used in Athens (for the 2004 Olympic Games)," the scot added.
Sep/08/2002 12:05 GMT

      

Ab 1. August 2002 gilt die 15/11er-Zählweise auch im DBV - Die neuen Passagen in den Badmintonregeln

Die zukünftige Zählweise in Wort und Text

(29.7.) Nachdem die IBF beschlossen hat, zum 1. August 2002 die Zählweise zu ändern und dieser Beschluss zum gleichen Termin auch im Bereich des DBVs umgesetzt wird, waren die entsprechenden Textpassagen der Amtlichen Badmintonregeln zu ändern. Klaus-Michael Becker, der Vorsitzende des DBV-Ausschusses für das Schiedsrichterwesen hat den genauen Text der Spielregeln samt Erläuterungen und Anweisungen für Spielfeldoffizielle vorgelegt:

7 Punktsystem (Zählweise)

7.1 Ein Spiel ist beendet, wenn eine Seite zwei Sätze gewonnen hat, wenn nichts anderes vereinbart wurde.

7.2 Im Herreneinzel und Herrendoppel gilt ein Satz als gewonnen von der Seite, die zuerst 15 Punkte erreicht hat, mit Ausnahme der Regel 7.5.7.3. Im Dameneinzel, Damendoppel und Gemischten Doppel gilt ein Satz als gewonnen von der Seite, die zuerst 11 Punkte erreicht hat, mit Ausnahme der Regel 7.5.7.4

Nur die aufschlagende Seite kann einen weiteren Punkt zum bisherigen Punktestand erzielen (siehe Regel 10.3 oder 11.4).7.5

Bei einem Punktestand von „14-beide“ („10-beide“ im Dameneinzel, Damendoppel und Gemischten Doppel), kann die Seite, die zuerst 14 (10) Punkte erreicht die Wahl gemäß den Regeln 7.5.1 oder 7.5.2 ausüben:7.5.1 den Satz nicht zu verlängern, den Satz also bis 15 (11) Punkte fortsetzen.7.5.2 den Satz bis 17 (13) Punkte zu verlängern.

7.6 Die Seite, die einen Satz gewinnt, führt im nächsten Satz den ersten Aufschlag aus.

Erläuterungen zu Regel 7

Unter Verlängerung versteht man den Satz eines Spieles über die normale Punktzahl hinaus zu spielen.Regel 7.5 gibt grundsätzlich nur der rückschlagenden Seite das Entscheidungsrecht zu verlängern oder nicht zu verlängern.Der Anspruch auf die Verlängerung muss vor dem nächsten Aufschlag, der dem Gleichstand folgt, geltend gemacht werden. Nach dem erfolgten nächsten Aufschlag ist der Zeitpunkt für die Verlängerung verwirkt.Beispiel 1:Herrendoppel A hat zuerst 14 Punkte erreicht. Schließt nun Seite B zu 14 beide auf, so kann jetzt nur und muß jetzt Seite A entscheiden, ob der Satz bis 17 oder bis 15 gespielt wird.Beispiel 2:Im Dameneinzel hat Spielerin Y zuerst 10 Punkte erreicht. Schließt Spielerin X nun zu 10 beide auf, so kann jetzt nur und muß jetzt Spielerin Y entscheiden, ob der Satz bis 13 oder nur bis 11 gespielt wird.Anweisungen für Spielfeldoffizielle3.3.4 „Satzpunkt“ (oder „Spielpunkt“ sofern zutreffend) soll in einem Satz und für jede Seite jeweils nur bei der ersten Gelegenheit angesagt werden, wenn eine Seite 14 oder 16 Punkte (10 oder 12 Punkte beim Dameneinzel, Damendoppel oder Gemischten Doppel) erreicht hat.

     

Zählweisen-Umstellung wird in Kraft gesetzt

(10.6.02) Mit einem Schreiben vom 7. Juni hat das DBV-Präsidium seinen Landesverbänden und den Vereinen mitgeteilt, dass die von der IBF am 19. Mai beschlossene Zählweise auch in Badmintondeutschland ab 1. August 2002 gültig ist. Damit ist die Diskussion über dieses Thema - zumindestens für die nächsten Jahre - abgeschlossen. International wird im Vorgriff bereits bei den Malaysian Open vom 22. bis 30. Juni nach dieser Zählweise gespielt. Das Schreiben im Wortlaut:

An die Landesverbände und Vereine im DBV

7. Juni 2002

Regeländerungen zum 1. August 2002

Unser internationaler Dachverband IBF hat am 19. Mai in Guangzhou eine bedeutende Änderung bei den Badmintonregeln beschlossen. Sie wird zum 1. August gültig. Das "Experiment" mit der Zählweise »Drei Gewinnsätze bis sieben« (auch »5x7« genannt) ist beendet. Die Zählweise wird nicht in die Regeln überführt. Stattdessen gilt:

Dauer der Sätze
Herreneinzel und Herrendoppel bis 15 Punkte,
Dameneinzel, Damendoppel und Mixed bis 11 Punkte.
Gespielt wird in allen Disziplinen auf zwei Gewinnsätze (»Best of three«).
Die bisher vom Dameneinzel bekannte Zählweise wird also auf das Damendoppel und das Mixed übertragen. Verlängerungsmöglichkeit des Rückschlagenden bei 10 beide um drei Punkte, im Fall einer Verlängerung wird dann bis 13 Punkte gespielt. In einem dritten (Entscheidungs-)Satz werden die Seiten beim Erreichen von 6 Punkten gewechselt.

In Bezug auf das Coaching (Beraten/Betreuen) hat sich nichts verändert. Zwischen dem 1. und 2. Satz ist eine Pause von 90 Sekunden zugelassen und ein Coachen (d.h. ein Gespräch mit Trainer oder Betreuer) wird in diesem Zeitraum gestattet. Es hat nach dem Seitenwechsel auf der neuen Feldseite zu erfolgen. Die enge Umgebung des Feldes darf bei diesem Seitenwechsel nicht verlassen werden. (Ausnahme: Es wird vom Schiedsrichter die Erlaubnis dazu gegeben). Zwischen dem zweiten und einem eventuellen dritten Satz kann eine Pause von 5 Minuten genommen werden. In ihr ist ein Verlassen der engen Umgebung des Feldes gestattet.


Das DBV-Präsidium hat am 7. Juni 2002 beschlossen, diese Änderung auch für den Bereich des Deutschen Badminton- Verbandes zum 1. August 2002 in Kraft zu setzen. Sie ist von diesem Termin an für alle Spiele bei Turnieren und Mannschaftswettkämpfen in allen Ligen und Leistungsklassen gültig.
Die genaue Formulierung des Textes wird vom DBV-Ausschuss für das Schiedsrichterwesen erstellt und in die nächste Ausgabe der Amtlichen Spielregeln eingearbeitet.
gez. Kespohl (Präsident)

      

Weishaupt resümiert Zählweisenentscheidung
(9.8.02) Für
sbv-online, der Website des Saarländischen Badminton-Verbandes hat Presseteammitglied Mark Weishaupt noch einmal die Entwicklung der Zählweisenentscheidung zusammengefasst und bilanziert: Die "neue-alte" Zählweise erhitzt die Gemüter.
Dieser Darstellung ist nur eine Winzigkeit hinzuzufügen – eine höchst bedeutende allerdings. Im zweiten Absatz schreibt er „...zweifelt kaum jemand daran...“, hier müsste es korrekter heißen: „...zweifelte in Europa kaum jemand daran...“. Begründung: Siehe die Berichterstattung weiter unten auf dieser Seite, besonders auch das Interview mit Council-Mitglied van Dooremalen.

       

Er war hautnah dabei: IBF-Council-Mitglied Martijn van Dooremalen über das Zustandekommen der Zählweisen-Entscheidung

"Für die Asiaten besteht keine Notwendigkeit, etwas zu ändern"

badminton.de fragte den Niederländer Martijn van Dooremalen, eines von sechs europäischen Council-Mitgliedern in der IBF, nach Einzelheiten und Auswirkungen der IBF-Entscheidung, die 7-er-Zählweise nach dem über ein Jahr lang währenden "Experiment" doch nicht einzuführen. Der Sportdirektor des niederländischen Verbandes hatte sich mit seiner Rückreise aus China Zeit gelassen und war mit der Eisenbahn zurück gereist.



 Martijn von Dooremalen.

(6.6.02) Mr. van Dooremaalen, vom Ergebnis geschockt?
Nein, ich war nicht geschockt. Während der letzten paar Monate hatte ich schon Informationen, dass führende asiatische Nationen die 5x7-Zählweise nicht unterstützen würden.

Das Abstimmungsergebnis von 12:8 ist ja nicht mal knapp, stand Europa allein mit dem Wunsch nach 5x7 oder 5x9?
Europa war nicht allein. Aber zur Zeit gibt es zwei Regionen in der Welt in der Top-Events ausgerichtet werden: Europa und Asien. So hat die Bedeutung der Zählweisen-Entscheidung die größten Auswirkungen in diesen beiden Kontinenten. Und da haben wir große Differenzen in den Wünschen der asiatischen und europäischen Medien.

Wie war die Stimmung bei der Diskussion im Council? Eher eisig oder eher hitzig?
Die Diskussion im Council war sehr gut. Alle Parteien hatten die Möglichkeit, ihre Standpunkte darzulegen.

War es klug, die Entscheidung vom AGM, also der Mitgliederversammlung auf das Council zu übertragen? Wer hatte da die bessere Strategie?
Es war nicht möglich, in der AGM eine Entscheidung herbeizuführen. Andererseits denke ich, wenn wir dort abgestimmt hätten, wäre es zu dem gleichen Ergebnis gekommen.

Ist mit einem Satz zu sagen, warum die Asiaten gegen 5x7 / 5x9 waren?
Für die Asiaten besteht zur Zeit keine Notwendigkeit, etwas zu ändern. Sie haben Medieninteresse und Spieler die gewinnen.

Ist denkbar, dass die reichen asiatischen Verbände bei den Council-Mitgliedern aus den kleinen nicht-europäischen Ländern durch freundliche Gaben für ihren Standpunkt geworben haben?
Nein, ich denke das nicht. Aber andererseits ist natürlich jedermensch an Unterstützung interessiert.

Ist damit der Wunsch nach Veränderung vom Tisch? Oder werden die Europäer einen neuen Anlauf machen?
In Zukunft wird die Zählweise zu einem besseren System kommen, aber nicht vor Athen 2004.

Ist denkbar, dass Teile der Badmintonwelt (zum Beispiel die EBU), trotz der Entscheidung nach dem 5x7-System weiterspielen?
Das ist möglich, wo entsprechende Entscheidungen getroffen werden, kann es so sein. Aber es scheint mir klug, eine weltweite Regel zu haben und nach ihr zu spielen.

Sind "Experimente" weiterhin möglich? Was ist etwa mit der deutschen Bundesliga? Darf sie weiter nach 5x7 spielen?
Ja, es wäre möglich. Aber noch einmal: Das Beste für Badminton ist es, überall auf der Welt zu einer einheitlichen Zählweise zu kommen.
Mr. van Dooremalen, vielen Dank für die Informationen.


      

Das AGM-Protokoll
(6.6.02) Hier kann das in englischer Sprache verfasste
Protokoll der IBF-Mitgliedersammlung AGM vom 12. Mai 2002 in Guangzhou (China) nachgelesen werden.

      

EBU-Präsident Torsten Berg schrieb an Mitgliedsverbände
"Regeländerung ist durchaus demokratisch zustande gekommen"
(1.6.02) Nicht glücklich ist EBU-Präsident
Torsten Berg mit der in Guangzhou getroffenen Entscheidung, die 7-er-Zählweise doch nicht einzuführen. Dies teilt er in einem Schreiben an die Mitgliedsverbände der Europäischen Badminton Union vom 31. Mai mit.
Die Verfahrensweise, die Vergabe aus der IBF-Mitgliederver- sammlung an das IBF-Council zu delegieren bezeichnet Berg aus "unorthodox", sie sei jedoch auch von der führenden europäischen Verbänden unterstützt worden.
Danach habe man im Council eine Arbeitsgruppe gebildet, lange Debatten hätten stattgefunden. Auch dieser Prozess sei "demokratisch" gewesen. Er hätte zudem bessere Möglichkeiten geboten, die verschiedenen Standpunkte auszuleuchten. Gleichzeitig hätte man die praktischen Auswirkungen der 7er-Zählweise bei den laufenden Spielen der Thomas-/Uber-Cup-Endrunde betrachten können.
Bei der Endabstimmung hätten sich dann eine klare Mehrheit der Council-Mitglieder für die letztendlich beschlossene Zählweise eingesetzt.
Berg dazu: "Die Mehrheitseinscheidung fiel nach ausführlicher Debatte und es gibt keinen Grund zu glauben, dass sich die zu Grunde liegenden Meinungen in naher Zukunft ändern könnten. Nach meiner Meinung ist es daher das Beste, die beschlossene Zählweise mit positiver Grundhaltung für die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele Athen 2004 anzuwenden."
Natürlich, fügt Berg noch an, sollen die Vor- und Nachteile der beschlossenen Zählweise beobachtet werden und auch mögliche Vergleiche mit der 7-er-Zählweise angestellt werden. Dies benötige man für den Fall, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Diskussion neu eröffnet werden würde.
Berg, der in der
IBF Vorsitzender des Regel-Komitees ist, warnt - ohne auf die Gründe für die folgende Anmerkung einzugehen - ausdrücklich davor, die getroffene Entscheidung auf ihre rechtliche Gültigkeit überprüfen zu lassen. "Würde die Entscheidung aus solchen Gründen gekippt, würde automatisch die 15-er-Zählweise (Dameneinzel bis 11) in Kraft treten, die von vielen nicht als die Ideallösung für die Zukunft angesehen wird." In einem solchen Fall könne es sehr lange dauern, bevor erneut eine Diskussion über Regeländerungen in Gang käme.
Das
vollständige Schreiben in Englisch.

       

Proteste gegen Zählweisenbeschluss müssen an die richtige Adresse
(28.5.02) Es scheint badminton.de wenig angebracht, hier ein Forum einzurichten, in dem Anhänger der 7-er-Zählweise ihren Unmut über die von der IBF beschlossene zukünftige Regelung ausdrücken. Es wird deshalb eine Idee von Uwe Latussek, dem Vorsitzenden des niedersächsischen Vereins
BV Drömling aufgegriffen, der schreibt: "Ich würde es begrüßen, wenn an gleicher Stelle mal die Zusammensetzung des Gremiums, das die Entscheidung getroffen hat, dargestellt würde (am Besten gleich mit E-Mail-Adresse). Frauen waren sicher nicht in der Mehrheit."
Hier also das Link zur jener IBF-Seite, auf denen die
24 Council-Mitglieder aufgeführt sind und hier jenes zur Seite der Anschriften.
Zum Zeitpunkt der Linksetzung war das Verzeichnis noch nicht auf dem neuesten Stand. In Guangzhou wurden sechs Mitglieder (neu) gewählt: Li Lingwei (CHN), Puzant Kassabian (BUL), Eraj Wijesinghe (SRI), Heather Nielsen (ENG), Edgar Aglipay (PHI) und Rudy Hartono (INA).
Torsten Berg (DEN), Federico Valdez (PER) und Charoen Wattanasin (THA) wurden als Vizepräsidenten wiedergewählt, Cephas Lar (NGR), Tong Wai Lun (HKG) und Federico Valdez (PER), als Continental Representatives for Afrika, Asien and Pan-America bestätigt.
Hier gehts zur Website von IBF-Präsident
Korn Dabbaransi.

       

badminton.de sprach über die Änderung der Zählweise und deren Zustandekommen mit DBV-Präsident Prof. Dieter Kespohl nach seiner Rückkehr aus Asien, wo er an der Mitgliederversammlung der IBF (AGM) teilgenommen hatte

"Die Asiaten hatten die bessere Strategie"

(24.5.02) Hat die letztendliche Entscheidung die Sieben-Punkte-Zählweise zu kippen, Sie überrascht?
Bevor ich dazu was sage, will ich zunächst ein Wort zum Thomas-/Uber-Cup-Turnier sagen. Es war mustergültig ausgerichtet. Das ist sonst bei Turnieren in Asien nicht immer der Fall. Alle Teams waren in einem großen, modernen Hotel untergebracht. Die Halle war nicht weit entfernt, die Mannschaften wurden mit Polizeieskorte hingeleitet, überhaupt hat die ganze Organisation perfekt geklappt. Ich kann also dem chinesischen Ausrichter nur ein Lob aussprechen.

Und im Rahmen des Turniers fand das Annual General Meeting der IBF-Mitgliedsverbände statt.
Richtig. Und die spätere Entscheidung des IBF-Councils hat mich nach dem Verlauf des AGM überhaupt nicht mehr überrascht. Die ganze Debatte fand in einer sehr unangenehmen Atmosphäre statt, um es diplomatisch auszudrücken. Die indonesischen Vertreter beispielsweise lachten immer wieder lauthals, wenn Argumentation für die 7-er Zählweise vorgetragen wurden. Die Asiaten hatten sich mit ihrer Haltung und mit ihren Beschlüssen im Vorfeld so weit aus dem Fenster gelehnt, da konnten sie ohne Gesichtsverlust nicht zurück.

Wie kam es zur Überweisung der Entscheidung an das Council?
Es war ein Rettungsanker der Europäer. Als erkennbar wurde, dass keine Zweidrittelmehrheit zustande kommen würde, stellte Dänemark den entsprechenden Antrag. Dem IBF-Präsidenten Dabbaransi als Sitzungsleiter war das gar nicht recht. Er war dadurch stärker in der Verantwortung, als wenn die Mitgliederversammlung einen Beschluss gefasst hätte. Er muss sich vom IOC nun eher sagen lassen, dass er die Entwicklung zu mehr fernsehgerechter Präsentation nicht vorantreiben würde.

Hatten die Asiaten die bessere Strategie?
Eindeutig. Das wurde am Ende der Debatte noch mal deutlich, als Punch Gunalan aus Malaysia, der als Vorsitzender des Marketing-Komitees einen sehr großen Einfluss hat, eine flammende Rede zugunsten der Rückkehr zur 15-er Zählweise hielt. Außerdem war es wohl so, dass sehr viele nichteuropäischen Verbände außerhalb Asiens von den asiatischen Funktionären gewonnen worden waren.
Zusätzlich kam noch Konfusion in die Debatte, weil es noch zwei weitere europäische Anträge gab. England beantragte "drei Gewinnsätze bis neun", Dänemark das Gleiche mit dem Zusatz "Dameneinzel aber nur bis sieben".


Werden die Europäer etwas in Richtung Revision machen?
Das weiß ich nicht. Ich habe noch keine weiteren Kontakte gehabt. Von der getroffenen Entscheidung habe ich nur aus der asiatischen Presse erfahren, da ich schon aus Guangzhou abgereist war, als das Council tagte. Ich glaube aber nicht, dass das möglich bzw. sinnvoll ist. Ob es irgendwelche Ausführungsbestimmungen oder Interpretationsmöglichkeiten gibt, muss erst noch in Erfahrung gebracht werden.
Herr Präsident, vielen Dank für das Gespräch und viel Spass bei der Abarbeitung ihres Aktenberges.

      

EBU-Generalsekretärin Gisela Hoffmann: "Für die nächsten vier Jahre müssen wir damit leben"
(24.5.02) Zu der Möglichkeit, eine schnelle Revision der getroffenen Entscheidung herbeizuführen, fragte badminton.de die EBU-Generalsekretärin Gisela Hoffmann, die sich bei der Veteranen-Europameisterschaft in Radebeul aufhielt.
Hoffmann merkt an, dass sie diesbezüglich nur ihre persönliche Einschätzung dargelegen könne, da das EBU-Council nach Guangzhou noch nicht zusammengetreten sei, um eine offizielle Bewertung vorzunehmen: "Einen erneuten Antrag auf Regeländerung bereits im nächsten Jahr wäre zwar theoretisch möglich, ich halte ihn allerdings nicht für realistisch. Wir müssen an die beginnende Olympiaqualifikation denken und daher für die nächsten vier Jahre mit der beschlossenen Zählweise leben - ob sie uns Europäern passt oder nicht."
Kann denn eventuell in einzelnen Bereichen - zum Beispiel in der Bundesliga oder bei der Jugend - nach der 7-er-Zählweise weitergespielt werden? Diesbezüglich ist Hoffmann optimistisch. "Für alle Turniere die bei der IBF angemeldet und sanktioniert werden, ist die beschlossene Zählweise verbindlich, da kommen wir nicht drum herum. Wir werden also den EBU-Circuit wieder umstellen müssen, auch alle unseren Meisterschaften und Jugendturniere. Wie es sich mit nationalen oder regionalen Veranstaltungen verhält, kann ich abschließend noch nicht beurteilen. Dazu müssen wir zunächst den endgültigen Text des Beschlusses abwarten. Ich hoffe, er wird in der nächsten Woche von der IBF eintreffen. Ich hoffe aber, es wird Spielraum für einzelne Turniere und Wettbewerbe geben."

       

Asiaten siegten im Zählweisenkrieg
Zurück marsch-marsch
(19.5.02) Nicht nur auf den Feldern dieser Erde sind die Asiaten die Herrscher im Badmintonreich. Offensichtlich auch im Bereich der Kulissenschieber.
Das IBF-Council - ein Gremium aus 24 gewählten Repräsentanten aus vielen Ländern aller Kontinente - war nach kontroverser Diskussion von der eigentlich zuständigen Generalversammlung der Mitgliedsverbände (AGM) am letzten Sonntag (12.5.) beauftragt worden, die endgültige Entscheidung über die zukünftige Zählweise im Badminton zu treffen.
Der gestern in Guangzhou am Rande der Thomas-/Uber-Cup- Endrunde verkündete Beschluss über die zukünftige Zählweise wird die Europäer im Dreieck springen lassen. Die Kurzsätze sind vom Tisch, sowohl die über ein Jahr lang im internationalen Badminton angewandte Form "drei Gewinnsätze bis 7 (5x7)", als auch die in der Schlussabstimmung noch verhandelte Variante "drei Gewinnsätze bis 9 - Dameneinzel bis 7".
Gespielt werden demnächst wieder wie seit alters her bekannt, "zwei Gewinnsätze bis 15" - mit einer Modifizierung: Zukünftig wird nicht nur das Dameneinzel bis 11 gespielt sondern auch das Damendoppel und das Mixed.
Eine Ohrfeige für alle Frauenbeauftragten.
Die Entscheidung fiel in geheimer Abstmmung mit 12:8 Stimmen der anwesenden 20 Council-Mitglieder.
Das Ergebnisse ist eine böse Schlappe für die europäischen Vertreter in der IBF. Seit Jahren versuchen sie eine publikums- wirksamere Zählweise mit mehr und schnelleren Höhepunkten durchzusetzen. Dies war lange Jahre an einer konservativen Haltung der Asiaten gescheitert ("Badminton ist so wie es ist, bei uns sehr erfolgreich..."). Vor zwei Jahren schien dann der Weg frei zu werden, die Asiaten gaben ihre Zustimmung zu einem "Experiment". Seither wurde bei fast allen internationa- len und auch vielen nationalen Turnieren (vgl.
Nationale Meisterschaften bei badminton.de) "drei Gewinnsätzen bis 7" gespielt. Doch schon im Winter nährte sich der Verdacht, dass die Weiche noch nicht endgültig umgelegt sei. Während die europäische Verbände die Ausbreitung der Anwendung auf immer mehr Turniere organisierten, sprach sich die Generalversammlung der asiatischen Verbände (ABC) für eine Rückkehr zu alten System aus.
Die geänderte Zählweise tritt ab 1. August 2002 für alle internationalen Wettbewerbe in Kraft.
Vergleiche Bericht auf der IBF-Seite
World Badminton Online.

      

Heiße Diskussionen um zukünftige Zählweise in Guangzhou

Kann Spaltung der Badmintonwelt vermieden werden? - Entscheidung am 18. Mai

(15.5.02) Wie nicht anders zu erwarten, hat es bei der Mitgliederversammlung der IBF (AGM) am 12. Mai in Guangzhou eine umfangreiche und kontroverse Diskussion darüber gegeben, welche Zählweise in Zukunft im Badminton gelten soll. Vor allem die asiatischen Verbände möchten das "Experiment" mit der Zählweise "Drei Gewinnsätze bis sieben (5x7)" beenden und zur vorherigen Zählweise zurückkehren. Die Europäer wollen dagegen die neue Zählweise festschreiben. Ergebnis der Beratungen: Die Entscheidung ist an das IBF-Council verwiesen worden. Dieses soll am 18. Mai (kommenden Samstag) endgültig entscheiden. Im Council sitzen etwa 30 gewählte Repräsentanten aus verschiedenen Ländern und Kontinenten. Zur Debatte steht auch noch "Drei Gewinnsätze bis neun / evt. Dameneinzel bis sieben".Bei World Badminton Online gibt es einen (englischsprachigen) Bericht vom AGM.

 

  Meldungen 2001

Dies sind die offiziellen Regelungen der...
Zählweise »Drei Gewinnsätze bis 7«

Hinweis: Die Zählweise wird in unterschiedlichen Veröffentlichungen unterschiedlich benannt. Die IBF spricht von »Best of 5 to 7« und stellt dies verkürzt als »5 x 7« dar.

Bei einer Anwendung des »5x7-Punktsystems« gelten sämtliche Regeln (1 bis 17) unverändert bis auf die im folgenden aufgeführten. Dort kommt bzw. käme es zu folgenden Änderungen:

7. Punktsystem bei »5x7«-Regelung
7.1 Ein Spiel ist beendet, wenn eine Seite drei Sätze (von maximal fünf Sätzen) gewonnen hat.
7.2 Bei allen Spielen (bzw. Disziplinen) gilt ein Satz von der Seite als gewonnen, die zuerst 7 Punkte erreicht hat, mit Ausnahme der Anwendung von Regel 7.3.
7.3 Bei einem Punktstand von "6-beide" kann die Seite, die zuerst 6 Punkte erreicht hat, die Wahl ausüben zwi-schen:
7.3.1 den Satz nicht verlängern (den Satz also bis 7 Punkte fortsetzen) oder
7.3.2 den Satz bis 8 Punkte verlängern.
7.4 Die Seite, die einen Satz gewinnt, führt im nächsten Satz den ersten Aufschlag aus.
7.5 Nur der aufschlagenden Seite ist es möglich einen weiteren Punkt zum bisherigen Punktestand hinzuzufügen (siehe hierzu Regel 10.3 oder 11.4)

8. Wechsel der Spielfeldseiten bei »5x7«-Regelung
8.1 Die Spieler wechseln die Spielfeldseiten am Ende eines jeden Satzes und im fünften Satz (falls einer ausgetra-gen wird), wenn die führende Seite die Punktzahl 4 erreicht hat.
8.2 Wenn es die Spieler versäumen, die Spielfeldseiten zu wechseln, wie in Regel 8.1 beschrieben, muss der Wechsel unmittelbar nach Erkennen des Fehlers erfolgen. Voraussetzung ist, dass der Ball nicht mehr im Spiel ist. Der bis dahin erreichte Punktestand bleibt bestehen.

16. Fortgesetztes Spiel, schlechtes Betragen und Strafen bei »5x7«-Regelung für 16.2 und 16.5.2
16.2 Zwischen den Sätzen sind bei allen Spielen Pausen von nicht mehr als 90 Sekunden erlaubt.
(Bei vom Fernsehen übertragenen Spielen entscheidet der Referee vor dem Spiel, ob die in Regel 16.2 erlaubten Pausen vollständig genommen werden müssen.)
16.5.2 Kein Spieler darf ohne Erlaubnis des Schiedsrichters das Spielfeld verlassen.

       

Das heißt in Klardeutsch
Gespielt werden drei Gewinnsätze, jeder Satz bis 7 Punkte. Verlängerungsmöglichkeit bei 6-beide bis 8.
90 sec Pause zwischen allen Sätzen, auch vor einem eventuellen fünften. Das Spielfeld, bzw. seine engste Umgebung darf also während des gesamten Spiels nicht mehr verlassen werden.
Seitenwechsel im fünften Satz bei vier.
Regelung gilt für alle Disziplinen, auch fürs Dameneinzel.

      

DBV legt vorläufigen Geltungsbereich für neue Zählweise fest

Drei Gewinnsätze bis sieben Punkte auf Bundesebene

(6.10.) Im Anschluss an eine gemeinsame Sitzung mit den Präsidenten der Landesverbände in Duisburg hat das DBV-Präsidium am 6. Oktober festgelegt, für welche seiner Veranstaltungen in der laufenden Saison 2001/02 die zur Zeit von der IBF in einem "Experiment" getestete Zählweise
»Drei Gewinnsätze bis sieben Punkte (Kurzform 5x7)«,
nach der auch bei den YONEX German Open gespielt wurde, gilt.

Gespielt werden danach 2001/02:
Sämtliche DBV-Ranglisten der Jugend
Sämtliche DBV-Ranglisten der Senioren
Deutsche Meisterschaften Jugend U 19 / U 17 und U 15
Deutsche Meisterschaften U 22
Deutsche Meisterschaft (Hauptwettkampfklasse).
Dass die Bundesliga nach dieser Zählweise spielt, war schon vorher festgelegt worden.
Nicht gespielt wird nach der neuen Zählweise bei den Deutschen Meisterschaften der Altersklassen O 32 und bei der Deutsche Mannschaftsmeisterschaft U 19 und U 15.

Heftige Diskussionen
Im Vorfeld hatte es einige Diskussionen innerhalb Badmintondeutschlands gegeben. Ihrem Unmut über die nicht optimal gelaufene Entscheidungsfindung machten daher auch etliche der Landesverbandsvorsitzenden bei der Präsidentenrunde Luft.
Aufgrund der unvermeidlichen "Signalwirkung" einer Entscheidung auf Bundesebene haben sie zum Teil erhebliche Probleme mit der angemessenen Vorgehensweise im unteren Wettkampfbereich. Die Präsidentenrunde sprach schließlich die Empfehlung aus, dass die Landesverbände innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches die Zählweise in dieser Saison noch nicht übernehmen. Es ist letztlich die Entscheidung der Landesverbandsvorstände, inwieweit sie selbst sich am Experiment mit der Zählweise beteiligen.

Entscheidung Mitte nächsten Jahres
Der derzeitige Fahrplan der IBF sieht vor, dass die Vollversammlung der IBF im Mai 2002 darüber entscheiden soll, ob das Experiment der neue Zählweise als erfolgreich bewertet wird und eine definitive Regeländerung verabschiedet wird. Diese könnte dann zum Beispiel ab 1. August 2002 gelten.

       

Gelbe Karten auch im Badminton

(14.2.01) Die IBF geht mit der Zeit. Nicht nur die Zählweise wird geändert nun haben ab 1. Februar die Schiedsrichter auf internationalem Parkett farbige Karten hochzuhalten, wenn ein Spieler wegen "schlechten Betragens" sanktioniert werden muss.Es werden angezeigt:Sanktion 1: "Verwarnung" ® gelbe Karte;Sanktion 2: "Fehler" ® rote Karte;Sanktion 3: "Disqualifikation" ® schwarze Karte.(Dabei ist unbekannt, wann in den letzten 30 Jahren überhaupt mal ein Spieler disqualifiziert worden ist....)Der DBV-Schiedsrichterausschuss ließ es bei der Umsetzung dieses Meilensteins im Regelwerk bislang langsam angehen. DBV-Schiedsrichterwart Klaus-Michael Becker, dem kein weiterer Kommentar zur Kartonisierung des Badmintonspiels zu entlocken war, erklärte, man werde die Regelung beim Verbandstag im Juni in den entsprechenden deutschen Ordnungen umsetzen.International ist der Bedarf nach Gelb-Rot-Schwarz offensichtlich größer. Im Mutterland des Badminton wurde sie nämlich bereits hochgehalten, die erste gelbe Karte in der nunmehr hundertjährigen Geschichte des Turnierbadminton. Es traf bei den Englischen Meisterschaften Colin Haughton, in der Bundesliga bei Bayer Uerdingen in Brot. Sie wurde verhängt am 2. Februar 2001 beim Spiel Haughton gegen Chris Dakin in der zweiten Runde im ersten Satz beim Stande von 7:6. Aber nicht wegen Verbiegen des Schlägers oder Bespucken des Gegners wurde sie gezückt, auch nicht wegen schändlicher Mißachtung von Schiedsrichteranweisungen, nein --- wegen Klingelns von Haughtons Handys in der Sporttasche neben dem Spielfeld. Eine sehr weit gefaßte Interpretation des Begriffs "schlechtes Betragen".

 

 

  Meldungen 2000

Grand-Prix-Turniere bald mit „drei Gewinnsätzen bis 7“

(8.12.00) Die Diskussion um die Zählweise ist bald keine mehr. Die IBF beginnt Fakten zu schaffen. Das IBF-Council beschloss auf seiner Sitzung in Lausanne, für alle Grand-Prix-Turniere in der zweiten Jahreshälfte 2001 (nach der WM in Sevilla) die Zählweise „best of 5 bis 7 Punkte“ festzulegen. Der DBV wurde am 7. Dezember von IBF-Direktorin Vanessa Freeman in einem Mail entspre-chend informiert. Betroffen sind demzufolge auch die German Open im Oktober. Die Entscheidung fiel in Lausanne auch aufgrund einer eindringlichen Ansprache von IOC-Chef Samaranch am 5. Dezember, der den IBF-Council-Mitgliedern eindringlich erläutert hat-te, dass in der Zukunft nur noch Sportarten in den Medien „überleben“ würden, die sich eine fernsehgerechte Verpackung zulegten. Die Verbände sind von der IBF zu weiteren Tests ermuntert. Denkbar in Deutschland wäre et-wa die Übernahme der Zählweise durch die Bundesliga, die sich ja mit dem Ausprobieren der „Tiebreak-Regelung“ (im dritten Satz zählt jeder Ballwechsel) als Vorreiter einer für Zuschauer attraktiveren Zählweise erwiesen hatte. Ziele der neuen Zählweise best-of-5 bis 7 Punkte sind:- häufigere Pausen (für Werbung und Musik)- schnellere Höhepunkte und Spannung zum Ende des Satzes- dramatischere Ballwechsel, da häufiger Satzendscheidungen anstehen- kürzere Spiele (um die Spitzenspieler zu entlasten)- bessere Planung der Satzlänge (dadurch bessere Planung für Werbung undFernsehen)Die ersten internationalen Gehversuche wurden bei der Jugend-WM in China im November gemacht. Das wirklich erste Jugendturnier mit dieser Zählweise war übrigens in Langenfeld Anfang September, was aber natürlich international weniger beachtet wurde. Mit den Welsh Open hat zum ersten Mal ein Turnier der Aktiven mit dieser Zählweise stattgefunden.Ersten Aussagen zufolge, verändert sich das Spiel gewaltig, da die Ballwechsel selbst intensiver werden. Die wesentlich kürzeren Spiele werden ein Nachteil für Ausdauerspieler sein. Vor allem im Doppel scheint ein Satz bis sieben zu ziemlich viel Hektik zu führen.



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